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Informationen zum Thread   Anzahl Zugriffe: 3488 | Anzahl Beiträge: 17
Natur und Umgebung im Städtedreieck

(offenes Thema)

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leser
geschrieben am
18.03.2012 um 17:42 Uhr
Beitrag 1

Nachdem ich mit einigem Erschrecken feststellte, wie der Kahlschlag von Bäumen und Hecken im gesamten Umfeld des Städtedreiecks in letzter Zeit zunimmt, habe ich versucht, mehr über die Ursache zu erfahren. Leute, die ich angesprochen habe, waren auch entsetzt, nach Aussagen einiger Teublitzer Bürger wurde ihnen gesagt, die Stadt kann da nichts machen, das war teilweise eine Schnellaktion der E.ON, die wegen der Stromleitungen größere Waldflächen erntete.

Jetzt frage ich mich, gehört diesem Energieversorger der Wald, wenn nicht, gibt es da irgendwelche vertragliche Vereinbarungen zwischen Besitzer(Bayerische Staatsforsten, Privatleuten….?) und vor allem, stimmt es, dass offensichtliche Geheimhaltung der Beteiligten(Ämter, Besitzer, Stadträte…?)abgesprochen war?
Mir ist bekannt, dass zum Beispiel die Bayerische Staatsforsten nach der Forstreform zwar betonen, die nachhaltige Waldbewirtschaftung in den Vordergrund zu stellen, ich weiß aber auch, dass seitdem enorm viel Holz „geerntet“ wurde und höchstwahrscheinlich entsprechende Einkünfte erzielt wurden. Auf meine Frage an einen Forstbeamten, warum in einen geschlossenen Wald Schneisen mit 12mBreite geschlagen werden, bekam ich vor etwa 3 Jahren die Antwort, das muss sein, damit die größeren Erntemaschinen da durchkommen. Und außerdem ist das nicht schlimm, da sich innerhalb kürzerer Zeit die Kronen in luftiger Höhe wieder schließen würden. Soweit die Antwort auf meine zweite Frage, ob es bei starken Stürmen vielleicht doch nicht so gut ist, wenn solche Schneisen in den Bestand gehauen werden.

Weiter ist mir auch bekannt, dass die Bayerischen Staatsforste bereits Vorvereinbarungen mit Energiekonzernen getroffen haben, damit diese Windparks in (dann ehemaligen)Waldgebieten errichten können. Windräder werden auch gern direkt an Autobahnen errichtet!!

Unter diesen Gesichtspunkten fällt es mir oft schwer, zu glauben, dass so viele Bäume krank sind und sowieso wegen der Gefährdung für Mensch und Tier gefällt werden müssen. Bitte achtet selbst einmal darauf, wie sich die Natur durch den Menschen in unserem direkten Umfeld verändert hat.

Was nützt ein biologisches Blockheizkraftwerk, das mit Hackschnitzel(Abfall gefällter oder geschredderter Bäume)betrieben wird, wenn alter, widerstandsfähiger Waldbestand vernichtet wird und allerhöchstens irgendwo ersatzweise schnell wachsende gengezüchtete Ersatzbäume gepflanzt werden?

Unter nachhaltiger Bewirtschaftung verstehe ich etwas anderes. Hoffentlich sehen das zuständige Leute in Ämtern auch so und hoffentlich werden die Bürger auch vorher informiert und gefragt und nicht nach der leider oft praktizierten Vorgehensweise – erst einmal Fakten schaffen, dann kann man ja vielleicht darüber reden wenn es offensichtlich wird – vorgegangen. Es wäre nach meiner Auffassung eine Aufgabe der gewählten Volksvertreter, dieses entsprechend vorher zu informieren und durch diese Transparenz einer immer mehr um sich greifenden Politikverdrossenheit vorzubeugen.

Mal sehen, ob wieder ein Argument kommt, wenn man dem Volk etwas sagt, dann gibt es sofort Initiativen, die gegen alles sind und den Fortschritt behindern :-)
Moon
geschrieben am
18.03.2012 um 18:48 Uhr
Beitrag 2

www.antenne.de/Bayerns-Wald-waechst-weiter__japan_385553_news.html

Ch. Bach
geschrieben am
18.03.2012 um 22:08 Uhr
Beitrag 3

@moon
schon informiert, was mit waldzuwächsen alles gemeint ist? jede christbaumplantage wird als "Wald" geführt, jede pappelplantage zur schnellen holzgewinnung, jeder quadratmeter brache der mangels pflege zuwächst!das alles ist angeblich wald!soviel zu dieser waldstatisitik

@leser: hab mich schon vor jahren aufgeregt...seitdem gelt ich vielen als spinner
www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=10073&pk=545374&p=1#545374
...leider ist der bilduntertitel falsch....

grade hab ich in einer waldbegehung gelernt, dass 7m breite rückegassen ausreichen. auch dass es vermieden werden muss, zu sehr auszulichten, da sonst vor allem eins wächst, die alles überwuchernde brombeere. der hohlweg hier im forst war ein merkmal, der andernorts unter großem aufwand geschützt wird...usw....

die stadt maxhütte wusste auf anfrage noch nicht mal, dass hier ein schutzgebiet ist, ebensowenig der vorsitzende des vereins oberpfälzer wald, der mir auch noch den rat gab, nicht alles ernst zu nehmen was in der zeitung steht....

vor ein paar wochen erging der aufruf, feuersalamander zu melden! nun...hier gibts nichts mehr zu melden..........




tandler
geschrieben am
19.03.2012 um 08:57 Uhr
Beitrag 4

Mein Kenntnisstand aus der Presse ist, dass es sich um notwendige Maßnahmen handelt, die ansonsten eine Sicherheitsgefährdung darstellen würden. Und als Landkreis würde ich das Risiko nicht eingehen, dass ein herabfallender Ast in meiner Verwantwortung einen Spaziergänger erschlägt..
Ch. Bach
geschrieben am
19.03.2012 um 19:08 Uhr
Beitrag 5

was soll man diesem Argument entgegensetzen? Bonsai-Bäume?....
Haidhofer
geschrieben am
19.03.2012 um 23:55 Uhr
Beitrag 6

*lach*
Ich wollte grad schreiben, wir sollten auch alle Weiher zuschütten, weil der Blitz einschlagen könnte; aber das hat sich nun ja erübrigt...
leser
geschrieben am
20.03.2012 um 20:05 Uhr
Beitrag 7

Moon, die Amtsstatistik der wachsenden bayerischen Waldfläche kannte ich schon. Frau Bach hat das richtiggestellt.

Jeder Grundstücksbesitzer, der Obstbäume im Garten hat, wird nicht gleich den ganzen Baum fällen, wenn ein Ast kaputt ist!!!!!

Ich bin nicht der ganz große Fachmann, aber die überwiegende Zahl an Schnittstellen der gerodeten Bäume sieht für mich nicht krank aus! Oft sieht man aber keine Schnittstellen mehr, da das ganze Wurzelwerk wirtschaftlich rentabel mit den großen Erntemaschinen mit rausgerissen wird.

leser
geschrieben am
20.03.2012 um 20:07 Uhr
Beitrag 8

guter Beitrag Haidhofer !!!!
tandler
geschrieben am
21.03.2012 um 10:22 Uhr
Beitrag 9

Also ich empfinde das Gegenargument eher lächerlich. Der Landkreis muss die Sicherheit seiner "Anlagen" gewährleisten. Das ist nicht eine Auslegungssache, sondern es gibt Gesetzte und Verordnungen und Verantwortliche Gutachter, die entscheiden welcher Baum ein "Risiko" darstellt und entfernt werden muss. Widersetzt sich derLandkreis diesen Hinweisen und es passiert dann etwas. so haften die dortigen Verantwortlichen (Beamte, Landrat,..das weiß ich nicht genau) unter Anderem auch strafrechtlich, z.B. fahrlässige Tötung etc...Bitte das richtig verstehen: ich schreie auch nicht Juhu! wenn ein Baumgefällt wird, gerade bei schönen alten Bäumen tut es mir in der Seele weh. Aber ich würde mir nicht die Schuld und das Risiko aufladen, einen laut Gutachter (Baum=kaputt) oder nach verkehrstechnischen Gründen (zu nah an Straße) zu fällenden Baum nicht zu fällen.

Würde jemand von Ihnen dieses Risiko eingehen? Wenn was passiert, jammern alle und dann heißt es: "Die Verwaltung hat schlampig gearbeitet, die Gefährdung war seit Langem bekannt"

Also bitte nicht vom hohen Ross der Moral hinunter predigen, wenn andere dafür den Kopf hinhalten müssen.
Ch. Bach
geschrieben am
21.03.2012 um 12:29 Uhr
Beitrag 10

keiner predigt hier doch moral!
unmoralisch sind für mich klagen vor gericht wegen unvernünftigen schadensersatzforderungen gegen privat und gegen behörden. kaffee zu heiß, baum zu nah am auto, biene mit stachel!
unmoralisch halte ich auch eine gesetzgebung die jedes lebensrisiko in paragrafen packt und hirnrissigen klagen stattgibt.
umwelt wird bedenkenlos geopfert für ein paranoides sicherheitsbedürfnis. vor allem wenn sich damit auch noch geld machen lässt. das ist unmoralisch.
irgendwann sitzen wir wirklich nur noch hinter panzerglas in sterile watte verpackt...ganz sicher vor restrisiken. todsicher trotzdem.
tandler
geschrieben am
21.03.2012 um 13:17 Uhr
Beitrag 11

Hallo Chr..Bach.

Ich entschuldige ich. Auf dieser Stufe, gebe ich Ihnen absolut Recht. Die Überregulierung aller Lebensbereiche nervt mich auch. Und wie "planbar" die Natur dann tatsähclich ist, zeigen uns Tsunamis und Hurricans, die die ganze menschliche Technik auf den Kopf stellen und unseren Kontrollwahn ad absurdum führen.
Jedoch meinte ich, dass es nicht den "kleinen Beamten", Privatleuten, Kommunen etc. angelastet werden kann, wenn sie das Risiko nicht eingehen, für eventuelle Regressforderungen oder gar Strafanzeigen herangezogen zu werden, sich quasi opfern. Ich gehe jedoch nach Ihrem letzten Beitrag davon aus, dass sie es auch so sehen, oder?
Ch. Bach
geschrieben am
21.03.2012 um 17:24 Uhr
Beitrag 12

ja, natürlich...und es ist ein dilemma....
Ch. Bach
geschrieben am
21.03.2012 um 17:34 Uhr
Beitrag 13

sorry....ich bin davon ausgegangen, dass leser weniger parks und öffentlichen strassenraum sondern eher naturgebiete angesprochen hat wie hecken an feldrainen, waldgebiete usw. die von heute auf morgen verschwinden...ob richtung burglengenfeld oder im umkreis von maxhütte oder speziell in den staatsforsten...als gelte es einen preis zu gewinnen für maximale abholzung....
abc
geschrieben am
21.03.2012 um 18:21 Uhr
Beitrag 14

"umwelt wird bedenkenlos geopfert für ein paranoides sicherheitsbedürfnis."
Weshalb möchten Sie dann eine breitere Straße zu Ihrem Wohnhaus???
Ch. Bach
geschrieben am
21.03.2012 um 21:10 Uhr
Beitrag 15

will ich ja nicht, wie kommen sie da drauf? weil ich sagte die strasse wäre zu eng?...ja...für eine neue siedlung!nicht immer worte im mund umdrehen und zu seinem seichs nutzen!
noch mal deutlich!
keine breitere strasse für neukappl!!!
Ch. Bach
geschrieben am
21.03.2012 um 21:27 Uhr
Beitrag 16

und ansonsten beantworte ich (ernsthafte)fragen zu neukappl nur in jenem tread
leser
geschrieben am
22.03.2012 um 19:42 Uhr
Beitrag 17

ja, ich meinte tatsächlich Gebiete wie sie von Frau Bach im Beitrag Nr. 13 angesprochen wurden.

Ich habe in Deutschland in ebenem Gelände schon Flächen gesehen, die an eine Wüstenlandschaft erinnern: endloser Horizont, die Sicht über dem kargen ausgetrockneten Boden ab und zu von Windrädern unterbrochen - kein Baum, kein Strauch. Einige Rotmilane(soweit ich weiß sind das Greifvögel)saßen auf dem Wegrand. Saßen heißt, sie haben nichts, worauf sie sich setzen können um Ausschau zu halten- die Windräder hätten für den Milan eher die Wirkung eines Fleischwolfes. Es war traurig anzusehen. Daran fühlte ich mich erinnert als ich die jüngere Entwicklung hier bei uns sah!!!

Übrigens haben mir Anwohner der oben beschriebenen Landstriche erzählt,dass es früher da sehr wohl Bewuchs aller Art gegeben hat mit Teichen zwischendrin und sich da sehr sehr viel Insekten, Lurche und Waldtiere aufgehalten haben. Aber eine Anbaufläche ohne Hindernisse läßt sich eben mit großen landwirtschaftlichen Erntemaschinen gewinnbringender bewirtschaften. Zumindest eine Zeit lang, bis der Boden für immer ausgelaugt ist....

Zum Waldgebiet allgemein: ich gehe davon aus dass Staatsbetriebe und auch private Waldbesitzer über ihre Vereinigungen haftrechtlich gut abgesichert sind. Das bitte nicht falsch verstehen - jeder der zum Beispiel durch einen herabfallenden Ast verletzt wird, ist einer zuviel - aber es ist doch klar, dass ich in einem Wald ab und zu mal nach oben schaue und ich mich nicht mit dem MP3-player per Köpfhörer mit 110 Dezibel und verzückt geschlossenen Augen beschallen lasse ;-)
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