Das Informationsportal für Maxhütte-Haidhof und Umgebung
[ alle Themen im Überblick ][ auf diesen Beitrag antworten ]
[ neues Thema eröffnen ]

Informationen zum Thread   Anzahl Zugriffe: 3781 | Anzahl Beiträge: 17
Bahnhof MH

(offenes Thema)

Infos zum Autor
Ponholzer
geschrieben am
17.10.2012 um 11:04 Uhr
Beitrag 1

Habe heute aus der MZ erfahren, dass sich in der alten Post in Ponholz ein Arbeitskreis zum Erhalt des Maxhütter Bahnhofs gegründet hat.

Also meine lieben Maxhütter, seid mir bitte nicht böse, aber der Bahnhof ist in meinen Augen grottenhässlich und dafür auch noch 1,5 Mio. Euro zur Sanierung auszugeben spottet jedem gesunden Menschenverstand. Auch ist mir nicht ganz klar geworden, worin der angebliche historische Wert dieses rechteckigen "Prachtbaus" sein soll.

Vom Ort der Zusammenkunft aus ein paar Meter weiter östlich ist vor ein paar Jahren von einer SPD-Stadträtin ein ca. 400 Jahre altes Bruchstein-Haus abgerissen worden...da hat sich niemand dran gestört...komisch....
Chezar
geschrieben am
25.10.2012 um 16:51 Uhr
Beitrag 2

Würdest Du als Ponholzer das auch genauso schreiben, wenn es sich dabei um die alte Post handeln würde?

Jeder, der das baufällige Gebäude all die Jahre hat stehen sehen, dachte sich anfangs sicherlich auch, dass es wider des gesunden Menschenverstandes wäre, diese Ruine zu renovieren. Was für ein "Prachtbau" nun daraus geworden ist, davon kann sich ja mittlerweilen jeder selbst überzeugen.

Hier ein kurzer Ausflug in die Geschichte des Bahnhofes:

"Die Eisenwerks-Gesellschaft Maximilianshütte, kurz Maxhütte, wurde 1853 im Sauforst bei Burglengenfeld, im heutigen Maxhütte-Haidhof, von zwei belgischen Unternehmern (Michiels, Goffard) gegründet. Benannt ist sie nach König Maximilian II. Joseph von Bayern. Erbaut wurde sie ursprünglich als Eisenbahnschienen-Fabrik. Den historischen Hintergrund bildete der damals beginnende Ausbau des bayerischen Schienennetzes (1834 Adler).

In der Folgezeit entwickelte sich die Maxhütte zum größten Eisenhüttenunternehmen Süddeutschlands und größtem integriertem Hüttenwerk im süddeutschen Raum, mit zahlreichen Zweigwerken. Sie hat damit auch maßgeblich zur Industrialisierung Bayerns beigetragen.

Die Maxhütte selbst war damit aber auch eine Keimzelle der Eisenbahnentwicklung in Bayern. Bereits nach kurzer Zeit, im Jahre 1859 wurde von der Ostbahngesellschaft die Bahnstrecke Regensburg – Irrenlohe eröffnet, die nach und nach bis Hof verlängert wurde, wodurch die Anbindung des Werks und damit auch der umliegenden Ortschaften und Siedlungen an das Eisenbahnnetz erfolgte.

Haidhof entwickelte sich zur bedeutsamsten Bahnstation auf der Strecke Regensburg - Weiden. Im Jahre 1900 stand Haidhof bei den Gesamttransporteinnahmen aller bayerischen Stationen an Platz 54.

Im Bahnhofsgebäude Haidhof nahm außerdem im Jahre 1860 die königlich bayerische Post ihren Anfang. Im Laufe des Monats November 1860 wurde die Postexpedition Haidhof mit Brief- und Fahrpostdienst eröffnet (Taxpunkt 741)."

Ob das natürlich ausreicht, um einen historischen Wert zu begründen, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.
Ponholzer
geschrieben am
25.10.2012 um 19:44 Uhr
Beitrag 3

..schön, dass es Copy&paste gibt ;-)

Der Unterschied zwischen Alter Post und Bahnhof MH ist wohl der Bau selbst.
Das Gebäude ist einfach hässlich..und zwar nicht weil es heruntergekommen ist, sondern weils ein schmuckloser rechteckiger Klotz ist! Ein Zweckbau eben!
Da ist bau-historisch nichts erhaltenswertes zu sehen...sorry ..meine Meinung!

Warum kümmert sich niemand um die Werks-Villa die gleich über dem MZM liegt..?
Das wär doch mal was historisches und auch schönes...
Chezar
geschrieben am
25.10.2012 um 20:45 Uhr
Beitrag 4

Wenn du meinst... nur muss ich dich leider enttäuschen. Ich habe diese Informationen aus dem Archiv für Postgeschichte in Bayern. Diese Chronik ist in einer Zeit erschienen, in der es noch keine (für Normalsterbliche erschwingliche) Computer und somit auch kein Copy&Paste gab... ist somit eigenhändig aus mehreren Seiten zusammengefasst und abgetippt. Aber es stimmt natürlich, ich habe diese Chronik nicht selbst verfasst, was schon rein altersmäßig nicht funktioniert hätte. Tut aber hier auch nichts zur Sache und ändert auch nichts an den historischen Fakten.

Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Ich finde den Bahnhof sicherlich nicht hässlicher als z.B. diverse moderne, seelenlose Zweckbauten oder das inflationäre aus dem Boden schießen der ganzen "Toskanahäuser". Aber wie gesagt, das ist eben alles Geschmackssache.

Bei der Werksvilla jedoch stimme ich dir uneingeschränkt zu.
leser
geschrieben am
29.10.2012 um 10:50 Uhr
Beitrag 5

Danke Chezar für die Infos. Nach meiner Meinung geht es auch um die bisherige Vorgehensweise der Stadt. Es kann doch nicht so schlimm sein, einen Ortstermin anzuberaumen, sich das Objekt anzusehen, wenn Überlegungen über die weitere Nutzung eines im Besitz befindlichen Gebäudes anstehen. Da kann ich nur den Kopf schütteln, wenn es längere Zeit nach einer Entscheidung plötzlich heißt, man wusste gar nicht, in welchem tatsächlichen Zustand das Gebäude ist und es ist die Entscheidung rückgängig zu machen, die vorher getroffen wurde. In den Reihen des Stadtrates vermute ich auch Baufachleute, die den Zustand einer Immobilie schon in etwa beurteilen können.

Es geht ja bei der ganzen Sache nicht um ein paar Euro aus der Portokasse. Hier sollte der verantwortungsvolle Umgang mit anvertrauten Steuergeldern ein Hauptargument sein! Ich persönlich sehe lieber „alt gewachsene erhaltene Struktur“ in der Architektur als neue in elegantem zeitlosen Grau hingesetzte Fertigteilbunker. Ich bin kein Fachmann, denke aber, dass es sehr wohl eine Symbiose aus historischem Flair und moderner Technik geben kann. Und diese Variante muss keinesfalls teuerer sein als ein Neubau….
Ponholzer
geschrieben am
29.10.2012 um 12:41 Uhr
Beitrag 6

...so sehe ich das auch!
Daher ja auch mein Einwand: Ich glaube dass man den Bahnhof in gleicher Außen-Optik günstiger NEU bauen könnte, als die heruntergekommene Bausubstanz aufwändig zu restaurieren!

Innen müsste die ganze Hütte ja sowieso entkernt werden....

leser
geschrieben am
29.10.2012 um 17:37 Uhr
Beitrag 7

Ponholzer,

schon gut, wenn man sich im Grundsätzlichen einig ist ;-)))

Zum Detail, hier Bahnhofsgebäude: so grottenhäßlich wie du es in deinem ersten Beitrag im Thread shreibst finde ich das Gebäude nicht. Ich habe schon viele ältere Bahnhöfe gesehen,auch "Kästen", die modernisiert wurden unter Beibehaltung der Bausubstanz. Das ist offenbar möglich, auch bei vorhandenen Schäden! Fast alle haben mir besser gefallen als die meisten modischen neuen High Tec Funktionsgebäude. Das sehe ich wie bei einem alten knorrigen Baum - der strahlt etwas aus, er hat vieles erlebt. Einmal gefällt ist er für immer weg. Kein neuer auch noch so schnell wachsender (gen)gezüchteter Baum wird diese Ausstrahlung erreichen vermute ich.

Wenn jemand dazu jetzt meint, ich sei ein seniler Fortschrittsverweigerer, dann kann ich damit leben :-))

Warum mir gerade der Vergleich altes zu neuem Rathaus einfällt kann ich mir nicht so richtig erklären ;-)))
Ponholzer
geschrieben am
29.10.2012 um 17:50 Uhr
Beitrag 8

..ich glaube, was die Ausstrahlung von alten Gebäuden betrifft, speziell im Gegensatz zu "modernen" Stahl-Glas Gewächshäusern..da sind wir uns einig!

Meinetwegen soll sich MH wieder den (optisch) gleichen Bahnhof hinbauen...aber 1,5 Mio für eine Generalsanierung ..das geht mit einem Neubau 100%ig günstiger!
leser
geschrieben am
29.10.2012 um 18:38 Uhr
Beitrag 9

wenn die Zahlen stimmen ja - womit wir wieder beim Thema Umgang mit Steuergeldern sind.

Aber aus meiner Erfahrung spielen bei so einer Entscheidung öfter mal "Partikulärinteressen" eine Rolle und die Neutralität könnte bei der Abwägung von Faktoren zur Entscheidungsfindung beeinträchtigt sein. MH braucht keinen Cityhauptbahnhof wie eine europäische Metropole , da sind wir uns einig denke ich.

Ein Denkmal irgendwelcher Regenten wie es möglicherweise irgendwo schon mal passiert sein könnte mit der folgenden Erhöhung kommunaler Gebühren zur Gegenfinanzierung wünsche ich mir für MH und die Bürger nicht!!!!
Ponholzer
geschrieben am
30.10.2012 um 11:17 Uhr
Beitrag 10

"Ein Denkmal irgendwelcher Regenten ..... " haben wir doch bereits :
Detlev Richter Gedächtnisbrücke.. ;-)
leser
geschrieben am
09.04.2013 um 12:32 Uhr
Beitrag 11

Bahnhof in MH wird barrierefrei !

Laut Meldung Mittelbayerischer Zeitung vom 5.2.13 wird der Bahnhof durch den Neubau von 2 Aufzügen barrierefrei. Warum man bei dem damaligen Umbau des Bahnhofes das nicht gleich gemacht hat ist für mich ein kleines Rätsel.

Aber besser nachher als gar nicht!! Erstaunlich ist allerdings, dass an der ganzen Strecke Regensburg-Hof scheinbar nur der Bahnhof in MH barrierefrei wird, da für solche Maßnahmen Mittel des Bundes(Infrastrukturprogramm) zur Verfügung gestellt werden(siehe MZ-Artikel). Haben andere Städte z.B. SAD geschlafen?

Zusatzbemerkung: Medienberichten war zu entnehmen, dass die Bahnstrecke Regensburg-Hof auch mit Elektroleitung versehen werden soll, einhergehend mit einem vielfachen an Verkehrsaufkommen(Frachttransporte) und entsprechend erhöhter Lärmemission. Dazu unten ein Link

www.mittelbayerische.de/region/schwandorf/artikel/bahnhof-zwei-neue-aufzuege/877869/bahnhof-zwei-neue-aufzuege.html#877869



www.oberpfalznetz.de/zeitung/2463136-142-elektrifizierung_macht_oberpfalz_zum_transitland_auf_der_schiene,1,0.html#top
Moon
geschrieben am
09.04.2013 um 19:21 Uhr
Beitrag 12

..naja..irgendwann werden sie die Nord-Süd Trasse auf die Bahn verlegen müssen..wenn die Prognosen für die A93 auch nur annähernd stimmen (aktuell bereits zw. 35-41.000 Fahrzeuge/Tag)...Tendenz: 70.000/Tag...
Die vielgepriesene A93 ist spätestens dann hoffnungslos überfüllt..


leser
geschrieben am
10.04.2013 um 11:10 Uhr
Beitrag 13

ist schon richtig: es gehören mehr Güter auf die Bahn! Aber die Entscheidungsprozesse dahin sollten transparent und fair ablaufen. Könnte ja sein, dass jemand von seinem Ersparten in Gleisnähe ein Hauschen gekauft oder gebaut hat unter der Voraussetzung oder vielleicht erhaltener Informationen( vielleicht wider besseren Wissens?) dass der Schienenverkehr in etwa gleich bleibt. Es ist schon nicht unwichtig und ohne Auswirkungen wenn sich der Streckenverkehr verzehnfacht oder mehr und die Zuglänge gewaltig zunimmt....

Falls es so kommt, bin ich neugierig, ob überhaupt Schallschutzmaßnahmen in Erwägung gezogen werden und wer die dann eventuell bezahlt. In so einem Fall befürchte ich das übliche Spiel: angeblich überall leere Kassen, Zuständigkeiten werden hin und her geschoben....
Moon
geschrieben am
10.04.2013 um 20:19 Uhr
Beitrag 14

@ Leser: auch wenns langsam hier offtopic wird..

Niemand wird Schallschutzmaßnahmen machen oder bezahlen....weil die Strecke ja bereits besteht!
Bestes Beispiel ist hierfür die A93...konzipiert in den 80ern für etwa 14-20.000 Fahrzeuge pro Tag....also einem Bruchteil des heutigen bzw. zu erwartenden Verkehrsaufkommen.
Trotzdem bekommen manche Landstriche mit genau dieser Begründung keine Schallschutzwände!Ist ja kein Neubau..gell?!


leser
geschrieben am
11.04.2013 um 07:58 Uhr
Beitrag 15

eine Logik in den Entscheidungen der Politik kann ich oftmals nicht erkennen. Einig sind sie sich, wenn es zum Beispiel um die Erhöhung ihrer eigenen Bezüge geht :-(

Wenn es um das Wohl derer geht, die sie und den ganzen Apparat finanzieren, werden erhebliche Abstriche gemacht....

Ich hoffe im Sinne der betroffenen Gleisanlieger, dass bei einem erhöhten Verkehrsaufkommen Schallschutzmaßnahmen erfolgen werden wie ich sie vergleichsweise zum Beispiel in Sachsen an der A 9 gesehen habe. Da war offensichtlich Geld da - es sind kilomerlange Schallwände, weit und breit keine Ansiedlung zu sehen, nur landwirtschaftliche Flächen beidseits.
klaus
klaus@co-co.de
http://www.piratenpartei-schwandorf.de
geschrieben am
12.04.2013 um 08:46 Uhr
Beitrag 16

zitat: wie ich sie vergleichsweise zum Beispiel in Sachsen an der A 9 gesehen habe. Da war offensichtlich Geld da - es sind kilomerlange Schallwände, weit und breit keine Ansiedlung zu sehen, nur landwirtschaftliche Flächen beidseits.


das war bestimmt eine investition in die zukunft, aufschwung ost ;-))

mfg
Maulheld
geschrieben am
12.04.2013 um 12:26 Uhr
Beitrag 17

Wollt ihr die armen Feldhasen, die schlauen Fuechse und die seltene asiatische Tigerschnecke in ihrem Bewegungsdrang hindern und unsere schoene Landschaft noch mehr verunstalten. Das geht auf gar keinen Fall. Wegziehen oder Ohrenstoepsel kaufen. Wie mir die Leute auf den Wecker gehen, die nur an sich denken aber nicht an die Natur.
Informationen zum Thread   Anzahl Zugriffe: 3781 | Anzahl Beiträge: 17
[ alle Themen im Überblick ] [ auf diesen Beitrag antworten ] [ neues Thema eröffnen ]


 
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die im Forum gemachten Aussagen, Informationen, Meinungen, Empfehlungen, Photos, Graphiken, etc. nicht von maxhuette-info.de stammen und auch nicht in unserem Namen erfolgen. Vielmehr handelt es sich ausschließlich um subjektive Aussagen von Usern des Forums, die die entsprechenden Aussagen in das Forum eingestellt haben. Die wiedergegebenen Aussagen sind von uns inhaltlich nicht geprüft worden, so daß wir uns von diesen ausdrücklich distanzieren.
Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, daß maxhuette-info.de nicht dafür verantwortlich ist, daß die von einzelnen Usern getätigten Aussagen inhaltlich richtig und rechtlich nicht zu beanstanden sind. Somit hat jeder Autor selbst die alleinigen Konsequenzen für seine Beiträge zu tragen.