Das Informationsportal für Maxhütte-Haidhof und Umgebung
[ alle Themen im Überblick ][ auf diesen Beitrag antworten ]
[ neues Thema eröffnen ]

Informationen zum Thread   Anzahl Zugriffe: 13968 | Anzahl Beiträge: 256
Gesellschaft,Wirtschaft,Bildung....

(offenes Thema)

Infos zum Autor
leser
geschrieben am
10.01.2012 um 14:20 Uhr
Beitrag 1

ich habe hier den letzten Beitrag aus dem Thema Dr. Plank hineinkopiert, damit jener Thread wieder voll für Fau Dr. Plank zur Verfügung steht!

Hans
geschrieben am
08.01.2012 um 20:23 Uhr
Beitrag 59

@Leser: Warum ein junger Mensch, der ein Handwerk erlernen möchte, mindestens mittlere Reife haben sollte, kann ich Ihnen gerne aus erster Hand sagen. Holen Sie sich mal HEUTE (!!) eine Hauptschüler und lassen sie ihm im Bewerbungsgespräch (Zimmererhandwerk) eine Kubatur anhand der anzahl der Hölzer mit Länge/Breite/Höhe ausrechnen...sie bekommen jede Antwort außer der richtigen und meistens nichteinmal die richtige Einheit (m³)...

Das soll aber nicht heißen das die Jugend oder die Hauptschüler immer dümmer werden, im Gegenteil..vielmehr schaut heute jedes Elternteil, das sein Kind nicht vorm existenziellen Aus sehen will, dass es mindestens die Realschule und notfalls den M-Zug an der HS besucht...Kein wunder wenn man mittlerweile für Lehrberufe wie Hebamme oder Krankenschwester schon Fachabtiur benötigt. Zurück bleibt leider nur ein kleiner Teil der seine theoretischen Defizite durch praktische Begabung wettmachen kann...

In der Regel und da bin ich hart, aber ich spreche wirklich aus Erfahrung, kann man jedoch den Großteil der Hauptschüler vergessen. Zu den fachlichen mathematischen Defiziten kommt nämlich oft auch ein quasi Nichtbeherrschen der deutschen Rechtschreibung (okay, da habe ich auch ab und an Probleme) und oft eine schlechte Erziehung, im sinne der Umgangsformen.

Der eine gibt bei der Begrüßung keine Hand, der andere grüßt garnicht oder starrt nur auf den Boden wenn er mit jemanden spricht...naja...schade..ich habe selber nur Hauptschule und dann meinen Meister und Techniker gemacht..aber das waren halt vor 30 Jahren noch andere Zeiten...
leser
geschrieben am
10.01.2012 um 14:23 Uhr
Beitrag 2

Das liest sich nicht gut und überrascht mich schon etwas. Ich gehöre zu der Generation in der man sehr wohl in der Hauptschule noch rechnen und schreiben lernte. Die aktuellen Lehrpläne kenne ich nicht, auch nicht die Qualifikation der Lehrkräfte(da ist sicher einiges schiefgelaufen im Bildungssystem). Beneiden kann ich die Lehrer und -Innen nicht immer, die Kinder von heute sind nicht mehr die von gestern! Aber auch das möchte ich nicht verallgemeinern. Das Elternhaus spielt sicher auch eine Rolle!

Respekt zolle ich jemandem, der sich ehrlich auf dem „zweiten Bildungsweg“ beruflich nach oben gearbeitet hat!! Dieser Mensch hat sicherlich auch das nötige Selbstvertrauen um sich nicht von modischen Äußerlichkeiten oder Verhaltensweisen blenden zu lassen(manchmal ist das auf den Boden schauen nur ein Ausdruck von Unsicherheit). Auch ich bin überzeugt, dass unsere Jugend nicht dümmer ist als die vor einigen Jahrzehnten- obwohl ich das Buch Generation doof gelesen habe :-).

Ich denke aber, dass es in unserer Ellbogengesellschaft immer schwieriger wird, soziale Kompetenz und Rücksichtnahme den Kindern zu vermitteln wenn sie gleichzeitig miterleben, dass man mit Egoismus und Rücksichtslosigkeit nicht so schnell „untergeht“ und sich Lernen oftnicht lohnt, da Posten oftmals nicht nach Qualifikation vergeben werden.

Zusammengefasst stimme ich denen zu, die sagen, viele Kinder sind heute bereits bei ihrer Geburt mit einem Stempel versehen und für eine Schublade vorgesehen, aus der sie schwer wieder herauskommen. Das gilt unabhängig von der Begabung und dem Willen dieser Kinder – in meinen Augen öffnen Geld und Beziehungen heutzutage viel zu viele Türen.
Günther Zait
geschrieben am
10.01.2012 um 16:55 Uhr
Beitrag 3

@Leser: Also dass sich Lernen nicht lohnt, kann man ja wohl nicht sagen.
Nie war das System so durchlässig wie heutzutage. Ich kann mich noch an meine Studienzeit erinnern...damals fing das gerade erst an, dass nicht nur Ärzte- und Anwaltskinder studierten, sondern auch Kinder "einfacherer" Leute. Heute hat man an den Unis Kinder aller Einkommens- und Bildungsschichten....
Dass beispielsweise relativ wenig Kinder von Hartz4-Empfängern studieren, liegt wohl nicht am "ungerechten" System, sondern dass dies eher bildungsferne Schichten sind, die in Hartz4 leben und ihren Kinder (trotz ausreichend freier Zeit) nicht die nötige Erziehung und Bildung zukommen lassen....wenn ich den Fernseher als Babysitter ansehe, der macht, dass meine Kinder mich nicht "nerven", bringt diese meistens auch nicht soweit, dass sie für ein Studium o.Ä. geeignet sind..
Ch. Bach
geschrieben am
10.01.2012 um 18:12 Uhr
Beitrag 4

Und woher wissen Sie, dass die Kinder von HartzIV-Empfängern ihre Kinder vor dem Fernseher parken? Wieviele kennen Sie? Nicht nur die paar Extrembeispiele,die man uns täglich als Entschuldigung für die schlechten Chancen unterprivilegierter vorführt, sondern wirklich näher!Das System kann so durchlässig sein wie es will- ich muß es mir leisten können!
Moon
geschrieben am
10.01.2012 um 18:14 Uhr
Beitrag 5

..also nach meiner Erfahrung (und ich hab da einige..) sind die Kinder heutzutage nicht dümmer als zu meiner Schulzeit..manchmal meine ich sogar dass sie schlauer sind, was aber auch am allgemein fortgeschrittenen Wissen liegen kann..

Allerdings kann ich zwischenzeitlich Handwerksbetriebe verstehen die keine Hauptschüler mehr ausbilden wollen.. (da kenn ich auch welche..):
Man kann die HS (jetzt Mittelschule) noch so schönreden..Tatsache ist doch, dass Eltern die um die "Karriere" ihres Kindes bemüht sind versuchen werden, dieses auf Realschule oder Gymnasium zu schicken!
Was bleibt dann an der HS übrig? Nur die, die nicht können und die die nicht wollen..und vielleicht ein paar Wenige andere.. (die aber später immer noch "weiter"machen können)
Und wenn man mal ehrlich ist: Wenn es theoretisch begabte Menschen gibt, gibts halt auch "anderweitig begabte".. die finden vielleicht auch noch ihren Platz!

Was ich aber in der Gesellschaft ein bischen abwegig finde, ist die Meinung, dass es z.B. für Gymnasiasten "unter ihrem Niveau" wäre, einen Handwerksberuf zu erlernen. Ich denke da muss man differenzieren und mancher Handwerker ist wahrscheinlich intelligenter als mancher Bürohengst....;-)..nur leider wird das in der Bezahlung noch nicht honoriert!


F.Glötzl
geschrieben am
11.01.2012 um 10:03 Uhr
Beitrag 6

@Ch.Bach: Es wird kein Kind aus einer Hart-4 Familie aus Geldgründen nicht aufs Gymnasium gehen...Und im Studium ist für diese Kinder besser gesorgt als für manch andere deren Eltern arbeiten gehen...Befreundet bin ich mit keinem Hartzler, aber kennen tu ich doch einige..und die passen extrem gut, in dieses Vorurteilsbild.....warum wären sie sonst Hartz4-Empfängern..mhmm?
leser
geschrieben am
11.01.2012 um 11:06 Uhr
Beitrag 7

gibt es sicherlich -


aber auch viele, die in mittlerem Alter vom Arbeitgeber "freigesetzt" wurden und keine Chance mehr haben, eine Arbeit zu finden -mit vierzig zu alt!!??

Diese unsägliche Verallgemeinerungen :-(
leser
geschrieben am
11.01.2012 um 11:14 Uhr
Beitrag 8

Moon,

lese ich da zwischen den Zeilen den alten Zwist zwischen Hand- und Kopfarbeitern? ;-))

Beide sind wichtig denke ich - langsam begreifen das sogar die Gewerkschaften,obwohl es eine viel zu späte Einsicht ist. Die naiven Arbeitnehmer lassen sich einfach durch dieses Auseinanderdividieren besser unter Kontrolle halten...
leser
geschrieben am
11.01.2012 um 11:37 Uhr
Beitrag 9

Günther Zait,

in Antwort auf:
@Leser: Also dass sich Lernen nicht lohnt, kann man ja wohl nicht sagen.
Nie war das System so durchlässig wie heutzutage. Ich kann mich noch an meine Studienzeit erinnern...damals fing das gerade erst an, dass nicht nur Ärzte- und Anwaltskinder studierten, sondern auch Kinder "einfacherer" Leute. Heute hat man an den Unis Kinder aller Einkommens- und Bildungsschichten....
____________________________


Ich mache das nicht allzu gern, Links zu setzen und auf die Ergebnisse von Überlegungen und Untersuchungen anderer hinzuweisen um meine Aussagen zu untermauern. In diesem Fall aber doch, das Thema ist zu wichtig – diese Studie von einem bestimmt nicht gewerkschaftsnahen Institut zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen Herkunft, Armut und Bildungszugangsmöglichkeiten!

Bertelsmann Stiftung veröffentlicht Index –
Armutsvermeidung und Bildungszugang sind Problemfelder
Soziale Gerechtigkeit – im OECD-Vergleich liegt Deutschland weit hinter Möglichkeiten…..

weiterlesen:
www.das-marburger.de/2011/01/bertelsmann-stiftung-veroffentlicht-index-%E2%80%93-armutsvermeidung-und-bildungszugang-sind-problemfelder/


Günther Zait
geschrieben am
11.01.2012 um 12:02 Uhr
Beitrag 10

@Leser:
Man muss da differenzieren. Ich habe nicht behauptet, dass es Unterschiede aufgrund der Herkunft gibt, dass z.B. Hartz-4-Kinder seltener studieren als Zahnarzttöchter. Jedoch muss man da schon die Hintergründe befragen. Es muss nicht immer zwanbgsläufig am System liegen, wenn ein Kind z.B. nicht studiert, es kann auch "familieninterne" Ursachen haben.

Prinzipiell behaupte ich, dass IM DURCHSCHNITT berufstätige Akademikereltern Ihren Nachwuchs besser auf ein Studium vorbereiten / ihn daraufhinführen als es ein Hartz4Empfänger ohne Berufsausbildung tut.....
....behaupte ich jetzt mal.

Eine etwas härtere Meinung vertrete ich in Bezug auf
"aber auch viele, die in mittlerem Alter vom Arbeitgeber "freigesetzt" wurden und keine Chance mehr haben, eine Arbeit zu finden -mit vierzig zu alt!!??"

Hierbei ist zu sagen, dass nach meiner Ansicht, jeder selbst eigenverantwortlich dafür ist, seinen "Makrtwert am Arbeitsmarkt" zu erhalten. Beispiel..ich habe Dachdecker gelernt und arbeite in einem Dachdeckerbetrieb...mit 50 werde ich entlassen und finde keinen neuen Job mehr...Wenn das so ist, dann frage ich: Warum hast du nicht im Laufe Deiner bisherigen 34 Jahre eine Zusatzausbildung gemacht? Dich fortgebildet? Dein Abitur im Abendstudium nachgeholt? Einen Meister gemacht? Undundund..Jeder ist FÜR SICH SELBST VERANTWORTLICH. Zu sagen: So jetzt bin ich was und das mache ich jetzt 50 Jahre bis zur Rente reicht nicht!

Harald
geschrieben am
12.01.2012 um 19:55 Uhr
Beitrag 11

Respekt, endlich mal jemand der das Kind beim Namen nennt. Genau! Es gibt keine "Anrecht" darauf, dass einem die Gesellschaft immer den Beruf vorhält, den man gerade machen möchte. Jeder muss sich im Laufe seines Lebens fortbilden und dadurch auch weiterentwickeln...wie heißts so schön "Stillstand ist Rückschritt* Ich habe das übrigens genauso so gemacht und habe mich stets fortgebildet und mit 45 sogar nochmal ein Aufbaustudium begonnen!
leser
geschrieben am
13.01.2012 um 14:31 Uhr
Beitrag 12

@G.Zait,
falls ich da jetzt etwas missverstanden habe, bitte korrigieren:
zunächst freut es mich dass differenziert wird. In deinem Beitrag vom10.1. 16.55 Uhr schreibst du, dass „beispielsweise relativ wenig Kinder von Hartz-IV-Empfängern studieren….“ Im Beitrag vom 11.1. 12.02Uhr schreibst du, „ich habe nicht behauptet, dass es Unterschiede aufgrund der Herkunft gibt, dass z.B. Hartz-IV-Kinder seltener studieren als Zahnarzttöchter..“ Im nächsten Satz heißt es „jedoch muss man da schon Hintergründe befragen. Es muss nicht immer zwangsläufig am System liegen, wenn ein Kind z.B. nicht studiert, es kann auch familieninterne Ursachen haben“.

Ja, was denn nu? Scheinbar auch durch die von mir hingewiesene Bertelsmann-Studie beeinflusst wird jetzt „differenziert“(ist auch eines meiner Lieblingsworte) und es besteht offensichtlich Zustimmung zu meiner und auch von Ch. Bach gemachten Behauptung, dass es zwar schön ist, wenn es ein durchgängiges System beim Bildungszugang gibt, es eben aber in der Realität doch nicht für jeden offen steht(siehe auch Studie)!Oder unterstelle ich da jetzt etwas? :-)

Grundsätzlich :ich argumentiere und antworte schon auf sachliche Beiträge, aber wenn ich zu der Überzeugung gelange, dass hier jemand aus Freude an der Rhetorik Beiträge einsetzt, innerhalb kurzer Zeit widersprüchliche Behauptungen aufstellt, dann erlahmt meine Begeisterung, darauf zu antworten. Bitte das nicht als Überheblichkeit auffassen, aber ich stehe schon ein paar Jahre im Leben und Beruf und da möchte ich die verbliebene Zeit etwas sinnvoller verbringen als seitenlange „Rechtfertigungsbeiträge“ zu schreiben. Obwohl mal jemand hier im Forum behauptet hat, es gibt Leute, die nichts anderes zu tun haben, als den ganzen Tag im Forum zu sitzen statt ordnungsgemäß arbeiten zu gehen!!! :-))

Zu der lebenslangen beruflichen Fort- und Weiterbildung(auch als Antwort auf Harald): das hört sich wie ein Litaneikredo von so genannten „Bildungsträgern“ an, die seit längerer Zeit mithilfe der Politik und sogar der Mitwirkung von Gewerkschaften ein sehr einträgliches und risikoloses neues Geschäftsfeld bearbeiten.
Das wäre jetzt aber ein neues umfangreiches Thema. Nach meiner Meinung lernt doch jeder, der am „Arbeitsleben“ teilnimmt, mehr oder weniger täglich dazu(auch der am Fließband stehende muss zum Beispiel lernen, sich an die Umstellung der Produkte oder Prozesse oder sich ändernde Bandgeschwindigkeiten anzupassen).Es verdient Respekt, in „fortgeschrittenem Alter“ noch eine diplomierte Ausbildung zu beginnen, da müssen aber die Rahmenbedingungen schon auch passen. Ich kann nicht voraussetzen, dass die Mehrheit in der glücklichen Lage ist, finanziell „ohne Sponsoring“ ein längeres Studium durchzuhalten. Ein berufsbegleitendes Studium ist zum Beispiel bei einer vorhandenen Familie neben der finanziellen schon eine sehr hohe psychische Belastung und wird nicht von jedem Arbeitgeber(Konkurrenz zum Chef oder Vorgesetzten?!) honoriert und sich vermutlich auch bei einem erforderlichen Arbeitgeberwechsel irgendwie verschlüsselt im Arbeitszeugnis als nicht immer förderlich wieder finden. Anders sieht es vielleicht bei Leuten aus, die von der Firma zum Beispiel zu Weiterbildung geschickt werden, die Kosten von der Firma übernommen werden, eventuell sogar Firmenvertreter in Prüfungskommissionen sitzen- da spielt dann vielleicht die Eignung oder Befähigung nicht die entscheidende Rolle… oder Beamtenhochschulen…. oder guttierte Doktoren….:-))

Wie gesagt, ich sehe das nicht so in Schwarz- oder Weißbildern, es gibt sehr viele Grautöne dazwischen. Man könnte ja auch mal sehr provokant fragen, warum zum Beispiel bei Amok laufenden Jugendlichen(mit Schusswaffengebrauch) der Anteil aus gut situierten Familien zumindest in meinen Augen erstaunlich hoch ist(Provokationsende!!)
Ch. Bach
geschrieben am
13.01.2012 um 18:36 Uhr
Beitrag 13

ich provoziere noch ein bißchen weiter...ich habe das gefühl, dass intelligenz inzwischen eine untergeordnete rolle spielt. wichtiger sind ellenbogen, eine gehörige portion egoismus, ein beruf mit viel einkommen und noch mehr prestige...dann hat sohn/tochter das abi schon so gut wie in der tasche.

und bevor hier jemand wieder mit groß- oder kleinschreibung kommt die ich doch erst mal lernen sollte: die schrift mit großen majuskeln stammt aus dem barock, schon grimm war anhänger der konsequenten kleinschreibung, ebenso die mitglieder des bauhauses und viele andere gruppen der moderne....und ich eben auch.
Günther Zait
geschrieben am
15.01.2012 um 11:40 Uhr
Beitrag 14

Also, nochmal zur Klarstellung meines Standpunktes:
Bezugnehmend auf die genannte Studie habe ich es anerkannt, dass wohl die soziale Herkunft auch auf die Bildung und den beruflichen Werdegang der Kinder haben kann.

Somweit sind wir uns ja einig. Jedoch führen die einen dies auf ein barbarisches, ungerechtes, undurchlässiges System zurück, in dem Kinder aus Hartz4-Familien kaum Chancen haben.

Ich dagegen sage, dass ich unser System für sehr durchlässig halte. Ich kenne genügend Beispiele dafür.
Nur ist es so, dass nicht nur das "böse System" daran Schuld hat, wenn es zu so einer Entwicklung kommt. Die Menschen in diesem System sind die maßgeblichste Komponente überhaupt.

Wenn mir heute ein guter Freund der Hauptschullehrer ist erzählt, dass er allein in seiner Klasse 10 Kinder aus Hartz-4-Familien hat, also fast die Hälfte und erzählt er mir dann weiter, wie auch deren Eltern die "Wichtigkeit" der Ausbildung einstufen ist das erschreckend. Und das sind jetzt keine durchs Fernsehen aufgekochten Vorurteile, das ist ein Lagebericht vor Ort:

- Kinder stören vermehrt den Unterricht, bei angedrohten Maßnahmen wie Nachsitzen melden sich sofort die empörten Eltern bei der Schulleitung, anstatt zu fragen, ob dies eventuell gerechtfertigt ist

- gleiche Eltern nehmen aber niemals an Elternsprechtagen teil oder nehmen sich die Mühe trotz schlechtester Noten in allen Fächern mal zu einer Sprechstunden zu kommen oder den Kontakt zur Schule von sich aus zu suchen..

In vielen (nicht allen) Familien wird seitens der Eltern das "Hartzen" als regulärer Lebensentwurf vorgelebt, da können jetzt linke Weltverbesserer sagen was sie wollen....
Moon
Mitbuerger@gmx.net
geschrieben am
15.01.2012 um 13:56 Uhr
Beitrag 15

@ Ch.Bach: Sie haben sicher Recht insofern, dass der Status der Eltern eine Rolle bei der "Karriere" der Kinder spielt...aaaber: War das nicht schon immer so?
Das wird auch kein noch so gutes System abschaffen können, dass Vitamin B ein Erfolgsfaktor ist! Ich kann aber aus eigener Erfahrung sprechen, wenn ich darauf hinweise, dass unser System so durchlässig ist wie noch nie!

Ich stimme auch meinem Vorschreiber Hr. Zait in vollem Umfang zu!

Es hat aber halt eben schon immer schlaue und weniger schlaue Menschen gegeben, nur dass die Letzteren jetzt ihren mangelnden gesellschaftlichen Erfolg dem System zuschreiben können und trotzdem mehr recht als schlecht leben ...
Mangelder beruflicher+ gesellschaftlicher Erfolg hat natürlich keinesfalls etwas damit zu tun, dass man es nicht mal zum Quali gebracht hat, mehrere Lehren abgebrochen hat oder gar mit 19 das zweite Kind bekommt ...daran ist das System schuld!
Wann wird man den Sinn von "Jeder ist seines Glückes Schmied" eigentlich begreifen?
leser
geschrieben am
16.01.2012 um 21:38 Uhr
Beitrag 16

@Günther Zait,

bitte nochmals die Studie der Bertelsmannstiftung lesen. Darin wird auch ziemlich deutlich auf die Ursachen der sozialen Schieflage und fehlender Chancengleichheit beim Bildungszugang und im Arbeitsmarkt in Deutschland hingewiesen!! Die reale Umsetzung der Durchlässigkeit, die von dir und Moon so hoch in den Himmel gelobt wird, genau die wird hier durch Untersuchungen stark bemängelt.
In meiner Schulzeit konnten sich fast alle Lehrkräfte beiderlei Geschlechts schon durchsetzen… ;-)) obwohl es da auch nicht nur lammfromme Schüler/Innen gab…

Es ist zwar nicht zu begrüßen, wenn Eltern bei Problemen ihrer Kinder nicht Kontakt mit dem Lehrkörper aufnehmen, aber ebenso wenig würde ich es begrüßen, wenn sich nach einem Besuch oder Kontaktaufnahme von Eltern plötzlich der Notenschnitt ihres Kindes sehr zeitnah um mehrere Stufen verbessern würde, wenn Schüler nach einem vertraulichen Gespräch zwischen Eltern/Kontaktperson und Schulvertreter/Behördenperson ein unter normalen Umständen nicht erreichbares Abitur hinlegen würden. Man muss dabei immer bedenken, dass die Mitschüler genau die Leistungsfähigkeit ihrer Lernbrüder/-schwestern beurteilen können und sich sicherlich wundern würden.

Sinngemäße Aussage aus „Handwörterbuch zur Gesellschaft Deutschlands-2. Auflage“: die Privilegierten nutzen die leicht zugänglichen Dienste der Berater und Juristen um sich weiter zu bereichern. Dies und der inzwischen große Einkommensanteil aus Vermögenserträgen ist der Nährboden für Kriminalität. Jugendliche ohne Zukunftsperspektiven rotten sich zusammen, Rechtsextreme bekommen Zulauf. Im Glauben an Liberalisierung, ewigen Wachstums und Deregulierung wird das System der sozialen Sicherung zerstört, weltweit werden(Globalisierung) Voraussetzungen zu mehr Armut und Elend mit entsprechender Konfliktgefährdung geschaffen.

Erstaunlich ist, dass die Ausgabe etwa um 2001 erschienen ist – kein vernünftiger Mensch kann bestreiten, dass die Wirklichkeit inzwischen diese düsteren Vorhersagen übertroffen hat(Finanzcrash, EU-Krise, Korruption, Steuerflucht, Bankenmisere, Börsenspekulation, Gammelfleisch,Insidergeschäfte, Extremradikalismus..)

In vielen(nicht bei allen an diesem System profitierenden) Familien wird das Vorteilnehmen, das Korrumpieren und Alles mit Geld kaufen als reguläres erfolgreiches Ziel vorgelebt , da können jetzt reaktionäre Liberalisten sagen was sie wollen…..


Moon,

Beruflicher und gesellschaftlicher Erfolg hat natürlich keinesfalls und niemals damit zu tun, dass mit Unterstützung einflussreicher Eltern und vernetzter Kreise ein gehobener Schulabschluss, ein Studium, ein Doktortitel oder eine Lehrstelle, eine lukrative Arbeitsstelle oder ähnliches winkt. Diese Erfolgsmenschen sind schlauer und viel intelligenter als andere und haben an ihrem Erfolg mit eigenem Schweiß geschmiedet!!!!!
Ich hoffe, wir werden uns bei anderen Themen wie zum Beispiel früher bei den Feuerwehren für jeden Ort wieder einig. Hier scheint das nicht möglich zu sein und ich überlasse die Beurteilung den Lesern.


Moon
geschrieben am
16.01.2012 um 22:39 Uhr
Beitrag 17

@ Leser: Alles was du geschrieben hast, ist nicht von der Hand zu weisen!
Im Gegenteil: Natürlich (ich hab das auch vorher schon erwähnt) gibt es einflußreiche Menschen, deren Status und Vermögen es zulassen, dass deren Kinder ebenfalls wieder in die Upper-Class aufsteigen! Das hat es schon immer gegeben und wird es immer geben. Das ist auch bei den "Kleinen" ähnlich, da besorgt der Papa dann halt dem Kind eine Lehrstelle beim eigenen Arbeitgeber oder einem befreundeten Arbeitgeber etc. etc..
Ich wollte das natürlich NICHT gutheissen und ich finde den Protektionismus dieser Klasse genau wie Du zum kotzen!
Aber ich halte es nur (wie auch einige meiner Vorschreiber) für zu kurz gegriffen, diesem Oligarchiesystem allein die Schuld für den Mißerfolg derer zuzuschreiben, die nicht über Connections verfügen.
Wer sich anstrengt und eine Lebens- und Berufsstrategie hat, wird es auch zu einem gewissen Wohlstand bringen..wer sich aber (und wie bereits erwähnt, kenne ich da einige Beispiele ) konsequent ab Kindesalter durchhängen lässt (bzw. die Eltern dort nicht eingreifen) der fällt langfristig eben auf die Schnauze!
Und diese Leute sind da die ersten, die über die böse Gesellschaft schimpfen!
Und da kann ein noch so durchlässiges System nichts daran ändern!
Nicht alle, die heute zum Mittelstand zählen, stammen aus Mittelstands-Elternhäusern!

Ch. Bach
geschrieben am
17.01.2012 um 19:05 Uhr
Beitrag 18

@moon
bis vor ein paar jahren hätte ich dir recht gegeben...
es ist ja nicht nur das geld der eltern, das hilfreich ist. ohne jetzt irgendeinem lehrer absicht unterstellen zu wollen, aber die erwartungshaltung ist, vermutlich oft unbewusst, eine andere...sowohl an schüler als auch an eltern. und jeder kennt doch inzwischen dieses phänomen: was ich, wenn auch unterschwellig oder unbewusst erwarte wird eintreffen. ein psychologisches wechselspiel aus dem es sehr schwer ist auszuscheren...
grob gesagt, bei zwei gleich begabten schülern aber mit unterschiedlicher herkunft wird es der sozial schwächere auf jeden fall schwerer haben
....und nicht alle sind mental stark genug sich auf dauer dagegen durchzusetzen...
...und wieviel soziale kälte inzwischen herrscht macht dieses forum schon oft sehr deutlich....
Moon
geschrieben am
17.01.2012 um 20:58 Uhr
Beitrag 19

@ Ch.Bach:
..ich geb Ihnen völlig Recht! Mit ziemlicher Sicherheit hat es der sozial Schwächere schwerer, auch speziell was Ihre angesprochene "self fulfilling prophecy angeht"..

Ich glaube auch, dass wir teilweise hier aneinander vorbeireden.
In irgendeinem Beitrag hab ich es schon mal angesprochen: Das größte Manko der "Kleinen" gegenüber den "Großen" ist, dass die zusammenhalten, die Kleinen jedoch nicht! Mit "zusammenhalten" meine ich genau die, von Leser angesprochene Netzwerkbildung die auch den Kindern der "Großen" ermöglicht, wieder in die Upper class nachzurücken.
Mit "Kleinen" meine ich den Mittelstand, die Arbeiter und Angestellten, Handwerker und Beamte!
Wenn aber schon die Großen es schaffen, Ihren Anteil am Gemeinwesen möglichst gering zu halten (fragt sich wer solche Gesetze macht..) dann müssen aber doch diese genannten Mittelständler nicht auch noch von leistungsunwilligen "Kleinen" ausgesaugt werden, oder ?
Das von mir gewünschte "Zusammenhalten" bedeutet doch auch, zusammen etwas leisten!
Und genau wie ich steuerhinterziehende "Reiche" für untragbar halte, geht es mir mit arbeits- denk- und lernscheuen "Armen"!

Das hat m.E. auch nichts mit sozialer Kälte, sondern mit Gerechtigkeit zu tun!

Ch. Bach
geschrieben am
17.01.2012 um 22:49 Uhr
Beitrag 20

.....vieleicht liegt unser verständnisproblem daran, dass ich persönlich mich eben nicht vom hartzIV-empfänger sondern von einer geld- und machtgeilen "upper-class" ausgesaugt, missbraucht und benutzt fühle?...........
Phillip
geschrieben am
17.01.2012 um 23:34 Uhr
Beitrag 21

Einfach mal die Hartz4-Zahlungen streichen, dann sieht man schon, ob manche Leute wirklich keine Arbeit finden können.....
Facepalm
geschrieben am
18.01.2012 um 04:36 Uhr
Beitrag 22

Tolle Idee! Dann freu dich schon mal auf die steigende Kriminalitätsrate (Eigentumsdelikte, organisierte Kriminalität etc.) und die folgenden Randale, die ein derart durchdachter Vorschlag nach sich ziehen würde...
Phillip
geschrieben am
18.01.2012 um 18:49 Uhr
Beitrag 23

Toll, sollen wir uns jetzt auch noch von diesen Faulenzern erpressen lassen, so nachdem Motto: Zahlt oder es gibt Ärger??
SoSo
geschrieben am
19.01.2012 um 10:33 Uhr
Beitrag 24

Man muss sich eben daran gewöhnen, daß es neben sehr fleißigen Menschen auch arbeitsscheue Menschen gibt. Nicht umsonst gibt es den Begriff "Hartz 4 Dynastien".

Auf einer anderen Internetseite habe ich gelesen, dass eine Familie mit zwei Kindern bis zu 2700 Euro Hilfe bekommen kann. Darin sind alle Leistungen wie Miete, Zigarettengeld, Wasser, Strom usw. enthalten.

2700 Euro verdient nicht jedes Ehepaar mit zwei Kindern, vor allem wenn ein Elternteil nur Teilzeit arbeitet, um sich auch noch um die Kindererziehung zu kümmern.

Bevor man sich krumm und buckelig arbeitet, ist es in so einem Fall vielleicht doch angenehmer und einfacher, zu hartzen.

Ganz zu schweigen von den Vorteilen, wie kostenlosen Rechtsbeistand mit der Möglichkeit, zu prozessieren, usw.
Hub
geschrieben am
19.01.2012 um 11:50 Uhr
Beitrag 25

Kann mich Soso nur anschließen...wenn es solche Konditionen gibt, dass sich arbeiten nicht mehr lohnt, dann weiß ich auch nicht...darum: Hartz4 endlich kürzen!Es kann nicht sein, dass der Staat überhaupt Alkohol oder Zigaretten bezahlt. Auch wenn er es nicht direkt macht...bleibt noch (wie offensichtlich)Geld für sowas übrig, dann muss man sich schon fragen, ob nicht andere Beträge zu hoch angesetzt sind.
Ch. Bach
geschrieben am
19.01.2012 um 12:53 Uhr
Beitrag 26

offensichtlich war noch nicht einer von euch in der situation, hartz beantragen zu müssen, sonst wüsstet ihr dass diese zahlen utopisch sind! kein amt zahlt dir deine zigaretten, auch nicht den strom, nicht das telefon, aber ja, es bleibt dir überlassen was du mit deinen 345 euro anfängst!
die, die jetzt so plärren von wegen faulenzer können selber ganz schnell in der lage sein...firma pleite, du über 50, vielleicht nicht mehr ganz so fit und firm...und dann geh mal aufs schwandorfer arbeitsamt!...und du wirst überrascht sein, wieviele bekannte du da triffst!leute wie ihr, die im leben nicht zugeben würden, stütze beantragen zu müssen!
...aber müssig da drüber weiter zu diskutieren, ihr braucht einen sündenbock für die schlechte wirtschaftliche lage, die politiker und die regenbogenpresse liefern ihn euch, mal sind es asylanten, mal arbeitslose, morgen vielleicht die rentner die sich weigern mit 70 abzukratzen...
es ist leichter mit dem finger auf andere zu zeigen, als auch nur einmal wirklich nachzudenken über ökonomische und politische zusammenhänge...
SoSo
geschrieben am
19.01.2012 um 13:27 Uhr
Beitrag 27

Wo bleibt der Anreiz für sich selbst wieder den Lebensunterhalt zu bestreiten, wenn die arbeitende Gesellschaft dafür aufkommen soll, dass man ein komfortables Sorglos-Rundumpaket erhält.

Und was ist das: Der Fall Arno Dübel - Seit 30 Jahren arbeitslos
http://www.youtube.com/watch?v=pypwopo3BD0
Hub
geschrieben am
19.01.2012 um 13:33 Uhr
Beitrag 28

@ChBach: Das ist ja das nächste Problem, dass sie ansprechen...natürlich ist es nicht so, dass ich verlange, dass Rentner mit 70 Jahren sterben....Ich will ja selbst mal steinalt werden. Aber das Problem ist doch, dass in Zeiten als das System eingeführt wurde, niemand davon ausgehen konnte, dass die Menschen im Schnitt 10 Jahre länger leben...Das aktuelle System ist nich dafür ausgelegt, dafür kann niemand was und es ist gut, wenn wir so alt werden, aber trotzdem muss man die Lage erkennen. Un darum bin ich ein Verfechter, der Rente mit 67 oder 70..nicht weil ich die bösen alten Leute ärgern und später in Rente gehehn lassen möchte...sondern weil ich - und das sind die 2 anderen Alternativen- auch nicht die Rente kürzen möchte, oder die bis jetzt schon mit Abgaben überzogenenen Arbeitnehmer mit höheren Beiträgen knechten möchte...
Und bitte kommen Sie mir jetzt nicht, mit diesen sozialsitischen "Nimms-den-Reichen-gibs-den-Armen"-Klischees....Natürlich braucht niemand 100 Wohnungen und 3 Ferraris.. (als Beispiel) aber zu einem System, dass sich durch Ehrgeiz und dem Bestreben sich von den anderen absetzen zu können nährt, gehört es halt auch, dass es Leute gibt, die mehr haben als sie benötigen....das aber das "Alternativ"-Syste, Sozialismus nicht funktioniert hat, haben wir ja alle an unzähligen Beispiel erleben dürfen..
SoSo
geschrieben am
19.01.2012 um 17:43 Uhr
Beitrag 29

Es gibt ein schönes Zitat von John F. Kennedy:

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

"Frage Dich nicht was der Staat für Dich TUN kann, sondern frage, was Du für den Staat/die Gesellschaft TUN kannst!"

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Dieses ganze sozialistische und linke Geschwätz, das darauf aufbaut, Neid zu schüren und unmögliche Anspruchshaltungen zu wecken, empfinde ich als beschämend.

Solche Forderungen klingen für mich so, als würde jemand sagen: "Gebt mir mehr und wie ist mir egal, Hauptsache mir geht's besser!!! Ob der andere enteignet wird oder ob der andere noch mehr Überstunden leisten muss, ist mir dabei vollkommen egal."

Ich hoffe inständig für meine Kinder, dass Deutschland ein Land bleibt, in dem sich Leistung, Ausdauer und Tüchtigkeit ausbezahlt macht und nicht zu einem Land verkommt, in dem man lieber nach dem Staat schreit und die Einstellung hat: Nach mir die Sinnflut.

Und natürlich muss armen Menschen, egal ob krank, alt oder sonst was geholfen werden. Diese moralische Verpflichtung hat eine reiche Gesellschaft aber sicher nicht das Unterstützen von Arbeitsscheuen, Sozialbetrügern, Schwarzarbeitern, usw.
Der Greis
geschrieben am
19.01.2012 um 17:52 Uhr
Beitrag 30

*Zynismusmodus an*
Juhu, Rente mit 70! Das wird lustig, wenn 70jährige mit 30tonnern durch unsere Ortschaften brettern oder wenn ein 70jähriger Bademeister Leute vor dem Ertrinken retten soll. Oder wie wärs mit 70jährigen Fluglotsen? Leute, hört doch mal auf mit diesem plakativen Unsinn! Kein Mensch arbeitet doch mehr bis zum Erreichen des regulären Rentenalters! Bzw. nur noch die allerwenigsten. Die meisten melden sich doch ohnehin vorher mit irgendwelchen Wehwehchen ab. Versteht mich nicht falsch, ich gönne jedem seinen verdienten Ruhestand, aber solche Forderungen von wegen Renteneintrittsalter erhöhen, sind doch ohnehin nichts anderes als Beruhigungspillen fürs Volk.

Schon lustig, da wagt es hier jemand (Ch.Bach), darauf hinzuweisen, dass jedem mal Hartz4 blühen könnte und dass das nicht besonders lustig ist, und schon kommt ihr hier wieder mit der Sozialismus-Keule und Abstrusitäten wie Arno Dübel oder Florida Rolf.

Bevor ihr jetzt auf mich losgeht, nehmt bitte eins noch zur Kenntnis: Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie staatliche Transferleistungen in Anspruch genommen, bin also definitv kein Betroffener. Genausowenig bin ich ein Sozialist, Kommunist oder ähnliches. Mir geht es lediglich darum, dass eine Diskussion auf BILDzeitungsniveau hier niemanden, aber wirklich niemandem weiterhilft (ausser der FDP vielleicht...). Wenn ihr hier schon auf die sozial schächsten der Schwachen losgeht, dann kommt bitte wenigstens mit ordentlichen Argumenten. Dürfte doch nicht so schwer sein, diese Leute unter den Tisch zu diskutieren, wenn diese doch alle so bildungsfern sind, wie hier von manchen Leuten immer wieder betont wird... *Zynismusmodus aus*
Oh mei, oh mei
geschrieben am
19.01.2012 um 18:48 Uhr
Beitrag 31

@SoSo Leben Sie wirklich nach der Maxime, dass Sie fragen, was Sie für den Staat tun können und nicht umgekehrt? Verzichten Sie bewusst auf steuerliche Vorteile? Erbringen Sie ehrenamtlich gemeinnützige Arbeit, die dem Staat zu Gute kommt? Verzichten Sie bewusst auf Fördergelder (Solarförderung, Kindergled etc.), die Ihnen vielleicht zustehen? Leisten Sie freiwillige Spenden an staatliche Einrichtungen? Wenn ja: Großen Respekt! Wenn nein, dann sparen Sie sich solche Zitate lieber. Wir brauchen hier vieles, aber definitiv nicht noch mehr Meister der Doppelzüngigkeit...
SoSo
geschrieben am
19.01.2012 um 20:04 Uhr
Beitrag 32

Die Mehrheit hat sehr wohl ein Interesse daran, dass es dem Staat gut geht.

Weshalb hat denn die FTP so viele Stimmen verloren? Ich werde es Ihnen gerne sagen:

Weil die Mehrheit keine Interesse an Steuersenkungen hat. Die Mehrheit möchte, dass der Staatshaushalt erstmal saniert wird und erst dann kommen die eigenen Finanzen.

Aber klar, wer nur gerne von anderen nimmt, versteht so was nicht.
Moon
geschrieben am
19.01.2012 um 21:24 Uhr
Beitrag 33

@ Oh mei....

...also sorry, aber das ist ja wohl die übelste Tatsachenverdrehung die ich hier seit langem gelesen habe.
Wenn ich etwas "für den Staat tue" dann doch als Arbeitnehmer meine Steuern,Sozialabgaben etc.zu entrichten, die das Gemeinwesen finanzieren und aufrecht erhalten.
Deswegen muss doch keiner auf Leistungen (Kindergeld, Förderungen etc.)die ihm zustehn verzichten!

Ich seh die Sache allerdings anders, wenn der Leistungsempfänger (von eben diesem Gemeinwesen) für den Staat noch nie etwas leisten musste und das ganz offensichtlich auch konsequent verhindert!
Und da meine ich den faulen Hartzer genauso wie den steuerflüchtigen Millionär!

Ein Team kann doch nur dann funktionieren, wenn alle mitziehen!

Oh mei, oh mei
geschrieben am
19.01.2012 um 22:01 Uhr
Beitrag 34

@Moon: Also dass ich meine Steuern und Sozialbeiträge zahle, ist doch wohl selbstverständlich! Schließlich nutze ich auch die Infrastruktur, die der Staat uns dafür hinstellt. Aber ich gehe doch nicht arbeiten, weil ich damit dem Staat etwas gutes tun will (bzw. weil ich mich frage "Was kann ich für den Staat tun?"). Ich mache das, weil ich irgendwie meinen Lebensunterhalt bestreiten muss. Ich bekomme kein Geld von irgendwelchen Ämtern, weil mir das auch gar nicht zustehen würde (ich bin ja nicht arbeitslos!!). Aber machen wir uns nix vor: Wenn "meine" Branche vor die Hunde gehen sollte, stehe ich genauso vor der Arbeitslosigkeit wie ein paar Millionen andere auch. Falls ich mich ein wenig im Ton vergrifen haben sollte, möchte ich mich dafür ausdrücklich entschuldigen (wobei ich sicher keinen beleidigen wollte und dies ja auch nicht getan habe). Aber mal ehrlich: Wer von uns fragt sich schon wirklich "Was kann ich für den Staat tun" und tut dann auch etwas konkretes? Also bitte! Genauso gibt es unter den Arbeitslosen unzählige Menschen, die sich nicht sagen "Was kann der Staat für mich tun?", sondern die sich in Grund und Boden schämen und sich nichts sehnlicher Wünschen, als wieder einen ordentlichen Job zu finden. Sicher kann man vielen davon vorwerfen, dass sie sich in der Vergangenheit nicht genug Qualifikationen angeeignet haben, aber nun ist das Kind eben schon mal in den Brunnen gefallen.

Und da ich mich eh schon unbeliebt gemacht habe, setze ich gleich noch einen drauf: Wer regt sich eigentlich über all die Übergewichtigen, all die Raucher oder Alkoholiker auf? Diese Gruppen verursachen ebenfalls enorme finanzielle Schäden in unseren Sozialsystemen sowie bei Arbeitgebern und Krankenkassen. Aber darum schert sich kein Mensch. Zumindest nicht öffentlich.

Ich selbst beziehe keine Gelder vom Staat, aber wenn ich zB an meinen Nachbarn denke, der jetzt seit ein paar Monaten arbeitslos ist und dann solche Sachen hier lese, wird mir einfach nur schlecht. Der gute Mann hat keine Freude mehr am Leben, haut jeden Monat 30 Bewerbungen (bundesweit) raus, aber er findet ums Verrecken keinen Job in seiner Branche. Jaja, ich weiß, dann soll er halt putzen gehen und nicht so hohe Ansprüche stellen, aber mal ehrlich: so lange man nicht selber drinsteckt, ist das auch leicht dahingesagt.
Oh mei, oh mei
geschrieben am
19.01.2012 um 22:11 Uhr
Beitrag 35

@ SoSo: Wieso hat denn Gerhard Schröder seine letzte Wahl verloren? In erster Linie doch deshalb, weil seine Anhängerschaft nicht bereit war, die vielen Einschnitte ins soziale Netz mitzutragen (Rente mit 67, Hartz4-Reform, Gesundheitsreform etc). So übermäßig hoch scheint mir das Interesse der Deutschen am Staatshaushalt nicht zu sein... Bei finanziellen Dingen ist sich doch erfahrungsgemäß jeder selbst der nächste. Mag sein, dass viele Leute durchaus das Gemeinwohl über das persönliche Wohl stellen, aber eine klare Mehrheit kann ich da ehrlich gesagt nicht erkennen!
Der Greis
geschrieben am
20.01.2012 um 01:51 Uhr
Beitrag 36

@ soso
Ich sehe es eigentlich genau anders herum: Die FDP hat vor der Wahl massive Steuererleichterungen versprochen und damit ihr bestes Ergebnis aller Zeiten eingefahren! U.a. auch deshalb weil diese Versprechungen nicht mal ansatzweise eingehalten wurden, laufen denen nun die Wähler in Scharen davon.
Hub
geschrieben am
20.01.2012 um 12:53 Uhr
Beitrag 37

Ich glaube grundsätzlich verfolgen wir alle das gleiche Ziel. Unser Sozialsystem soll:
- die Leute auffangen, die in Not geraten
- nicht zum Ausnutzen einladen
- finanzierbar bleiben
- richtige Anreize schaffen
-...

Doch hier treffen einfach zwei Glaubensrichtungen aufeinander...(ich sage nicht, dass eine flsch und die andere richtig ist)

Die einen sehen es - eher mitfühlender- aus der Sicht eines Betroffenen, welches Schicksal er durchlebt hat und wie es ihm jetzt geht. Und ich glaube, es gibt genügend Beispiele im Einzelfall, wo wir alle zustimmen dass es richtig und notwendig ist, diesen Personen/Familien zu helfen.

Die anderen sehen es von der theoretischeren Seite. Sie beachten welche Auswirkungen Änderungen auf das System als Ganzes hat...Verbessere ich die Situation für den Einzelnen, führt dies dazu, dass:
- ein System öfter in Anspruch genommen wird
- die arbeitende Allgemeinheit höhere Belastungen zu tragen hat
- die Anreize falsche gesetzt werden.

Welche Meinung ich allerdings absolut nicht unterstütze ist, dass es nicht an einem selbst liegt wenn man arbeitslos wird und danach nichts mehr findet.

In meiner Sicht ist es Aufgabe JEDES Arbeitnehmers, regelmäßig den Markt und seinen eigenen Marktwert zu sondieren und zu bewerten und ggf. Maßnahmen zu treffen.

Unternhemen machen von heute auf morgen dicht...aber die Branche zeigt eine langsamere Entwicklung. Denke ich an die tausenden QuelleMitarbeiter muss ich sagen: Ihr habt das Unternehmen ein halbes Jahrzenht dahinsichen sehen und auch zugesehen, wie ebay, Amazon,etc. Marktanteil um Marktanteil an sich gerissen haben. Als dann die Pleite und die Entlassungen anstanden waren 5000 Beschäftigte absolut überracht. Und das Schlimme ist, das glaub ich denen sogar. Weil bei uns in Deutschland noch immer die Denke vorherrscht:

"Kind, schau dass`d zu Audi, BMW, Siemens (etc..) reinkommst, dann hastes g`schafft dann fehlt Dir nix mehr!"

Das war sicher noch zu Zeiten der Kriegs- und Nackriegsgernaration so, aber eben heute nicht mehr. Man muss -so heftig sich das anhört- immer so handeln, als müsste man sich in einem Jahr neu bewerben und mit Anderen konkurrieren.

Und dann ist es auf einmal nicht mehr der Akademiker, Handwerksmeister oder ABteilungsleiter, der sich am Wochenende oder nach Feierabend irgendwelche Aufbaustudiengänge oder Zusatzzertifikate antut...

Dann ist es auch der Geselle im Maurerhandwerk, der nebenbei eine Excelschulung und Grundlagen der BWL besucht, damit er später, wenn der Rücken knackt- und zwar dann besser weil erfahrener als jeder Ingenieur (okay, auch günstiger) - Rohbauten kalkulieren kann oder im Vetrieb einer Ziegelfirma arbeitet, oder oder oder....

Oder die Krankenschwester, die Ihren Heilpraktiker gemacht hat, es gäbe tausend Beispiele...

Und bitte nicht mit dem Argument Kosten und Zeit (Familie,..) kommen. Ich rede jetzt nicht von den 5% die knapp am Existenzminimum vorbeischlittern, sondern von der Vielzahl an Menschen, die auch Jahrzehnte lan 2mal im Jahr Familienurlaub in der Türkei oder Rimini gemacht haben, einen neuen 3er BMW vorm Haus stehen und ein Lben im "bescheidenen Wohlstand" haben.

Wie viel Geld und Zeit investiert der Deutsche für Fort- und Weiterbildung?? Obwohl gerade dies ja seine Haupteinnahmequelle sichert...fast nichts..

Stattdessen wird in den Urlaub gefahren, essen gegangen und ein großes Auto gefahren....und alles verloren ,wenn man dann "aus heiterem Himmel" mit50 Jahren arbeitslos wird und nichts mehr findet.

Ich möchte hier auch keinen seinen Urlaub oder sein Auto missgönnen...aber wieso investieren so viele Deutsche GARNICHTS in ihre Weiterbildung..

Kann mir das mal einer sagen?
Gruber
geschrieben am
20.01.2012 um 16:19 Uhr
Beitrag 38

Nimm mal die letzten paar Zeilen aus deinem Posting und trage die als Rede in einer Schlecker-Filiale vor. Die Angestellten werden begeistert sein... Aber grundsätzlich geb ich deinem Beitrag größtenteils recht. Endlich mal ein konstruktiver Beitrag zwischen all den voreingenommenen Parolen von Leuten wie SoSo, Moon oder Oh Mei. Einziges Problem: Selbst lebenslanges fortbilden und uneingeschränkte Mobilität sind keine Garantie, dass man eine Stelle in seinem Metier findet :-(
Moon
geschrieben am
20.01.2012 um 17:07 Uhr
Beitrag 39

@ Gruber: Was genau war an meinen Beiträgen "voreingenommen"

Hub hat völlig recht!
War es nicht zu Zeiten der Maxhütte genauso?
Geh in`d Maxhüttn..daGroßvatta war, da Vatta war und i geh a !

Und dann? Bumms! So eine Überraschung?!
Aber die Fachkräfte haben wieder Arbeit gekriegt, oder nicht?!

Irgendwer hat das mal verglichen mit den Rauchern, Übergewichtigen etc.....und der Vergleich stimmt: Wenn man sich dauerhaft unvernünftig verhält, kriegt man irgendwann die Quittung! Dazu gehört eben auch völlige Apathie gegenüber jeglicher Art von beruflicher Qualifizierung...der "Staat" wirds dann schon richten....







SoSo
geschrieben am
22.01.2012 um 12:56 Uhr
Beitrag 40

Zitat von Oh mei...

"Ich selbst beziehe keine Gelder vom Staat, aber wenn ich zB an meinen Nachbarn denke, der jetzt seit ein paar Monaten arbeitslos ist und dann solche Sachen hier lese, wird mir einfach nur schlecht. Der gute Mann hat keine Freude mehr am Leben, haut jeden Monat 30 Bewerbungen (bundesweit) raus, aber er findet ums Verrecken keinen Job in seiner Branche. Jaja, ich weiß, dann soll er halt putzen gehen und nicht so hohe Ansprüche stellen, aber mal ehrlich: so lange man nicht selber drinsteckt, ist das auch leicht dahingesagt."

Da ich selber als Zeitarbeiter angestellt bin, kann ich mit Gewissheit sagen, dass momentan VIELE Leute gesucht werden. Wenn man wirklich Lust hat zu arbeiten, dann kannst du vermutlich gleich morgen zur Spätschicht anfangen.

Arbeit gibt es im Moment mehr als genug. Ich hangle mich schließlich als Zeitarbeiter schließlich auch von einer Stelle zur nächsten und glaub mir eines: Ich kann es mir sogar aussuchen, wo ich arbeiten möchte. Oft bekomme ich von einer Zeitarbeitsfirma ein Jobangebot und oft antworte ich denen: Nein danke, die Arbeit ist mir zu weit weg oder ich sage, nein danke die Arbeitszeiten gefallen mir nicht, usw.

Vermutlich glaubst du mir das jetzt nicht? Es ist aber so. Und wenn ich mit über 40 Jahren bei Zeitarbeitsfirmen arbeiten kann und obendrein mehr als genug Steuern zahlen, warum sollen das andere nicht auch machen können?

Was ich mir wünschen würde, wäre dass Zeitarbeiter genauso bezahlt werden, wie die Stammbelegschaft, aber auch hier ist das Einkommen relativ zu sehen.

Nehmen wir mal an ein Zeitarbeiter bekommt in der Stunde zwei Euro weniger, dann sind das bei 150 Arbeitsstunden im Monat 300 Euro weniger. Dem ist aber nicht so, denn die Sozialabgaben und Steuern schlagen so massiv auf das Gehalt ein, dass der Festangestellte vermutlich 150 Euro mehr hat. Also einen Euro / Stunde mehr verdient. Und warum die Abgaben so hoch sind, wird hoffentlich jedem bekannt sein.
Ch. Bach
geschrieben am
22.01.2012 um 13:50 Uhr
Beitrag 41

@soso
ich weiß, du denkst jetzt an die vielen hartzler...nur, umgekehrt wird der schuh besser: würde dir genau so viel bezahlt wie dem festangestellten hättest nicht nur du 150euro mehr, sondern auch die sozialkassen, macht bei millionen von zeitarbeitern eine menge aus...eine milliarden-summe, monatlich, die also nicht der arbeitgeber zahlt, der sich lieber eine goldene nase verdient, sondern die allgemeinheit...du,ich...alle! ...ausser demjenigen, der von deiner arbeit am meisten profitiert!
nimmst du jetzt noch eine branche in der die gehälter niedrig sind ist der zeitarbeiter ganz schnell der dumme...trotz vollzeitarbeit zu wenig verdienst um davon wirklich leben zu können, geschweige denn ein finanzpolster für schlechtere zeiten aufbauen zu können...noch nicht mal genug für ein normales arbeitslosenentgelt...und wieder zahlt die allgemeinheit...ausser.........
Moon
geschrieben am
22.01.2012 um 17:16 Uhr
Beitrag 42

Zitat Fr.Bach: "nimmst Du eine Branche in der die Löhne niedrig sind"

...das ist genau der Knackpunkt: Welche Branche soll das sein?
Metall, Elektro, Bau, Holz ?
Wohl eher nicht? Da werden Fachkräfte gesucht und (meist) auch anständig bezahlt!
Was bleibt: Reinigungsjobs, Hilfsarbeiterjobs etc...
Und dann fragt sich derjenige ohne Berufsausbildung, warum er keinen gutbezahlten Meisterjob in der Industrie kriegt....
Ich jedenfalls kenne ein paar Leute die im Laufe der letzten Jahre arbeitslos wurden (Insolvenz)...die gut ausgebildeten hatten spätestens nach 4 Wochen wieder Arbeit!
Ch. Bach
geschrieben am
22.01.2012 um 22:36 Uhr
Beitrag 43

welche branche?
z.b.der, der deine autositze baut...der, der deine essiggurken erntet...oder der, der etwa im bezirksklinikum die durchgeknallten bewacht....
lass z.b. deine bandscheibe rauskrachen und deine welt wird klein....
frag bei deinem friseur die nette dame, was sie verdient...oder die kleine an der netto-kasse!
wo bitte lebt ihr denn?
bei bmw? eon? audi? osram?.....
...womit sich die branche der gutzahler wohl erschöpft hat...
das leben besteht aber nicht nur aus autos und leuchtmittel....
du willst essen? auf der strasse sicher sein? deine post und zeitung pünktlich?
hast du dir schon mal überlegt wieviel diese leute ackern um es dir bequem zu machen...leute, die gern einfach nur einen mindestlohn verdienen würden?...und bei pleiten nicht gleich hartzler werden würden?
vermutlich nicht......
eher sagst du ich mag keine essiggurken..HA
Oh mei, oh mei
geschrieben am
23.01.2012 um 00:48 Uhr
Beitrag 44

@ SoSo&Moon
Selbstverständlich findet sich immer IRGENDEIN Job, daran besteht kein Zweifel. Deshalb habe ich ja von "seiner Branche" geschrieben. Natürlich kann man sich mit Zeitarbeit über Wasser halten, aber das Problem ist doch folgendes (um mal beim konkreten Beispiel von meinem Nachbarn zu bleiben): Wenn er zu lange aus seinem Beruf raus ist, weil er zB jahrelang über eine Zeitarbeitsfirma in einem Lager jobbt, kommt er nie wieder rein in seine angestammte Branche. Sicher, es gibt viele Berufe, in die man auch wieder reinkommt, wenn man sie mal länger nicht ausgeführt hat; aber wer nimmt denn noch einen Programmierer, Gestaltungstechniker o.ä., der zu lange aus seinem Fach raus war. Die Entwicklungen in diesen Berufen sind so schnelllebig, dass einem auch Schulungen, die man bei einem branchenfremden Job nebenher besucht, in Sachen Wiedereinstieg nur bedingt weiterhelfen.

Anderes Beispiel: Aus meiner Studienzeit kenne ich nicht gerade wenige Absolventen, die eher schlecht als recht durchkommen. Jährlich wechselnde (teils unbezahlte) Praktika stehen da genauso auf der Tagesordnung wie diplomierte Taxi- und Paketausfahrer. Vermutlich kommt jetzt wieder einer mit so Sachen wie "Dann müssen diese Leute halt noch ein Studium oder eine Lehre machen" oder "Selber schuld, wer am Markt vorbeistudiert. Sollen sie doch froh sein, dass sie wenigstens Pakete ausliefern dürfen"; aber mal ehrlich: Das kann es doch auch nicht sein, oder?

Daher, Moon, kannst du doch nicht ernsthaft behaupten, dass jeder mit guter Ausbildung einen Job in seiner Branche so gut wie in der Tasche hat. Natürlich gibt es immer bestimmte Regionen, in denen man solche Aussagen über bestimmte Berufe treffen kann, aber ich kann da keine Allgemeingültigkeit erkennen!

Mag sein, dass man als gut ausgebildeter Handwerker oder was auch immer in der Oberpfalz gute Chancen hat, aber in Sachsen-Anhalt sieht das alles schon wieder ganz anders aus. Und genauso gibt es Branchen, in denen man sich halt auch in der Oberpfalz schwer tut, weil es hier schlichtweg nicht so viele Betriebe in diesen Branchen gibt wie vielleicht in NRW oder Hessen. Und da Hartz4 nun mal eine bundesweite Angelegenheit ist, empfiehlt es sich durchaus, auch mal über den bayerischen Tellerrand hinauszuschauen!

(Und rein prophylaktisch, falls du mir jetzt mit Bereitschaft zur Mobilität kommen willst: Ich für meinen Teil kann es gut verstehen, wenn jemand nicht für ein 1jähriges (unbezahltes!) Praktikum in ein anderes Bundesland ziehen will)
SoSo
geschrieben am
23.01.2012 um 02:06 Uhr
Beitrag 45

Zitat

"Anderes Beispiel: Aus meiner Studienzeit kenne ich nicht gerade wenige Absolventen, die eher schlecht als recht durchkommen. Jährlich wechselnde (teils unbezahlte) Praktika stehen da genauso auf der Tagesordnung wie diplomierte Taxi- und Paketausfahrer. Vermutlich kommt jetzt wieder einer mit so Sachen wie "Dann müssen diese Leute halt noch ein Studium oder eine Lehre machen" oder "Selber schuld, wer am Markt vorbeistudiert. Sollen sie doch froh sein, dass sie wenigstens Pakete ausliefern dürfen"; aber mal ehrlich: Das kann es doch auch nicht sein, oder?"

Und was ist die Alternative? Eine staatlich zugesicherte Berufsausübungsgarantie für Akademiker? 500 Ägyptologen bekommen Museen, 3000 Biologen schickt man zum Schmetterlingzählen auf die Felder und die Allgemeinheit bezahlt die ABM-Maßnahmen.

Es gibt für niemanden eine Garantie in seinem Beruf bis zur Rente arbeiten zu können und so hart es klingt: Wer keine Arbeit in seinem gelernten Beruf findet, muss eben Pakete ausfahren oder Spargel stechen oder putzen gehen.

Ich finde es jedenfalls nicht in Ordnung, wenn der Steuerzahler belastet wird, nur weil sich jemand zu fein ist oder sich für etwas besseres hält und meint "minderwertige" Arbeiten nicht machen zu brauchen und es dann vorzieht auf Kosten der Allgemeinheit zu leben.

Ich arbeite schon lange nicht mehr in meinem Beruf und jobbe von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz. Neben gewissen Nachteilen, hat das auch ganz große Vorteile.
Mich interessieren keine firmeninterne Probleme, ich bin sehr flexibel, wenn es mir nicht gefällt, kann ich jederzeit gehen, ich brauche keine Urlaubsplanung, denn ich mache Urlaub wann ich will, es wird nie langweilig, denn ich mache immer wieder etwas anderes und lerne immer wieder nette Leute kennen.

Wichtig sind folgende Eigenschaften: flexibel sein, ein gewisses Maß an Bescheidenheit, positive Lebenseinstellung und Spaß daran haben, immer wieder Neues zu lernen.

Dann klappt es auch mit deinem Nachbarn. Vermutlich hat dein Nachbar Anspruch auf mind. ein Jahr Arbeitslosengeld 1, wenn nicht sogar auf zwei Jahre.
Er hat also lange Zeit einen neuen Job zu finden und er kann auch Geld und Hilfe erhalten, wenn er sich selbständig machen möchte. So aussichtslos darf man die Situation nicht sehen. Und 30 Bewerbungen sind nicht viel. Lehrlinge müssen zum Teil ein paar 100 Bewerbungen abschicken, daher ist es viel zu früh für deinen Nachbarn die Flinte jetzt schon ins Korn zu schmeißen.
Moon
geschrieben am
23.01.2012 um 09:55 Uhr
Beitrag 46

Aha: "der autositze baut, essiggurken erntet...friseur... netto-kasse"

Hallo Frau Bach: Sorry, aber jetzt muss ich Sie mal fragen, wo Sie denn leben?

Die o.g. Jobs sind und waren noch nie gut bezahlt! Weil z.T. ungelernt und z.T. mit min. Anforderungen als Lehrplatz! Sorry, das ist halt so!
Damit wir uns recht verstehen: Ich bin jederzeit für einen Mindestlohn in ALLEN Branchen...auch für einen Höchstlohn (wenn ich mir manche Gehälter anschaue).
Aber ich darf doch die Gesellschaft nicht dafür verantwortlich machen, wenn ich meinen Lehrberuf nicht mehr ausüben kann, oder dort schlechter bezahlt werde, als ein gesuchter Facharbeiter!
Das ist übrigens bei den Akademikern auch nicht anders: Fragen Sie mal Dipl.Geographen und Dipl. Chemiker...
Oh mei, oh mei
geschrieben am
23.01.2012 um 15:34 Uhr
Beitrag 47

@SoSo
Grundsätzlich haben Sie ja nicht unrecht, aber irgendetwas läuft hier dennoch schief, wenn Leute 5 Jahre auf die Uni gehen, nur um danach Pakete auszufahren. Natürlich sollten sich auch Akademiker nicht zu schade dafür sein, solche Arbeitsstellen anzunehmen (die meisten sind es ja auch nicht! Im Gegenteil, die meisten Studenten sind solche Tätigkeiten ohnehin aus ihren Studienzeiten gewohnt), aber meinetwegen können Sie es auch gerne aus volkswirtschaftlicher Sicht sehen: Wenn man Lieferwagenfahrer haben will, kann man das auch billiger haben, als diese über ein 5jähriges Studium auszubilden... (Mit Sicherheit kann der ein oder andere Biologe aus Ihrem Beispiel auch ein paar Schmetterlinge von seiner Fronstscheibe kratzen, aber ich glaube, so war das nicht gedacht ;-) Ok, Spaß beiseite:) Das Übel fängt ja schon bei der Studienberatung von (Fach-)Abiturienten an: Die bekommen oftmals zu hören "Studieren Sie das, was Ihnen Spaß macht oder worin Sie gut sind". Die Arbeitsmarktaussichten, die es in 5 Jahren geben könnte, spielen da oftmals nur eine untergeordnete Rolle. Schon klar, jeder ist seines Glückes Schmied; aber das System hat einfach zu viele Fehler als dass man die Schuld immer nur beim einzelnen Arbeitslosen allein abladen könnte. Ich stimme vollkommen zu, dass man immer irgendeine Arbeit finden kann und diese auch machen sollte, bevor man es sich in den Sozialsystemen gemütlich macht, aber ich sehe auch Politik, Gesellschaft und v.a. Arbeitgeber gefordert, die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen, um ein besseres Klima auf dem Arbeitsmarkt zu schaffen!
Ch. Bach
geschrieben am
24.01.2012 um 11:42 Uhr
Beitrag 48

@moon
sie fragten nach branchen mit geringem einkommen, oder?nicht jeder kann facharbeiter in denen von ihnen genannten branchen sein, dies zum einen. zum andern hat es oh mei schon geschrieben, dass durchaus der akademiker oder eben auch der facharbeiter diesen job annimmt, um sich nur ja nicht dem vorwurf auszusetzen, sich in der so gemütlichen sozialen hängematte auszuruhen...und was passiert? neben zu wenig lohn zum überleben bekommt er auch noch den vorwurf nicht genügend für aus- und weiterbildung getan zu haben....
zu soso kann ich nur sagen, ja, kenn ich und kann spass machen und funktionieren...bis zu einer gewissen altersgrenze...und plötzlich bist du eben nicht mehr gefragt, dein lohn schrumpft und bei aller bescheidenheit kommst du trotzdem nicht mehr über die runden....
zu alle dem stellt sich die frage, was an zusteller, verkäufer und anderen unterbezahlten berufen so minderwertig ist, dass man trotz bis zu 10 stunden und mehr arbeit am tag nicht davon leben kann?...und da mache ich durchaus die gesellschaft verantwortlich! etwa den zwang, als hartz-empfänger jede arbeit annehmen zu müssen, egal wie niedrig der verdienst ist...nicht zuletzt durch den druck der bevölkerung...unmöglich hier das wechselspiel wirtschaft/politik zu behandeln. fakt ist, dass firmen diese situation ausnutzen und lohndumping betreiben auf unser aller kosten!denn wer zahlt denn aufstockung und später die mindestrente?
wobei hier schon das nächste dilemma auftaucht. wer arbeitet hauptsächlich in diesen branchen? Frauen! und das nicht, weil sie dümmer oder bildungsunwilliger wären, sondern weil trotz allem gleichberechtigungsgefasel noch immer frauen es sind, die vorrangig die familie versorgen. und frau nimmt dann eben nebenjobs an...ob ausbildung oder nicht. meist ohne rentenversicherung, denn dank unserer gesetze gibt es diesen sch...400euro-job. nicht unbedingt von frauen gewollt, eher von betrieben die nahezu nur noch auf dieser basis beschäftigen. wieder sind wir bei einsparungen der betriebe auf kosten der kassen!
und nein...ich sage nicht dass alle gleiche löhne haben müssen, ich sage anständige gehälter....und dann könnten wir uns jede menge aufstocker, hartzler und verarmte rentner sparen!
SoSo
geschrieben am
24.01.2012 um 12:40 Uhr
Beitrag 49

Zitat Ch.Bach

"und nein...ich sage nicht dass alle gleiche löhne haben müssen, ich sage anständige gehälter....und dann könnten wir uns jede menge aufstocker, hartzler und verarmte rentner sparen!"

Dem stimme ich zu und - soweit mir bekannt ist - haben bis auf die FDP (CSU weiss ich nicht) alle Parteien Bereitschaft für einen flächendeckenden Mindestlohn signalisiert. Nur was soll das bringen?
Wenn ein Mindestlohn kommt, wird er vermutlich bei ca. 8 Euro / Stunde liegen und bei all den staatlichen Zwangsabgaben wird es weiterhin zum Leben nicht reichen. Setzt man den Mindestlohn auf 15 Euro / Stunde wird so mancher Frisörbetrieb seinen Laden für immer schließen können.

Die Leute müssen auf der Steuer- und Abgabenseite entlastet werden und dann kann man darüber nachdenken, wie man die unteren Einkommen verbessern kann.

Um es einmal zu verdeutlichen, ein Beispiel wie unverschämt der Staat einem das Geld aus der Tasche zieht.

Arbeitnehmer Steuerklasse I, nicht verheiratet, keine Kinder, aus der Kirche ausgetreten, beruflich auf Auto angewiesen

Brutto Monatsgehalt: 2626,50 € vor Arbeitgeber-Abgaben

Abgaben Arbeitgeber:
Anteil Sozialversicherungen: -394,50 €
10% Abgaben Berufsgenossenschaft: -200,00 €
Gesetzliche Unfallversicherung: -32,00 €
--------------------------------------------
Zwischensumme Bruttomonatsgehalt: 2000,00 €

Lohnsteuer (gem. Steuertabelle 2011): -222,00 €
Solidaritätszuschlag 5,5% der Lohnsteuer: -12,21 €
9,95% Anteil Rentenkasse: -199,00 €
7,3% Anteil Krankenkasse: -146,00 €
0,9% Krankenkassensonderbeitrag: -18,00 €
1,5% Arbeitslosenversicherung: -30,00 €
0,975% Pflegeversicherung: -19,50 €
------------------------------------
Netto Auszahlung: 1353,29

Weiter gehts....

Praxisgebühren (Durchschnittswert monatlich): -3,33 €
Sonst. Gesundheitskosten (niedrig geschätzt): -25,00 €
Kfz-Steuer: -20,00 €
19% Kfz-Versicherungssteuer: -20,00 €
Benzinsteuer 90,39 Cent bei 1,54 € / Liter bei ca. 100 l Verbrauch: -90,39 €
GEZ: -17,98 €

Jetzt kommen die viele versteckten Steuern, um die man nicht herumkommt. Dazu gehören Stromsteuer, Versicherungssteuer, Kapitalertragssteuer, Kaffeesteuer, Hundesteuer, Lotteriesteuer,... : -100,00 €
--------------------------------------------------------
Zwischensumme vor Konsum: 1066,59

Nun kommt eine weitere große Zwangsabgabe, die gerne übersehen wird:

Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) 19% auf 75% der Ausgaben: -151,99 €
Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) 7% auf 25% der Ausgaben: -18,67 €
----------------------------------------------------------------
Einkommen nach Abzug direkter Abgaben: 895,94 €

Danach kommen noch Inflation, 20% höhere Preise durch Unternehmensbesteuerung und Zölle

Und nun gehts weiter mit Abgaben, die weder Sozialabgabe noch Steuern sind, aber unumgänglich sind. Dazu gehören:
Haftpflichtversicherung, Brandschutzversicherung, Müllgebühr, Abwassergebühr, Steuerberater,...

Dem armen Mann bleiben prozentual im Bestfall noch 25% seines ursprünglichen Gehaltes.

Und hier müsste dringend was geschehen, aber genau das Gegenteil passiert. Eher bekommen wir noch eine Europäische Solidaritätssteuer, eine Finanztransaktionssteuer, eine Wetpapiersteuer, eine ....

------------------------------------------------------------------
Das o.g. Rechenbeispiel hat keinen Anspruch auf 100% Richtigkeit, aber in Etwa dürfte es schon stimmen.
Ch. Bach
geschrieben am
24.01.2012 um 13:12 Uhr
Beitrag 50

a:eins ist mir nicht klar...arbeitgeberabgaben vom bruttogehalt?
b:all diese abgaben haben auch geringverdiener...deren lohn da brutto anfängt wo dein auszahlungsbetrag beginnt....gut, steuern und sozialabgaben sind geringer, aber der rest bleibt sich gleich. und glaub mir, ich kenne eine menge leute die dir für einen mindestlohn von nur 8euro die füsse küssen würden!
ich stimme dir zu, dass die versteckten abgaben enorm sind, steuern auf grundnahrungsmittel(wenn auch verringert)und vollen steuersatz auf etwas wie windeln und weiteren säuglings- kinderbedarf halte ich ganz für pervers....
aber, und hier beisst sich die katze wieder in den schwanz...warum sind denn die abgaben so hoch? doch nicht nur wegen unseren arbeitslosen, sondern doch vielmehr wegen branchen(und das sind meist ausgerechnet große), die ihre kosten auf die allgemeinheit abwälzen...durch lohndumping,zeitarbeiter, geringfügig beschäftigten, usw. und nur dadurch wieder etwa in einem ausschreibungsfall so extrem günstig einsteigen können, so dass z.b. ein mittelstandsbetrieb mit gerechter entlohnung keine chance hat!
Basti
geschrieben am
24.01.2012 um 16:42 Uhr
Beitrag 51

@Ch.Bach: Bitte verschonen Sie uns mit Ihrem kommunistischen Gedankengut..41 Jahre DDR haben außer staatlicher Unterdrückung und Verfolgung, vielen Toten und wirtschaftlicher Stagnation nichts gebracht...Das jetzige System ist nicht immer gerecht...aber dadurch dass es quasi das Evolutionsprinzip "survival of the fittest" widerspiegelt, funktioniert es halt auch am Besten..wobei "fittest" im Deutschen ja fälschlicherweise immer mit "Stärkste" und nicht richtigerweise mit "Passendster" bzw. "Angepasstester" übersetzt wird..

Ich lebe lieber in einer Welt, in der ich daran Schuld bin, wenn ich arm bin, als trotz Fleiß, Mut und Intelligenz nicht vorwärts zu kommen...Es liegt in der menschlichen Natur sich zu vergleichen und den anderen überholen zu müssen...
Ch. Bach
geschrieben am
24.01.2012 um 17:35 Uhr
Beitrag 52

was war jetzt daran kommunistisch? noch nicht mal sozialistisch! sondern nur auf die Verfassung des Freistaates Bayern bezogen:Art 168 BV: Jede ehrliche Arbeit hat den gleichen sittlichen Wert und Anspruch auf angemessenes Entgelt...
...und wenn eines den menschen nicht vorwärts bringt ist es anpassung an misstände...siehe die zitierte DDR....
ohne leute die sich auch um rechte und ansprüche anderer einsetzen und mißstände anprangern wären wir doch heute noch im neandertal...wo manche allerdings noch gut hinpassen würden.und dein mut und deine intelligenz sind momentan in deutschland nicht gefragt, sondern eher deine fähigkeit nach oben zu buckeln und nach unten zu treten...ist das dann anpassung und wertzuschätzen, ist man(N) dann the fittest?
oder wirst du bloss grob weil dir keine passende antwort einfällt?
Moon
geschrieben am
24.01.2012 um 18:52 Uhr
Beitrag 53

@ Fr. Bach:
Ich muss Ihnen ganz klar in einigen Bereichen Recht geben, ich habs ja auch schon geschrieben: Auch ich bin für einen Mindest- und Höchstlohn (max. das 50fache des schlechtestbezahlten Firmenangehörigen...;-))..das würde ein Selbstregulativ...
Sie haben auch ganz sicher Recht, wenn Sie anprangern, dass Unternehmen mit staatlicher Hilfe Lohndumping betreiben...bestes Beispiel war die Kurzarbeit mit anschließenden Überstunden z.B. bei BMW...
Das war aber nie die Frage...
..es geht darum, dass es von "Taxifahrenden Akademikern" abgesehen halt Arbeitnehmer gibt die nicht "the fittest" sind...also nicht wirklich gefragt am Arbeitsmarkt und daher eben schlecht bezahlt!
Auch ich finde die Bezahlung von Friseusen eine Frechheit...aber das ist ein anderes Thema...mal hypothetisch: Niemand würde mehr Friseur lernen...was würde am Arbeitsmarkt passieren ?
Unter diesem Gesichtspunkt muss ich auch sagen, dass die Forderung der Industrie nach ausländischen Facharbeitern eine Riesensauerei ist...die sollten mehr ausbilden dann hätten sie das Problem nicht!
Also: Grundsätzlich glaube ich, dass wir einige Konsenspunkte haben...nur die Eigenverantwortlichkeit würde ich eben höher bewerten als Sie das tun...

Ch. Bach
geschrieben am
24.01.2012 um 20:31 Uhr
Beitrag 54

@moon
ich bin ein großer befürworter von eigenverantwortlichkeit,lebe auch selber weitestgehend nach diesem prinzip, sehe aber auch,dass viele dies erst lernen müssen. natürlich kenne ich auch menschen, die sich aufgegeben haben. aber der anreiz, sich wieder zu integrieren kann doch nicht sein, hartz noch weiter zu kürzen. ich fürchte, hier würde nur einer grösseren kriminalität tür und tor geöffnet. und ausserdem, alle abstrafen für ein paar ausreisser? um sogenannte hartz-dynastien zu vermeiden müsste auch mehr in bildung investiert werden, allerdings denke ich dabei nicht an mehr gymnasien, sondern an gute und mehr pädagogen in den grund- und in den leider nun nahezu abgeschafften hauptschulen.und zwar beginnend mit ernährungs-, verhaltens- und(klingt vielleicht lächerlich) hygieneregeln bis hin zum ausfüllen von formularen. auch schüler mit schlechtem background sollten doch eine chance im regulären arbeitsmarkt haben, auch wenn sie "nur" -erstmal- hauptschule schaffen.nur müssen diese erst lernen, dass es überhaupt chancen gibt! miese bezahlungen in weniger anspruchsvollen jobs und so verrückte ideen wie abi für jede krankenschwester halte ich dabei für absolut kontraproduktiv.unsere wirtschaft kann sich doch eigentlich die verschwendung von soviel potential gar nicht leisten! kohl sagte mal, leistung muss sich wieder lohnen...galt das nur für einen tennisspieler.......?
merken wir eigentlich dass wir uns antiken staaten annähern, etwa dem so großen rom und der kultur von "brot und spiele"? das ende ist bekannt...
und ich meine jetzt dabei nicht nur unseren staat...dekadenz war immer der anfang vom ende...
eine neidgesellschaft bringt gar nichts...und dabei sind wir - genial gesteuert- schon mittendrin, oder?

gut,ich mag etwas pathetisch sein, aber so ganz daneben liege ich sicher nicht...
Moon
geschrieben am
24.01.2012 um 22:55 Uhr
Beitrag 55

..auch da stimme ich Ihnen zu...
..was die "Neidgesellschaft" betrifft, hab ich ja schon auf den mangelnden Zusammenhalt der "Kleinen" hingewiesen...ich bin auch nicht dafür Hartz zu kürzen, aber eben auch nicht aufzustocken.
Was die Entwicklung der Gesellschaft betrifft...naja Brot und Spiele sind bei uns halt das "Dschungelcamp" und "X-Diaries" etc..
Wir entwickeln uns insgesamt so, dass der Mittelstand langsam auszusterben droht!
Das brachliegende Potential der Schüler ist ja das Problem..aber dieses Potential lässt sich nur ausschöpfen, wenn diese es auch wollen!
Die Möglichkeiten bestehen m.E. nach heute wie noch nie zuvor!
Über Sinn von Gymnasien, v.A. deren Lehrinhalte lässt sich ausserdem trefflich streiten..man hat hier leider versäumt mal die Lehrpläne auszumisten und zu modernisieren...leider sind aber in allen Schularten die Lehrer offenbar "zu teuer"..das Geld braucht man für was anderes...u.A. eben auch für ausufernde Sozialleistungen...das wäre doch mal ein Ansatz...Hartz nur für erfolgreich abgeschlossene Weiterqualifizierungen (auch Sprache!!)
Ch. Bach
geschrieben am
25.01.2012 um 11:14 Uhr
Beitrag 56

ja, könnte ich mir vorstellen...vielleicht verbunden mit einem-kleinen-Bonus für ein erfolgreiches ergebnis(zeugnis, zertifikat)? dann wäre leistung auch fühlbar.
Anna Marx
geschrieben am
04.02.2012 um 18:30 Uhr
Beitrag 57

Bei einer Mehrzahl der Meinungen hier kann einem übel werden.
Wie abartig sich die Gesellschaft verändert hat, merkt man hier recht gut.
Wer sind den die Blutsauger in diesem Land? Ja, wohl die obere Schicht der Gesellschaft(Unternehmer, Politiker, Banker)-die Steuern hinterziehen, betrügen und lügen, Arbeitnehmer ausbeuten usw.
Hier wird sich "durchgewulfft" bis zum geht nicht mehr.
Jeder der eine Arbeit hat und auf die untere Schicht der Gesellschaft schimpft: schämt euch in Grund und Boden. Ihr habt ausreichend zu essen, könnt konsumieren-habt keine Not zu leiden. Was wisst ihr den schon von Arbeitslosen, armen Rentnern, ALG Empfängern?
Was neidet ihr den diesen Menschen? Wie pervers ist das.
Ich könnte euch erzählen von-einem Kind(Note 1 Schüler) aus armen Verhältnissen das im Gymnasium gemobbt wird bis es kurz vor dem Selbstmord steht.

Oder von 60 Jährigen die keiner mehr einstellt(die durchgehend gearbeitet haben und nun arbeitslos sind)-deren Rente sich bis zum Bezugsanfang halbieren wird!!!!

Von einem arbeitslosen Rechtsanwalt(Burn out) der von ALG II leben muß.
USW.USW.

Nichts kapiert?
Der Staat fördert 400 Euro Jobs, zahlt gerne die Aufstockung-das alles ist gewollt. Entlastet den Unternehmer.
Lobby heißt das Zauberwort-Demokratie war gestern.

Ich kann nur sagen , gut das ich schon in der Rente bin, den ich würde niemals für solche Hungerlöhne arbeiten gehen, und den Unternehmer fett machen.
Zeitarbeit gehört verboten, ebenso alle 400 Euro Jobs.
Wenn die Firmen unbedingt ins Ausland gehen wollen, machen sie das sowieso.
Dann lasst sie gehen!!!!!!! Solche parasitären Unternehmen brauchen wir auch nicht.

Der Deutsche ist schon das dümmste was so rumläuft-hauptsache dickes Auto und Bild Zeitung lesen. Für mehr reichts nicht. Ich wünsche ja niemanden was böses(ich bin halt ein Gutmensch)aber einigen würde es sicher nicht schaden auch total abzurutschen-kann mal schnell gehen(Krankheit, Todesfall des Ehepartners, Kündigung usw.)-dann möchte diese d..... Gesichter sehen-und dann aber bitte:
Ja keine Hilfen oder Sozialleistungen annehmen!!!!






Ch. Bach
geschrieben am
05.02.2012 um 09:08 Uhr
Beitrag 58

böse aber wahr........
leser
geschrieben am
05.02.2012 um 12:00 Uhr
Beitrag 59

auch ich kenne einige ähnliche Beispiele!

Noch einige Bemerkungen zu einem älteren Beitag Beitrag:
wenn ich das Rechenbeispiel von SoSo im Beitrag Nr. 49 nehme und das darin angenommenes Jahresbrutto von etwa 32.000.-€ zugrunde lege, dann dürfte ich bei Steuerklasse I auf einen monatlichen Nettoverdienst von etwa gut 1500.-€ kommen. Das ist auch meiner Meinung nach nicht viel wenn ich zum Beispiel Miete bezahlen muss und andere Fixkosten berücksichtige. Im Beispiel von SoSo sind Kapitalertragssteuer, Lotteriesteuer, Brandschutzversicherung und Steuerberatungskosten genannt, die für mich nicht so allgemein berücksichtigt werden sollten(Hausbesitz und Einkommen aus Vermögen/Aktien und Steuerberatungskosten treffen vielleicht nicht auf die Mehrheit zu?). Wenn ich nach diesem Rechenbeispiel eine Miete von angenommen 500.-€ zusätzlich mit einrechne, dann komme ich nach dieser Berechnung schon fast in den Minusbereich!!!

Wie bereits schon auf den Beitrag geantwortet frage ich mich auch: was sollen denn Geringverdiener mit der Hälfte des genannten Monatsverdienstes oder gar Hartz-IV Empfänger dazu sagen?

SoSo, ich bin auch der Meinung, dass es vielzuviel Zwangsabgaben gibt und das Besteuerungssystem gerechter gestaffelt werden sollte. Ich verstehe auch, dass jemand, der einen Großteil seines Einkommens aus Vermögenserträgen bezieht, da andere Schwerpunkte setzt, aber es sind die Schwachen, die sich nicht zur Wehr setzen können. Moon hat den schönen Satz geschrieben vom Jammern auf hohem Niveau ;-)

Ein Vermieter zum Beispiel, der „notwendige Sanierungsmaßnahmen“ macht, dabei die Möglichkeiten „des Marktes“ nutzt und Unternehmen einsetzt, die weit unter einem „vernünftigen Lohn“ bezahlen und entsprechend günstig anbieten, dann aber die Miete mit dem höchstmöglichen Faktor anhebt, dann wäre das schon zu hinterfragen. Sich dann womöglich wundern wenn bei Pfusch die beteiligten Firmen inzwischen nicht mehr existieren und man also niemand dafür haftbar machen kann wäre die nächste Stufe…..
leser
geschrieben am
15.02.2012 um 22:17 Uhr
Beitrag 60

Zitat von SoSo:

Wir leben nun einmal in einer Marktwirtschaft und das Ziel jedes Unternehmers muss sein, soviel Geld wie möglich, in der kürzest möglichen Zeit unter Ausnutzung aller staatlich erlaubten Mitteln, zu verdienen……..
-Zitatende-

Marktwirtschaft ist für mich ein sehr dehnbarer Begriff, Fachleute legen ihn verschieden aus. Bei dem Begriff Marktversagen herrscht dagegen größere Einigkeit. Ein Merkmal dieses Marktversagens ist zum Beispiel die Kartell- und Monopolbildung. Um ein Marktversagen zu verhindern sollte der Staat zum Beispiel durch entsprechende Wettbewerbs- und Umweltpolitik eingreifen. Gelingt das nicht, wird von Staatsversagen gesprochen. Nun bin ich am Punkt – ich sehe sowohl ein Markt- und auch ein Staatsversagen in Deutschland. Auf welcher Stufe, darüber lässt sich vielleicht streiten…

Im Gegensatz zu Deiner Meinung(obiges Zitat) haben das nicht nur viele Sozialökonomen erkannt, sondern auch real am globalen Wirtschaftsleben teilnehmende Unternehmen. Als Beispiel zitiere ich aus der Homepage der Firma lexmark unter der Überschrift Soziale Verantwortung des Unternehmens, Menschenrechte und Arbeitsstandards:
Lexmark verpflichtet sich, Menschenrechte seiner Mitarbeiter zu achten und sie mit Würde und Respekt zu behandeln. Dazu gehören die Einhaltung und Anerkennung aller Standards in Bezug auf die frei gewählte Arbeit, Kinderarbeit, Diskriminierung, grobe oder unmenschliche Behandlung, Mindestlöhne, Arbeitszeit und Vereinigungsfreiheit….

Weiter schreibt die damalige stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Bertelsmannstiftung in ihrem Vorwort der Dokumentation „Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen“, Unternehmensbefragung der Bertelsmann Stiftung:
Für die Wirtschaft besteht die besondere Herausforderung darin, sich einerseits auf die veränderten Markt- und Wettbewerbsbedingungen einer immer stärker globalisierten Ökonomie einzustellen und andererseits den Forderungen nach größerer gesellschaftlicher Verantwortung gerecht zu werden. Ob es um die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland geht oder um die Arbeitsbedingungen entlang der Zulieferkette – die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen wird auf allen Ebenen diskutiert, und zwar intensiver als jemals zuvor.

Dabei müssen Ökonomie und gesellschaftliche Verantwortung keinen Widerspruch darstellen .Längst haben viele Unternehmen erkannt, dass es in ihrem wohl verstandenen Eigeninteresse liegt, gesellschaftliche Verantwortung in ihre Unternehmensstrategie zu integrieren. …. Genauso wichtig ist es heute für Unternehmen, als Arbeitgeber attraktiv zu sein: sowohl für die Rekrutierung neuer Fachkräfte als auch für die langfristige Bindung von gut ausgebildeten und motivierten Mitarbeitern. –Zitatende –

Veröffentlicht wurde diese Dokumentation im Jahr 2005!!!! Der Bertelsmannstiftung wird niemand ernsthaft eine Nähe zu Gewerkschaften unterstellen, also für mich ein Zeichen, die Probleme und möglichen Fehlentwicklungen wurden erkannt. Inwieweit Firmenstellungnahmen wie oben zitiert ernst gemeint und umgesetzt werden, kann ich nicht sagen, da habe ich so meine Zweifel. Mit meiner Darstellung will ich aber darauf aufmerksam machen, dass es sehr wohl von nicht wenigen Marktteilnehmern andere Auffassungen und Ziele als “um jeden Preis und auf Kosten anderer in möglichst kurzer Zeit die höchstmögliche Rendite erwirtschaften“ gibt.
Unser Grundgesetz hat mit den Worten “Eigentum(Vermögen?) verpflichtet“ nicht nur Rechte(mehret dieses) dieser sondern eben auch Pflichten damit verbunden.

Zum einen Entlastungen für Unternehmer und Vermögende fordern, dann die Sozialleistungen kürzen wollen, beim Lohn zwar eine Höchst- aber keine Untergrenze wünschen, möglichst keine regulativen Eingriffe des Staates – das ist leicht durchschaubare Klientelpolitik. Deutschland hat diesen Weg meiner Meinung nach leider schon beschritten – ich hoffe auf eine Umkehr bzw. Korrektur

lexmark
www..lexmark.com/de_DE/company-overview/corporate-social-responsibility/









leser
geschrieben am
15.02.2012 um 22:26 Uhr
Beitrag 61

ich glaube der Link zu lexmark war nicht richtig. Sorry

neuer Versuch:

www..lexmark.com/de_DE/company-overview/corporate-social-responsibility/
leser
geschrieben am
15.02.2012 um 22:33 Uhr
Beitrag 62

www..lexmark.com/de_DE/company-overview/corporate-social-responsibility/


(nach www.muss eine 1 kommen )
Ch. Bach
geschrieben am
17.02.2012 um 14:18 Uhr
Beitrag 63

ich bin zu diesem thread übergewechselt und dies ist eine antwort auf hora(die nymphe oder die stunde?)aus "mietwohnungen maxhütte"

wenn man mir hass unterstellt, wieso?
...ist es nicht eher pure verzweiflung?

vorab:was sind leistungsträger? nur die, denen die firma/bank/konzern gehört oder die sie leiten? oder vielleicht doch auch die, die Arbeit ausführen?

wohin führt denn die ach so gepriesene gewinnmaximierung?
zu ein paar gewinnlern und zu einer ganzen menge verlierern...und nicht nur in deutschland....
...und hier mache ich etwas, das offensichtlich für die meisten ein ding der unmöglichkeit ist----ich denke global!!!
-in der brd bedeutet gewinnmaximierung gerade z.b. die erschreckende zunahme der leiharbeit mit gleichzeitiger abnahme des einkommens trotz eines permanent zitierten aufschwungs.
-vor nicht allzu langer zeit förderte die heraufsetzung des steuer- und abgabefreien einkommens auf 400 euro zur entlastung der arbeitgeber die umwandlung von vollzeit- in teilzeitarbeitsplätze mit gravierenden negativen folgen für -vor allem weibliche- beschäftigte.
-die gewinnmaximierung bei großbanken!( ich mein hier nicht die lokale sparkasse oder VR-bank um die ecke!)stürzte die welt gerade in eine milliardenteure finanzkrise ohnegleichen...
-dieselbe einstellung erlaubt und fördert z.b. bei energie- und nahrungsmittelkonzernen(kann man die überhaupt noch so nennen?)immer grössere co2- ausstösse und ausbeutung von boden...mit der folge von erosion und klimawandel..und damit von hungerskatastrophen weltweit...
öl- und atomkatastrophen, alles folgen von gewinnmaximierung, weil marode tanker, akw's in erdbebenzonen, schlechte wartung, zu wenig personal etc, pp...
die liste von negativfolgen lässt sich beliebig erweitern.

vorerst sind die verlierer(klingt gut das wort...menschen mag man wohl nicht mehr sagen) nur ein paar hunderttausend hartzler in der brd und ein paar millionen arme weltweit.....dazu etwas vegetation hier und etwas fauna da....

...aber schliesslich werden wir alle verlierer sein, weil ein paar den kragen nicht vollbekommen.......

hass? das gefühl ist mir fremd! und ich denke nicht, dass irgendjemand mir das unterstellen kann...ausser ich bin ihm grad treffend auf die zehen gestiegen und er projeziert seine gefühle, die er bei meiner kritik empfindet auf mich.

Moon
geschrieben am
17.02.2012 um 17:54 Uhr
Beitrag 64

Ja, die Zahl der 400 Euro Jobs hat zugenommen und auch die der Leiharbeiter!
Ist das per se schlecht?
Es hat eben jede Medaille zwei Seiten: Ich kenne einige Frauen, die froh sind, eine solche „geringfügige Beschäftigung“ zu haben, weil Ihre Zeit (Kinder, Haushalt) für einen Halbtags- oder Vollzeitjob nicht reichen würde bzw.weil es sich aufgrund der dann fälligen Steuern und Sozial-Abgaben für keinen Arbeitgeber rentieren würde, sie einzustellen!
Ich kenne auch Leute, die in Zeitarbeitsfirmen eine Anstellung gefunden haben und darüber sehr froh sind, weil sie mit speziell ihrer Berufsausbildung im „normalen“ Arbeitsmarkt keine Anstellung gefunden hätten. Diese Leute sind bereits z.T. aufgrund ihrer Eignung, ihres Lernwillens und ihres Fleisses in feste Arbeitsverhältnisse übernommen worden.
Ich kenne auch mittelständische Unternehmer, die über Zeitarbeitsfirmen neue Arbeitnehmer „ausprobieren“ …und das mit durchwachsenem Ergebnis…. Soviel dazu!
Haben Sie z.B. eine Kapital-Lebensversicherung, Riester-Rente o.ä. ?
Falls ja, dann sind auch Sie beteiligt an der Ausbeutung durch die Kapitalmärkte und deren angestrebter Gewinnmaximierung! Woher sollen sonst die Zinsen kommen?
Und was die „lokalen“ Banken und deren Kredit-Zinsgestaltung bzw. deren Engagement betrifft : Die sind teilweise noch schlimmere Ausbeuter als manche Großbanken und !

Ch. Bach
geschrieben am
18.02.2012 um 13:30 Uhr
Beitrag 65

ich finde aber, dass hier, bei den 400 euro jobs oft zu kurz gedacht wird, zumindest so lange, als die arbeit, die frauen in der familie leisten nicht gerade gerecht bei zukünftigen renten angerechnet wird. die folge? frau arbeitet für zwei und bekommt nur eine lächerliche rente. kein wunder wenn sich viele gut ausgebildete frauen die mutterschaft schenken. allerdings,bevor sie, moon, das tun sag ich es selber, ja, frauen sind selber schuld, zu wenig politisch und gewerkschaftlich engagiert, und emanzipation haben viele völlig mißverstanden........
mir ist schon klar, dass jeder den bestmöglichen gewinn erzielen will, aber so, wie es momentan läuft, steht nicht der verantwortungsbewusste umgang mit kapital sondern die blanke gier im vordergrund... die uns ja gerade beinahe einen strom-black-out beschert hätte, und das nicht, weil wir nicht genügend erzeugen, sondern weil wieder einmal einige wenige nicht genug bekommen haben....das verstehe ich unter unverantwortlichem und unverständlicher gewinnmaximierung. kurzfristige denkweise und skrupelloser umgang mit unserm kapital, unserer arbeitskraft und unseren resourcen.soviele gut angedachte ideen werden von- in hinblick auf die zukunft lausigen- geschäftemachern ad absurdum geführt........und alles klatscht beifall
Hub
geschrieben am
19.02.2012 um 11:35 Uhr
Beitrag 66

@Ch.Bach: Aber genau diesen Vorteil hat man ja bei 400€ Jobs, das man keine Abgaben zahlt und somit auch selber nicht in die Rentenversicherung einbezahlt.Der Arbeitgeber übrigens mit 60€ schon!+52€ Krankenverisccherung +8€ einkommenssteuer =insgesamt nochmal 120€ für den Arbeitgeber.
Kleines Rechenbeispiel: 401€ werden ja regulär besteuert:

also 20,72€ Rentenversicherung AN + 39,90€ AG
3,11€ AN + 6,02 AG Arbeitslosenversicherung
17,95€ AN + 29,27 AG Krankenversicherung
3,03 AN+3,91 AG Pflegeversicherung

Heißt ein AG zahlt bei 401€ nur 480,00 € im Monat bei 400€ aber 520!
Sprich dieses System wäre ihm lieber. Der Nutznießer ist ja hier der AN der seine 400€ ohne eigene Abzüge erhält. Und wenn er das Geld nimmt und privat vorsorgt, ist er auf jeden Fall besser dran, als wenn eer in eine gesetzliche einzahlt...

leser
geschrieben am
19.02.2012 um 18:54 Uhr
Beitrag 67

Dass ein Thema wie Gerechtigkeit in der Gesellschaft kontrovers diskutiert wird ist nicht überraschend und gut so! Dass aber teilweise mit so vielen Unterstellungen und nahe an der Grenze zur persönlichen Beleidigung gearbeitet wird wie in diesem Forum ist für mich überraschend. Ich habe den Eindruck, manche Beiträge werden nicht richtig gelesen oder es wird etwas aus dem Zusammenhang genommen zitiert weil man ja den Verfasser unbedingt in eine Schublade stecken möchte. Wenn man Argumente in einem Beitrag nicht versteht(manchmal kämpfe ich auch damit und gestehe das deshalb auch anderen bei meinen Beiträgen zu) sollte man entweder nachfragen oder auf andere Antworten warten in der Hoffnung, die Aussage wird einem klarer. Manchmal wird auch versucht, mit Zahlenspielen oder (meist sehr schlecht zu belegenden beziehungsweise leicht zu widerlegenden) Behauptungen gute Argumente der „Gegenseite“ zu entkräften in der Hoffnung, irgendetwas der eigenen Aussage wird schon hängen bleiben und nicht jeder denkt darüber nach. So jedenfalls mein Eindruck.

Nun zum Thema Wirtschaft, Gesellschaft u gerechter Lohn:

Moon, sicher sind 400,- Euro-Jobs nicht für jeden schlecht. Für Leute, die einen Nebenjob aus welchen Gründen auch immer suchen, ist der 400.-€-Job sicher eine willkommene Gelegenheit. Obwohl Hub die Unternehmer bedauert, die für einen 400,-€ Jobber eine pauschalierte Steuer von insgesamt etwa 120.-€ abführen sehe ich das anders, abgesehen davon dass er verschweigt, dass diese Abgaben das Betriebsergebnis schmälern und sich steuerlich positiv für den Arbeitgeber auswirken. Betriebswirtschaftlich gesehen ist der 400.-E-Jobber etwas überspitzt ausgedrückt praktisch ein Sklave ohne Rechte, der Arbeitgeber hat kein personelles Risiko, es besteht kein Kündigungsschutz, wenn der Arbeitnehmer nicht spurt oder krank wird – sofort weg mit ihm, es warten hunderte andere auf diesen Job. Paradiesische Zustände für die Arbeitgeber. Oft habe ich Kleinunternehmer oder Personalmanager größerer Unternehmen gefragt, ob es nicht aus Gründen der Betriebsbindung(Corporate Idendity oder wie das früher auch auf bayerisch geheißen haben mag)) und zur Verbesserung des Betriebsklimas besser wäre, den Anteil der „Fremdarbeiter“ ,z.B Leiharbeit, 1- und 400.-€-Jobber,von Job-Centern bezahlte Leute in so genannten Arbeitsgelegenheiten mit Entgelt und andere ebenfalls mit Steuergeldern finanzierte, fast kostenfreie und manchmal sogar gewinnbringende eingliederungsbezuschußte befristete Beschäftigungsverhältnisse und ähnliches zu reduzieren und mehr Stammbelegschaft aufzubauen. Meistens bekam ich die Antwort, ja schon, aber wenn uns die Politik schon diese Möglichkeit gibt, warum sollen wir dieses Angebot nicht annehmen? Aus deren Sicht verständlich. Obwohl es offenbar in einigen Chefetagen schon auch andere Überlegungen gibt(siehe meinen Beitrag Nr. 60).

Volkswirtschaftlich gesehen sind diese Arten von Beschäftigung nach überwiegend einheitlicher Meinung von Marktwissenschaftlern ein Weg hin zur Vernichtung von regulären Arbeitsplätzen, Dumpinglöhnen, Kaufkraftverlust der breiten Masse der Verbraucher und letztendlich ohne Gegensteuerung die Schaffung von Armut aller unteren Schichten bis hin zur Mittelschicht .

Einige aus dem Forum verteidigen die in meinen Augen ausufernde Börsenspekulation(vielfach Handel mit Geld ohne Wert dahinter, geschönte Bilanzen, die Möglichkeit, durch Insidergeschäfte im Sekundentakt große Kohle zu machen). Banken und Versicherungskonzerne sind die Gewinnler, der kleine Anleger wird in meinen Augen eigentlich immer abgezockt. Wenn jemand argumentiert, dann soll doch der Anleger sich die Aktienmehrheit beschaffen, dann frage ich mich schon wie weit bei diesem Argument der Realitätsverlust abhanden gekommen ist(siehe Streubesitz, Depothaltung durch Banken mit Vollmachten zur Hauptversammlung….). Trotzdem ich nicht der Meinung bin, das man unbedingt 50% + an Aktien eines Unternehmens besitzen muss, um entscheidend mitzureden(meist genügen wohl schon 25 oder 30 %) bin ich überzeugt, dass es dem Normalverdiener an Kapital fehlt, um auch nur 5 % Aktien an einem Großunternehmen zu erwerben. Ich kann aus eigener Erfahrung berichten, dass ich bei einer Kündigung einer Fondsbeteiligung(Schweizer Streufonds, als äußerst sicher von einem lokalen Bankenvertreter damals angepriesen) mit allen Mitteln überredet zu werden versuchte, diese zu behalten. Im Moment ein unvorhersehbarer Einbruch, die Aussicht auf Aktiensteigerung ist greifbar nahe…. Auf meine Bitte hin, mir die jetzige genaue Zusammensetzung des Fonds mitzuteilen wurde ich abgewiesen. Als ich mir die Mühe machte, nochmals genau nachzurechnen und alle Gebühren und sonstigen Kosten mit einbezog und mit Schrecken feststellte, dass ich unter Berücksichtigung allein einer geringen Inflationsrate im Vergleich zum Beispiel bei einem Anlegen als Sparguthaben enorm draufgezahlt hatte, wurde der Bankenvertreter ruhiger und ich trennte mich von den Fondsanteilen und die Bank trennte sich gleichzeitig von einem geregelten sicheren Einkommen(Gebühren aller Art…,die Masse bringts). In diesem Zusammenhang gebe ich Moon Recht und bin der Meinung, die regionalen „kleinen“ Geldinstitute sollten sich auf ihr ursprüngliches Kerngeschäft, der finanziellen Unterstützung von Privatleuten und Klein- und mittelständischen Unternehmen konzentrieren und nicht im großen globalen Geschäft mitspielen und mitspekulieren!

Abschließend möchte auch ich zum wiederholten Male feststellen, dass ich der Meinung bin, Deutschland befindet sich mit der seit einigen Jahren gemachten Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik auf einem gefährlichen Weg mit der ernsthaften Gefahr kommender sozialen Unruhen

Hub
geschrieben am
19.02.2012 um 19:57 Uhr
Beitrag 68

diesmal@leser: Meine Berechnung sollte nur eines aufzeigen. Das es nicht angebracht ist, dem 400%-Job den Vorwurf zu machen, er schaffe keinen Rentenanspruch. Wie dargestellt zahlt der Arbeitgeber bei diesem System MEHR in die Rentenversicherung ein, als es bei einem regulären Arbeitsverhältnis (beginnt ab 401€) der Fall ist und der Arbeitnehmer zahlt gar nichts ein, hat aber auch KEINE Belastungen. Das heißt nichts anderes als: Kündigungsschutz,etc...werden bei Jobs bis 400€ nicht geboten,als Ersatz dafür zahlt der Arbeitgeber anteilig mehr, als er es bei einem 401€-Job tun müsste dafür bekommt der Arbeitnehmer mehr, als er bei 401€ heraus bekäme. Dieser Vorteil für den AN und Nachteil für den AG kompensiert dann die entsprechenden Vor-und Nachteile bei anderen Regelungen wie z.B. Kündigungsschutz, Krankheit etc...

Und es sollte nicht als Vorwurf verstanden sein, aber wenn ich keinen Anteil zur Rentenversicherung leiste und mir dadurch quasi mehr Geld übrig bleibt, dann ist die logische Konsequenz die, dass ich auch dementsprechend blos Anspruch auf den Teil der Rente habe, den mein AG ein bezahlt.

Um Ihnen aber noch einmal meine Sicht klar zumachen. Ich empfinde es nicht als schlimm, dass es Leute gibt, die für 5€ pro Stunde arbeiten. Erstens weil der Markt über Angebot und Nachfrage den Wert selbst reguliert und zweitens weil wir in den nächsten Jahren sowieso einen Fachkräftemangel in DL prognostiziert bekommen haben und gut ausgebildete Menschen dann händeringend gesucht und auch bezahlt werden (ist ja jetzt schon so, wer heute eine gute Qualifikation hat, verdient in der Regel auch gutes Geld)

Inwieweit man das Bildungssystem verbessern müsste, um mehr Menschen besser zu qualifizieren ist ein anderes Thema, trotzdem muss ich da auch wieder auf mehr Selbstverantwortung pochen. Der Staat muss die Bildungsangebote anbieten, aber nutzen muss sie jeder einzelne
Ch. Bach
geschrieben am
20.02.2012 um 09:57 Uhr
Beitrag 69

für nicht einmal 50euro(hier brutto für den AG)kauft man sich also frei von tarifverträgen mit kündigungsschutz, angemessenem stundenlohn,geregelten arbeitszeiten, etc.
nicht alle, eher weniger, arbeiten freiwillig auf 400euro-Basis.

den fachkräftemangel hat man auch mit selbst verursacht. viele betriebe haben sich die ausbildung erspart...und viele gut ausgebildete(ich kenne etliche)haben nach langer suche und unbezahlten praktika das land verlassen. dass unsere arbeitsbedingungen oft nicht einmal mehr weltweit als erstrebenswert gelten kann man auch daran erkennen, dass auch kaum mehr kräfte aus dem osten oder gar indien bereit sind hier zu arbeiten.(was hatte jeder angst vor der öffnung des arbeitsmarktes...und, was ist passiert? nichts! niemand wollte wie befürchtet und wie so laut geschrieen einem deutschen den arbeitsplatz wegnehmen)

einen stundenlohn von 5euro halte ich in keiner branche für gerechtfertigt,das ist pure ausbeutung. der markt regelt sich auch nicht von alleine, so lange arbeitssuchende auf weisung der arge jeden! job annehmen müssen...:denn es gibt ja hartzIV zum aufstocken!
aber bitte nennen sie mir die tätigkeit, die so minderwertig ist, dass der, der sie verrichtet nicht wert ist davon leben zu können
leser
geschrieben am
20.02.2012 um 12:28 Uhr
Beitrag 70

Im ersten Abschnitt meines Beitrages Nr. 67 habe ich den Hinweis vergessen, dass es auch möglich ist, von Kernaussagen eines Beitrages abzulenken wenn man sich in seiner Antwort auf unwesentliche Nebensächlichkeiten konzentriert.

Es gibt die Meinungsfreiheit –der eine findet einen Bruttostundenlohn von 5.-€ gut(ergibt bei Vollzeitarbeit 160 Stunden im Monat unter 600.-€ netto), ein anderer nennt das Sklavenlohn – einer findet es gut, wenn sich Bürger vor Ort in das politische Geschehen einmischen, ein anderer nennt diese Spinner mit fehlendem Demokratieverständnis …….

Die Leser bilden sich sicherlich ein eigenes Urteil
HUB
geschrieben am
20.02.2012 um 13:17 Uhr
Beitrag 71

Ich bitte aber auch zu Bedenken, dass die 5€ als Ansatz eines 400€-Jobes gesetzt waren...und da ist brutto gleich nett. Außerdem weiß ich nicht, wie Sie bei 800 brutto auf unter 600netto kommen, mein Programm zeigt mir 633€ an...
Und nochmal, ich möchte niemanden für 633€ leben lassen, ich befürworte es, dass dieser mensch staatlich aufgestockt wird. Das ist mir lieber als wenn er per Mindestlohn 12€ bekommen müsste, aber dann ausgestellt wird und eine Spirale nach oben losgetreten wird, weil der der bis dato 12€ bekam, jetzt 19€ will und der mit 19€....wissen Sie was ich meine?

Ich finde eigentlich die Einstellung des designierten neuen Bundespräsidenten Gaucks super. Nicht jammern und immer alles auf die bösen anderen schieben. Glaub das war ein guter Griff..

Moon
geschrieben am
20.02.2012 um 13:21 Uhr
Beitrag 72

..zu dem Ganzen hier mal mehrere Fragen/Anmerkungen:

-für welchen "Job" bekommt man 5 Euro brutto/Std. ..ganz konkret ?

-was hatten die "Berufs-Auswanderer" für eine Ausbildung Bestimmt eine gute! ? und warum sind sie ausgewandert?
Meine These: u.a. weil Ihnen mehr Netto vom Brutto blieb....

- es stimmt, dass viele Unternehmen die Ausbildung eigenen Nachwuchses teilweise sträflich vernachlässigt haben..das liegt aber nicht nur an der Unwilligkeit auszubilden, sondern auch daran, dass sich mancher Kleinunternehmer zweimal überlegt , ob er sich einen teuren Lehrling leisten kann!

@ Leser: Ich habe nirgends gelesen, dass jemand "ausufernde Börsenspekulationen" gutheisst...da haben Sie bestimmt was falsch interpretiert!
Tatsache ist, dass die Börse (speziell was den Handel mit Derivaten und ähnlichen Dingen)DRINGEND reguliert werden muss!
Nichtsdestoweniger ist der Aktienmarkt nach wie vor DAS Standbein für viele Lebens- bzw.Rentenversicherungen und die Möglichkeit für Firmen, sich ohne teure Kredite mit Liquidität zu versorgen!
HUB
geschrieben am
20.02.2012 um 13:33 Uhr
Beitrag 73

in FAcebook würde ich jetzt Moons Beitrag mit einem *gefällt mir* quittieren ;-)
Ch. Bach
geschrieben am
20.02.2012 um 13:44 Uhr
Beitrag 74

@leser
stimmt, sie haben recht...lauter scheinfragen und -antworten um vom kern abzulenken...und schon x- mal beantwortet.
leser
geschrieben am
20.02.2012 um 14:14 Uhr
Beitrag 75

ich denke aber dass diese Ablenkungsmnöver von vielen durchschaut werden ;-)

Moon, zwischendurch sind wir ja einer Meinung, aber wenn du im Beitrag Nr. 64 schreibst:



Ja, die Zahl der 400 Euro Jobs hat zugenommen und auch die der Leiharbeiter!
Ist das per se schlecht?

-dann rechne ich mal kurz nach: 400 ,-€ durch angenommen 5.-€ Stundenlohn ergibt eine monatliche Arbeitszeit von 80 Stunden. Wenn ich jetzt die übliche Mindestzeit eines 400.-€-Jobbers von 120 Std/mtl zugrunde lege dann ergibt sich ein Stundenlohn von 3,33€ (ich rechne wie von hub genannt die 400,-€ brutto für netto!).

Also hast du in deinem Beitrag in meinen Augen sogar einen Stundenlohn von 3,33 € befürwortet !!!! Hier liegen wir aber so was von weit auseinander, da können mich auch noch so viele "gefällt mir" nicht überzeugen :-(

und bitte nicht mit dem Einwand kommen - das sind nur Zuverdienstjobs - die ständigen Wiederholungen und Erklärungen werden mir langsam lästig, da muss ich Ch. Bach zustimmen.....
HUB
geschrieben am
20.02.2012 um 14:39 Uhr
Beitrag 76

Das manche Sachen durchs wiederholen nicht richtiger werden ist klar...aber meine Meinung kann ich auch nicht ändern udn wenn dann drehen wir uns alle argumentativ im Kreis...

Und ich glaub nicht, dass Moon (sorry wenn ich für Sie spreche) einen Stundenansatz von 120Std./Monat angesetzt hat und gelten lassen würde...


Wenn Sie mich dagegen fragen, muss ich Ihnen immer wieder das gleiche sagen (Entschuldigung dass ich immer noch so denke):

Wenn der Markt einen Lohn von 3,33€ generiert, dann ist das so! Der Staat stockt ja sowieso auf, wodurch der Stundenlohn für den AN ja besser wird. Und mir ist es lieber es wird überhaupt gearbeitet weil sonst würde aus dem aufstocken ein komplett von Hartz-4 leben....

Vielleicht nur mal ein paar lebensnahe Zahlen: die 21-jährige Toche von Bekannten arbeitet neben Ihrem Studium in der Gastronomie und bekommt 5,50€ pro Stunde. Trinkgeld ist schwankend. Da es sich hierbei um ein gehobenes Lokal handelt, werden einige Voraussetzungen an:
Höflichkeit, Umgang mit Menschen, optischen Erscheinungsbild, Fachkenntnis (Wein,Speisen..) gesetzt.
Jetzt ist diese Entlohnung aber nicht unterirdisch schlecht sondern eher branchenüblich...und selbst diesen schlecht-bezahlten Job kann man nicht jeden machen lassen...
Heißt, es gibt noch andere Jobs, für die die Anforderungen geringer sind, als Beispiel: Laubrechen, Fenster putzen, usw.....logischerweise kann man also davon ausgehen, dass deren Lohn unterhalb der 5,50€ liegt oder?

So jetzt- ganz klar- kommt Ihr Vorwurf: auch 5,50€ sind zu wenig...okay..dann gibts für die Kellnerin 10€ /Stunde..und dann kostet das Essen im Schnitt 5€ mehr....auch gut..je nachdem wie oft ich im Monat zum essen gehe, heißt dass, dass auch ich mehr verdienen möchte, damit ich mir mein essengehen weiterhin so leisten kann...und das gilt dann für alle Lebensbereiche, alles wird teurer, jeder will daher mehr und die Spirale dreht sich...wenn dann schließlich alle 10% mehr Gehalt haben kostet auch alles (mindestens) 10% mehr, durch die Steuerprogression bleibt aber weniger im Säckel und ganz nebenbei geht die Konkurrenzfähigkeit zum Ausland flöten..Super Sache! Keiner gewinnt, aber alle verlieren.
Ch. Bach
geschrieben am
20.02.2012 um 15:54 Uhr
Beitrag 77

ich rede nicht von studenten- und schülerjobs

ich rede von haupteinkommen
Moon
geschrieben am
20.02.2012 um 16:36 Uhr
Beitrag 78

@ HUB : Danke!

@ Leser: Sorry, aber bei 400,- Euro ein 80 Stunden-Monat bzw. eine 20 Stunden-Woche, also Halbtagsbeschäftigung anzusetzen ist lächerlich....

Ich rede von 10 Stunden pro Woche...vielleicht mal 15...und dann komme ich auf einen anderen Stundensatz, oder ? Dann sind wir zwischen 6,66 und 10 Euro !

Ich glaub das Restaurant mit dem großen M zahlt 7,50 oder so....
..da komm ich dann brutto schon auf 1200,-...
..das komische ist nur, da arbeiten hauptsächlich Menschen mit "Migrationshintergrund"...woran liegt das ?

Leute, lügt euch doch nix vor: Es gibt für alles einen Markt, und auch auf dem Arbeitsmarkt gibt es Angebot und Nachfrage...

leser
geschrieben am
20.02.2012 um 18:12 Uhr
Beitrag 79

Moon,

du verlierst an Glaubwürdigkeit mit diesen Beiträgen
- zumindest bei mir-

dumm wenn jemand nachrechnet;-))
Moon
geschrieben am
20.02.2012 um 20:22 Uhr
Beitrag 80

400 Euro / 40 Stunden = 10 Euro/h
400 Euro / 60 Stunden = 6,667 Euro /h

7,5 Euro * 160 Std = 1200,- /Monat

Dumm wenn man nicht rechnen kann.....;-)
HUB
geschrieben am
21.02.2012 um 08:10 Uhr
Beitrag 81

Ch.Bach:
"ich rede nicht von studenten- und schülerjobs

ich rede von haupteinkommen"....

wie darf ich das nun verstehen? Gibt es Studentenjobs und richtige?? Also keine Leute die hauptberuflich in der Gastronomie arbeiten? Oder soll das heißen, dass ein Student gefälligst weniger für die gleiche Arbeit verdienen soll, weil er ja "nur" Geld zum weggehen verdient und der andere seinen Lebensunterhalt. Bitte erklären Sie mir, wie Sie das gemeint haben, ich versteh`s nicht!
Ch. Bach
geschrieben am
21.02.2012 um 10:43 Uhr
Beitrag 82

@hub und moon
...so wird es einfach lächerlich....
ich nehme an, wirklich gute, stichhaltige argumente gegen unterbezahlung oder schamlose gewinnmaximierung haben sie nicht zu bieten, deshalb fadenscheinige rechnungen und hirnrissige vorwürfe.
darum ein "nein danke" zu einer weiteren diskussion auf diesem niedrigen niveau
Ch. Bach
geschrieben am
21.02.2012 um 10:49 Uhr
Beitrag 83

...für unterbezahlung muss es natürlich heissen...sie sind ja dafür!
Hub
geschrieben am
21.02.2012 um 12:22 Uhr
Beitrag 84

Wenn das Ihr Umgang mit Leuten ist, die ernsthaft nachfragen, dann sehe ich es auch so...
SoSo
geschrieben am
21.02.2012 um 12:29 Uhr
Beitrag 85

Frau Bach, was sagen Sie den Milliarden Menschen in Asien, die für einen Bruchteil von dem, was wir verdienen, arbeiten?

Es ist nun mal so, dass sich derzeit ein kleiner Teil des Wohlstandes von Europa nach Asien, Lateinamerika, usw. verlagert.

Schauen Sie doch mal, wo unsere Kleidung, Schuhe, Handys, Computer, Autos, usw. hergestellt werden? Und dafür können weder die Politik noch die Banken etwas dafür. Die Produkte kaufen WIR. Da ist es doch mehr als logisch, dass Kaufkraft und Löhne sinken müssen.

Die Menschen in Asien bekommen nun etwas von unserem Wohlstand ab, weil sie fleißiger, bescheidener und vermutlich auch glücklicher sind.

Wir, gerade hier in Deutschland wissen doch gar nicht mehr, was echte Arbeit ist. Unsere Eltern und Großeltern, ja die hatten noch eine 6-Tage Woche mit 60 Arbeitsstunden.


Und User Leser, ich zitiere:

"Abschließend möchte auch ich zum wiederholten Male feststellen, dass ich der Meinung bin, Deutschland befindet sich mit der seit einigen Jahren gemachten Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik auf einem gefährlichen Weg mit der ernsthaften Gefahr kommender sozialen Unruhen"

Wenn auf der Welt immer noch 25.000 Kinder am Tag verhungern, während hier in D die Leute zum Steinewerfen nach Gorleben fahren oder der Hartz 4 Empfänger den Staat verklagt, weil er mehr Geld will, kann ich unsere Luxusprobleme nicht wirklich ernst nehmen. Uns geht es noch viel zu gut, wir leben wie im Schlaraffenland und merken es nicht einmal. JEDER hat ein Dach über den Kopf, sauberes Wasser, gefüllte Geschäfte, ein Gesundheitssystem von dem Milliarden Menschen nur träumen können.
Sogar die meisten anderen hochentwickelten Industrienationen können unsere Arbeits- und Sozialbedingungen beneiden.
In Japan zum Beispiel schlafen die Menschen teilweise in Schlafkisten am Bahnhof und der Leistungsdruck in diesen Ländern hat ein Ausmaß erreicht hat, dass selbst die für ihre Gelassenheit bekannten Menschen dort am Ende ihrer Kräfte sind.
Oder Fragen Sie mal einen Amerikaner, nach dessen Urlaubstagen, Stundenlohn und Krankenversicherung.
Es ist für mich eine Gutsherren-Mentalität wenn wir Europäer denken uns gehört der Reichtum der Welt und wir sollten in Wohlstand leben, während Menschen in Afrika verhungern oder die Menschen in Asien, für einen ganz kleinen Wohlstand 80 Stunden / Woche arbeiten.

Betrachtet man unsere Situation im globalen Kontext, so geht es uns verdammt gut, aber es gibt Menschen, die ignorieren unseren Wohlstand und beschwören lieber soziale Unruhen herbei.


SoSo
geschrieben am
21.02.2012 um 14:34 Uhr
Beitrag 86

Zitat leser:
"Manchmal wird auch versucht, mit Zahlenspielen oder (meist sehr schlecht zu belegenden beziehungsweise leicht zu widerlegenden) Behauptungen gute Argumente der „Gegenseite“ zu entkräften in der Hoffnung, irgendetwas der eigenen Aussage wird schon hängen bleiben und nicht jeder denkt darüber nach."

Was meinst du mit "Gegenseite"?

Das Thema ist viel zu ernst, um zu polemisieren. Sollte es dir darum gehen "Recht zu haben" bzw. "eine bestimmt Seite" zu vertreten, dann erübrigt sich jeder weitere Kommentar von mir.
Wir sollten hier nicht wie in der Politik eine "festgefahrene Seite" einnehmen, sondern lieber über Fakten diskutieren.
Vielleicht irre ich mich ja...
Ch. Bach
geschrieben am
21.02.2012 um 14:49 Uhr
Beitrag 87

hätten sie auch nur ein einziges mal meine posts (auch in anderen threads) komplett gelesen, dann wüssten sie, dass ich absolut global denke.

gerade deshalb bin ich gegen eine inzwischen unmoralische art der gewinnmaximierung mit niedriglöhnen, wie sie momentan bei uns und anderen reichen industrienationen betrieben wird....

aber wieder einmal zitieren sie als beweismittel ihrer argumentation nur auswüchse unseres sozialsystems und aus dem zusammenhang gerissene sätze, etwa aus meinen kommentaren, statt das gesamte zu betrachten.

z.b.: der warenkorb in hartzIV wird definitiv in Aldi-preisen(oder ähnlichen discountern) berechnet, man zwingt also mindestens ca.3 millionen menschen( mit deren angehörigen etwa dreimal so viele), billigprodukte zu kaufen, produkte die auf kosten anderer armer produziert werden. dazu kommen millionen käufer mit "geiz ist geil"- mentalität, die zwar das nötige kleingeld und damit die wahl hätten, dies aber lieber zur mehrung ihres besitzes statt für faire preise ausgeben. was wiederum unweigerlich die statistik zur berechnung des warenkorbes beeinflusst.eine spirale nach unten die millionen nicht umgehen können.

natürlich träumen viele bürger in andern staaten von einem sozialsystem wie dem unseren- das ich immer noch für eines der besten weltweit halte(was ich übrigens auch schon öfters erwähnt habe). Amerika aber z.b., das die wahl hätte, würgt noch immer nahezu jede verbesserung ab, ob immer freiwillig bleibt dahin gestellt. die folgen sind gravierend, auch und gerade hinsichtlich sozialer unruhen oder kriminalität. steinewerfen in gorleben etwa(was ich absolut verurteile wenn ich auch die wut, die dahinter steckt manchmal nachvollziehen kann)nehmen sich dagegen wie sandkastenspiele aus. noch! aber wie gesagt,die bürger der us-staaten hätten dies selbst in der hand.

aber nehmen wir z.b. die armut in afrikanischen ländern. die hungersnöte etwa. folge von?
...unter anderem der ausbeutung des landes(oder ackerbodens genau gesagt,auf globale klimaveränderungen möchte ich jetzt hier nicht eingehen). natürlich hat zwar auch der letzte nomade das prinzip der gewinnmaximierung verstanden...nur es sind, etwa in äthiopien, doch nicht die kühe der viehhirten, die das gesamte land gar so veröden lassen.äthiopien, eritrea(sahel-zone) und viele andere länder in afrika verfügen über ungemein fruchtbaren boden, der den ganzen kontinent ernähren könnte...wenn da nicht zum beispiel soja für deutsche kühe angebaut würde, billigschnittblumen für muttertag, reis für china - oder auch ölpalmen, für die letzte riesige wälder gerodet werden, um unseren biosprit wachsen zu lassen. aber diese länder müssen das exportieren was wir fordern! schuldentilgung für etwas das sich entwicklungshilfe nennt aber doch nur unserem wohlstand dient .
und so zeigen sich auch in der gewinnung von bioenergie die negativen folgen der gewinnmaximierung: biogas in etwa, angedacht als sinnvolle verwertung von gülle, entwickelte sich zu einem enormen industriezweig. Folge? unsere landwirte bauen inzwischen mehr mais zur energiegewinnung an als korn zur ernährung- das "kaufen" wir dann...in dritter welt ländern, z.b. in äthiopien, s.o. ...

NEIN! das ist keine kritik an landwirten sondern am system!

denn lebensmittel sind zu billig!

es kann doch nicht sein, dass ausgerechnet nahrungsmittel, die grundlage unseres überlebens, so extrem billig zu haben sind. und ackerland nur einen bruchteil von bauland wert ist.
warum sind nahrungsmittel so billig?
großkonzerne bestimmen den preis.
wenig geld für den bauern, wenig lohn für die angestellten und niedrige preise ergeben viele kunden, viel gewinn...
preise,die dann wieder zur berechnung des hartzIV- empfänger-warenkorbs herhalten!
natürlich ist dies nur EIN beispiel,ich könnte die auswirkungen unseres verhaltens auch anhand von wasser und klima dokumentieren. müssig. aber ich bin sicher, unser verhalten und unsere spirale nach unten bezüglich löhnen und dem dazugehörigen kaufverhalten, wirkt sich nicht nur innerstaatlich sondern global aus.
gewinnmaximierung kann es unter ethisch- moralischen gesichtpunkten gar nicht geben.denn der verlust von immensen werten steigt überproportional zum gewinn.

@hub

studentenjob:de.wikipedia.org/wiki/Gelegenheitsjob

studentenjob ist tatsächlich eine geläufige bezeichnung!

ein guter kellner, ober, garcon de cafe ist im grunde unbezahlbar...und wird von lokalen der gehobenen kategorie entsprechend honoriert.

SoSo
geschrieben am
21.02.2012 um 14:51 Uhr
Beitrag 88

Zitat Moon:
"..das komische ist nur, da arbeiten hauptsächlich Menschen mit "Migrationshintergrund"...woran liegt das ? "

Vermutlich willst du uns damit sagen, die Leute sind nicht genug qualifiziert. Du musst aber bedenken, dass es Arbeiten gibt, für die man kein hochqualifiziertes Personal braucht, aber trotzdem gemacht werden müssen.

Wer würde noch "minderwertige" Arbeiten erledigen, wenn jeder hochqualifiziert wäre?
Der Anwalt
geschrieben am
21.02.2012 um 14:55 Uhr
Beitrag 89

@SoSo
Herzlichen Glückwunsch, das war definitiv der widerlichste und doppelzüngingste Beitrag, der bisher zu diesem Thema verfasst wurde! Im einen Beitrag singst du ein Hosianna auf die ach so tollen Manager, die es schaffen ihre Gewinne zu maximieren (was oftmals auf den Rücken der Menschen in ärmeren Ländern geschieht) und hier kommst du (nicht wortwörtlich) mit so einem Unfug von wegen "So lange anderswo Leute verhungern, sollten hier mal lieber alle die Füße stillhalten"!? Wenn du schon so einen großes Fass aufmachst, solltest eine Gedanken auch zu Ende denken. Nimm doch mal das von dir aufgerufene Beispiel Gorleben: Hier in D wird gegen Atomkraft demonstriert, in Niger sterben die Leute jämmerlich, weil der Uranabbau ohne jegliche Sicherheitsmaßnahmen erfolgt um bloß keinen Cent zu viel dafür auszugeben und du siehst da keinen Zusammenhang!?

Oder nimm die Textilbranche: Die namhaftesten Sportartikelhersteller haben ihre Produktion nahezu komplett nach Asien ausgelagert, zahlen dort entsprechende Löhne, nehmen aber für ihre Waren Preise, als wären sie in einer Apotheke angefertigt worden. Selbst wenn jemand seine Kleidung nicht bei kik und Co, sondern nur noch von Nike usw kauft, unterstützt er doch dieses Lohndumping. Die Welt ist leider nicht ganz so einfach, wie du sie hier darzustellen versuchst!

PS: Das Märchen vom Dach überm Kopf kannst du vielleicht jemandem erzählen, der noch nie in seinem Leben in einer Großstadt war, aber bitte nicht uns! Die Schätzungen schwanken zwischen 350000 und 900000 Obdachlosen, die es in unserem Land geben soll. Erzähl denen doch mal, dass hier JEDER ein Dach überm Kopf hat...

Und noch was: Bitte hör endlich auf, den Leuten irgendwelche Sachen zu unterstellen und sie dann auf Grund der Aussagen, die niemals getätigt wurden (sondern die du ihnen unterstellt hast!!), zu verunglimpfen! Frau Bach hat mehrfach durchblicken lassen, dass Ihr an globalen Lösungen gelegen ist und sie das Übel gerne bei der Wurzel packen und weltweite Lösungen finden würde und du unterstellst ihr hier so einen Mist. Mit Oh Mei und dem leser hast du es ähnlich gemacht. Dem einen wirfst du vor, sich hier als sonstwas zu entlarven und dem anderen, er würde soziale Unruhen heraufbeschwören. Bei allem, was recht ist, aber so ein Verhalten geht auf keine Kuhhaut mehr!

on topic: Rein in der Sache teile ich weder die Positionen der einen noch der anderen Fraktion, sondern ich stehe irgendwo dazwischen. Aber derartige rhetorische Taschenspielertricks kann man nun wirklich nicht unwidersprochen hinnehmen!
Jackson
geschrieben am
21.02.2012 um 15:10 Uhr
Beitrag 90

@ Anwalt, Bach usw.
Merkt ihr denn nicht, was hier vor sich geht? SoSo müllt das Thema mit irgendwelchem hanebüchenen Unsinn, haltlosen Thesen und aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten zu, ohne eure Beiträge wirklich gelesen, geschweige denn verstanden zu haben. Entweder er ist hier nur auf Krawall aus, oder er will das Thema derart zuspammen, dass ihr hier die Lust am diskutieren verliert. So ein Verhalten ist in vielen anderen Foren gang und gäbe und wird dort "Getrolle" genannt. Schade, dass so etwas hier nun auch EInzug hält!
Ch. Bach
geschrieben am
21.02.2012 um 15:28 Uhr
Beitrag 91

@jackson
ich fürchte, soso ist kein spammer, sondern opportunist der üblen sorte....der auch noch glaubt was er sagt
leser
geschrieben am
21.02.2012 um 17:17 Uhr
Beitrag 92

Zu meinen Berechnungen im Beitrag Nr. 67:


Bei meinen Beispielrechnungen eines Stundenlohnes bei einem 400,- Job ging ich von 80 bis 120 Arbeitsstunden im Monat aus(5,- bzw. 3,33-€ Stundenlohn). Die Annahme dieser Arbeitszeiten basierte auch auf Recherchen in aktuellen Jobbörsen. Hier bewegt sich die Bandbreite von 15 Wochenstunden bis Vollzeit. Oft wird die Arbeitszeit erst nach Rückfrage genannt. Die Annahme, dem überwiegenden Teil der 400,-€Jobs(Minijobs) eine Arbeitszeit von monatlich zwischen 80 und 120 Stunden zugrunde zu legen ist in meinen Augen realistisch. Zu meiner Bewertung dieser Jobs und Niedriglöhnen allgemein sowie deren volkswirtschaftlichen Folgen verweise ich auf meinen genannten Beitrag.

Auf ein Niveau, in dem ich anderen Forumsteilnehmern fehlende Rechenfähigkeit unterstelle, begebe ich mich nicht!

Auch ich bedauere den Verlauf dieser Diskussion und die Trolle( manchmal derselbe unter verschiedenen Decknamen) die nichts anderes bezwecken, als sachliche Diskussionen zu verhindern. Leute, die andere Beiträge nicht lesen oder absichtlich mißverstehen und mit Unterstellungen arbeiten sind einer Antwort nicht wert!!!
Ch. Bach
geschrieben am
21.02.2012 um 17:36 Uhr
Beitrag 93

@leser

ich wünschte ich könnte immer so sachlich neutral wie sie bleiben und argumentieren, meinen respekt!
Hub
geschrieben am
21.02.2012 um 18:30 Uhr
Beitrag 94

@Ch.Bach: ich weiß, was ein Gelegenheitsjob ist...ich wollte nur wissen, wie sich Ihrer Ansicht nach ein 400€-Gelegenheitsjob von einem 400€-Hauptjob in Bezug auf den Stundenlohn unterscheidet...Zitiere Sie nochmals:

"ich rede nicht von studenten- und schülerjobs

ich rede von haupteinkommen".

Vielleicht habe ich Sie da wirklich falsche/nicht verstanden, aber so kapier ich`s nicht und die Frage war wirklich ernst gemeint!!!
Hub
geschrieben am
21.02.2012 um 18:31 Uhr
Beitrag 95

achja und bitte nicht mit anderen Usern in einen (Waren-)Korb werfen, okay? ;-)
Moon
geschrieben am
21.02.2012 um 21:32 Uhr
Beitrag 96

@ Soso: mit dem Hinweis auf die Angestellten mit "Migrationshintergrund" wollte ich keineswegs unterstellen, dass diese zu wenig qualifiziert sind, sondern dass es zuwenig Deutsche gibt, die sich dafür nicht "zu schade" sind...und da rede ich von Fakten!

@ Leser: unterstellen Sie nicht Anderen dass diese Berechnungen manipulieren, dann unterstellt Ihnen auch keiner mangelnde Rechenfertigkeit!
Und, ich kenne NIEMANDEN, der mehr als max. 60 Std. für 400 Euro arbeiten muss!

zum Thema:

Was soll eigentlich der Hinweis auf Aubeutung in anderen Ländern?
Fakt ist doch, dass eben wegen völlig fehlender sozialer und arbeitsrechtlicher Systeme in gewissen Länderen derartig menschenunwürdig produziert werden kann , während wir hier hier in D so ziemlich alles geregelt haben!
Und wenn Frau Bach schon so global denkt: Wo produzieren globale Konzerne, heute und in Zukunft?
Bestimmt nicht da, wo nur die Sozialabgaben für Ihre Leute ins unermessliche steigen, sondern da, wo durch Produktivität (Leistung, Fleiss, Wissen,Lohnkosten) sich die Produktionskosten rechnen!
Wir haben es also in der Hand, ob wir auf politische Besserung in den genannten Ländern hoffen oder, um derartige Verhältnisse bei uns zu vermeiden, auch ein wenig zur Produktivität beizutragen!
Das geschieht aber sicher nicht, wenn ich unverhältnissmäßige Löhne für unqualifizierte Jobs fordere....


leser
geschrieben am
22.02.2012 um 17:51 Uhr
Beitrag 97

Ich kann mich nicht erinnern, bei der Berechnung des Stundenlohnes jemandem Manipulation vorgeworfen zu haben.

Hinweis: das Thema Unterstellungen ist in diesem Forum mehrmals genannt worden. Durch einige User verursacht scheint mir das Klima im Forum etwas vergiftet worden zu sein - manchmal zeigt sich aber dadurch auch der wahre Kern eines Schreibers ;-)



Moon
geschrieben am
23.02.2012 um 11:18 Uhr
Beitrag 98

Jetzt muss ich leider auch mal persönlich werden:

Zitat Leser: "dumm wenn jemand nachrechnet;-))"

Was sollte diese Aussage von IHNEN denn implizieren ?
Ich hab es als Vorwurf der Zahlenmanipulation verstanden!

Also bitte drücken Sie sich so aus, dass man es auch nicht missverstehen kann, da Sie sich ja sowieso dauernd darüber beschwerden falsch verstanden zu werden!

Im übrigen wird mir Ihr paranoides Geschreibe von "Klimavergiftung", "Ablenkungsmnöver", "von Kernaussagen ablenken" etc. zu kindisch!

Also: Bitte wieder eine Diskussion mit Fakten!
Hub
geschrieben am
23.02.2012 um 12:30 Uhr
Beitrag 99

Wurde mir ja auch vorgeworfen, nur weil ich gefragt habe, wo denn der Unterschied im Stundenlohn zwischen Hauptberuf und Studentenjob liegen soll ;-)

Im Übrigen empfinde ich es auch nicht so, dass sachlich auf meine Argumente eingegangen wird....äußere ich die Angst dass durch Mindestlöhne eine Inflationsschraube ausgelöst wird (siehe Beitrag 76), bekomme ich nur zu hören, dass es anscheinend Unterschiede zwischen 400€ Studentenjobs und 400€Hauptjobs gibt, auf meine Argumentation selbst wird jedoch nicht eingegangen und die Nachfrage in obiger Sache als unsachlich bezeichnet....

Ne, im Ernst, kommen wir alle wieder auf eine sachliche Ebene zurück... und würde mich nach wie vor über Antworten auf obigen Fragen freuen...
Ch. Bach
geschrieben am
23.02.2012 um 14:21 Uhr
Beitrag 100

@moon
nun, ich kenne mindestens 15 menschen in meiner nächsten umgebung, die locker regelmässig mehr als 100 stunden für 400 euro arbeiten.ich muss allerdings dazu sagen, dass hier vor allem freiberufler und selbstständige, also keine festangestellten betroffen sind. andrerseits sind diese alle hochmotiviert und kompetent, keineswegs ungebildet und nicht ansatzweise faul. leider hat das konzept HartzIV auch zwangsweise scheinselbständigkeit und schein-freiberuflichkeit( nicht unbedingt von den betroffenen so gewollt) gefördert, hier wurden die ansätze im programm zu wenig durchdacht.

bei der frage nach der produktivität bin ich eigentlich der meinung, das deutschland hier einen spitzenplatz einnimmt(bruttoinlandsprodukt 2009 rang 4, nicht schlecht für eine so kleine nation, oder?)insofern verstehe ich ihre forderung nach mehr produktivität nicht.

betrachte ich die entwicklung der kaufkraft, zeigt sich mir das bild eines etwa 15%igen kaufkraftverlustes allein seit einführung des euro, der in etwa mit der einführung des hartz IV gesetzes gleich fällt. aber weder löhne/gehälter oder gar regelleistungen sind in dieser zeit dermassen gestiegen. für einen gut verdienenden angestellten/facharbeiter/beamten bedeutet dies vielleicht den verlust im wert einer kleinen urlaubsreise . für jemanden der allerdings jeden cent zur bestreitung des blanken lebensunterhaltes benötigt bedeuten 15% Kaufkraftverlust grob gerechnet 3Tage ernährung...wie oft fasten sie 3 tage in folge?

ursprünglich war ich durchaus ein befürworter der reform, weil z.b.(nur drei punkte des ursprünglichen komzepts):
-der Regelsatz sollte bei 511 Euro liegen
-für heranwachsende war ein sogenannter Wachstumsbedarf eingeplant(jeder der kinder hat weiß, dass wachsen nicht geregelt werden kann, da können die neuen schuhe innerhalb eines monates zu klein sein)
-psa- agenturen waren gedacht als mittel der schnellen wiedereingliederung am ersten arbeitsmarkt, job-floating sollte über förderkredite anreize für arbeitgeber bringen, auch langzeitarbeitslose, minderqualifizierte, ältere oder behinderte arbeitnehmer einzustellen.

ergebnis:
-regelsatz 345 bzw. inzwischen 374 euro
-wachstumsbedarf gestrichen
-leih/zeitarbeit dient nicht mehr der eingliederung, sondern ist inzwischen eine feste form der beschäftigung, zum finanziellen schaden des arbeitnehmers und zum verlust von einnahmen des staates in form von sozialabgaben und steuern....und jobfloating ? nun, die fördermittel/kredite wurden oft mitgenommen, der arbeitnehmer dann doch so schnell als möglich- unter oft fadenscheinigen begründungen wieder ausgestellt....für den nöchsten jobfloat!

und wie sieht es mit der gezielten förderung des arbeitslosen aus?
08/15 kurse, in die einfach jeder gesteckt wird bis der kurs voll ist,jeglichen eignungstest ignorierend. wir müssten eigentlich von einem heer von bürogehilfen überschwemmt sein, in unserem raum z.b. aber auch von busfahrern....

1-euro jobs holten millionen arbeitslose kurzfristig aus der statistik, nach beendigung des programms rutschen die meisten wieder rein,allerdings platz machend für den nächsten 1-euro- jobber....ohne schaffung einer einzigen vollerwerbsstelle mehr

vielleicht sollten wir einfach die tatsache akzeptieren, dass es schlichtweg nicht genug freie stellen gibt? was doch auch insofern sinnvoll ist, als eine stelle bei wegfall des arbeitenden gut neu besetzt werden kann.

@ hub
diese stichelei musste ja kommen und bekräftigt mich nicht unbedingt darin, ihre aussage bezüglich ihrer ernsthaftigkeit wirklich zu glauben...aber sorry, ich bin berufstätig und nicht jeden tag bereit zu diskutieren, umso mehr als sie ja eine vernünftige, fundierte antwort und kein emotionales "gewäsch" erwarten, oder?

sie haben angst vor der inflationsschraube ---ich habe angst vor der armutsspirale

schüler- und studentenjobs beinhalten im normalfall eine kurzzeitige, also befristete (aushilfs-) tätigkeit ohne nennenswerte erwartung an kompetenz oder gar bindung an den arbeitgeber. eben jobs, um sich ein taschengeld hinzu zu verdienen, wie rasenmähen, babysitten, etwas kellnern, treppenhaus putzen etc(maximal 19 stunden/woche)...leistungen die kaum eines vollerwerbes bedürfen oder lohnen und oft auch von privat vergeben werden. sozialleistungen sind in der regel vom arbeitgeber nicht zu bezahlen, da schüler oder studenten versichert sind und ihr unterhalt gesichert sein sollte durch leistungen der eltern und/oder bafög.und wie gesagt...besondere fähigkeiten sind nicht erwartet, ausser schüler/student nutzt die tätigkeit als praktikum

allerdings greifen immer mehr ag zum mittel des minijobs, 3 studenten verrichten die arbeit EINES festangestellten...
bezahlt wird untertariflich, weil "NUR" job...
studenten lassen sich das (vielleicht notgedrungen, aber das ist wieder ein extra-thema)gefallen, weil befristet und das ende absehbar...
...und ausgebildeter mitarbeiter hat das nachsehen...dessen lohn etwa beim festangestellten ober schon bei 10 euro liegen sollte

also als kurzfristiger job aushilfweise ist das gehalt ihrer bekannten ok, aber bei anforderungen wie bei einem ausgebildeten kellner keinesfalls, wozu u.a. die repräsentation und vertretung der gaststätte nach aussen gehören würden und wofür es die bezeichnung gastronomiefachkraft(tatsächlich ein ausbildungsberuf) gibt.
aber egal welchen job student/schüler/aushilfe nachgeht, er wird in der regel nicht das komplette spektrum des berufsbildes verkörpern können, also auch nicht den tariflichen lohn dafür erhalten . sollte er doch eine fachkraft sein sollte er auch das gleiche einkommen erhalten.

noch eine schlussbemerkung
ja, moon hat recht, wenn er bescheidung fordert und mehr produktivität...nur denke ich, diese forderung sollte andere betreffen und nicht ausgerechnet die, für die weitere beschneidungen mangelernährung,unmögliche wohnsituationen, noch schlechtere bildung und abkoppelung vom sozialen leben, also die absolute ausgrenzung bedeuten würde.arbeitsbedingungen wie in fernost(siehe mz heute)können doch nicht zur forderung führen, uns auf niedrigstem niveau anzupassen.damit ist dann weder asiatinnen mit 18stundentag und schlafgelegenheit in der 8bettkammer gedient noch unseren millionen niedrigverdienern.

Das Gedächtnis
geschrieben am
23.02.2012 um 15:46 Uhr
Beitrag 101

Moon, bist du Psychologe? Das ist jetzt schon das zweite mal, dass du bei einem Nutzer hier im Forum Paranoia diagnostizierst. Wenn du nicht sachlich diskutieren kannst, dann lass es einfach! Echt toll: Einem User unterstellen, er wäre geisteskrank, aber eine Zeile später eine Rückkehr zu den Fakten einfordern. Kein Wunder, wenn hier niemand auf deine krudes Geschwätz eingeht!
M.Eschenberg
geschrieben am
23.02.2012 um 16:27 Uhr
Beitrag 102

Liebe(r) Ch.Bach:

Also jetzt wird es von Ihrer Seite her echt peinlich: Jetzt ist die Gesellschaft also Schuld wenn ein Selbständiger/Freiberufler zu weinig verdient? Ist das wirklich Ihr Ernst? Schon mal was vom unternehmerischen Risiko gehört?

zitet:
"andrerseits sind diese alle hochmotiviert und kompetent, keineswegs ungebildet und nicht ansatzweise faul."

wenn heute jemand hochmotiviert+kompetent+geildet+fleißig sind, WORAN LIEGT ES DANN??

Zuviel Konkurrenz?/ Zu wenig Nachfrage?
>> dann muss ich mir `ne Nische suchen oder die Branche wechseln

Genug Arbeit,aber zuwenig Erlös?
>> dann sollte ich überlegen, ob in dieser Branche überhaupt Geld zu verdienen ist,
ob ich gut wirtschafte und mir meine Arbeit auch ausreichend bezahlen lasse

wenn`s dann doch nicht klappt, ist man vielleicht nicht so hochqualifiziert wie man glaubt, oder der Markt ist einfach übersättigt, oder oder oder?

Aber WAS???? bitteschön, hat der Staatt / die Gesellschaft damit zu tun..

Kann wirklich sein, dass ich wie viele Vorredner Ihre Argumente falsch interpretiere, wenn ich mich irre, sagen Sie es, aber es hört sich an wie:

Wenn ein Selbständiger nicht von seiner Arbeit leben kann, dann soll er`s bleiben lassen...

Außerdem es gibt den Begriff "scheinselbständig" aber "scheinfreiberuflich" habe ich noch nie gehört und das macht in meinen Augen auch keinen Sinn, weil sich alle freien Berufe per Definition dazu eignen Sie freiberuflich auszuüben... Es kann nicht sein, dass ein Müllmann sich als "Unternehmer" an einen Entsorgungsbetrieb verleiht, da gebe ich Ihnen entschieden REcht!

Aber freie Berufe sind alles Berufe, die eben eine derartige Form begünstigen!
M.Eschenberg
geschrieben am
23.02.2012 um 16:40 Uhr
Beitrag 103

Nachtrag:
Da ich selbst Unternehmer bin, möchte ich Bezug auf Ihre Aussage nehmen:

"schüler- und studentenjobs beinhalten im normalfall eine kurzzeitige, also befristete (aushilfs-) tätigkeit ohne nennenswerte erwartung an kompetenz oder gar bindung an den arbeitgeber. eben jobs, um sich ein taschengeld hinzu zu verdienen, wie rasenmähen, babysitten, etwas kellnern, treppenhaus putzen etc(maximal 19 stunden/woche)...leistungen die kaum eines vollerwerbes bedürfen oder lohnen und oft auch von privat vergeben werden."

Also da darf ich Ihnen mitteilen, dass ich einen 400€-Job, bei dem Qualifikation benötigt wird, lieber einen motivierten Studenten oder Schüler gebe, dem ich nicht alles 5mal erklären muss, als einem von der BA geschickten Hartzer, der sowieso keinen Bock auf so "niedere Arbeit" hat.

Ich finde Ihr Engagement wirklich ernst gemeint, sehr löblich. Meine Angestellten kennen mich auch als sozialen Chef, der nicht nur Dollarscheine sieht. Jedoch kann man als Unternehmer immer nur so verständnisvoll und großzügig sein, wie es die wirtschaftliche Lage hergibt.

Und da glaube ich ehrlich gesagt, leben Sie manchmal einen romantischen sozialistischen Traum, der mit der Realität in Deutschland und der ganzen Welt nichts zu tun hat...

und wenn ich lese das 3 Studenten einen Arbeitsplatz "vernichten" muss ich schon fragen, warum 3 Studenten weniger wiegen wie ein Haupteinkommen...

Der Markt ist hart aber fair....
Ch. Bach
geschrieben am
23.02.2012 um 18:24 Uhr
Beitrag 104

-schein-freiberuflich?
zum beispiel pädagogen, die nicht fest angestellt sind aber fest an eine schule eingebunden, nicht so ungewöhnlich etwa bei musik- oder kunstpädagogen. der arbeitgeber spart sich hier die sozialversicherungsbeträge. allerdings habe ich den bindestrich vergessen in obigem beitrag.siehe z.b. www.dtkv-berlin.de/index.php?option=com_content&task=view&id=820&Itemid=133

-sozialistisch?
habe ich schon mal negativ beantwortet, man muss weder kommunist noch sozialist sein um für gerechte verteilung von arbeit und einkommen zu sein

-idealistisch?
ja, unbedingt. und für mich kein negativ besetzter begriff. was sollte auch negtiv sein an dem wunsch eines auskömmliches lebens für alle ? vielleicht allerdings unbehagen verbreitend bei denen, die etwas abtreten sollten....ich denke allerdings auch, es wäre besser, von sich aus über lösungen nachzudenken als soziale unruhen abzuwarten. wobei ich hier unruhen weltweit verstanden wissen möchte.

steh ich mit meiner meinung ganz allein da? eher nicht. unzählige öko- und bioethiker, auch philosophen und moraltheologen haben sich damit beschäftigt, es bestand sogar die chance, mit huber einen solchen als bundespräsident zu bekommen.allerdings, das gebe ich zu, sind mir diese personen in der formulierung voraus.....

wenn sie das peinlich nennen wollen........
Ch. Bach
geschrieben am
23.02.2012 um 19:10 Uhr
Beitrag 105

noch ein nachtrag für faire unternehmer: www.die-umwelt-akademie.de/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=59&Itemid=86
MEschenberg
geschrieben am
24.02.2012 um 08:38 Uhr
Beitrag 106

Das meinte ich nicht mit peinlich. Als peinlich bezeichnete ich Ihre Aussage, bezüglich der Selbständigkeit. Bei meinen Recherchen habe ich übrigens einen Artikel gefunden, dass z.B. Musikpädagogen händeringend gesucht werden.. www.dradio.de/dlf/sendungen/campus/787005/
Ist zwar schon 3-4 Jahre alt..

Zu Ihrem Statement bezüglich idealsitisch. Nehme ich zur Kenntnis und heiße ich für gut. Jedoch und auch das nehmen Sie bitte zur Kenntnis, Sie müssen es nicht gut finden:

Ich glaube, dass es in einem System Gewinner und Verlierer geben muss. Auch die Angst vor Armut, Job-Verlust oder versäumter Karriere ist ein großer Antrieb um sich jeden Tag aufs neue zu motivieren, teuere Fortbildungen in Kauf zu nehmen und seinBestes zu geben. Dadurch geht es insgesamt allen besser. Eine produktive, leistungsorientierte GEsellschaft kann Ihren "Verlierern" weitaus mehr bieten, als andere Systeme es gar den Gewinnern könnten...Nur wenn wir weiterhin wettbewerbsorientiert arbeiten und konkurrenzfähig bleiben, können wir es uns auch leisten, dass wir unser Meinung nach sehr gutes Absicherungssystem erhalten.

Eine warme Wohnung, Essen und Geld für Kleidung stellen Güter dar, die für Großteile der Weltbevölkerung nicht selbstverständlich sind.

Was ich an unserem System eher bemängele und da sollten dringend noch Verbesserungen her, ist z.B. das es einem Hartz4-Empfänger kaum möglich ist sich etwas hinzu zu verdienen ohne gleich mehr Ansprüche zu verlieren, als er durch die Mehrarbeite gewonnen hat. Ebenso find ich es beschämend, das jemand der mit 50 Jahren nach Vollerwerbstätigkeit arbeitslos wird, gezwungen wird sein kleines Eigenheim zu verkaufen und wie jeamdn behandelt wird, der nie einen Strich gearbeitet hat.

Das stört mich übrigens auch bei unserem Pflegesystem. Als meine Großeltern mit abbezahltem Eigenheim und wirklich guter Rente ins Pflegeheim gingen musste das Haus verkauft und alle Ersparnisse aufgebraucht werden, weil die Rente dann für beide doch nicht ganz kostendeckend war. Mein Opa regte sich dort tiereisch über seinen Zimmernachbarn auf, den er gut kannte und der laut seiner Aussage immer lieber sein Geld verprasst hat anstatt sich ein Eigenheim oder Vermögen zu schaffen....Dieser bekommt jedoch von Anfang an auf Kosten der Allgemeinheit seinen Platz bezahlt, weil er ja selbst mittellos ist.

Das ist, glaubt mir, echt unbefriedigend an unserem System! Es sollte sowas wie einen Freibetrag geben, der nicht angegriffen wird..oder was meint Ihr?
Ch. Bach
geschrieben am
24.02.2012 um 10:51 Uhr
Beitrag 107

@ eschenberg
ich bin jetzt ehrlich gesagt verblüfft, weil ich mich frage über welchen punkt wir nicht -zumindest im groben- einer meinung sind? eigentlich doch dann nur, dass ich noch dazufüge, dass es sowas wie einen mindestlohn geben sollte, der jedem, der vollzeit und mehr arbeitet auch ermöglicht, sein auskommen zu haben. was ja im grund ihre aussage über hartz auch besagt.
und dass gewinnmaximierung nicht auf kosten der gesamtweltbevölkerung gehen darf...
-über freibetrag: gibt es , wenn auch gering. immobilien müssen, soweit mir bekannt, nur veräussert werden, wenn sie nicht von kindern, bzw. enkeln selbst genutzt werden. immobilien als renditeobjekte werden allerdings draufgehen...
ch.Bach
geschrieben am
24.02.2012 um 11:21 Uhr
Beitrag 108

nachtrag: selbstgenutzte immobilien müssen nach einer gesetzesänderung auch nicht mehr verkauft werden wenn man hartz IV empfänger wird.
Moon
geschrieben am
24.02.2012 um 15:28 Uhr
Beitrag 109

@ Ch.Bach: Was den Mindestlohn angeht, da glaube ich, sind wir so ziemlich Alle einer Meinung...nur die Höhe ist vielleicht strittig...;-)
Wenn Jemand 160 Std. im Monat arbeitet, muss er davon leben können! Fertig!


Wie Hr.Eschenberg schon ausgeführt hat, regelt der Markt doch einiges durch Angebot und Nachfrage...

..aber zum Thema: Mich würde, soweit hier in der Öffentlichkeit möglich, doch interessieren,was das für Tätigkeiten sind...bei denen man für 100 Std. Arbeit nur 400 Euro kriegt..noch dazu als Selbständiger..

Ich kenne Leute die füllen Regale, kommissionieren Waren, arbeiten in Arztpraxen oder Kanzleien...aber doch nicht für 4 Euro/Std...
Mitleser
geschrieben am
24.02.2012 um 16:30 Uhr
Beitrag 110

meedia.de/print/honorare-2009-leben-mit-10-cent-pro-zeile/2009/04/21.html

Für hundert Zeilen rechnet man grob 1 Stunde reine Schreibzeit. Zählt man hier Recherche dazu kommen schnell etwa 3 bis 4 Stunden Arbeitszeit zusammen.

Dies ist eine wertungsfreie Information.
Wieso diese Leute das machen wird ihr Geheimnis bleiben.

Aber wen wundert es, daß sich die Qualität der Artikel oft dementsprechent darstellt.
Ch. Bach
geschrieben am
25.02.2012 um 10:50 Uhr
Beitrag 111

wieso macht jemand etwas wie malen, musik, schreiben...vielleicht weil er diesen beruf liebt? und geld nicht das hauptziel im leben jedes menschen ist.
Moon
geschrieben am
26.02.2012 um 12:56 Uhr
Beitrag 112

..nun, ich glaube es gibt bei vielen Menschen Dinge, die sie lieber täten...die Frage ist aber auch, ob man davon leben kann....
Ch. Bach
geschrieben am
26.02.2012 um 13:46 Uhr
Beitrag 113

gott sei dank hat sich etwa mozart diese frage nicht gestellt ....


Moon
geschrieben am
26.02.2012 um 16:51 Uhr
Beitrag 114

...naja...leider wird einem Idealismus halt in den seltensten Fällen vergoldet...und an Van Goghs haben auch nur seine Erben verdient!

Wenn ich aber weiß, dass ich von meiner Tätigkeit höchstwahrscheinlich nicht leben kann, dann lass ich`s oder ich bleib arm und hoffe auf Mitgefühl...

Ch. Bach
geschrieben am
26.02.2012 um 17:31 Uhr
Beitrag 115

...oder ich nehm einen nebenjob an, hoffentlich auf mindestlohnbasis. ;-))
Haidhofer
geschrieben am
26.02.2012 um 18:21 Uhr
Beitrag 116

@ Moon
Was soll man man denn sonst machen als studierter Germanist oder gelernter Fotograf, wenn man keinen anderen Job in Aussicht hat? Stempeln gehen? Manchmal fragt man sich echt, wie man es euch hier recht machen kann. Hier wird permanent gegen Mindestlöhne gewettert und wenn mal einer für nen Hungerlohn arbeitet, wird er nur belächelt und angegangen, weil er aufstocken muss. Beschämend!
Moon
geschrieben am
26.02.2012 um 20:32 Uhr
Beitrag 117

Nur fürs Protokoll: Ich bin für einen Mindestlohn!
Ich hab auch kein Problem damit, wenn jemand ein sog. "Aufstocker" ist und bin der Letzte der Jemanden deswegen angreift!

Ich kann aber leider nicht erwarten, dass ich als Germanist etc. die Jobs nur so hinterhergeschmissen kriege...es gibt dafür eben zu wenig Nachfrage!

Aber die Entscheidung dafür, was man studiert, trifft doch Jeder selbst!
Haidhofer
geschrieben am
26.02.2012 um 22:03 Uhr
Beitrag 118

Sorry, mit dem Mindestlohn bin ich wohl durcheinander gekommen (das waren andere Leute als du, die dagegen sind). Kann schon mal passieren bei 117 Beiträgen.

Und was die Germanisten betrifft: Die Situation ist für alle Beteiligten unbefriedigend. Die Studenten leiden unter katastrophalen Studienbedingungen; Professoren jammern, dass die Hälfte der Studenten untauglich sind (die mitunter exorbitant hohen Abbrecherquoten scheinen dies zu bestätigen) und die Allgemeinheit finanziert (wie weiter oben bereits erwähnt wurde) unzähligen Studenenten indirekt eine Ausbildung zum Lieferwagenfahrer, die man auch deutlich billiger haben könnte... Wieso verknappt man nicht einfach die Studienplätze für all die überbelegten Fachbereiche (Germanisten sind ja in diesem Punkt in bester Gesellschaft mit den Studenten/Absolventen vieler anderer Studiengänge)? In vielen anderen Fachbereichen klappt das doch auch. Ohne jetzt zu weit ausholen zu wollen: Aber gerade an Universitäten lässt sich gut ablesen, in welchen Fachbereichen welche Lobbyarbeit geleistet wurde...

Schon klar, jeder kann selbst entscheiden, was er studiert; aber (wie ebenfalls schon jemand hier geschrieben hat) wird oftmals auch grundverkehrt beraten. Und gerade als 19jähriger Schulabgänger kann einem da schon mal eine Fehlentscheidung unterlaufen. Daher nochmal: Was soll ein Germanistik-Absolvent denn deiner Meinung nach tun, wenn er keinen besser bezahlten Job findet?
Ch. Bach
geschrieben am
26.02.2012 um 22:55 Uhr
Beitrag 119

vielleicht sollte man einfach wieder eine bindende eignungsprüfung fürs gymnasium einführen? damit wirklich wieder grips und nicht geld und lobby entscheiden?

(sarkasmus an)...germanist wird unterbezahlter reporter oder so---und bemüht sich, katastrophale manuskripte in lesbares deutsch zu übersetzen.
Günther Zait
geschrieben am
27.02.2012 um 10:00 Uhr
Beitrag 120

Ich bin nicht gänzlich gegen einen Mindestlohn, sehe aber folgende Probleme:

1. WIE wird er von WEM festgesetzt?
2. Wie verhindert man, dass es zu einer Verzehrung der Lohnverhältnisse kommt? Soll heißen: wird jemandens Mindestlohn beispielsweise auf 5,50€ gesetzt, der bis dato 4,80 € hatte, so bekommt er quasi eine Lohnerhöhung von ~15%....Jedoch wird derjenige mit einem Stundenlohn, der bereits über dem Mindestlohn liegt sicherlich nicht automatisch daruch 15% mehr verdienen...

Ch. Bach
geschrieben am
27.02.2012 um 11:12 Uhr
Beitrag 121

die festsetzung eines mindestlohnes hat in meinen augen nichts mit einer lohnerhöhung zu tun, sondern ist befolgung des grundgesetzes
Günther Zait
geschrieben am
27.02.2012 um 11:24 Uhr
Beitrag 122

Danke für die tolle Antowrt und vor Allem. dass Sie so schön auf meine Argumentation eingegangen sind....
Sie werfen anderen immer vor, nicht ordentlich auf deren Arguemente einzugehen und dann kommt sowas....
Ch. Bach
geschrieben am
27.02.2012 um 12:44 Uhr
Beitrag 123

sorry, ich dachte wohl zu schnell

-wie von wem: dazu nehme ich die üblichen lebenshaltungskosten und ansprüche eines arbeitnehmers und errechne daraus den bedarf. am besten in zusammenarbeit von regierung und gewerkschaften.wie immer eben, denn in vielen branchen ist ein mindestlohn inzwischen genau so zustande gekommen.
-verzerrung der lohnverhältnisse: dazu müsste eigentlich meine obige antwort reichen. die erhöhung des einkommens auf einen mindestlohn ist nicht gleichzusetzen mit einer lohnerhöhung. also stellt sich die frage gar nicht, ob ein anderer jetzt auch 15% mehr gehalt bekommen müsste.
und obwohl bisher schon etliche branchen auf einen mindestlohn erhöhen mussten(was teiweise nahezu 50% mehr ausmachte) kam bis dato kaum ein vorwurf, dass es hier zu verzerrungen käme. vielleicht weil die mehrheit der bevölkerung doch ohne neid einsieht, dass es eine untere grenze zum schutz vor ausbeutung geben muss?
Günther Zait
geschrieben am
27.02.2012 um 13:27 Uhr
Beitrag 124

Danke für diese Antwort. Wie gesagt ich bin selber keine Gegner eines Mindestlohnes. Ich sehe einfach nr einige Probleme, die es zu lösen gilt.

Es muss einfach genau gereglt sein: WER fest ihn WIE und achja WANN fest...
weil es wird sicherlich nicht reichen, ihn einmalig festzusetzen...Jedes Jahr wäre aber auch ein Riesenaufwand..ich könnte mir ein 2Jahres-Fenster vorstellen,...und der Mindestlohn wird dann entsprechend der durchschnittlichen Lohnerhöhungsrate angepasst (die Teuerungsrate würde ich da nicht ansetzen, denn alle anderen Arbeitnehmer bekommen Ihren Lohn auch nicht automatisch nach dieser angepasst-eigene Erfahrung).

Wie man ihn festlegt, ist schon komplizierter, weil viele Faktoren eine Rolle spielen, einfach zu sagen der ist jetzt bei 4,00€ oder 4,50€ reicht nicht, man müsste es eher so angehen.

Wieviel soll ein Berufstätgier im Monat einem Hartz4-Empfänger gegenüber zur Verfügung haben. Und dieser Betrag muss dann auf eine angesetzte Wochenarbeiotszeit angesetzt werden...Dass da aber keine 38 Stunden Woche rauskommen kann muss glaub ich aber auch klar sein....Aber ich laube die oben genannten 5-6€ kommen schon ziemlich genau in diese Richtung.

Gehe ich einmal von 6,50€ und einem Alleinverdiener ohne Kindergeld o.Ä. aus hat dieser bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 48 Stunden (gesetzl. Höchstwert für Angestellte) dann komme ich auf 1.248,00 € brutto also 932,- € netto....
Verdiene ich mir dann noch 400€ im Nebenjob hinzu, dann habe ich 1350,- € zur Verfügung. Und da lässt sich schon gut leben (ACHTUNG: ALS ALLEINSTEHENDER!!)

Moon
geschrieben am
27.02.2012 um 14:40 Uhr
Beitrag 125

@ Herrn Zait:
Sorry, aber jetzt muss ich auch mal den Sozialisten rauskehren!
Bei dem von Ihnen verwendeten Rechenbeispiel müsste der arme Kerl also Montag bis Samstag je 8 Stunden im "Hauptberuf", und dann (wenn er Glück hat) nochmal jeden Tag 2 Stunden im Nebenjob verbringen, um auf die genannte (nicht wirklich hohe!)Summe zu kommen.

Macht also eine 60 Stunden Arbeitswoche...sorry, aber da würd sogar ich mich auf die faule Haut legen und aufs Hartz 4 warten....(wenn ich da noch Fahrtkosten etc. rechne..)

Da liegt doch unser Problem: der Unterschied zwischen Hartz4 und gering bezahlter Arbeit ist zu niedrig.
Ich denke min. 7 Euro müssten drin sein!



Ch. Bach
geschrieben am
27.02.2012 um 14:48 Uhr
Beitrag 126

@moon

Hurra!!!

wir sind uns schon in einem punkt absolut einig!
Moon
geschrieben am
27.02.2012 um 21:03 Uhr
Beitrag 127

..Nachtrag..noch ein Problem bei der Lohnbemessung:

Wenn unser Beispiel-Arbeiter 160 Std/Monat arbeitet und
7 Euro/ Std. kriegt, bleiben ihm Netto etwa 5,35 Euro/h
8 Euro/Std..................................5,96 Euro
aber
16 Euro/Std........................nur noch.10 Euro usw...

D.h. unsere sog. kalte Progression frisst (speziell in den mittleren Lohnsegmenten) vieles an Brutto-Lohnsteigerung einfach auf....

Warum schaffen wir nicht mal einen einheitlichen Steuersatz? Dann wär auch der Anreiz wieder da, mehr zu arbeiten bzw. wenn einem der AG mehr zahlt bleibt auch mehr übrig!!
Kiacherl
geschrieben am
28.02.2012 um 09:25 Uhr
Beitrag 128

Ich höre immer wieder die Forderung: "Wer voll arbeitet soll davon auch leben können"..hört sich in meinen Ohren sehr illusorisch an...wenn ich heute "zu dumm" zum Zeitungsaustragen bin, wie kann ich dann von der Gesellschaft erwarten dass sie mir einen Mindestlohn zahlt?
Ein Mindestlohn würde große Teile der Wirtschaft erschüttern. Klar, darunter fallen nicht die großen Autobauer und Konzerne, weil die sowieso gewisse Anforderungen selbst an Fließbandkräfte stellen. Betroffen wären kleinere Familienbetriebe, hier v.A. Gaststätten, Restaurants oder auch Hotels, die dann schlagartig für die Reinigungsarbeiten das Doppelte auf den Tisch legen müssten.

Aber auch Tankstellen (und bitte: die Ölkonzerne scheffeln Geld, aber nicht der kleine Tankstellenbetreiber in der Pampa), weiterhin träfe dies Erntehelfer,undundund,.....schlussendlich führt es dazu dass entweder Produkte des alltäglichen Bedarfs teuerer werden (geputzt wird in jedem Betrieb) oder manche - vor Allem -kleinere Firmen Pleite gehen.
Ersteres möchte ich als Verbraucher nicht, zweiteres sicherlich die Angestellten nicht...
leser
geschrieben am
28.02.2012 um 10:21 Uhr
Beitrag 129

Mindestlohn erschüttert die Wirtschaft?

20 Länder der EU hatten ab Anfang 2011 einen monatlichen Mindestlohn gesetzlich festgelegt.Branchenübergreifend wohlgemerkt - nicht so wie in Deutchland, wo es den Mindestlohn nur in verhältnismäßig wenig Branchen gibt, der auch durch juristische Hintertürchen(Werkverträge)....) oft noch umgangen wird. Den Niederlanden zum Beispiel mit einem Monatsmindestlohn Anfang 2011 von 1424.-€ oder England mit 1139,-€ geht es nicht schlechter als Deutschland denke ich. Ntürlich gibt es auch Länder am unteren Tabellenende, Ungarn mit 281,-€ oder Litauen mit 232,-€, aber erstens sind die Lebenshaltungskosten dort erheblich niedriger und zweitens gärt es in diesen Ländern, genauso wie in Bulgarien.

Es spricht in meinen Augen nichts gegen die gesetzliche Festlegung eines gerechten auskömmlichen Lohnes und oben genannte Fakten widerlegen diese Schwarzmalereien einer kollabierenden Wirtschaft wegen zu hoher Lohnkosten in einer Wirtschaft. Offenbar gab es keine so großen Schwierigkeiten in diesen 20 Ländern, die Höhe es Mindestlohnes festzusetzen. Es gibt zum Beispiel in der EU Gremien, die sich auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge spezialisiert haben und hier auf Tastendruck jede Menge statistische Unterlagen hervorzaubern können. Dabei besteht sogar meiner Meinung nach nicht so eine große Gefahr der interessenlagig geschönten Zahlen, daeine große Gemeinschaft beteiligt ist und mehr Augen eben mehr sehen als wenige,diese womöglich noch mit Tunnelblick.

Mehr dazu eventuell in einem ausführlicheren Beitrag
Moon
geschrieben am
28.02.2012 um 12:04 Uhr
Beitrag 130

@ Kiacherl:
Es geht hier nicht um Leute die "zu dumm zum Zeitungsaustragen" sind, sondern darum, dass jemand, auch wenn er eine ungelernte Tätigkeit ausübt davon menschenwürdig leben können muss!
Ich glaube dass auch Tätigkeiten wie putzen etc. mit min. 7 Euro bezahlt werden müssen! Das ist fair! Und sicher kein Königreich!

Wie bereits ausgeführt liegt wohl weniger das Problem darin, dass sich die Betriebe und Mittelständler das nicht leisten können, sondern dass, je mehr der AN brutto verdient (Facharbeiter, Ing. etc..) zwar brutto vom AG bezahlt werden muss, aber eben netto im Verhältnis nicht übrigbleibt!

Ich verurteile nach wie vor alle Sozialschmarotzer, aber wenn ich nicht von meinem Lohn leben kann, warum soll ich dann arbeiten?
Und Löhne unter 7 Euro sind m.E. Ausbeutung!



Sauforstler
geschrieben am
28.02.2012 um 17:30 Uhr
Beitrag 131

@ Kiacherln:
Es geht schlicht und ergreifend auch darum -nach deutlichen Reallohnverlusten in den letzten 10 Jahren- wieder eine bessere Binnennachfrage zu schaffen. Deutschland ist sehr stark auf sein Exportaufkommen angewiesen; was zwar einerseits ein Segen ist, da somit Geld ins Land kommt, sich andererseits aber auch als tückisch erweisen kann, wenn der Export einbrechen sollte. Ich könnte noch deutlich mehr Argumente aufführen, aber da sich hier in 120 Beiträgen scheinbar ohnehin noch keiner von Sachargumenten hat überzeugen lassen, spare ich mir die Zeit lieber und mache irgendetwas sinnvolleres ;-)
Kiacherl
geschrieben am
29.02.2012 um 14:35 Uhr
Beitrag 132

@Sauforstler:

Also entschuldigen Sie mich bitte, aber dieses Argument der Binnennachfrage ist ja wohl eine alte Socke aus dem letzten Jahrtausend...Wer glaubt, dass man einfach nur die Gehälter erhöhen muss um die Wirtschaft anzukurbeln glaubt auch an das perpetuum mobile....

Ich würde alle hier versammalten gerne mal in eine Einführungsvorlesung Volkswirtschaftslehre schicken..
Moon
geschrieben am
29.02.2012 um 17:25 Uhr
Beitrag 133

..also unabhängig von Deinem Wissen in VWL...wenn die Bürger eines Landes weniger real im Geldbeutel haben, können sie weniger konsumieren...da brauch ich nicht mal studiert zu haben...


Sauforstler
geschrieben am
29.02.2012 um 17:34 Uhr
Beitrag 134

In der Tat, ich habe noch nie eine VWL-EinführungsVL besucht; vielleicht verstehe ich auch deshalb nicht, wieso das Hotelgewerbe durch eine Lohnerhöhung für ein paar Angestellte erschüttert werden sollte. Dieses Gewerbe konnte doch bis vor ein paar Jahren auch sehr gut einen deutlich höheren MWST-Satz verkraften und nun soll es plätzlich an geringfügig höheren Löhnen zugrunde gehen? Meines Wissens sind die Umsätze im Hotel- und Gaststättengewerbe sehr stark an die Entwicklung der Binnenkonjunktur gekoppelt. Wie sonst soll diese angekurbelt werden, wenn man den Leuten nicht mehr Geld in die Tasche gibt? Wie hier bereits mehrfach erwähnt, gibt es diesbezüglich mehrere Stellschrauben, an denen man drehen könnte. Da es Ihrer Meinung nicht darauf ankommt, wie viel Geld die Konsumenten in der Tasche haben, würde ich gerne Ihren Vorschlag für eine bessere Entwicklung in dieser Branche hören. Ich hoffe, Sie haben nicht nur die Einführungs-VL, sondern auch das ein oder andere OS besucht und lassen uns an Ihrem Wissen teilhaben!

Denn Ihre Argumentation verstehe ich in der Tat nicht! Für die Angestellten, die in der NGG organisiert sind und bereits ein Tarifvertrag ausgehandelt ist, greift eine Mindestlohnregelung doch ohnehin nicht. Zudem scheint es genug Hintertüren zu geben, um vereinbarte Mindestlohnregelungen zu umgehen (www.stern.de/wirtschaft/job/lohndumping-das-leben-einer-hotel-hungerloehnerin-1578268.html). Da werden u.a. Vergütungen in Höhe eines möglichen Mindestlohns an Persolnaldienstleister bezahlt, die dann nur einen Bruchteil der Gelder an die Angestellten weiterreichen und der Steuerzahler muss letztlich für die Aufstockung dieser Gehälter aufkommen. Inwiefern soll das der wirtschaftlichen Entwicklung der Gesamtgesellschaft zuträglich sein? Ohne jetzt polemisch werden zu wollen: Ich verstehe es wirklich nicht!
Sauforstler
geschrieben am
29.02.2012 um 17:44 Uhr
Beitrag 135

Sorry, der Fehlerteufel hat sich eingeschlichen...
www.stern.de/wirtschaft/job/lohndumping-das-leben-einer-hotel-hungerloehnerin-1578268.html
Haidhofer
geschrieben am
02.03.2012 um 01:12 Uhr
Beitrag 136

Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen: Manche kleine Familienbetriebe könnten sogar noch von einer verbindlichen Mindestlohnregelung profitieren. Stellt euch z.B. ein Lokal vor, in dem die ganze Familie mithilft und ansonsten höchstens noch gelegentlich ein, zwei Aushilfen beschäftigt werden. Dort müsste man dann zwar vielleicht ein paar Euros für die Aushilfen draufpacken, aber die "größere" Konkurrenz könnte dann nicht mehr ihre komplette Belegschaft zu "Hungerlöhnen" (was für ein Zynismus im Gaststättengewerbe...) beschäftigen und somit auch die Preise künstlich klein halten. Ein entscheidender Wettbewerbsnachteil für Kleinbetriebe wäre somit sogar noch aus dem Weg geräumt. Das lässt sich natürlich auch auf andere Branchen übertragen. Vielleicht war Kiacherl ja krank als dieser Aspekt in der Einführungsvorlesung behandelt wurde...
leser
geschrieben am
05.03.2012 um 14:28 Uhr
Beitrag 137

Zu dem Thema gerechter Lohn für Arbeit, Selbstbereinigung des Marktes, Selbstverantwortung und Motivation der (deutschen) Marktteilnehmer, Eingriffe des Staats und nationaler und globaler Auswirkungen ist hier viel und kontrovers diskutiert worden. Leider nicht immer sachlich und manchmal meiner Meinung nach mit dem fehlenden Respekt und der Toleranz oder gar dem Ignorieren von Argumenten in Beiträgen anderer. Auch auf die Gefahr hin, einige Aussagen bereits gebracht zu haben oder die anderer User zu wiederholen möchte ich noch einige persönliche Bemerkungen dazu machen ohne die Absicht, jemandem meine Meinung aufzwingen zu wollen.

Es wurde unter anderen die Meinung vertreten, alles was der Markt an Kostenreduzierung möglich macht, soll oder muss vom Unternehmer genutzt werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben, also überleben zu können und damit auch Arbeitsplätze zu sichern. Weiter wurde argumentiert, das unternehmerische Risiko muss entsprechend honoriert werden, der Finanzmarkt schafft die nötigen Voraussetzungen, um Unternehmen Kapital zu beschaffen und auch in die Zukunft zu investieren, der deutsche Staat greift zu rigoros in die Regulierung des Marktes ein und behindert die Selbstentfaltung der freien Marktkräfte, die ein Gleichgewicht zwischen Produktion/Dienstleistung, Gewinn, Entlohnung und damit Kaufkraft für alle und deren Lebensqualität sichern würde. Zumindest habe ich einige Beiträge so verstanden.

Grundsätzlich halte ich dieses Gleichgewicht für ein erstrebenswertes Ziel. Das hat vermutlich sogar vor vielen Jahrzehnten funktioniert -, aber, ohne mich bitte in eine marxistische oder klassenkämpferische Ecke zu stellen, ich bin zu der Überzeugung gelangt, das funktioniert in der Realität leider nicht mehr. Dem Satz „der Markt ist hart aber fair“ kann ich so nicht mehr zustimmen. Was ist fair daran, wenn zum Beispiel Mitbewerbern oder Neugründern durch Dumpingpreise(gewiss sind nicht immer ausländische Firmen beteiligt) oder marktaufteilende Preisabsprachen oder Manipulationen bei öffentlichen Ausschreibungsvorgängen trotz eigentlich wettbewerbsfähiger Leistungen der Zugang zum Markt unmöglich gemacht wird? Wenn bei Auftragsvergabe nicht die Qualität des Produktes im Verhältnis zum Preis die wesentliche Rolle spielt sondert die Höhe des Schmiergeldes? Und das meiner Meinung nach nicht nur bei Großaufträgen! Kleine Handwerksbetriebe könnten hier sicherlich einiges erzählen aus ihren Erfahrungen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge. Wenn jemand der Meinung ist, das ist eben der Verlierer am harten Markt, dem Beziehungen oder die finanziellen Mittel aus der Portokasse für die „politische Landschaftspflege“ fehlen, der eben „nicht klug genug für den Markt ist“, dann entbehrt diese Einstellung auch nicht jeglicher Logik. Aber gut heißen werde ich das trotzdem nicht. Das könnte zu einer Entwicklung führen, die teilweise schon eingetreten ist – deutsche Banken, Versicherungen, Kommunikationsunternehmen oder auch Autobauer haben meinem Wissen nach in den letzten Jahren gigantische Summen an Strafen beziehungsweise Vergleichszahlungen an andere klagende Unternehmen eben aus diesen Gründen bezahlt. Wenn dann dieses Geld durch staatliche Subventionen oder durch rigorose Kosteneinsparungen im Personalsektor wieder zurückgeholt wird, dann kann ich dieses System nicht mehr verteidigen.

Die Meinung, der Markt funktioniert seit längerem nach den Prinzipien der Macht, der rechtlichen Unantastbarkeit der Eliten und die bereits oben erwähnten wichtigsten Instrumente sind Korruption und Bestechung, wird von schlaueren Leuten als mir vertreten. Der Enron Konzern hatte Medienberichten zufolge über achthundert Zweigniederlassungen in Steuerparadiesen eröffnet, die Washington Post schrieb Mitte 2002, die Summe der Unterschlagungen im Laufe von sechs Jahren wurde auf über eine Milliarde Dollar geschätzt, durch die Anmeldung der Zweigunternehmen in Steueroasen gab es laut Berichten Jahre, in denen das Unternehmen keinerlei Steuern an den Staat abgeführt hat, es gab laut Berichten geschönte Geschäftszahlen, um die Aktionäre zu täuschen, das Management bereicherte sich laut Medienberichten durch den Verkauf ihrer Geschäftsaktien(Insidergeschäfte)vor dem großen Knall.

Das ist nur ein Beispiel- ich denke auch an die Parteifinanzierungsaffären in Deutschland, die Waffengeschäfte/Schreiber, den Elf-Leuna-Ölkonzern Skandal……..In ihrem Buch „im Auge des Zyklons“, Untertitel Mein Kampf gegen internationalen Finanzbetrug, zitiert Eva Joly eine Studie der Nichtregierungsorganisation Citizen for Justice von 2000: von den 250 größten Unternehmen der Welt zahlen zehn Prozent keine Steuern. Weiter schreibt sie, die per Gesetz vor allen Nachforschungen geschützten Konten aus dieser Steuerflucht schreien geradezu nach Geldern aus Korruption und anderen kriminellen Machenschaften. Ich gehe davon aus, dass sie weiß, wovon sie schreibt – sie war leitende Ermittlungsrichterin im Betrugsfall Elf-Aquitaine. Und mir kann niemand erzählen, dass sich die Verhältnisse seitdem gebessert hätten, eher verschlimmert meine ich. Die Umweltzerstörung durch rigorose Ausbeutung zum Beispiel der Bodenschätze, den menschenverachtenden Umgang generell mit dem Faktor „Arbeit“ zum Zwecke der Gewinnmaximierung als globales Problem möchte ich hier nur kurz ansprechen. Die Entwicklung in den nordafrikanischen und vorderasiatischen Ländern nach den Bürgeraufständen und dem Entmachten von Diktatoren aller Art verfolge ich mit großer Sorge – die Enttäuschung muss groß sein, wenn „das Volk“ mehr oder weniger ohnmächtig zusehen muss, wie sich alte Seilschaften wieder verfestigen.

Eine Unterscheidung zwischen national und weltweit agierenden Unternehmen ist kaum mehr möglich – auch „kleinere“ Unternehmen müssen sich heute dem globalen Wettbewerb stellen. Womit wir wieder auf einer unteren Ebene angelangt wären. Bei einem reichen Staat, der es zulässt, dass Menschen mit Stundenlöhnen teilweise unter 4 Euro arbeiten. Dessen Vorzeigepolitiker jede Bodenhaftung verloren haben, die zum größten Teil vermutlich nicht einmal mehr die Anfangsbuchstaben der Worte Anstand und Moral oder gar Verantwortung kennen. Ein verschwindend geringer Teil aus dem Topf der privilegierten Zusatzleistungen für aktive und im Ruhestand befindliche Politfunktionäre oder ein winziger Griff in die oben beschriebenen „schwarzen Kassen der Unternehmen“ und eine gezielte Verwendung würde meiner Meinung nach genügen, um ein menschlicheres Deutschland mit Chancen für jeden zu schaffen.

Mir ist klar, dass dies ein Wunschdenken ohne die Aussicht auf Realisierung bleiben wird…..

Ch. Bach
geschrieben am
05.03.2012 um 15:24 Uhr
Beitrag 138

@leser
meinen respekt vor dieser sachlichen zusammenfassung der voran gegangenen diskussion, der ich in allen punkten zustimme---
---bis auf den schlusssatz

noch mag es ein wunschdenken sein...

.....aber utopie war bis 89 auch der fall der mauer
.....85 hab ich mich zum gespött der maxhütter verwaltung gemacht, als ich an eine solaranlage auf dem dach dachte......
.....89 wurde strauss' fahrradspeichenfabrikbau endgültig eingestellt, wackersdorf hat keine WAA
.....91 wurde die sowjetunion aufgelöst, und trotz rückschlägen, wie der eben erfolgten wiederwahl putins hat dort dieses totalitäre regime wohl keine zukunft mehr...
.....bis letztes jahr galt ein ausstieg aus der kernenergie in deutschland als kaum machbar....

alles beispiele, wenn auch nicht immer aus der wirtschaft, dass alles machbar ist...nicht gleich...aber in absehbaren zeiträumen, wenn das volk es nur will!

natürlich gilt es überzeugungsarbeit zu leisten, auch oder gerade im kleinen. aber jeder ökologisch-ethisch denkende mensch mehr ist einer weniger der korruption und ausbeutung von menschen und ressourcen unterstützt!
gerade als konsument habe ich in der hand wie, wo und was produziert wird, auch in bezug auf löhne! global z.b. faire trade! national etwa durch bevorzungung regionaler produkte, verzicht auf billigimporte aus ausbeuterischen etwa asiatischen fabriken usw....bis hin zur beauftragung örtlicher kleiner firmen und handwerker -soweit als möglich-, die ihre arbeitnehmer meist fair bezahlen und behandeln. geiz ist eben einfach nicht geil sondern genau so destruktiv wie die völlig absurde gewinnmaximierung!
leser
geschrieben am
06.03.2012 um 13:07 Uhr
Beitrag 139

Ja, die genannten Beispiele zeigen schon, dass das Volk eine Macht hat, von der es kaum etwas ahnt. Ich war von Beginn an dabei als sich Widerstand gegen die Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf bildete. Diese Zeit hat mich geprägt, man hätte uns sicherlich mehrmals zumindest erkennungsdienstlich behandeln können – offensichtlich scheute man aber die Berichte in den Medien, die gezeigt hätten, dass sich „Eingeborene verschiedener sozialer Gruppen und unterschiedlichen Alters“ den Protesten anschlossen und nicht nur, wie gern bekannt gemacht wurde, dieser Protest von gewaltbereiten auswärtigen Chaoten getragen wurde. In dieser Zeit lernte ich viel über die reale Politik, man lernte Leute kennen, die aus Überzeugung und Idealismus handelten, aber auch solche, die das ganze nur als Sprungbrett für ihre Karriere sahen….

Frau Bach, ich kann den letzten Sätzen im vorhergehenden Beitrag nur zustimmen – alles sollte getan werden, um eine menschlichere Welt zu bekommen. Das fängt oft schon bei kleinen Sachen im engsten Umfeld an -gehört jetzt der Stammtisch in Ponholz dazu? ;-)

Beim deutschen Ausstieg aus der Atomenergie bleibe ich aber skeptisch – da wurde und wird vermutlich mit allen Mitteln gearbeitet und ob zum Beispiel eine unterirdische Co-2-Einlagerung als Teil der Energiewende die Lösung ist möchte ich sehr stark bezweifeln. Morgen abends werde ich mir die Reportage im ZDF über die japanische Reaktorkatastrophe ansehen und vielleicht nicht sehr überrascht sein, wenn sich gleiche Verhaltensmuster bei der Vertuschung und dem Täuschen der Öffentlichkeit zeigen würden wie in Deutschland(Globalisierung!!!).
Ch. Bach
geschrieben am
06.03.2012 um 14:27 Uhr
Beitrag 140

...na, wenn ein stammtisch unter freiem himmel nicht zu den dingen für eine menschlichere welt gehört... ;-)

aber ob sich von hier einer traut? so ganz ohne nick?
Moon
geschrieben am
06.03.2012 um 18:12 Uhr
Beitrag 141

also ich würd kommen...
leser
geschrieben am
13.04.2012 um 19:02 Uhr
Beitrag 142

Zum Thema Wirtschaft haben aktuell knapp hundert Wissenschaftler, alles Professoren/Innen, verschiedener Fachbereiche ein Memorandum veröffentlicht. Sie alle sind besorgt über die globale Auswirkung der Ökonomie, die nach dem Dogma der Effizienz(Renditesteigerung mit dem geringstmöglichen Einsatz und unter geringstem Risiko) gelehrt und auch in der Realität umgesetzt wird. Mit allen bekannten Folgen, zum Beispiel Finanzkrise oder soziales Ungleichgewicht .

Die Unterzeichner des Memorandums bemängeln die in den Hochschulen gelehrte Konzentration auf den erfolgreichen Wirtschaftsmenschen(siehe oben bei Effizienz), der als Idealbild hingestellt wird und neben diesem keine anderen Alternativen/Grundlagengedanken zugelassen werden. Die Absolventen dieser Studiengänge sitzen oftmals später in führenden Positionen in Politik, Unternehmen, Beratungsfirmen.

Im Aufruf wird auf ein Fehlen wissenschaftlicher Streitkultur im Bereich der Wirtschaftslehre hingewiesen und anstelle des wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritts der zu erwartende Publikationserfolg in Fachjournals als Karrierevoraussetzung für Wissenschaftler genannt (Wissenschaftsopportunismus). Die Unterzeichner bezeichnen diesen Zustand als untragbar.
Diese Akademiker als Außenseiter zu bezeichnen ist nach meinem Verständnis falsch: es sind Professoren von anerkannten Hochschulen und sie wissen wovon sie reden!

Bei der Lektüre sind mir ein paar Situationen aus meinem Berufsleben eingefallen. Als sich Leute mit technischer Ausbildung nach einem wirtschaftsorientierten Wochenendseminar als die größten Unternehmensmanager fühlten, als Leute nach einem Refa-Lehrgang dachten, sie verstehen betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und könnten die Gewinne ihres Unternehmens in ungeahnte Höhe treiben. Auch in einigen Beiträgen in diesem Forum scheinen mir Tendenzen dazu vorhanden zu sein. Das Motto „wenn es dem Unternehmen gut geht, geht es auch den Beschäftigten gut“ ist meiner Meinung nach überholt. Auch wenn einige das nicht einsehen wollen. Der Wahn nach alleinigem Wachstum ohne Rücksicht auf die Gesellschaft kann nicht der richtige Weg sein. Eine mediengerechte Zusammenfassung des Memorandums wurde in der Frankfurter Rundschau veröffentlicht.

Lesens- und nachdenkenswert meine ich

Memorandum:

www.mem-wirtschaftsethik.de/memorandum-2012/

FR:
www.fr-online.de/wirtschaft/appell-an-die-wirtschaftslehre-lehre-ohne-akademische-prostitution,1472780,14680434.html




leser
geschrieben am
27.05.2012 um 11:17 Uhr
Beitrag 143

dieser Beitrag ist auch als Antwort auf die Beiträge im thread "Industriegebiet Ponholz" gedacht ;-)

Vor einiger Zeit las ich eine Leserzuschrift. Sinngemäß wurde darin ausgedrückt, dass bereits in der Schulzeit vermittelt wurde, dass Monokulturen schädlich sind, Bodenschätze irgendwann einmal zu Ende gehen und Wachstum nicht unendlich sein kann. Abschließend wurde die große Enttäuschung über Politik, Medien, Kirchen und Gesellschaft ausgedrückt, deren Handeln keine Lösungsansätze zeigt.

Dem stimme ich zu, obwohl sich die “mahnenden Stimmen“ mehren. Leider haben meiner Meinung nach diese Leute nicht die nötigen Mittel und den Einfluss um einige Entwicklungen abzumildern oder gar umzukehren oder sie wechseln aus finanziellen oder machtpolitischen Gründen manchmal die Seiten. Wenn mir jetzt jemand entgegnet, ohne „Wachstum und Fortschritt“ hätte es in der Menschheit keine Entwicklung gegeben und unsere Spezies würde noch unbekleidet in Rudeln auf allen Vieren umherkriechen und sich gegenseitig mit der Keule die Köpfe einschlagen, den bitte ich einmal zu überlegen, woran die vielen ehemaligen so genannten Hochkulturen wirklich zugrunde gegangen sind.

Ich könnte vereinfacht sagen: Hochmut, Selbstüberschätzung, Gier und Elitedenken kam vor dem Untergang. Und auf unsere Zeit bezogen vielleicht hinzufügen: die betonte Ausrichtung der modernen Informationsgesellschaft auf schnellen Informationsfluss birgt durch ihre Fokussierung die Gefahr einer Einengung des Blickwinkels und lässt eventuell zu wenig Zeit für ethische Gesichtspunkte und Handlungen.

Aus gesellschaftlicher Sicht sehe ich den Zuspruch zur Piratenpartei positiv, werde jedoch deren Entwicklung und Aktivitäten unter den eben genannten Gesichtspunkten sehr aufmerksam verfolgen!

HUB
geschrieben am
09.06.2012 um 22:08 Uhr
Beitrag 144

Liebe Leute! Heute hoffe ich, dass wir trotz unterschiedlicher politischer Auffassungen, alle unseren Jungs die Daumen drücken!
Ch. Bach
geschrieben am
10.06.2012 um 09:44 Uhr
Beitrag 145

haben wir! :-D
Ute
geschrieben am
25.07.2012 um 11:45 Uhr
Beitrag 146

Also um mal wieder Diskussion in die Runde zu bringen und gleichzeitig meinem Ärger Luft zu machen: Habe letztes monat 300,00€ mehr Brutto bekommen und davon tatsächlich ganze 139€ netto mehr gehabt.Gekostet ha das meinem Chef 352€ mehr....Zahle jetzt übrigens 730€ allein Lohnsteuer und damit 3,5 MAL!!!!! so viel wie jemand der die Hälfte meines Einkommens hat (der zahlt 205€)...Und bevor mir jetzt einer erklärt, wie unser Steuersystem funktioniert und warum es so ist..Ich arbeite 60 Stunden /Woche, also quasi 40 Stunden wie es üblich ist....und dann noch einmal 20 Stunden zusätzlich, wodurch ich meine Gesundheit ruiniere, gemeinsame Zeit für Freunde und Familie oder Hobbiey opfere und werde dann noch bestraft,...weil der Stundenlohn für diese zusätzlichen 20 Stunden betrachtet man das Netto-Ergebnnis dann weit unter dem Stundenlohn der ersten 40 liegt...In Zeiten des Fachkräftemangel ist es sicherlich nicht angebracht, einen hochqualifizierten zu bestrafen wenn er länger arbeitet, indem man ihm quasi für zusätzliche Stunden noch seinen Stundenlohn kürzt. Eigentlich sollten zusätzliche Stunden zusätzlich hoch vergütet sein, was meint Ihr? Mir schwebt schon lange ein lineares Steuersystem vor, wo doppelte Leistung auch tatsächlich doppelten (Netto-)Verdienst ergibt.
jm
geschrieben am
25.07.2012 um 13:17 Uhr
Beitrag 147

Das ist doch so gewollt, schröpf die Fleißigen, dann kannste`s den Hartz4-Schnorrern doppelt hinten rein stopfen...
jm
geschrieben am
25.07.2012 um 13:17 Uhr
Beitrag 148

Das ist doch so gewollt, schröpf die Fleißigen, dann kannste`s den Hartz4-Schnorrern doppelt hinten rein stopfen...
Moon
geschrieben am
25.07.2012 um 18:33 Uhr
Beitrag 149

...bei Hartz4 gibts bestimmt Schnorrer...wie überall!

Allerdings (siehe MZ vom 24.7.) wenn ich dann lese, dass wir Steuerzahler jährlich Dienstwagen mit 5,5 Mrd (Milliarden!!!!) steuerlich fördern und ca, 58% eines Dienstwagens durch den Staat finanziert werden....dann frag ich mich wo genau die Schnorrer sitzen...

Um nicht falsch verstanden zu werden...ich gönne jedem Angestellten/Freiberufler etc. seinen Dienstwagen...allerdings frage ich mich, ob`s nicht auch ein Passat statt eines 7er BMW, Audi A6, Q7 Mercedes E oder S oder gar eines Maybach täte...

Gruß von einem der sein Auto und seinen Sprit selber zahlen muss!
dape´67
geschrieben am
02.08.2012 um 12:57 Uhr
Beitrag 150

Dummheit, gepaart mit Arroganz, unterfüttert mit steilen Thesen einiger Bestsellerautoren scheinen doch mehr auf fruchtbaren Boden zu fallen als man gemein hin so glauben möchte. Liest man sich die Kommentare hier im Forum so durch, könnte man den Eindruck gewinnen, dass die Einkommensschere nicht nur größer wird. Nein - dies fördert dazu noch die Ressentiments derer, die meinen und glauben zu haben, gegenüber denen, bei denen es offensichtlich nicht so ist.

Hartz4 = Bildungsfern dürfte wohl etwas sehr kurzgegriffen sein. Welcher Mensch (wobei hier die Frage erlaubt sein sollte, ob ALG II-Empfänger in den Augen jener Zeitgenossen noch als vollwertige Menschen angesehen werden), lebt schon gerne und vor allem freiwillig in prekären Verhältnissen? Sich allenthalben als Schmarotzer, Parasit, Faulenzer usw. bezeichnen lassen zu müssen, z.B. wenn in einer Familie mehr als eine Person dauerhaft arbeitsunfähig erkrankt sind (bitte nicht auf Rente wegen Erwerbsminderung hinweisen - nicht jeder ist bzw. war als Beamter oder im öffentlichen Dienst beschäftigt). Äußerungen wie diese - insbesondere wenn sie von Mitbürgern kommen, die nicht nur ihre Schäfchen im Trockenen haben, sondern ggfs. nicht dazu bereit sind sich am Allgemeinwohl zu beteiligen und ihren Pflichten nachkommen (siehe dazu CD´s aus der Schweiz!), tragen sicherlich nicht wirklich zum sozialen Frieden in unserem Land bei.

Was, wenn die Mehrheit der hier lebenden Menschen, demnächst auf die Idee kommt, solche "Elemente" als die "wahren Sozialschmarotzer" zu bezeichnen? Was, wenn man nach unten nicht mehr treten kann "die da oben" als die Feinde der Gesellschaft angesehen werden? Was, wenn derjenige, der sich mit seinem ach so fleißig "erarbeiteten" Porsche, Ferrari, 7er, S-Klasse etc. sich nicht mehr aus seiner Garage traut? Haben dann auch die Faulen es zu verantworten, dass nicht einmal 10% der Bevölkerung ihren Luxus offen ausleben können? Oder haben sie durch ihr ständiges Jammern und Bashen auf die Ärmsten selbst zu verantworten?

Wirklich verwunderlich ist eigentlich die sog. Neiddebatte. Sie wird nicht von unten, sondern von oben geführt. Debatten wie diese, mussten weder in den 60´er, 70´er, 80´er und auch in großen Teilen der 90er nicht geführt werden. Soziale Schichten gab es immer und - es mag verklärend klingen - es war kein großes öffentliches Thema. Gab es doch eine breite Mittelschicht, die sich darauf verlassen konnte, mit der erlernten und geleisteten Arbeit eine Familie ernähren zu können. Wer sich heute die Mühe macht, über seinen Tellerrand zu blicken, wird sehen, wieviele wöchentlich an der Tafel anstehen um sich mit Spendenessen über Wasser zu halten, die am Ende des Monats beim "Amt" Almosen abzuholen, obwohl sie/er arbeitet, etwas erlernt hat und es sich eben nicht in der sozialen Hängematte gemütlich gamacht hat. Was hat das dann noch mit Faulheit bzw. Fleiß zu tun?

Wem sozialer Frieden, wem soziale Gerechtigkeit etwas wert ist, sollte sich auch so verhalten und äußern. Es sind leider oft diejenigen, die prekäre Arbeitssituationen schaffen, fördern und unterstützen und sich öffentlich als die "Fleißigen" zu profilieren versuchen, die Menschen am unteren Ende der Gesellschaftt diskreditieren. Das ist schäbig und man kann es in Zukunft der wachsenden Zahl derer die nicht mehr der Mittelschicht angehören können bzw. dürfen nicht verdenken, wenn sie den "sog. Fleißigen" auch mal "was doppelt hinten rein stopfen" - wie ein Kommentator hier so untreffend formulierte!
Becker_Flo
geschrieben am
02.08.2012 um 13:45 Uhr
Beitrag 151

Also, also, also....Bitte keine Drohgebärden, alà: Wenn Ihr Reichen uns nichts gebt, dann zünden wir Eure Häuser an...WO sind wir denn bitte??????

Schlimm ist auch, dass man sich immer als "mobilisiert" bezeichnen lassen muss, nur weil man eine Meinung vertritt, die mehr leistungsorientiert als versorgungsorientiert ist.

Ebenso ist die Frage, wie Menschenwürde in Bezug auf Hartz-4 aussieht. Eine warme Wohnung, Kleidung und eine einfach, dafür aber ausreichende Ernährung, sowie medizinische Versorgung und Bildung ist das, was jedem in unserem Lande zusteht.
Nach meiner Ansicht hat dies alles ein Hartz-4-Empfänger - SICHER NICHT IM ÜBERFLUSS, aber auch nicht mangelhaft.

Zur prinzipiellen Einstellung: Ich habe viele Freunde in den USA die, obwohl sie selbst nicht studiert haben und selbst wenig verdienen, ihre ganzen Ersparnisse für das Studium der Kinder zusammenhalten, weil die Ausbildung in den Staaten wesentlich teurer ist, als bei uns.
Im Vergleich hierzu, kenne ich SEHR SEHR viele Leute, die Ihrer Tochter, Ihrem Sohn zum 16. Geburtstag einen neuen Roller und zum 18. dann den neuen Mini-Cooper oder 1er BMW hinstellen, weil der Nachwuchs ja "in der Lehre nicht so viel verdient"....anstaat aktiv dafür zu sorgen, dass man diesen so auf Leben und Berufswelt vorbereitet und das Geld sinnvoller investiert.

Das heißt NICHT, das jeder studieren muss, aber z.B. das man finanziell vorsorgt und beipsielsweise dem Sohnemann der Einzelhandelskaufmann macht, später mal den IHK-Fachwirt oder der Tochter die Krankenschwester macht, später den Heilpraktiker zahlt....

Was will ich mit diesen ganzen Beispielen sagen??

Dass wir in Deutschland (größtenteils) eine reine Konsumgesellschaft geworden sind. Die meisten Menschen gehen in Ihren Job, weil Sie müssen und eigentlich viel lieber in Reichtum am Pool liegen würden.
Das ist erstmal nicht problematisch, schlimm ist nur, dass vor Allem die Deutschen die momentan noch Bildung quasi kostenfrei (es gibt Ausnahmen) von allen Seiten geschenkt bekommen, dieser KEINEN WERT ZUBRINGEN.

"Was nix kost`ist nix wert.",sagt der Volksmund. Und Bildung ist bei uns weltweit auf einen der vordersten Plätze, aber eben soo selbstverständlich.

Und wieviele Eltern kenne ich, die Ihren Kindern nicht vorleben, wie wichtig Ausbildung und ein guter Beruf im Leben sind? Wieviele wohnen ewig bei Hotel-Mama und fühlen sich wie Stars, weil sie ihre 500€ Taschengeld im Monat in tueren Clubs verfeiern können, zudem sie mit Papis 5er BMW hinfahren....

Ich hatte auch eine schöne Kindheit und Jugend. Aber meine Eltern haben auch IMMER klargemacht, wie wichtig es ist eigenes Geld zu verdienen und meines eigenes Glückes Schmied zu sein.

Bei uns in Dt. gild die Devise:

der Staat hat für meine Ausbildung zu sorgen, der Staat hat dafür zu sorgen, dass ich einen guten Job habe, der Staat hat.......

Und gehe ich im Uhrwerk des Systems unter, weil ich eben keine Ausbildung abgeschlossen habe, die 5.000€ zum 18. lieber für einen Urlaub, als für eine zukünftige Meisterausbildung ausgegeben habe, oder einfach immer noch auf die bösen Chefs schimpfe, weil ich jetzt schon den 5. Betrieb innerhalb 2 Jahren verlassen musste, ohne mir Gedanken über mich und meine Einstellung zur Arbeit zu machen, dann kann ich ja immer noch eins: auf den Staat und all die anderen Bösen schimpfen.

Warner
geschrieben am
02.08.2012 um 18:09 Uhr
Beitrag 152

Ja,Ja unser deutscher Staat und unsere Bundesregierung.....
Auf 89 Mill.€ taxiert das Ifo Institut die Kosten die Deutschland für die Rettung Griechenlands zahlen muss.Scheidet Griechenland aus dem Euro aus muss Germany (du und ich)auch noch mit 82 Millarden haften.Mit diesem Beitrag ließen sich die Kreditmarktschulden aller deutschen Kommunen auf einen Schlag zurückzahlen.Für jeden Griechen ist Deutschland 8000€ an Verpflichtungen eingegangen.Zum Vergleich :Unterm Strich hat der öffentliche Gesamthaushalt-also Bund Länder Kommunen und Sozialversicherungen-im vergangenen Jahr für jeden Bundesbürger nur 152€ Schulden aufgenommen.Wenn ich so was lese und mir dann gesagt wird,das ich für Bildung ,meine Rente oder für Eigenvorsorge doch gefälligst selber mehr tun soll ,dann bekomme ich sooo einen Hals.

LG
Statistik
geschrieben am
02.08.2012 um 18:22 Uhr
Beitrag 153

Danke Dape, endlich mal ein Beitrag der mir aus der Seele spricht.
Aus genauen Recherchen:
Große Anzahl der Sozialgeldempfänger Städtedreieck-durchschnittlich 55 Jahre, durchschnittlich Schwerbehindertenstatus.
Fakt: zu alt, und mit diversen Krankheiten(die eine Schwerbehinderung-die gesetzlich mit einem Schwerbehindertenausweis festgestellt wurde-haben).
Die Mehrzahl mit erlerntem Beruf, der über jahrzehnte ausgeübt wurde. Nach der Erkrankung gekündigt-sprich nicht arbeitsfähig-nicht vermittelbar-auch so vom Amt bestätigt)-auf die Rente wartend-und das ist der PUNKT:
mit 70 oder 80 % Schwerbehinderung wird heutzutage keine EU Rente mehr bezahlt. Dies ist ein grausames "SPIEL"!
In der Wartezeit von oftmals 5-12 Jahren in der Sozialgeld bezogen wird, fällt die Rente bis auf ein Minimum-sprich-die Leute haben all die Jahre vorher umsonst Beiträge zur Rente gezahlt-es bleibt fast nichts davon übrig.(Für alle die es nicht wissen-es werden in der Bezugszeit von Sozialgeld keine Rentenbeiträge von der ARGE gezahlt).

Menschen, die schon dadurch gestraft sind, weil Sie schwer erkrankt sind und nun faktisch betteln gehen müssen- so sieht das aus bei uns.
Wer jetzt noch neidisch ist:
Ich denke der eine oder andere würde gerne tauschen-seine Krankheit und seine 370 Euro gegen deine/eure/Ihre/Seine Gesundheit und Arbeitsplatz.
Dann einfach melden!(haha, wenns nur nicht so traurig wäre)

Mal ein bischen die Augen aufmachen, vielleicht mal bei der Caritas oder VDK mitmachen und schon ändert sich das Weltbild.

tandler
geschrieben am
03.08.2012 um 12:08 Uhr
Beitrag 154

Statistiken muss man aber auch von beiden seiten her kennen...Allein 2011 haben deutsche Unternehmen allein nach Europa Produkte und Dienstleistungen im werte von 630 Milliarden importiert. Geht man selbst von pessimistischen 10% aus sind das allein 63 Milliarden Gewinn....Diese Beträge hat Deutschland jahrelang eingefahren, schlicht hat von den anderen EU-Partnern profitiert. Mit der Rettung Europas, retten wir nicht nur die Griechen und Italiener, sondern auch uns, die politische Sicherheit unserer Kinder (Kein Krieg,etc..) und die wirtschaftliche Sicherheit unserer Unternehmen (weiterhin Absatzmärkte) etc.....

Außerdem: Warum regt sich jeder über die Rettungsgelder für Griechenland auf, dass wir aber einen Herrn Wowereit als Bayerischer Staat jährlich Milliarden in den A*** pfeifen, damit er statt Studiengebühren zu verlangen auch noch Begrüßungsgeld auszahlen kann, ist mir ein Rätsel.

Und wenn in Zukunft Misstände beim Hartz-4 Bezug IMMER mit dem Europa-Vergleich abgeschmiettert werden, dann brauchen wir zukünftig garnicht mehr über i-welche Geldbeträge zu reden...

Die Sozialausgaben betrugen 2011 übrigens 135 Milliarden...teilt man das übrigens auf unsere etwa 40 Millionen Erwerbstätige auf, dann erkennt man, dass diese alleine im Jahr 2011 fast 3.500,00 € gezahlt haben.

Frage an Statistik: Wer muss denn bitte bei uns zum Betteln gehen??

Eine monatliche Vorstellung im Arbeitsamt, oder hin und wieder Erhebungen dienen der Vermeidung von Systemmissbräuchen und sollen nicht die regulären Bezieher blosstellen.

Ch. Bach
geschrieben am
03.08.2012 um 13:21 Uhr
Beitrag 155

tandler: du vergißt dass hinter sozialausgaben mehr steckt als nur hartz! nämlich z.b. auch kindergeld,elterngeld, bafög usw...selbst für die,die es nicht nötig haben. hier sehe ich eine große ungerechtigkeit. spitzenverdiener profitieren von erhöhungen, die für sie vergleichsweise peanuts darstellen, während die, die es wirklich brauchen, leer ausgehen. der gedanke der gleichstellung wird hier pervertiert.
dape´67
geschrieben am
03.08.2012 um 13:29 Uhr
Beitrag 156

Bitte, bitte Becker_Flo, interpretieren Sie meine Ausführungen doch nicht als Drohung. Sie sind nicht mal eine Warnung. Das sind Befürchtungen die ich beschreibe. Nicht mehr und nicht weniger.

Was Bildung anbelangt, so kann ich keiner Quelle entnehmen, dass Deutschland sich auf einem der vordersten Plätze bewegt. Die PISA-Studien der OECD scheinen dies zu belegen - auch wenn in den letzten 12 Jahren ein leichter Aufwärtstrend zu erkennen ist. Oder anders formuliert: im wirtschaftspolitischen Kontext gesehen und die wirtschaftliche Vormachtsstellung der Bundesrepublik Deutschland im internationalen Vergleich berücksichtigend, sieht es dann doch eher düster aus. Dies belegen offenbar auch die immer wiederkehrenden Mahnungen der deutschen Wirtschaft im Hinblick auf den drohenden Facharbeitermangel - der nebenbei betrachtet zum große Teil von der hiesigen Wirtschaft selbst verschuldet zu sein scheint.

Auch ich habe Freunde in den USA - und ich würde diesen Staat, seine sozial- und wirtschaftspolitsche Einstellung nicht unbedingt als Beispiel heranziehen. Die soziokulturellen Unterschiede sind hier schon in den Ansichten so groß, dass sie allenfalls als Argumente für Politiker in unserem Land taugen, denen keine eigenen Lösungsmöglichkeiten einfallen bzw. sich zu sehr über transatlantische Bündnisse definieren. Beispiele dafür gibt es sicherlich genügend.

tandler
geschrieben am
03.08.2012 um 13:35 Uhr
Beitrag 157

"auch kindergeld,elterngeld, bafög usw...selbst für die,die es nicht nötig haben.".....

Wie darf ich das bitte verstehen????? Genau das ist die Argumentation die ich meine: Der verdient mehr, also soll er kein Kindergeld bekommen! Das schafft wirklich Anreize in unserem Land. Warum suchen die Leute nicht dann auch bessere Jobs, wenn das alles so toll ist?

Achso, da müsste ich ja studieren und erstmal bis 25 ohne festes Einkommen und mit schlecht bezahlten Nebenjobs auskommen.
Achso, ich müsste lernen, lernen, lernen, während die anderen am Wochenende am Badesee sind.
Achso ich müsste 70 Stunden in der Woche arbeiten und kann meine Kidner vielleicht nur 1 Stunde am Tag, am Sonntag vielleicht 2 sehen,...
Achso, ich müsste die ganze Verantwortung mit nach Huase nehmen, so dass ich auch einfach manchmal nachts schweisgebadet aufwache, weil ich den Stress im Büro manchmal nicht dort lassen kann.....
Achso, genau, und dann bin ich noch der Ausbeuter und Buhhmann, der amren, armen Leute, die obiges alles nicht gemacht haben und lebtags zu faul waren in der Schule aufzupassen und eine vernünftige Ausbildung zu erreichen.

Frau BAch, ich weiß nicht ob Sie damals mit einem Leben in der DDr geliebäugelt haben, ich selber finde dieses System mehr als gerecht und bin froh, dass der Staat nicht noch mehr als bisher in meine persönliche Freiheit eingreift! Wünsche Ihnen ein schönes Wochenende, ich selbst mach noch ein paar Stunden im Büro...
Ch. Bach
geschrieben am
03.08.2012 um 14:02 Uhr
Beitrag 158

tandler: ihre argumentation und vorwürfe sind lächerlich.
allerdings bin ich tatsächlich der meinung, dass sozialleistungen nur denen zustehen sollten, die sie benötigen. und dass "sozial"-leistungen mit steigendem einkommen höher werden- etwa das elterngeld- halte ich für einen-gelinde gesagt- völligen mißgriff, ebenso wie kindergeld für die empfänger, die dieses dann ungekürtzt an ihre kids als taschengeld weiterreichen können.
würde man hier endlich einmal nachdenken könnten milliarden von steuergeldern eingespart werden, was in endeffekt doch auch ihr ziel wäre, oder?

übrigens wird dieser punkt gut vom bund der steuerzahler beschrieben:
www.steuerzahler.de/40-Milliarden-Euro-Einsparpotenzial-bei-den-Sozialausgaben/45328c53786i1p428/index.html

übrigens: mein wochenende beginnt leider erst sonntag mittag und dauert bis montag morgen 3.00uhr....
Themis
geschrieben am
03.08.2012 um 14:14 Uhr
Beitrag 159

Tandler: es ist schon sehr dreist Frau Bach hier so anzugreifen.
Sie selbst werden sich noch wundern, wie weit der Staat noch in Ihre Freiheit eingreift-dann können Sie von einem Leben in der ehem. DDR träumen.
Sie müssen ja einen wahrhaft traumhaften " Job" haben-Glückwunsch.
Wenn Sie nachts schweißgebadet aufwachen(vom Streß, der anscheinend so groß ist das Sie noch Zeit haben in Foren andere mit Ihren seltsamen Lebensweisheiten zu beglücken)und so viel und hart arbeiten-

1. Sie mit Ihren Überstunden dazu beitragen, das andere keine Arbeit haben
2. Sie gesetzlich geregelte Arbeitszeiten unterlaufen

Bei den vielfachen Rechtschreibfehlern die ich Ihrem Beitrag entnehmen kann, scheint es mit der Bildung auch nicht optimal gelaufen zu sein.
Sie scheinen ein sehr unglücklicher Mensch zu sein. Obwohl Sie uns hier glauben machen wollen wie hart Sie arbeiten und wieviel Sie schon erreicht haben.
Wenn dies so wäre-sind Sie glücklich und zufrieden und ersparen Sie uns Ihre unqualifizierten Äußerungen.
Ch. Bach
geschrieben am
03.08.2012 um 23:17 Uhr
Beitrag 160

....nur noch eines....

tandler und menschen ähnlichen lebens verursachen bei mir nur noch eines: MITLEID
Statistik
geschrieben am
03.08.2012 um 23:35 Uhr
Beitrag 161

Ja, dem stimme ich zu, Mitleid.
Solche Beiträge kann man einfach nur ignorieren. Gut, das solche Leute nicht zu meinem Bekanntenkreis zählen.
Meine Bekannten sind alle mitmenschlich und ehrenamtlich engagiert.
Hub
geschrieben am
05.08.2012 um 14:47 Uhr
Beitrag 162

Zuerst möchte ich hier klarmachen, dass ich nicht auf dem gleichen Niveu wie Kollege Tandler diskutieren möchte, hoffe aber trotzdem, dass man aufgrund von Rechtschreibfehlern nicht automatisch als ungebildet abgestempelt wird. ;-)

Dennoch möchte ich auf das von Frau Bach angepsorchene Thema Elterngeld eingehen. Meine Recherche ergab, dass das Elterngeld eine staatliche Transferzahlöung ist, die dafür sorgen soll, dass der Arbeitsausfall, durch Geburt und Erziehung eines Kindes (zumindest in den ersten Jahren), verursacht, zumindest teilweise kompensiert wird. das heißt, es soll dafür gesorgt werden, dass die Geburt eines Kindes nicht gleich das finanzielle K.O für eine junge Familie bedeutet. Frau Bach krisitisiert hierbei, dass das Elterngeld Einkommensabhängig erstattet wird. Dieses sehe ich aber sehr positiv: Das Elterngeld ist nicht nur dazu gedacht junge Familien zu untersützen, sondern ihnen vielmehr die "Entscheidung zum Nachwuchs" zu erleichtern. Beispiel meines Sohnes und seiner Frau:
Beiden haben- nach einem guten Studium- einen guten, wenn auch nicht übertrieben gute bezahlten Job gefunden und sich relativ früh ein Eigenheim (auf Kredit) geschaffen, für dass sie monatlich zusammen gut 1500,00 Zins und Tilgung abstottern müssen. Die Entscheidung zu einem Kind, bei Wegfall des vollen Einkommens der Frau hätte definitiv dazu geführt, dass sie ihr neues Haus wieder verkaufen hätten müssen, da die monatliche Rate von meinem Sohn allein nicht bezahlbar gewesen wäre, durch das Elterngeld kann jedoch die Zeit, bis meine Schwiegertochter wieder in den Beruf zurück kann, überbrückt werden, auch wenn immer noch finanzielle Einbusen und Sparsamkeit angesagt sind. Das Elterngeld ist eine Art "Ersatzlohn" für die Zeit, in der kindbedingt nicht gearbeitet werden kann,....Würde es ein einheitlicher Betrag sein, dann hätten viele Familien auf einmal mehr Geld als davor in ihrem Beruf, wenige gleichviel und andere viel weniger, wodurch sie Ihren Lebensstandart nicht mehr halten könnten. Da Lebensstandart in dieser Zeit ja sowieso selten der Erwerb eines Sportwagens oder eines 4-wöchigen Golf-Urlaubs ist, sondern meistens die Aufbauphase trifft, in der man sich ein Eigenheim und eine kleine Existenz aufbaut, glaube ich nicht dass es ein guter Anreiz wäre.

Das Elterngeld dient ja - meiner Meinung nach - ausschließlich dazu, ein riesiges deutsches Problem - wenn nicht zu lösen, dann abzuschärfen- die stagnierende Geburtanrate und die wachsende Überalterung. Daher sehe ich es als reines Mittel Menschen die Angst vor finanziellen Engpässen zu nehmen und damit den Schritt zum Kinderkriegen zu erleichtern. Wer mehr Elterngeld bezieht zahlt dieses ja übrigens auch innerhalb der nächsten Jahre allein schon durch seine höheren Steuern wieder zurück-
leser
geschrieben am
06.08.2012 um 18:07 Uhr
Beitrag 163

nur eine Bemerkung zur sozialen Schieflage in unserem Land: laut Statistik beträgt die Durchschnittsrente in Bayern für einen Alleinstehenden etwa 700Euro -das ist nicht einmal so viel wie Hub das in seinem Beispiel als Schuld- und Tilgungsrate genannt hat. Ich kenne Leute, die ein Leben lang sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben und bei einer Rente unter 800 Euro liegen!

zum Elterngeld:


Zur Info ein Auszug aus Information zu Elterngeld des Bundesministeriums für Familien,,Senioren,Frauen und Jugend:

Wichtiger Hinweis für Eltern mit Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Kinderzuschlag: Das Elterngeld wird bei diesen Leistungen voll als Einkommen angerechnet – mit Ausnahme des Elterngeldfreibetrags. Das bedeutet, dass Sie das Elterngeld ausgezahlt bekommen, dass Sie aber zugleich eine geringere oder keine Leistung an Arbeitslosengeldes II, Sozialhilfe oder Kinderzuschlag erhalten. Mit Hilfe des Elterngeldrechners können Sie nur Ihren möglichen Elterngeldanspruch ermitteln, nicht aber die mögliche Anrechnung des Elterngeldes bei den genannten Leistungen. Hierzu können Ihnen die Elterngeldstelle und Ihr Sozialleistungsträger Informationen geben.
-Auszugsende-

ich denke, dass dieses Gesetz nicht nur wegen obigem Zitat wie so viele in den letzten Jahren von unseren Volksvertretern beschlossenen einer gerichtlichen Prüfung nicht standhält und glaube, dass das einige Politiker wissen(siehe Links unten)




www.bmfsfj.de/Elterngeldrechner/

www.sueddeutsche.de/geld/elterngeld-fuer-reiche-ein-gesetz-mit-luecken-1.1056313

www.sueddeutsche.de/geld/elterngeld-geaendert-wer-frueh-plant-bekommt-mehr-geld-fuer-den-nachwuchs-1.1423695

www.faz.net/aktuell/politik/inland/sinkende-geburtenzahlen-kauder-stellt-elterngeld-infrage-11811890.html


Ch. Bach
geschrieben am
06.08.2012 um 20:18 Uhr
Beitrag 164

leser: danke

was mich auch sehr beschäftigt: wie ist es um eine gesellschaft bestellt, die finanzielle anreize schaffen muss um junge menschen zur elternschaft zu bewegen....(fortpflanzung ist eigentlich der stärkste biologische trieb...)
Moon
geschrieben am
07.08.2012 um 14:15 Uhr
Beitrag 165

...Leute ..Ihr habt ja ganz schön was zu lesen vorgelegt...

...nur ein paar Anmerkungen:

.ich finde es so richtig, dass das Elterngeld mit anderen Sozialleistungen verrechnet wird..es sollte ja der Anreiz sein, sich wieder Arbeit zu suchen und nicht sich wegen Arbeitslosigkeit Kinder "zuzulegen"....ich weiß ich weiß..über diese Argumentation kann man streiten..ich seh`s halt so!

Das andere ist der angesprochene Fachkräftemangel: Meines Erachtens ist dies ein typisch deutsches Industrieproblem...warum ? Weil man die jungen Fachkräfte besch...bezahlt, ständig befristete Arbeitsverträge macht oder die armen Leute gleich zur Zeitarbeit schickt....KLASSE! Das ist mal ein Anreiz sich jahrelang in der Schule zu plagen! Wenn sich dann jemand sagt, ich mach auf Hartz4 und leg mich zum Badeweiher....ich könnt`s verstehen!

Und was die Vergleiche des deutschen Schulwesens (PISA etc.) betrifft...in D ist sicher EINIGES verbesserungswürdig, doch diese Vergleiche hinken derartig (dies näher auszuführen wäre hier etwas zu aufwendig!) dass ich mir darüber keine gesteigerten Sorgen machen würde!
Ch. Bach
geschrieben am
07.08.2012 um 14:57 Uhr
Beitrag 166

ich wollte hier eigentlich weniger auf verrechnung mit anderen sozialleistungen hinweisen, sondern nur auf die verbindung einkommen-höhe von elterngeld und die entsprechenden obergrenzen!
ich bin nun einfach der ansicht, dass die bemessungsgrenzen zum einen drastisch zu hoch gegriffen sind(wer braucht eine sozialleistung bei einem monatseinkommen von über 40!Tausend euro(nach abzügen)monatlich)und auch die koppelung an einkommen ungerechtfertigt ist: kinder kosten(soweit man hier überhaupt kosten sagen darf) immer das gleiche...also wäre eine feste zahlung für alle wohl gerechter. so ganz mag ich HUBs aussagen auch in dem punkt nicht folgen, wenn er von erhaltung eines gewissen lebensstandards spricht...eines offensichtlich doch sehr hohen standards....dafür dürfen sozialleistungen nicht dienen. ganz davon abgesehen- ich kann wohl voraussetzen dass ich auch von studierten das selbe fordern kann wie von einer alleinerziehenden hartz IV empfängerin: wiederaufnahme einer tätigkeit nach 14 wochen mutterschutz(6 wochen vor und 8 wochen nach Geburt).sprich....kein verdienstausfall!
Ch. Bach
geschrieben am
07.08.2012 um 15:01 Uhr
Beitrag 167

moon: bezüglich fachkräftemangel: meine volle zustimmung!
Arno
geschrieben am
07.08.2012 um 19:31 Uhr
Beitrag 168

lesenswert
www.elterngeld.net/kommentar-anrechnung.html
leser
geschrieben am
08.08.2012 um 08:13 Uhr
Beitrag 169

Danke Arno für den Link. Ein Auszug daraus:

zumal das Elterngeld beim Bezug von anderen Sozialleistungen, insbesondere von der nachrangigen Leistung Arbeitslosengeld II, nach § 10 bis zu einem Betrag von 300 Euro ebenfalls nicht angerechnet wird……..(Zitatende)

Ich bin beeindruckt: der Gesetzgeber hat die Grenze von 300.-€ festgelegt, bis zu der das Elterngeld auf andere Sozialleitungen nicht mit angerechnet wird. Hätte er ein paar Euro mehr angesetzt – knapp über den Hartz-IV-Satz – kämen auch die Langzeitarbeitslosen in den Genuss dieser Ausgleichszahlung! Die von Frau Bach genannte Lösung eines einheitlichen Betrages für alle Betroffenen finde auch ich für gerechter. Wenn man die Ausführungen des Gesetzes /Juris (Link unten) liest, erkennt man, welche Schwierigkeiten zum Beispiel bei einem Selbständigen, Künstler oder Beamten auftreten können, das zugrunde zu legende Einkommen für die Höhe des Elterngeldes exakt zu bestimmen(Manipulationsgefahr).

Da dieses Elterngeld letztendlich dazu dienen soll, Anreize zu mehr Geburten zu schaffen, im weiteren Sinne also eine Art Geburtenkontrolle darstellt, fallen mir asiatische Staaten ein, die eine Geburtenkontrolle betreiben, die meiner Meinung nach die Freiheit des Einzelnen in nicht akzeptabler Weise einschränkt. Für mich ist in Ländern wie zum Beispiel China, Indien, Taiwan… diese Politik gescheitert – es gibt für Privilegierte Ausnahmen, der Anteil der Jungen ist überproportional hoch, es gibt sehr viele Abtreibungen.

Um nicht noch weiter abzuschweifen eine Schlussbemerkung: Statt mit ungeeigneten Mitteln Fehler in der Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik korrigieren zu versuchen, sollte man diese politischen interessenabhängigen Fehlentscheidungen vermeiden, fach- und sachkundige Leute in Regierung und Verwaltung einsetzen, die eventuell nicht überwiegend den eigenen Vorteil im Auge haben oder deren Tellerrand sehr sehr nahe vor der Pupille sitzt und im ungünstigen Fall einen undurchdringlichen Schatten auf die darüber liegenden Regionen wirft.

Noch einfacher ausgedrückt: in einem funktionierenden Staat mit humaner Gesetzgebung, gerechtem Lohn und sozialem Frieden gäbe es manche Probleme nicht. Wahrscheinlich auch die in den letzten Beiträgen diskutierten nicht!

www.gesetze-im-internet.de/beeg/__3.html

M.Eschenberg
geschrieben am
08.08.2012 um 10:44 Uhr
Beitrag 170

Leute lasst bitte die Kirche im Dorf. (Fast) ALLE Steuern haben neben dem reinen Geldeintreibecharakter auch eine - im wahrsten Wortsinn- "steuernde" Funktion. So soll Alkohol- und Tabaksteuer diese Genussmittel unatraktivermachen, die Ökosteuer alte Umweltsünder bestrafen usw. usw...so gesehen, ist man immer -wenn nicht gelenkt- dann zumindest motiviert etwas zu machen oder nicht zu machen....

Dass das Elterngeld statt des ALG bezahlt wird ist ja klar....Elterngeld wird STATT des Einkommens bezahlt....man bekommt es ja nicht, wenn man weiterhin in die Arbeite geht,.....also wird es auch statt den Sozialleistungen und NCIHT ZUSÄTZLICH gezahlt..ich glaube, das brauchen wir auch nicht zu diskutieren.

Allgemein: Es geht nicht darum ob ein Lebensstandard groß, mittel oder klein ist, sondern dass dieser - egal wie groß- prinzipiell gefährdet ist, wenn man sich für ein Kind entscheidet....es ist ja auch nicht immer die Frage KIND-Ja / Kind-NEIN....

Oft ist es wirklich diese Situation: 2 x Akdamiker (ungefähr 26 Jahre alt)- beide frisch im Job, Haus gebaut und dann fällt die Frau wegen Kind weg....das ist finanziell in dieser Phase NICHT stemmbar für die junge Familie....Viele bekommen dann keine Kinder, sondern erst 15 Jahre später, wenn sie schon "gesattleder" sind....ob`s dann immer was wird, oder gar ein zweites oder drittes hinterherkommt ist offen...Außerdem verschieben sich die Abstände zwischen den Generationen dadurch, heißt, es dauert länger bis eine neue Generation nachwächst (die zweite-oft vergessenen Stellscharaube, neben der reinenen Geburtenzahl)
Auch hier möchte der Staat das Eltern jung Eltern werden.....und nicht erst mit 35 Jahren...wenn alles andere auch 100% passt.

Frau Bachs Hinweis, dass auch Akademiker 8 Wochen nach der Geburt wieder arbeiten können stimmmt...aber das gilt ja für alle und das ist ja auch, was der Staat auch belohnen möchte,...wenn jemand zugunsten der Kinder eine Zeiot zuhause bleibt.....Eine gute Erziehung spart unserem Staat nämlich dauerhaft ein Vermögen...
Ch. Bach
geschrieben am
08.08.2012 um 14:01 Uhr
Beitrag 171

eschenberg: prinzipiell stimme ich zu...ausser vielleicht in bezug auf hartz. ich sehe zwar schon die gefahr, dass sich manche dann "aufs kinder bekommen verlegen" könnten...nur dürfte dies die ausnahme bleiben- und angesichts der demografischen entwicklung in deutschland trotzdem willkommen sein. und die höhe von hartz ist nun wirklich nicht geeignet, einem kind einen guten start ins leben zu schenken.

zur lebenssituation akademiker (mitte 20, hausbau) gebe ich zu bedenken, dass sich auch arbeiter und angestellte in der gleichen situation befinden, diese aber von vornherein finanziell noch präkerer dastehen- und bei koppelung von erziehungsgeld an gehalt wieder wesentlich schlechter fahren. dabei bin ich durchaus lesers meinung, dass hier die gefahr gezielter geburtenkontrolle besteht. lief nicht erst voriges jahr der gedanke einer gezielten elitebildung durch die medien? bzw. sind wir nicht schon mittendrin?

voll und ganz stimme ich zu, dass für die entwicklung eines kindes ein gutes elternhaus entscheidend ist...allerdings hat erziehung und fürsorge weniger mit geld denn mit idealismus zu tun. ich finde, die chance, im zuge der gleichberechtigung erziehungsarbeit- egal ob durch mann oder frau- aufzuwerten wurde gründlich vertan. stattdessen diskutiert man über kinderkrippen, -tagesstätten, ganztgsschulen. ganz egal wie gut die dortigen pädgogen auch geschult sein mögen, wie idealistisch sie ihre aufgabe erfüllen---bis auf einige fälle halte ich diese form der kinderbetreuung weder für geeignet, kindern dieselbe geborgenheit und sicherheit wie mit einer nur für sie zuständigen bezugsperson zu vermitteln- unabdingbare voraussetzung zur körperlichen und geistigen entwicklung- noch um wirklich werte zu vermitteln, schon allein mangels zeit der erzieher für das einzelne kind. individualismus wird sich in massenerziehung weniger entwickeln...(dabei waren es doch gerade individualisten die immer wieder neue, fortschrittliche ideen entickelten). und auch hier gibt es die gefahr der instrumentalisierung der einrichtungen durch den staat oder inzwischen auch durch die wirtschaft....auch sponsoring durch firmen, so notwendig und willkommen dies auch sein mag, birgt die gefahr der lenkung: kinder mit einheitserziehung und einheitsdenke, einheitswerten, -vorlieben oder -abneigungen, ....wie geschaffen um später problemlos bedarfsgerecht zu funktionieren.

gut, ich hör schon wieder die schelte....aber ganz so aus der luft gegriffen finde ich jetzt meine bedenken nicht.......


MEschenberg
geschrieben am
09.08.2012 um 09:17 Uhr
Beitrag 172

@Ch.Bach: In dieser Sache erwarten Sie wahrscheinlich Schelte von der falschen Seite. Ich als Unternehmer sehe Ihre letzten Punkte genauso:
- die Wirtschaft nimmt massiven Einfluss auf die Bildungspolitik. Prinzipiell nicht ganz verkehrt, da eine Bildungspolitik ja auch nicht komplett "am Markt vorbei" ausbilden sollte,...

Wenn es aber darum geht, Allgemeinbildung und selbständiges Denken auf den Opfertisch von "schneller Berufsfähigkeit" und "Spezialisierung" zu opfern, dann hört der Spaß auf...
Nichts anderes sind jedoch G8 und der Bollogna-Prozess....

G8 peitscht die Schüler durch ein Abitur, die Beschäftitgung mit (auch) wichtigen Fächern wie Kunst, Musik, ....sowie das Engagement ins SMV, Orchester, Theatergruppe, Schülerzeitung bleibt auf der Strecke...Ziel ist es möglichst schnell einen "Studierfähigen" auf die Unis loszulassen...mit der eigentlichen Reife, die diese "Reifeprüfung" einmal einforderte hat dies nur noch bedingt zu tun.

ebenso der Bologna-Prozess- verschulte Abkläufe bescheren den Hochschulen straff strukturierbare Stundenpläne und dem Studenten sicherlich einen "einfacheren" Weg durch seine Ausbildung. Die Fälle wo ein Ingenieur vielleicht noch nebenbei seinen Zweitschluss in Kunstgeschichte oder ein Mathematiker in Philosophie macht, oder sich beide einfach für 3 Semester in Portugiesisch sitzen oder gar mal ein Semester Islamistik hören werden immer weniger.

Will man das kann man jetzt fragen? Ich stelle bevorzugt solche Leute ein, die nicht mit 18 ein Einser-Abi und mit 21 einen Bachelor-Abschluss haben und außerhalb Ihres Fachgebietes -sorry für den Ausdruck- IFachdioten geblieben sind.
Ich bevorzuge junge Leute, die ihre Studienzeit auch FÜR IHRE ENTWICKLUNG genutzt haben und selbständig denken können (das ist jetzt der große Unterschied!)
Leute, die vielleicht ihr ganzes Studium hindurch nebenbei gearbeitet haben haben tiefen Einblick in das jeweilige Unternehmen und seine Abläufe bekommen (das kann ein Restaurant, ein Supermarkt, eine Firma,...sein).
Wer ein Semester im Ausland war beherscht neben einer Fremdsprache auch Grundlegende zwischenmenschliche Kompetenzen, kann sich gut integrieren und kennt andere Lebenskonzepte.

Udn schließlich finde ich es wichtig, dass sich meine Ingenieure, BWLer oder Juristen auch nach dem fachlichen Gespräch oder während eines Geschäftsessens mit unseren Kunden über andere Themen unterhalten können und nicht dadurch glänzen, dass sie den Unterschied zwischenBundesrat und Bundestag nicht kennen...

So..alles nur Beispiele, spreche auch keinem G8ler oder Bachelor all dies ab...aber förderlich ist dieses System sicherlich nicht....

UND GENAU DAS WILL der Großteil der Wirtschaft. Schnell topausgebildtete Fachleute, mit Scheuklappen links und rechts, die ihre Arbeit verrichten ohne zu fragen und ohne nachzudenken (ja auch bei akademikern!)

Freue mich auf Eure BEiträge (und hoffe, dass wir von der Arm-Reich-Diskussions-Neid-Debatte wegkommen, da werden wir uns sicherlich nie alle einig) :-)
Moon
geschrieben am
10.08.2012 um 10:49 Uhr
Beitrag 173

100% ige Zustimmung....nur ein Punkt hat beim Einstellungskriterium gefehlt:
Zufrieden zu sein mit 1800,- Brutto...

Aber(wenn ich so zurückdenke..) hats das vor rund 20 Jahren schon genauso gegeben...1er Abiturienten die sich ihr "Wissen" in den Schädel gepaukt hatten und damit aber außer guten Noten nichts anfangen konnten...

Dass ein Gymnnasial-Abiturient ausreichende Allgemein(!)bildung und Lebenstüchtigkeit besitzt hat m.E. leider noch nie gestimmt...jeder Realschüler ist fitter...

Ch. Bach
geschrieben am
10.08.2012 um 19:18 Uhr
Beitrag 174

diese antwort kann ich so nicht unwidersprochen hinnehmen....es verkennt die ursprünglich verschiedenen ausrichtungen der schulen...hier wissenschaftlich-theoretisch und da praxisorientiert. beides mit gleicher berechtigung, gleicher wertigkeit.
das dilemma der letzten jahrzehnte besteht doch darin, dass überehrgeizige eltern nur kind mit abitur gelten lassen wollen...ich bin sicher, 50 % aller gymnasiasten sind fehl am platz. aber anstatt hier wieder so wie früher wirkliche eignungstes durchzuführen(ich mussste die vor 45 jahren noch durchaus machen)und diese dann als verbindlich zu betrachten ist es heute üblich mit allen mitteln kinder auf das gym zu puschen...zu lasten der lehrstoffvermittlung und vor allem zu lasten der kinder!
schuld , so denke ich, ist eine falsch verstandene wertigkeit von berufen und tätigkeiten...(ich hab tandlers schelte noch im ohr)und das an die wirtschaft angepasste bestreben, möglichst viel in möglichst kurzer zeit in kinderköpfe zu pressen...was nur schiefgehen kann. auch bei meinen kindern vermisste ich schon die vermittlung von grundlagen...wirkliches kopfrechnen z.b. nicht gefragt, wozu gibt es taschenrechner...dabei wird übersehen, dass verankertes basiswissen erlaubt, alle prozesse und fortschritte der letzten jahrzehnte nachzuvollziehen ohne diese -wie momentan der fall- stur pauken zu müssen. auf kosten von allgemeinbildung. besonders seit einführung des g8---es fehlt einfach an zeit!

...und an der einsicht(vor allem vieler eltern), dass nicht jedes kind gleiche stärken hat, dass eine praktische begabung ebenso wertvoll ist wie eher theoretisches denkvermögen, dass ein handwerker nicht zwangsläufig weniger intelligent und erfolgreich ist als ein ingenieur oder doktor, dass prestigeberufe und reichtum nicht unbedingt persönliches glück bedeuten. leider ist inzwischen der schein oft wichtiger........
Ch. Bach
geschrieben am
10.08.2012 um 19:23 Uhr
Beitrag 175

etwas hab ich noch vergessen...natürlich die zuweisung von geldern an schulen, die sich nach der anzahl der schüler richtet....so wird also kaum ein gymnasium im vorfeld einen schüler zurückweisen, ungeachtet der psychischen folgen eines ungeeigneten kindes durch sein scheitern....

ehrlich, ist das nicht pervers?
lser
geschrieben am
11.08.2012 um 08:12 Uhr
Beitrag 176

M. Eschenberg, dem Beitrag vom 9.8. kann ich zustimmen, ebenso wie Moons Aussagen im Beitrag vom 10.8.

Auch in Übereinstimmung mit Frau Bach sind wir offensichtlich der Meinung, das existierende Bildungssystem vernachlässigt vor allem in den Hochschulen das Vorbereiten auf das „Leben“. In diesem Thread habe ich auch schon die meiner Meinung nach unsägliche Verzahnung und Einflussnahme der Wirtschaft und Politik auf das Bildungswesen angeprangert(interessengebundene Spenden, Sponsoring, industrielle Forschungs- und Versuchsvorhaben unter dem Deckmantel allgemein gültiger unabhängiger Grundlagenforschung…) . So wie Frau Bach sehe ich eine Entwicklung hin zu mundtot gemachten Fachleuten und Verkünder vorgegebener Erkenntnisse(sicher manchmal wider besseren Wissens).

Was ebenso für mich eine fehlgeleitete Politik bedeutet ist die Tatsache, dass diese tatenlos zusieht, wie sich die Armut in unserem Land verbreitet und immer mehr Kindern der Zugang zu Bildung massiv erschwert wird. Das hat nichts mit Arm-Reich-Neid-Debatte zu tun, das ist eine traurige Tatsache, die seriöse Untersuchungen belegen.

Damit komme ich auch zu einem anderen Punkt: M. Eschenberg, ich bitte die ersten Sätze im Beitrag vom 8.8. zu überdenken. Es mag ja sein, dass ursprünglich vor vielen vielen hunderten von Jahren die Steuern(Lehen….) dazu gedacht waren, diese Einnahmen im Sinne des Gemeinwohls einer Gesellschaft zu verwenden, z. B. Infrastruktur oder für jeden zugängliche Bildungsstätten zu schaffen oder ein Mindestmaß an Regeln für das Miteinander zu schaffen und Verstöße zu ahnden und den Verwaltungsapparat zu finanzieren. Aber es wäre naiv zu denken, dass diese wünschenswerte Entwicklung tatsächlich eingetreten ist. Kaum jemand wird abstreiten, dass es inzwischen in Deutschland eine unglaubliche Misswirtschaft öffentlicher Gelder(Steuereinnahmen) gibt, da brauche ich nicht einmal das Schwarzbach des Bundes der Steuerzahler zu lesen, es genügt, mit offenen Augen durch unser Land zu gehen(oder fahren) oder mit Mitmenschen zu reden. Und Kinder kosten nun einmal Geld, wie bereits schon Frau Bach ausgeführt hat ohne Unterschied aus welchen sozialen Verhältnissen sie kommen. Zu argumentieren, eine aus humanitärer Sicht zwingend erforderliche Unterstützung dafür mit dem Argument zu verweigern, diese Hilfe ist nur als Einkommensverlustersatz gedacht, ist in meinen Augen zutiefst inhuman gegenüber den betroffenen Kindern.

Grundsätzlich finde ich wie einige Beitragsschreiber auch, dass ein Schubladendenken und eine Unterscheidung zwischen Arbeiter, Angestellten, Wissenschaftlern oder freien Künstlern nicht mehr zeitgemäß ist. Eine gesunde Gesellschaft braucht alle. Es gibt Handwerker, die mit Grundberufsausbildung, zusätzlichen Qualifikationen und Weiterbildungen mehr Zeit zum Lernen aufgewendet haben als zum Beispiel Juristen für ihr Studium. Ich wiederhole mich gerne: ein zum Leben reichendes Einkommen sollte allen gewährleistet sein.
Moon
geschrieben am
11.08.2012 um 12:52 Uhr
Beitrag 177

@ Lser: ..ich glaube nicht mal, dass es an der Wirtschaft/Industrie liegt, dass heutige (wie auch frühere) Abiturienten zu wenig "aufs Leben" vorbereitet wurden....
Es liegt am Schulsystem...keine Fachrichtung ist bereit freiwillig auf Unterrichtsinhalte zu verzichten..fächerübergreifendes Denken bleibt völlig außen vor...stattdessen wird in Fächern wie Latein oder auch Chemie bis ins i-tüpfelchen vorgestochert...wozu ?
Ich erinnere mich noch gut an unseren Matheunterricht: Keiner der (lebensfremden) Lehrer konnte uns klarmachen, WOZU man die erlernten Inhalte braucht...heute weiß ich`s ...allerdings hab ich bis heute keine dreidimensionale Vektorgeometrie gebraucht..

leser (diesmal mit vergessenem"e")
geschrieben am
12.08.2012 um 09:54 Uhr
Beitrag 178

ein möglichst breites Basiswissen ist schon gut, denke ich. Das soziale Verhalten lernt man hauptsächlich in der "Praxis". Wenn die äußeren Zwänge und der (Erfolgs-)Druck aber zu groß werden, kann das schon schief gehen!! Ein paar theoretische Grundsätze sollten alle Schulen trotzdem vermitteln, dazu gehören meiner Meinung nach Sozial-Volkswirtschaft, Ethik,Staatskunde(Grundsätze verschiedener Modelle ohne Glorifizierung bestimmter Formen)grundsätzliche philosophische Denkmodelle..

Ein erlebtes Beispiel: es wird die soziale Kompetenz eines Mitarbeiters in den Vordergrund gestellt(deutsch:Soft-Skills). Ich habe ein verlängertes Wochenende geopfert, um mir den letzten eventuell fehlenden Feinschliff in einem Kurs zu holen. Das einzige, was ich daraus gelernt habe: versuche mit allen Mitteln stärker zu sein und anderen deine Meinung aufzuzwingen ohne Rücksicht auf Moral und Verantwortung. Damit will ich auf den Unterschied zwischen Theorie und Wirklichkeit hinweisen. Wenn ich das Wort Soft-Skills höre, frage ich mich gleich, sollte da der Anfangsbuchstabe im zweiten Wort nicht eventuell weggelassen werden?

Aber ich kann mir vorstellen, dass ein Lehrer oder Referent in der heutigen Zeit zum Beispiel schon erhebliche Schwierigkeiten bekommen kann, wenn er etwa objektiv und neutral Weltreligionen sachlich darstellt und irgendwie bei jemandem der Eindruck entstehen könnte, eventuell ist nicht nur die katholische Kirche die allein selig machende Religion auf unserem Globus. Also bin ich wieder bei meinem alten Thema: die Politik ist gefragt, um die bestehenden Rahmenbedingungen zu verändern! Ein Angst machender Überwachungsstaat ist für mich kein erstrebenswertes Ziel.



M.Eschenberg
geschrieben am
21.08.2012 um 22:46 Uhr
Beitrag 179

@Moon. Wirklich nicht um zu ärgern: Vektorgeo brauche ich sändig,...dagegen relativ wenig Botanik.....ist halt oft leider so bei Allgemeinwissen,...
leser
geschrieben am
18.09.2012 um 07:32 Uhr
Beitrag 180

Natürlich verstehe ich jemanden, der in das allgemeine Klagelied der Wirtschaft zu dem fürchterlichen Produktivitätsverlust(meistens ist das auf die Arbeitsproduktivität reduziert, andere Produktivitätsfaktoren werden nicht berücksichtigt, also praktisch nicht aussagefähig) einstimmt und damit den Niedergang einer Volkswirtschaft wegen Wettbewerbsunfähigkeit entgegensieht. Ich verstehe ihn dann, wenn er in einem Elfenbeinturm(Begriff aus einem früheren Beitrag von HUB entliehen) sitzt und in irgendeiner Form von einem Feudalsystem profitiert(auch ich sehe wie Frau Bach einen Zusammenhang zwischen der Argumentation von HUB und dem Liebäugeln mit so einem System). Da kann ich den Beitrag Nr. 9 auch noch so oft lesen.

Im Gegensatz zu dem Begriff Produktivität lässt sich der Ausdruck Feudalherrschaft eindeutiger festlegen denke ich. Er kommt offenbar aus dem Mittelalter und meint nach meiner vereinfachten Betrachtungsweise ein totales Abhängigkeitsverhältnis von Untertanen zu den „Herren“. Als Untertan war man hörig und unfrei, man besaß kein Eigentum, man war der (willkürlichen) Rechtssprechung der Feudalherren unterworfen und schuldete diesen Abgaben in Form von Arbeitsleistung und Ertrag(Fron,Zehnt…).Wie es mit der Meinungsfreiheit oder der allgemeinen Möglichkeit zur Wissensbildung aussah kann man sich vorstellen…

Ich gehöre nicht zu den Menschen, die sich solche Zustände wieder herbeiwünschen. Dabei sehe ich sehr wohl die Gefahr der Entwicklung in diese Richtung zu einer modernen Sklaverei, einer modifizierten Art von Feudalherrschaft. In diesem Forum hat es sehr sehr viel Überzeugungsarbeit und Darlegung von Fakten bedurft, um einige User davon zu überzeugen, dass es im hochmodernen Deutschland staatlich gewollte Hungerlöhne und gigantische Instrumentarien der Kontrolle/Überwachung und Manipulation gibt. Sicher sind trotzdem nicht alle dieser Meinung, das akzeptiere ich auch und verstehe das teilweise(siehe ersten Absatz).

Es hindert mich aber nicht daran, auf eine Entwicklung hinzuweisen, die in meinen Augen in eine falsche, in eine inhumane und intolerante Richtung führt!!!
S.Bach
stephan.bach91@gmail.com
geschrieben am
24.09.2012 um 12:52 Uhr
Beitrag 181

Hab mir jetzt mal die Mühe gemacht und bis Beitrag 99 Alles gelesen - den Rest eher sporadisch da sich die ganze Diskussion immer wieder mal im Kreise dreht.

Als Schlusswort wäre lesers letzter Beitrag perfekt - vor allem weil er ein Wort nennt, welches zwar oft fällt aber durch die vielen verschiedenen Themen die hier behandelt werden auch etwas untergeht: Inhumanität

Ich lehne mich eventuell etwas weit aus dem Fenster, wenn ich die These aufstelle dass dies ein großer Teil des Kerns allen Übels ist, welches vorherrscht.

Selbst bin ich kein besonders fanatischer Christ - allerdings hat diese Religion einen Grundsatz aufgestellt (oder es zumindest fadenscheinig versucht) - Nächstenliebe. Das Ganze klingt in manchen Ohren bestimmt kitschig oder nach einem Hippie der Tag ein Tag aus einen pafft. Aber es ist ein Grundsatz der in der heutigen Zeit einfach völlig außer Acht gelassen wird.

Großindustrielle denen die Einzelschicksale ihrer Arbeiter, oder gar die Zerstörung des Lebensraums irgendwelcher Völker (z.B. Afrika: Öl) sowas von egal sind. Menschen die am Abgrund leben oder kurz davor sind, indem sie die vom Staat legalisierten Drogen wie Alkohl und Zigaretten konsumieren, z.B. indem sie Wodka in Orangen spritzen und die dann in ihrer Mittagspause mampfen damit sie wieder klar kommen - garantiert hat jeder seine eigenen subjektiven Probleme, resultierend aus verschiedenen Gründen, aber ich bin dennoch der Meinung das es auf oben genannten Begriff, also fehlende Menschlichkeit zurück zu führen ist.

Keiner mag mehr etwas von seinem "Gewinn" abdrücken - und falls doch sinds 5€ für "Brot für die Welt" um das Gewissen, sofern es noch vorhanden ist zu besänftigen.

Erst kürzlich standen in der MZ diese Zahlen:
"Zehn Prozent der Deutschen verfügen über 53 Prozent des Privatvermögens – Tendenz steigend."
Link:
www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1347947532303&openMenu=1013016724320&calledPageId=1013016724320&listid=1018881578370

und da kann ich mir doch, sofern ich gesunden Menschenverstand besitze nur noch einen "Facepalm" verpassen, also mir eine aufs Hirn klatschen.

Damit aber noch nicht genug - über verschiedenste Ecken landen Leute dann in Foren wie diesem hier und kommen mit ihrem infantilen Schubladendenken alá "verschonen sie uns mit ihrem neo-kommunistischem Denken" oder nennen gar "survival of the fittest" als oberstes Prinzip - ich dachte wir befänden uns im 21 Jahrhundert! Die Zeit läuft anscheinend viel zu schnell für uns Menschen, denn ich erkenne nicht das wir irgendwie hinterherkommen würden mit Reformen oder dem endgültigen Abschied von der Ausbeutung des Proletariats (Begriff bewusst verwendet; wer mich jetzt in ne Schublade stecken will nur zu - damit entlarven sich die Kleingeister)

Genauso ist es unmöglich, wie hier versucht, die eine perfekte Lösung zu finden, für den einen ist es Mindestlohn, für den anderen die "Erniedrigung der Akademiker in minderwertigen Jobs zu arbeiten"

Ein Vorschlag dazu von mir: Jeder, sowohl die Großen als auch die Kleinen müssen lernen Kompromisse einzugehen. Wieso? Weil Leben egal in welcher Hinsicht ein Wechselspiel ist - Kausalität, wenn die Herrschaften so wollen ist ein nicht widerlegbares Prinzip.

Es muss doch möglich sein, dass sich ein Firmenchef vll mit einem Gebrauchtwagen zufrieden gibt - genauso wie ein Arbeiter es sich verkneifen können sollte einfach Pause zu machen wann es ihm beliebt und sich a Leberkas-Semmel reinzupfeifen (Tatsache, hab ich miterlebt) wenn er eigentlich arbeiten sollte.

Mit Bildungssystem fang ich gar nicht an - ab nächstem Monat geh ich studieren und guck mir an ob es da anders ist als bisher an der FOS oder der Hauptschule oder Realschule oder Gymnasium (und da ich alle diese Schulen besucht habe kann ichs mir erlauben alle aufzuzählen)

Ich bitte außerdem um Verzeihung für meine wechselhaften Themen in einem Beitrag - so funktioniert mein Hirn und ich denke dass dennoch der ein oder andere gute Punkt dabei ist.
Stong
geschrieben am
05.11.2012 um 13:19 Uhr
Beitrag 182

Also was Union und FDP da zusammengezimmert haben, lässt mich als Stammwähler vom Glauben abfallen,...Betreuungsgeld, Abschaffung der Praxisgebühr und Zuschuss an die Rentner aus Steuermitteln ?!?!?!?!? Wir haben alle Geld zu verschenken. Meine bevorzugte Variante:
- Geld in den Kita- und Krippenausbau stecken
- Kassenbeiträge senken und die durchaus sinnvolle, weil regelnde, Praxisgebühr beibehalten
- Keine Rentenerhöhung ohne Grundlage (Einzahlung) bzw. höhere Rentenbeiträge im unteren Einkommenssegment
Hub
geschrieben am
05.11.2012 um 14:58 Uhr
Beitrag 183

In Zeiten knapper öffentlicher Kassen ein äußerst fragwürdiges Verhalten,.....
Ch. Bach
geschrieben am
05.11.2012 um 16:28 Uhr
Beitrag 184

wahlgeschenke, nichts weiter! nach der wahl wird die rechnung dann aufgemacht...mit wohl drastischen erhöhungen in vielen bereichen. wie immer eben.
Moon
geschrieben am
05.11.2012 um 23:53 Uhr
Beitrag 185

..das traurige ist nur, dass genau wegen dieser Wahlgeschenke diese Leute wieder gewählt werden....
Portus
geschrieben am
12.11.2012 um 13:25 Uhr
Beitrag 186

Zur Diskussion 400€ Job:

Frau Bach: Sie fordern, dass eine Versicherungspflicht bereits ab dem 1. Euro bestehen soll, um die Altersarmut zu bekämpfen....

Wenn ich 400€-Jobler bin zahlt der Arbeitgeber 60,00€ in die Renteversicherung ein,....als angemeldeter mit 401€ sieht die Sache so aus:
Arbeitnehmer: 20,40€ und Arbeitgeber 39,30 also in summa: 59,70€

Der Grund der Altersarmut liegt nicht im Vorhandensein von 400-Jobs, sondern daran, dass jemand der in seinen Arbeitszeit nur 400€ im Monat bekommt dann nicht schlagartig in der Rente 850€ rausbekommen kann, das sollte jeden einleuchten....
Ch. Bach
geschrieben am
12.11.2012 um 16:23 Uhr
Beitrag 187

es geht auch weniger um die frage, wieviel, sondern
A: dass überhaupt in die rentenkasse einbezahlt wird...jeder euro hier mehr entlastet doch wohl die arg gebeutelten zukünftigen rentenzahler
B: noch wichtiger: es muss unrentabel werden, eine vollzeitarbeitsstelle bewusst aus rein wirtschaftlichen gründen, sprich gewinnmaximierung auf kosten von arbeitnehmern, in mehrere 400 euro-jobs aufzusplitten....

und sagen sie mir nicht, dann hätten mehr menschen wenigsten ein, wenn auch geringes einkommen. ich kenne eine menge leute(frauen), die immer noch die selbe volle arbeitsstelle ausfüllen....nur jetzt auch aufgeführt unter ehemann, kinder, oma....allerdings inzwischen ohne jegliche versicherung!

gerade von der leyens vorstoss richtung zusatzrente -aber nur für beitragszahler- zeigt, wie sehr hier vor allem frauen die verlierer sein werden. pauschale für 400 euro-job gilt nicht als qualifikationskriterium.
Kerstin
geschrieben am
13.11.2012 um 10:39 Uhr
Beitrag 188

Frau Bach,

Da haben Sie ein sehr altertümliches Frauenbild....ich habe drei Kinder bekommen und gut erzogen. Trotzdem bin ich nach jedem Kind wieder in die Arbeit gegangen und arbeite heute noch (der Älteste ist mittlerweile mit dem Studium fertig)

Wenn heute eine Frau lieber zuhause bleibt als wieder in den Beruf zurückzukehren, dann ist das ihre freie Entscheidung. Ich habe mich damals für den Wiedereinstig in den Beruf entschieden, obwohl ich gerne noch ein paar Jahre mehr mit meinen Kindern verbracht hätte. Aber einerseits brauchten wir das Geld und andererseits wird es mit jedem weiteren Jahr schwieriger,..Wenn der Mann gut genug verdient, kann man das machen, dann erhält dieser aber auch genug Rente im Alter für beide.

Armut im Alter resultiert immer aus Armut in jungen Jahren,.....wer nach dem ersten Kind zuhause bleibt und vielleicht dann 15 Jahre später in einen gering-qualifizierten Job wieder einsteigt hat einfach nicht soviel eingezahlt wie jemand der die ganze Zeit 8 Stunden am Tag in die Arbeit gegangen ist,...

Und Kinder und Haushalt habe ich trotzdem unter eine Hut gebracht!
Kerstin
geschrieben am
13.11.2012 um 10:39 Uhr
Beitrag 189

Frau Bach,

Da haben Sie ein sehr altertümliches Frauenbild....ich habe drei Kinder bekommen und gut erzogen. Trotzdem bin ich nach jedem Kind wieder in die Arbeit gegangen und arbeite heute noch (der Älteste ist mittlerweile mit dem Studium fertig)

Wenn heute eine Frau lieber zuhause bleibt als wieder in den Beruf zurückzukehren, dann ist das ihre freie Entscheidung. Ich habe mich damals für den Wiedereinstig in den Beruf entschieden, obwohl ich gerne noch ein paar Jahre mehr mit meinen Kindern verbracht hätte. Aber einerseits brauchten wir das Geld und andererseits wird es mit jedem weiteren Jahr schwieriger,..Wenn der Mann gut genug verdient, kann man das machen, dann erhält dieser aber auch genug Rente im Alter für beide.

Armut im Alter resultiert immer aus Armut in jungen Jahren,.....wer nach dem ersten Kind zuhause bleibt und vielleicht dann 15 Jahre später in einen gering-qualifizierten Job wieder einsteigt hat einfach nicht soviel eingezahlt wie jemand der die ganze Zeit 8 Stunden am Tag in die Arbeit gegangen ist,...

Und Kinder und Haushalt habe ich trotzdem unter eine Hut gebracht!
Moon
geschrieben am
13.11.2012 um 13:08 Uhr
Beitrag 190

@ Kerstin: Sehr löblich dass Sie so erfolgreich Kind und Job verbinden konten.
(Ironie an) Frau Haderthauer wird stolz auf sie sein (Ironie aus!)


Dennoch, auch wenn uns die Politik und der Zeitgeist etwas anderes suggerieren wollen, zumindest in meinem Umfeld arbeiten die meisten Frauen halbtags oder stundenweise.
Und das liegt nicht an mangelnder Bildung oder deren "Faulheit" sondern daran dass Kindererziehung und Haushalt/Garten evt. Pflege von Oma/Opa teilweise zum Fulltime-Job ausarten können! Speziell auch hier auf`m Land wo man ja noch viel Fahr-Zeit einrechnen muss!

Und nun nehmen wir mal an, der Mann als "Hauptverdiener" stirbt...(statistisch nicht so abwegig) dann erhält die Witwe rund 60 Prozent von dessen Rentenansprüchen (ca.60 % des letzt. Nettogehalts)....macht also grob über den Daumen gepeilt ein Drittel vom bisherigen Netto-Einkommen !!! Und davon soll "Frau" leben können! Prima!


Günther Zait
geschrieben am
13.11.2012 um 13:11 Uhr
Beitrag 191

@Frau Bach:
Beispiele wie sie nennen,....Einer arbeitet verteilt auf 4 x 400€ Jobs gibt es sicherlich....Das ist jedoch nicht erlaubt! sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer macht sich hier strafbar! --> Stichwort Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung, usw...Übrigens ein kleines Rechenbeispiel....

für vier 400€-Jobs werden 240,00€ monatlich in die gesetzl. Rentenversicherung eingezahlt,...

für einen 1600€ (brutto) Job 313,60 monatlich,....dafür bleiben bei diesem nur 1.126,63€ netto übrig......sorgt man mit den zusätzlichen 473,37€ privat vor, steht man viel besser da...

Aber nur ein Rechenbeispiel, weil eigentlich soll es diese Oma-Opa-Kind-ICh-Scheinarbeitsplätze ja garnicht geben,....schlechter fährt man aber nicht als bei einer Vollanstellung
Ch. Bach
geschrieben am
13.11.2012 um 18:25 Uhr
Beitrag 192

@kerstin
wie bitte kommen sie darauf , dass ich ein altertümliches frauenbild habe? weil ich eine tatsache beschrieb? ich darf ihnen versichern, ich bin absolut auf der höhe der zeit!

@zait
...nein, das sollte es alles nicht geben...aber es gibt noch viel mehr, z.b. dass sie als 400 euro-jobber den arbeitgeberanteil selber zahlen. ohne je was dafür zu bekommen....und für private vorsorge bleibt dann wenig übrig.
und in zeiten hoher arbeitslosigkeit, verbunden mit rigorosem massnahmenkatalog der sogenannten arge und als hartzler dem permanenten faulheitsvorwurf ausgesetzt,werden sie auch den teufel tun und ihren arbeitgeber anzeigen sondern froh sein, zu verdienen.

manchmal frage ich mich...wer lebt hier eigentlich in der realen wirtschaft?

link2
geschrieben am
14.11.2012 um 13:12 Uhr
Beitrag 193

In Deutschland ist NIEMAND arm!!!!

Im Ausland verhungern Leute, erfrieren oder starben an einem nicht operierten Blinddarm.....

Es bekommt jeder eine Wohnung gezahlt und genug, damit man nicht verhungern muss. Oft kann man auch noch "einen kleinen Luxus" wie rauchen, Fleisch, TV, Handy,..etc bezahlen....Kein Zuckerschlecken, kein erfülltes Leben, sicherlich,....aber arm ist wirklich was anderes
Gschmarre!
geschrieben am
14.11.2012 um 13:39 Uhr
Beitrag 194

Stimmt doch gar nicht! Beispiel: Ein Student, der nebenbei ein Praktikum im Rahmen seines Studiums machen muss und dafür keine Vergütung bekommt. Angenommen seine Eltern verdienen zwar ordentlich, aber haben hohe Schulden und können dem Kind somit nicht viel geben. Bafög gibt es in solchen Fällen nicht. Arbeiten nebenher geht für die Zeit des Praktikums auch nicht. Die Höhe von Bildungskrediten ist oft minimal. Ich kenne ein paar Leute aus meiner Studentenzeit, denen es so ging! Erzähl denen mal, dass hier jeder immer alles vom Amt bekommt. Schon klar, wenn sich solche Leute exmatrikulieren und arbeitslos melden, gibts plötzlich Geld vom Amt, aber das ist doch Blödsinn! In solchen Fällen bleibt nichts anderes, als in irgendeiner Weise Schulden aufzutürmen und sich durchzuwurschteln, bis es wieder besser wird.

Bin mir sicher, dass es noch mehr solche Fälle gibt, die der Gesetzgeber nicht vorhergesehen hat und in denen man "durchs Netz" rutschen kann.
leser
geschrieben am
14.11.2012 um 18:49 Uhr
Beitrag 195

zur Aussage"in Deutschland ist niemand arm":

Auszug aus Presseartikel:
Besonders irritierend sei, dass die Armut weiter gestiegen ist, obwohl die Arbeitslosigkeit zurückging. Als ein möglicher Grund wird der gewachsene Niedriglohnsektor genannt. Denkbar sei, dass bei einer wachsenden Gruppe von Beschäftigten das Einkommen gerade über der Hartz-IV-Grenze liegt.


www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/wsi-studie-in-deutschlands-staedten-steigt-die-armutsquote-a-867074.html




Auszug aus "Armutsbericht" der Bundesregierung:
Das Armutsrisiko von Kindern hängt stark von der Erwerbsbeteiligung der Eltern ab. Denn mit der Aufnahme einer Vollzeitbeschäftigung durch ein oder mehrere erwerbsfähige Haushaltsmit-glieder sinkt die Armutsgefährdung von Haushalten mit Kindern von 48% auf unterdurchschnitt-liche 8% bzw. 4%.

www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/forschungsbericht-der-3-armuts-und-reichtumsbericht-der-bundesregierung.html


meiner Meinung nach muss man schon an Realitätsverlust leiden (in einer verschlossenen Parallelwelt leben) um die eingangs zitierte Behauptung aufzustellen!!!

s.bach
geschrieben am
14.11.2012 um 20:16 Uhr
Beitrag 196

@leser: vollkommen richtig.

@link2: wen interessiert hier in einem forum für lokales rund um maxhütte das ausland - hier gehts um unsere standards/grundrechte/wasweißich.

@stong: wenn ich schon sowas wie "stammwähler" les...^^

@Kerstin: Ich kann ihnen versichern, dass Frau Bach Erziehung/Job auch unter einen Hut gebracht hat und garantiert kein altertümliches Frauenbild verinnerlicht hat. Dazu müssen sie sich lediglich in Leonberg bei all den Schwätzern die sich über eine wirklich emanzipierte Frau das Maul zerreissen umhören :D

und schlussendlich: 400 Euro Jobs waren, sind und bleiben ein Verbrechen an der Menschheit.
Günther Zait
geschrieben am
15.11.2012 um 08:28 Uhr
Beitrag 197

@ S.Bach:
Ich kann mich Ihrer Meinung nicht anschließen. 400-€ Jobs bieten die Möglichkeit sich ohne große abzüge was "dazuzuverdienen" und sind daher ideal als Zweitjob, Job für Schüler/Studenten oder Hausfrauen, die jedoch wegen Familie etc.. nicht mehr Stunden arbeiten wollen. Wie Portus nachgerechnet hat, wird bei einem 400€ Job (wo ich das Geld netto bekomme) genauso viel in die Rentenkasse (vom Arbeitgeber) gezahlt wie bei einem 401€-brutto-Job von AG+AN zusammen,.....
unterm Strich bleibt mir jedoch mehr Geld!

Ein 400€-Job ist aber KEIN Hauptberuf. Die dort erzielten Stundenlöhne sind auch meist niedrig, da sie von un- oder niederqualifizierten Personen ausgeführt werden können. Das heißt weder das alle deshalb niederqualifiziert sind, ich kenne einen Bankangestellten der am Wochenende kellnert, damit er sein kleines Häuschen schneller abbezahlen kann. Je nach Qualifikation und Art des Jobs können hier die (NETTO)Stundenlöhne bei 8-10€ liegen,....
leser
geschrieben am
28.11.2012 um 09:28 Uhr
Beitrag 198

Im Nachtrag zu meinem Beitrag N. 195, betreffend Armutsbericht Deutschland:


Offenbar ist der aktuelle Armutsbericht von der Regierung „geschönt“ worden, da der tatsächliche Zustand in Deutschland die Unfähigkeit der Regierenden aufzeigt.
(ursprüngliche Berichtinhalte- sinkende Reallöhne, manchen Alleinstehenden mit Vollzeitjob reicht der Stundenlohn nicht für die Sicherung des Lebensunterhalts, stark gestörtes Vertrauen und verletztes Gerechtigkeitsempfinden in der Bevölkerung…)

Aber es gibt immer noch Menschen bei uns, die Armut und Ungerechtigkeit nur in weit entfernt liegenden „Entwicklungsländern“ sehen !!!!

www.sueddeutsche.de/politik/einkommensverteilung-in-deutschland-bundesregierung-schoent-armutsbericht-1.1535166

Herrr Zait, nur Einzelaspekte(Hinzuverdienen durch Niedriglohnbeschäftigung)zu betrachten, wird dem Gesamtkomplex nicht gerecht. Die Begriffe werden hier auch meiner Meinung nach irreführend verwendet - ein Nebenjob zum Beispiel suggeriert, dass ich diesen ausübe, um mir eventuell mehr Luxus leisten zu können und das nur kann, weil mir der Hauptjob die nötige Luft dazu läßt! Die Wirklichkeit sieht oftmals viel viel schlimmer aus und da geht es um Existenzängste kann ich mir vorstellen
link2
geschrieben am
28.11.2012 um 13:37 Uhr
Beitrag 199

Wenn ich sage, dass in Deutschland niemand "arm" ist, dann meine ich nicht, dass keiner unter die so genannte Armutsgrenze rutscht,....aber es verhungert, verdurstet oder erfriert in Deutschland keiner, muss nackt rumlaufen oder unter der Brücke schlafen,..das meine ich
Lagus
geschrieben am
28.11.2012 um 14:53 Uhr
Beitrag 200

Vergessen Sie`s einfach,....hier gibt es ein, zwei Leute, die meinen dass man die Probleme in unserem Land lösen könnte, indem man Hartzlern noch mehr Geld bezahlt,....gar nichts würde sich ändern. Wenn Leute einmal dieses Mentalität verinnerlicht haben (oft leider schon während der ersten Schuljahre) dann bekommt man die sehr sehr schwer wieder raus,...vorgehalten werden dann, die wenigen, wirklich harten Fälle, wo Leute durch Krankheit,...nicht mehr arbeiten können.

Wer aber mit 16 Jahren schon 2 Kinder hat, keinen Schulabschluss und Lehre hinkriegt oder einfach 20 Jahre im Urlaub nach Malle geflogen ist, ohne das er mal ein paar Euro für private Weiterbildung ausgegeben hat, der darf halt auch nicht auf die Allgemeinheit schimpfen,...
Hildegard
geschrieben am
28.11.2012 um 16:17 Uhr
Beitrag 201

Also zusammengefasst:
- wer mit 14 Jahren schwanger wird und dann seine Schule abbricht ist ein Opfer der Gesellschaft
- wer seine Lehre dritte Lehre in Folge abbricht, weil`s "einfach nicht das richtige ist" ist ein Opfer der Gesellschaft
- wer keine Berufsausbildung hat und dann für 5,00€ in der Stunde putzen muss ist übrigens ein Opfer der Gesellschaft
- wer mit 50 Jahren arbeitslos wird, eine Playstation perfekt bedienen kann, aber leider weder Excel noch Powerpoint,.....Opfer
- wer als Frau eine Minirente hat, weil sie lieber all die Jahre bei Ihren Kindern und der "Hausarbeit" geblieben ist, während ihre Nachbarin bereits nach 2 Jahren wieder in den Beruf eingestiegen ist und ihren Haushalt abends gemacht hat--Opfer
Haidhofer
geschrieben am
28.11.2012 um 16:47 Uhr
Beitrag 202

Für mich sind die wahren Opfer die neoliberalen Trolle, die sich vor den Karren der FDP spannen lassen und dabei gar nicht merken, dass sie hier falschen Götzen huldigen ;-)
MeimVodaSeiBou
geschrieben am
28.11.2012 um 17:01 Uhr
Beitrag 203

Hildegard,

für jemanden, der auf widerliche Weise über fehlende Bildung der Mitmenschen lästert, hast du aber ganz schön viele Rechtschreibfehler in deinem Posting. ;-)
leser
geschrieben am
28.11.2012 um 17:10 Uhr
Beitrag 204


:-) es gibt tatsächlich überall Trolle!!!!! Vermutlich sogar in Foren ?!

Eine ganz abwegige Vermutung meinerseits: ich kann mir vorstellen, dass einige "Hartzler" sogar lesen und schreiben können und es sogar nicht wenige geben könnte, die auf ein abgeschlossenes Studium(hart erarbeitet und nicht geschenkt oder erkauft) und/oder zusätzlich auf eine langjährige Berufspraxis zurückblicken können!!

Aber vielleicht habe ich das auch nur irgendwann geträumt und kann das nicht mehr von der Realität trennen ........
Sehr sozialer Mensch
geschrieben am
28.11.2012 um 23:21 Uhr
Beitrag 205

Vormittags philosophieren, nachmittags musizieren und abends in den Foren über die bösen Arbeitnehmer schimpfen, die nicht noch mehr Steuern zahlen wollen. Aber darüber versteht ihr nichts. Ist nur vertane Zeit.
Haidhofer
geschrieben am
29.11.2012 um 01:24 Uhr
Beitrag 206

Dein Posting beweist, dass du noch nicht mal annähernd kapiert hast, worum es in diesem Thread hier geht. Aber weil ich grad gut gelaunt bin (schöne Bundesliga-Ergebnisse heute...), erklär ich es dir nochmal in ganz einfachen Worten an einem Beispiel:

Einer der größten deutschen "Fleischproduzenten" (was für ein widerliches Wort!) ist gleichzeitig einer der größten Empfänger von Agrarsubventionen. Gleichzeitig wird er gegenüber kleinen Betrieben steuerlich bevorteilt und kann verschiedene Instrumentarien ausnutzen, um die Lohnkosten zu drücken. Hinzukommen noch Rabatte auf den Strom sowie weitere Vergünstigungen. Und jetzt frag mal den Tippmann oder einen anderen "kleinen" Metzger, ob er ebenfalls in den Genuss dieser Vorteile kommt...

Es geht hier nicht um eine arbeitgeberfeindliche Politik! Noch nichtmal annähernd! Den meisten hier im Thread geht es eindeutig darum, die einseitige Bevorzugung von Großbetrieben zu Lasten "kleinerer" Konkurrenz -auf dem Rücken von Arbeitnehmern und Steuerzahlern- zu zügeln. Natürlich sollen sich Arbeitgeber auch ihrer sozialen Verantwortung stellen, aber die meisten kleineren und mittleren Betriebe tun das doch auch!

So viel zu den ArbeitGEBERN. Aber das schlimme ist: Du unterstellst ja sogar noch, dass hier gefordert werde die ArbeitNEHMER sollen mehr Steuern zahlen... Wo in den über 200 Beiträgen hier soll denn das gewesen sein...?

Verdammt, jetzt hab ich gegen die goldene Regel, den Troll nicht zu füttern, verstoßen. Wird nicht wieder vorkommen! ;-)
Hildegard
geschrieben am
29.11.2012 um 11:27 Uhr
Beitrag 207

Schön hier als troll bezeichnet zu werden,....auch eine Methode Meinungen anderer Leute herabzusetzen. Wenn hier Argumente nur gehört werden, wenn sie orthographisch richtig sind, lasse ich meine Posts in Zukunft von meinem Mann gegenlesen....ich verteidige die von Haidhofer angeführten Misstände doch gar nicht, darum ging es ja nicht.
Ich habe nur - wirklich sehr provokativ- auch Fälle aufgezeigt, wo gejammert wird, aber die Schuldfrage oft nicht (nur) beim bösen Staat ist. Und das IST MEINE MEINUNG. Ich möchte auf ein Argument eingehen, weil es meine Situation beschreibt. Ich habe ein viertel Jahr nach der Geburt meines Sohnes meine Arbeit wieder aufgenommen (Vollzeit). Und wer glaubt ich wäre nicht gerne zuhause geblieben, der irrt, es war anfangs emotional eine sehr schwere Zeit für mich. Bei wem es die finanziellen Möglichkeiten erlauben, der kann auch 3 Jahre pro Kind zuhause bleiben,....dass man in dieser Zeit nicht nur kein Geld bekommt sondern auch nicht in die Rente einzahlt dürfte bekannt sein.
leser
geschrieben am
29.11.2012 um 13:01 Uhr
Beitrag 208

wenn jemand(im nachhinein diese als sehr provokativ) bezeichnete Beiträge schreibt, dann erinnert das schon an in Foren leider verbreitete Trollbeiträge.

Wie auch in einem anderen Thread geschrieben rate ich: wenn schon übezeichnet, dann das vorher kenntlich machen!

eine paar Auszüge zum Elterngeld aus der Homepage des Ministeriums für Famile,Senioren,Frauen und Jugend:

Das Elterngeld wird an Väter und Mütter für maximal 14 Monate gezahlt

Alleinerziehende, die das Elterngeld zum Ausgleich des wegfallenden Erwerbseinkommens beziehen, können aufgrund des fehlenden Partners die vollen 14 Monate Elterngeld in Anspruch nehmen.


Das Mindestelterngeld von 300 Euro erhalten alle, die nach der Geburt ihr Kind selbst betreuen und höchstens 30 Stunden in der Woche arbeiten, etwa auch Studierende, Hausfrauen und Hausmänner und Eltern, die wegen der Betreuung älterer Kinder nicht gearbeitet haben.

Der Elterngeldanspruch entfällt für Elternpaare, die im Kalenderjahr vor der Geburt ihres Kindes gemeinsam ein zu versteuerndes Einkommen von mehr als 500.000 Euro hatten. Für Alleinerziehende entfällt der Anspruch ab mehr als 250.000 Euro.
leser
geschrieben am
29.11.2012 um 13:06 Uhr
Beitrag 209

Haidhofer,

guter letzter Beitrag ;-))
Ch. Bach
geschrieben am
29.11.2012 um 15:00 Uhr
Beitrag 210

@hildegard und alle, die meinen sich als frau nur über den beruf definieren zu können oder zu müssen.....oder sich rechtfertigen, weil sie arbeiten,... oder auf die zeigen, die das nicht tun...oder sich schlecht fühlen, weil sie den kindern den vorrang geben:

ich denke, der ansatz der momentanen debatte über familiengeld, berufstätigkeit der frau oder deren selbstverwirklichung ist falsch

du hast also 3 monate nach der geburt wieder vollzeit gearbeitet...obwohl es dir emotional schwer gefallen ist
...und genau das ist der springende punkt!
es wäre biologisch für einen säuger(der der mensch nun mal ist) richtig, sich so weit und lange als möglich um den nachwuchs zu kümmern bis dieser anfängt, selbstständiger zu agieren. ob das nun vater oder mutter ist, ist egal

aber leider haben etwa 99% aller frauen die frage der emanzipation in den falschen hals bekommen....
anstatt so lange zu kämpfen, bis die leistungen, die wir für die gesellschaft erbringen (als mutter, erzieherin, lehrerin, krankenschwester, hauswirtschafterin, altenpflegerin ecetera p.p.), als absoluter full-time -job anerkannt werden -mit der entsprechenden honorierung(auch der absicherung des alters)- mutieren wir zu willigen sklaven, die sich jetzt erst recht vor den karren der momentanen bedürfnisse der wirtschaft spannen lassen. wir verleugnen--und verlieren-- emotionen gegenüber den eigenen kindern, erbringen leistung bis zum umfallen( neben dem job ist es immer noch die frau, die den haushalt schmeisst)und werden in KEINEM bereich wirklich anerkannt(schlechtere bezahlung, fehlende aufstiegs-chancen,herabwürdigung von "nur"-hausfrauen)

früher hatten die frauen keine wahl
...berufstätigkeit war unerwünscht, ja ohne erlaubnis des mannes nicht erlaubt.....
und jetzt?
haben wir wieder keine!
...wir müssen, sollen, beides auf die reihe bekommen:
-wer nicht arbeiten gehen will und lieber bei den kindern bleibt ist sowas von out....ganz eklatant gerade unter geschlechtsgenossinnen
-weil wir billig-willige arbeitskräfte sind.....

den preis zahlen:
--die kinder!aggressionen, suchtverhalten, leistungsschwächen, ja "burn out" sind gang und gäbe
--und der staat, also wir alle: auch der geburtenrückgang spricht ein deutliches wort

ich persönlich hätte nie gewollt,
-dass meine kinder durch staatliche oder kirchliche einrichtungen erzogen werden und dadurch deren, oft recht einseitiges weltbild, eingeprägt bekommen(hatten wir das nicht schon mal?)
-dass die erzieherin der zeuge der ersten schritte oder worte meines kindes wird...
-dass schon mein kleinkind dem stress eines terminkalenders unterliegt...
-dass seine freizeit nach der schule aus "Nachmittagsbetreuung" besteht...
usw.

ich weis, in vielen, ja inzwischen in den meisten familien ist ohne verdienst der frau kein auskommen mit dem einkommen....

und so gehen wir willig schuften, pendeln zwischen infarkt und schlechtem gewissen, und lassen uns einreden, wir wären emanzipiert wenn wir unsere kinder im eiltempo abstillen, abnabeln, abfertigen....

ist das dann gleichberechtigung? wollen wir das wirklich?

zusatz: auch ich liebte meinen beruf....




MeimVodaSeiBou
geschrieben am
29.11.2012 um 15:26 Uhr
Beitrag 211

Hildegard, ein provokativer Beitrag zieht eben provokative Antworten nach sich. Da musst du jetzt durch. Here we go...:

Vielen Dank, Hildegard! Du hast mir mit deinem investigativen, sorgfältig recherchierten Beitrag (Nummer 201) die Augen geöffnet! Eine 14jährige, die schwanger wird, bekommt Geld vom Amt - ich bin schockiert! Was bildet sich das neugeborene Kind überhaupt ein? Hat noch keinen Tag gearbeitet und lebt schon von öffentlichen Geldern! Das ist ein Skandal!

Und noch was:
Mir ist es wurscht, ob deine Rechtschreibung in Ordnung ist. Aber du hast dich hier lauthals über fehlende Bildung vieler Hartzer beschwert ("keine Berufsausbildung", können "weder Excel noch Powerpoint" bedienen, "dritte Lehre in Folge" abgebrochen). Ich wollte mit meinem Posting nur zum Ausdruck bringen: Universalgelehrte gibt es schon seit einigen Jahrhunderten nicht mehr. Der eine kann halt nicht mit dem PC umgehen, der andere hat eben einen blinden Fleck in der Rechtschreibung. Ich finde es einfach albern, einem arbeitslosen Physiker oder einem Bäcker, der keine Anstellung findet, zu sagen: "Selber Schuld, hättest halt mehr mit Powerpoint geübt". Solche Pauschalurteile bringen nur unnötige Schärfe in die Diskussion ohne auch nur annähernd etwas zur Lösung beizutragen!
Haidhofer
geschrieben am
29.11.2012 um 16:18 Uhr
Beitrag 212

Danke @leser. Unsere Meinungen scheinen sich hier recht oft zu decken :-)

Zum Thema:
Mich würde ernsthaft mal interessieren, wie viel Geld dem Staat jedes Jahr durch arbeits- und bildungsunwillige Personen verloren geht. Und wie hoch im Vergleich dazu der Betrag ist, der dem Staat unberechtigter Weise von "Bonzen" entzogen wird (z.B. durch Steuerhinterziehung, Subventionsbetrug, rechtswidrigen Bezug staatlicher Leistungen, Beschäftigung von Schwarzarbeitern, Ausnutzung diverser Gesetzeslücken oder sog. "Steuergeschenke" usw.).

Eines ist klar: Der Geschädigte ist in beiden Fällen der ehrliche Steuerzahler. Aber ob hier wirklich Mütter, die zur Erziehung ihrer Kinder zu Hause bleiben, die Wurzel allen Übels sind... Ich weiß nicht so recht...
Hildegard
geschrieben am
04.12.2012 um 10:31 Uhr
Beitrag 213

@MeimVodaseibou:

Das ist ja wieder klasse, jetzt wird mir unterstellt ich fordere junge Mütter verhungern zu lassen,...

Mir ging es nur um die Darstellung von Ursache und Wirkung in einer Gesellschaft.
Und wenn halt jemand mit 14 das erste und mit 16 das zweite mal schwanger ist und dadurch keinen Schulabschluss und fertige Ausbildung hat ist nun einmal hochgradig von Arbeitslosigkeit bedroht,....aber wieso ist dann das System schuld?

Darum ging es mir!

@Frau Bach:
Genau so stelle ich mir das vor. Wir Frauen machen eine super Ausbildung mit besseren Abi- und Examensnoten als die Männer, dann arbeiten wir 3-4 "pro forma" dann bekommen wir Kinder und lassen uns die nächsten 15 Jahre durchfüttern,....
ein tolles Frauenbild haben Sie da! Wirklich zeitgemäß!
Ch, Bach
geschrieben am
04.12.2012 um 11:41 Uhr
Beitrag 214

es steht da: egal ob vater oder mutter!

nein, ich sagte nicht, frauen zurück an den herd!

aber ich wage zu behaupten, dass die art, wie wir heute mit unserem nachwuchs umgehen, sich fürchterlich rächt! ich bin mir einfach sicher, dass die ersten lebensjahre meines kindes für die entwicklung enorm wichtig sind, vor allem für die entwicklung zum sozialen wesen. interaktionen mit anderen kindern sind wichtig, ja. aber noch nicht für einen säugling. für den stellt die stabile bindung zu VATER oder MUTTER(oder einer anderen liebevollen PERSON, etwa einer tagesmutter oder oma)das elementarste grundbedürfnis dar. aber wie soll sich diese bindung entwickeln, wenn das kleinstkind schon ab der 6.woche mehr oder weniger abgeschoben wird? in einem hort sind nun mal viele kinder und wenig personal. selbst bei größtmöglichem bemühen werden diese leute niemals die dauerhafte anwesenheit von eltern ersetzen können. ab dem 3.jahr einen kindergarten zu besuchen halte ich für vollkommen richtig, um so mehr, da spielgefährten in der umgebung oft fehlen.
warum frauen-oder auch männer- sich heutzutge von wirtschaft und regierungen einreden lassen, eine kita wäre das beste für die entwicklung eines kindes ist mir ein rätsel. blieben die kinder früher alle dumm? vielleicht aber hören wir das ja gern, denn kindererziehung ist beileibe kein freizeitvergnügen. womit diese thesen also dem egoismus der selbstverwirklichung sehr zupass kommen.

ja, ich bin auch für selbstverwirklichung....mit einem großen ABER: sie darf nicht auf kosten meiner verantwortlichkeit für familie und gesellschaft gehen. und schon gar nicht zu armut führen!

zur weiteren lektüre empfehle ich Jared Diamond, evolutionsbiologe de.wikipedia.org/wiki/Jared_Diamond

Ch. Bach
geschrieben am
04.12.2012 um 11:58 Uhr
Beitrag 215

zusatz: apropos durchfüttern

sie schätzen also die arbeit von hausfrauen dermassen gering, dass sie von durchfüttern reden?
was kostet das kita-personal? was kostet die putzfrau? was kostet die tagesmutter? was kostet ein koch? was die kinderkrankenschwester und was der nachhilfelehrer? das personal der tagesbetreuung? die pflegerin für unsere eltern?....

wie können sie von durchfüttern reden und gleichzeitig geld für diese erbrachten leistungen zu zahlen bereit sein?

...womit ich wieder beim punkt emanzipation bin: all diese leistungen wurden und werden bei hausfrauen/männern nicht honoriert, weder in geld noch in anerkennung.

irritierend, dass eine ansonsten offenbar intelligente, gebildete frau so auf parolen von lobbyisten hereinfällt....





Hildegard
geschrieben am
04.12.2012 um 13:45 Uhr
Beitrag 216

Bitte unterstellen Sie mir nicht dauernd, dass ich auf Lobbyisten hereinfalle,....das wird vom Wiederholen auch nicht wahrer,...

Zu Ihren Fragen

"was kostet das kita-personal? was kostet die putzfrau? was kostet die tagesmutter? was kostet ein koch? was die kinderkrankenschwester und was der nachhilfelehrer? das personal der tagesbetreuung? die pflegerin für unsere eltern?.... "

Es geht nicht nur darum, dass man arbeitet um Geld zu verdienen (aber auch), sondern um sich selbst verwirklichen zu können.
Ich gebe zu, dass wir eine KiTa nutzen, aber dann hört sich Ihre Liste bei uns schon auf....putzen und kochen machen mein Mann und ich zusammen, das passiert halt dann oft abends, wenn die (kleinen) Kinder im Bett sind oder am Wochenende,....gehört für mich übrigens auch dazu, dass mein Mann nicht nur mithilft, sondern als "gleichberechtigt" auch den Haushalt mitmacht,......

Bis jetzt kommen wir bis zur einschließlich 9. Klasse Gymnasium wunderbar ohne Nachhilfelehrer für unsere Schüler aus, auch sind unsere Kinder gut erzogen und freundliche, lebenslustige Menschen, auch wenn ich Sie aus beruflichen Gründen so schmählich vernachlässigt habe,...

Aber zurück zum eigentlichen Thema: soll/darf/muss Frau zuhause bleiben?
Draufgekommen sind wir auf die Thematik über das Thema Altersarmut/Rente und zwar deswegen, weil Frauen die Ihre Kinder erzogen haben nicht gearbeitet und damit nicht eingezahlt haben,......

Es ist ein Unterschied ob man "die ersten Jahre" der Kinder zuhause bleibt, oder reduziert ODER ob man quasi immer noch zuhause hockt wenn das letzte Kind mit dem Studium fertig ist.....3 Jahre- dazu noch im Mutterschutz- tun weder der Karriere noch dem Rentenanspruch weh,...aber nach 20 Jahren wieder in den Beruf einzustiegen klappt halt leider auch nicht so gut....

Loben werde ich sicherlich niemand dafür, dass er Hausfrau ist und wissen Sie warum: weil ich auch eine bin, aber erst abends nach der Arbeit.....die aller-aller-wenigsten Berufstätigen haben Putzfrau, Koch oder Hausdame.....alle anderen machen diese Arbeit selbst und ZUSÄTZLICH zum Job.....und sagen Sie mir jetzt nicht, dass ich die Hemden nicht vernünftig bügle oder ungesund koche oder gar Fastfood verfüttere,....
leser
geschrieben am
04.12.2012 um 14:01 Uhr
Beitrag 217

Frau Bach, aber jetzt wird es garantiert besser: auf dem CDU-Parteitag wird über die eventuell stufenförmige Anrechnung für die Rentenzeit von erziehenden Eltern debattiert, deren Kinder vor 1992 geboren wurden. Paßt wunderbar in die Vorweihnachtszeit der Märchen!!!!


Bei dem Link von Ihnen zu den Veröffentlichungen von Jared Diamond fällt mir das Buch von Ernst Mayr ein – Das ist Evolution - , zu dem Jared Diamond im Vorwort schreibt“ Lassen Sie es mich so zusammenfassen: Ein besseres Werk über Evolution gibt es nicht“.

So wie ich das verstehe, sind beide Wissenschaftler auch nach neuesten Erkenntnissen der Evolutionsforschung und ihrer Ableger der Meinung, dass Darwin mit seinen Thesen(z.B. der gemeinsamen Abstammung oder der natürlichen Auslese) Recht hatte. Bei dieser Auslese spielen Umgebungsfaktoren eine wichtige Rolle. Dazu gehören außer den Umweltbedingungen auch die sozialen Gegebenheiten in einer Gruppe von Lebewesen. Mayr belegt in seinem Buch, dass erworbene Fähigkeiten nicht auf Nachkommen vererbt werden können.

Das wiederum bedeutet doch, dass diese Fähigkeiten dem neuen Lebewesen von anderen beigebracht werden müssen, die genetischen Anlagen bei den neuen Lebewesen sind „egoistisch“ ausgelegt. Ein mitfühlendes(altruistisches) Denken und Verhalten zum Beispiel Mitgliedern anderer sozialer Gemeinschaften gegenüber entsteht durch kulturell bedingtes Lernen. Was unter anderem die Entstehung der Sprache beim Menschen erforderlich machte. Und hier sind wir beim Punkt – auch ich glaube, dass die frühe Lebenszeit die wichtigste Zeit ist. Genauso glaube ich, dass privatwirtschaftlich oder staatlich organisierte Einrichtungen dieses „altruistische Denken Anderen gegenüber“ den Kleinstkindern weniger gut vermitteln können(wollen?) als Eltern oder nahe Angehörige. Frau Bach hat auf die Ergebnisse aus jüngerer und jüngster deutscher Geschichte hingewiesen.

Ein Dilemma liegt meiner Meinung nach in der praktischen politischen Umsetzung und der Unfähigkeit oder fehlendem Willen, gesellschaftliche Voraussetzungen zu treffen, die einen Kompromiss zwischen beruflicher Karriere und dem Entstehen von Verantwortung und Ethik in der Gesellschaft gleichermaßen gerecht werden. Ich denke an die Ausweitung von so genannten Heimjobs oder Wechsel zwischen auswärtiger Arbeitsstelle und eigenem Umfeld für ALLE(nicht nur für eine ausgewählte Elite in Unternehmen und Behörden). Ich ziehe jetzt absichtlich keine Vergleiche zu den manchmal an zwei Fingern abzählbaren Anwesenden bei wichtigen Abstimmungen im Bundestag ;-))

Noch ein Schlusszitat aus dem genannten Buch von Ernst Mayr zu Fragen der Zukunft der Menschheit(S.319):
Könnte die heutige menschliche Spezies sich zu einer besseren neuen Art weiterentwickeln? Könnte der Mensch zum „Übermenschen“ werden? Antwort: auch hier bestehen keine großen Hoffnungen. Manche Experten für solche Fragen befürchten sogar, es müsse unter den Bedingungen der Massengesellschaft zwangsläufig zu einem Niedergang kommen.

Mein Fazit(wieder einaml):gerechter Lohn für jede Arbeit sowie eine menschliche Staatsorganisation sowie Bildung für Alle ist Voraussetzung für sozialen Frieden - das gilt weltweit.
MeimVodaSeiBou
geschrieben am
04.12.2012 um 15:50 Uhr
Beitrag 218

Hildegard, wenn es nur die Semantik geht, also wen man als Opfer bezeichenen darf/soll und wer selbst an einer misslichen Lage schuld ist, sind wir hier doch alle gar nicht so weit auseinander.

Mal ehrlich: Ich reg mich auch über so manche Leute auf, z.B. wenn jemand Jahre lang extrem über seine Verhältnisse lebt, irgendwann in die Privatinsolvenz geht und sich dann vom Amt durchfüttern lässt. Aber was willst machen? Wir leben halt mal in einer Solidargemeinschaft. Es wird immer Leute geben, die das missbrauchen. Meinetwegen kann man gerne dratischere Strafen einführen für Leute, die vorsätzlich(!) und erwiesenermaßen staatliche Leistungen missbrauchen - dann aber auch bitte für jene, die das "von oben her" tun und zu Unrecht Fördergelder, Steuervergünstigungen etc. abgreifen.
2 Pfenning
geschrieben am
04.12.2012 um 17:34 Uhr
Beitrag 219

Schlimm die Doppelmoral. Immer mehr junge Leute stecken ihre Eltern in Pflegeheime in Litauen, Thailand oder Spanien. Klar, die Rente reicht nicht für das Pflegeheim und in anderen Ländern kostet die Pflege nur ein Bruchteil. Warum für die Alten bezahlen? Ein Entsetzen geht durch die Gesellschaft, wie man nur so böse sein kann, sich der Alten so zu entledigen. Wie bitte? Ich will mich selbst verwirklichen!!! Was ist daran schlecht!!! Schließlich hat man mich als Kleinkind auch in eine Kindereinrichtung gesteckt, damit die Eltern sich verwirklichen können und nun soll ich aber auf die Alten Rücksicht nehmen?
Also wer im Kleinalter in die Kita gesteckt wird, braucht später kein schlechtes Gewissen haben, wenn er seine Alten ebenso behandelt. Ist meine Meinung! Und ganz nebenbei: Sich um die Körperpflege eines Kleinkindes zu kümmern ist immer noch viel angenehmer als bei alten Leute.
Ch. Bach
geschrieben am
05.12.2012 um 13:13 Uhr
Beitrag 220

an hildegard: ich denke, ich hab bei ihnen einen wunden punkt erwischt, denn sonst würden sie doch mehr auf die zusammenhänge eingehen, die ich versucht habe zu beschreiben: siehe selbstverwirklichung, dauer der pause für kinder usw....

meinen respekt für sie, wenn sie alles so prima unter einen hut bekommen...doch das tun nicht alle, eher die wenigsten. sonst müssten heute grundschulen nicht vom frühstück über allgemeine ernährungsfragen bis hin zu verhaltenslehre, fragen zur hygiene, empfängnisverhütung- ja aufklärung selber- das ganze spektrum von wissen anbieten, das normaler weise daheim erlernt werden sollte. siehe leser, beitrag 217...oder auch 2 pfennig, beitrag 219, der zwar überspitzt formuliert, den nagel aber auf den kopf trifft.

altersarmut: ich habe schon weiter oben beschrieben, dass es a:-noch gar nicht solange her ist, dass-verheiratete- frauen nicht arbeiten durften, auch 3 jahre bezahlter mutterschutz waren für mich und meine generation noch illusion und b: -viele frauen heute, oft ungewollt, in einem 400euro-job landen, der auch nicht zur verbesserung der rentensituation beiträgt(darum meine forderung nach beiträgen ab dem ersten verdienten euro)

....und noch ein wenig provokation: stecken sie nicht vielleicht in einer gewaltigen tretmühle? so verlockend hört sich ihre form der selbstverwirklichung jetzt auch nicht an...


Hildegard
geschrieben am
05.12.2012 um 13:48 Uhr
Beitrag 221

@Bach: Zuerst darf ich Ihnen in einer Sache Recht geben. Dass unsere Schulen heute viel klassische "Erziehung" und eben nicht nur "Bildung" vermitteln müssen. Das ist keine gute Entwicklung, da gebe ich Ihnen Recht! Nicht Recht gebe ich Ihnen aber, wenn Sie behaupten, dass dies ausschließlich der mangelnden Zeit der Eltern geschuldet ist. Nach dieser Rechnung wären alle Kinder von Eltern die beide Hartz-4 beziehen die besterzogensten und alle Kinder von Eltern die beide voll berufstätig sind die am schlechtesten erzogenen,....
Mein PERSÖNLICHER Erfahrungsschatz zeigt jedoch, dass dies meistens (nicht immer) eher andersrum ist....wie gesagt meine Erfahrung, Ihre darf hiervon gerne abweichen...

Sie unterstellen ja immer gerne Absichten oder Intentionen, aber ich kann Ihnen versichern, dass ich mich nicht in einer Tretmühle gefangen sehe. Mir gefällt "meine form der Selbstverwirklichung" Ich habe 3 tolle Kinder, einen liebevollen Mann und kann in dem Beruf arbeiten, den ich studiert habe und der mir Spaß macht. Nach einem 8 Stunden Tag noch zu bügeln oder zu putzen ist sicherlich nicht immer die schönste Freizeitbeschäftigung, jedoch haben wir, obwohl wir es uns leisten könnten nie daran gedacht uns diese Arbeit abnehmen zu lassen,.....

Zu Ihrer 400€-Job Forderung. Machen Sie sich doch mal selbst die Mühe die sich Herr Zait in Beitrag 197 gemacht hat und berechnen Sie wieviel bei einem 400€-Job vom AG und wieviel bei einem 401€ Job vom AN+AG eingezahlt wird, das ist in etwa gleich.

Wieso gehen Sie auf diese Argumente nicht ein? Ein 400€-Job sorgt genauso für die Rente vor, der Arbeitgeber zahlt quasi den Arbeitnehmeranteil zur Rentenversicherung mit.

Bitte selber nachrechnen! Wenn Ihre Forderung natürlich ist, dass jemand mit einem 400€ Job mal soviel Rente bekommt wie jemand der sein Leben lang Vollzeit gearbeitet hat, dann gehen unsere Weltanschauungen wirklich WEIT auseinander,...
Ch.Bach
geschrieben am
05.12.2012 um 16:51 Uhr
Beitrag 222

es wird definitiv erst ab 400,01 euro ein reeller beitrag zu persönlichen rentenversicherung geleistet-davor erarbeitet man eine rente von etwa 22 cent pro monat!ausser man trifft eine extra-vereinbarung mit dem arbeitgebe,der in den meisten fällen nicht zustimmen wird. bis zu diesem betrag von 400,01 euro aber ist der arbeitnehmer auch nicht abgesichert bei längerdauernder erkrankung(nach der 6-wöchigen lohnfortzahlung ist schluss,krankengeld gibt es nicht),arbeitslosigkeit, schwangerschaft, usw...zwar erhöht sich der erworbene rentenbetrag ab 400,01euro auch nur minimal auf 39 cent, gilt aber als voller beitragsmonat, wichtig zur aufrechterhaltung oder zum erwerb von leistungen bei eventueller erwerbsminderung oder zur inanspruchnahme der riester-förderung.

natürlich fordere ich nicht, dass jemand für 400 euro genauso viel rente bekommt wie jemand als vollerwerbstätiger(habe ich noch nirgends geschrieben)...ich fordere immer noch eine gleichstellung der erziehungstätigkeit...oder auch der pflege von familienangehörigen- mit einer anderweitigen berufsausübung, und eine beitragspflicht vom ersten euro an, schon um dem missbrauch, einen vollzeitjob aus gewinnsucht aufzusplitten, vorzubeugen. herr zait lässt z.b. nämlich leider bei seinen berechnungen immer die beiträge der arbeitgeber zu allen übrigen sozialversicherungen ab 400,01 euro aussen vor

gut, ich akzeptiere, dass für sie-als einzelfall- es genau richtig läuft...aber ehrlich...das ist nicht die übliche realisierung. es wird auch immer auf arbeitszeiten beider eltern, ferienversorgung, pflege im krankheitsfall ankommen. was tun sie bei einer erkrankung des kindes? wie versorgen sie es während der etwa 14 wochen ferien pro jahr? welche tolle kita haben sie im städtedreieck gefunden die ihre kinder ab der 6.woche dermassen-offensichtlich liebevoll-umsorgte?

sozial(in jeder hinsicht abgerutschte) dauer-hartz IV bezieher sind ein extra-phänomen unserer gesellschaft...und absolut nicht so üblich, wie man es uns immer weismachen will. ich kann mein handeln nicht an randgruppen-die es immer geben wird- festmachen.... auch nicht an der der gutsituierten vorzeige-akademikerfamilien...sondern an der realen arbeits- und lebenswelt.





M.Eschenberg
geschrieben am
06.12.2012 um 08:45 Uhr
Beitrag 223

Eine seltsame Forderung. Jeder normal denkende Mensch wäre froh, wenn er - wie beispielsweise Selbständige- NICHT gezwungen wäre in dieses ineffektive Rentensystem einzuzahlen, sondern mit dem Geld privat vorsorgen könnte. Jeder Cent der in das staatliche Rentensystem wandert würde in der privaten Vorsorge im Alter mehr bringen.
Ch. Bach
geschrieben am
06.12.2012 um 16:14 Uhr
Beitrag 224

...ja, momentan ist das so
und warum?
weil
a: sich schamlos aus den rentenkassen bedient wurde zur finanzierung zweckfremder vorhaben
b: viele sich aus diesem einst beispielhaften system ausklinken- so lange es ihnen gut geht....

aber was denken sie, wieviele- gescheiterte- selbstständige stehen oben in schwandorf bei der ARGE um Hartz IV oder grundsicherung im alter an? und fordern und erhalten leistungen für die sie keinen cent einbezahlt haben. dann ist auf einmal das solidaritätsprinzip gefragt, kein gedanke wird mehr verschwendet an -ihre monierte- ineffektivität, an gemeinsame einzahlungen. schon auch mal darüber nachgedacht?
Haidhofer
geschrieben am
06.12.2012 um 16:43 Uhr
Beitrag 225

@ Eschenberg
Grundsätzlich haben Sie schon recht, aber es ist kein Geheimnis, dass derzeit so manche private Lebens- und Rentenversicherer finanziell auf dem Zahnfleisch daherkommen (die Göttinger lässt grüßen...). Wohl dem, der da nicht auf das falsche Pferd setzt bzw. gesetzt hat...
Ausserdem: Jeder, der sich damit nicht auskennt, sollte unbedingt einen Freund/Bekannten/Verwandten/sonstige Vertrauensperson hinzuziehen, der/die für ihn das Kleingedruckte studiert. Es sind schon schon unzählige Leute durch private Renten- und Lebensversicherungen finanziell in Bedrängnis geraten (etwa durch dynamische Verträge etc.).
Fazit: Private Vorsoge ist sehr empfehlenswert, aber nur wenn man sich ein wenig damit auskennt, oder von ehrlichen Leuten beraten lässt!
leser
geschrieben am
07.12.2012 um 20:06 Uhr
Beitrag 226

.... wer sich Beiträge in eine private Versicherung leisten kann, die später einmal die Rente erhöhen, der sollte dies tun. Natürlich nicht auf die Provisionsgeier der Banken und Versicherungsgesellschaften hereinfallen(oft ist die Gier aber auch stärker als der Verstand).

Ansonsten bin ich der Meinung, eine Mindestabsicherung sollte in einer "Solidargemeinschaft" wie der unseren schon garantiert werden. Ebenso bin ich der Meinung, wer viel in die Versicherung einzahlt, der sollte auch im Versicherungsfall mehr Leistung bekommen. Hier krankt aber unser System: wenn ich als "Normalverdiener - z. B. Bundesdurchschnittsverdiener" nach 40 Jahren Einzahlung in die Pflichtversicherung unter oder knapp über der Armutsgrenze beim Rentenbezug liege, dann stimmt es einfach nicht mehr!!!! Die Zweckentfremdung der Verwendung bei den Renteneinnahmen hat Frau Bach bereits angesprochen. Wäre das nicht der Fall hätte "der Staat" sicherlich mehr Rücklagen und die Möglichkeit, humane Rentenanpassungen vorzunehmen. Vielleicht könnte man auch im Beamtenrecht etwas ändern? Stichwort Solidargemeinschaft

Oder gar einen winzigen Bruchteil aus den angeblichen Steuerrückforderungseinnahmen(gekaufte Steuerhinterziehungs-/Banken-CD Nordrheinwestfalen) für soziale Ausgaben verwenden ??? Oder gar Nebenverdienste von Politikern regulär versteuern? Oder Militärausgaben reduzieren, oder....
M.Eschenberg
geschrieben am
13.12.2012 um 08:50 Uhr
Beitrag 227

Da stimme ich zu. Viele ehemalige "Selbständige" haben jahrelang nichts eingezahlt und kassieren später doch wieder aus der allgemeinen Rentenkasse. Trotzdem ist man als Selbständiger froh, wenn man nicht in das- meiner Meinung nach sehr unrentable- Rentensystem einzahlen muss und stattdessen mit diesem Geld privat vorsorgen darf....
Allgemein darf ich jedoch erwähnen, dass es hier auf beiden Seiten bestimmt falsche Ansichten gibt. Bei einem Schwerstbehinderten, der nicht mehr arbeiten kann, kann ich nicht die gleiche Messlatte ansetzen, wie an einen jungen, gesunden und stinkfaulen Schulabbrecher....vielleicht sollten wir uns da in Zukunft bei Hartz-4 nicht auf Diskussionen um 5€ mehr oder weniger im Monat einlassen, sondern vielmehr darauf achten WARUM jemand arbeitslos ist und ob er überhaupt noch arbeiten kann....und hier die Konsequenzen ziehen. Einen gesunden, jungen Schulabbrecher werde ich bei aller Liebe nie gerne mit durchfüttern....
Jedoch finde ich aber auch dass an anderer Front zu Unrecht geschimpft wird. Wie (viel weiter) oben von einem Vorredner erwähnt stört es mich zum Beispiel bei privaten Diskussionen mit Freunden, Bekannten immer, wenn gegen die EU und Griechenland geschossen wird. Auch wichtig dass einer mal klarstellt, was der Absatzmarkt Europa für unsere Wirtschaft bedeutet.
Noch viel wichtiger ist es jedoch, dass ich bisher weder Krieg noch eine militärische Auseinandersetzung miterleben musste, ein Privileg, dass kaum eine Generation in der gesamten Menschheitsgeschichte für sich beanspruchen kann. Dieses vereinte Europa kostet,...mal mehr,...mal weniger,...doch es ist "sein Geld wert!"
Ch. Bach
geschrieben am
13.12.2012 um 09:38 Uhr
Beitrag 228

@eschenberg
erstaunlich, aber ich stimme ihnen diesmal nahezu hundertprozentig zu. :-)
M.Eschenberg
geschrieben am
13.12.2012 um 11:35 Uhr
Beitrag 229

nahezu? ;-)
Ch. Bach
geschrieben am
13.12.2012 um 12:02 Uhr
Beitrag 230

ok, sie haben recht, alles andere wäre wortklauberei ;-)
Moon
geschrieben am
13.12.2012 um 14:07 Uhr
Beitrag 231

..ich auch! 100%ig !
leser
geschrieben am
13.12.2012 um 17:16 Uhr
Beitrag 232

Auch ich stimme zu.

Zwei Anmerkungen dazu:

Sollten die kriegsfreien Jahrzehnte in Deutschland dem Können und der Qualifikation unserer führenden Politiker zu verdanken sein? Oder spielen diese nur mit in dem globalen Spiel – woanders ja(inklusive Waffenlieferungen), bei uns nicht? Siehe amerikanische Außenpolitik. Wenn das so sein sollte, kann das auf Dauer nicht gut gehen meine ich. Trotzdem bin ich auch froh, weder in einem Verteidigungskrieg noch in einem UN-Außeneinsatz eingesetzt worden zu sein.

Auch ich bin für ein freies Europa und vielfältige Kulturen in diesen Ländern. Wenn es allerdings nur durch „Luftbuchungen“ zustande kommt(Target2 System der EZB und Haftung in Deutschland durch die Bundesbank) habe ich ebenfalls meine Bedenken.
Es fällt mir schwer, hier auf Hans-Werner Sinn, ifo-Insitut, hinzuweisen, mit dem ich bis jetzt keinesfalls einer Meinung war, aber er weist aktuell auf dieses Problem hin. Medienberichten zufolge hat die Bundesbank Ende September diesen Jahres Forderungen aus diesen Geschäften in Höhe von etwa 700 Millionen Euro an vermutlich finanzschwache andere europäische Volkswirtschaften. Fallen diese Zahlungen ganz oder teilweise aus trägt das der deutsche Steuerzahler.

Aber weil die Vorweihnachtszeit ist: vielleicht kommt alles nicht so schlimm ;-)
M.Eschenberg
geschrieben am
21.12.2012 um 10:30 Uhr
Beitrag 233

Liebe Diskussionspartner!

Ich wünsche Euch und Euren Familien eine besinnliche "staade" Zeit! Ebenso einen guten Rutsch eins neue Jahr und freue mich auf einen zukünftigen weiterhin fairen Gedanken- und Meinungsaustausch mit Euch!
Haidhofer
geschrieben am
21.12.2012 um 16:14 Uhr
Beitrag 234

Dem schließe ich mich gerne an! Euch allen eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Start in das neue Jahr!
Ch. Bach
geschrieben am
21.12.2012 um 16:24 Uhr
Beitrag 235

Danke! Und auch ich wünsche Euch, euren Familien und allen anderen Teilnehmern hier ein friedvolles Fest und ein erfolgreiches Jahr 2013

....und dann hoffentlich auf ein neues mit interessanten diskussionen ;-)
leser
geschrieben am
23.12.2012 um 11:43 Uhr
Beitrag 236

Mit den beiden folgenden Hinweisen möchte auch ich allen ein ruhiges Fest wünschen, Zeit zum Nachdenken und ein erfolgreiches neues Jahr

- Volksbegehren „Ja zur Bildung, Nein zu Studiengebühren!“:
vom 17. Bis 30. Januar 2013 findet die 14-tägige Eintragungsfrist für das Volksbegehren „Ja zur Bildung, Nein zu Studiengebühren“ statt. Während dieser Zeit müssen sich 10% der Wahlberechtigten in den Rathäusern eintragen.



www.direktwahl-ministerpraesident.de/mitmachen/jetzt-unterschreiben/


Krücke
geschrieben am
08.01.2013 um 14:06 Uhr
Beitrag 237

Bin gegen eine Direktwahl,....am Ende hat man -ähnlich wie in Stadträten- dann einen Ministerpräsidenten einer Minderheitspartei und die Mehrheit im Landtag sieht ganz anders aus. Dann wird das regieren noch unmöglicher als jetzt schon mit einem Koalitionspartner ist,...hoffe hierbei wirklich, dass die CSU wieder über 50% erhält. Verdient hätte sie es,...
Moon
geschrieben am
08.01.2013 um 14:29 Uhr
Beitrag 238

...CSU über 50 %....

das ist jetzt nicht Dein Ernst, oder?

Wie wärs? Wir könnten ja mal Berlusconi oder Putin fragen, ob sie Interesse hätten unsern Seehofer zu beerben....die politische Attitüde ist ähnlich!


Die CSU gehört schon längst abgewählt... (speziell weil die Damen und Herren in der Staatskanzlei offenbar nicht mal genau wissen, wo die Oberpfalz ist, geschweige denn, wie man dorthin kommt...)


Ch.Bach
geschrieben am
08.01.2013 um 14:50 Uhr
Beitrag 239

wodurch hätten sich jetzt die CDU/CSU über 50% verdient????
Günther Zait
geschrieben am
09.01.2013 um 20:18 Uhr
Beitrag 240

Also also Frau Bach: Uns geht es hier in Bayern super, wir sind erfolgreichstes Bundesland, finanziell am Besten aufgestellt und haben deutschlandweit eines der besten Bildungssysteme,...sehr wenig Arbeitslosigkeit,....aber stimmt, dass ist ja den Grünen und SPDlern im Landtag zu verdanken.

Ich bin froh, dass ich in Bayern lebe und die CSU regiert.
Moon
geschrieben am
09.01.2013 um 21:42 Uhr
Beitrag 241

..also Herr Zait, im Prinzip haben Sie schon recht...
Und dass die "Schwarzen" im Lauf der letzten Jahrzehnte für Bayern was geleistet haben stimmt auch!
Ich frage mich nur warum die CSU dann keine 90 Prozent bekommt, wenn doch alle sooo zufrieden sind...

Und nur "weil des scho immer so war" heisst nicht, dass es auch weiterhin gut für uns ist! Und leider ist unter den Ideen zunehmend immer mehr Bullshit...
..wenn ich mir manche "Geistesblitze" unserer CSU-Granden so betrachte...
.Transrapid..PKW-Maut...Rauchverbot...8-jhrg.-Gymnasium, Neue-U-Bahn München, Startbahn 3...etc..

Vielleicht wärs mal an der Zeit, wenn ein paar "Neue" sich einbringen könnten und der ganze Filz ein wenig gelockert würde....




Günther Zait
geschrieben am
10.01.2013 um 09:01 Uhr
Beitrag 242

Hallo Moon,

Weil es immer so war, ist sicherlich KEIN Argument, da gebe ich Dir Recht. Dass auch nicht für alle Bürger, alles richtig gemacht wurde, sah man ja auch an der letztmaligen Notwendigkeit, die FDP mit ins Boot zu holen. Darüberhinaus finde ich die Politik der CSU unter`m Strich immer noch gut, wenn auch verbesserungswürdig.
Vor Allem im Bereich Umweltschutz ist diese nicht immer so zeitgemäß, wie`s die selbsternannte "Partei der Energiewende" gerne wäre.

Auf Ihre Punkte darf ich kurz eingehen:

Transrapid:
Ich persönlich hielt und halte den TR für eine gute Zukunftstechnologie, gerade in Hinblick auf die Notwendigkeit trotz sinkender Ölvorkommen und CO2-Bilanzen die Mobilität der Bevölkerung zu wahren. Dass die damals angedacht Strecke weder die optimalste, noch die notwendigste war, wissen glaube ich alle. Ich hätte mir aber schon als Vision einen bayerischen staat gewünscht, indem nicht nur der Speckgürtel von München angebunden wäre, sondern auch etwas "prekärere" Landstriche wie Franken oder bayer-Wald die Chance haben schnell und umweltbewusst in der Landeshauptstadt zu sein. Dass alle jungen Leuten ganz aus diesen Regionen wegziehen, kann auch nicht der richtige Weg sein!

PKW-Maut:
Finde ich mit gleichzeitiger Senkung der PKW-Steuer gut. Also keine Mehrbelastung für dt. Bürger, jedoch miteinbeziehung der eurpäischen Nachbarn, die ja auch zuhause bei sich kassieren. Hier übrigens KEIN aufwendiges Toll-Collect, das Bickerl klappt in Österreich seit Jahrzehnten wunderbar, betriebssicher und ohne hohe Invest-Kosten oder technischen Ausfälle,...

Rauchverbot:
Was soll ich sagen....erst strengstes Rauchverbot Deutschland, dann zurück- und dann wieder auf Druck der Öffentlichkeit hinrudern. Hier hätte ich persönlich di EU-Entscheidung abgewartet. Die zunehmende Bevormundung der Gesellschaft durch Politik sehe ich aber durchaus kritisch, was kommt als nächstes? Höhere Krankenkassenbeiträge für Raucher?

8-jhrg.-Gymnasium,
RIESENSCHMARRN- brauchen wir garnichtmehr diskutieren!

Neue-U-Bahn München,
Gut und notwendig. Jedoch nicht, wenn IMMER NUR in München investiert wird. Zusätzlich sollte auch massiv Geld in den ÖPNV-Ausbau am Land gepumpt werden, bzw. ländlichen Strukturen auch die Chance auf Entwicklung geboten werden, s. Punkt TRansrapid

Startbahn 3
Meiner Meinung nicht notwendig. Eine höhere Kerrosionsteuer für Privatflüge würde beispielsweise diese Entwicklungen, dass man für 250€ pro Woche nach Ägypten oder in die Türkei fliegt und dabei mehr CO2-Ausstoß fabriziert, wie sonst im ganzen Jahr, unterbinden. Wie krank es ist, dass große Bevölkerungsteile jedes Jahr Unmengen an Flugmeilen zusammenkriegen, um dann bei 40° im Schatten zu schmoren, kann ich gar nicht beschreiben.
Das Flugzeug ist meiner Meinung NICHT das Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts, allein schon wegen der ökologischen Folgen!
Somit hätten auch schwächere Regionen wie der Bayer-Wald oder schöne Gegenden in Ostdeutschland ein Potential sich als "Tourismus-Orte" für Deutsche zu etablieren. Die "regionale Wertschöpfung" etwas weiter gedacht,....
Moon
geschrieben am
10.01.2013 um 09:51 Uhr
Beitrag 243

@ Hr.Zait:
Wenn ich Ihren Beitrag so lese, stelle ich fest, dass wir uns fast 100%ig einig sind...sehe ich alles ganz genauso...(Ausnahme: PKW-Maut mit gleichzeitiger Steuersenkung....welche Steuer wurde jemals gesenkt? Außer der "Reichen-Steuer"?)
Meiner Meinung nach sollten einfach mal ein paar "neue" ran, die vielleicht einiges (Stichwort "Speckgürtel um München", Demographieprobleme in Nordbayern, ÖPNV in der Oberpfalz...) besser machen könnten....
Ch.Bach
geschrieben am
10.01.2013 um 10:52 Uhr
Beitrag 244

also herr zait...nach ihren argumenten, denen ich zustimme: aber warum also über 50% für die CSU?
Christa Bach
geschrieben am
10.01.2013 um 11:54 Uhr
Beitrag 245

apropos wirtschaftswachstum: was zum nachdenken

http://www.youtube.com/watch?v=_kWuRMzCZEU&feature=youtu.be

Bayern steht gut da! wirklich? oder sind wir nicht auch gerade dabei, das, was bayern so lebenswert machte, zu zerstören!

mir san mir? schon lange nicht mehr! wir sollen das bloß glauben.
Haidhofer
geschrieben am
10.01.2013 um 13:18 Uhr
Beitrag 246

In dem Beitrag kommt ja auch Michael C. Ruppert zu Wort. Hab mir kürzlich den Film "Collapse" angeschaut, der sich mit seinen (teilweise durchaus streitbaren) Thesen auseinandersetzt. Sehenswert war der Film aber allemal. Ich würde zwar nicht alle seiner Behauptungen eins zu eins unterschreiben, aber als Diskussionsgrundlage oder Ausgangspunkt für eine eingehendere Beschäftingung mit dem Thema taugen sie allemal.
M.Eschenberg
geschrieben am
10.01.2013 um 16:29 Uhr
Beitrag 247

Kann mich größtenteils ebenfalls Herrn Zaith anschließen,...Bayern steht wirtschaftlich optimal da, beste Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland. Als Mittelständler gibt es uns auch ein gewisses Sicherheitsgefühl, dass nicht alle Jahre die Regierungspartei wechselt. Warum CSU +50% Weil ich z.B. nicht mal eine FDP als Partner mit im Boot haben wollen würde. Die Qualität der Politik hat sich durch den Wegbruch der "Alleinherrschaft" (wie`s manche polemisch bezeichnen) nicht verbessert, im Gegenteil.
Den Nichtbau des Transrapids empfand ich damals als große Niederlage für den Standort Bayern. Selbst gute Projekte wie München 21 werden wahrscheinlich- auch aus den Erfahrungen In BaWü- nie realisiert, wobei doch die Zukunft im ÖPNV liegt, Stichwort: Energiewende.
Außerdem gibt es KEINE andere wählbare Partei. Weder Grüne, FW oder SPD sind (in Bayern) wählbare Alternativen, leider...

Übrigens. Zwar ist es die Bundes-SPD, aber der Vorschlag den Steuerfreibetrag für Kinder zu streichen ist wunderbare Familienpolitik und zeigt wie wichtig der SPD der Mittelstand und dessem Nachwuchs ist,..
Moon
geschrieben am
10.01.2013 um 19:01 Uhr
Beitrag 248

...auf gewisse Weise sind wir uns alle einig...

ich bin auch gegen eine FDP im Regierungsboot, die bei minimaler Legitimierung (Stimmen) doch immer ein Maximum für ihre Klientel herausholen will!

Was den Transrapid betrifft: An sich keine schlechte Idee...aber warum wieder mal in München....wir hätten enormen Bedarf am Ausbau unserer Bahnstrecken...speziell Nord-Süd...und da kanns auch mal ein ICE sein...

Und was die Abschaffung des Kinderfreibetrags betrifft: Die SPD fordert hier stattdessen eine Art erhöhtes Kindergeld...das würde auch Geringverdienern helfen ..insofern wäre es gerechter.. - meine Meinung!
Ch. Bach
geschrieben am
10.01.2013 um 19:06 Uhr
Beitrag 249

warum nur fällt mir zu csu und absoluter mehrheit immer wieder fahrradspeichenfabrik ein
Günther Zait
geschrieben am
11.01.2013 um 08:19 Uhr
Beitrag 250

@Bach: gut dass Sie nicht nachtragend sind,....
Ch. Bach
geschrieben am
11.01.2013 um 10:40 Uhr
Beitrag 251

bei so viel schwarzen lorbeeren wollte ich nur mal daran erinnern,zu was eine csu in alleinherrschaft in bayern fähig wäre.
zeigte sich etwa auch bei einem kaum rentablen, aber zerstörendem main-donau-kanal.
und was wäre die oberpfalz, wenn nicht gott sei dank die grenzen zum osten gefallen wären?...nicht die jetzt so häufig propagierte mitte europas sondern immer noch der a... der welt dem man maximal müllverbrennungsanlagen zukommen liesse.
Jochen
geschrieben am
11.01.2013 um 10:42 Uhr
Beitrag 252

Ich versteh auch nicht, wo diese Skepsis der CSU gegenüber immer her kommt. Eine Partei, die uns mit derart integeren Persönlichkeiten wie Strauß, Streibl, Wiesheu, Hohlmeier, Guttenberg oder zuletzt Strepp beglückt hat, hat solche Anfeindungen nicht verdient...
Kathrin80
geschrieben am
11.01.2013 um 12:21 Uhr
Beitrag 253

@Moon:
Das mit dem Entwurf der SPD ist meiner Meinung nach mehr als suboptimal.
Der Freibetrag für Kinder soll gestrichen werden und stattdessen ein GESTAFFELTES (!!!!) Kindergeld nach einkommen gezahlt werden. Wie bitte? Ich bin für Gleichbehandlung. Ist den ein Kind von Akademikern weniger Wert als das eines Arbeitslosen? Welche Anreize sollen hier gesetzt werden? Bleibt die Mutter zuhause und fällt das Familieneinkommen unter 2.500€ dann winken 324€ nicht zu versteuerndes Einkommen pro Kind. Geht die Frau jedoch in die Arbeit und die Familie kommt über die Einkommensgrenze werden Sie bestraft....es gibt bestimmt Fälle wo dann nach Abzug der Werbungskosten 82. notwendiges Auto für Arbeitsweg der Frau,...) unterm Strich weniger raus kommt, obwohl die einen arbeiten und die anderen in der Zeit zuhause sitzen.
Und was wollen wir in Deutschland? Dass sich die Hartzler vermehren wie die Kannickel oder unsere jungen gut-ausgebildeten Familien dazu bewegen Kinder zu bekommen und dieses Risiko finanziell abzufedern?

O tempora, o mores! Quousque tandem abutere, SPD, patientia nostra
Max
geschrieben am
11.01.2013 um 12:42 Uhr
Beitrag 254

Nicht aufregen,..ist doch immer das gleiche, egal welche Partei. Der Mittelstand wird geschröpft und den Arbeitslosen wird`s hinten rein geschoben und unsere Superreichen werden enteignet oder fliehen ins Ausland,...
Jochen
geschrieben am
11.01.2013 um 12:49 Uhr
Beitrag 255

Ja, die superreichen tun mir ganz besonders leid! Mir kommen jedes mal wieder die Tränen, wenn ein Milliardär ein paar tausend Euro Steuern abdrücken muss, weil er noch nicht alles rechtzeitig in eine Steueroase gescheffelt hat oder trotz aller Abschreibungen noch ein bissl was versteuert werden muss...
Max
geschrieben am
11.01.2013 um 12:53 Uhr
Beitrag 256

Im Gegensatz zu einem Hartzler arbeitet der Millionär aber 90 Stunden in der Woche und liegt nicht nur bis Mittag im Bett!!!!!!!
Helge
geschrieben am
11.01.2013 um 13:00 Uhr
Beitrag 257

Die meisten Millionäre arbeiten sogar 180 Stunden die Woche! Mindestens!
Jochen
geschrieben am
11.01.2013 um 13:03 Uhr
Beitrag 258

lol
Im Fernsehen hat mal einer gesagt, er lässt sein Geld für sich arbeiten, aber ich glaube, das war gar kein richtiger Millionär. Oder der hat sich nur geschämt, weil er so wenig Freizeit hat.
Max
geschrieben am
11.01.2013 um 13:17 Uhr
Beitrag 259

Deutschland ist echt wirklich schlimm.....Da werden die Reichen beschimpft und die Faulen bemitleidet,....unsere amerikanische Freunde schütteln jedes Mal den Kopf wenn sie mal wieder sowas zu lesen bekommen......
Jochen
geschrieben am
11.01.2013 um 13:22 Uhr
Beitrag 260

...deswegen hat Mitt Romney auch die Wahl gewonnen: Weil die große Mehrheit der Amerikaner seine Steuererleichterungspläne für superreiche und seine abwertenden Äusserungen über sozial schwache so toll gefunden haben...
Jochen
geschrieben am
11.01.2013 um 13:43 Uhr
Beitrag 261

Noch was: Ich gönne jedem seine Million. Meinetwegen sogar 5 oder 10. Aber du hast hier etwas von "superreichen" geschrieben, und das sind nun mal (nach allgemeinem Sprachgebrauch) Leute, die mindestens über einen dreistelligen Millionenbetrag verfügen. Wie man solche Beträge, alleine mit 90 Stunden Arbeit pro Woche erwirtschaften kann, darfst du mir gerne mal erklären. Was nun daran falsch sein soll, solche Vermögen/Einkommen zu besteuern, erschließt sich mir auch nicht. Und ob diese Leute nach Abzug der Steuern nun wirklich am Hungertuch nagen, sei auch mal dahingestellt. Aber vermutlich wolltest du mit deinem Beitrag eh nur provozieren, stimmts?
Haidhofer
geschrieben am
11.01.2013 um 13:45 Uhr
Beitrag 262

@Max: Sehr interessant, dass sich deiner Meinung nach die Attribute "reich" und "faul" scheinbar ausschließen. Allein damit hast du dich ja schon entlarvt...
Max
geschrieben am
11.01.2013 um 13:49 Uhr
Beitrag 263

Naja...gottseidank muss ich keine Wahlen gewinnen :-)
Ja, etwas provozieren wollte ich, geb ich auch zu...genauso wie es mich immer provoziert wenn man immer der Meinung ist, dass man die Reichen melken könnte wie es einem grad passt, auf der anderen Seite aber eine Sozialausgabenpolitik ohne Lenkungswirkung betreibt....
Jochen
geschrieben am
11.01.2013 um 14:05 Uhr
Beitrag 264

Okay, mit der Lenkungswirkung geb ich dir uneingeschränkt recht. Da werden - gerade in Sachen Herdprämie und Kindergeld - fatale Signale ausgeschickt. Da läuft wirklich eine Menge schief. Und ich geb dir auch recht, dass in der Hinsicht alle etablierten Parteien absoluten Murks veranstalten. Vielleicht ist das auch der Grund, warum manche Leute nicht mal mehr den wirklich Bedürftigen ihre Zahlungen gönnen.
Moon
geschrieben am
11.01.2013 um 17:08 Uhr
Beitrag 265

@ Kathrin80:
Du willst ein gerechtes Kindergeld ?

Das jetzige System Kindergeld /Steuerfreibetrag bevorzugt die Spitzenverdiener ...deren Kinder werden also besser unterstützt ..sind die mehr wert ?
..so wie es von der SPD geplant ist, würden Familien (2 Kinder) bis 70.000 Euro (zu versteuerndes (!) Jahreseinkommen im Vergleich zum jetzigen SYSTEM bevorzugt oder zumindest nicht schlechter gestellt!
Ich glaub, wir sind uns einig dass es sich bis hier um den Mittelstand handelt und darüber dann diejenigen anzusiedeln sind, die sichs eh` leisten können!
Da werden m.E.n. auch keine "sich wie Kanickel fortpflanzende Hartzler" gefördert...der Sozialneid der "kleinen" Leute macht mich langsam traurig!

@ Jochen: 100% Zustimmung!
Ch.Bach
geschrieben am
11.01.2013 um 18:08 Uhr
Beitrag 266

@moon...danke, treffend formuliert, und ich denke, es wird bzgl. kindergeld/zuschlag/erleichterngen noch öfter nötig sein.

@kathrin80 si tacuisses......!
StephanBr.
geschrieben am
14.01.2013 um 08:35 Uhr
Beitrag 267

Zitat Moon:
"..so wie es von der SPD geplant ist, würden Familien (2 Kinder) bis 70.000 Euro (zu versteuerndes (!) Jahreseinkommen im Vergleich zum jetzigen SYSTEM bevorzugt oder zumindest nicht schlechter gestellt!
Ich glaub, wir sind uns einig dass es sich bis hier um den Mittelstand handelt und darüber dann diejenigen anzusiedeln sind, die sichs eh` leisten können! "

Also ich würde den Mittelstand nicht bei 70.000€ kappen, ein junges Akademiker-Päarchen kann da schnell drüberkommen...

Vielleicht darf ich mal eine Sicht herausarbeiten, die sich viele hier nicht vorstellen können, am Beispiel von Bekannten von mir.BITTE BEACHTEN, dass es für viele "Jammern auf hohem Niveu sein mag, ich will nur zeigen, wie andere LEute denken und welche Entscheidungen sie auch für sich treffen müssen, dass man kein Mitleid erwarten darf ist klar, darum geht es nicht:

Junges Paar, beide etwa 30 Jahre, studiert, beide Einkommen ~60.000€ brutto/a, wohnhaft in München, beide beruflich am "Anfang der Karriere" die Dame sogar noch bessere Aussichten als der Mann. Netto einkunft Gesamthaushalt folglich knapp 5.000€ / Monat. Kosten für Wohnung in München warm ~1600€, jeder benötigt beruflich ein Fahrzeug, also 2 x 500€/Monat, bleiben noch 2.400,00€ ...Berücksichtigt man Lebenshaltungskosten für Essen, Sport, Kultur, Kleidung in München mit optimistischen 1.400,00€ bleibt eine maximal Sparrate von 1.000€/Monat....Nicht viel, wenn man sich in München eine Eigentumswohnung oder evtl. sogar mal im Umland ein Haus zulegen möchte. Aber sicherlich kein Grund zum jammern (besagtes Päarchen hat übrigens wie oben erwähnt jeweils 50Stunden+ in der Woche, als rackern sich schon. ab.

Was glauben Sie, wie lange hier über Kinder nachgedacht wird und welche Erwägungen mit reinspielen? Frau: ich muss erstmal zuhause bleiben und dann muss ich mich entscheiden, gehe ich gleich wieder in die Arbeit und schade ich damit den Kind, oder bleibe ich 2-3 Jahre zuhause, dann wird es aber definitiv nichts mehr mit dem Abteilungsleiter bis 2015...und wenn dann das zweite kommt...

Mann: Anfangs geht`s noch, aber wenn meine Frau dann ganz zuhause bleibt, dann muss ich allein (sie Ausgaben oben) bezahlen und wir wollten uns doch eigentlich diese Wohnung kaufen,....

Und schnell kommt es soweit, dass die Entscheidung "für`s Kind" um 3-4 Jahre zurückgestellt wird,...was macht`s? Könnte jemand fragen.
Statistisch gesehen hängt ein Großteil des demographischen Wanldes auch davon ab, in welchen Abständen die "Generationen entstehen" 2 Kinder alle 20 Jahre geboren sind schlechter als 2 Kinder alle 40 Jahre,....

Wollte jetzt keine abschließende Lehrmeinung äußern, sondern mal eine weitere Perspektive darstellen und freue micha uf die Diskussion.
leser
geschrieben am
14.01.2013 um 13:56 Uhr
Beitrag 268

Wir sind uns einig, dass Deutschland seit längerer Zeit eine kinderfeindliche Politik betreibt. Unabhängig davon, ob im dargestellten Beispiel die Zahlen ganz genau stimmen(Beamtenverhältnis? Berücksichtigung der (Sozial-)Versicherungspflichtgrenzen und damit freier Wahl der Anbieter, Spitzensteuersatz …) bin ich auch der Meinung, dass die praktizierte deutsche Steuerprogression ungerecht ist zu Lasten des Mittelstandes. Ab einem größeren Einkommen(geschätzt ab 90.000.- € pro Jahr/Person kehrt sich das in das Gegenteil).Ein weiterer Punkt, den ich in unserer Gesellschaftspolitik stark anprangere, ist die fast ausschließliche Gesetzgebung im Sinne der Vermögenden(Lobbyismus). Dazu zählt auch der Mietwucher! Inzwischen ist es sogar in unserer ländlichen Umgebung kaum mehr möglich, eine Wohnung von ca. 50 m² Fläche unter insgesamt 550.-€ monatl zu bekommen. Gleichzeitig nimmt bei uns der Anteil an Beschäftigten im Niedriglohnbereich stark zu. Auch fehlt es am Ausbau und der Förderung des für den Kunden bezahlbaren Personennahverkehrs(Pendlerproblematik-eigenes Auto, siehe Beispiel in obigem Beitrag?..). Die Programme zur Ermunterung der Geburtenratenerhöhung(Elterngeld, Garantie auf Kinderhorte….)sind in meinen Augen kompletter Murks. All diese Argumente wurden hier im Forum von anderen und mir bereits genannt und fanden großteils Zustimmung.

Andererseits gibt es im modernen Berufsleben immer mehr die Möglichkeiten der Selbständigkeit, sogar in Ämtern die Wahl zur teilweisen oder vollständigen Arbeit am Heim-PC(Home-Office oder ähnliches). Sicher nicht überall möglich und auch da muss man ungestört arbeiten können, doch in meinen Augen bieten sich dabei schon Vorteile für „die Familienplanung“. Ich kenne einige Beispiele, auch (vielleicht besonders?) bei Akademikern.

Fazit: in meinen Augen ist die Politik gefordert um eine sozialere und gerechtere Politik und Gesetze zu machen, dann wird das Problem des Geburtenrückgangs und alle damit verbundenen Begleiterscheinungen eher zweitrangig werden!




Udo L.
geschrieben am
15.01.2013 um 00:09 Uhr
Beitrag 269

Kindergeld erhöhen ist ganz schlecht. Das wird den wirklich Bedürftigen sofort an anderer Stelle wieder abgezogen, weil es als Einkommen zählt. Steuererleichterungen helfen Geringverdienern auch nicht weil sie gar keine Steuern zahlen. Also wie man es dreht und wendet, die tollen Maßnahmen die unsere Politiker so großspurig als das Ei des Kolumbus für Menschen mit geringem Einkommen preisen kommen da gar nicht an. Alles nur Augenwischerei und sinnloser Aktionismus. "Aber schau'n sie doch mal was wir in den letzten Jahren alles tolles für Menschen getan haben: Dieses und jenes, ganz wichtig auch das hier und nicht zu vergessen ... !" Was das bewirkt ist egal, Hauptsache es wurde was gemacht und das kommt dann in den Nachrichten.

Diese Überheblichkeit der Politiker nimmt immer mehr zu, so dass immer öfter der ein oder andere darüber ins Verderben stolpert. Letztes grandioses Beispiel ist Diepgen und sein wundervoller neuer Flughafen. Ich glaube hier ist nicht mehr die Frage, wieviel er denn nun kostet und wann er eröffnet wird, sondern ob er überhaupt jemals fertig wird ... Leider sind viele unserer Entscheidungsträger vollkommen inkompetent. Aber anstatt sich kompetente Berater zu holen läßt man sich von Lobbyisten beschwatzen.

Schade ist dass wir Bürger alle nur noch mit tollen Reden hingehalten und verschaukelt werden. Da muss man Steinbrück doch direkt Ehrlichkeit attestieren: Der sagt schon weit vor den Wahlen dass er geldgeil ist und ihn der Rest eigentlich gar nicht interessiert.

Wenn ich die Gestalten die unser Land regieren oder es regieren wollen, so nebeneinander stehen sehe, verfalle ich sofort in geistige Umnachtung: Ich habe keinen blassen Schimmer, wem ich warum meine Stimme geben sollte.

Ach, da war ja noch ein Lichtblick in weiter Ferne - doch die Piraten sind auf ihrem Kutter so mit sich selbst und den Widrigkeiten des Lebens beschäftigt, dass ich mir gar nicht sicher bin ob die überhaupt merken würden, dass sie gewählt wurden. Da warten wir wohl noch bis zur übernächsten Bundestagswahl und bis dahin "Schau'n mer mal".
Udo L.
geschrieben am
15.01.2013 um 14:47 Uhr
Beitrag 270

Meine geistige Umnachtung was Politiker angeht scheint schon weit fortgeschritten zu sein: Berlins regierender Bürgermeister heißt seit 2001 natürlich Klaus Wowereit und nicht Eberhard Diepgen.
Günther Zait
geschrieben am
15.01.2013 um 14:54 Uhr
Beitrag 271

Für die paar Tage hätten`s den Namen Wowereit nimmer lernen brauchen,...

:-)
leser
geschrieben am
15.01.2013 um 17:22 Uhr
Beitrag 272

so etwas könnte unserem Ministerpräsidenten nicht passieren, ich denke


dieser weiß spätestens einen Tag vorher, woher gleich der Wind wehen wird und er kann sich in etwa in Lichtgeschwindigkeit drehen! ;-)
Haidhofer
geschrieben am
15.01.2013 um 19:53 Uhr
Beitrag 273

:-) Der Mann interpretiert die oft geforderte "Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt" auf seine ganz eigene Weise ;-)
Haidhofer
geschrieben am
18.01.2013 um 21:07 Uhr
Beitrag 274

Interview mit Dirk Müller zur Fnanzkrise.
http://www.youtube.com/watch?v=WTW49tr-mNE

Müller bringt die wichtigsten Facetten der Krise leicht verständlich und prägnant auf den Punkt. Auch wenn ein paar seiner Thesen durchaus streitbar sind, dürfte er mit seinen Aussagen bei vielen hier offene Türen einrennen. Und er zeigt, dass man auch als Börsenmakler und Vollblutkapitalist nicht zwingend den mitunter hanebüchenen Forderungen von Philipp Rösler auf den Leim gehen muss ;-)
Maxhüttler
geschrieben am
20.01.2013 um 10:04 Uhr
Beitrag 275

mann sollte sich mal ernsthaft mit der "Qualifikation" dieses selbst ernannten Börsenprofis auseinandersetzen....
Udo L.
geschrieben am
20.01.2013 um 12:02 Uhr
Beitrag 276

@Maxhütter:
Müller oder Rösler?
Maxi
geschrieben am
20.01.2013 um 12:46 Uhr
Beitrag 277

Bevor man auf die Regierungsparteien schimpft, sollte man nicht vergessen, was Rot-Grün in den letzten Monaten blockiert hat:

Abbau der kalten Progression, wovon vor allem die niedrigen Einkommen profitiert hätten - BLOCKIERT

Steuerabkommen mit der Schweiz, was bis zu 10 Milliarden Euro von Steuersündern eingebracht hätte - BLOCKIERT

Gesetz zur steuerlichen Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen - BLOCKIERT

Meine Stimme bekommen die jedenfalls NICHT mehr!!!
Maxhüttler
geschrieben am
20.01.2013 um 19:51 Uhr
Beitrag 278

Natürlich dieser unsägliche Dirk Müller,...
Moon
geschrieben am
20.01.2013 um 19:57 Uhr
Beitrag 279

Mooooment:

Abbau der kalten Progression- Rot(Grün ht deswegen dagegengestimmt, weil die Regierung die zu erwartenden Steuerausfälle nicht durch Stuererhöhungen anderswo (wo wohl?-welche Klientel schützt denn scharz/gelb) kompensieren wollte!


Steuerabkommen mit der Schweiz blockiert: Finde ich richtig, da jeder Steuersünder dann pauschal mit 24 Prozent versteuert worden wäre...trotz teils erheblich höherer Steuersätze hierzulande! Da is doch jeder anständige deutsche Steuerzahler der Depp!!
Aber das Thema ist ja noch nicht durch...

Gesetz zur steuerlichen Förderung (energetische Sanierung) blockiert.... .hmm...wer würde da wohl am meisten davon profitieren,,,bestimmt nicht die "kleinen Mieter"....

Also erstmal über die Schlagzeile nachdenken und dann entscheiden....
Haidhofer
geschrieben am
21.01.2013 um 00:06 Uhr
Beitrag 280

@Maxhüttler
Ich habe nie behauptet, dass ich das ganze Interview 1 zu 1 unterschreiben würde, hab doch ausdrücklich auf einige streitbare Thesen hingewiesen! Dennoch hat er in einigen Punkten durchaus recht, wie ich finde. Und einige andere seiner Ausführungen (von denen bisher niemand weiß, ob sie stimmen oder nicht - siehe zB die Griechenland-Frage)stellen eine vortreffliche Diskussionsgrundlage dar. Deswegen sind wir doch hier, oder?

Abgesehen davon: Bringen Sie mir doch einen Finanzexperten auf dieser Welt, der derzeit definitiv und unbestritten die richtige "Lösung" für Wege aus der Finanzkrise parat hat!
Volkes Wirt
geschrieben am
21.01.2013 um 08:56 Uhr
Beitrag 281

Ich habe mir mal die Mühe gemacht und -einen Großteil- des Interviews angeschaut...lässt man mal die überhebliche und sehr auf Sensation getrimmte Gestik und Mimik (wirklich, einfach mal auf die Betonung achten) außen vor, kommen teils bekannte Probleme, hauptsächlich aber sehr abstruse Gedankenspiele hervor, z.B. Zinswirtschaft erfodert stetiges Wachstum, stetiges Wachstum ist schlecht, Zinswirtschaft ist Ursache des Übels....
Jedoch ist eben dies nicht das Problem: die Zins- und Zinseszinsen in unserem System führen zu einer steten, aber kleinen, gewollten Inflation.
Diese bewirkt folgendes: Herr X hat 1 Mio Euro und würde jährlich zehntausend Euro Kaufkraftverlust hinnehmen müssen, also beschließt er sein- im Moment "totes Kapital"- irgendwo zu investieren. Das führt wiederum dazu, dass er sein Geld der Wirtschaft zur Verfügung stellt und sowohl ein Risiko eingeht, als auch Aussicht auf gute Rendite hat. Mit diesem Geld können Banken andere Projekte finanzieren, Start-Up-Firmen unterstützen, Häuslebauer Kredit geben oder den Bau neuer Fabriken ,....sie wissen was ich meine.
Dadurch wird ein "Wachstum" erzeugt, dass ursprünglich ja genau die Ursache für die Inflation war.
Soweit die Theorie. Was jedoch sind die Vorteile:
- Geld als solches ist dynamisch. Unterm Kopfkissen gelagertes Geld verliert Wert
- Schaffung von Geldquellen für Jungunternehmer,..

De Facto heißt dass, das erst durch Zinsen eine stete "Umverteilung" (nicht im klassischen Sinne von "oben" nach "unten" ) sondern von passiv nach aktiv erfolgt.
M.Eschenberg
geschrieben am
21.01.2013 um 11:20 Uhr
Beitrag 282

Da haben Sie schon Recht. Prinzipiell ist die Frage, wollen wir ein System mit Zins- und Zinseszins. Jedes System hat vor- und Nachteile,...die Frage bei Systemen ohne: Welcher Anreiz besteht, Geld zu verleihen? Feste Leihgebühr statt Zinse? Okay,...aber diese wird sich aufgrund der Gefahr des Ausfallrisikos in einer ähnliche Größenordnung bewegen: Wagnis und Gewinn würden gleich kalkuliert, nur einmal als Festbetrag, andererseits als laufende Zinsen zurückgezahlt,...weiß nicht, ob das was ändern würde....Eure Meinung?
Haidhofer
geschrieben am
21.01.2013 um 12:10 Uhr
Beitrag 283

Ich kann es durchaus nachvollziehen, dass es viele Profiteure eines Zinseszinssystems gibt, aber ist es nicht wirklich so, dass ein übertriebenes Wachstum irgendwann in einem Kollaps des gesamten Systems enden kann? Ich bein kein Ökonom und lasse mich da gern eines besseren belehren, aber wenn ich z.B. einen stetigen Anreiz für eine immer noch intensivere Ausbeutung natürlicher Ressourcen schaffe, laufe ich dann nicht irgendwann Gefahr, dass sich das System irgendwann selbst kaputt macht?

Gut, man kann jetzt argumentieren "wenn Rohstoff X komplett verbraucht ist, investiere ich eben noch mehr Geld in Forschung, damit diese eine Alternative dazu findet". Oder wenn der Klimawandel komplette Landstriche verwüstet, ist das gut für Firmen, die im Bereich Biosphären tätig sind...

Ich weiß, das war jetzt vollkommen überspitzt formuliert, aber ernsthaft: Dieses dynamische System liefert doch keinerlei Anreiz für einen verantwortungsbewußten oder gar nachhaltigen Umgang mit Ressourcen oder gar Menschen... Ich bin mir nicht sicher, ob wir da in die richtige Richtung steuern...

Ob der Vorschlag von M. Eschenberg in dieser Hinsicht etwas ändern würde, vermag ich nicht zu beurteilen, aber zumindest hätte man dann schon mal diese stetige Dynamik aus dem System genommen. Oder sehe ich das falsch?
Pragmatiker
geschrieben am
21.01.2013 um 13:24 Uhr
Beitrag 284

@ Volkes Wirt:
Das stimmt, Müller arbeitet viel mit übertriebener Mimik, Gestik und Betonung. Aber welcher Talkshow-Gast tut das nicht? Egal, ob Politiker, Gewerkschafter, (vermeintlicher oder tatsächlicher) Sachverständiger - jeder, der sich in eine Talkshow setzt, lässt sich (wenn er nicht vollkommen ignorant ist) vorher coachen. Auch diejenigen, die sich betont zurückhaltend und nüchtern geben, tun dies i.d.R. aus Kalkül. Willkommen im 21. Jahrhundert! ;-)

on topic:
Mal ganz naiv gefragt: Wenn JEDER sein Geld unter dem Kopfkissen lagern würde und nur noch nachhaltige Wertschöpfung betrieben würde, würde das Geld doch auch nicht mehr an Wert verlieren, oder? Anders gesagt: Ein System, dem nicht ständig frische Mittel zugeführt werden (müssen) und in dem es keine Z(insesz)insen gibt, bleibt doch auch weitgehend vom Wertverfall des Geldes verschont, richtig?
Volkes Wirt
geschrieben am
21.01.2013 um 13:44 Uhr
Beitrag 285

richtig,...aber genau das kann ja auch ein Problem sein,...wer einmal Geld des Betrages X hat, verliert es auch nicht,...es besteht keine Form der Umverteilung.

Wenn man in einem Zinssystem kein Geld anlegt, verleiht, investiert,....wird es vom Wert weniger.

Auch nicht gerade gerecht. Wer hat behält obwohl er nix tut und null Risiko hält und anderen, jungen Leuten fehlt es an Finanzierungsmöglichkeiten um sich selber was aufzubauen, Firma, Eigenheim....
Haidhofer
geschrieben am
21.01.2013 um 15:50 Uhr
Beitrag 286

Hm, Müller wirbt doch in dem Interview dafür, sein Geld u.a. in Aktien zu investieren (logisch, er ist ja auch Börsenmakler...) und auf Dividende zu spekulieren. Er rät ja keineswegs davon ab, Geld zu verleihen, sondern wendet sich mit seiner Kritik ja eher gegen die Rolle der Banken, die munter eine Inflation befeuern und Gewinne abschöpfen ohne dabei nachhaltige Wertschöpfung zu betreiben.
Moon
geschrieben am
21.01.2013 um 21:55 Uhr
Beitrag 287

..also ich hab mir den Müller komplett angeschaut und ich würde (soweit ich was davon verstehe) seine Aussagen voll unterschreiben!
Er sagt ja auch nicht, dass das Zinsezins-System per se schlecht ist, sondern dass es sich im Lauf der Jahre "aufbläht" und dadurch zu einer Blase wird, die platzen MUSS !
(Speziell im Hinblick auf den "Marktführer" USA, der ja immer weiter "billiges" Geld ohne Real-Deckung nachschiesst!

Damit decken sich Müllers Ansichten mit denen vieler anderer Autoren und vor allem eben mit der Realität...
Denn was ist denn eine geplatzte Blase? Das kann schleichende Inflation sein..oder eine "Währungsreform"...und eines von beiden wird kommen!

Schaun mer mal....
Meim Voda sei Bou
geschrieben am
21.01.2013 um 23:41 Uhr
Beitrag 288

Ich hab mir mittlerweile auch das ganze Gespräch angeschaut und muss sagen, mir spricht er ebenfalls aus der Seele. Ob er in allen Punkten bis ins kleinste Detail recht hat, weiß ich nicht, aber seine Hauptargumente decken sich voll und ganz mit meiner bisherigen Meinung/Kenntnis. Wie Moon schon sagt: Das meiste davon findet man ja auch bei anderen Autoren wieder. Besonders die Ausführungen zu den USA klingen für mich absolut plausibel und decken sich mit dem, was man auch sonst so liest, erfährt oder in der Realität beobachten kann.
Meim Voda sei Bou
geschrieben am
22.01.2013 um 00:46 Uhr
Beitrag 289

@Maxhüttler
Ich kann die Anspielung auf eine mangelnde Qualifikation von Müller gegenüber Rösler noch nicht mal ansatzweise nachvollziehen. Müller ist gelernter Bankkaufmann und seit vielen Jahren in der Bankenbranche tätig, Rösler dagegen ist seit noch nicht mal 2 Jahren Wirtschaftsminister, vorher war er ja für Gesundheitspolitik zuständig (was ja durchaus Sinn macht als Mediziner). Wenn Sie Müllers Thesen widerlegen gkaubhaft wollen, müssen Sie schon mit mehr kommen als "der ist nicht qualifiziert genug" (sinngemäß).
Meim Voda sei Bou
geschrieben am
22.01.2013 um 00:47 Uhr
Beitrag 290

...das sollte natürlich "glaubhaft widerlegen" heissen. Kommt davon, wenn man nachträglich auf die Schnelle noch was einfügen will... :-)
Maxhüttler
geschrieben am
22.01.2013 um 08:31 Uhr
Beitrag 291

Damit wir uns hier richtig verstehen, ich habe NICHT Herrn Müllers Qualifikationen mit denen Herrn Röslers verglichen, das würde ich auch nicht, da Rösler Augenarzt ist und kein Wirtschaftsfachmann...
Deswegen halte ich Herrn Müller trotzdem nicht für DEN Experten...Bankkaufmann gelernt , dannach an der Börse gelernt und durch dann mediale Berühmtheit, weil er "das Gesicht der Börse" wurde, in Fachkreise hat er sich übrigens nie durch fundierte, wissenschaftliche Beiträge einen Namen gemacht, sondern haut in seinen populär-wissenschaftlichen Büchern gerne mal auf die ***.
Das heißt nicht, dass alles was er in diesem Interview sagt erstmal grundsätzlich falsch ist, dieses könnte Ihnen jedoch auch jeder VWL-Student im dritten Semester so darlegen und würde dies vermutlich differenzierter und weniger demagogisch machen...
Ich bin KEIN Politiker, ich muss weder das eine, noch das andere glauben,..aber als Wissenschaftler muss ich sagen, dass Herrn Müllers Aussagen definitiv einseitig sind, ich sage nicht, dass es keine zu lösenden Probleme gibt, aber er verschweigt viele unzählige (sicherlich auch lösbare) Probleme, die sein System auch inne hätten. Es gibt kein Patentrezept und JEDES System, kommt mal - wie das aktuelle- ins Schleudern,.....muss sich dann aber wieder fangen...das ist wie in der Natur...mal fressen die Löwen zu viele Antilopen, dann sinkt mangels Nahrung der Bestand an Löwen, wodurch es wieder mehr Löwen gibt....
Die Börse kennt übrigens diese Metapher in Form von Bär und Bulle,...
Ch. Bach
geschrieben am
22.01.2013 um 09:31 Uhr
Beitrag 292

dieser vergleich mit den löwen enthält einen kleinen fehler, der aber letztlich ein entscheidender ist: der bestand an antilopen wird nie durch zu viele löwen verursacht, sondern durch äussere einflüsse, etwa witterungsbedingungen.
nebensächlich?
nun, es ändert dadurch aber das regulativ! nicht der löwe reguliert den bestand der antilopen, sondern die antilopen den der löwen. kein raubtier bringt je den bestand seiner beute in gefahr.
leider ist genau diese winzigkeit im denken der ursprung unseres dilemmas:
der mensch beutet leider oft aus, bis sich der bestand nicht mehr erholen kann. gier verhindert eine vernünftige regulation. es wird abgeschöpft bis zum zusammenbruch, ob das jetzt die börse ist,der arbeitsmarkt, das klima, ...

leser
geschrieben am
22.01.2013 um 21:06 Uhr
Beitrag 293

Ich muss zugeben, das Interview mit Dirk Müller noch nicht angeschaut zu haben. Die Beiträge hier ab Nr. 274 sind schon interessant und ich finde es gut, dass niemand die letzte Weisheit für sich beansprucht und unter genau diesem Gesichtspunkt gebe ich jetzt auch noch meinen Senf dazu :-)

In den Beiträgen ist zum Beispiel das Wort Zinswirtschaft im Zusammenhang als Wirtschaftssystem oder dem System Zinseszins gefallen. Von den Unterrichtsstunden im kaufmännischen Bereich her kann ich mich nicht daran erinnern. Ich denke, Zinsen im ursprünglichen Sinn kann es in verschiedenen Wirtschaftssystemen geben. Durch Nachforschen(gut dass es Suchmaschinen gibt) wurde ich auch nicht schlauer. Allerdings fiel mir auf, dass es scheinbar eine ganze Heerschar von Wissenschaftlern gibt, die immer neue Wortschöpfungen für altbekanntes erfinden, besonders schlimm im Banken/Börsenbereich. Nachfolgend will ich versuchen, ohne diese (absichtlich?)verwirrenden Bezeichnungen auszukommen. Das erinnert mich an Begebenheiten beim Surfen: als Einsteiger hatte ich mich mit der Theorie befasst und wurde von den anwesenden Profis halbwegs toleriert und bekam Tipps, da ich mit den Fachausdrücken für Ausrüstungsteile umzugehen wusste. Später machte ich mir ab und zu einen Spaß daraus und bezeichnete in Gesprächen zum Beispiel den Mast als Stange. Da kamen dann seltsame Blicke zurück und man ließ mich links liegen : -). Es ist aber doch tatsächlich so, dass es nur eine fast gerade Stange ist und bleibt, genauso wie der Gabelbaum eine oder zwei verbundene gebogene Stangen sind.

Für mich bleibt Zins der Gewinn, den ich durch Verleihen von Geld erlange. Also eine Einkommensart durch Vermögen. Wenn ich diesen Zinsgewinn weiter zum Verleihen einsetze erziele ich dadurch wieder einen Zinsgewinn. Wenn jemand das dann durch mathematische Formeln (Logarithmen) ausrechnen möchte und Zinseszins nennt - o K. Wenn jemand die Unternehmerleistung Bruttozins nennt, kann er das ja auch machen – für mich ist aber so einiges irreführend. Ich weis nicht, ob ich jetzt die Beispiele richtig gewählt habe, aber durch Sinnänderung von Begriffen wird es schwieriger sachlich zu diskutieren meine ich. Wenn jemand den Gewinn eines Unternehmens Cashflow nennen möchte weil es moderner ist, gut. Interessant dabei ist, dass die Erklärungen in Wirtschaftsbüchern für diesen Ausdruck nicht immer identisch sind. Aber wenn das Rankingagenturen brauchen um ein (Börsen)Unternehmen zu bewerten wird das schon seine Richtigkeit haben. Vielleicht gibt es aber dafür schon neue Begriffe und ich kann nicht mehr dem Lauf der Zeit folgen…

Wenn keine realen Werte (Produktion von Gütern,Dienstleistungen oder Nahrungserzeugung…) mit dem (verliehenen)Geld geschaffen werden, werden wir Menschen voraussichtlich nach einiger Zeit ein dummes Gesicht machen. Abgesehen davon, dass dann Geld Verleihen unter Zinsgewinnabsicht sinnlos wird(Risiko zu groß). Das ist in einigen Beiträgen auch schon so ausgedrückt worden, wenn ich das richtig verstanden habe. Man kann aber auch als Unternehmen den eigenen Gewinn(Differenz zwischen Ein- und Ausgaben) zum Investieren nutzen. Damit hätten Spekulanten, ich meine hier Börsenhaie, ein schwereres Leben. Gleichzeitig würde sich die Gefahr von Seifenblasen und Finanzusammenbrüchen erheblich verringern denke ich – Moons Beitrag Nr. 287 stimme ich voll zu.

Jeder Realist wird mir jetzt zu Recht entgegenhalten, dass man ohne Fremdmittel nicht mehr auskommt und nicht wettbewerbsfähig bleiben kann. Trotzdem meine ich, dass es solche Unternehmen noch gibt, die gute Aussichten haben. Da gibt es dann aber auch noch die gute alte Möglichkeit der Kreditfinanzierung(Darlehen zu festen Bedingungen aufnehmen). Außerdem gehe ich manchmal grundsätzlichen, vielleicht auch rein theoretischen Gedankenspielen nach. Ein Wirtschaftssystem ohne Aktien ist machbar meine ich und wahrscheinlich sozialer, wenn man die Auswüchse sieht, die seit einiger Zeit am Börsenparkett fast zur Selbstverständlichkeit geworden sind und offenbar mit staatlichen Regelungen nicht in den Griff zu bekommen sind oder gewollt nicht beseitigt werden. Wieviel Menschen, ganze Familien, in den USA zum Beispiel wegen der Folgen der Immobilienkrise wirklich in den Freitod getrieben wurden werden wir nicht erfahren denke ich!

Bevor ich mich im Beitrag weiter verzettele – ist eine meiner eher negativen Eigenschaften – ein paar Hinweise und Zitate zu alternativen Wirtschaftssystemen zum freien marktwirtschaftlichen System(heißt nicht, dass ich das alles als realisierbar, global gesehen, halte, nicht teilweise kritisch sehe, aber als reine Sozialspinnerei würde ich es nicht bezeichnen):

Bargeld wird durch Kartelle/Spekulanten dem Kreislauf entzogen und durch diese Verknappung gegenüber Waren und Dienstleistungen unverhältnismäßig aufgewertet(geldreform.de)

Zitat Vincent Klink(Sternekoch) im Vorwort zu Carlo Petrinis Buch“Terrra Madre“
- Die moderne Konsumwelt gleicht einem Aufenthalt im Innern eines Fleischwolfs, dem nur informierte Menschen entkommen können.

Wirtschaftsform Equilibrismus: sozialökologisches Wirtschaftskonzept ˃Gleichgewicht Wirtschaft, Ökologie, Politik, Kultur, Recht und Soziales.

Gesellschaftsform Permakultur: System des Zusammenlebens von Mensch, Tier und Pflanzen wird so gestaltet, dass die Bedürfnisse aller adäquat erfüllt werden unter Berücksichtigung von Systemtheorien, Biokybernetik und Tiefenökologie(permakultur.de)

Den vorherigen Beiträgen von Haidhofer, Meim Voda sei Bou und Moon zum Thema stimme ich zu.
Maxhüttler eingeschränkt: # 291 – in der Natur ist es, glaube ich, so, dass Löwen wie fast alle Tiere nur Nahrung zu sich nehmen, wenn sie Hunger haben(viele Hauskatzen ausgenommen wie ich weis). Eigentlich Heuschrecken auch, sie können aber nicht abschätzen, welches Elend und Öde sie nach ihrer gemeinsamen Nahrungsaufnahme hinterlassen. Menschliche Heuschrecken können das sehr wohl abschätzen meine ich ;-) Frau Bach sieht es offenbar genauso

M.Eschenberg
geschrieben am
23.01.2013 um 08:58 Uhr
Beitrag 294

Es wäre ein großes Problem wenn ein Unternehmen ausschließlich - wie sie sagen- "aus Eigenmittteln" investieren soll.
Beispiel: Ich habe eine tolle Schraube erfunden, diese patentiert und möchte jetzt in die Produktion gehen...
Fang ich dann mit 50 Schrauben am Tag an, die ich selbst herstelle, bis ich mir größere Maschinen etc...leisten kann? - NEIN!
Ich gehe zum Banker meines Vertrauen (ja auch solche gibt es noch) überzeuge ihn von meiner Idee, schließe einen Kredit ab, baue eine Halle, stelle Maschinen rein und Leute ein und dann geht`s los. Das betrifft fast alle Existenzgründer, aber auch etablierte und wirtschaftlich gut situierte Unternehmen. Oder wie meinen Sie könnte man sonst jemals ein Restaurant eröffnen? Mit einem Bauchstand mit Hotdogs anfangen?
Sicherlich empfinden Sie das jetzt als blöde Beispiele, aber genauso ist es, ohne Kredite und Banken, die diese gewähren, gäbe ES KEINE WIRTSCHAFT!
leser
geschrieben am
23.01.2013 um 20:22 Uhr
Beitrag 295

M.Eschenberg

wo habe ich geschrieben dass Unternehmen ausschließlich mit Eigenmitteln finanzieren SOLLEN ?????????????
Haidhofer
geschrieben am
24.01.2013 um 00:22 Uhr
Beitrag 296

@Maxhüttler
Ich hab selber so manchen Aufsatz an der Uni verfasst (wenn auch nicht in VWL) und weiß natürlich auch, welche Publikationen wissenschaftlich zitationsfähig sind und welche eher nicht. Aber wir sind hier in einem lokalen Forum, in dem jeder einen anderen Hintergrund mitbringt. Der eine kennt sich mit Thema X aus, der andere eher mit dem Bereich Y. Da versteht sich doch von selbst, dass ich als Diskussionsgrundlage lieber ein populärwissenschaftliches Fernsehinterview als Link angebe, statt auf einen 600 Seiten-Wälzer eines Professors zu verweisen, den selbst die meisten VWL-Studenten nur auszugsweise lesen. Ich sehe es ähnlich wie der Leser in Beitrag 293: Viele Leute werden schon deshalb aus Diskussionen ausgeschlossen, weil sie die entsprechenden Fachtermini nicht benutzen, aber das kann doch hier nicht das Ziel sein! An Beitrag 142 (den ich übrigens für sehr gelungen halte!) sieht man doch, dass man kaum eine Diskussion lostreten kann, wenn man zu tief in die Materie geht. Man schließt einfach zu viele Leute aus (mich eingeschlossen, da ich ebenfalls kein VWL studiert habe...).

Ich finde es schade, dass viele Leute immer zuerst die Reputation eines Autors angreifen, statt fachlich Kontra zu geben. Damit hätte ich jetzt auch den Bogen zu Beitrag 142 gespannt ;-) Reden Sie mal mit einem Prof.: So mancher wird Ihnen bestätigen, dass sich auch die wissenschaftliche Streitkultur immer mehr in diese Richtung entwickelt.

Wie auch immer, ich bin jetzt (ähnlich wie der Kollege "leser") ein wenig vom Thema abgekommen und werde in meinem nächsten Beitrag wieder was zu den Thesen schreiben, die von Müller und manchen Nutzern hier in den Raum gestellt wurden ;-)
Haidhofer
geschrieben am
24.01.2013 um 00:33 Uhr
Beitrag 297

PS: Natürlich habe ich nicht überlesen, dass Sie auch Wissenschaftler (womöglich sogar habilitiert) sind ;-) Von daher hätte ich korrekterweise schreiben müssen "Reden Sie mal mit einem Prof., der viele Publikationen zu Nischenthemen herausgibt." Ich wollte einfach nur darauf hinaus, dass viele Autoren, die sich abseits der Mainstream-Pfade bewegen, schnell dem Vorwurf ausgesetzt sehen, methodisch geschlampt zu haben, ohne dass eine wirkliche, tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Inhalt erfolgt. Inhaltliche Debatten finden in solchen Fällen kaum noch statt.

Jetzt habe ich aber wirklich fertig ;-)
M.Eschenberg
geschrieben am
24.01.2013 um 10:50 Uhr
Beitrag 298

"Man kann aber auch als Unternehmen den eigenen Gewinn(Differenz zwischen Ein- und Ausgaben) zum Investieren nutzen. Damit hätten Spekulanten, ich meine hier Börsenhaie, ein schwereres Leben."

Entschuldigung, das habe ich so aufgefasst, dass man keinerlei Kredite aufnehmen sollte, sondern alles selbst erwirtschaften sollte.

Wenn dem nicht so ist - mein Fehler!
leser
geschrieben am
24.01.2013 um 13:40 Uhr
Beitrag 299

O.K.

- obwohl ich KANN geschrieben habe und nicht SOLL oder MUSS!! und zwei Sätze später:
Jeder Realist wird mir jetzt zu Recht entgegenhalten, dass man ohne Fremdmittel nicht mehr auskommt und nicht wettbewerbsfähig bleiben kann. Trotzdem meine ich, dass es solche Unternehmen noch gibt, die gute Aussichten haben. Da gibt es dann aber auch noch die gute alte Möglichkeit der Kreditfinanzierung(Darlehen zu festen Bedingungen aufnehmen).
----

also in meinen Augen kaum mißverständlich.Logisch habe ich als kleines, nicht börsennotiertes Familienunternehmen nicht die Möglichkeit, über den Verkauf von Firmenaktien an Fremdkapital zu kommen. Es ärgert mich eben manchmal, wenn Beiträge von Usern von anderen(manchmal absichtlich !?)mißverstanden werden. War schon ein großes Thema hier im Forum

- also weiter auf ein sachliches faires Diskutieren ;-)
cooperer
geschrieben am
25.01.2013 um 12:30 Uhr
Beitrag 300

Leute, Leute! Ich schlage mir gerade die Hände über dem Kopf zusammen, was hier an Halbwissen und Pseudo-VWL gebrabbelt wird.

Sie sagen alle, dass es ja ein Forum ist und sich prinzipiell jeder äußern darf, soweit, so gut. Ich stelle mir nur gerade vor, ob hier auch so fleißig von Laien über medizinische Probleme bei chirurgischen Eingriffen oder Grundlagen der Raumfahrttechnik philosophiert werden würde, wie es der WISSENSCHAFT VOLKSWIRTSCHAFTSLEHRE widerfährt.

Mich stört nicht, dass Leute interessiert und diskussionsbegierig sind, das ist super. Jedoch sollte man sich erstmal ein grundlegendes Wissen aneignen um zumindest laienhaft darüber diskutieren zu können.

Zum Beispiel meines "Kollegen" Dirk Müller frag ich mich, was passieren würde, wenn sich eine Krankenschwester hinstellen würde und erzählen würde, dass Viren auf Antibiotika reagieren,....

@leser: cash-flow ist NICHT der Gewinn eines Unternehmens, nicht einmal in einer anderen Sprache
Moon
geschrieben am
25.01.2013 um 13:19 Uhr
Beitrag 301

...ist ja bloß gut dass es Spezialisten gibt!
Und der "Cooperer" erklärt jetzt allen (verständlich) die Gesetze der Markt- und Volkswirtschaft und sämtliche unumstößlichen Wahrheiten..(gewissermaßen wie der Papst!) ....Ironie aus.....

Es wird immer(!) mehrere Meinungen geben...und je komplexer das Ganze ist, umso mehr Faktoren und Zugehensweisen hat es....

Also ehrlich: Unabhängig davon, was nun genau der "Cash-flow" ist, wie man "CEO" übersetzt und sonstiges....für einen gesunden Menschenverstand braucht es oft kein Studium ...

Und genau diesen Verstand vermisse ich oft, speziell in der Politik und der Wirtschaft!
Jochen (1)
geschrieben am
25.01.2013 um 14:20 Uhr
Beitrag 302

Ich habe diese Diskussion hier bisher still mitverfolgt. Aber nach dem Beitrag von Cooperer muss ich mich auch mal einschalten:

Wenn man dieser Logik folgt, dürften auch nur noch Leute wählen, die Politikwissenschaft studiert haben. Zugang zu Zeitungen, TV und Internet dürften nur noch studierte Medienwissenschaftler erhalten, Zähneputzen dürften nur noch Zahnmediziner und überhaupt: Schreiben dürften nur noch Linguisten.

Ich frage mich ernsthaft, wieso es den vermeintlichen VWL-Experten hier im Forum so sehr daran gelegen ist, andere Meinungen aus dem Forum zu drängen. Für mich (als bisher an der Diskussion unbeteiligten) stellt sich die Situation so dar: Ich hab mir das Müller-Interview angeschaut und in vielen Punkten klang es sehr plausibel für mich. Ein paar Leute sehen es ähnlich. Ein paar andere tauchen hier auf, stellen die Qualifikation von Müller und einigen Laien hier in Frage, tragen aber Null Komma Null zu einer fachlichen Auseindersetzung mit dem Thema bei (Ausnahme: Eschenberg!). Wieso soll ich dann der "I bin VWLer, i hob recht"-Fraktion glauben und nicht denen, die es mit mMn überzeugenden Argumenten versuchen?

Meine Fragen an Sie, cooperer: Wieso erklären Sie uns denn nicht, wie die Welt wirklich funktioniert? Oder verlinken Sie halt mal einen Experten, der Ihre Meinung vertritt! Und wenn es eine allgemeingültige Wahrheit gibt: Wieso gibt es dann so viele widerstreitende "Glaubensrichtungen" (z.B. Keynesianismus vs. Monetarismus)? Wenn es Patentrezepte gibt, wieso haben Sie, cooperer, und Ihresgleichen, dann das Schlammassel, in das uns die Finanzbranche gebracht hat, noch nicht beseitigt? Entweder gibt es diese Patentlösungen nicht, oder die meisten VWLer sind sich halt doch selbst am nächsten... (und ja ich weiß, es ist alles viel zu komplex, als dass wir Maxhütter Deppen das begreifen könnten...).
leser
geschrieben am
25.01.2013 um 20:37 Uhr
Beitrag 303

cooperer # 300:
vielleicht hätte ich besser schreiben sollen" cash-flow als Gewinn bezeichen würde" ;-))

Beispiel einer der Erklärungen aus
www.wirtschaftslexikon24.com/d/cash-flow/cash-flow.htm

Der Cash Flow verdeutlicht, in welchem Umfang im betrachteten Zeitraum die laufende Betriebstätigkeit zu Einnahmeüberschüssen führt. Er ist ein Finanz- und Erfolgsindikator, der zeigt, in welcher Höhe ein Unternehmen bzw. ein Unternehmensbereich aus eigener Kraft finanzielle Mittel erwirtschaftet hat bzw. erwirtschaften kann.

Die Ermittlung des Cash Flow selbst kann direkt oder indirekt erfolgen.

• Direkte Ermittlung: Differenz zwischen den aus der laufenden Geschäftstätigkeit entstehenden zahlungswirksamen Einnahmen und Ausgaben einer Periode
.......

Ich könnte jetzt sagen(sehr umgangssprachlich und laienhaft ausgedrückt)diese Rechnung sagt mir, wie flüssig ein Unternehmen ist! Wenn ich im Internetverkauf tätig bin, dann könnte ich mir auch eine Zwischenrechnung aufmachen: wieviel Euros habe ich in einem bestimmten Zeitraum für dieses Tätigkeit inkl. Abgaben/Steuern usw. ausgegeben und was habe ich in diesem Zeitraum an Euros durch den Verkauf eingenommen. Hält es sich die Waage könnte ich eine Null dafür ansetzen. Jeden Euro mehr zugunsten des Saldos auf der Einnahmeseite könnte ich jeweils als plus dazurechnen, im anderen Fall als minus. Schon habe ich einen brauchbaren Index.....der mir irgendwie aber auch sagt, welchen Gewinn ich in einem bestimmten Zeitraum erwirtschaftet habe, denke ich : - )

ich will nicht unbedingt provozieren, aber manchmal zieht es mir schon trotz festem Schuhwerk die Spiralsocken vom Fersenbein!

Den vorangegangenen beiden Beiträgen stimme ich voll zu

Ch. Bach
geschrieben am
25.01.2013 um 22:50 Uhr
Beitrag 304

da es hier auch um bildung geht möchte ich etwas vom thema abschweifen und kurz darauf hinweisen: die einschreibefrist für das volksbegehren läuft am mittwoch aus! wer also der meinung ist, dass bildung für ALLE zugänglich sein muss und somit frei von studiengebühren sein sollte-----bitte unterschreiben, falls noch nicht geschehen!

wobei ich hoffe, dass nicht alle studenten hinterher zwar die fachterminologie beherrschen ansonsten aber eher unter ebbe im hirn leiden....gell c.....
leser
geschrieben am
25.01.2013 um 23:12 Uhr
Beitrag 305

ich war erstaunt über die fast 100 %-ige Zustimmung der Leute Leute, die ich auf diese Unterschrift angesprochen habe. Jeder hatte irgendeine Verbindung zu Kindern, Enkelkindern, Freunden mit Kindern, Erinnerungen als Kind aus einer Arbeiterfamilie an die eigene Schulausblidung bzw. Studium........

Hoffentlich gehen die auch tatsächlich ins Rathaus !!!

zu der Bemerkung des Fachstudiums und Termini : das ist so eine schnelllebige Zeit, da bleibt während der Studiums kein Zeit zur Reflexion über Grundsatzfragen ... leider meine ich das fast ernst

und ich denke das ist gewollt :-(

übrigens ein weiterer Tip zum Anhören und Diskutieren(ich habe soeben das Interview mit Herrn Dirk Müller gesehen und verstehe, warum das so manchem unbequem ist)

https://www.youtube.com/watch?v=Ys-AW4Wukgc&feature=related

- ist es möglich, hier im Forum unter verschiedenen Nicknamen zu schreiben ;-)
leser
geschrieben am
25.01.2013 um 23:17 Uhr
Beitrag 306

Korrektur!

ich glaube der richtige Link ist:

https://www.youtube.com/watch?v=Ys-AW4Wukgc&feature=related
leser
geschrieben am
25.01.2013 um 23:19 Uhr
Beitrag 307

ja verd....

bitte an http ein "s" anfügen
leser
geschrieben am
25.01.2013 um 23:24 Uhr
Beitrag 308

letzter Versuch:

www.youtube.com/watch?v=Ys-AW4Wukgc&feature=related
Ch. Bach
geschrieben am
26.01.2013 um 11:58 Uhr
Beitrag 309

@leser ^^ mag dein pc keine urls kopieren?^^

;-) nicht böse gemeint ;-)
Ch. Bach
geschrieben am
26.01.2013 um 12:06 Uhr
Beitrag 310

apropos verschiedene nicks: ich denke, fürchte, weiß...das ist gang und gäbe

gespaltene persönlichkeiten?^^

eher nicht, mehr solche die weder eine wirkliche eigene meinung haben, noch sich trauen, diese -falls denn doch mal eine da ist- persönlich, oder zumindest immer klar als eine person erkennbar, zu vertreten.

bevor ein aufschrei kommt: ja, nicks sind gang und gäbe, schützen den verfasser, erlauben eine vielleicht mit milieu oder arbeitgeber nicht konform gehende meinung zu vertreten....

akzeptiert!

nur.....einen nick wechseln wie andere leute die socken ist schon etwas----feige?
Moon
geschrieben am
26.01.2013 um 17:12 Uhr
Beitrag 311

..ich net!

Apropos Meinungen...ich persönlich hätt durchaus Lust, mal persönlich mit dem (der!) Einen oder Anderen zu ratschen...wie wärs?
Ch. Bach
geschrieben am
26.01.2013 um 21:59 Uhr
Beitrag 312

wollten wir das nicht schon im sommer machen? ^^
Pragmatiker
geschrieben am
27.01.2013 um 02:18 Uhr
Beitrag 313

Ich bin in ein paar anderen Foren sehr aktiv, bei denen man sich erst anmelden muss, aber auch da sind genügend Leute mit mehreren Accounts unterwegs. Sowas lässt sich im Internet einfach nicht unterbinden. Schlimm wird es natürlich, wenn manche Leute ihre Zweitnicks für wüste Beleidigungen nutzen. Aber hier hält es sich ja noch in Grenzen. Trotzdem bin ich ganz klar gegen eine Klarnamenpflicht im Internet - auch wenn die wahrscheinlich eh irgendwann kommen wird (Stichwort ACTA bzw. CleanIT). Ich hab zwar nichts zu verbergen, aber trotzdem muss ja nicht jeder wissen, wo und wann ich was geschrieben habe. Im realen Leben diskutier ich doch auch nicht mit jedem über alles. Wenn ich zum Beispiel (fiktiv!!) in einem Juristenforum frage, wie ich mich im Rechtsstreit mit einer Firma verhalten soll, die beim Neubau unseres Hauses gepfuscht hat, geht das noch lange nichts meine Nachbarn oder meinen Chef an. Finde ich zumindest ;-)
leser
geschrieben am
27.01.2013 um 18:36 Uhr
Beitrag 314

Zitat:
Ch. Bach
geschrieben am
26.01.2013 um 11:58 Uhr
Beitrag 309

@leser ^^ mag dein pc keine urls kopieren?^^

;-) nicht böse gemeint ;-)
___________________________________________
manchmal macht diese Maschine das wirklich nicht !!!! :-(
-vielleicht gibt es bereits eine Computervernetzung(alle Macht den bits) von der wir user nichts ahnen und es wird auf diese Art und Weise zensiert? ;-)

Pragmatiker: Zustimmung!
leser
geschrieben am
28.01.2013 um 07:21 Uhr
Beitrag 315

neue GEZ-Gebühr verfassungswidrig?

Ich beobachte immer mehr, dass unsere Gesetzgebung(Politik und ihre Organe)nicht in der Lage sind, Vorschriften und Gesetze zu verabschieden, die auf gültigen Rechtsgrundlagen basieren. Und das unter Berücksichtigung, dass der weitaus größte Teil der Bundestagsabgeordneten eine juristische Ausbildung besitzt.

Es ist kein gutes Zeichen, wenn immer öfter Gerichte bei der GESETZGEBUNG oder direkt nach Einführung bemüht werden müssen. Andererseits werden die Juristen dadurch nicht arbeitslos - auch ein zu beachtender Effekt denke ich(gute Lobby?).

www.welt.de/politik/deutschland/article113144072/Rundfunkbeitrag-laut-Gutachten-verfassungswidrig.html
leser
geschrieben am
29.01.2013 um 18:11 Uhr
Beitrag 316

Bruttosozialprodukt/Bruttoinlandsprodukt als Wertmaßstab noch zeitgemäß?

Da hat doch jemand nachgedacht und sich nicht vom Wachstumswahn vereinnahmen lassen. Spät, aber immerhin doch noch haben einige Leute der Politik erkannt, dass finanzielles Wachstum allein nicht ausreichend zur Definition der „Lebensqualität“ sein kann und ganzheitliche Faktoren wie zum Beispiel Naturverbrauch mit einfließen sollten. Im unteren Abschnitt sind paradoxe Beispiele(Explosion Ölplattform, Autounfälle) genannt, die nach gültigen Kriterien steigernde Auswirkungen auf das BIP haben.

Ob man dafür das Bruttonationalglück(laut Jigme Singye Wangchuk,bis 2006 König von Bhutan)nehmen kann und ob diese Form der Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik(sozial gerechte Wirtschaft und Gesellschaft, Bewahrung kultureller Werte, Schutz von Umwelt und effiziente,unbestechliche Verwaltungsstrukturen) zu verwirklichen ist, wäre einen Versuch wert. Ich finde, ein guter Ansatz und es gibt ja bereits Überschneidungen zu den unten genannten Kriterien der Enquete-Kommission des deutschen Bundestages.


Zitate aus:
www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2011/33008739_kw02_pa_wachstumsenquete/

Entwicklung eines neuen Fortschrittsindikators

Die Einsetzung der neuen Enquete-Kommission war am 1. Dezember(2010) vom Parlament beschlossen worden (17/3853). Ziel ist die Entwicklung eines neuen Fortschrittsindikators, der sich zwar weiterhin auch auf das BIP als Messgröße stützt, diese Kategorien jedoch modifiziert und durch neue Kriterien ergänzt.
Anlass für diesen Vorstoß ist eine verbreitete Kritik am BIP als bislang alleinigem offiziellen Maßstab für Wachstum und Wohlstand, der das, was als Lebensqualität gilt, nur unvollständig oder verzerrt abbildet.
So können Faktoren das quantitativ orientierte BIP steigern, die eigentlich einen gesellschaftlichen Schaden anrichten und deshalb den Wohlstand verringern. Beispielsweise führte die Explosion einer Ölplattform im Golf von Mexiko zu Milliardenschäden, doch erhöhten die enormen Summen, die für die Bekämpfung dieser Katastrophe ausgegeben wurden, als Investitionen rein statistisch das BIP der USA.
Als Steigerung des BIP und damit des Wohlstands fungiert, ein anderes Beispiel, auch die Beseitigung der Folgen von Autounfällen, obwohl diese im Grunde gesellschaftliche Werte vernichten, die medizinische Behandlung von Unfallopfern in Kliniken spiegelt sich ebenfalls im BIP als Vermehrung des Wachstums wieder.

tandler
geschrieben am
05.02.2013 um 11:54 Uhr
Beitrag 317

manchmal würde ich gerne einfach den "Lebenslauf" zehn zufällig gewählter Hartz-4-Empfänger vorliegen haben und dann einfach schauen ob und wo Selbstverschulden an der Arbeitslosigkeit vorliegt oder wo hauptsächlich "externe" Einwirkungen vorliegen. Und dann wäre wahrscheinlich noch spannend wie diese Ergebnisse von anderen hier im Forum beurteilt werde würden...
Ch.Bach
geschrieben am
05.02.2013 um 13:17 Uhr
Beitrag 318

...und vielleicht tandler wären der überraschte sogar sie....?
leser
geschrieben am
06.02.2013 um 13:33 Uhr
Beitrag 319

tandler,

IRONIE an:

und den Lebenslauf zufällig ausgewählter hochrangiger jetziger Politiker zum Vergleich heranziehen -natürlich mit überprüften Abschlüssen/eventuellen Dr.titeln und den Formen der jeweiligen Bildungseinrichtungen,die besucht wurden-

IRONIE aus.

soviel Objektivität sollte schon sein ;-))
Dr.-med
geschrieben am
07.02.2013 um 15:35 Uhr
Beitrag 320

Super wenn Sich die ganzen Nichtakademiker das Maul darüber zerreisen, wenn mal wieder jemanden der Doktortitel aberkannt worden ist. Ich nehme hier weder Guttenberg und Co in Schutz, noch verurteile ich sie, aber wie sich momentan jeder Maurermeister zum Experten für wissenschaftliches Arbeiten aufspielt ist echt lächerlich!
Warner
geschrieben am
07.02.2013 um 17:00 Uhr
Beitrag 321

aber Herr Dr. :-) wer wird denn gleich so schimpfen.
Kerstin
geschrieben am
08.02.2013 um 08:59 Uhr
Beitrag 322

Ganu Unrecht hat Dr-Med nicht.....Wenn ich höre, wer damals bei Guttenberg oder jetzt bei Schavan auf einmal Experte für wissenschaftliches Arbeiten war!
Da habe Leute mitdiskutiert und geurteilt, die nicht einmal eine Uni von innen gesehen habe, geschweige den einen Abschluss besitzen. Wer selber mal eine Diplom-,Magister-,Doktor,-oder Habilitationsarbeit verfasst hat, weiß welche Anforderungen formell gelten und wie schnell sich ein fremdes Zitat "einschleichen" kann. Man jongliert ja zwischen tausend Varianten um die beste Formulierung zu erreichen und muss sich ein System überlegen, wie er "zu erstmal für sich" seine Zitate verwaltet. Jedes mal gleich in word eine Fußzeile anlegen, wieder löschen, umsetzen,....die Zitate auf einem Papierblock zusätzlich mitverwalten, am Schluss die ganze Arbeit nochmal durchrackern und hoffen alle Zitate und Passagen zu finden,...

Außerdem was mich im Fall Schavan (nicht Guttenberg!) stört:
Damals war eine derartige Praxis Gang und Gäbe, ich habe mich mit meinen Eltern über deren Promotions-arbeiten unterhalten.


Was wäre wenn man Frau Schavan damals durchfallen hätte lassen?
- Sie hätte ES GEWUSST, hätte ihr Studium zumindest mit einem Magister abschließen können, eventuell noch einmal eine 2. Promotion anstreben können, usw....selbst wenn man ihr diese Möglichkeiten NICHT zugestanden hätte, hätte sie ein anderes Fach studieren und dort promovieren können.

Aber jetzt? Nach über 33 Jahren? Jetzt zu sagen: Hey, die letzten 33 Berufsjahre waren umsonst,....da macht es sich auch die Uni etwas leicht, oder?

Da sie direkt mit dem Dr-phil ihr Studium abgeschlossen hat, hat sie nicht einmal einen fertigen Studienabschluss, glaube kaum, dass sie nach 33 Jahre noch eine Magister-Arbeit schreiben darf?

Ich möchte hier keinesfalls Tür und Tor für Plagiate etc... öffnen, ABER:

Heutzutage stehen ausreichend Mittel zur Verfügung um Arbeiten nach den AKTUELLEN Anforderungen zu prüfen. Jede Arbeit sollte strengstens - auch von unabhängigen Drittprüfern- auf Plagiate, etc. untersucht werden.

Ist dies eingehalten und der Doktorvater attestiert eine wissenschaftliche Leistung so sollte dies dann unanfechtbar sein...
Moon
geschrieben am
08.02.2013 um 09:56 Uhr
Beitrag 323

@ Kerstin: 100% Zustimmung!!!
Jochen
geschrieben am
08.02.2013 um 22:37 Uhr
Beitrag 324

Na großartig, jetzt wird hier schon wieder jedem der Mund verboten, der kein abgeschlossenes Studium vorweisen kann. Das wird ja immer lustiger hier!

Aber meinetwegen: Ich bin zwar nicht promoviert und schon gar nicht habilitiert, aber ich hab tatsächlich ein abgeschlossenes Studium hinter mir (das Studienfach tut hier nichts zur Sache), daher erdreiste ich mich jetzt einfach mal, meine Meinung kundzutun:

Wenn man der Meinung ist, Frau Schavan soll ihren Titel behalten, ist das schon okay, aber das Argument mit den 33 Jahren finde ich schon sehr abenteuerlich. Wenn jemand erwischt wird, der 33 Jahre ohne Führerschein fährt, kann er doch auch kein Gewohnheitsrecht daraus ableiten! Schaut euch doch mal die Dissertation von Frau Schavan genauer an. Klar wurde da nicht ganz so dümmlich geschummelt wie bei anderen, die in letzter Zeit erwischt wurden, aber die Fehler sind viel zu gravierend um als Flüchtigkeitsfehler durchgehen zu können. Die Arbeit ist methodisch derart schlecht, dass sie eines Doktors schlichtweg nicht würdig ist! Da werden Sekundärquellen (fehlerhaft) zitiert und auch noch als Primärquellen ausgegeben, im Literaturverzeichnis werden Aufsätze nicht oder falsch genannt, gewissen Quellen werden Zitate zugeschrieben, die dort noch nichtmal annähernd zu finden sind, für viele Zitate wird keine Quelle genannt usw. Es ist mitnichten so, dass sich nur mal eben "ein fremdes Zitat eingeschlichen hat", wie das Kerstin hier suggeriert. Und wenn Frau Schavan damals kein System zur adäquaten Verwaltung ihrer Fußnoten hatte, hat sie eben auch keinen Doktortitel und schon gar nicht den der Bundsministerin für Bildung und Forschung (!) verdient. Zigtausende andere haben es damals doch auch hinbekommen.

Auch das Argument der besseren Methoden zur Kontrolle greift meiner Meinung nach nicht. In den letzten Jahren wurden unzählige alte Kriminalfälle nochmal aufgerollt und viele Delinquenten auf Grund verbesserter Methoden (wie z.B. DNA-Analysen) überführt. Soll man die auch alle laufen lassen, da man Delikte nur mit den damals zur Verfügung stehenden Mitteln überprüfen darf? Bei allem, was recht ist, aber dieses Arguemt zieht genauso wenig wie das mit dem Gewohnheitsrecht.

Frau Schavan hat 33 Jahre gut von den Vorteilen ihres vermeintlich unzurecht geführten Titels gelebt. Jetzt ist eben Schluss damit. So what!?

Wer sich verbal so weit aus dem Fenster lehnt ("ich schäme mich für Guttenberg") darf sich eben nicht wundern, wenn solch strenge Maßstäbe auch an ihn selbst angelegt werden. Fragt nach bei Herrn Wulff (der sich über ein kostenloses Flug-Upgrade des damaligen Bundespräsidenten Rau echauffiert hat) oder bei dem Niedersächsischen Justizminister, der betrunken am Steuer erwischt wurde und dem jetzt seine Forderung nach einem Wert von 0,3 Promille um die Ohren gehauen wird.

Würde Frau Schavan ein anderes Ministerium bekleiden, wäre mir der Fall egal. Meinetwegen soll sie auch ihren Titel behalten, aber als Bildungsministerin ist jemand, der derart schludrig gearbeitet hat schlichtweg weder glaubwürdig noch weiterhin tragbar!

Und bevor jetzt das "alles nicht so schlimm"-Argument kommt: Wir können gerne einzelne Textstellen ganz explizit diskutieren.

So, für heute hab ich mich erstmal unbeliebt genug gemacht :-)
Schönes Wochenende euch allen!
Zuagroaster
geschrieben am
09.02.2013 um 02:55 Uhr
Beitrag 325

www.heise.de/tp/artikel/38/38522/1.html
leser
geschrieben am
09.02.2013 um 15:01 Uhr
Beitrag 326

Kerstin, wer von Privilegien Vorteile hat, der verteidigt sie auch unbesehen der moralischen(manchmal rechtlichen?) Vertretbarkeit, das ist menschlich!

Moon, wie siehst du diese Plagiatssachen bezüglich des Artikels 3 unseres Grundgesetzes:…niemand darf wegen…seiner Heimat, seiner Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder BEVORZUGT werden ?

Ich persönlich sehe sehr wohl einen Zusammenhang bei vielen aktiven Parteimitgliedern/FunktionärenInnen und deren oft gehobenen Bildungsabschlüssen und den ihrer Kinder!!!!!

Die Frage , hast du deinen Abschluss selbst erarbeitet oder geschenkt bekommen sehe ich inzwischen ganz und gar nicht als Provokation an. Obwohl manche Angesprochene das als Majestätsbeleidigung ansehen denke ich.(Beitrag Dr.med ; - )?


Zu den Fakten hat sich Jürgen geäußert, ich stimme voll zu. Der Link von Zuagroaster ist auch interessant – Schlauere als ich sehen das alles auch nicht so unproblematisch wie Kerstin oder Moon.


leser
geschrieben am
09.02.2013 um 15:03 Uhr
Beitrag 327

- ich meinte natürlich Jochen und nicht Jürgen ! Sorry
Jochen
geschrieben am
09.02.2013 um 20:03 Uhr
Beitrag 328

@zuagroaster: Guter Link!
@leser: Sehe ich auch so. Man muss sich nur mal eine Liste der Politiker anschauen, die einer plagiierten Dissertation überführt wurden. Ein Schelm, wer böses dabei denkt...
@Kerstin: Wie denken Sie denn über den Fall Lance Armstrong? Wurden diesem seine Titel ebenfalls zu Unrecht aberkannt? Schließlich wurde er auch mit Methoden überführt, die damals noch nicht zur Verfügung standen und auch seine bisherige Karriere wurde durch die Überführung beendet. Hätte man ihm ebenfalls ein Gewohnheitsrecht auf Doping zubilligen müssen?
Meim Voda sei Bou
geschrieben am
09.02.2013 um 21:12 Uhr
Beitrag 329

Frau Schavan ist soeben zurückgetreten. Mein Mitleid hält sich in Grenzen...
Ch. Bach
geschrieben am
09.02.2013 um 21:59 Uhr
Beitrag 330

was ich am meisten in diesen fällen bei den beteiligten vermisse ist aber der mangel an unrechtsbewusstsein und die courage, zu fehlern zu stehen....erst dies bringt mich zur überzeugung, dass diese politiker doch fehl am platz sind. denn -wie im link von zuagroaster ausgeführt- sind titel in der BRD nahezu ein fetisch. das mag dann den ein oder anderen schon dazu bringen(gerade in jungen jahren, wenn der charakter noch nicht wirklich gefestigt ist), hier einen unerlaubten weg zu suchen, gerade etwa in den kreisen eines guttenberg(der druck, der hier in familien ausgeübt wird kann unerträglich sein...promotion gilt als selbstverständlich, ob geeignet oder nicht). und auch das normale volk...hat es etwa z.B. zu einem arzt ohne doktortitel das gleiche vertrauen? obwohl beide die gleiche medizinische ausbildung haben? liegt nicht der grund der momentanen affären auch ein wenig an unserer -offensichtlich immer noch vorhandenen- obrigkeitshörigkeit? und daran, dass weniger die fähigkeiten denn die bescheinigungen/titel zählen? würden wir nicht so andachtsvoll einem titel huldigen(auch pekuniär) sondern eher leistungen bewerten dann wären diese affären keine.........

wie gesagt, ich halte die rücktritte für gerechtfertigt/angebracht. auch den eines armstrong, wobei ich hier denke, dass er einfach nur ein neidopfer ist. ich denke, die letzten jahre hat wohl kaum ein leistungssportler ungedopt gesiegt. und sind nicht auch hier wieder alle jene zuschauer und fans mitschuldig, die ein immer höher/schneller/weiter erwarten, ja fordern?

und ist die häme, die etwa jetzt auf schavan niederprasselt, nicht auch ein gut teil schadenfreude? folge von neid?

ok, scheltet mich idealist, aber hab ich wirklich ganz unrecht?
Meim Voda sei Bou
geschrieben am
09.02.2013 um 23:34 Uhr
Beitrag 331

Falls sich die Anspielung auf die Häme auf mein Posting beziehen sollte: Ob da Schadenfreude mitschwingt? Aber sicher doch! Neid? Keineswegs!

Wieso sollte ich neidisch auf Politiker sein? Ich strebe keine politische Karriere an. Aber: Frau Schavan hat auf der Karriereleiter andere Leute mit unlauteren Mitteln überholt und bekommt jetzt halt die Quittung dafür. Gibt schlimmeres ;-)
Skeptiker
geschrieben am
10.02.2013 um 00:48 Uhr
Beitrag 332

Armstrong ein Opfer? Wie kommt man denn zu dieser exklusiven Einschätzung? Ausgerechnet der König der Selbstinszenierung, der sämtliche Mitwisser massivst eingeschüchtert und bedroht hat und sich selbst als Saubermann stilisiert hat um "unsaubere" Kollegen zu diskreditieren...

Ebenso haarsträubend finde ich das Pauschalurteil, sämtliche Leistungssportler, die einen Wettbewerb gewinnen, seien gedopt. Es gibt genug technische Disziplinen, in denen einem Doping kaum etwas bringt.
Ch.Bach
geschrieben am
10.02.2013 um 11:34 Uhr
Beitrag 333

sorry, sie haben die intention nicht verstanden
Moon
geschrieben am
10.02.2013 um 12:42 Uhr
Beitrag 334

..ob die ganze Aufregung wegen der Doktortitel gerechtfertigt ist, möchte ich bezweifeln!
...inwieweit bei Frau Schavan oder bei anderen bei der Doktorarbeit "geschummelt" wurde, kann ich nicht beurteilen...ich vermute aber dass es bei gaaanz vielen der Fall sein wird...
Und wenn man sieht, dass oft Studenten bereits beim Studienabschluss den Doktortitel haben, weiß man, was dieser Titel eigentlich wert ist!


aber:
Wenn nicht die halbe Welt so dermaßen Titel-geil wäre, würde sich das ganze erübrigen!
Heutzutage ist doch ein Arzt, der keinen "Dr." vorn dran hat immer noch die Ausnahme...ich kenne einige "von"..und kann immer wieder feststellen, dass diese oft bevorzugt behandelt werden...

Also, behandeln wir diese Leute nicht nach dem Titel/Namen, sondern danach was sie leisten/können und fertig!


Udo L.
geschrieben am
11.02.2013 um 00:10 Uhr
Beitrag 335

Das Problem der Doktorväter war vor 30 Jahren schlicht, dass es kein Internet in der heutigen Form gab. Die Doktorarbeiten wurden meist noch mit der Schreibmaschine getippt, PCs waren 1983 noch nicht so in und auch eher unbezahlbar. Die Doktorarbeiten waren nicht online verfügbar, genauso wenig wie Fachbücher. Wer damals abgekupfert hat, der hat das aus Büchern ABGESCHRIEBEN, nicht wie heute per Copy & Paste eingefügt. Und diese Texte musste man durch lesen der Bücher erst mal finden, wie gesagt, Fachbücher waren damals noch nicht online. Ebenso schwierig war es damals, ausländische Bücher bei uns zu bekommen, Amazon und Co. waren noch nicht erfunden.

Was ich damit sagen möchte: Wenn sich Frau Schavan (oder ihr Ghostwriter) damals die Zitate aus z.B. ausländischen Büchern geholt, übersetzt und ihrem eigenen Stil angepasst hat, dann hat sie das vorsätzlich gemacht und konnte sich zu 99,9% sicher sein, dass es keiner bemerkt.

Wenn ihr schon Armstrong und Schavan hier zusammenbringt: Nun hat Frau Schavan exakt genauso viele Titel wie Mr. Armstrong :-) (Sorry, aber der musste sein)
M.Eschenberg
geschrieben am
11.02.2013 um 10:28 Uhr
Beitrag 336

Mir fällt es schwer, zum aktuellen Fall "Schavan" eine Meinung zu haben, da ich weder Ihre Promotion kenne, noch genau zu beurteilen vermag, inwieweit Zitierfehler oder vorsätzliches Plagiat vorliegt. Ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass dieses Arbeit im Sinne des Zeitgeistes den damaligen Kriterien genügte...aber dies sind alles nur Vermutungen.

Fraglich finde ich jedoch, wie wir in Zukunft mit all diesem umgehen sollen? Genügt in Zukunft das Fehlen einer einzigen unbedeutenden Fußzeile um eine ganze Arbeit abzuerkennen? Ab wann wird schlampiges zum vorsätzlichen Handeln? Ab wann wird eine inhaltlich gute Arbeit aufgrund von Form- und Zitierfehlern nicht mehr targbar?

Auf diese Fragen weiß ICH keine Antwort, jedoch sollte man dies schnellstens einheitlich festlegen.
Der Vorschlag von Kerstin gefällt mir:
Erst- und Zweitprüfer prüfen weiterhin den wissenschaftlichen Gehalt einer Arbeit und benoten diesen.
Ein drittes Gremium "nimmt die Arbeit" mit allen Mitteln der Technik auseinander und bescheinigt eine Art "Plagiatsfreiheit" --dies ist auch im Interesse der Doktoranden...ich finde den Gedanken erschreckend, dass ich immer Angst haben muss, dass Jahrzehnte später Leute Fehler in meiner Diss entdecken, die ich selbst nicht kenne, wenn dann nur unbewusst gemacht habe und vermieden hätte, hätte ich davon gewusst.
Dies würde auch die bewussten Fälscher und Plagiatoren abhalten offensichtlich zu täuschen.

Nur ein Gedanke. Totschlag verjährt nach 30 Jahren, Steuerhinterziehung verjährt (auch STRAFRECHTLICH) bereits nach 5 Jahren,....aber Doktortitel können nach 33 Jahren aberkannt werden?

Vielleicht kommt ja einer mal auf die Idee die Arbeit von Goethe zu prüfen und ihn den Titel abzuerkennen (Sarkasmus)

Naja, wie dem auch sei, es müssen Regeln aufgestellt werden, wer sich DANN nicht dran hält ist selber Schuld.
Krücke
geschrieben am
11.02.2013 um 11:17 Uhr
Beitrag 337

Gutes Argument. Ab wann verjährt eigentlich Steinewerfen auf Polizisten, vor Allem wenn man danach Außenminister werden möchte?
Ch. Bach
geschrieben am
11.02.2013 um 11:33 Uhr
Beitrag 338

ich stimme hier eschenberg im vollen umfang zu...

...ich frage mich inzwischen aber auch, wo beginnt ein plagiat. wurden nicht die meisten gedanken inzwischen schon irgenwann einmal schriftlich formuliert? muss ich bald bei jedem öffentlich zu äusserndem satz vorher nachforschen, ob dieser eventuell schon einmal so oder ähnlich schriftlich auftauchte? sollte man in zeitungen vielleicht nicht langsam eine extra spalte einrichten mit querverweisen?

hat schavan ihren posten nur bekommen auf grund ihres titels? oder war sie vielleicht doch auch fähig?

nicht mal die opposition zeigt schadenfreude oder gar häme....
Jasmin
geschrieben am
11.02.2013 um 13:44 Uhr
Beitrag 339

Papst tritt zurück!

eine mutige und menschliche Entscheidung! Mein Respekt!
Jochen
geschrieben am
11.02.2013 um 16:04 Uhr
Beitrag 340

@Eschenberg: Verjährung? Frau Schavan hat doch keinerlei strafrechtliche Konsequenzen zu befürchten! Meines Wissens stehen auch keinerlei zivilrechtlichen Konsequenen im Raum /Rückzahlung von Gehältern oder dergleichen). Es wurde lediglich die Situation um ihre Dissertation geklärt - ähnlich wie wenn eine Vaterschaft nach so langer Zeit geklärt wird.

@Bach: Bitte ziehen Sie es doch nicht ins lächerliche. Hier geht es mitnichten um eine versehentlich unterschlagene Fußnote. Wenn man sich die fraglichen Stellen in ihrer Dissertation anschaut, entsteht nicht nur der Eindruck eines arglosen Umgangs mit Zitaten, sondern auch der einer bewussten Verschleierung der benutzten Literatur (oftmals Verweis auf Primär- statt der tatsächlich genutzten Sekundärzitate - die mehrfach fehlerhaft übernommen wurden) u.v.m. (s.o.). So ein wissenschaftlich unredliches Vorgehen ist schon im Grundstudium stark verpönt und einer Dissertation schlichtweg unwürdig. Wenn jemand mit so einer schwachen Dissertation Bildungsministerin sein darf, ist das in meinen Augen ein Schlag ins Gesicht für all jene Doktoranden, die jahrelang über ihrer Doktorarbeit brüten, nahezu ihr komplettes Privatleben auf Eis legen müssen und auch sonst in allen Punkten gewissenhaft arbeiten. Das ist ein unglaublicher Aufwand, der ruhig mal gewürdigt werden darf! Wer Abkürzungen nimmt, muss eben auch mit Konsequenzen rechnen. Es ist kein Zufall, dass der Hochschulverband das ähnlich sieht wie ich.

@Jasmin: Sehe ich auch so!
Jochen
geschrieben am
11.02.2013 um 16:07 Uhr
Beitrag 341

PS: Meines Wissens sind ein paar fehlende Fußnoten noch lange kein Grund, eine Dissertation abzulehnen (Dafür gibts allenfalls eine schlechtere Bewertung). Da muss schon deutlich mehr in der Doktorarbeit "stinken". Und bei Frau Schavan ist das eben nun mal der Fall. Auch wenn sie selbst bisher nicht die Größe hatte, das einzugestehen. Wie gesagt: Wer mir nicht glaubt, sollte sich einfach mal die betreffenden Stellen selbst anschauen und sich selbst ein Urteil bilden!
Ch.Bach
geschrieben am
11.02.2013 um 20:27 Uhr
Beitrag 342

ich wollte nichts ins lächerliche ziehen, es ist mir bitterernst.ich fürchte, über kurz oder lang werden sich abmahnkanzleien mit sicherheit jede zeitung vornehmen, jeden blog, jede website....und wehe dem, der die fußnoten vergessen haben wird. die anfänge stehen schon, siehe impressumsstreit.

jetzt ist wanka dran. wenn sie klug ist, wird sie die übernahme des ministeriums ablehnen----und ehrlich, ich würde mir heute überlegen, ob ich berufspolitiker werden sollte: der verdienst ist im vergleich zur wirtschaft peanuts, dazu die permanente gefahr, moralisch in den dreck gezogen zu werden..........

...und dann haben wir irgendwann wirklich die politiker, die wir verdienen.....

in der zwischenzeit wird der europäische gedanke demontiert, der euro destabilisiert, werden bürger noch eine wenig mehr geschröpft, rutschen gesetze zur genehmigung des frackings durch, zur privatisierung der wasserversorgung, zum rückbau von naturschutzgebieten ....unbemerkt von der öffentlichkeit, die ist nämlich mit hexenjagd beschäftigt...........
Haidhofer
geschrieben am
14.02.2013 um 15:18 Uhr
Beitrag 343

Das Bundesinnenministerium plant eine Einschränkung der Pressefreiheit. Für den 20.02.2013 wird ein Urteil in der Sache erwartet.
www.zeit.de/2013/08/Analyse-Pressefreiheit-BND
Ch.Bach
geschrieben am
14.02.2013 um 15:31 Uhr
Beitrag 344

das ist heftig....
Haidhofer
geschrieben am
14.02.2013 um 15:42 Uhr
Beitrag 345

Sie sagen es! Da wird aus Berlin ständig mit dem Zeigefinger auf Ungarn und seine Einschränkung der Pressefreiheit gezeigt und im stillen Kämmerlein werden hier ähnliche Gesetze vorbereitet. Dabei geht es im konkreten Fall hier ja "nur" um Informationen über Personen, die größtenteils bereits verstorben sind. Im Dienst ist eh keiner mehr von denen. Man kann sich ausmalen, wie es dann erst um brisante aktuelle Themen bestellt sein mag.
leser
geschrieben am
06.03.2013 um 10:53 Uhr
Beitrag 346

zum Thema Reich und Arm in Deutschland - hier zu dem veröffentlichten Armutsbericht.

Wie bereits schon in diesem Thread geschrieben, hat die deutsche Politik Stellen aus dem ursprünglichen wissenschaftlichen Bericht verändert beziehungsweise ganz gestrichen. Stellen, die das Ausmaß und die Ursachen von Fehlentwicklungen zeigen, Passagen, die aufzeigen, wie unfähig oder unwillig die deutsche Politik zur Veränderung dieser Entwicklung ist. Federführend der Berichtsmanipulation ist nach Medienberichten die Volkspartei FDP!!

Das Volk wird nur noch belogen und einseitig informiert - eine Schande für jede Demokratie aus meiner Sicht

www.fr-online.de/meinung/armuts--und-reichtumsbericht-roeslers-verheerende-rotstift-aktion,1472602,22017272.html
Ch.Bach
geschrieben am
06.03.2013 um 11:39 Uhr
Beitrag 347

dem ist einfach nichts hinzuzufügen....auch, weil diese aktion röslers einfach sprachlos macht.....
Haidhofer
geschrieben am
06.03.2013 um 14:01 Uhr
Beitrag 348

Kinderkram... Ist doch letztlich nur Semantik in einem Bereicht, den eh keiner liest. [Zynismus Modus aus] Der nette (und kompetente...) Herr Rösler arbeitet doch bereits konsequent weiter an einer Enteignug unterer und mittlerer Einkommensschichten zugunsten multinationaler Konzerne. Stichwort Mindestlohn. Stichwort Wasserprivatisierung und seine unsäglichen Aussagen dazu, die nur so vor Ignoranz und Dreistigkeit strotzen. Leider interessiert das Thema kaum jemanden. Noch zumindest... Dafür blockieren die Koalitionsparteien in Berlin konsequent eine Umsetzung der UN-Anti-Korruptionsrichtlinien, wodurch Deutschland in dieser Hinsicht auf einer Stufe mit Ländern wie Syrien, Myanmar, Nordkorea und Sudan steht. ( www.unodc.org/images/treaties/UNCAC/Status-Map/2012-07-12_-_UNCAC_Ratification_FINAL_Large.jpg ) Aber was reg ich mich auf... Es gibt noch einen Rest von Akzeptanz, die Rösler und seinen Mitstreitern entgegengebracht wird (auch hier im Forum) und so lange das so bleibt, müssen wir eben weiterhin mit solchen Totengräbern der sozialen Gerechtigkeit in Ministerpositionen leben.
Jochen
geschrieben am
06.03.2013 um 14:27 Uhr
Beitrag 349

Ja der Rösler... Ausgerechnet einer von der Partei, die immer nach mehr Freiheit und weniger Staat schreit, tut sich in Sachen Zensur hervor. Welch Ironie! Damit dürfte Rösler auch seinen letzten Rest an Glaubwürdigkeit (der ohnehin schon im Promillebereich lag) verloren haben.

Bemerkenswert auch die Aussagen von Patrick Döring (FDP) zu dem Thema: Laut seinen Ausführungen sei Kritik an den Streichungen aus dem Armutsbericht nur auf Neid seitens der SDP-Anhänger zurückzuführen, die neidisch auf die niedrigen Arbeitslosenzahlen seien. Dass unter rot/grün jedoch andere Berechnungsgrundlagen zugrunde lagen und allein deshalb schon über 1 Mio mehr Leute in der Statistik standen, verschweigt er selbstverständlich.

Schade, dass es immer noch viele Leute gibt, die derlei politische Taschenspielertricks nicht durchschauen.
leser
geschrieben am
07.03.2013 um 08:52 Uhr
Beitrag 350

..ich befürchte sogar, dass diese Aktionen(und noch weitere??) nicht nur von der FDP allein diskutiert und ausgelöst sind/werden, sondern sogar von Führungs- und Beratergremien anderer Parteien mitgetragen werden.

Rösler hat auch innerhalb seiner Partei nicht nur Gönner und für mich ist vorstellbar, dass er mittelfristig gesehen ein "Bauernopfer" ist(natürlich mit entsprechend luxuriöser Versorgung bis ans Lebensende).

Den vorhergegangenen Beiträgen stimme ich voll zu
Ch.Bach
geschrieben am
11.03.2013 um 20:26 Uhr
Beitrag 351

ein schonungsloser artikel zum thema bevölkerung, arbeitslosigkeit, wirtschaft...

diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/1353987/Wie-ueberfluessig-sind-Sie?from=suche.intern.portal

manche befürchtungen und gedanken erinnern mich fatal an hier schon geäusserte meinungen (sozialschmarotzer)
bishop
geschrieben am
12.03.2013 um 09:53 Uhr
Beitrag 352

Ein echt interessanter Artikel, was man daraus liest ist wahrscheinlich sehr unterschiedlich, jedoch ist die eine Frage so interessant wie provokativ zugleich? Verträgt die Erde und ihre Umwelt so viele Menschen überhaupt und falls nicht, wie kann man was ändern?
bishop
geschrieben am
12.03.2013 um 09:55 Uhr
Beitrag 353

Habe hierzu auch was interessantes entdeckt:

www.weltbevoelkerung.de/oberes-menue/publikationen-downloads/anzeigen-grusskarten-und-co/weltbevoelkerungsuhr-zum-einbinden.html
leser
geschrieben am
12.03.2013 um 12:30 Uhr
Beitrag 354

Als ich vor längerer Zeit das Buch “So laßt uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen“ von Hoimar von Ditfurth gelesen habe, hat mich eine seiner Thesen, die Erde kann nicht so viel Menschen verkraften, irritiert. Das Buch erschien etwa 1985, inzwischen hat die Weltbevölkerung stark zugenommen - 1985 etwa 4,8 Mrd. Menschen, jetzt etwa 7 Mrd. Menschen -. So gesehen könnte man also argumentieren, wieder einer der Wissenschaftler, der nicht Recht hatte. Andererseits hat er vieles vorausgesehen und wissenschaftlich untermauert was bereits jetzt schon eingetreten ist(Kriege, Probleme mit Kernspaltung, Trinkwasserverseuchung, Umweltzerstörung, militärische Aufrüstung um jeden Preis….). Seiner Meinung nach ist aber auch die Unfähigkeit der menschlichen Gesellschaft deutlich, das eigene Verhalten als Ursache der Bedrohung (in Folge auch das Aussterben der menschlichen Art) zu erkennen.

Hoimar war auch Evolutionsforscher und dachte sicherlich in anderen Zeitmaßstäben als wir das in unserer schnelllebigen Gesellschaft gewohnt sind. Er war Humanist und Pazifist und versuchte die Menschheit zu warnen. Seine Mahnung, nur Menschen können etwas verändern beziehungsweise müssen es tun, in Verbindung mit oben zitierter Aussage, Menschen sind kaum fähig, das eigene Verhalten und alle Folgen daraus zu beurteilen, macht es schon schwierig. Es würde zum Beispiel auch Selbstverzicht bedeuten – aber wer will das in unserer Ellbogengesellschaft? Sein im Schlussteil des Buches angedeutetes wahrscheinliches Ende der Menschheit scheint mir etwas zu religiös angehaucht zu sein. Nichtsdestotrotz hat dieses Buch geholfen, mich nachdenklich zu machen. Hoimar Ditfurth war meiner Meinung nach ein scharfer Analytiker mit großem wissenschaftlichem Wissen.

Meine Hypothese: würde er jetzt noch leben und die gesellschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte miterlebt haben, wäre er als Humanist überrascht von dem weit größeren Wachstumswahn als in seinem damaligen Buch vorhergesehen und würde diesem und den unmenschlichen Folgen daraus eventuell heute ein weiteres Mahnbuch darüber folgen lassen.

Übrigens ekeln mich manche selbst ernannten Vorzeigeleistungsträger der Gesellschaft an, die sich in Reden dazu aufschwingen, der Welt droht die Überbevölkerung, man könnte als Lösung medizinisch und gentechnisch entgegenwirken. Diese Maßnahmen aber natürlich nur für das Prekariat (unwerte Leben?) gelten, für sie selbst und ihre Clans aber nicht(siehe auch Stellen im Link von Frau Bach).
Da Sepp
geschrieben am
12.03.2013 um 13:19 Uhr
Beitrag 355

Man muss einfach mal die Mutter Natur beobachten...da regeln sich die Populationen meistens selbst,...mal gibt es mehr Antilopen, dadurch mehr Löwen, dadurch weniger Antilopen, dadurch weniger Löwen dadurch mehr Antilopen,...diese "Pendeln um einen Mittelwert" ist bekannt und auch mathematisch erklärbar...Auf den Menschen gemünzt würde dies ganz brutal bedeuten, dass er sich bis zu einem gewissen Grad vermehrt, bis in irgendeiner Form ein Ressourceneinbruch kommt...dann fännde eine Dezimierung der Bevölkerung statt, wodurch die Ressourcen wieder mehr geschont würden...soweit so gut. Jetzt ist aber der Mensch als "intelligentes" Tier (was immer Intelligenz heißen mag)in der Lage sich - zumindest eine Zeit- aus diesem Kreislauf auszukoppeln, indem er seinen Verstand (auch hier wieder ein großes ?) und seine technische Mittel einsetzt.....Fazit: Die Erdbevölkerung wächst und wächst, wie man auch auf der schönen Uhr im obigen Link sehen kann, täglich um eine Viertelmillion an, dank der Mathematik nicht linear sondern sogar exponential....
Ich maße hier mir nicht an, eine Lösung vorzuschlagen....aber in irgend einer Form wird sich das regeln.....entweder bewusst durch den Menschen gesteuert (Geburtensteuerung, Gentechnik, usw..) oder durch äußere Einflüsse (Hungersnöte, Wassermangel, ...)
Welches das Geringere Übel vermag ich nur für mich zu beurteilen,...
Mein Voda sei Bou
geschrieben am
12.03.2013 um 15:20 Uhr
Beitrag 356

Aus dem verlinkten Presse-Artikel:
"Wer nichts produziert und – schlimmer noch – nichts konsumiert, existiert gemäß den volkswirtschaftlichen Bilanzen nicht."

Was genau produzieren denn bspw. Leute wie Middelhoff, Schlecker oder Homm - außer roten Zahlen? Auch der Konsum dieser Leute erscheint mir zweifelhaft, da er ja nur aufgrund einer Vergütung für mehr als fragwürdige Praktiken stattfinden kann. Mehr hab ich zu dem Thema nicht zu sagen...
leser
geschrieben am
12.03.2013 um 20:25 Uhr
Beitrag 357

Da Sepp,

deine Fragezeichen im Beitrag gefallen mir :-))

Die genannten Lösungen bedeuten nach meinem Verständnis fast immer ein Versagen des "intelligenten Menschen" beziehungsweise zum Beispiel bei staatlich angeordneter sanktionierfähiger Geburtenregelung oder dem Einsatz von Gentechnik eine Art Züchtung (von Herrenrasse?). Dass sich manche Entscheidungsträger anmaßen oder das gern würden, über andere zu bestimmen bis hinein in intimste Angelegenheiten, kann ich mir leider vorstellen. Sogar in Deutschland gab es das vor einigen Jahrzehnten.

Noch ein Beispiel: wenn ein gigantischer Staudamm bricht mit verheerenden Folgen, dann ist das für mich nicht höhere Gewalt, wie eventuell eine Versicherung bei der Schadenregulierung argumentieren würde, sondern eine von Menschen fast vorhersehbar verursachte Katastrophe!!! Hier gäbe es noch unzählige Beispiele....

leser
geschrieben am
12.03.2013 um 20:28 Uhr
Beitrag 358

Mein Voda sei Bou

sehe ich auch so!!
Jochen
geschrieben am
13.03.2013 um 01:12 Uhr
Beitrag 359

Zu Beitrag 356:
Um den Gedanken vom Boum mal weiterzuspinnen: Eine Krankenschwester, die (noch dazu im Schichtdienst) für einen vergleichsweise mickrigen Lohn teils physische und psychische Schwerstarbeit leistet und Patienten (auch Managern!!!) bei der Genesung hilft, wird aus neoliberaler Sicht als wertlos betrachtet. Ein windiger Manager (das bezieht sich jetzt nicht auf alle, sondern besonders auf die unseriösen), der seinen Aktionären zunächst eine hohe Dividende verschafft, indem er ein Unternehmen ausbluten lässt und es auf Sicht an die Wand fährt -und damit Existenzen vernichtet- wird dagegen als "wertvoll" betrachtet. Zynischer geht es eigentlich kaum. Solche menschenverachtenden Sichtweisen sind eines der größten Übel unserer Zeit. Umso unverständlicher, dass es dafür von einigen Menschen sogar noch Applaus gibt!
Jochen
geschrieben am
13.03.2013 um 16:15 Uhr
Beitrag 360

Kurzer Nachtrag noch:
Da Sepp verweist mit seiner Löwen-Analogie auf den Zusammenhang von Ressourcen und Konsumenten. Wenn man der Argumentation der "radikalen neoliberalen" (mir fällt keine bessere Bezeichnung ein, aber ihr wisst, wenn ich meine... Also Sozialdarwinisten und so...) Seite folgt, muss daher die Menschheit am unteren Ende gekappt werden. Jenes untere Ende, das nur einen winzigen Bruchteil der Ressourcen für sich in Anspruch nimmt. Was genau soll damit bitte gewonnen sein? Jemand, der so gut wie nichts konsumiert, richtet auch nur begrenzten ökologischen Schaden an! Ich bin absolut friedliebend und mir liegt es fern, irgendeine Art von Klassenkampf zu fordern, aber mal etwas polemisch formuliert: Was ist wohl schlimmer: In einer Welt ohne Krankenschwestern oder Erntehelfer zu leben oder in einer Welt ohne Hedgefond-Manager?

Und wenn wir schon gerade bei Beispielen aus der Welt der Natur sind: Ist eigentlich irgendeine Pflanze bekannt, bei der man das untere, also die Wurzeln, abschneidet und sich der obere Teil dann umso prächtiger entfaltet...?
Da Sepp
geschrieben am
15.03.2013 um 13:13 Uhr
Beitrag 361

ICh hoffe dass zumindest ich da jetzt nicht missverstanden worden bin.

Wobei natürlich eine 1-Kind-Strategie, wie sie bspw. China fährt, ja unabhängig vom "sozialen Stand" ist,...dort wird meines Wissens kein Unterschied zwischen Tagelöhner und Chefarzt gemacht...ob das dann bis in höchste Regierungsspitzen gilt, wage ich aber hier auch zu bezweifeln. Leider haben wir ja in Deutschland sowieso genau das andere Problem, wobei sich die Frage ernsthaft stellt, wie lange wir noch bei schrumpfender Bevölkerung "Anspruch" auf unser wasser- und resourcenreiches Staatsgebiet erheben können, wenn woanders Milliarden Menschen MAngel leiden...keine schönen Aussichten...
leserin
geschrieben am
22.03.2013 um 18:08 Uhr
Beitrag 362

Zum Thema Hauptschule bin "gespalten". Einerseits macht nervt es mich gewaltig, dass "Hauptschüler" gerne in die Richtung asozial geschoben werden, alle doof, unerzogen sind, schlechtes Elternhaus usw.. Andererseits muss ich als betroffene Mutter beipflichten, dass das Niveau (Unterrichtsstoff und -form) während der letzten 15 Jahre ganz schön gesunken ist. Schuld daran ist m.E. nicht zuletzt unser Schul- und Bildungssystem. Wenn ich allein vergleiche, welchen Lehrplan einer meiner älteren Söhne hatte (Ende der 90er, Anfang 2000 und wie der Unterrichtsstoff Ende 2000 aussah, muss ich sagen, dass das Bildungsniveau massiv gesunken ist. Und dies ist nicht immer Schuld der Eltern oder Kinder. Meine verschiedenen Versuche, auf die Schule bzw. Lehrkräfte dahingehend einzuwirken, die Kinder mehr zu fordern (z.B. über mehr schriftliche Hausaufgaben, Leseaufgaben, Aufsätze, Referate usw. was schon zu meiner Zeit in den 70ern üblich war!) verliefen überwiegend fruchtlos. Natürlich bringen solche Aufgaben auch nur was, wenn sie auch regelmäßig kontrolliert werden. Der Zeitaufwand für die Lehrkraft hierzu ist sicherlich nicht wenig. Meine Anfragen wurden überwiegend mit irgendwelchen Ausreden abgeblockt. Man wolle die Kinder nicht überfordern usw.... Darauf angesprochen, dass die Anforderungen m.E. recht niedrig gehalten sind, bekam ich zur Antwort "man orientiere sich an den schlechteren Schülern". Wo bleiben dann alle Durchschnittsschüler? Die haben dann kaum noch eine Chance auf einen Übertritt in eine weiterführende Schule und dümpeln bis zum Abschluss so dahin. Solche Defizite kann auch ein engagiertes Elternhaus (und solche gibt es tatsächlich noch genügend!!) dann nicht ausgleichen.

Welche Probleme auf die Kinder nach der Schule in ihrer Ausbildung bzw. weiteren Schule zukommen, hat bislang keinen interessiert. Wenn die Schüler das "Lernen nicht lernen", wie sollen sie dann später was leisten können? Aber das interessiert dann keinen mehr. Dann liest man nur negative Berichte über die Hauptschüler. Diese Berichte werden zu allem Überfluss auch noch gerne verallgemeinert. Also: Engagement darf nicht nur von den Schülern und Eltern gefordert werden, auch die Schule sollte sich mal an die Nase fassen!
leser - nicht verwandt,bekannt oder dergl. mit les
geschrieben am
03.04.2013 um 12:26 Uhr
Beitrag 363

diese Entwicklung finde ich auch nicht gut. Es ist wohl so, dass es von der Politik gewollt ist, die SchülerInnen der Hauptschulen von vornherein eher als "Ballast" im Sinne unserer "Leistungsgesellschaft" abzustempeln.

Früher gab es die Hilfsschulen in die die Kinder kamen, die dem vorgegebenem Unterrichtsfluss nicht folgen konnten oder diesen laut Lehrkräften unverhältnismäßig negativ beeinflussten(soziales Verhalten). Auch da gab es bestimmt schon viele Grenzfälle und falsche Entscheidungen. Im Zuge der Vereinfachung und Gleichmacherei unter dem Deckmantel der Antidiskriminierung scheint es mir jetzt so wie eingangs beschrieben zu sein – die Hauptschulen werden annähernd so behandelt wie früher die Hilfsschulen. Die Schilderung von leserin scheint diese Tendenz zu bestätigen. Das ist für mich ein Skandal und zeigt, wie unsozial inzwischen unser Staat wird. Um nach außen (E-Vergleiche, Statistiken..)weiterhin der humansoziale europäische Vorzeigestaat zu sein, werden innenpolitisch eher gegenteilige Maßnahmen vollzogen. Ich weiß nicht, ob das so überspitzt ist, wenn ich mir vorstelle, dass es bei gleichen Voraussetzungen einmal sein kann, dass ein Kind einmal als aufgegeben in der Förderschule landet und ein anderes in der privaten Begabtenschule, je nach sozialer Herkunft und/oder der finanziellen Ausstattung seiner Eltern.

Gleichzeitig werden die Hürden für den Zugang zu weiterführenden Schulen verschärft – gewollte Dreiklassenbildung?

Manchmal ist es so, dass ein Staat nicht begeistert ist, wenn zu viele seiner Bürger mitdenken!!! : - (




leser
geschrieben am
16.05.2013 um 20:25 Uhr
Beitrag 364

Ich schreibe hier meine Antwort auf die Beiträge zu der Verschwendung bei dem Drohnenauftrag(Euro Hawk) sowie allgemein zu Deutschlands Militärausgaben, da diese Thematik meiner Meinung nach nicht in den Thread Tiefflüge über Maxhütte gehört.

Wenn ich schreibe „ hier wird enorm viel Steuergeld verschleudert, das woanders im Bundeshaushalt fehlt und viel viel sinnvoller eingesetzt werden könnte“ heißt das doch nicht zwangsweise, das ich damit ausschließlich den sozialen Bereich meine. Mir fällt auch noch die Infrastruktur ein(Straßenbau bzw Erhaltung, mehr Güter auf die Schiene..) Forschung…..

Zu den genannten Zahlen des Militär-/Verteidigungshaushaltes: da bin ich etwas skeptisch. Die bekannt gegebene nackte aktuelle Zahl schwankt zwischen 33 und 37 Milliarden Euro. Nackt deswegen, weil in anderen Haushaltspositionen nach meinen Informationen noch sehr viel Gelder versteckt sind, die eigentlich zu den Militärausgaben gezählt werden müssten. Aber auch ohne Berücksichtigung dieses Umstandes ist Deutschland allein mit den ca. 35 Milliarden bekannt gegebenen Euros weltweit mindestens unter den Top Ten in der Liste der Länder mit den höchsten Militärausgaben zu finden.

Zu dem Argument, das muss uns unsere Verteidigung schon wert sein kann ich nur sagen – was heißt hier Verteidigung? Deutschland mischt überall auf der Welt militärisch mit, wie der damalige Bundespräsident Herr Köhler auch zugab, zuallererst nicht um Menschenrechte zu verteidigen und Gräueltaten zu verhindern und schon gar nicht um einen Angriff auf Deutschland oder die EU abzuwehren sondern vor allem auch um wirtschaftliche Interessen mit militärischen Mitteln zu verfolgen. Da werden junge Leute gnadenlos verheizt!!! Beschämend ist es auch, da stimme ich zu, dass an der direkten Hilfe für diese Soldaten(Ausrüstung, psychologische Langzeitbetreuung bei und nach Auslandseinsätzen, Rentenberechtigung bei Arbeitsunfähigkeit…)im Gegensatz bei den Ausgaben für hochtechnische (unsinniges menschenverachtendes High-Tec-Gerät) gespart wird. Das kann ich nicht gut heißen.

Ein Verhältnis zwischen der Höhe für Ausgaben eines Staates für soziale Zwecke inkl Bildung und für das Militär zu ziehen sagt für mich tatsächlich einiges aus. Es gab eine dunkle Zeit in Deutschlands Geschichte, da gab es ein gigantisches Übergewicht in den Militärausgaben. Zwar auch nicht so viel Arbeitslosigkeit, dafür keine Bürgerrechte. Dieses Verhältnis und die Auswirkungen sind für mich nicht erstrebenswert.

Oder wollen wir Amerika nacheifern: mit größtem Abstand die höchsten Rüstungsausgaben aber nicht fähig, im eigenen Land für inneren Frieden zu sorgen und Kleinkindern zum Geburtstag babygerechte und funktionierende Feuerwaffen zur Selbstverteidigung schenken?


leser
geschrieben am
25.05.2013 um 08:57 Uhr
Beitrag 365

noch ein realsatirischer Beitrag zum Euro Hawk Problem, dem ich voll zustimme:

www.der-postillon.com/2013/05/durchbruch-regierung-fuhrt-erstmals.html
leser
geschrieben am
03.06.2013 um 17:29 Uhr
Beitrag 366

M.Eschenberg:

Es ist richtig, man könnte alles, was nicht streng wertkonservativ ist, im politischen Sinn als links sehen. Also eine Frage der Definition. Um meinen Beitrag Nr. 21 im Thema „Treffen der Grünen und ökologisch Interessierter“ zum Thema Die Grünen etwas zu erläutern möchte ich ein paar Erklärungen abgeben.

Wertkonservativ und reaktionär wird oft als eine Einstellung bezeichnet, die auf den Rückschritt früherer oder den Erhalt bestehender Staatsgefüge ausgerichtet ist. Das muss in meinen Augen nicht immer schlecht sein, doch das allein behindert die Anpassung an neue Gegebenheiten(Moderne,Globalisierung…..). Wenn ich jetzt alle die, die versuchen, sich den aktuellen Entwicklungen anzupassen und dabei auch die soziale und ökonomische Komponente berücksichtigen, als links einstufe, ist das legitim. Sogar die SPD spricht in ihrem aktuellen Grundsatzprogramm von einer „linken Volkspartei“. Somit wäre es richtig, auch Die Grünen als links einzustufen. Mein Verständnis der Definition für links geht etwas weiter in die sozialistische(nicht kommunistische!) Richtung im Sinne der Chancengleichheit für alle Bevölkerungsschichten….

In diesem Sinne sehe ich die heutige Politik der Parteiführung von Die Grünen nicht als links! Ebenso wenig wie die der Volkspartei SPD. Das heißt aber beileibe nicht, dass ich zum Beispiel alles, was Die Linken machen, als links bezeichnen würde. Da sehe ich im Gegenteil oft starke reaktionäre Tendenzen.


Zweifler
geschrieben am
25.06.2013 um 14:57 Uhr
Beitrag 367

Schlimm ist doch, dass unter der- von Politik und Presse geschürten- Angst des sog. Turbokapitalismus systematisch versucht wird mehr und sozialistisches Gedankengut einzuführen.

Die DDR ist nicht überwunden, sie infiltriert uns von Ihnen. Einführung von Mindestlöhnen, Beschränkung der Gehälter freiwirtschaftlicher Unternehmen, überbordende Sozialleistungen, Reichensteuer.....

Man nehme noch die stetig schrumpfende Privatsphäre, die Überwachung persönlicher Daten und die Bevormundung beim Rauchen hinzu....

der Cocktail der dabei herauskommt ist ein Alptraum für jeden freiheitsliebenden Menschen!

Unsere Freiheit ist das höchste Gut und wiegt weit mehr als unsere Sicherheit!
Zweifler
geschrieben am
25.06.2013 um 14:58 Uhr
Beitrag 368

sie infiltriert uns natürlich von Innen...sorry....
Ch. Bach
geschrieben am
25.06.2013 um 15:58 Uhr
Beitrag 369

hallo zweifler

sie haben aber zu der von ihnen angestrebten freiheit ein paar weitere punkte vergessen

wenn schon , dann doch ganz

dann auch keine staatliche unterstützung für pleitebanken aus steuergeldern, keine zugeständnisse an marode autobauer, keine steuer- und energiekostenvergünstigungen für firmen, keine lohnzuzahlungen seitens der arge um niedriglöhne aufzufangen(dafür auch kein zwang, solche jobs annehmen zu müssen), keine abschreibungen, keine eu-fördermittel, etc.-----------

sonst wäre die wirtschaftliche freiheit doch wohl sehr einseitig, oder?
Zweifler
geschrieben am
25.06.2013 um 16:26 Uhr
Beitrag 370

Hallo Frau Bach,

meine kurze Stellungnahme zu Ihren Punkten:

dann auch keine staatliche unterstützung für pleitebanken aus steuergeldern

--> gleiche Meinung....die Pleiten pleite gehen zu lassen hätte auch nicht mehr Unsinn gestiftet, als die jetzige Lösung


keine zugeständnisse an marode autobauer,

--> gleiche Meinung.....bei Opel gerettete Arbeitsplätze entstehen nicht bei VW (zum Beispiel)


keine steuer- und energiekostenvergünstigungen für firmen

--> hier bin ich etwas anderer Meinung (NEIN. ich bin KEIN Nutznießer)
hier glaube ich, sollte schon auf die Wettbewerbsfähigkeit unserer Firmen geachtet werden (wir haben ja auch nicht gerade die günstigsten Löhne, Grundsatücke, Herstellungskoten,...) JEDOCH: Bevor schwachsinnige Importverbote für chinesische PV-Module erlassen werden, sollte man sich in ganz Europa mal einig werden, dass auch für in die Eurozone-importierte Produkte Auflagen bezüglich verwandter Primärenergie gelten.... sowie ja auch mittlerweile Kinderarbeit etc...zumindest theoretisch geächtet wird....schwieriges Ziel, aber machbar und sEHR WICHTIG!!!!! Umweltschutz geht uns alle an


keine lohnzuzahlungen seitens der arge um niedriglöhne aufzufangen(dafür auch kein zwang, solche jobs annehmen zu müssen),


keine abschreibungen,
Meinen Sie betriebliche Abschreibungen? Ich sehe hier keinen Sinn dahinter....bzw. erachte ich diese für sehr wichtig um Investitionen (auch z.B. in neuere, umweltschonendere Technik) zu ermöglichen. Außerdem sieht unser System vor, nur den Gewinn zu besteuern, nicht den Umsatz.....dies wäre ohne Abschreibungen jedoch nicht der Fall (Punkt führe ich bei Bedarf gerne weiter aus)


keine eu-fördermittel,
ich halte die Förderungen oft für sehr gut, was stört sie daran konkret? Ich bin nicht gänzlich gegen Förderungen und Subventionen - ich befürworte auch die SOZIALE Marktwirtschaft.....ich möchte nur nicht, dass sie sozialistisch wird.




etc.-----------
Moon
geschrieben am
25.06.2013 um 18:51 Uhr
Beitrag 371

@ Zweifler..
..aber sehen Sie, genau da sind wir schon wieder an dem Punkt: Bis wohin soll der Staat durch Förderung, Schutz bzw. Subvention eingreifen?
Wo fängt es an und wo soll es aufhören ?

Davon abgesehen: Unterm Strich ist es ja de facto schon so, wie es ist....mit allen Auswüchsen...daher müssen wir halt konsequenterweise auch die "Kleinen" etwas mehr schützen...

Ich glaub trotzdem nicht, dass wir in auf einen "Sozialimus" zusteuern...
Was die von Ihnen erwähnten "Freiheits" beschneidungen trifft: Man kann ja im Moment am Beispiel USA sehen, wie "frei" ein extrem de-regulierter Staat seine Bürger sein lässt...
Zweifler
geschrieben am
26.06.2013 um 11:53 Uhr
Beitrag 372

@Moon: USA ist momentan wirklich ein abschreckendes Beispiel....da wird einem Himmelangst....

Zitat "...daher müssen wir halt konsequenterweise auch die "Kleinen" etwas mehr schützen..."
- Wie so oft, sind die kleinen nicht negativ betroffen. Treffen tut es wieder den Mittelstand...die kleinen sind mit dem "Rund-um-sorglos"-Paket Hartz-4 gut bedient und die Reichen schaffen es dank Ausland und Steuertricks (legal und illegal) auch sich aus der Verantwortung zu ziehen. Zurück bleiben wir.....und zahlen für kleine und große mit....
Ch.Bach
geschrieben am
26.06.2013 um 12:55 Uhr
Beitrag 373

@zweifler
es fiele mir leichter sie zu verstehen wenn sie nicht gar so heftig auf die sogenannten "kleinen" schimpfen würden
jemand mit ein paar hundert euro netto ist also wieder einmal nicht betroffen? was wollen sie denn jemand mit einem stundenlohn von unter 8 euro bitte noch kürzen? fällt es jemanden mit über 5tausend euro brutto so viel schwerer einen hunderter im monat rauszurücken als jemandem mit 1100euro? nach dem motto der ist das ja gewöhnt?
rundum sorglos paket bei hartz IV empfängern? es zeigt mir, sie waren noch nicht in der lage.....
ihre polemik erinnert genau an das neue phänomen des sozialneides von oben nach unten.

allerdings gebe ich ihnen recht bezüglich der wirklich reichen. und einem steuerhinterzieher wie etwa hoeneß auch noch mit sympathie zu begegnen sprengt mein verständnis.
negativ auch die eu-subventionen, z.b. in der landwirtschaft. ausgerechnet die großbetriebe mit massentierhaltung und riesigen monokulturen mit der schlechtesten öko-bilanz und oft genug zweifelhaften methoden beziehen 80% aller agrarsubvebtionen...und diese ungleichverteilung zieht sich durch alle sparten. klein- und mittelständische betriebe erhalten weit weniger förderung als großbetriebe, was natürlicher weise ihre wettbewerbsfähigkeiten noch mehr schwächt. allerdings ist dies ein problem des fürchterlichen lobbyismusses und nicht überbordernder sozialhilfen für die kleinen.....

und- ganz nebenbei- würden nicht soviele steuergelder wirklich sinnlos in den sand gesetzt, wir bräuchten vermutlich gar keine steuererhöhungen.....
gromolo
geschrieben am
26.06.2013 um 13:35 Uhr
Beitrag 374

Es ist wirklich traurig, wie viele kleine Leute mittlerweile aufeinander losgehen. Leute, denen so wenig bezahlt wird, dass sie aufstocken müssen oder Uni-Absolventen, die mangels ordentlicher Jobangebote unbezahlte Praktika annehmen müssen, werden (auch hier im Forum) beschimpft ("hätten sie halt was gscheites gelernt"), während Leuten wie Hoeneß, die womöglich Millionenbeträge hinterzogen haben, um damit zocken zu können, auch noch auf die Schulter geklopft wird ("A Hund is er ja scho"). Traurig.
Jochen
geschrieben am
26.06.2013 um 16:18 Uhr
Beitrag 375

@Zweifler
Sie werfen einer Regierung, an der Union und FDP (!) beteiligt sind, vor, "sozialistisches Gedankengut einzuführen" und den Staat mit DDR-Gedankengut von innen zu infiltrieren? Ich frag lieber gar nicht erst, was Sie über die SPD denken...
Zweifler
geschrieben am
26.06.2013 um 16:51 Uhr
Beitrag 376

Dia damalige SPD unter Schröder, war eine gute Partei, mit vielen kompetenten und visionären Politikern, Schröder, Müntefering,.....

Der einzige kompetente SPDler ist gleichzeitig Kanzlerkandidat und wird gezwungen den neosozialsitischen Schwachsinn der ihm von Gabriel und Co. eingeflüstert wird, noch als Wahlprogramm zu verkaufen, obwohl er ihn nicht selbst glaubt.

@Frau Bach: wenn es nach mir ginge, reicht es aus, wenn ein Hartz4-Empfänger ein Dach über dem Kopf hat, nicht erfriert und nicht verhungert und sich hin und wieder günstige Kleidung kaufen kann.....Alles andere ist Luxus und sollte nicht vom dt. Steuerzahler bezahlt werden.

Wir brauchen das auch nicht mehr diskutieren, ich konnte den bisherigen Diskussionen entnehmen, dass wir uns da nicht mehr einig werden.

Ein weiteres Beispiel sind die Renten......Die Rentner jammern über fehlende Erhöhungen, die wegen Inflation einer Kürzung gleichkommt.

Das aber faktisch eine ganze Generation in Frührente geschickt worden ist und zeitgleich der demographische Wandel das erste Mal voll eingeschlagen hat, will niemand hören.

Wir zahlen heutzutage Renten aus, die unsere Jugend (meine Kinder und Enkel) nie bekommen werden, für die sie aber jetzt zur Kasse gebeten werden.

W
Moon
geschrieben am
26.06.2013 um 18:29 Uhr
Beitrag 377

@ Zweifler:
Ich hab so glaube ich, schon oft dargelegt, dass auch ich keine Faulheit und asoziales Verhalten unterstützen mag....
Aber wenn das vorherige Posting Ihre Einstellung zum Hartz4 beschreibt, dann ist ja auch klar, dass jeglicher "Luxus" für sozial weniger gut gestellte, einer sozialistischen Revolution gleichkommt...

Sorry: Wann werden eigentlich die "kleinen" Leute (und damit meine ich ALLE bis , na sagen wir mal 120.000 Euro/a ) kapieren, dass die "großen" das aktuelle gesellschaftliche Gerechtigkeitsproblem darstellen....
Ch.Bach
geschrieben am
26.06.2013 um 21:25 Uhr
Beitrag 378

@zweifler
nicht erfrieren, nicht verhungern, und dach über dem kopf? gehts noch?

jedes stück vieh hat anspruch auf artgerechte lebensweise!

sorry, aber der name zweifler triffts wohl nicht ganz....sie zweifeln nicht, sie haben schlichtweg angst ein bißchen von ihrem guten leben abgeben zu müssen.......


@moon

sie- die unterpriveligierten- werdens schon noch kapieren.....was mir auch angst macht. denn was soo lange gärt..........




dape´67
geschrieben am
26.06.2013 um 23:50 Uhr
Beitrag 379

Zitat: "wenn es nach mir ginge, reicht es aus, wenn ein Hartz4-Empfänger ein Dach über dem Kopf hat, nicht erfriert und nicht verhungert und sich hin und wieder günstige Kleidung kaufen kann.....Alles andere ist Luxus und sollte nicht vom dt. Steuerzahler bezahlt werden."

@Zweifler: Mich würde interessieren, von welchem Luxus Sie da sprechen, den der deutsche Steuerzahler angeblich finanziert. Und bitte belegen Sie dies mit belastbaren Zahlen und Fakten. Dieser nicht enden wollende dumpfe Populismus ist kaum noch zu ertragen.
Günther Zait
geschrieben am
27.06.2013 um 15:10 Uhr
Beitrag 380

der selbe dumpfe Populismus, mit dem alle reichen Menschen als Steuerbetrüger und Sklaventreiber bezeichnet werden?

Nur so eine Frage am Rande
Moon
geschrieben am
27.06.2013 um 15:31 Uhr
Beitrag 381

..das ist ein Schuh, den sich ein paar empfindliche Reiche wohl selbst anziehen...

Aber auch nur so am Rande: Wieviel faule Hartz4 ler kann sich ein Staat leisten, wenn man reiche Steuersünder gegenrechnet..?

Populismus aus...
Zweifler
geschrieben am
27.06.2013 um 15:33 Uhr
Beitrag 382

Reiche haben immer nur geerbt und niemals selbst dafür gearbeitet, genauso wie Hartz-4-Empfänger NIE selbst Schuld sind an Ihrer Lage.....da liegt doch der Populismus!
Max
geschrieben am
27.06.2013 um 16:31 Uhr
Beitrag 383

Ist doch immer so.....blos nicht über die lieben, tollen, fehl verstandenen Hartzler schimpfen,......die sind doch "vom Schicksal" genug gestraft.....die Armen!
Der Polemiker
geschrieben am
27.06.2013 um 16:43 Uhr
Beitrag 384

Ich weiß gar nicht, warum hier schon wieder so rumgeheult wird. Sind doch genug Leute da, die auf die Hartzer schimpfen...

Ihr seid echt erst zufrieden, wenn der Mob mit Fackeln und Mistgabeln den Leuten vor dem Arbeitsamt auflauert, oder?
gromolo
geschrieben am
27.06.2013 um 16:48 Uhr
Beitrag 385

Einige Leute fühlen sich halt nur gut, wenn sie nach unten treten können...
gromolo
geschrieben am
27.06.2013 um 16:51 Uhr
Beitrag 386

Nach oben buckeln, nach unten treten. Spricht für einen guten Charakter...
dape´67
geschrieben am
27.06.2013 um 17:58 Uhr
Beitrag 387

Hier mal die aktuellen Zahlen zum sog. "Rund-um-sorglos-Paket Hartz 4" (wie es hier im Forum bezeichnet wurde):

ALG II Regelbedarf seit 01.01.2013:

Nahrung, alkoholfreie Getränke 135,61 €/Monat (4,52 €/Tag); Freizeit, Unterhaltung, Kultur 42,17 €/Monat (1,41 €/Tag); Nachrichtenübermittlung 33,73 €/Monat (1,12 €/Tag)Bekleidung, Schuhe 32,10 €/Monat (1,07 €/Tag); Wohnen, Strom, Instandhaltung 31,94 €/Monat (1,06 €/Tag); Innenausstattung, Haushaltsgeräte 28,96 €/Monat (0,97 €/Tag); andere Waren und Dienstleistungen 27,96 €/Monat (0,93 €/Tag); Verkehr 24,07 €/Monat (0,80 €/Tag); Gesundheitspflege 16,43 €/Monat , (0,55 €/Tag); Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen 7,57 €/Monat (0,25 €/Tag); Bildung 1,46 €/Monat (0,05 €/Tag)

= 382,00 €/Monat (12,73 €/Tag) zzgl. KdU deren Angemessenheit hier nachgelesen werden kann: www.harald-thome.de/media/files/Kdu2/KdU-Schwandorf-LK---01.01.2011.pdf

Vielleicht erscheint manchem der eine oder andere aufgeführte Posten als zu hoch bemessen (solche Zeigenossen soll es ja durchaus geben). Zu berücksichtigen ist jedoch, dass aus dieser Regelleistung auch Anschaffungen für etwaig defekte Geräte wie Waschmaschine, Kühlschrank, Herd, etc. getätigt werden müssen. Aufwendungen für Strom hat jeder ALG II - Bezieher aus seiner Regelleistung zu bezahlen, wie aus der obigen Auflistung zu entnehmen ist. Dabei sollte eigentlich klar sein, dass bei einem errechneten Betrag von monatlich 31,94 € schon hier eine Unterdeckung erreicht ist, die der Hilfeempfänger an anderer Stelle einzusparen hat.

Stellt sich die Frage, wieviele der aktuell 4,46 Mio Leistungsempfänger von ALG II in Deutschland mit dem "Luxus" in der sog. "sozialen Hängematte" (Begriff stammt von Wolfgang Schäuble (CDU) 1994) zufrieden sind und nicht gerne selbst Einkommensteuerzahler wären (wer glaubt eigentlich, dass es so etwas wie selbst gewählte Armut gibt?). Ich erwähne in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Einkommensteuer, denn auch die sog. Hartz 4 - Empfänger bezahlen aus den erhaltenen Transferleistungen wiederum Verbrauchsteuern, Mehrwertsteuer, Versicherungssteuer usw.; sind also wiederum deutsche Steuerzahler.

Mittlerweile sollte jedem halbwegs Gebildeten (Achtung: Bildung kommt nicht von BILD) klar sein, dass der gesellschaftliche Dissens (Mittelstand basht gegen Niedriglöhner und diese wiederum gegen Erwerbslose, Hilfebedürftige und Armutsrentner) politisch gewollt, forciert und angstachelt wird. Wo kämen wir denn hin, wenn die Menschen in diesem Land sich tatsächlich darüber Gedanken machen, dass es eine Verteilung des Vermögens von unten nach oben gibt; dass es eine gewollte Zahl an Erwerbslosen gibt um den Arbeitgebern das Heft über die Spielregeln in die Hand zu geben (siehe Lohnsklaven im fleischverarbeitenden Gewerbe, Werkverträge bei Daimler, BMW, etc., Arbeitszustände in Logistikunternehmen, die an dunkelste Zeiten der Sklaverei erinnern, usw. usw...die Liste könnte lang werden).

Der Verweis auf solche Zustände und die berechtigte Forderung nach Änderung derselben, hat nicht das geringste mit Sozialismus zu tun. Unser Grundgesetz - sprich unsere Verfassung schreibt klare, verbindliche Regeln vor (siehe Artikel 20 Absatz 1). Und lassen Sie mich in diesem Zusammenhang noch auf das Ahlener Programm der CDU hinweisen in dem es wörtlich heisst:

"Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund aus erfolgen. Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein. Durch eine gemeinschaftliche Ordnung soll das deutsche Volk eine Wirtschafts- und Sozialverfassung erhalten, die dem Recht und der Würde des Menschen entspricht, dem geistigen und materiellen Aufbau unseres Volkes dient und den inneren und äußeren Frieden sichert."

Gesellschaft,Wirtschaft,Bildung....

Gesellschaft: in der alle in Würde, Frieden und nicht in Armut/Ausgrenzung leben wollen
Wirtschaft: die allen nutzen, für alle Wohlstand - für einige Reichtum - bringen soll/darf
Bildung: welches ein Grundrecht und den Menschen ein Bedürfnis sein sollte.

und...@ Zweifler: Nun, wo bleiben Ihre sachlichen Argumentation, wo die Daten und Fakten? Dachte mir schon, dass Sie uns das schuldig bleiben. Hat keinen Zweck, mit Menschen Ihres Schlages zu diskutieren. Das wird nix! Ansonsten müsste man sich die Blöße geben, auf Ihr Niveau zu sinken. Sorry echt nicht!
Rachel
geschrieben am
27.06.2013 um 18:23 Uhr
Beitrag 388

Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, -- Wenn du -- den Hungrigen dein Herz finden läßt und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag. Und der Herr wird dich immerdar führen und dich sättigen in der Dürre und dein Gebein stärken. Und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt.“

Darum, weil ihr die Armen unterdrückt
und nehmt von ihnen hohe Abgaben an Korn,
so sollt ihr in den Häusern nicht wohnen,
die ihr von Quadersteinen gebaut habt,
und den Wein nicht trinken,
den ihr in den feinen Weinbergen gepflanzt habt.
Denn ich kenne eure Freveltaten, die so viel sind,
und eure Sünden, die so groß sind,
wie ihr die Gerechten bedrängt
und Bestechungsgeld nehmt
und die Armen im Tor unterdrückt.
Darum muss der Kluge zu dieser Zeit schweigen;
denn es ist eine böse Zeit.

-Aus dem Buch der Bücher-

Menschlichkeit, so wie das Wort schon sagt, kommt von Mensch.
Ich weiß nicht wie man sowas nennt, wenn jemand von Neid, Gier, Haß, Verblendung, Emotionslosigkeit, Ich-Bezogenheit usw. zerfressen ist.

Ch.Bach
geschrieben am
27.06.2013 um 21:49 Uhr
Beitrag 389

@dape, rachel, moon, leser, etc...

was bin ich froh dass es doch noch menschen ihrer denkart gibt.

das gibt hoffnung

man kann ja in vielem unterschiedlicher meinung sein--- solange das menschliche, ein soziales gewissen existiert, ist konstruktive diskussion und positive änderung möglich!
JanZ.
geschrieben am
28.06.2013 um 08:18 Uhr
Beitrag 390

Oja......fasst Euch alle an den Händen und tanzt den Reigen des Sozialismuses!

Ihr schreibt es doch schon selbst:

Nahrung, alkoholfreie Getränke 135,61 €/Monat (4,52 €/Tag); in Ordnung

Freizeit, Unterhaltung, Kultur 42,17 €/Monat (1,41 €/Tag); Luxus

Nachrichtenübermittlung 33,73 €/Monat (1,12 €/Tag) Luxus

Bekleidung, Schuhe 32,10 €/Monat (1,07 €/Tag); in Ordnung

Wohnen, Strom, Instandhaltung 31,94 €/Monat (1,06 €/Tag); in Ordnung

Innenausstattung, Haushaltsgeräte 28,96 €/Monat (0,97 €/Tag); in Ordnung

andere Waren und Dienstleistungen 27,96 €/Monat (0,93 €/Tag); ??? was für andere...aber ok


Verkehr 24,07 €/Monat (0,80 €/Tag); in Ordnung

Gesundheitspflege 16,43 €/Monat , (0,55 €/Tag); in Ordnung

Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen 7,57 €/Monat (0,25 €/Tag); LUXUS!!!!!!

Bildung 1,46 €/Monat (0,05 €/Tag) zu wenig....aber kann man ja statt Gaststättenbesuchen machen....
Rachel
geschrieben am
28.06.2013 um 09:35 Uhr
Beitrag 391

zu JanZ: wie schräg sind Sie drauf? oder soll man Ihren Kommentar als Witz verstehen?
Das-Wohnen, Strom, Instandhaltung 31,94 €/Monat-nicht ausreichen kann(Stromkosten, sogar bei niedrigstem Verbrauch höher als 32.- Euro)- ist doch klar. Da fließt doch komplett Freizeit, Unterhaltung, Kultur 42,17 €/Monat für den Strom mit ein.
Ich kann das so unterschreiben(Rentnerin). Bei mir selbst sind Kosten für Strom und Heizung doppelt so hoch, wie für Lebensmittel.
Das umstellen auf LED hat mich ein kleines Vermögen gekostet(das Geld muß man auch erstmal haben).
-Zur Nachrichtenübermittlung 33,73 €/Monat -es ist kein "Paket" Internet und Telefon unter 30 Euro zu haben-ich selbst zahle z.b. 38.-(Telekom).
Zu-andere Waren und Dienstleistungen 27,96 €/Monat (0,93 €/Tag)-ich würde mal sagen Zuzahlungen für Arzneimittel usw.(als Beispiel-ich als Rentnerin brauche im Monat gut 100 Euro für Krankheitskosten).

Bleiben ja nur noch die 7.- Euro für Gaststätte(oder für einen soliden Strick, den ein Leben ist das ja wohl eher nicht).

Arroganz und Dummheit begegnet einem immer öfter. Es graut einem vor so einer eiskalten Gesellschaft.
Ich würde normalerweise niemanden etwas schlechtes wünschen- doch bin ich immer öfter in Versuchung es manchen Zeitgenossen zu wünschen, selbst mal in eine solche Lage zu kommen-dann möchte ich derren Geschrei nicht hören.
JEDER-ist einmal in seinem Leben auf die Hilfe anderer angewiesen, beten Sie dafür das Ihnen diese Hilfe dann nicht versagt wird.

Rachel
geschrieben am
28.06.2013 um 09:46 Uhr
Beitrag 392

Ach ja, und noch etwas:
Nächstenliebe! Oder ist Ihnen das ein komplettes Fremdwort?
Jesus würde wohl heutzutage verhaftet, wenn er an der Wall Street mit protestieren würde.
Eine Schande ist sowas.
Aber lieber setzt man ja auf die Judaspolitik!
Hildegard
geschrieben am
28.06.2013 um 10:22 Uhr
Beitrag 393

ich glaube die wenigstens hier teilen diese Extrem-Meinungen.

Jedoch unterscheide ICH FÜR MICH in meiner persönlichen Wertung schon zwischen dem arbeitswilligen 50-jährigen der einfach keine Arbeit mehr findet und dem jungen 20-jährigen Pärchen, das noch nie gearbeitet hat und sein Leben mit TV-Glotzen verplempert (UND JA SOLCHE FÄLLE KENN ICH AUCH!)

Bei letzteren ist die Politik gefragt, hier sollte man einfach auch mehr fordern...dann bleibt auch mehr, für die dies wirklich verdienen.....

Dann müsste ich mich als Steuerzahler auch nicht ärgern, wenn der Haushalt für Soziales 120(!) Milliarden im Jahr verbrät, dem Verkehr aber nur 26 Mrd, der Bildung 13 Mrd und der Forschung gar nur 6 Mrd. zur Verfügung stehen,....
dape´67
geschrieben am
28.06.2013 um 14:52 Uhr
Beitrag 394

@ Hildegard und alle anderen Interessierten:

Auch wenn es Sie als Steuerzahlerin persönlich ärgert, dass der Staat so viel Geld für Soziales "verbrät", sollte doch nicht unerwähnt bleiben, wofür er dies tut.

Für die Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Hartz IV) gibt der Bund jährlich ca. 32 Mrd. € aus (hiervon 4,34 Mrd. € für Verwaltungskosten für die Durchführung der Grundsicherung für Arbeitssuchende und weitere 4,45 Mrd. € für Leistungen zur Eingliederung in Arbeit (§ 16 SGB II)). Diese Ausgaben werden der Solidargemeinschaft "zugemutet". Ob sich eine der reichsten Volkswirtschaften dies leisten kann, soll jeder für sich entscheiden. Ich meine ja, denn ein nein würde impilzieren, dass für jeden Erwerbsfähigen auch eine Arbeitsstelle zur Verfügung steht (von der sie/er auch ohne weiter staatliche Hilfe leben kann) - Erwerbsfähigkeit vorausgesetzt (nur so entsteht ein Anspruch auf Leistungen im Rahmen des SGB II). Zudem sollte vielleicht ein anderer rechtlicher Aspekt nicht unerwähnt bleiben: es gibt hierzulande keinen rechtlichen, keinen einklagbaren Anspruch auf eine Arbeitsstelle (kein Bürgerrecht auf Arbeit im GG!).

Als weiteres Beispiel für Sozialausgaben im Staatshaushalt möchte ich die Familienpolitik nennen:

Kindergeld: 33 Mrd. € + steuerliche Familienförderung: 3 Mrd. €; Einnahmeverlust durch das Ehegattensplitting: 20 Mrd. €; Kindererziehungszeiten in der Rentenversicherung: 11,5 Mrd. €; Bafög: 1,6 Mrd. €; Beitragsfreie Mitversicherung von Kindern und Jugendlichen in der Krankenversicherung: 15 Mrd. €; Beitragsfreie Mitversicherung nichterwerbstätiger Ehegatten: 11 Mrd. €; Elterngeld: 4,7 Mrd. €; Kinder- und Jugendhilfe (inkl. Kitas): 29 Mrd. €...

...sind Sozialleistungen, die insbesondere auch dem Teil der Bevölkerung zu Gute kommen, die Steuerzahler sind. Alleine in diesem Posten sind ca. 160(!) verschiedene Einzelmaßnahmen zusammengeführt, für die Bund, die Länder und Kommunen jährlich über 195 Mrd. € zur Verfügung stellen. Und, die hoffentlich auch niemand, jemandem neidet! Daraus ergibt sich, dass so gut wie JEDER schon mal Empfänger von Sozialleistungen war und ist!

@ JanZ.: ich kann Sie ja auch an die Hand nehmen und wir tanzen dann den Reigen der orthographischen Unzulänglichkeiten (Stichwort: Sozialismuses). Den Rest Ihres Beitrags kommentiere ich erst gar nicht - erklärt sich im Hinblick auf Bildung selbst.

@ Ch.Bach: bin da ganz bei Ihnen!
Haidhofer
geschrieben am
28.06.2013 um 15:33 Uhr
Beitrag 395

Ich habe das Gefühl, manch einer hat noch nicht mal ansatzweise verstanden, dass Sozialleistungen auch verdeckte Subventionen sind. Während z.B. Kurzarbeitergeld oder das berüchtigte Aufstocken der Wirtschaft direkt zugute kommen (billige Arbeitskräfte), wird durch Hartz 4 Zahlungen der Konsum angekurbelt. Es ist nun wirklich kein Geheimnis, dass Hartz 4 Zahlungen nahezu ungebremst in den Wirtschaftskreislauf zurückfließen.

@JanZ: Genau, kürzen wir doch dem Hartzer den Zuschuss zur Nachrichtenübermittlung! Ein guter Plan! Nicht dass er noch auf die Idee kommt, sich eine Zeitung zu kaufen und die Stellenanzeigen zu durchforsten... Ob Sie es glauben oder nicht: Nicht jeder Arbeitgeber meldet freie Stellen der Arbeitsagentur. Viele suchen lieber selbst per Inserat usw.. Aber wen interessieren schon Fakten, wenn es sich doch so schön polemisieren lässt...
Moon
geschrieben am
28.06.2013 um 17:36 Uhr
Beitrag 396

Danke an die Schreiber der jüngsten Posts.....ich hatte nach JanZ.`s Beitrag schon ein bischen den Glauben verloren....

@ Dape67 :" wir tanzen dann den Reigen der orthographischen Unzulänglichkeiten"....polemisch, aber genial!!!
Endlösung
geschrieben am
28.06.2013 um 20:09 Uhr
Beitrag 397

Ja jeder der will kann es auch schaffen. Und wenn nicht ist er eben selbst schuld. Ich würde ja vorschlagen sämtliche Sozialleistungen abzuschaffen. Auch Kindergeld, Mitversicherung von Familienmitgliedern in den Krankenkassen, Elterngeld, Harz 4 Renten, Beamtenpensionen (haben schließlich nichts in ein Rentensystem einbezahlt) usw...... Die die keine Arbeit finden oder finden wollen kommen ins Arbeitslager oder werden liquidiert. Wozu Geld für Alte oder Kranke ausgeben die bringen doch eh keinen Wirtschaftlichen Nutzen mehr. Nehmen wir uns doch ein Beispiel am Tierreich! Fressen oder gefressen werden. Und alles wird gut.
Maria74
geschrieben am
28.06.2013 um 23:17 Uhr
Beitrag 398

Ist der Beitrag von Endlösung echt????
Wenn ja, ist der Gute aus einer Anstalt ausgebrochen? oder nur so ein armes "kleines" Würstchen ohne Familie, Verwandschaft, Kinder, Ehefrau, der kurz vor dem Amoklauf steht vor Verzweiflung?
Oder will er uns alle nur auf die Palme bringen, mit seinem rechtsradikalen Sprüchen?
War ja eigentlich klar, das einer mal die Nazikeule rausholt.
So eine Type kann man nur auslachen.-Kaufe dir ein Gehirn.
gromolo
geschrieben am
28.06.2013 um 23:43 Uhr
Beitrag 399

Vielleicht will er sich auch nur über Max, JanZ. & Co. lustig machen. Ich hoffe es zumindest...
endlösung
geschrieben am
29.06.2013 um 11:55 Uhr
Beitrag 400

Hallo erst mal,
muss mich wohl bei ein paar Leuten entschuldigen. Habs wohl mit meinem Sarkasmus übertrieben. Weder bin ich ein Nazi noch ein Menschenfeind, und nein bin auch nicht aus einer Anstalt ausgebrochen. Das nur zu eurer Beruhigung.
Aber diese ewige Gerede von jeder der will wird auch was und wenn nicht dann ist er eben selber schuld, oder jeder hat die gleichen Chancen usw.....
Es wird nie die gleichen Chancen für alle geben. Akademikerkinder haben eben bessere Startbedingungen in ein erfolgreiches Leben. Und Bildung hängt eben auch vom Einkommen ab. Natürlich schaffen es auch viele Arbeiterkinder zu studieren. Aber wenn man sich das Verhältnis der Studierenden anschaut dann fällt schon auf das 70 Prozent aus Akademikerfamilien stammen.
Man sollte sich auch mal überlegen was für eine Welt man will!
Eine in der die Schwachen ausgegrenzt werden weil nur noch Leistung und Geld zählt.
Es ist mir auch durchaus bewusst das es Individuen gibt die das Sozialsystem ausnutzen. Aber ebenso gibt es eine große Zahl sehr Reicher Leute die die Steuer um Milliarden jedes Jahr betrügen. Die werden dann auch noch als großartig hingestellt weil sie es geschafft haben den Staat zu bescheißen.
Oder unsere Politiker die Jährlich Milliardenbeträge zum Fenster rausschmeißen für fragwürdige Projekte die niemand braucht. Siehe Eurohawk, Bahnhof Stuttgart (kostete mal 3 Milliarden jetzt sind es schon knapp 7 Milliarden), fragwürdige Subventionen, Bankenrettung. Was hätte man mit diesem Geld alles machen können.
Schönen Tag noch!

Hubschraubereinkäufe usw....
dape´67
geschrieben am
29.06.2013 um 12:19 Uhr
Beitrag 401

@ Moon: Wissen Sie, ich sehe die Polemik nicht zwangsläufig als verwerfliches Mittel der Rhetorik - so lange sie nicht beleidigend ist; speziell nicht in diesem Fall. qui dicit que vult, audit que non vult (Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus).

@ Endlösung: Sarkasmus und Ironie bevorzugen meiner Meinung nach das gesprochene Wort - der Ton macht die Musik. Geschrieben wird beides sehr schnell missverstanden. Den Ausführungen Ihres letzten Beitrags schließe ich mich gerne an.
Moon
geschrieben am
29.06.2013 um 19:00 Uhr
Beitrag 402

@ Dape67: ..ich fand die Polemik hier gut und keineswegs verwerflich....
..auch der Sarkasmus von "Endlösung" (allein der Name..) trafs doch auf den Kopf....

...btw...ich schließe mich auch an!

Kopfschüttler
geschrieben am
01.07.2013 um 14:45 Uhr
Beitrag 403

Echt Wahnsinn welche Meinungen hier kursieren....da tut man sich als gemäßigter Demokrat echt schwer....auf der einen Seite wir null Kritik am jetzigen System zugelassen auf der anderen Seite so getan, als hätte das System nur 100% Ausnutzer....

Ich persönlich vermisse die Antworten auf einige - bereits schon gestellte- Fragen.

Wie sichere ich die Grundversorgung der tatsächlich Bedürftigen dauerhaft und wie schaffe ich es trotzdem Jugendliche die zu faul und unmotiviert sind anders zu behandeln wie jemanden der mit 50 erstmalig arbeitslos wird.....

Auch muss aber meiner Ansicht nach mal OFFEN diskutiert werden, warum man bsp. arbeitslos geworden ist...es nur auf das Alter und die böse Wirtschaft zu schieben, wäre genauso oberflächlich, wie zu behaupten Hartz-4 Empfänger wären alle faul.

Ich zum Beispiel ärgere mich genauso wenn jemand prinzipiell als Schmarotzer hingestellt wird, wie auch wenn jemand aus meiner Sicht, dieses tatsächlich ist (ja auch solche gibt es)aber von allen Seiten noch "verteidigt" wird....

Freue mich auf eine faire und offene Diskussion!
gromolo
geschrieben am
02.07.2013 um 15:51 Uhr
Beitrag 404

Wo werden denn hier Faulenzer verteidigt? Die Neoliberalen hier behaupten zwar immer, dass das so wäre, aber ich habe hier keinen einzigen Kommentar gelesen, in dem Leistungsmissbrauch wirklich gutgeheissen wird. Nur weil einer schreibt, dass großkopferte Steuerhinterzieher einen noch höhreren Schaden anrichten, heisst das doch nicht, dass man mit "kleinen" Leistungshinterziehern einverstanden ist! Ausserdem: Es gibt ja auch Millionen Anspruchsberechtigte, die auf ihre Ansprüche verzichten. Wie sagte gestern Friedrich Küppersbusch in seiner Sendung: "Vermutlich titelt die BILD-Zeitung demnächst HARTZER SIND ZU FAUL ZUM FAUL SEIN"...

Mit seiner darauf folgenden BILD-Schelte hatte Küppersbusch m.E. übrigens nicht ganz unrecht. Was mich mal interessieren würde: Max, JanZ, Zweifler, seid ihr BILD-Leser...?
endlösung
geschrieben am
03.07.2013 um 09:36 Uhr
Beitrag 405

Sehe das genauso wie mein Vorredner (Schreiber). Niemand wird Leute verteidigen die das System betrügen. Aber hat einer der Schreiber hier eigentlich schon mal Hartz 4 oder ähnliche Leistungen beantragt? Es wird immer so getan als ob man nur zur Arbeitsagentur, Sozialamt oder so geht ein Formular ausfüllt und dann bekommt man alles was man sich wünscht! Dem ist aber nicht so. Es wird da sehr genau geprüft ob der Antragsteller wirklich bedürftig ist. Er muss seine finanziellen Verhältnisse usw... total offenlegen. Und ich kann nur versichern das die Ämter jede Möglichkeit haben das auch zu überprüfen, und es auch tun.
Auch wissen anscheinend auch viele Leute nicht wie viel ein Harz 4 Empfänger eigentlich bekommt!
374,- Euro für...

Von den 374,- € müssen allerdings Strom und Telefonkosten, sowie private Versicherungen bezahlt werden. Einem alleinstehenden Hartz 4 Empfänger werden die Mietkosten, bis zu einer Wohnungsgröße von 50 qm voll erstattet. In einer sogenannten Bedarfsgemeinschaft, zum Beispiel: eine Mutter und ein Kind, werden bis 60 qm als Wohnraum voll bezahlt.
Auch scheinen viele nicht zu wissen das es mittlerweile über eine Million Vollzeitbeschäftigte gibt die zusätzlich auf Sozialleistungen angewiesen sind weil der Lohn nicht mehr zum Leben reicht. Dem Niedriglohnsektor sei dank.
Auch darf man den psychischen und sozialen Druck der auf Hartz 4 Empfängern lastet nicht unterschätzen.
Noch ein Irrtum ist das der Staat dem vermeintlichen Sozialschmarotzertum hilflos gegenüber steht. Dem ist auch nicht so wie man anhand der ständig steigenden Sanktionen gegen Leistungsbeziehern feststellen muss. Kommt ein Bezieher von Sozialleistungen einer Aufforderung sich zu melden oder ähnlichem nicht nach werden in der Regel rigoros Leistungen gekürzt. Das geht inzwischen schon soweit das über die Hälfte der Kürzungen von Sozialgerichten wieder aufgehoben werden, weil sie unberechtigt erfolgen.
Aber nun mal zu den echten Leistungsverweigerern! Natürlich gibt es die auch.
Aber ich denke das das nicht annähernd so viele sind wie uns z.b. die Bildzeitung oder gewisse Fernsehsender einreden wollen, wo immer nur die absolut negativen Beispiele gebracht werden. Ich glaube auch das ein Großteil dieser Leistungsverweigerer gar nicht in der Lage ist einer geregelten Arbeit nachzugehen. Viele haben Alkohol oder Psychische Probleme.
Aber wie soll man mit Menschen die absolut nicht willens sind für ihren Unterhalt zu sorgen umgehen. Sie verhungern lassen? Arbeitslager?
Oder kann sich der Staat das leisten?
Bei geschätzten 30 Milliarden Steuerhinterziehung pro Jahr glaube ich kann sich der Staat die paar echten Schmarotzer auch leisten!
dape´67
geschrieben am
03.07.2013 um 10:33 Uhr
Beitrag 406

@ gromolo: Kann mich dem nur anschließen: Statements für Faulenzer und Menschen, die Leistungsmissbrauch begehen waren bisher nicht zu lesen.

Aber da wir schon beim Thema sind: einigen bisherigen Kommentaren ist zu entnehmen, dass es Menschen gibt, die offenbar einige solche "Faulenzer" persönlich - zumindest solche Fälle zu kennen scheinen. Um diese als solche auch bezeichnen zu können, setzt das aber auch die Kenntnis über den Inhalt der Eingliederungsvereibarung voraus, die der Leistungsbezieher mit dem für ihn zuständigen Jobcenter getroffen hat. In dieser Eingliederungsvereinbarung werden die Pflichten beider seiten vertraglich geregelt. Benimmt sich nun ein Leistungsempfänger wie ein Faulenzer; sprich er kommt seiner obersten Verpflichtung, in ausreichendem Umfang Eigenbemühungen nachzuweisen, um seine Hilfebedürftigkeit zu beenden nicht nach, verstößt er gegen § 31 SGB II (www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__31.html) und ist nach geltendem Recht zu sanktionieren.

Jedem Mitmenschen, dem es aufgrund "innerer Hygiene" oder aus anderen Gründen ein Bedürfnis ist einen "Faulenzer" als solches zu entlarven, steht der Weg der anonymen Anzeige beim zuständigen Jobcenter offen, wobei der vermeintliche "Sozialschmarotzer" hierüber keine Kenntnis erhält. Der für ihn zuständige Sachbearbeiter des Jobcenters wird dann eine Überprüfung und ggf. Sanktionierung in die Wege leiten. Gleiches gilt auch bei einem begründeten Verdacht/Kenntnis von tatsächlich stattfindenen Leistungsmissbrauch (Schwarzarbeit, Nichtangabe von Vermögen, etc), welcher auch einen Straftatbestand darstellt.

Missbräuchliches Verhalten eines Hilfeempfängers wird von der Gesellschaft als asozial bezeichnet und muss von ihr als Finanzier der Sozailleistungen auch nicht toleriert werden. Doch Vorsicht mit den in Feierlaune verbreiteten Rekordzahlen der Bundesagentur für Arbeit zu den ausgesprochenen Sanktionen welche im übrigen 3,4 % der erwerbsfähigen Hartz 4 - Empfänger betreffen. Faulheit steht hier als Hauptgrund nicht ganz oben auf der Liste.

Verfassungsrechtlich dürften allerdings erhebliche Zweifel über die Rechtmäßigkeit von 100 % - Sanktionen bzw. Sanktionen generell bestehen. Der Regelsatz des ALG II ist als Existenzminimum definiert, dessen Anspruch unverfügbar ist und somit nicht unterschritten werden kann und darf.

@ Kopfschüttler: warum sind Sie der Meinung, dass darüber diskutiert werden muss, warum jemand arbeitslos geworden ist? Die Gründe für Arbeitslosigkeit dürften hinlänglich bekannt sein. Einen Grund, den des Alters haben Sie ja selbst bereits genannt. Weitere können u. a. auch sein:

- saisonale Schwankungen (z.B. Baubranche im Winter, etc.)
- Automation
- Rationalisierung
- Schwächen im Wachstum oder Wegfall ganzer Branchen (Montanindustrie)
- mangelnde Bereitschaft zur Mobilität bzw. zum Umzug in strukturstärkere Gebiete
- fehlende Qualifikation/Bildung
- Fehlverhalten am Arbeitsplatz (vermeintliches oder tatsächliches)
- Krankheit
- Schwerbehinderung

Vielleicht sollte auch mal die Frage über den Nutzen von Arbeitslosigkeit gestellt werden. Ökonomisch betrachtet stellt Arbeitskraft eine Ware dar, deren Preis sich über Angebot und Nachfrage reguliert. Folglich bedeutet ein Überangebot an Arbeitskräften (also Arbeitslosigkeit) einen sinkenden Preis; sprich ein sinkendes Lohnniveau. Man stelle sich nun den Zustand der Vollbeschäftigung vor und die daraus resultierenden Konsequenzen in Bezug auf Lohnhöhe und Arbeitnehmerrechte. Ob die Wirtschaft nun deshalb böse ist, weil sie ihren ökonomischen Grundsätzen folgt sei dahingestellt. Einen Nutzen aus der Arbeitslosigkeit zieht sie allemal. Wer davon nicht unbedingt profitiert, sollte jedem klar sein, der am Monatsende das sichere Gefühl hat, nicht angemessen für seine Leistung bezahlt worden zu sein.
dape´67 Korrektur/Nachtrag
geschrieben am
03.07.2013 um 12:57 Uhr
Beitrag 407

Der in meinem letzten Kommentar gesetzte Link funktioniert wegen der "mitgenommenen Klammer" nicht. Deshalb hier nochmal: www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__31.html

@ endlösung: Sie haben geschrieben: "Viele haben Alkohol oder Psychische Probleme." Richtig! Aber auch hier wird unterschieden. Während Angehörige der mittleren und gehobenen Gesellschaftsschicht zu recht als alkoholkrank bezeichnet werden, nennt man die am unteren Ende zu unrecht asoziale Säufer und deshalb Schmarotzer obwohl letztere tatsächlich mehr Gründe für Alkoholabusus vorweisen könnten.
M.Eschenberg
geschrieben am
03.07.2013 um 13:34 Uhr
Beitrag 408

Als Unternehmer möchte ich vielleicht mal kurz auf einige hier genannten Gründe für HArtz-4-Bezug eingehen:

- Alter: Ist aus meiner Erfahrung KEIN Grund für Hartz-4, wir haben einen durchaus hohen Altersschnitt in den Betrieben und möchte unsere "Alten" nicht missen. Jedoch muss auch der 50-jährige bei uns damit rechnen 1-2 Wochen im Jahr auf Schulung zu gehen (aber nicht während seines Urlaubes!)und mir ist ein Meister, der sich in die EDV hineinarbeitet oft wichtiger, als einer, der meint mit 50 noch jede Schraube selbst drehen zu müssen....

- saisonale Schwankungen (z.B. Baubranche im Winter, etc.)
Okay, die gab es immer, gerade hierfür sieht der Gesetzgeber aber auch komplizierte Verfahren vor, um dies zu entschärfen (Baulohnrechnung, Überstundenregelungen) Außerdem findet man viele am Bau beschäftigte während der Wintermonate als "Aushilfe" bei Freunden und Bekannte.....das sei ihnen aber auch gegönnt

- Automation
- Rationalisierung
--> gibt es beides und beides mehrt im Ende unseren allgemeinen Wohlstand

- Schwächen im Wachstum oder Wegfall ganzer Branchen (Montanindustrie)
--> auch das gibt es, aber das wird sich nicht lösen lassen, außer im Einzelfall durch Umschulungen....wo möglich....

- mangelnde Bereitschaft zur Mobilität bzw. zum Umzug in strukturstärkere Gebiete
--> häufiges Problem bei älteren Menschen....die jungen sind oft sehr mobil...Jugendarbeitslosigkeit hat hiermit eher wenig zu tun.....

- fehlende Qualifikation/Bildung
Hauptproblem. Hauptproblem. Hauptproblem.....Wer`s nicht glaubt, selber Unternehmen aufmachen und selbst erfahren.....
und hier wäre einer der Punkte wo ich mit etwas mehr Eigenverantwortung komme....

- Fehlverhalten am Arbeitsplatz (vermeintliches oder tatsächliches)
- was ist vermeintliches? bei tatsächlichem Fehlverhalten scheint`s gerechtfertigt, oder?

- Krankheit +
- Schwerbehinderung
Genau hierfür sollte unser Sozialsystem da sein und genug Resourcen haben um einen 55-jährigen der mit 16 zum arbeiten begonnen hat, nicht mit 350€/Monat abzuspeißen....oder jemanden der sowieso NIE Chance auf ein normales Leben gehabt hat
Rachel
geschrieben am
03.07.2013 um 18:56 Uhr
Beitrag 409

Eigentlich ist mir diese ganze Diskussion unverständlich.
Als ich selbst noch Arbeitnehmer war(vor der Rente) und ein gutes Gehalt bezogen habe wäre ich nicht ansatzweise auf die Idee gekommen, mich über arbeitslose Mitmenschen aufzuregen bzw. über diese Menschen zu schimpfen. Wieso auch? Ich hatte eine Arbeitsstelle die mir Freude bereitete und mein Auskommen/Einkommen.
Also müßten Mitmenschen, die hier teilweise in gerade zu bösartiger Weise reagieren, doch selbst ein Problem haben-evtl. chronische Unzufriedenheit??

Zu einer Diskussion gibt es eigentlich schon deshalb keinen Grund- Deutschland ist ein Sozialstaat-aus-ende-Fakt. Und das ist auch richtig so.
Wir haben eine christliche Moral und Wertegesellschaft(das ist ebenfalls FAKT ).
Wer dies anzweifeln will(CDU oder CSU-na? große Frage, was ist da enthalten????-ja genau!).

Zu Herrn Eschenberg:
es ist ja schön, das Sie als Unternehmer so vorbildlich agieren. Sehen Sie die gleiche Verantwortung auch bei anderen Unternehmern(?)-oder ist es Ihnen schon bewußt das Sie evtl. zu einer kleinen Gruppe von Unternehmern gehören, wo dies so der Fall ist.(?)
Ansonsten:
Rationalisierung kann wohl nur den Wohlstand des Unternehmers mehren und für die Automatisierung gilt dies wohl doppelt.
Das ein älterer Mensch wohl nicht gerne Haus und Hof veräußert, um in eine andere Stadt zu ziehen ist wohl klar. Junge Menschen dürften wohl noch nicht über Eigenheim verfügen.
Der ältere Mensch hat Jahre seines Lebens gearbeitet um sich "was eigenes" aufzubauen. Auch bestehen hier mehr Bindungen an die Familie, evtl. kranke Eltern, Altersheim usw.

Lassen Sie mich auf einen Film aus den 80er hinweisen(Geheimnis meines Erfolges, mit M.J. Fox)-wo der Hauptdarsteller auf der Suche nach einem Arbeitsplatz ist, aber dauernd abgelehnt wird. Bei einem Vorstellungsgespräch sagt er dann: Wenn Sie mich nehmen bin ich alles für Sie was Sie verlangen.
Und die Personalchefin meint: Auch eine Frau?

Der durchschnittliche Unternehmer von heute will einen Menschen(es könnte durchaus auch ein Roboter sein, wenns diesen schon gäbe)-
der 100% für die Firma da ist, eigene Interessen nicht vorhanden sind, eigene Persönlichkeit nicht vorhanden ist, keine Bindungen vorhanden sind, immer verfügbar ist(dank Handy)usw.(die Menschen sollten aber auch noch LEBEN können!-betrifft Freizeit, sowie Lohn)
Mich selbst hatte vor Jahren mal ein Unternehmer gefragt: Sie arbeiten doch nicht wohl wegen des Geldes?
(die Antwort hätte wohl lauten sollen: Aber woher denn, ich komme selbstverständlich auch wenn Sie mir nichts zahlen. Geld spielt doch keine Rolle, ich liebe es hier den ganzen Tag zu verbringen. Bitte denken Sie nur daran, mir nach meinem Ableben einen netten kleinen Kranz aufs Grab zu legen).
So, nun Spaß beiseite!
Wußten Sie, das rund 40% der Langzeitarbeitslosen Schwerbehindert sind, und somit faktisch nicht vermittelbar? Aber diese Menschen werden jahrelang in ALGII gehalten-und zwar mit System. Somit vermeidet man hohe Rentenauszahlungen, die Ersparnis ist gewaltig.
Ich habe vor kurzem einen Bekannten(59 Jahre) verloren der die letzten 3 Jahre seines Lebens der Arbeitsagentur klarmachen wollte, das er krank ist(belegt von Ärzten). Dies wurde nicht anerkannt, man hat ihm das Leben schwer gemacht.
Nun ist er verstorben(wegen der Erkankungen).
Wie wird man da wohl bei der Argentur reagiert haben?(Oh je, er war wohl doch krank. Naja, kann passieren sowas, haben wir ihn wohl umsonst das Leben zur Hölle gemacht).
Ich schreib das hier bewußt etwas schräg, weil mich das alles so aufregt.
Diese unglaubliche Pauschalierung von Menschen die wirklich Hilfe brauchen, und einigen wenigen!!!die nicht so wollen(wohl eher jüngere-kein älterer wird sich freiwillig mit so wenig Geld zufrieden geben)-es ist einfach nicht zu ertragen.

Diese Gesellschaft ist krank. Ich weiß nicht wann es angefangen hat, das sich alles so entwickelt hat.




Ch.Bach
geschrieben am
03.07.2013 um 19:23 Uhr
Beitrag 410

@rachel
ich bin mit ihnen einer meinung, ausser im einem punkt...das c bei cdu/csu scheint mir inzwischen doch eher für cash zu stehen...
leser
geschrieben am
03.07.2013 um 19:23 Uhr
Beitrag 411

rachel - Zustimmung!


M. Eschenberg Beitrag 408,


Woher nehmen Sie die Information von einem durchaus hohen Alterschnitt in den Betrieben? Es ist allgemein bekannt und ich glaube den Medien, die berichten, dass es in vielen Betrieben kaum Beschäftigte über 5o oder gar über 55 Jahren gibt. Fragen Sie einmal einen Arbeitsvermittler der Bundesanstalt für Arbeit wie er die Chancen eines 50-jährigen sieht der eine Arbeitsstelle sucht. Falls er ehrlich ist, wird er Ihnen sagen, dass dieser kaum mehr vermittelbar ist, egal wie gut seine Ausbildung ist. Warum glauben Sie haben die BA und die Job-Center immer wieder neue Extraprogramme für die „Älteren“ aufgelegt? Bestimmt nicht, weil zuviel Steuergelder da waren und die irgendwie verbraucht werden mussten!

Das Argument von allgemein zu wenig qualifizierten Arbeitskräften höre ich oft von den Trägern der Institute, die diese Qualifizierungen und Weiterbildungen vornehmen! Hier muss man schon vorsichtig sein denke ich: diese Schulungen sind ein sehr lukratives Geschäft für die Träger solcher Einrichtungen (IHK, große karitative Unternehmen, Gewerkschaften …. eingeschlossen).

Fehlverhalten vermeintlich oder tatsächlich am Arbeitsplatz: wenn jemand eine von einer Betriebsfeier übrig gebliebene Semmel mitnimmt und das von einem Gericht als Fehlverhalten gesehen wird und zur Kündigung führt und jemand, der als LKW-Fahrer sagt, dass er zum Beispiel Giftmüll auf Anordnung mit eventuell nicht ganz richtigen Papieren irgendwohin gefahren hat und der dann den Job verliert, kann man natürlich meinen – das eine ist Diebstahl, das andere Verrat von Betriebsgeheimnissen und die Kündigungen gut heißen.

Krankheit und Schwerbehinderung: warum soll sofort der Staat hier einspringen? Wer jahre- oder jahrzehntelang seine Arbeitskraft dem Betrieb zur Verfügung stellte dem sollte der Betrieb in einem zumutbaren Rahmen meiner Meinung nach seine „Dankbarkeit“ zeigen, das verstehe ich unter Anstand und sozialer Verantwortung.

Wenn in Ihrem Betrieb humanere Bedingungen herrschen als in vielen anderen Betrieben Deutschlands, freut mich das. Ich nehme nicht an, dass Ihr Betrieb oder ein eventueller Tochterbetrieb zu den oben genannten Weiterbildungs-/Schulungsbetrieben gehören, dann wäre Ihre Argumentation logischer für mich.

Ein Link zum Lebensalter Arbeit Suchender, an dem sich bis heute nicht viel geändert hat wie ich meine


www.welt.de/politik/deutschland/article13627109/Alte-werden-aus-der-Arbeitslosenstatistik-getrickst.html

Zitat daraus:
Alte werden aus der Arbeitslosenstatistik getrickst .Die aktuelle Statistik schönt die Lage: Jeder zweite Arbeitslose über 58 Jahren wird offiziell nicht mitgezählt. Ältere Bewerber gelten als unproduktiv und wenig flexibel….Von M. Hollstein und S. v. Borstel
endlösung
geschrieben am
03.07.2013 um 23:37 Uhr
Beitrag 412

Hallo M.Eschenberg, ich bin jetzt über 50 und suche nach einer neuen Stelle. Ich arbeite momentan in einem Industriebetrieb. Ich kann nur sagen das die Leistungsverdichtung der letzten Jahre dazu geführt hat das ältere Menschen (über 50) da kaum noch mithalten können ohne Raubbau an ihrer Gesundheit zu treiben. Es wird mit immer weniger Mitarbeitern immer mehr produziert! Auch ihre Aussage das man die Älteren schätzt kann ich so nicht bestätigen, oder warum versucht man sich aller Mittarbeiter über 60 so schnell wie möglich zu entledigen??? Bei uns sinkt das Durchschnittsalter seit Jahren! Auch altersgerechte Arbeitsplätze von denen man immer wider hört gibt es bei uns nicht einen. Nur wenn die Presse oder das Fernsehen mal vorbeischaut wird werbewirksam immer wieder der gleiche Arbeitsplatz vorgestellt den man anscheinend extra dafür eingerichtet hat. Da es nur eine frage der Zeit ist bis ich rein körperlich mit 20 bis 25 Jährigen nicht mehr mithalten kann würde ich mich gern bei Ihnen bewerben! Ich bin gern auch bereit mich außerhalb der Arbeitszeit fortzubilden. Auch Abschläge beim Lohn würde ich in Kauf nehmen. Ach ja was ich noch sagen wollte, ich kenne noch mindestens 3 weiter Kandidaten über 50 die eine Stelle suchen und schon über 100 Bewerbungen geschrieben haben. Nicht alles drei zusammen sondern jeder von ihnen. Vielleicht können sie ja einen davon einstellen!
Mit freundlichen Grüßen
M.Eschenberg
geschrieben am
04.07.2013 um 09:00 Uhr
Beitrag 413

"Woher nehmen Sie die Information von einem durchaus hohen Alterschnitt in den Betrieben? Es ist allgemein bekannt und ich glaube den Medien, die berichten, dass es in vielen Betrieben kaum Beschäftigte über 5o oder gar über 55 Jahren gibt."

Ich habe nicht pauschal gesprochen, sondern über Beschäftigte in unseren betrieben, bitte genau lesen.

"Fragen Sie einmal einen Arbeitsvermittler der Bundesanstalt für Arbeit wie er die Chancen eines 50-jährigen sieht der eine Arbeitsstelle sucht."

Im Prinzip eher schlecht.....

"Falls er ehrlich ist, wird er Ihnen sagen, dass dieser kaum mehr vermittelbar ist, egal wie gut seine Ausbildung ist."

Genau das ist der Punkt....Meiner Erfahrung nach scheitert es nach Ausbildung, aber vor Allem Können....Alle die hier diese Diskussion mitverfolgen können sicherlich einen PC bedienen....ein weiterer Teil kann sicherlich Excel ... anwenden, ein kleinerer Teil davon auf hohem Niveau.....
Ich habe jedoch 50 Jährige im Betrieb, die schon seit 10 Jahren mit EDV arbeiten und damit nicht nur umgehen, sondern es beherrschen. Das ist keins Selbstzweck, nur mit der EDV umgehen zu können ist (außer für Informatiker) keine Qualifikation, aber sie macht viele andere Qualifikationen zu nichte, wenn sie nicht beherrscht wird.
Das gleiche ist betriebswirtschaftliches Können......Ich kann mir keinen besseren Kalkulator vorstellen, als einen älteren Meister, Gesellen,....der nach 30-40 Jahren sich noch betriebswirtschaftliche Kenntnisse in Form eines Betriebswirtes IHK o.Ä (ich spreche nicht davon, dass er mit 40 noch studieren sich) aneignet, wobei Kosten und Zeit sowieso vom Betrieb übernommen werden....

Das ist auch das Problem mit unseren sogenannten Job-Centern...da werden Leute für teuer Geld auf irgendwelche Fortbildungen geschickt, kein einheitlich anspruchsvolles Niveau gefahren, keine Leistung am Ende abgefragt (um als Teilnehmer auch etwas in der Hand zu haben)....und dann in die Betriebe geschickt, wo sie dann feststellen, dass dort die Leute selbst wissen, wie man den Computer einschaltet oder ein Word-Dokument öffnet....

Entschuldigen sie den Sarkasmus, aber ich gebe Ihnen hier auch Recht...so wie wir unsere ALGer für viel, viel Geld "weiterbilden" könnte man wirklich meinen, hier gäbe es ein, nun ja sagen wir "nicht ganz interessenfreies Netzwerk"

"Fehlverhalten vermeintlich oder tatsächlich am Arbeitsplatz: wenn jemand eine von einer Betriebsfeier übrig gebliebene Semmel mitnimmt und das von einem Gericht als Fehlverhalten gesehen wird und zur Kündigung führt und jemand, der als LKW-Fahrer sagt, dass er zum Beispiel Giftmüll auf Anordnung mit eventuell nicht ganz richtigen Papieren irgendwohin gefahren hat und der dann den Job verliert, kann man natürlich meinen – das eine ist Diebstahl, das andere Verrat von Betriebsgeheimnissen und die Kündigungen gut heißen. "

Kenne ich so nicht, halte ich auch für- wenn auch nicht akzeptable- Einzelfälle


"Krankheit und Schwerbehinderung: warum soll sofort der Staat hier einspringen? Wer jahre- oder jahrzehntelang seine Arbeitskraft dem Betrieb zur Verfügung stellte dem sollte der Betrieb in einem zumutbaren Rahmen meiner Meinung nach seine „Dankbarkeit“ zeigen, das verstehe ich unter Anstand und sozialer Verantwortung."

Hier reden Sie sich sicherlich sehr leicht. Gerade für diesen Zweck gibt es die entsprechenden Versicherungen (Kranken-,Rente,-) etc...in die Arbeitnehmer, wie Arbeitgeber jahrelang einzahlen, um eben im "Schadensfalle" (entschuldigen Sie diesen Terminus) NICHT einzeln sondern als "Solidargemeinschaft der Versicherten" da zu sein...

"Wenn in Ihrem Betrieb humanere Bedingungen herrschen als in vielen anderen Betrieben Deutschlands, freut mich das."

Danke, mich auch

"Ich nehme nicht an, dass Ihr Betrieb oder ein eventueller Tochterbetrieb zu den oben genannten Weiterbildungs-/Schulungsbetrieben gehören, dann wäre Ihre Argumentation logischer für mich."

Nein, tun wir nicht

Ich möchte mir mal stichpunktartig auch ein zitat aus Ihrem Link herausgreifen:

"Und noch einen Grund nennt Dietz für die vergleichsweise hohe Arbeitslosenquote der Älteren. "Arbeitslose, die sich durch lange Betriebszugehörigkeit im letzten Job einen hohen Lohn aufgebaut haben, sind im Fall der Arbeitslosigkeit oft nicht bereit, einen Job anzunehmen, bei dem sie weniger verdienen." Dabei zeigten Studien, dass ältere Arbeitslose oft nur eine Stelle finden, wenn sie Lohnabschläge hinnehmen."

Vielleicht sind da die Erwartungshaltungen mancher einfach zu hoch? Warum sind Sie denn arbeitssuchend? Oft weil Ihnen gekündigt wurd (weil zu teuer) oder Ihr Betrieb Pleite gegangen ist (zu unwirtschaftlich gearbeitet)

Ich greife dieses Thema auf, weil es mich zu einem meiner Lieblingsthemen führt.

Den Aufbau der Lohnentwicklung bei Staat und Betrieben und wie die Banken profitieren.

Es ist doch so: Beachtet man die "LEistung" eines Mitarbeiters, wird sich diese größtenteils wie folgt einstellen.

Anfangs nach direktem Berufseinstieg (STudium, Lehre, Meister,...) aufgrund der fehlenden Erfahrung und Fehlerquote noch wachsend...

Zwischen 30 und 45 Höhepunkt der Leistung

Danach langsame abbauend, wobei die Erfahrung oft andere Sachen (Schnelligkeit,..) kompensiert.....

Das hieße für eine Leistungsgerechte Bezahlung:
Ansteigende Gehälter (also mehr als bisher) und dann zurückgehendes / oder stagnierendes Gehalt eventuell mit Abbau von Stunden,.....

Dies entspräche aauch genau dem tatsächlichen FINANZBEDARF.

Ein junge Familie benötigt am Anfang (Familiengründung, Hausbau,...) mehr Einkommen, während "gegen Ende" meist ein kleiner Wohlstand da ist,....

Das ist so, damit Banken jungen Menschen Hauskredite auf 40 Jahre verkaufen können und dann für 300.000€ geliehenes Geld 8000.000€ insgesamt zurückbezahlt bekommen (Mischkalkulation aus aktuellen und vergangenen Zinsen)

Die Banken wollen nicht, dass junge Menschen gut verdienen.....denen wollen Sie Kredite andrehen...die Banken wollen dies in das "späte Lebenslater" verlagern..

Würde leistungsgerecht bezahlt, könnten junge Menschen Ihre Häuser schon in 15-20 Jahren "runtertilgen" und hätten einen Bruchteil an Zinsen gezahlt....und können dann- mit abgezahltem Haus und erwachsenen Kindern gerne ein kleineres Einkommen und vielleicht etwas weniger Wochenstunden in Kauf nehmen.

HINWEIS: Ich spreche jetzt für die Familien, die sich sowieso ein Haus leisten können, oder wegen obiger Ausführung eben gerade nicht mehr....mir ist klar, dass dies dem Billiglöhner erstmal nichts hilft.

Fazit: Im Alter von 30-45 Jahren bekommen wir weniger als uns zusteht, damit wir mehr teure Kredite aufnehmen umd diese dann später zurückzuzahlen wenn wir das Geld "nachbezahlt" bekommen.....So ist der Beamtenstaat aufgebaut und so folgt ihm die Wirtschaft....

Wer kann denn einem erklären, warum ein Gymnasiallehrer DANN den höchsten Lohn bezieht, wenn er das HAus abbezahlt, seine Gesundheit fast ruiniert und die Kinder aus dem Hause hat.


Rachel
geschrieben am
04.07.2013 um 10:01 Uhr
Beitrag 414

Hier sieht man gut wie weit Unternehmer in Ihrem Gedankengut von Arbeitnehmern entfernt sind.
Warum sollten ältere einen geringeren Lohn in Kauf nehmen?
Ich selbst wurde vor der Rente mehrmals abgelehnt/nicht eingestellt , weil zu hoch qualifiziert. Wenn jemand ökonomisch gebildet, seine Ausbildungen alle mit 1,0 abgeschlossen hat und auch noch selbst programmieren kann , alle PC Programme beherrscht wird er schon als dubios angesehen(ja, er könnte mehr Durchblick haben als gewünscht, im schlimmsten Fall gründet er noch einen Betriebsrat-Gott bewahre).
Übrigends: ALGII Bezieher bekommen keine Weiterbildung/Umschulung-dies ist nicht vorgesehen.(Es gibt nur sinnlose Minikurse die zu nichts führen).

Für Herrn Eschenberg scheint es das alle Arbeitnehmer ungebildet sind, nur er selbst hat den Durchblick.
Auch lese ich in Ihren Zeilen die wohl so typische Arroganz(herrschaftliches Denken) des Unternehmers heraus.
Tut mir leid(ohne beleidigend werden zu wollen), Sie wirken auf mich Lebensfremd.



M.Eschenberg
geschrieben am
04.07.2013 um 10:44 Uhr
Beitrag 415

@Rachel:

Tut mir Leid, aber ich glaube Sie haben NICHTS verstanden....

es geht nicht darum Älteren etwas weg zu nehmen, sondern einfach "früher" zu geben, damit sie nicht so in die Abhängigkeit der Banken geraten....

Inflationsbereinigt verdient beispielsweise ein Angestellter mit durchschnittlichen Bruttolohn von 3000€ (also Mittelwert zwischen Berufseinstieg und Endgehalt vor Rente) -----SIE KÖNNEN DIE RECHNUNG ABER AUCH MIT 2000€ ODER 15000€ MACHEN - Hängen Sie Sie nicht an den Zahlen auf!!!

Dann verdient er wenn er (auch wieder Annahme!!!!!) 40 Jahre arbeitet brutto:

40 * 12 * 3000 = 1.440.000,00 € in seinem Leben.

In der Zeit, wo er aber 2 Kinder und eine Frau auf der Lohnsteuer (und auf dem Geldbeutel) hat, Haus baut und ansonsten sich im Leben einrichtet liegt er unter diesen durchschnittlichen 3000€. Die Banken reiben sich die Finger und verdienen eine Menge Geld, der Fiskus reibt sich die Hände....den Ehegatten-Splitting, Kinderfreibeträge, .....laufen auf dieses "unterdurchschnittliche Einkommen"

Dann 20-25 Jahre später, Kinder sind aus dem Haus, Frau arbeitet wieder liegt das Einkommen ÜBER den durchschnittlichen 3.000€, die Steuererleichterungen durch Frau und Kinder bringen jetzt aber kaum noch was, bzw. gibt es nicht mehr....

und das zusätzliche Geld, dass jetzt zur Verfügung steht reicht dann gerade so um seine Hütte bis zum Renteneintritt fertig zu tilgen.....

Wenn ich sage dass ich älteren langsam weniger bezahle, dann meine ich damit auch, dass sie als 30-45-jährige dementsprechend mehr verdient haben.

"Für Herrn Eschenberg scheint es das alle Arbeitnehmer ungebildet sind, nur er selbst hat den Durchblick. "

Es gehört schon einiges dazu, dies aus meinen Worten zu entnehmen. Gerade ich habe mehrmals darauf hingewiesen, wie wertvoll ältere Arbeitnehmer sind, die sich auch noch regelmäßig weiterbilden.

"Tut mir leid(ohne beleidigend werden zu wollen), Sie wirken auf mich Lebensfremd. "

Ich fasse dies durchwegs als beledigend auf....ich habe weder Geld geerbt, noch Eltern mit Abitur gehabt. Ich habe mich über Realschule, Lehre und BOS zu dem durchgehangelt was ich heute bin, aber NIE vergessen woher ich komme.

Ich habe einfach meine Meinung dazu, wie wir so von Staat und Banken programmiert werden, um in DEREN System zu passen. Junge Leute sollen sich verschulden, damit Sie ihr Leben lang ihr Eigenheim abstottern und ja nicht zuviel nachdenken....

Entschuldigen Sie meine harte Meinung.....

PS: Wenn Sie wirklich all diese Qualifikationen besitzen? Haben Sie jemals ernsthaft den Schritt in die Selbständigkeit in Erwägung gezogen? Falls ja, würde mich -ernsthaft- interessieren was sie davon abgehalten hat, zumal die Alternative ja anscheinend nicht gerade ein sicheres Beschäftigungsverhältnis war.

Rachel
geschrieben am
04.07.2013 um 12:01 Uhr
Beitrag 416

Wie kommen Sie darauf das ich keine sichere Beschäftigung gehabt hätte?
Ich habe immer ohne Unterbrechung gearbeitet. Habe aber öfter den Arbeitsplatz gewechselt. Irgendwann ist es Zeit weiterzuziehen-evtl. weil Eintönigkeit eingekehrt ist, ich eine neue Herausforderung gesucht habe usw.
Das mag sich für heutige Zeiten seltsam anhören, damals war das aber anders. Und vor allen Dingen leichter. Da mußte man sich nicht an eine Stelle klammern.

Ich stamme aus einer Unternehmer Familie. Wollte aber eigene Wege gehen. Ich habe mich dann in der Leitung anderer Firmen etabliert.Ich war immer zufrieden mit dem was ich gerade gearbeitet habe und auch mit den teils unterschiedlichen Verdiensten(das ging auch mal bis 6500 DM-hört sich für Sie vielleicht wenig an, war aber für eine FRAU viel Geld/Frauen wurden damals wie heute(wie aus Studien bekannt) nicht so gut bezahlt wie Männer).
So habe ich ohne Fehlzeiten mein Arbeitsleben gut ausgefüllt.
Hatte auch große Verantwortung z.b. Buchhaltung, Einstellen von Mitarbeitern usw.
Wieso hätte ich mich selbstständig machen sollen?(davon abgesehen, wenn das jeder machen würde dann gäbs ja keine Arbeitnehmer mehr).

Ich bin froh in der Rente zu sein, mit dem heutigen Arbeitnehmer Modell kann ich mich kein Stück anfreunden.
Wenn Sie nur z.b. die 70er Jahre nehmen und es mit heute vergleichen, dann wissen Sie wie groß die Veränderungen sind.
Heute zählt der MENSCH an sich nichts mehr. Es ist zur "Ware" geworden.
Das ist es von dem ich die ganze Zeit schreibe: die menschliche und soziale Komponente ist nicht mehr da.
Eigentlich könnte man sagen, warum regt sich die Frau darüber auf-das müßte sie doch alles nichts mehr angehen.
Doch, ich rege mich tagtäglich darüber auf. Gerade wenn man sozial engagiert ist, muß man sich damit auseinandersetzen.
Und es graut mir jeden Tag.
M.Eschenberg
geschrieben am
04.07.2013 um 13:14 Uhr
Beitrag 417

" Wenn jemand ökonomisch gebildet, seine Ausbildungen alle mit 1,0 abgeschlossen hat und auch noch selbst programmieren kann , alle PC Programme beherrscht wird er schon als dubios angesehen(ja, er könnte mehr Durchblick haben als gewünscht, im schlimmsten Fall gründet er noch einen Betriebsrat-Gott bewahre). "

Diesen Äußerungen habe ich - vermutlich fälschlicherweise- entnommen, DASS sie Probleme hatten trotz Qualifikation einen Arbeitsplatz zu finden. Sorry- falsch gelesen....

Nachdem Sie beim ersten Mal meine Argumentation bezüglich "Lohnverteilung über die Lebensarbeitszeit" nicht verstanden und angegriffen haben, Zitat:
"Warum sollten ältere einen geringeren Lohn in Kauf nehmen?"
gehen Sie nunmehr garnicht darauf ein und erzählen stattdessen, wie toll sie doch verdient haben.

Ich gönne Ihnen Ihre Selbstverwirklichung ernsthaft, aber ein Betrag zur geführten Diskussion war das nicht gerade, stattdessen unterstellen Sie mir permanent - vermutlich weil Sie mich für das personifizierte kapitalistische Böse halten, ich sei unsozial...ich glaube Sie finden KEINEN meiner Mitarbeiter, der solche Äußerungen zulassen würde.

Freue mich ansonsten auf gute Diskussionen zu meiner Theorie...

dape´67
geschrieben am
04.07.2013 um 13:33 Uhr
Beitrag 418

Hallo Herr Eschenberg,

ich finde es löblich und vorbildlich von Ihnen, wie Sie zu Ihren älteren Mitarbeitern stehen. Daran könnten sich nicht wenige Unternehmer in Deutschland ein Vorbild nehmen. Denn leider sprechen die Zahlen eine andere Sprache. Laut offizieller Aussage seitens der Bundesagentur für Arbeit stieg allein die Anzahl der ALG 2-Empfänger über 55 Jahre im Zeitraum von 2010 - 2012 um 16 %. Konkret in Zahlen:

291.000 arbeitslose ALG 2-Empfänger über 55 Jahre
243.000 arbeitslose ALG 1-Empfänger über 55 Jahre
118.000 arbeitslose ALG 2-Empfänger über 58 Jahre (die nicht in der Statistk für Arbeitslose mitgezählt werden weil, sie mind. 1 Jahr kein Arbeitsangebot erhalten haben)

Also, ich sehe hier durchaus große Defizite und Erfahrungsberichte von Betroffenen bestätigen dies. Im übrigen haben Sie sich in Ihrem Beitrag 408 sehr wohl pauschaliert geäußert. Zitat: "- Alter: Ist aus meiner Erfahrung KEIN Grund für Hartz-4..."

Nun, es liegt mir fern Sie zu korrigeren, aber bei den von mir genannten Gründen, ging es nicht ausschließlich um Hartz-4-Empfänger, sondern um Gründe für Arbeitslosigkeit allgemein. Die Unterscheidung scheint mir insofern wichtig, als dass es nicht unerheblich ist, wie sich die Statistik zu den Arbeitslosenzahlen zusammensetzt. Von den offiziell 2,9 Mio. Arbeitslosen entfallen ca. 900.000 auf ALG 1 (Versicherungsleistung), 2 Mio. auf ALG 2 wovon etwa 1 Mio. Langzeitarbeitslose (länger als 12 Monate ohne Beschäftigung) sind.

Auch habe ich bewusst auf eine Wertung bei der Nennung möglicher Gründe für Arbeitslosigkeit verzichtet. Ich möchte Ihnen keine manipulative Absicht hinsichtlich Ihrer Erklärungen zu den einzelnen Gründen unterstellen, aber genau dies ist der Fall. So unterstellen Sie z.B. sehr pauschal, dass "viele am Bau beschäftigte" (sic!) Schwarzarbeit betreiben.

Dass Automation und Rationalisierung den allgemeinen Wohlstand in der Gesellschaft mehrt ist eine völlig neue These in der Volkswirtschaftslehre und ich wäre Ihnen für eine Erlärung, wie Sie zu dieser Sichtweise kommen, sehr dankbar. Bei allem Respekt, aber derart groben Unfug, habe ich selbst in den gewagtesten Ansichten zu neoklassischen Wirtschaftsmodellen noch nicht gehört. Da wäre ich wirklich gespannt, was Sie dazu schreiben.

Tatsächliches Fehlverhalten von Mitarbeitern muss kein Arbeitgeber tolerieren. Daraus resultiert selbst verschuldete Arbeitslosigkeit, zu der derjenige, der sich etwas hat zu Schulden kommen lassen zusätzlich sanktioniert wird. Vermeintliches Fehlverhalten kann Dinge beinhalten, die "leser" im Beitrag 411 bereits genannt hat. Es soll aber auch schon Unternehmer gegeben haben, die den Versuch von Arbeitnehmern, ihre betriebsverfassungsrechtlich garantierten Rechte - nämlich einen Betriebsrat zu gründen oder sich dafür zu engagieren als Fehlverhalten missinterpretiert und daraus die Konsequenzen gezogen haben. Und dies sind leider keineswegs Einzelfälle.

Was Qualifikation und Bildung angeht, werden Sie mir sicherlich nicht widersprechen können, dass nicht jeder Mitmensch über die Gabe zu höherer Bildung verfügt. Intelligenz ist nicht auf alle Menschen gleichermaßen verteilt. Die kognitiven Anforderungen an die Menschen nehmen zu, doch ist bei weitem nicht jeder in der Lage, diese Anforderungen im in dem Maß zu erfüllen, wie es zur Teilhabe und zum Zugang zu höherer Qualifikation nötig wäre. Der Ruf nach mehr Eigenverantwortung greift dabei ebenso zu kurz, wie die Aussage manch anderer, die Jungen wie auch Älteren Unwillen oder Faulheit vorwerfen. Interessant dürfte in dieser Hinsicht auch die Hü- und Hott-Mentalität der Politik sein. Noch vor nicht allzu langer Zeit wurde darauf hingewiesen, dass ein höherer Bildungsabschluss der Schlüssel zu Erfolg und Wohlstand sei. Wenn nun aktuell der bildungspolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Albert Rupprecht (CSU) moniert, dass es eine „Fehlentwicklung“ sei, dass das Abitur in der Bundesrepublik zum eigentlichen „Haupt“-Schulabschluss geworden ist, verwundert das schon etwas.
M.Eschenberg
geschrieben am
04.07.2013 um 14:21 Uhr
Beitrag 419

"dass Automation und Rationalisierung den allgemeinen Wohlstand in der Gesellschaft mehrt ist eine völlig neue These in der Volkswirtschaftslehre und ich wäre Ihnen für eine Erlärung, wie Sie zu dieser Sichtweise kommen, sehr dankbar. Bei allem Respekt, aber derart groben Unfug, habe ich selbst in den gewagtesten Ansichten zu neoklassischen Wirtschaftsmodellen noch nicht gehört. Da wäre ich wirklich gespannt, was Sie dazu schreiben.
"

Ich widme mich mal jetzt ausschließlich diesem Thema - das ja als grober Unfug bezeichnet wurde.....

Als gutes Beispiel finde ich die Landwirtschaft, da haben vor 500 Jahren hunderte Erntehelfer die Arbeit erledigt, die heute ein einziger Mähdrescher macht....Damals sind Menschen in Mitteleuropa verhungert....

Es gab früher vielleicht nicht so viel Arbeitslose, jedoch geht es heute den Arbeitslosen heute besser als den Vollbeschäftigten von vor 200 Jahren.....

Rachel
geschrieben am
04.07.2013 um 15:09 Uhr
Beitrag 420

jedoch geht es heute den Arbeitslosen heute besser als den Vollbeschäftigten von vor 200 Jahren

Was soll uns dieser Satz sagen???????
Wie soll ich das verstehen??????

Zur Lohnverteilung über die Lebensarbeitszeit kann ich nur soviel sagen: Lohn nach Qualifikation und Leistung(Alter spielt dabei keine Rolle).
Wobei die Leistung(Arbeitsleistung gleich hoch zu bewerten ist)-
deshalb ist es mir unverständlich wie z.b. Tätigkeiten bei der Müllabfuhr, Schlachthof usw.(gibt es unzählige sogenannte mindere Arbeitsstellen) so abgewertet werden. Auch der Mitmensch der diese(wirklich unangenehme und schwere) Arbeit verrichtet, braucht eine " anständige" Entlohnung. Hier kommt die Leistung ins Spiel(wer so eine Arbeit verrichtet, hat auch Anspruch auf sein sehr hart verdientes Geld).

Also mein eigenes bescheidenes Fazit lautet-Arbeitsentgelt nach Leistung.(Entsprechende Qualifikationen erhöhen dies selbstverständlich).
Wobei es meiner Meinung nach unbedingt eines Mindestlohnes bedarf.
Jede Arbeit ist mindestens "etwas" WERT. Dies gehört dringend geregelt.

Auch kann ich mir nicht vorstellen, das ältere Arbeitnehmer z.b. gerne in Teilzeit gehen oder weniger arbeiten möchten(möchten wohl schon-ABER-dem Rentenanspruch/ der Rentenhöhe ist dies wohl eher nicht förderlich.

Und noch etwas: wer jahrelang in die Sozialversicherung einbezahlt hat, sollte auch die Leistungen daraus in Anspruch nehmen können.
Wohin das führt wenn es nicht so ist, sieht man am Beispiel USA.

Zu meinen mitmenschlichen und christlichen Vorstellungen stehe ich, auch wenn dies vielleicht auf Unverständnis stößt.






Ch.Bach
geschrieben am
04.07.2013 um 15:12 Uhr
Beitrag 421

@eschenberg
die landwirtschaft vor 500 jahren-also im mittelalter- war geprägt von feudalismus und grundherrschaft, die bauern überwiegend unfreie. durch großzügige urbarmachung von reichlich land schafften es diese landwirte, eine bevölkerungsexplosion zu ernähren. verhungert sind trotzdem viele, stimmt. aber nicht weil zu wenig angebaut wurde, sondern weil die landbevölkerung gering geschätzt wurde und immense abgaben zu leisten waren....später ging nach pestepidemien die zahl der arbeitskräfte zurück, ackerland verödete, getreidemangel war die folge. die grundherren pressten die bauern noch mehr, was letztlich zu den bauernaufständen führte.

mit geringer mechanisierung hatten die hungersnöte nichts zu tun

tatsächlich kann heute ein einziger bauer die arbeit von vielen schaffen----leben kann er davon meist immer noch nicht. darum die große zahl von nebenerwerbslandwirten. trotz maschinen.......

Max1995
geschrieben am
04.07.2013 um 15:38 Uhr
Beitrag 422

Wer hat den eingezahlt?

Die Rente gehört sich auf 70 Jahre Eintrittsalter angepasst, wer früher geht mit Abstrichen....alles andere ist doch nur Augenwischerei und Ausbeutung meiner Generation zum Wohle der heutigen Rentner.....Junge Leute wehrt Euch!
dape´67
geschrieben am
04.07.2013 um 16:09 Uhr
Beitrag 423

Dass die Landwirtschaft als gutes Beispiel für wachsenden Wohlstand aufgrund Rationalisierung und Automation dienen soll mag in Ihren Augen so sein - die Ausführungen von Ch. Bach lassen dies durchaus in einem anderen Licht erscheinen. Wir können auch über menschliche Errungenschaften wie die Erfindung des Faustkeils oder des Rades sinnieren. Was das allerdings mit dem Wandel in der Industriegesellschaft in den letzten 30 Jahren zu tun hat, in der massenhaft Arbeitsplätze eben dieser Automation und den Rationalisierungsmaßnahmen zum Opfer fielen und zu einem erheblichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen führte, erschließt sich mir dennoch nicht. Nochmal: wie führen die genannten betrieblichen Einsparmaßnahmen zu einer Mehrung des allgemeinen Wohlstands? Mehrt es den allgemeinen Wohlstand, wenn die Gesellschaft für nicht mehr benötigte Arbeistkräfte finanziell gerade zu stehen hat?

Vielleicht sollte aber auch die wirtschaftspolitische Ordnung mit ihren Auswirkungen neu überdacht werden. Wenn immer weniger Arbeitskräfte tatsächlich gebraucht werden, jedoch der Konsum weiterhin auf Wachstumskurs bleiben soll, braucht es ggf. neue Denkansätze. Dann sollten wir uns doch mal offen über Möglichkeiten wie ein bedingungsloses Grundeinkommen unterhalten. Diskussionen und Studien darüber gibt es ja bereits bei allen politischen Parteien.

Dass es einem Arbeitslosen heute besser geht, als einem Vollbeschäftigten vor 200 Jahren, ist aber denke ich nicht der Verdienst der Unternehmer. Dies musste sich die Arbeiterschaft in teils blutigen Kämpfen selbst erstreiten.

@ Max1995: bezieht sich das 1995 auf Ihr Geburtsjahr? Sollte dem so sein: geh erstmal ein paar Jahre arbeiten und wenn Du dann was eingezahlt hast, darfst Dich wieder melden, ok?
Rachel
geschrieben am
04.07.2013 um 16:28 Uhr
Beitrag 424

Max1995:
und für deine Generation setzen wir das Renteneintrittalter auf 90 fest-dann hast du noch viel Zeit zu lernen z.b. das man um Rente zu bekommen eingezahlt haben muß-weil du ja auch die Frage stellst.

Ausbeutung deiner Generation?
Solltest du vielleicht nicht selbst erstmal ein paar Jahrzente arbeiten?
Wenn du erst 18 Jahre alt bist(?), sehe ich bei deiner Einstellung schwarz für deine Zukunft.



Ch.Bach
geschrieben am
04.07.2013 um 18:27 Uhr
Beitrag 425

@max
was sagt dein vater zu rente mit 70?
wieviel hast du schon einbezahlt? wieviel deine eltern für dich aufgewendet?
alle, auf die du so eindrischt haben junge wie dich groß gezogen....oder besser-hoffentlich nicht
Der Polemiker
geschrieben am
04.07.2013 um 19:54 Uhr
Beitrag 426

Zitat Max1995 "Wer hat den eingezahlt?"

Ich tippe auf Leute, deren Orthographie gut genug ist für einen halbwegs ordentlichen Job ;-)
leser
geschrieben am
04.07.2013 um 21:36 Uhr
Beitrag 427

M Eschenberg,


leider verstärken Sie meine Vorbehalte gegen die „Computergeneration“ bzw die Leute, die andere nicht für lebensfähig halten, die nicht blitzschnell mit den neuen Medien umgehen. Dann kommen solche Überlegungen und Argumentationen, die den Faktor Mensch als HumanKAPITAL sehen und ihn auch so behandeln. Das ist in meinen Augen ein sehr enger Blickwinkel und ich vermute, wir werden keinen gemeinsamen Nenner finden.

Es gibt einen hochbegabten Mathematiker/Computerwissenschaftler der meint,ganze Universum ist ein (eventuell sogar einfaches) Computerprogramm und muss nur entschlüsselt werden. Dann regelt alles der Computer, der Mensch lebt länger, die computergesteuerten Maschinen übernehmen die Arbeit und der Mensch hat dadurch die Möglichkeit, mehr nachzudenken und sich selbst zu verwirklichen. Auch wenn sich das gut anhört – diese Gedanken machen mir doch etwas Angst....

Ich werde nachsehen und den Namen des mit Auszeichnungen überhäuften Wissenschaftlers eventuell nachliefern. War ein kleiner Schlenker etwas weg vom Thema – oder doch nicht so weit weg???

Kommerz und die neuen Möglichkeiten der Speicher/Informations- und Überwachungstechnologien bergen ein sehr hohes Risiko denke ich.

Zurück zum Thema: Wenn Sie argumentieren würden,dass zum Beispiel über 70-Jährige Wirtschaftslenker oder Banker zu hohe oder ungerechtfertigte Boni bekommen dann haben wir eine Übereinstimmung ;-))

und das obwohl ich mir niemals anmaßen würde zu sagen, je älter der Mensch wird, desto weniger finanzielle Mittel benötigt er...
Günther Zait
geschrieben am
05.07.2013 um 09:19 Uhr
Beitrag 428

Ich muss mich schon wundern, wie hier meine Generation auf einen vermutlich jungen Mitbürger einschlägt, der dass ausspricht was Tatsache ist.....

Wir (also auch ich als Rentner) diskutieren immer noch, ob man mit 65 oder mit 67 Jahren in Rente gehen soll und ob unsere Rente jedes Jahr genug an Inflation etc. angepasst werden....

Und wenn die jungen - wenn auch im äußerst provokanten und flapsigen Ton (so ist die Jugend halt mal) - sich wehrt, dann kommen diese tollen Sprüche wie:

"Solltest du vielleicht nicht selbst erstmal ein paar Jahrzente arbeiten?"
(ich frage mich übrigens, warum mangelnde Rechtschreibung immer blos einseitig vorgeworfen wird, siehe Jahrzehnte,...)

Ist das die Botschaft meiner Generation an einen heute 18(?) Jährigen?

Arbeite erstmal 50 Jahre, mach Dir keine Gedanken und hau Dir dann auf`s Maul??


Ich wundere mich eher, warum denn nicht alle, der heute 20-40-Jährigen wütend auf die Straße gehen. GENERATIONENVERTRAG???? Das ich nicht lache!

Der Vertrag wurde schon längst gebrochen! Als es in den 70/80ern - im Glauben die Wirtschaft würde jedes Jahr zweistellige Wachstumsraten geben - damit anfing Leute bereits mit 50 Jahren oder früher in Rente zu schicken, als in den 90ern bereits lange absehbar war, dass der demographische Wandel ein Umdenken in Sachen Rente erforderte, als 1990 die Rentenansprüche einer ganzen Volkswirtschaft schlagartig dazugekommen ist.......

Diese Zeche zahlt nicht unsere Generation, die vielleicht etwas jammert, wenn der jährliche Inflationsausgleich nicht stattfindet.....Nicht einmal die heute 50 oder 60-jährigen, die immer noch mit allen Mitteln verhindern, dass das Renteneintrittsalter realistisch auf 70 angepasst wird......

Zusammen mit dem enormen Schuldenberg, den wir unseren Enkeln überlassen, können wir echt stolz auf unsere Generation sein...

Ich schreibe heute letztmalig in diesem Forum.....wenn ich die letzten Einträge verfolgt habe, so habe ich gesehen, dass hier nicht auf Argumente, die oft von Anderen gut dargelegt worden sind, eingegangen worden ist, sondern Leute wegen unzureichender Ortographie abgekanzelt worden sind und die Diskussion an der Sache vorbei immer auf die gleichen Klischees zurückfiel.

Hierzu zähle ich vor Allem "Leser" und "Rachel", die meiner Ansicht nach nicht in der Lage und des Willens sind, Gegenargumente überhaupt zur Kenntnis zu nehmen und verbohrt ihrem eigenen Weltbild, dass seit 20 Jahren nicht mehr stimmt, frönen.

Lediglich Frau Bach und Moon darf ich danken, dass sie (meistens) an provokanten Thesen vorbei auch mal "hinter die Kulissen" geschaut haben und auf manche Argumente sachlich eingegangen sind.

Ich werde das Treieben hier wie gesagt nicht mehr kommentieren, aber sicher noch verfolgen, in diesem Sinne "big grandpa is watching you!"

rentenlüge
geschrieben am
05.07.2013 um 09:56 Uhr
Beitrag 429

Rente mit 70? Wenn dann das Geld wieder nicht reicht kommt dann die Rente mit 80, 90, usw...... Ist das nicht faktisch die Abschaffung der Rente, da irgendwann die Menschen das Rentenalter nicht mehr erleben werden. Müsste man dieses System nicht einfach aufgeben und nach alternativen suchen? War dieses Rentensystem nicht von vornherein zum scheitern verurteilt da es nur auf Wachstum basiert ist? Müsste man nicht ein System haben wo jeder nur das rausbekommt was er auch einbezahlt hat?
Rachel
geschrieben am
05.07.2013 um 10:01 Uhr
Beitrag 430

Danke, das Sie mich auf meine Rechtschreibfehler aufmerksam machen(teilweise kann sowas durchaus vom schnellen schreiben kommen-die Tastatur nimmt dann einen Buchstaben nicht an)
(ich frage mich , warum mangelnde Rechtschreibung immer blos einseitig vorgeworfen wird, siehe Jahrzehnte,...)

Siehe auch: blos oder Treieben.

Aber egal, um das geht es nicht.
provokanten und flapsigen Ton (so ist die Jugend halt mal-

ja leider, ohne Respekt und Anstand(und eindeutig auf mangelnde Erziehung zurückzuführen).
Bei meinen ehrenamtlichen Tätigkeiten ist mir aufgefallen, das z.b. Jugendliche aus armen Familien mehr Anstand besitzen(nehmen sich eher zurück). Bei "wohlhabenden" Familien aus meinem Bekanntenkreis gibt es dagegen immer Probleme. Je mehr die Kinder bekommen, desto mehr Ärger(z.b. mit Polizei) gibt es. Hier wurde zuviel des Guten getan und aus Langeweile und Übersättigung kommt es teilweise zu ernsten Problemen.

Auch wenn Sie mich für "verstaubt" halten, weil ich ein älteres Weltbild für besser halte-manche Sachen ändern sich nie(oder sollten es)-ist man jetzt supermodern wenn man keine Moral, keinen Anstand, keine Mitmenschlichkeit, keinen Respekt mehr kennt?
Ja, dann bin ich lieber altmodisch und verstaubt.

Rene (nicht Rente)
geschrieben am
05.07.2013 um 10:34 Uhr
Beitrag 431

"Rente mit 70? Wenn dann das Geld wieder nicht reicht kommt dann die Rente mit 80, 90, usw..."

Das behauptet keiner....

aber wenn die Lebenserwartung in Deutschland
1960 bei 69,62 Jahren und im Jahre
2011 bei 80,74 Jahren lag,

( www.google.de/publicdata/explore?ds=d5bncppjof8f9_&met_y=sp_dyn_le00_in&idim=country:DEU&dl=de&hl=de&q=lebenserwartung )

dann braucht man sich nicht wundern wenn man einfach länger arbeiten muss.....man ist insgesamt trotzdem viel länger in Rente als zuvor.....

die anderen Möglichkeiten wären, weniger Rente bei gleichbleibenden Zahlungen (was auch nicht geht, da viele jetzt schon am Existenzminimum angrenzen bzw. aufstocken müssen) oder höhere Rentenbeiträge (wie das aber gehen soll, wenn sowieso kein Geld zum privat vorsorgen übrig bleibt)


Man könnte ja auch die Diskussion führen ob eine staatliche Rente im Jahre 2013 noch zeitgemäß ist?

Also ich wäre froh, wenn ich keine 500€ im Monat für was abdrücken müsste, von dem ich sowieso in 40 Jahren nicht mehr als`nen feuchten Händedruck habe

Ch.Bach
geschrieben am
05.07.2013 um 11:59 Uhr
Beitrag 432

möglich, dass ein staatliches rentensystem nicht mehr zeitgemäss ist---aber was wollen sie anstatt?

was ist mit der generation die noch etwa 10 jahre zur rente hat? da bleibt keine zeit mehr um großartig noch privat vorzusorgen....und was wäre mit deren beiträgen?

langfristig wird altersvorsorge sicherlich privatisiert werden....ein, zwei generationen werden aber die gelackmeierten sein.

apropos max: mich störte einfach sein ton....mit 18 so zu tun als würde er sich seit jahren für die rentner dumm und dämlich schuften- das hat mich geärgert.
leser
geschrieben am
05.07.2013 um 14:12 Uhr
Beitrag 433

auch ich sehe ein Dilemma: die Einnahmen der Rentenversicherung werden leider für alle Zwecke verwendet, nicht nur für die Rentenzahlungen. Daran ist die Politik schuld. Wären diese Einnahmen zweckgebunden gäbe es vermutlich kaum Probleme und die Jungen hätten nicht zu Recht größte Zweifel am Generationenvertrag. Bei der Alternative der privaten Vorsorge mit entsprechenden Übergangsregelungen(siehe Beitrag Frau Bach) sehe ich eine große Gefahr - man hat gesehen was mit Geldern passieren kann, die man einer Bank/Versicherung anvertraut. Also wenn Privatvorsorge, dann unter schärfsten gesetzlichen Auflagen für die Versicherungsgesellschafen meine ich.

Herr Zait, zu ihrem letzten Beitrag

wer provoziert muss mit ebensolchen Antworten rechnen. Die kritisierten Zitate stammen nicht von mir! Zu einer zivilisierten Diskussion gehört zunächst einmal das richtige Lesen der Beiträge. Das ist nicht immer einfach, zumindest stelle ich bei eigenen Beiträgen im Nachhinein manchmal fest, dass sie missverstanden werden könnten. Natürlich habe ich genau wie Sie ein gewisses Weltbild, was aber nicht bedeutet, dass ich mich nicht bemühe, dazuzulernen. Da Sie die ganze längere Diskussion hier im Forum verfolgt haben,müssten Sie eigentlich festgestellt haben, dass ich mehreren Usern hier öfter zugestimmt habe wie zum Beispiel auch Frau Bach einem der letzteren Beiträge von Rachel ;-) und mit Moon auch gegensätzliche scharfe Argumente ausgetauscht habe. Schließlich führte es dazu, dass Moon und ich in vielen Punkten ähnlich denken, wahrscheinlich haben wir beide voneinander gelernt.

In diesem Sinne wünsche ich ein fruchtbares aktives Mitlesen.......

Zusatzbemerkung: ist schon seltsam wenn nach bestimmten zum Nachdenken gedachten Beiträgen vereinzelt heftige Antworten folgen wie hier zu meinen Überlegungen zum Zeitalter der totalen Vernetzung......
Der Polemiker
geschrieben am
05.07.2013 um 14:41 Uhr
Beitrag 434

[Polemikmodus ausnahmsweise mal aus]Herr Zait, wie Sie vielleicht bemerkt haben, gehe ich hier im Forum nur ganz bestimmte User verbal an. Grundsätzlich ist mir herzlich egal, wer wie schreibt und es interessiert mich auch nicht, ob sich in die langen Beiträge von Rachel mal ein Tippfehler einschleicht. Was mich aber nervt ist das geradezu inflationäre Auftreten von Nicknames, von denen man hier noch nie etwas gelesen hat, die sich dann provozierend mit einem Oneliner zu einem ganz bestimmten Thema melden und -so schnell wie sie gekommen sind- wieder ins Nirvana des Forums verschwinden und keinerlei Antworten auf Folgebeiträge geben.[/Polemikmodus wieder an]

Entweder handelt es sich dabei immer wieder um denselben Schreiber, oder diese Leute waren alle auf derselben Schule, auf der sie zwar gelernt haben, zu provozieren und Hass gegen (vermeintliche) Minderheiten (Rentner, Migranten, Sozialbeitragsempfänger) zu säen, nicht aber wie man zwei Zeilen ohne Rechtschreibfehler hinbekommt. Viele User haben versucht, ordentlich auf derartige Beiträge zu antworten, aber es kommt eh nie was sinnvolles zurück. Im Gegenteil, es taucht nur wieder ein weiterer Nick auf, der zusätzlich Öl ins Feuer gießt. Ich bin es schlichtweg leid, Woche für Woche denselben provokativen, aber komplett substanzlosen Müll zu lesen, daher habe ich es mir angewöhnt, mit ebenso polemischen Antworten auf derartige Beiträge zu antworten. Ob Sie das nun verurteilen, ist mir -gelinde gesagt- herzlich egal!

(Leute wie Eschenberg nehme ich von Meiner Kritik ausdrücklich aus! Er vertritt zwar eine andere Meinung als die Masse, aber mit ihm kann man wenigstens diskutieren.)
Der Polemiker
geschrieben am
05.07.2013 um 14:45 Uhr
Beitrag 435

...und ja, "Meiner" hätte ich natürlich nicht groß schreiben dürfen. Also prügeln Sie ruhig auf mich ein! Ich bin da nicht so zimperlich :-)
rentenlüge
geschrieben am
05.07.2013 um 19:11 Uhr
Beitrag 436

Man müsste einfach mal einen Schnitt machen. Alle die jetzt anfangen zu arbeiten sorgen selber für sich vor! Und zahlen nicht mehr in die Rentenversicherung ein. Für die die schon zu alt sind läuft das jetzige System weiter. Kann man ja über Steuern finanzieren. Geld ist genug da, nur ein wenig ungleichmäßig verteilt.
Oder man begrenzt das Lebensalter!
dape´67
geschrieben am
06.07.2013 um 14:06 Uhr
Beitrag 437

@ rentenlüge: Ihr Vorschlag wäre natürlich eine Überlegung wert (die Begrenzung des Lebensalters selbstverständlich mal ausgenommen). Aber bedingt eine derartige Lösung nicht auch, dass Arbeitnehmer mindestens so viel verdienen, dass sie es sich auch tatsächlich leisten können, privat für eine Alterssicherung zu sorgen? Stichwort Mindestlohn! Ansonsten werden die finanziellen Belastungen wiederum auf die Solidargemeinschaft abgewälzt. Was ist gewonnen, wenn zwar zum einen die Belastungen durch Rentenbeiträge entfallen, sie aber auf der anderen Seite durch höhere Steuersätze wieder reingeholt werden müssen? Profitieren würden in dem Fall nur die Versicherungsgesellschaften und die Arbeitgeber, da dadurch der Arbeitgeberanteil an der Rentenversicherung entfallen würde. Zusätzliche private Altersvorsorge gibt es bereits heute, aber wie hoch sind die Qualitätsstandards der Riester-Renten und Lebensversicherungen wirklich?

Vielleicht sollten wir mal die Rentenversicherung in unserem Nachbarland der Schweiz näher betrachten. Dort gibt es das sog. Drei-Säulen-System. Dieses beinhaltet sowohl private wie auch gesetzliche Altersvorsorge. Die erste Säule, die Gesetzliche (auch AHV genannt) kostet sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer je 4,2 % des Bruttolohns. Die gesetzlich garantierte Mindestrente beträgt 1170 SFr die Maximalrente 2340 SFr pro Monat. Die 2. und 3. Säule ergänzen diese Leistungen nach oben. Allerdings sollte bei diesem seit vielen Jahren bestens funktionierendem System nicht verschwiegen werden, dass zum einen tatsächlich jede Person diesem System angehört (neben allen Arbeitnehmern also auch Beamte, Besserverdienende, sogar Selbständige und auch nicht erwerbstätige Mitbürger) und dass in der Schweiz selbst Niedriglöhner ein Einkommen von wenigstens 2700 -3300 SFr pro Monat erzielen. Und die Schweiz gehört nun wirklich nicht zu den Staaten, die einer sozialistischen Ordnung angehören.
dape´67
geschrieben am
06.07.2013 um 14:06 Uhr
Beitrag 438

Ein (satirischer) Nachruf

Herr Günther Z. beehrt uns nicht mehr als Schreibender. Viele werden ihn vermissen - manche vielleicht weniger. Hat er uns doch in seiner aktiven Zeit oft vor Augen gehalten, was den Deutschen Michl so "liebenswert" macht. Nicht nur dass er den Generationenvertrag, von welchem er bislang profitiert in Frage stellt; nein er war sich sogar als Mitglied seiner gesellschaftlichen Schicht nicht zu schade, sich und derselben mehr als einmal das Messer in den Rücken zu stechen und dazu noch mehrmals umzudrehen. Wahrlich ein großer Verlust.

Unvergesslich bleiben werden uns seine Kommentare, in denen er auf populstische Art den Populismus anprangerte. Aber lasset uns nun stark sein und hoffen, dass er sich nun wieder erfolgreich dem aktiven Erwerbsleben widmen wird. Ein solch wacher Zaitgenosse würde für die Wirtschaft einen herben Verlust bedeuten, wenn er sich nicht bis ins greise Alter aufopferungsvoll zum Wohle der geknechteten Unternehmer und jungen Sozialstaatsverweigerer hingeben würde.

Da er glücklicherweise nicht den jubelnden Massen derer angehörte, die fröhlich das Lied der Altersarmut täglich aufs neue anstimmen müssen, hat auch die jüngere Generation einen Grund freudig in die Zukunft zu blicken. Denn seine letzte Botschaft an dieses geschätzte Forum war weithin zu vernehmen: Rentner wacht auf und verzichtet auf Euere ergaunerten Versicherungsleistungen für die Ihr jahrzehntelang gebuckelt habt. Seid nicht stolz auf das, was Ihr zusammen in den vergangenen Jahrzehnten getan habt, um Deutschland zu einer der reichsten Volkswirtschaften zu machen. Kämpft für ein späteres Renteneintrittsalter wenn Ihr schon in Rente seid. Wachet auf Ihr Frauen und Männer mittleren Alters, geht auf die Straße und nehmt Euer Geld und Glück endlich selbst in die Hand bevor es Euch der schmarotzende Pöbel neidig entreisst!

Wir alle wissen noch nicht, was er uns hinterlassen wird; ob nun allenthalben das Chaos über dieses Forum mit seinen bösen Kommentatoren hereinbricht, welche sich nicht jede verbale Entgleisung halbgebildeter, unverschämter Beitragsschreiber gefallen lassen wollen. Aber wir dürfen Gewiss sein, dass er immer ein großes Herz für eine Jugend hatte, die den Glauben "Brutto-muss-gleich-netto-sein" in die Herzen der unverbesserlichen sozialromantischen Gutmenschen tragen soll, um sie endlich vom wirren Aberglauben an einen existierenden Sozialstaat zu erlösen.

Und vergessen wir nicht, dass er immer bei uns sein wird, getreu seinem bedrohlich klingenden Motto: "big grandpa is watching you!", während er nun eifrig an Lösungen arbeitet, welche es auch Niedriglöhnern und Aufstockern ermöglicht für ihre künftige Rente selbst aufzukommen, wenn der lachhafte Generationenvertrag erstmal beseitigt ist.

In diesem Sinne: AMEN!

Wir singen nun das Lied 559 aus dem Gesangsbuch Neoliberalismus: "O, welch Freude, den Arbeitgeberanteil gibts bald nicht mehr"

PS: Ich bitte um Verständnis, dass ich hier weder faule Eier noch Tomaten zur Verfügung stellen kann, die nach mir geworfen werden könnten. Allen ein schönes Wochenende!
leser
geschrieben am
06.07.2013 um 19:57 Uhr
Beitrag 439

Beitrag polemiker # 434: das klingt nicht unlogisch

dape´67: es wird in Deutschland fast unmöglich sein denke ich, die Privilegien des Beamtentums zu beschneiden. Es gab in den letzten Jahren im Vergleich zu den abhängig Beschäftigten eher Einbußen im fast mikroskopischen Bereich! So gut man das Schweizer Rentenmodell auch finden mag - da wird keine der "großen Volksparteien" mitmachen fürchte ich. Abgesehen davon dass ich denke, dass der Niedriglohnsektor in Deutschland gewollt ist und damit ein "Schweizer Modell" bei uns fast unmöglich macht - leider

Den Nachruf habe ich mit Interesse gelesen....

Eine Auskunft bin ich noch schuldig(mein Beitrag # 427): bei dem Computergenie handelt es sich um Stephen Wolfram, geboren am 29. August 1959 in London.
rentenlüge
geschrieben am
07.07.2013 um 22:41 Uhr
Beitrag 440

Das liebe Beamtentum. Eine eigene Kaste in Deutschland. Wie soll sich da was ändern wenn 90 % der Bundestagsabgeordneten Beamte sind??? Vielleicht sollte man bei den nächsten Wahlen einfach keine Beamten wählen. Es wird immer an den Renten gespart aber die Beamtenpensionen lässt man unangetastet obwohl man weis das diese bis 2040 den Haushalt erheblich belasten werden. Und obwohl diese Leute nichts für ihre Pensionen einzahlen bekommen sie Pensionen von denen jeder normal Beschäftigte nur träumen kann!!!Da macht man einfach die Augen zu und hofft das alles gut wird. 2040 wird ein viertel (25%) aller Steuereinnahmen für Pensionen aufgewendet werden. Und das ist noch eine optimistische Schätzung! Es wäre höchste Zeit endlich eine Bürgerversicherung einzuführen in die wirklich ALLE einbezahlen.
Matthias
geschrieben am
08.07.2013 um 20:29 Uhr
Beitrag 441

Stimmt, Beamte zahlen keine Rentenversicherungsgbeiträge. Dafür bekommen sie entsprechend weniger Bruttogehalt (merkt man, wenn man vorzeitig aus dem Beamtenverhältnis ausscheidet und dann in der Rentenversicherung nachversichert wird).
Ein vernünftiger Dienstherr wird das Pensionsproblem nicht auf die lange Bank schieben, sondern zu den Beschäftigungszeiten des Beamten über Rückstellungen, Pensionsfonds, etc. entsprechend vorsorgen. Falls er das nicht tut, profitiert er (also die Allgemeinheit!) zwar momentan von mehr verfügbaren Mitteln, hat aber später ein Problem, wenn die Pensionen gezahlt werden müssen.
Da diese späteren Belastungen aber sehr genau (z.B. Sterbetabellen) statistisch vorhersehbar sind, kann kein Dienstherr sagen, er hätte nichts davon geahnt.
Warum kann es trotzdem passieren, dass in diesem Bereich Versäumnisse aufgelaufen sind?
Möglicherweise, weil Rücklagen bilden weniger populär und wählerwirksam ist, als das (scheinbar) vorhandene Geld jetzt auszugeben.

Aber Schuld haben natürlich die Beamten, ist doch klar!
rentenlüge
geschrieben am
08.07.2013 um 21:10 Uhr
Beitrag 442

Natürlich sind die Beamten Mitschuld. Wozu braucht man die eigentlich noch? Wo ist ihre Daseinsberechtigung? Bei Kernkompetenzen des Staates kann ich es ja noch ansatzweise nachvollziehen. Aber warum muss z.b. ein Lehrer verbeamtet werden??? Diese Kaste ist doch ein Überbleibsel aus der Monarchie die schon lange hätte abgeschafft gehört!
Matthias
geschrieben am
09.07.2013 um 10:13 Uhr
Beitrag 443

Das stimmt natürlich. Warum sollen z.B. diejenigen, die unsere Kinder schulen eine sichere Perspektive für die Zukunft haben.

Lieber befristet als Angestellte für das Schuljahr einstellen und den Vertrag vor den Sommerferien auslaufen lassen (in den Ferien arbeiten die ja ohnehin nichts, also wieso Geld für diese Zeit bezahlen). Der Unterrichtsqualität wird das keinen Abbruch tun, denn die nackte Angst um die persönliche Zukunft und der Wettbewerb werden sicher genügend Ansporn für Höchstleistungen sein.



Max
geschrieben am
09.07.2013 um 10:58 Uhr
Beitrag 444

@Matthias:

So wie sie auch von selbständigen Ärzten erwarten, dass diese absolut sorgenfrei und tiefenentspannt ihr Herz operieren? Oder vom Taxifahrer, der sie um halb vier nachts mit müden Augen rumkutschiert?

DAS IST LEBEN! Und außer verwöhnten Beamten, ist das nunmal so....wir wissen alle nicht, ob es unseren Betrieb noch einem Jahr noch gibt, falls ja, ob man noch dort arbeitet oder ob es die eigene Gesundheit noch erlaubt, jeden Tag seinen Job zu erledigen....

Ich spreche hier nicht vom Kahlschlag des Bildungssystems mit befristeten Verträgen und Lohndumping bei der Bildung....

Aber etwas mehr Realitätsnähe würde unseren Lehrern vielleicht nicht schaden.....
Die haben nämlich WIRKLICH bisher nur die Etappen Schule-Uni-Schule kennengelernt...und den Hinweis das es jetzt Pflichtpraktika gibt, finde ich vorgreifend schon lächerlich....

Achja, Danke gutes Argument.....6 Wochen Sommerferien? Wäre doch ideal um in dieser Zeit Sonderunterricht und Nachhilfe für Lernschwache zu geben?
Oder einfach mal wieder die Unibank zu drücken und sich etwas weiterzubilden, so wie es in allen anderen Betrieben auch üblich und notwendig ist....

Vielleicht mal etwas Pädagogik, vor Allem für die älteren, die das in Ihrem Studium nicht gehört haben?

Entschuldigen Sie meine Haltung, aber wenn Lehrer jammern kommt mir immer die Galle hoch,....
Ch.Bach
geschrieben am
09.07.2013 um 11:50 Uhr
Beitrag 445

ich finde, unsere pädagogen können gar nicht gut genug bezahlt werden! noch dazu, da lehrer heute noch vielfältige aufgaben übernehmen müssen, die früher selbstverständlich zu hause erlernt wurden....das fängt bei ernährung mit schulfrühstück an geht über elementarste benimmregeln und hört bei dem bemühen, die schüler in lehrstellen unterzubringen, auf.
natürlich gibt es solche und solche. aber ich fürchte, wenn wir auch die lehrer jetzt noch prekären arbeitsverhältnissen aussetzen, geht der letzte rest an bildung und ja-auch anstand- den bach runter.

nicht die beamten sind zu gut bezahlt, sondern die arbeiter und angestellten der freien wirtschaft werden zu oft ausgebeutet und schlecht bezahlt.

oder halten sie es für sinnvoller, alle gleich schlecht anstatt gleich gut zu behandeln?

und da ich viele lehrer kenne weiß ich auch, dass deren arbeitstag nicht nach 6-8 stunden unterricht aufhört, sondern locker 10, 12 stunden tage drin sind. und ferien werden durchaus für fortbildung und vorbereitung verwendet.

lieber max....mir scheint, aus ihnen spricht der neid----nur auf was eigentlich?
Moon
geschrieben am
09.07.2013 um 20:58 Uhr
Beitrag 446

..sakra....kaum hat man mal ein paar Tage keine Zeit....;-)

@ M.Eschenberg: Ihrer These zu der "zu späten" Lohnsteigerung kann ich nur voll und ganz zustimmen!
@ G.Zait: Ich fand Ihren letzten Beitrag sehr gut und bedaure dass Sie hier nicht mehr mitdiskutieren wollen....
@ dape/67: Wohl auch wegen Beiträgen wie Ihrem letzten...an sich mag ich Ihre Polemik, aber da haben Sie in bischen über die Stränge geschlagen, oder ?

Tja die Lehrer.. da gibt es (wie überall) solche und solche...ich finde es einerseits eine Riesensauerei, dass Junglehrer(innen) mit ständigen befristeten Verträgen hingehalten werden...und andererseits was die bereits verbeamteten Lehrer(innen) betrifft:
-warum haben eigentlich Diejenigen hier, die das Lehrerleben sooo geil finden nicht Lehramt studiert ?

-ein verantwortungsvoller Lehrer (altersunabhängig!) ist gut beschäftigt..
leider wird der nicht besser bezahlt und behandelt (und auch angesehen) wie ein fauler, desinteressierter und unmotivierter Lehrer...was also tun ?

Ist eine ähnliche Problematik wie bei den Hartzern....

dape´67
geschrieben am
10.07.2013 um 13:04 Uhr
Beitrag 447

@ Moon: Zitat: "...an sich mag ich Ihre Polemik, aber da haben Sie in bischen über die Stränge geschlagen, oder ?" Ja, kann man sicher so sehen und Sie können mir glauben, dass es keine leichtfertige Entscheidung war, dies so zu veröffentlichen. Aber wer wäre ich, wenn ich jetzt nicht mehr dazu stehen würde? Ich habe diesem Kommentar nicht ohne Grund den Zusatz (satirisch) verpasst. Und Satire darf ja bekanntlich vieles - wenn auch nicht alles. Der spöttische Ton sowie die offensichtliche Übertreibung weisen den Text ja ohnehin als solche aus. Ich versuche hier, meine Beiträge überwiegend sachlich und argumentativ zu verfassen - Ausnahmen bestätigen die Regel. Meine Kritik resultiert u.a aus vorangeganen Kommentaren, wie z.B Beitrag 380 in dem wohl mittels Form einer Suggestivfrage nicht getätigte Aussagen metasprachlich impliziert werden sollten; bzw.im Beitrag 422 hier Schreibende regelrecht beleidigt und diffamiert werden. Zu lesen, wie so etwas dann auch noch verteidigt wird, tut sicherlich so manchem Rentner hier weh, der in seiner aktiven Zeit im Erwerbsleben, seinen Teil zur Finanzierung der gesetzliche Rentenversicherung geleistet und so für die Rentenzahlungen an die Generation seiner Eltern und Großeltern beigetragen hat.

Aufforderungen an einzelne Gruppen in der Gesellschaft, "sich zu wehren" - heute noch mit Worten, in einiger Zeit dann vielleicht mit Taten - bringen weder Lösungen für exestierende und anstehende gesellschaftspolitische Probleme, noch dienen sie dazu, den sozialen Frieden aufrecht zu erhalten. Wer sich tatsächlich "wehren" möchte, sollte am 22. September nicht zu Hause bleiben, sondern zur Wahl gehen und sein Kreuzchen endlich bei der politischen Gruppierung machen, von der er/sie sich Lösungen verspricht. Es ist übrigens kein Naturgesetz, dass nur sog. Volksparteien eine Regierung stellen müssen - man hat nur manchmal den Eindruck, dass viele von denen, die nach der Wahl auf die eindreschen, die sie vorher gewählt haben, das so sehen. Immer nach dem Motto: "Dei hom scho mei Voda und mei Groußvoda g´wähld."

Vielleicht noch ein Letztes: ich finde es doch einigermaßen erstaunlich, in welcher Taktzahl hier eine Sau nach der anderen durchs Dorf getrieben wird. Die "Hartzer", die "Besserverdiener", die Rentner und nun erwischt es gerade die Beamten. Und wer ist nun als nächstes unser Herzblatt auf welches (wieder) eingedroschen werden soll?
dape´67 Korrektur/Nachtrag
geschrieben am
10.07.2013 um 13:10 Uhr
Beitrag 448

Sorry im Eifer des Gefechts und weil die Mittagspause schon rum war: es heisst natürlich richtig "existierende" nicht "exestierende". Wer es schon vorher gefunden hat, darf es gerne behalten.
Moon
geschrieben am
10.07.2013 um 14:38 Uhr
Beitrag 449

@ Dape`67:

Also zunächst, Satire hin oder her, waren auch Ihre Beiträge teilweise nicht "ohne" :z.B. "Dieser dumpfe Populismus..."
Insofern , und da nehm ich mich keineswegs aus, hat hier wohl jeder schon mal sprachlich danebengehauen....das gehört aber auch mal dazu ohne dass man gleich empfindlich werden sollte!
Ich persönlich kann den Beitrag von Herrn Zait nur unterschreiben, zu 100% !
Warum genau muss man Ihrer Ansicht nach eigentlich auf Biegen und Brechen den "sozialen Frieden" aufrechterhalten ?
Um, seien wir ehrlich, bei der nächsten Wahl irgendwelche Politiker zu wählen die uns erneut verar..... ?
Unser sog. sozialer Friede ist doch ein "Ruhigstellen"..mehr nicht!
Ich finde Bewegungen wie ATTAC, Occupy etc. gut...Demokratie bedeutet Volkesherrschaft und damit auch das Wohl der Mehrheit....und nicht der kleinstmögliche Konsens aus Lobby und Politik!

Ich würde auch nicht sagen dass hier "Säue" durchs Dorf getrieben werden, aber erst eine Vielzahl an Meinungen kann doch eine fruchtbare Diskussion auslösen!

Allerdings nervt auch mich die wachsende Anzahl derer, die unter irgendwelchen Nicks hier unqualifizierte Beiträge reinschiessen und dann ins Nirvana abtauchen...
leser
geschrieben am
10.07.2013 um 16:51 Uhr
Beitrag 450

O K Moon, ich werde meinem verbohrten Weltbild, das seit 20 Jahren nicht mehr stimmt wegen der Unfähigkeit, Gegenargumente zur Kenntnis zu nehmen, geschweige denn sie zu verstehen, weiterhin frönen und entsprechend antiquierte Beiträge ins Forum setzen ;-)) ; - ))

Siehe Beitrag Herrn Zait Nr.428
(er hat meiner Meinung nach auch versucht, eine „Spaltung“ der Beitragsverfasser in der bisherigen, wie ich meine, überwiegend interessanten Diskussion zu erreichen. Dape`67 hat das auch durchschaut denke ich.)

Moon
geschrieben am
10.07.2013 um 17:28 Uhr
Beitrag 451

....Verfasser spalten!?!.....

Der Beitrag von Hr.Zait war, obwohl er selbst offenbar Rentner ist, m.E. sehr reflektiert und hat die Problematik ziemlich aufgezeigt!
Ich hab ein schlechtes Gefühl, wenn meine Kinder mal Rentenbeiträge zahlen müssen wie die Verrückten aber nix mehr rauskriegen...
Er hat schon recht...der "Generationenvertrag" funktioniert eben nur mit starken Geburtsjahrgängen (viele junge Arbeitnehmer=Steuerzahler) und wenigen Rentnern...aber so wie unser System derzeit aufgezogen ist, steuert es gegen die Wand!

Und komme mir jetzt keiner mit dem Argument "Wir haben ja 40 Jahre eingezahlt und unsere Rente verdient"...das mag ja stimmen, aber irgendwer muss diese Rente ja zahlen...und da hakt es gewaltig!

Moon
geschrieben am
10.07.2013 um 17:58 Uhr
Beitrag 452

.. und noch was...

@ Rachel: Was genau verstehen Sie unter mangelndem Respekt?

Ich gebe Jedem Recht, der bei seinen Mitmenschen (gleich welchen Alters) gewisse Umgangsformen und Höflichkeit einfordert!
Aber "RESPEKT" muss man sich verdienen, und obwohl ich nun wahrlich kein Teenager mehr bin fehlt mir bei Angehörigen der Generation Ü60 oft genau dies!
Allein die Tatsache alt zu sein kann Niemandem Respekt abfordern!
Gehen Sie mal offenen Auges durch die Stadt und beobachten die Großeltern....da kommt öfters kein "Bitte", kein "Danke", kein "Entschuldigung" ...vom Verhalten im Strassenverkehr möcht ich garnicht erst anfangen!


So..und jetzt prügelt auf mich ein!
Rachel
geschrieben am
10.07.2013 um 23:02 Uhr
Beitrag 453

Lieber Moon,
das erleutere ich Ihnen morgen-heute ist es schon zu spät. Wir alten Leute brauchen auch unseren Schlaf.
Nein, ich würde niemals auf Sie einprügeln. Und Sie auch nicht mit meinem Rollator umfahren. Keine Angst.
Dafür bin ich zu sehr Christenmensch.

Haidhofer
geschrieben am
11.07.2013 um 00:42 Uhr
Beitrag 454

Also ich persönlich hab den Eindruck, dass Moon nicht ganz unrecht hat mit seiner letzten Behauptung. Natürlich gibt es sehr viele höfliche Senioren, aber gerade in den Städten fällt einem schon oft auf, dass z.B. in der Generation von 20-40 manche Auswüchse noch nicht ganz so verbreitet sind wie in der Generation 60+. Jedenfalls haben mich noch nicht oft 30jährige weggerempelt, um vor mir in den Bus oder in die U-Bahn zu kommen... Ich könnte da noch einige weitere Beispiele nennen... Aber das ist mein rein subjektiver Eindruck und muss keineswegs überall so sein! Und ganz offensichtlich gibt es auch in absolut JEDER Generation Flegel, aber auch rücksichtsvolle Menschen. Nur der Anteil scheint mir ein wenig verschieden zu sein. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass sich so etwas schon von Stadtteil zu Stadtteil unterscheiden kann (wie so ziemlich alle sozialen Phänomene). Keine Ahnung, ob Moon pauschal recht hat, aber nachdem hier schon so oft auf die vermeintlich bildungsunwillige Jugend eingedroschen wurde, ist es m.M.n. schon in Ordnung, wenn jemand mal so eine These in den Raum stellt. Ist ja schließlich ein Diskussionsforum hier. Und im Vergleich zu manchem geistigen Brandstifter hier ist ja Moon schon ein alter Hase und steht nicht unbedingt im Verdacht, mit Beschimpfungen die Diskussion kaputt machen zu wollen (wie einige von diesen ominösen Nicks, die nur einmal posten und dann nie wieder gesehen werden)...
Max
geschrieben am
11.07.2013 um 08:57 Uhr
Beitrag 455

@Rentelüge:

"Müsste man nicht ein System haben wo jeder nur das rausbekommt was er auch einbezahlt hat?"

Wenn wir dieses hätten, wäre der Aufschrei wieder groß, weil dann die Rentner mit kleiner Rente noch weniger bekommen würden....

Pass auf mit dem was Du dir wünscht, Du könntest es bekommen,......
leser
geschrieben am
11.07.2013 um 10:22 Uhr
Beitrag 456

Ich bin der Meinung, dass in diesem Forum beim Thema Jugend in der Mehrzahl die Beiträge eine Tendenz aufweisen, die Verständnis für die schwierige Lage der Kinder und Jugendlichen zeigen. Zusammengefasst etwa: der Jugend muss eine Perspektive und Zukunft gegeben werden! Und dabei keine Zwangsjacken verwendet werden! Und dass die heutige Jugend nicht dümmer ist als die vorherigen Generationen(komatrinkende Spaßgeneration oder ähnliche Verallgemeinerungen) glaube ich habe ich den allermeisten Beitragsinhalten entnehmen können.

Haidhofer: eine Erfahrung mit einem Älteren, die sich mir eingeprägt hat. Als ich bei einer Verkehrskontrolle angehalten wurde, wurde kurz darauf ein weiteres Auto angehalten. Ein erboster Senior stieg aus, rannte mehr oder weniger alle über den Haufen und fragte in einem sehr harschen Ton einen Polizeibeamten, ob der nicht wisse, wer er ist. Soweit ich das weiter mitbekommen habe, durfte dieser Mann tatsächlich kurz darauf ohne weitere Kontrolle weiterfahren während wir anderen kontrolliert wurden. Neugierig geworden fragte ich nach und erfuhr, dass es sich um einen Kommunalpolitiker gehandelt hat. Diese Überheblichkeit und Selbstüberschätzung, die man vermutlich bei vielen Menschen findet, die oftmals vielleicht sogar ohne eigene Leistung zu Statusträgern wurden, findet man wahrscheinlich tatsächlich bei vielen Älteren. Das sind auch die, die sich ohne Skrupel beim Bäcker vordrängen, da ja ihre Zeit wesentlich wertvoller ist als die der anderen. Sollten Jüngere solch ähnliche Vorgänge erleben wäre es kein Wunder, wenn der Frust irgendwann den Idealismus auffrisst.

Ein Hinweis zum Thema bildungsunwillige Jugend: Thomas Wilckens hat eine Petition für ein modernes G 9 Gymnasium eingereicht. Zumindest ist die Begründung lesenswert:

www.change.org/de/Petitionen

rentenlüge
geschrieben am
11.07.2013 um 16:02 Uhr
Beitrag 457

Noch ein Nachtrag zu den Beamten. Kann mir vielleicht jemand einen Grund nennen wozu man Beamte braucht. In einem Kernbereich wie bei der Polizei oder Justiz kann ich es vielleicht noch verstehen. Aber sonst? Das die Zukünftigen Pensionszahlungen an Beamte den Staat außerordentlich belasten ist Fakt. Aber was tut man dagegen! Und ach die armen verbeamteten Lehrer, die haben es ja soooo schwer. Haben 6 Wochen Ferien und Leistung müssen sie auch keine erbringen. Und gehen mit 50 in Pension weil sie so mit den Nerven fertig sind. Und wenn hier jemand behauptet nur verbeamtete Lehrer können Kinder erziehen und ihnen was beibringen warum geben dann immer mehr Menschen ihre Kinder auf Privatschulen????? Jedenfalls die die es sich leisten können. Allgemein kann man sagen das Beamte unter Bedingungen arbeiten von denen jeder in der privaten Wirtschaft beschäftigte nur träumen kann. Alleine der sicher Arbeitsplatz auf Lebenszeit ist doch Gold wert!
Ch.Bach
geschrieben am
11.07.2013 um 16:23 Uhr
Beitrag 458

@rentenlüge
beantworten sie nicht gerade selbst die frage nach verbeamteten lehrern?
ich bin der meinung, dass auch schule eine unverzichtbare staatsleistung ist...denn sonst wird sich bildung noch mehr als jetzt schon nach dem geldbeutel orientieren. wie sie sagten bezüglich privaten schulen: "wer es sich leisten kann".....
Ch.Bach
geschrieben am
11.07.2013 um 16:26 Uhr
Beitrag 459

@dape67
hier haben wir die nächste sau die durchs dorf getrieben wird!
Moon
geschrieben am
11.07.2013 um 17:17 Uhr
Beitrag 460

@ Rentenlüge: Warum sind Sie eigentlich dann nicht Lehrer geworden ?

Rachel
geschrieben am
11.07.2013 um 17:34 Uhr
Beitrag 461

Moon, ich gebe Ihnen dahin recht, das Respekt nicht nur unbedingt mit dem Alter zu tun hat.
Respekt gegenüber anderen Menschen, sowie auch der NATUR(Tiere, Umwelt, Planet) sollten wir doch alle haben. Ist aber leider nicht der Fall.
Es gibt eine menge Senioren, die wahrlich nicht als angenehme Zeitgenossen zu betrachten sind, überhaupt keine Frage.
Doch diese gibt es auch in allen!!!! anderen Altersgruppen.
Hier werden mir doch alle rechtgeben: Es mangelt heutzutage an Verständnis und Kommunikation mit anderen.
(Gestern in Maxhütte an der Kreuzung-Radfahrer gegen Auto/jeder so gleich im Unrecht wie im Recht/mit ein bischen Verständigung wäre es gar kein Problem gewesen-statt dessen: A...loch, außerdem sämtliche Tiernamen, jeder genervt mit hochrotem Kopf, jeder fährt verärgert heim-wieso das alles?-wenns doch auch anders ginge.)
Ich könnte Ihnen etliche Beispiele aufzählen(aber wer mit offenen Augen durch die Welt geht, merkt das selbst)-
von Jugendlichen die ohne Grund zuschlagen, von Müttern mit Kind im Auto-die selbst an anderen Müttern mit Kindern an der Schule vorbeirasen!!, von Menschen im mittleren Alter, die einem Behinderten am Bahnhof die Tür regelrecht vor der Nase zuschlagen, damit er es erst recht schwer hat, von Senioren die anscheinend nur um die Nachbarn zu ärgern jeden Tag! rasen mähen usw.

Ist das noch normal????

Zu Ihrem Satz(Beitrag 449): Warum genau muss man Ihrer Ansicht nach eigentlich auf Biegen und Brechen den "sozialen Frieden" aufrechterhalten ?

Was soll ich mir darunter vorstellen? Sie lehnen die Demokratie eher ab?- neigen scharf links oder rechts davon? Sie finden es eher gut wenn es zu Aufständen kommen würde????
Ich habe alle Ihre Beiträge nochmal gelesen-mir fällt hierbei auf:
Sie ändern Ihre Meinung stetig. Sie widersprechen sich teilweise von einem Beitrag zum anderen(Sie können jetzt auch gerne auf mich einprügeln, aber dies ist keine Bösartigkeit von mir-sondern ist mir wirklich aufgefallen).

Übrigends: Was spricht gegen ein christlich geprägtes, mitmenschliches, soziales, nachhaltiges Mit- und Füreinander(zwischen Mensch zu Mensch und Mensch zu Natur)??
Muß den alles immer ICH bezogen sein? Kann man den nicht auch mal was für andere tun? Kann man den nicht mit der Natur in Einklang leben?

Noch ein Satz zu Respekt: ich habe größten Respekt für Menschen die ehrenamtlich arbeiten!!(denken Sie z.b. an die Feuerwehr, sozialer Bereich, Naturschutz)-von solchen Menschen können sich andere eine Scheibe abschneiden.
Nicht nur immer reden-sondern auch selbst was tun!!!

Jochen
geschrieben am
11.07.2013 um 18:14 Uhr
Beitrag 462

@Rachel:
An Türen trennt sich eh immer die Spreu vom Weizen. Manch einer lässt einem den Vortritt oder hält sie auf, während es andere gibt, die sie einem mit Genuß vor der Nase zuknallen. Im Straßenverkehr oder im Supermarkt ist es ähnlich. Da sieht man oft recht schnell, wie es um die Marnieren (bzw. Rücksichtnahme) beim anderen bestellt ist... Es hat auch ein gutes: Die Unsympathen sortieren sich in solchen Situationen quasi schon selbst aus... ;-)
Moon
geschrieben am
11.07.2013 um 18:35 Uhr
Beitrag 463

@ Rachel:
Was die Senioren und den Respekt betrifft scheinen wir uns ja einig zu sein!

Wo habe ich denn von "einem Beitrag auf den anderen" mir selbst widersprochen?

Wenn ich sage, man muss den sozialen Frieden (wie genau definieren SIE diesen?) nicht auf Biegen und Brechen aufrechterhalten meine ich NICHT, dass "Aufstände" gut sind (immer diese Extreme!) sondern dass sich der mündige(!) Bürger auch mal durch zivilen Ungehorsam wehren und sich notfalls auch mit Gleichgesinnten zu Bürgerinitiativen, Demos, Flashmobs etc. zusammenschließen soll!
Gemeinsam sind wir stark! Sonst setzen nur diejenigen ihre Interessen durch, die die Macht oder die Mittel haben!
Oder sind wir alle ein Volk von Untertanen ?
rentenlüge
geschrieben am
11.07.2013 um 18:58 Uhr
Beitrag 464

hallo ch.bach.
Es wäre auch für den Staat billiger angestellte Lehrer zu beschäftigen und sie nicht mehr zu verbeamten. Und auch für die Allgemeinheit, da diese dann in das Rentensystem einzahlen würden. Und die nicht verbeamteten Lehrer müssten Leistung erbringen was man von den meisten Beamten nicht gerade sagen kann!!!
Ch.Bach
geschrieben am
11.07.2013 um 22:19 Uhr
Beitrag 465

würde nicht einfach das mittel reichen? früher war jeder lieber angestellter als kleiner beamter....nun hat die freie wirtschaft löhne und gehälter dermassen niedrig geschraubt, dass uns das beamtentum als luxus vorkommt.

ich sehe das ziel eher in leistungsgerechter entlohnung, unbesehen der tätigkeit. dann könnte man unfähige beamte kürzen aber im gegenzug spitzenleute entsprechend löhnen.

und ich habe iimer noch nicht den eindruck, als würden verbeamtete lehrer keine leistung bringen
allein der gedanke, jeden tag bis zu 30 pubertären jugendlichen auf einmal gegenüber zu stehen verursacht mir ein schaudern.....ich könnte es nicht
M.Eschenberg
geschrieben am
12.07.2013 um 12:11 Uhr
Beitrag 466

@Moon:
Wenn Sie zu Rentenlüge sagen:
Warum sind Sie eigentlich dann nicht Lehrer geworden ?

dann bauen Sie eine Argumentationskette auf, die immer ad absurdum geführt werden kann.

Wenn Sie den Politikern bspw. Warum sind Sie eigentlich dann nicht Lehrer geworden ? Vorwürfen, sie seien korrupt - Warum sind sie kein Politiker geworden?

Putzfrau verdient 4 €/Std. Manager 4000€/Std. - Warum sind Sie keine Manager, sondern Putzfrau geworden......

Sie sehen, auf was das hinausläuft.

@Leser:

"leider verstärken Sie meine Vorbehalte gegen die „Computergeneration“ bzw die Leute, die andere nicht für lebensfähig halten, die nicht blitzschnell mit den neuen Medien umgehen."

Ich glaube dass hat nichts mit Vorbehalten zu tun...Aber es gibt einfach Entwicklungen,...so wie es irgendwann in Berufen notwendig wurde gut lesen und schreiben zu können, ist halt jetzt die Digitalisierung dran...

Beruf und Berufsinhalte ändern sich ständig....Das sieht man z.B. an der Entwicklung vom Kfz-Mechaniker zum Mechatroniker......

Oder die Sekretärin, die keine Schreibmaschine mehr braucht, aber dafür word und excel....

Auch musste ein Architekt früher perfekt mit Tinte und Tusche umgehen können, ohne Zeichenprogramme werden heutzutage jedoch kaum noch welche auskommen.....

Glauben Sie mir, es liegt auch an der inneren Einstellung. (Und natürlich an der Förderung durch die Firma)

Ich kann es meinen Leuten leider nicht ersparen, sich alle 2 Jahre an ein neues Betriebssystem und alle 3 Jahre an eine Registratur gewöhnen zu müssen....

Täte ich das nicht, würden unsere Geschäftspartner, Kunden und das Finanzamt irgendwann zu schreien beginnen....

Sicherlich ist es schwer als 50-jähriger "neu" einzusteigen und sicherlich waren die Zeiten damals so, dass man einmal einen Beruf gelernt hat und ohne große Weiterbildungen in diesem arbeiten konnte....

Daher kann man nicht alle verteufeln und "Selbst Schuld" sagen, die von dieser Entwicklung überrascht worden sind....

Wer jedoch heute als 40-50-jähriger noch nicht begriffen hat "Wie der Hase läuft" der darf sich nicht mehr hinausreden....Diese Entwicklung ist mittlerweile schon länger bekannt und Ausdrücke wie "lebenslanges Lernen" sollte auch ernst (von Arbeitgebern und Arbeitnehmern) genommen werden....

Es sollte in beiderlei Interesse liegen.....

Recht gebe ich auch Moon und Herrn Zait in puncto Rente.....

Als junger Mensch könnte man das Lied "Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt" anstimmen....

Außerdem...soooo ganz unschuldig sind die heutigen und zeitnahen Rentner auch nicht, wie es immer gerne heißt.....

Sie (die Rentner) und die VON IHNEN ALS VOLK, gewählten Regierungen haben ab den 70ern Jahren das Rentensystem systematisch ausgehöhlt (Frührente, enorme Erhöhungen,...), auch wurde es damals schon verschlafen auf den demographischen Wandel zu reagieren...der Mauerfall hat einen weiteren Teil dazu beigetragen....

Alles bereits Probleme der damaligen Zeit, die jedoch unseren Kindern und Enkeln (nicht einmal mir selbst) angelastet wird.

Hinzu kommen noch unzählige Schulden der Kommunen, Landkreise, Bundesländer und des Bundes......

Und wie mit jungen Leuten umgegangen wird, die etwas dagegen sagen, konnte man ja oben selbst erleben.... Hier fand ich die Zusammenfassung von Herrn Zait
"Arbeite erstmal 50 Jahre, mach Dir keine Gedanken und hau Dir dann auf`s Maul"

nicht zu provokativ.....genau das und "Wir haben doch alle eingezahlt" sind immer die 2 Todesstoß-Argumente, die ich selbst von meinem eigenen Vater höre...

dape´67
geschrieben am
12.07.2013 um 14:11 Uhr
Beitrag 467

@ Moon: ich möchte ja eigentlich nicht mehr länger darauf rumreiten. Aber Sie schrieben: "Also zunächst, Satire hin oder her, waren auch Ihre Beiträge teilweise nicht "ohne" :z.B. "Dieser dumpfe Populismus...". Dass sich diese meine Aussage auf den Beitrag 376 von "Zweifler" bezog, welchen Sie ebenfalls scharf in Ihrem Beitrag 377 kritisierten, dürfte Ihnen aber schon bewusst sein. Und wenn eben solche Aussagen, wie die eingangs erwähnte keinen Populismus darstellen, dann muss die Definition dieses Wortes hinterfragt werden. Zitat Wikipedia: "Populismus (lat.: populus, „Volk“) bezeichnet eine um „Nähe zum Volk“ bemühte Politik, die Unzufriedenheit, Ressentiments, Ängste, Hoffnung und aktuelle Konflikte ausdrückt oder instrumentalisiert, indem sie Gefühle anspricht und einfache Lösungen vorstellt." Ergo: Populismus der zudem diskriminierden Charakter hat - ist also dumpf. Ich weiß nicht, was daran verwerflich sein sollte, dies festzustellen und zu äußern.

Sie fragten mich [sic!]: "Warum genau muss man Ihrer Ansicht nach eigentlich auf Biegen und Brechen den "sozialen Frieden" aufrechterhalten ? " Darauf möchte ich Ihnen gerne mit drei Gegenfragen antworten. Welche positiven Auswirkungen erwarten Sie für den Fall? Sind Sie nicht der Meinung, dass davon der Neoliberalismus in höherem Maß profitieren würde? Befürchten Sie in dem Zusammenhang nicht eine Zunahme von Gewalt- und Eigentumsdelikten?
Bewegungen wie Occupy, etc. gut zu finden, ist für gesellschafts- und wirtschaftspolitisch interessierte Menschen denke ich, nicht aussergewöhnlich. Allerdings kann ich bei diesen Bewegungen eine Absicht, den sozialen Frieden gefährden zu wollen, nicht erkennen. Ausser man hält Forderungen wie die der Bekämpfung sozialer Ungleichheiten, des ausufernden Lobbyismus usw. für eben dies. Wie allerdings mit Menschen, die geltendes Recht wie das der Demonstrationsfreiheit praktizieren, umgegangen wird, zeigte sich am 01. Juni dieses Jahres in Franfurt am Main recht eindrucksvoll.
Ein weiteres Zitat von Ihnen: "Um, seien wir ehrlich, bei der nächsten Wahl irgendwelche Politiker zu wählen die uns erneut verar..... ?" und später: "...Demokratie bedeutet Volkesherrschaft und damit auch das Wohl der Mehrheit....". Letzterem stimme ich fast zur Gänze zu. Aber warum ersetzen Sie "das Wohl der Mehrheit" nicht durch "das Wohl aller"? In einem parlamentarischem Regierungssystem wie dem unseren, fruchtet m.E. ausserparlamentarische Opposition wenig bis gar nicht - weder legitime noch radikale. Um wirklich etwas zu ändern, werden Sie am Umweg durch das Parlament nicht vorbeikommen. Dass es, wie ich schon im Beitrag 447 ausführte, ein Naturgesetz gibt, welches besagt, dass nur sog. Volksparteien eine Regierung stellen müssen, ist mir nicht bekannt. Aber ich bin da ganz bei Ihnen: wir sollten und wir dürfen kein Volk von Untertanen sein. Das wäre dann vieles - nur keine Demokratie!
Moon
geschrieben am
12.07.2013 um 14:38 Uhr
Beitrag 468

@ M.Eschenberg: Sie haben Recht, was die Argumentationskette betrifft!
Doch bisher hab ich an diesem Forum geschätzt, dass Menschen verschiedenster Meinungen meist konstruktiv und produktiv miteinander "gestritten" haben!
Aber ein dumpfes auf Hartzer, Reiche, Lehrer etc etc, eindreschen geht mir gehörig gegen den Strich...es gibt eben nicht nur Schwarz und weiß...
...anders gesagt...wenn "Rentenlüge" mal, wie "Ch.Bach" ausführte,30 Pubertierenden etwas beibingen müsste, dann würde er /sie seine Meinung evtl. überdenken!

@Dape67: Offenbar sind wir uns größtenteils einig...ich hätte eben nur, und da lag offenbar das Mißverständnis, den "sozialen Frieden" anders definiert!
Für mich liegt inzwischen nur dann "sozialer Frieden" vor, wenn das "Volk" per panem et circenses abgefrühstückt ist und das Maul hält...!
Und diesen trügerischen "Frieden" gefährde ich gerne....ohne Steinewerfen!!!

Sie haben ja selbst darauf hingewiesen:" Wie allerdings mit Menschen, die geltendes Recht wie das der Demonstrationsfreiheit praktizieren, umgegangen wird, zeigte sich am 01. Juni dieses Jahres in Franfurt am Main recht eindrucksvoll."

Genau da liegt das Problem...und das ganze System wird immer restriktiver und gleichzeitig vernunftloser....
Rachel
geschrieben am
12.07.2013 um 18:02 Uhr
Beitrag 469

An Moon: Sehen Sie, ich denke so weit sind wir garnicht auseinander. So hätte ich Sie auch garnicht eingeschätzt. Ich hatte schon auch den Eindruck, das Sie weniger auf der "dunklen Seite" stehen und durchaus eine mitmenschliche, soziale, gerechte Ader haben.

An Herrn Eschenberg:
Es ist sehr nett von Ihnen alle(SIE) Rentner darauf hinzuweisen, das wir das Rentensystem ausgehöhlt haben.Vielen Dank.
Jetzt wissen wir wenigstens wieso es unserer Gesellschaft so schlecht geht.
Sie scheinen ja auch an Ihrem Vater zu verzweifeln, der Ihren Argumenten anscheinend nicht zugänglich ist.
Vielleicht deshalb weil Ihr Herr Vater auch ein evtl. schweres und langes Arbeitsleben hinter sich hat. Und jetzt froh ist, das er seine wohl verdiente Rente erhält. Er freilich nicht verstehen kann, wieso diese ihm jetzt nicht zustehen sollte oder neidvoll mißgönnt wird.
Haben Sie ansatzweise schon mal versucht sich in Ihren Herrn Vater hineinzudenken?
Hat er nicht auch(so darf ich wohl annehmen)-mit einigen Entbehrungen einen Sohn großgezogen und alles dafür getan das aus diesem Sohn auch etwas beachtliches wird?

Ein Vorschlag: WIR(Rentner) geben alle die hälfte unserer Rente ab, und Alle Unternehmer geben die hälfte ihres Gewinnes ab.

Langsam bin ich es leid. Das es heutzutage zuwenig Menschen gibt, die in das Rentensystem einzahlen, liegt wohl nicht an UNS Rentnern.(auch wenn ich langsam -nein eher schnell- den Eindruck habe, wir sollten alle möglichst sofort den sogenannten "Löffel" abgeben. Arbeitsleben vorbei, jetzt ist Zeit zu gehen?!

Zuwenig Vollzeitstellen(weg mit den 400 Euro Jobs), anständige Löhne usw. sind ja wohl eher der Grund. Wobei wir wieder bei den Unternehmern wären(Sie selbst selbstverständlich nicht, da Sie uns ja erklärt haben das es in Ihrem Betrieb anders läuft),diese ja wohl von den momentanten Arbeitsverhältnissen voll profitieren.
Wenn jemand(nenne keine Namen) mehrere Angestellte Vollzeit(in wirklichkeit) beschäftigt, und auf 400 Euro bezahlt-damit sich diese den Rest vom Amt holen können, er selbst noch einen Teil schwarz ausbezahlt-ja dann, wie soll da was in die Rentenkasse kommen???????????????????????????????

Sie machen sich das wirklich alles sehr einfach.
Max
geschrieben am
12.07.2013 um 19:05 Uhr
Beitrag 470

Ich hoffe dass Rachel doch noch mal die Chance bekommt auszuwandern...Nordkorea oder Kuba sollen um diese Jahreszeit ja ganz schön sin,.....

Wie kann man nur so verbohrt und sozialistisch sein???
Rachel
geschrieben am
12.07.2013 um 20:00 Uhr
Beitrag 471

Ja, Kuba ist wirklich ein wunderschönes Land. Und es verfügt, Sie werden es kaum glauben; über ein TOP Gesundheitssystem.
Aber nein danke, nicht mal wenn Sie den Flug spendieren(oder sollen WIR Rentner jetzt alle nach Kuba?)

Es entbehrt nicht der Komik, das Sie anscheinend nicht zwischen christlich und kommunistisch unterscheiden können? Aber vielleicht liegt das daran, das es gar nicht so weit auseinander liegt. Jesus war auf jeden Fall ein großer Sozialist.

Ich bin für Sie verbohrt, weil ich die Wahrheit sage. Weil ich christliche Nächstenliebe und soziale Verantwortung habe?????
Sie gehören ganz eindeutig, zu dem was ich dunkle Seite nenne.
Tanzen Sie doch weiterhin um das Goldene Kalb.

Ich kann Ihren Beiträgen keine gezielte Meinung entnehmen.
Was wollen Sie denn überhaupt?
Dann teilen Sie uns doch mal genau ihre Sichweise mit-dann bin ich aber mal gespannt.
Und keine Angst, ich kann auch gut austeilen-mich machen Sie nicht mürbe.
Ch.Bach
geschrieben am
12.07.2013 um 20:07 Uhr
Beitrag 472

@max
selten dass sich jemand selber dermaßen disqualifiziert....und das auch noch öffentlich.

ist von ihnen auch schon mal was intelligentes, konstruktives gekommen oder können sie nur dumm lästern? bis jetzt wäre mir jedenfalls noch nichts nennenswertes aufgefallen.

mein beileid zu ihrer zukunft



Matthias
geschrieben am
13.07.2013 um 09:41 Uhr
Beitrag 473

Zum Thema Generationenvertrag:

Global betrachtet gibt es ohnehin nur den Generationenvertrag. Wenn wir eine kapitalfinanzierte Rente hätten, dann würden eben die Kinder anderer Länder für unsere Rente aufkommen müssen.

Zur verdeutlichung, stelle man sich vor, Deutschland wäre allein/eingemauert/was auch immer (wünschen sich ja manche).

Von allen produzierten Gütern und Dienstleitstungen wird ein bestimmter Teil für die nicht (mehr) arbeitende Bevölkerung benötigt. Diese werden von der arbeitenden Bevölkerung erwirtschaftet und müssen nach einem bestimmten Schlüssel verteilt werden. Sind zu wenig Güter und Dienstleistungen vorhanden, hilft die kaptialfinanzierte Rente auch nichts (gespartes Geld würde schlichtweg weniger wert).

Wenn die nichtarbeitende Bevölkerung anteilsmäßig zunimmt, muss entweder die Produktivität erhöht werden oder es bleibt eben weniger pro Person übrig.

Mehr als durchschnittlich 1 Kind pro Person wäre keine (langfristige) Lösung, da irgendwann das Bevölkerungswachstum aufgrund begrenzter Ressourcen an sich problematisch wäre.

Fazit: Die Abkehr vom Generationenvertrag ist langfristig keine Lösung.

Anmerkung: Auch Rentner sind oft nicht komplett als nichtarbeitend im obigen Sinne einzuordnen. Wenn z.B. die Großeltern die Kinder hüten, erbringen sie auch eine Dienstleistung.

rentenlüge
geschrieben am
13.07.2013 um 10:44 Uhr
Beitrag 474

Hallo Eschenberg.
Die Rentenkassen wurden doch nicht von unseren Rentnern ausgehöhlt! Oder haben sie etwas schon vergessen das nach der Wiedervereinigung plötzlich ein paar Rentner mehr da waren die Ansprüche an unser Westdeutsches Rentensystem hatten!
Hätten diese Renten nicht anders finanziert werden müssen? Galt nicht früher der Grundsatz: Nur wer einbezahlt hat bekommt auch was raus! Wie sieht es mit den ca. 2 oder 3 Millionen Russlanddeutschen aus die in den Jahren danach eingewandert sind. Beziehen die nicht auch Renten aus dem System. Das betrifft übrigens nur die Älteren, die die hier geboren wurden arbeiten ja überwiegend und zahlen ja auch ein. Verstehen sie mich nicht falsch, ich bin kein Nazi und habe auch nichts gegen diese Menschen, aber hätte man da nicht andere Lösungen finden müssen als sich schamlos an den Rentenkassen zu bedienen.
Und noch eins: Wenn alle Unternehmer ihre Steuern zahlen würden und nicht Milliarden (ca. 30) hinterziehen wär auch wieder mehr Geld für Rentner da! Übrigens: Die geschätzten 30 Milliarden sind nur das geschätzte Minimum!
Moon
geschrieben am
13.07.2013 um 13:02 Uhr
Beitrag 475

@ Rentenlüge:

Ich glaub , was Ihren letzten Beitrag betrifft, besteht hier kein großartiger Widerspruch....

...aber dafür, dass die Rentenkassen durch "Nichteinzahler" belastet werden, können doch die Rentner nix, oder ?

Und wenn das Ganze steuerfinanziert worden wäre...raten Sie mal, wer dann die Last trägt...genau: Wieder die arbeitende Bevölkerung!

leser
geschrieben am
13.07.2013 um 15:43 Uhr
Beitrag 476

..im Prinzip ist das richtig denke ich. Doch mache ich z. B. schon einen Unterschied zwischen Mehrwertsteuer und Vermögenssteuer ;-) also eine Art Umverteilung wäre für mich schon möglich!

Und bitte das nicht wieder als Klassenkampfparole deuten!!!!

Obwohl mir manchmal bei einigen Kommentarten das Lachen vergeht, aus einer Information des Deutschen Lehrerverbandes Hessen aus dem Buch Abgewirtschaftet von T. Wieczorek: Besteht ein Personalrat aus einer Person erübrigt sich die Trennung nach Geschlechtern.

Wieviel Intelligenz vermutet die Führungsspitze der verbeamteten Lehrerschaft bei seinen Mitgliedern, wenn obiger Sachverhalt dargelegt werden muß?
Rachel
geschrieben am
13.07.2013 um 20:29 Uhr
Beitrag 477

An Frau Bach, vielen DANK!
An Matthias-gut geschrieben, dem ist nichts hinzuzufügen.
An Rentenlüge-ja, sehe ich auch so.
An Leser-absolut richtig.
Sind wir doch (fast)alle auf einen Kurs.
rentenlüge
geschrieben am
13.07.2013 um 22:53 Uhr
Beitrag 478

Hallo,
kein Kassenkampf aber mehr Gerechtigkeit. Was ist falsch an einer Vermögenssteuer. Die gab es ja schon mal. Und was ist falsch an höherer Besteuerung von Besserverdienenden? Der Spitzensteuersatz lag auch schon über 50%. Und das auch in den sechziger Jahren des Wirtschaftswunders. Je reicher die Reichen werden umso ärmer werden die Armen. Eine Umverteilung im großen Stiel ist doch schon seit geraumer Zeit im Gange! Niedriglohnsektor (viele Menschen arbeiten 40 Stunden die Woche und verdienen sich nicht mal mehr ihren Lebensunterhalt), Sklavenarbeit (Entschuldigung heißt ja Leiharbeit) 400€ Jobs usw.... Deutschland war immer ein Hort des sozialen Friedens. Diesen Sozialen Frieden sehe ich gefährdet wenn die Kluft zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht!
M.Eschenberg
geschrieben am
15.07.2013 um 10:08 Uhr
Beitrag 479

@Rentenlüge, zu Ihrem Post:
"Die Rentenkassen wurden doch nicht von unseren Rentnern ausgehöhlt! Oder haben sie etwas schon vergessen das nach der Wiedervereinigung plötzlich ein paar Rentner mehr da waren die Ansprüche an unser Westdeutsches Rentensystem hatten! "

Auf dieses Problem habe ich bereits in meinem Post (Nr. 466)
"...der Mauerfall hat einen weiteren Teil dazu beigetragen...." hingewiesen.


Jedoch gefällt mir nicht, wie hier teilweise argumentiert wird, z.B. mit dem Verweis auf die Russlanddeutschen etc....

Wer sich unsere Rentenkassen als "Kassen" wie in einem Geschäft vorstellt, liegt eindeutig falsch...

Es gibt kein Geld in der "Kasse" das geplündert werden konnte, weder von den Russlanddeutschen noch von DDR-Bürgern...

Das ist ja quasi das besondere am "Generationenvertrag" :
Die jeweiligen Arbeitnehmer erwirtschaften das Geld, dass die Rentner benötigen....da wird nirgends etwas eingezahlt und auch nicht geplündert...

Und jetzt sind wir wieder beim Punkt:
Wenn es aufgrund von demographischen Wandel zu Verschiebungen kommt, dann müssen diese berücksichtigt werden.

Diese demographischen Verschiebungen waren bereits in den 80er Jahren ABSEHBAR!!

Aber anstatt damals ehrlich zu sein und langsam schon das Renteneintrittsalter anzupassen hat man weiterhin froh Leute in Frührente geschickt...

Dass die DDR-Bürger dann in den 90er dazukamen hätte auch wieder eingepreist werden müssen....Es war hier vor Allem die hohe Frauenbeschäftigungsquote in der DDR, sowie die 1zu1-umgerechneten DDR-Gehälter, die dass Gefälle verschäft haben..

Auch damals sprach unsere Politik jedoch von blühenden Landschaften und es wurde weiterhin fleißig in Frührente geschickt.....

Wenn 60 Jahre das gewünschte Renteneintrittsalter eines Volkes ist, dann muss rein rechnerisch für jeden der mit 50 in Rente geht, ein anderer bis 70 arbeiten..

Das hat WEDER ETWAS mit Diskriminierung oder unsozialen Ansätzen zu tun, dass ist einfach Mathematik.....

Und wenn immer mehr Leute immer älter werden und immer länger Rente beziehen, dann muss man schauen, wer das Geld erwirtschaftet.....

LEge ich heute das Rentenalter willkürlich auf 40 Jahre, dann müssen die heute 18-39-Jährigen eben den Lebensunterhalt der 0-17-jährigen und 40-80-jährigen erwirtschaften,......

Hier sieht jeder, dass das nicht gehen wird.....

Man sollte einfach die Diskussion frei von der persönlichen Weltanschauung führen....
Man kann berechnen ab welchen Alter ein Rentensystem funktioniert und dies dann umsetzen und nicht wie auf dem Viehmarkt um ein Jahr hin oder her zu feilschen.....

Übrigens zum Thema Generationengerechtigkeit.

Was ein heute 18-jähriger von seinen "Ahnen" erbt:

etwa 25.000€ pro Kopf Bundesschulden

in Bayern gottseidank nur weitere 4000€ an Landesschulden
(NRW = 11.000 €/Kopf)

Hinzu kommen noch die jeweiligen Schulden der Bezirke, Landkreise und Gemeinden.....

Hinzu kommen abgewirtschaftete Infrastruktur, Straßen, U-Bahnen, Wasserleitungen und Kanäle.....

Gebaut in den 50er und 60er Jahren......anschließend fast 50 Jahre abgewirtschaftet und jetzt dann bald komplett zur Erneuerung fällig....wer das bezahlt?
Na wer schon? Die heutige Jugend.

@Rachel:
Sicherlich machen die vielen Geringbeschäftigten auch einen kleinen Teil des Problems aus,....

Aber das Hauptproblem ist das was wir unseren Kindern und Enkeln (bei Ihnen sind`s dann die Urenkel) hinterlassen...

Ein verschuldetes, abgewracktes Europa, mit zusätzlichen Bundesschulden, Länderschulden, Landkreis- und Gemeindeschulden, eine abgenutzte Infrastruktur
udn nebenbei noch das eine oder andere Kilo Atommüll....

SO UND GENAUSO sieht das "Erbe" derer aus, die heute geboren werden....und kommen sie mir jetzt nicht mit dem kleinen Sparbuch oder der baufälligen, heizölfressenden Hütte, die sie weitergeben wenn sie mal nicht mehr sind.....

Ich möchte es nicht heraufbeschwören....aber Europa, ja selbst Deutschland ist nur einen kleinen Schritt vom Abstieg in die "zweite Welt" entfernt.....

HARTE WORTE- MEINE MEINUNG - MÖGE SICH JEDER SELBST EIN BILD MACHEN

rentenlüge
geschrieben am
15.07.2013 um 12:09 Uhr
Beitrag 480

Warum immer das Rentenalter anpassen? Das ganze System gehört abgeschafft da es ja anscheinend nicht funktioniert. Wenn man ehrlich ist dann müssten unsere Politiker das mal zugeben. Oder man beteiligt ALLE an den Kosten. Auch Unternehmer und Selbständige die bisher nicht in die Rentenkassen einzahlen. Siehe Bürgerversicherung.
Eine weiterer Lösungsansatz wäre vielleicht die Einführung einer aktiven Sterbehilfe!
M.Eschenberg
geschrieben am
15.07.2013 um 16:19 Uhr
Beitrag 481

@Rentenlüge:
"Oder man beteiligt ALLE an den Kosten. Auch Unternehmer und Selbständige die bisher nicht in die Rentenkassen einzahlen. Siehe Bürgerversicherung. "

Das wäre sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung.....obwohl ich mir selbst dadurch keinen Gefallen tun würde...Aber was ist zum Beispiel mit den Selbständigen, die nach 30 Jahre bankrott gehen.....die haben keine private Versorgung mehr und liegen dann doch wieder allen auf der Tasche....Sicherlich ein gangbarer Weg, der aber nicht alle Probleme löst....

Den letzten Absatz kommentiere ich bewusst nicht...(hoffe das ist Ironie)



Ch.Bach
geschrieben am
15.07.2013 um 16:35 Uhr
Beitrag 482

bei einer bürgerversicherung zahlt jeder, also liegt auch ein selbstständiger der pleite geht nicht anderen auf der tasche sondern nutzt nur seinen berechtigten anspruch
M.Eschenberg
geschrieben am
15.07.2013 um 16:47 Uhr
Beitrag 483

Hallo Frau Bach,

Entschuldigung, habe mich falsch ausgedrückt...habe ich jetzt selbst beim erneuten Lesen gesehen....

Mein Statement sollte eigentlich lauten:

Als Unternehmer,sollte ich eigentlich gegen eine Bürgerversicherung sein, bin jedoch dafür, da ich durchaus das Problem von bankrott-gehenden Selbständigen, die dann dem Statt doch wieder auf der Tasche liegen, sehe.

Also pro Bürgerversicherung, gerade wegen diesen Gründen....
leser
geschrieben am
15.07.2013 um 18:13 Uhr
Beitrag 484

ich sehe das wie Frau Bach: wenn jemand eingezahlt hat hat er Anspruch auf Leistung, das gilt natürlich auch bei einer Bürgerversicherung, in die ein Selbständiger eingezahlt hat(wie lange, z. B. bis zu einer Insolvenz ändert nichts an der Berechtigung zur Leistung...). Ist der Zeitrahmen für die Anspruchnahme nach eingezahlten Beiträgen vorbei kommt natürlich die Allgemeinheit/Solidarität zum Zuge meine ich...

Zu letztem Satz Beitrag Nr.480 von rentenlüge

aus:

www.sueddeutsche.de/politik/pflegeexperte-fussek-schlechte-heime-sollten-geschlossen-werden-1.223693

Fussek: Aber ich merke, dass es der Öffentlichkeit sehr schwer fällt, das wahre Ausmaß dieser Veränderungen wirklich zu begreifen. Es geht nicht um ein paar Verbesserungen, das Bewusstsein muss sich ändern. Es geht um Menschenrechte. Jeder Mensch hat das Recht, ausreichend zu trinken und zu essen zu bekommen, er hat das Recht, nicht mit Geschwüren im Fleisch vergessen zu werden. Alte Menschen menschenwürdig zu pflegen, ist nicht marktfähig, dies soll aber nach dem Willen der Politik marktfähig sein. Das ist das Problem. Pflege ist eine Aufgabe der Solidargemeinschaft, nicht des Marktes.

Der Sozialpädagoge Claus Fussek kämpft seit fast drei Jahrzehnten für die Humanisierung der Altenpflege, sammelt Beschwerden, geht Politikern auf die Nerven- inzwischen heißt der Münchner mal "Pflegerebell", mal "Engel der Alten".

Wenn man folgenden Beitrag gesehen hat, kommt man noch mehr ins Grübeln:

Tod im Pflegeheim

Ein Insider berichtet über schlimme Zustände in manchen Pflegeheimen. Einer der Jahrzehnte bei der Caritas arbeitete und jetzt ausstieg, weil er es nicht mehr aushielt.

www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1898992/#/beitrag/video/1898992/Tod-im-Pflegeheim


rentenlüge
geschrieben am
15.07.2013 um 18:21 Uhr
Beitrag 485

Hallo,
mein letzter Satz war sicher ironisch gemeint, hat aber einen durchaus ernsten Hintergrund! Sicher tun sich die Deutschen schwer mit dem Gedanken an eine aktive Sterbehilfe, sind ja auch durch das Dritte Reich vorbelastet. Aber was ist eigentlich so schlimm daran? Ein schwer Demenzkranker kostet im Monat ca. 3000 € Pflegekosten. Kann sich jeder ausrechnen was zwei Millionen Demenzkranke Kosten. Mit dieser Zahl wird in den nächsten Jahren gerechnet, und es werden im Lauf der Jahre sicher noch mehr, da das Durchschnittsalter stetig steigt. Das nur mal zu den Kosten. Jetzt werden wieder viele aufschreien und sagen: Ein Menchenleben kann man doch nicht mit Geld aufwiegen. Das stimmt schon, ich will auch damit nicht sagen das man alle Demenzkranken oder auch sonst schwerstkranken Menschen um die Ecke bringen soll. Aber müsste das nicht jeder für sich selbst entscheiden können. Die Patentienverfügung geht ja schon in diese Richtung, aber eben nicht weit genug.
Nach bisheriger Rechtslage ist es zwar erlaubt bei einem Schwerstkranken nicht mehr alles mögliche zu unternehmen um ihn am Leben zu halten. Aber aktiv in das Geschehen einzugreifen ist nach wie vor verboten. Bei Organspendern sieht man das nicht so eng. Da ist es dann plötzlich erlaubt einem Sterbenden die Organe zu entnehmen und ihn so aktiv zu töten. Übrigens: Organspender sind nach definition vieler Ärzte keine Toten sondern Sterbende. Und über den sogenanten Hirntod wird unter Experten immer noch eifrig gestritten.
leser
geschrieben am
15.07.2013 um 18:44 Uhr
Beitrag 486

rentenlüge

- BITTE NICHT STERBEHILFE MIT DEM MASSENMORDEN DER NS-SCHERGEN VERGLEICHEN!!!!!!!!!!! oder in Zusammenhang bringen

ich gehe davon aus, das das auch nicht so gemeint war und wir beide können voraussetzen, dass jeder vernunftbegabte Mensch den Unterschied kennt. Demzufolge wäre das genannte Argument der Diskussionsverdrängung hier keines.
Ch.Bach
geschrieben am
15.07.2013 um 21:06 Uhr
Beitrag 487

@eschenberg
wir sind tatsächlich mal einer meinung ^^

@rentenlüge
der demenzkranke ist lästig, teuer....aber wer sagt ihnen, dass er in diesem moment, wo sie über sein ableben entscheiden wollen, nicht trotzdem gerne lebt?

und wenn aktive sterbhilfe gesellschaftsfähig wird...wer soll entscheiden? hat ein behinderter ein recht, kosten zu verursachen?
aktive sterbehilfe darf, wenn, dann nur bei menschen, die im vollbesitz ihrer geistigen kräfte sind, überhaupt angedacht werden.....

recht gebe ich ihnen, wenn sie lebenserhaltung um jeden preis ablehnen....diese erhaltungs-medizin ist eher ein auswuchs einer gesellschaft, die den tod als etwas natürliches vollkommen ausblendet.........

hier muss man ansetzen....und sterben nicht als etwas widernatürliches betrachten.

aber aktive sterbehilfe im sinn von kostendämpfung finde ich schon im denkansatz absolut grauenhaft.
leser
geschrieben am
15.07.2013 um 22:12 Uhr
Beitrag 488

kann ich nur voll zustimmen!

Und hinzufügen: diese ganze Betreuung und Pflege ist ein sehr sehr lukratives Geschäft. Vor allem die großen karitativen Gesellschaften verdienen sehr gut. Und wenn die Politik mitmacht(Lobbyismus) und bei Demenz gerade viel und gut verdient wird, wen würde es da wundern, würden schlagartig die Zahlen der Demenzkranken steigen? Es gab eine Zeit, da zahlten die Krankenkassen anstandslos jede Brustamputation. Wen wundert es, dass vor einiger Zeit die Meldung durch die Medien ging, es wurden enorm viel unnötige Brust-OP´s vorgenommen? Genauso wurden einmal die Grenzwerte für Blutfette ohne medizinischen Grund heruntergesetzt - daran wird noch heute gut verdient!!!

Was ich damit sagen möchte: auch unser Gesundheitssystem ist immer mehr von Profit(ich denke z.B. auch an die Organhandelskandale) bestimmt - meiner Meinung nach ist ohne eine grundsätzliche gesellschafts-, und politische sowie gesetzliche Änderung das Thema Sterbehilfe(selbstbestimmt) aus humaner Sicht gesehen in Deutschland kaum befriedigend zu lösen!!!
rentenlüge
geschrieben am
16.07.2013 um 08:53 Uhr
Beitrag 489

Hallo Ch.Bach.
Kennen sie persönlich einen fall von Alzheimer oder schwerer Demenz im Endstadium. Ich ja! Davon zu sprechen das diese Personen noch gerne leben finde ich schon Merkwürdig. Bei diesen Menschen hat jede Erinnerung und jede Form der Kommunikation aufgehört! Sie liegen 24 Stunden im Bett und starren an die Wand. Sind nicht mehr fähig sich kontrolliert zu bewegen,selbständig zu Essen und zu Trinken oder Ihre Ausscheidungen zu kontrollieren. Besuchen sie doch mal ein Pflegeheim für solche Leute. Ich kann ihnen sagen, ich für meinen Fall möchte nicht so enden. Bei solchen Menschen wäre eine aktiven Sterbehilfe ein Segen. Aber sie werden eben verwahrt und am Leben erhalten bis sie eines natürlichen Todes sterben. Schließlich verdient die Pflegeindustrie Milliarden an ihnen!
Ch.Bach
geschrieben am
16.07.2013 um 11:53 Uhr
Beitrag 490

@rentenlüge
doch, kenne ich, viel zu gut und viel zu oft....

aber vielleicht definieren sie sterbehilfe anders als ich? wie ich schon erwähnte, bin ich gegen lebenserhaltung um jeden preis. also keine sinnlosen wiederbelebungen, keine schrecklichen zwangsernährungen, kein hinausschieben des todes mit allen mitteln
dafür aber für eine begleitung, schmerzmittel so viel als nötig( ohne mir absurde gedanken über eventuelle überdosierung oder suchtgefährdung zu machen), pflege, die keine qual verursacht.

sterbebegleitung ist immer eine gratwanderung und passive sterbehilfe(wozu ich auch ein abschalten von maschinen zähle)wird wesentlich häufiger praktiziert als an die öffentlichkeit dringt....nicht dringen darf, denn der arzt liefe gefahr, von aufgebrachten verwandten angeklagt zu werden. ein anderes extrem--------

aber aktiv jetzt einschläfern--denn das wäre es wohl was sie meinen---nein.

meiner erfahrung nach leidet nämlich oft weniger der sterbende(wenn er wie oben beschrieben behandelt wird)als der, der ihn pflegt....wobei ich unter leiden durchaus auch die psychische belastung sehe. aber das ist wieder mehr ein problem der gesellschaft,in der gute pflege einerseits unbezahlbar und andrerseits gering geschätzt ist.
rentenlüge
geschrieben am
16.07.2013 um 18:25 Uhr
Beitrag 491

Hallo CH.Bach.
Aber was ist Zwangsernährung? Das einflößen von Nahrung über den Mund oder eine Magensonde? Das einstellen der Ernährung fällt doch auch mehr oder weniger unter aktive Sterbehilfe oder täusche ich mich da? Man lässt ja schliesslich einen Menschen verhungern! Ok dieser Mensch wird wahrscheinlich nichts davon mitbekommen da das Gehirn in diesem Stadium grötenteils zerstört ist! Aber wo ist dann der Unterschied???
leser
geschrieben am
22.07.2013 um 17:35 Uhr
Beitrag 492

Das ist ein sehr schwieriges Thema bei dem man zwangsläufig auch zu dem Thema Komapatient kommt. Wer kann sagen, was fühlt, hört, sieht und denkt ein Mensch beziehungsweise welche Sinne und Funktionen gibt es noch bei ihm, wenn es ihm nicht mehr möglich ist, sich in irgendeiner Form mitzuteilen??? Es gab schon erschütternde Berichte von Komapatienten, die wieder aufwachten.

Verständlich ist auch, wenn durch eigene Erlebnisse die Argumentation sehr emotional geführt wird. Ich gebe aber zu bedenken, dass es immer Menschen gibt, die ähnliche oder sogar schlimmere Schicksalsschläge hinnehmen mussten als man selbst meint….

Zur Versachlichung(soweit man bei diesem Thema davon schreiben kann), Auszüge aus:

www.sterbehilfe-info.de/sterbehilfe-was-bedeuten-die-begriffe-eigentlich/

1) Aktive Sterbehilfe
Bei der aktiven Sterbehilfe verabreicht jemand einem Patienten ein unmittelbar tödlich wirkendes Mittel. Der Patient nimmt es also nicht selbst zu sich (das ist der Unterschied zum assistierten Suizid), sondern es wird dem Patienten von außen “aktiv” zugeführt. Wer aktive Sterbehilfe betreibt setzt also bewusst und vorsätzlich einen neuen Kausalverlauf in Gang, der unmittelbar und kurzfristig zum Tod führen soll.
Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland ausnahmslos verboten, wie fast weltweit

2) Passive Sterbehilfe
Unter passiver Sterbehilfe versteht man den Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen oder deren Beendigung, entweder weil sie (in der unmittelbaren Sterbephase) medizinisch nicht mehr indiziert sind oder weil der Patient solche Maßnahmen ablehnt. Im Unterschied zur aktiven Sterbehilfe wird hier also kein neuer Kausalverlauf (durch Gabe eines tötenden Mittels) gesetzt, sondern man lässt vielmehr nur den natürlichen Sterbeprozess geschehen.
Fall der Betroffene aktuell nicht mehr einwilligungsfähig ist, kommt es auf seinen früher geäußerten Willen (Patientenverfügung) an. Fehlt eine solche, muss der mutmaßliche Wille festgestellt werden. In solchen Fällen entscheidet der Vorsorgebevollmächtigte bzw. (falls der Patient keinen Bevollmächtigten benannt hat) der gerichtlich bestellte Betreuer;

leser
geschrieben am
22.07.2013 um 17:43 Uhr
Beitrag 493

Zusatz: übrigens stimmt die von mir zitierte(juristische)Definition der passiven Sterbehilfe mit der von Frau Bach in ihrem letzten Beitrag genannten überein!
leser
geschrieben am
25.08.2013 um 07:16 Uhr
Beitrag 494


Rentengerechtigkeit!!!

Ich finde die Ungleichbehandlung der Rentenanrechnung bei den Erziehungszeiten für Kinder ab einem willkürlich festgesetzten Zeitpunkt für einen Skandal und mache auf die Möglichkeit der Petitionsunterzeichnung aufmerksam.

Zitat aus der Petitionsbegründung:

Die Pforzheimerin M. Descharmes, selbst Mutter von zwei mittlerweile erwachsenen Kindern, findet es ungerecht und nicht hinnehmbar, dass Mütter, die ihre Kinder nach 1992 geboren haben, für die Erziehungszeit eines Kindes drei Rentenpunkte anerkannt bekommen, „ältere" Mütter aber nur einen einzigen.

chn.ge/124FCzR
Hildegard
geschrieben am
27.08.2013 um 13:19 Uhr
Beitrag 495

Diese Differenzierung kann ich auch nicht nachvollziehen. Wobei die Frage ist, ob man das überhaupt anrechnen sollte,..schließlich profitiert die Daheimgebliebene bereits durch die bessere Lohnsteuerkarte des Mannes, bzw. wird die "böse" Mutter die nach einem halben Jahr wieder arbeitet dann sowieso mit der schlechteren LSK auch schlechter gestellt. ICh glaube unsere Volkswirtschaft kann es sich eigentlich nicht mehr erlauben, dass Frauen pro Kind Jahre zuhause bleiben...ich selbst bin nach allen Kindern jeweils nach einem halben Jahr wieder im Job gewesen....und meine Kinder (heute teils erwachsen) haben sich nicht schlechter dadurch entwickelt.....
Ch.Bach
geschrieben am
28.08.2013 um 11:47 Uhr
Beitrag 496

@hildegard
ohne jetzt wieder eine diskussion entfachen zu wollen, ob und wie frau kinder und beruf unter einen hut bringen kann/soll/will....
....stellt sich mir doch(zum wiederholten mal hier) die frage: wo waren ihre halbjährigen säuglinge untergebracht? vor 20 und mehr jahren waren KITAS im grunde nicht existent und kindergärten nahmen in der regel erst kinder frühestens ab 3 jahren auf, und das nur halbtags--man hatte schon glück, wenn sie in einer verlängerten gruppe unterkamen(mehr als 3 stunden). selbst jetzt ist trotz gesetzlichen anspruchs nicht jedes kind versorgt?!
und genau die mütter dieser generationen, die meist gar nicht die wahl hatten, gehen bei der rentenanrechnung unter, ihnen wird nur 1 jahr anerkannt! ebensowenig haben diese frauen eine chance auf anerkennung von pflegeleistung alter/pflegebedürftiger eltern. ich für meinen teil halte es für mehr als ungerecht, ausgerechnet den frauen, die sich kaum eigene rentenansprüche erwirtschaften konnten, bei denen keine rede war von eigener altersvorsorge von riester bis privater rentenversicherung,die einfach selbstverständlich ihre aufgabe in den familien wahrnahmen, und die auch gar nicht erwarten mussten, im alter mittellos zu sein, jetzt im regen stehen zu lassen.
apropos lohnsteuer: das mag sich bei hohen gehältern merkbar ausgewirkt haben, bei normalverdienern war das mehr an brutto bei alleinverdienern in der regel weniger als das, was doppelverdiener als mehraufwand absetzen konnten. und das bißchen wurde auch komplett für den unterhalt der familie benötigt---frau/mutter hatte keinen finanziellen vorteil.
Kerstin
geschrieben am
28.08.2013 um 14:07 Uhr
Beitrag 497

Ich möchte mich jetzt ausdrücklich nicht direkt auf obige Diskussion beziehen, weil es hier definitiv kein richtig oder falsch gibt, dass sind einfach (beiderseits) ideologische Ansichten...
Wichtig ist vielmehr, dass alle Maßnahmen finanzierbar sind...es kann der jungen Generation nicht immer noch mehr Verschuldung aufgehalst werden.
Überbordende Sozialleistungen, nicht darstellbare Rentenbezüge....das alles schröpft unsere Staatskasse Jahr für Jahr und lastet den jungen Menschen immer mehr Schulden auf....

M.Eschenberg
geschrieben am
28.08.2013 um 15:36 Uhr
Beitrag 498

Wahre Worte....

Leider.

Schulden werden das einzige sein, was wir unseren Kindern hinterlassen werden....
auf Europa- Bundes- Länder- Bezirks- und Landkreisebene....halt: Die Gemeinden darf ich auch nicht vergessen...wir ramschen unsere sozialen Sicherungssysteme aus und in 10 Jahren ist selbst für die wirklichen Bedürftigen nichts mehr da (heißt nicht, dass es jetzt keine wirklich bedürftigen gibt,..aber auch genügend andere)
Ch.Bach
geschrieben am
28.08.2013 um 16:43 Uhr
Beitrag 499

-hätten wir denn die jungen leute ohne mütter?

-was ist daran ideologisch?

-kerstin, hildegard: sind sie bereit, zwei anrechnungspunkte pro kind streichen zu lassen? (wenn die kinder erst nahezu erwachsen sind, sind sie nach '92 geboren)

-stehen nicht die beitragssätze zur rente grad zur diskussion mit der intention, sie zu senken? weil die rentenkassen zu voll sind aber nicht mehr als 1,5 monate rentenzahlungen als rücklage bilden dürfen? www.tagesschau.de/inland/rente316.html

-und wie sieht es mit der solidargemeinschaft aus? immer weniger bürger halten immer mehr vermögen: dem reichen hund ein diamanthalsband zu weihnachten und der mutter ein essen in der armenküche?

polemisch? nein, tatsachen.....(gehen sie weihnachten mal in den "strohhalm" in regensburg)

was hindert die regierung daran, das vermögen der rentenkassen eben nicht anzutasten sondern weiter auszubauen? ein gesetz? soviele gesetze wurden der realität angepasst. aber beitragssenkungen bringen wählerstimmen....

was spricht wirklich gegen eine bürgerversicherung nach schweizer vorbild? das veto derer die vermögen/hohe einkommen haben und das der privatversicherer, aber sicher nicht vernunft, weitblick und solidarität

wieso kommt denn der täglich propagierte wirtschaftliche aufschwung immer nur bei einigen wenigen an, aber nie bei denen, die die leistung erbracht haben?

und was also sollen diese bald alten frauen tun? sozialverträglich frühableben? damit ihre kinder und enkel weder für ihre rente zahlen müssen noch-gott bewahre- die mama/oma pflegen?

merkt ihr jungen eigentlich noch, wie egoistisch ihr seid? sind 365 euro grundsicherung eine überbordende sozialleistung?----oder nicht doch vielleicht zu wenig, um in deutschland ein würdiges alter zu erleben?

und wem ich zu emotional/polemisch bin---auch gut! ich hab wenigstens noch emotionen und nicht nur börsenkurse samt taschenrechner im kopf



Ch.Bach
geschrieben am
28.08.2013 um 16:46 Uhr
Beitrag 500

ps: für mutter ist gegebener weise auch das wort vater zu verwenden
inkognito
geschrieben am
28.08.2013 um 18:31 Uhr
Beitrag 501

Die Mähr vom grossangelegten Sozialmißbrauch kann man langsam nicht mehr hören. Jeder kennt mindestens 10 Sozialschmarotzer die unseren Staat aussaugen. Aber warum zeigt diese Schmarotzer denn keiner an? Die begehen schliesslich eine Straftat wenn sie Leistungen in anspruch nehmen die ihnen nicht zustehen.
Fakt ist das die Reichen immer reicher werden und der Durchschnitt immer weniger in der Tasche hat. Die Gier der Konzerne und der Vermögenden Schichten kennt ganz nach amerikanischem Vorbild keine Grenzen mehr!
Hier müßte man dringend einen Ausgleich schaffen. Eine Bürgerversicherung und die Wiedereinführung einer Vermögensteuer wären ein erster Schritt dazu. Und natürlich viel härtere Strafen bei Steuerhinterziehung! Streichen der Straffreiheit bei Selbstanzeige. Und mehr Steuerprüfer!
Moon
geschrieben am
28.08.2013 um 20:27 Uhr
Beitrag 502

.."mehr Steuerprüfer"

Dann fragt doch mal einen Finanzbeamten wie er das sieht!
Seit Jahren fordern die bayrischen Finanzbehörden bessere Personalausstattungen die prompt von "oben" abgelehnt werden...man munkelt weil dann in Bayern der eine oder andere Hoeneß auffliegen könnte...aber gerade diese Leute machen oder beeinflussen Recht und Gesetz....

...deshalb wählen wir sie auch so gern...seit Jahrzehnten....
M.Eschenberg
geschrieben am
29.08.2013 um 09:12 Uhr
Beitrag 503

@inkognito:
Ich habe NICHT gesagt, dass alle Hartzler Schmarotzer sind.

Ich bin FÜR soziale Sicherungssysteme, muss aber feststellen, dass auch diese von einer kleinen Gruppe überstrapaziert werden.

mehr Steuerfahnder finde ich sehr gut, es kann nicht sein, dass der eine brav Steuern zahlt und der andere den Staat und damit seine Mitmenschen prellt...

Eine Vermögenssteuer empfinde ich persönlich (vermutlich als Betroffener) als ungerecht. Alles Vermögen das ich besitze habe ich bereits beim Erwerb versteuert, sei es als Lohnsteuer durch Arbeit, Gewerbesteuer, Kapitalertragssteuer,...
Eine Besteuerung meines Besitzes würde ich persönlich als Enteignung empfinden.

Interessant wäre übrigens der Gedanke einer Vermögenssteuer in Hinblick auf die von Ihnen angebrachte Position:
"Die Gier der Konzerne und der Vermögenden Schichten kennt ganz nach amerikanischem Vorbild keine Grenzen mehr!"

Könnten Sie Sich vorstellen, was passiert wenn wir diese tatsächlich einführen würden? Die "Reichen" würden (mal wieder) Mittel und Wege finden dies auszugleichen.

Es reicht dann nicht mehr, wenn eingesetztes Kapital 10-15 % Renditen fährt, nein, die "Verluste" durch Vermögensbesteuerung müssten dann auch mit erwirtschaftet werden. Was dies dann wiederum als zusätzlich "Druck" auf z.B. AGs bedeutet brauche ich sicherlich nicht erwähnen. Die momentane Maschinerie der "Gewinnoptimierung" mit allen Schattenseiten dreht sich dann nochmal eine Runde schneller....Leidtragende werden wie immer direkte Angestellte und kleine mittelständische Zulieferer / Auftragnehmer sein....

Niemand gibt etwas gerne her und unsere "Reichen" haben Mittel und Wege es sich einfach wieder anderswo zu holen.

@Ch.Bach:
"merkt ihr jungen eigentlich noch, wie egoistisch ihr seid?"

Bitte nehmen Sie nicht den Fall der früh verwitweten Rentnerin, die drei Kinder großgezogen hat....Solche Fälle gibt es natürlich auch - und das ist auch wirklich nicht die Ursache unserer Probleme.

Trotzdem halte ich an meiner Theorie fest, dass die ältere Generation, vornehmlich der heute 50-70 Jährigen auf Kosten der Jugend lebt. Beispiele?

Gerade diese Generation war es - nachdem ihre Eltern wiederum Deutschland aufgebaut hatten- gewohnt dass das "Wirtschaftswunder" immer weiter geht.

Diese "Mittelschicht" hat heute größtenteils "Ihre Schäfchen im Trockenen" sei es durch abbezahltes Eigenheim, Geldbesitz und hohe Renten- oder Pensionsansprüche. Ebenso ist man gewohnt 2x jährlich nach Tunesien oder Mauritius zu fliegen und natürlich eine Woche Skifahren nach Kitzbühel.

Autos kauft man regelmäßig neu - dass in der riesigen Familien-Limousine dann nur noch zwei Leute sitzen ist auch egal...

Ich neide das niemanden - bin ja selbst in "dieser Altersklasse"
- aber jetzt kommt das Problem.
Während Papa vor 30 als er bei BMW am Band zu arbeiten anfing noch ein Haus bauen und eine Familie gründen konnte, tut sich da sein 25-jähriger Sohn heute schon wesentlich schwerer....den jungen zahlt man einfach überall nicht mehr so viel, auf der anderen Seite gibt man Ihnen jedoch eine "fragliche" Mitgift:

- eine stark sanierungsbedürftige Infrastruktur (Straßen, Wasser,...)in die die letzten Jahre viel zu wenig investiert wurde und die somit "abgebraucht" wurde

- Schulden auf allen Ebenen (wie im vorhergehende Post erwähnt)

- eine stark belastete Umwelt mit allen negativen Erscheinungen

Die jungen Leute, die ein Haus oder Geld erben, haben Glück gehabt. Sie starten bei Null - oder mit einem kleinen finanziellen Vorteil - ALLE ANDEREN sind bereits (ohne eigentlichen Gegenwert !) verschuldet, wenn sie zu arbeiten anfangen....und sehen sich dann weiteren enormen Kosten zur Sanierung der Infrastruktur, Sozialsysteme gegenübergestellt.....ganz davon abgesehen, dass das Verhältnis Arbeitende Bevölkerung/Rente-beziehende Bevölkerung noch nie so "ungünstig" war wie heute....




inkognito
geschrieben am
29.08.2013 um 10:27 Uhr
Beitrag 504

Hallo erst mal,
Herr Eschenberg, sie glauben doch selbst nicht das die junge Generation so viel besser ist als die jetzt Älteren. Die jetzigen Jungen machen doch die gleichen Fehler. Ich denke mal das liegt einfach an der Unfähigkeit des "Menschen an sich" nicht über die eigene Lebensspanne hinaus planen zu können. Was schert mich was nach meinem ableben passiert!!!
Zweitens liegt meiner Meinung ein großer Fehler im ganzen System das immer nur auf Wachstum beruht! Immer mehr Produktion, mehr Umsatz mehr Verbrauch mehr Konsum! Wohin soll das führen.
Ch.Bach
geschrieben am
29.08.2013 um 12:11 Uhr
Beitrag 505

@eschenberg
sie kennen einfach andere leute als ich

der weitaus grössere teil der heute 50-60 jährigen die ich so sehe, kenne, hat bei null angefangen, da ihre eltern noch mit den kriegslasten zu kämpfen hatten. und wenn sie nicht grade beamte sind ist ihre zu erwartende rente auch nicht das gelbe vom ei. trotzdem haben sie ihrem nachwuchs studium, ausbildung, eventuell sogar einen beitrag zum eigenheim ermöglicht. urlaub auf mauritius blieb da immer ein traum.

schau ich mir dagegen an, wie heute jugendliche mit dem geld ihrer eltern um die 40 leben frag ich mich, wie sie diesen lebensstil aufrecht erhalten wollen. das fängt bei permanent neuer unterhaltungselektronik an, geht über das hobby "shoppen"!! bis zum anspruch, im urlaub unbedingt verreisen zu müssen. und eigenartiger weise sind es genau diese, die meinen mir sagen zu müssen, ich dürfe keine ansprüche im alter stellen.

gut, es mag ein wenig nach schwarz-weiß malerei klingen....

fakt ist,-hier haben sie recht- dass wir alle über unsere verhältnisse leben, und das nicht nur auf die wirtschaft bezogen. der nächste crash ist absehbar: von der börse bis zum atomkraftwerk.
in zukunft- denke ich- wird es der leichter haben, der von anfang an weniger materielle als ideelle ansprüche an das leben hat.

und ich meinte mit altersarmut nicht das verwitwete muttchen....ich brauch nur meinen gerade eingetroffenen rentenbescheid ansehen. und ich habe wenigstens eingezahlt. sehr viele frauen meiner generation waren tatsächlich hausfrauen mit maximal 400 euro job...ganz dem politischen zeitgeist gemäß.

@inkognito
stimme ihnen voll zu
inkognito
geschrieben am
29.08.2013 um 12:36 Uhr
Beitrag 506

Hallo erst mal,
hier treffen anscheinend ideologische Ansichten aufeinander die nicht vereinbar sind. Warum keine Vermögenssteuer? Die gab es ja schon mal und trotzdem ist kein Reicher am Bettelstock gelandet. Wieso nicht höhere Steuern für Besserverdienende? Die waren auch schon mal bei 50% und es ging auch.
Und wenn man immer auf die bösen Rentner einschlägt sollte man sich auch mal mit den Beamtenpensionen beschäftigen. Die wird nämlich bis 2040 50% der Staatseinnahmen verschlingen! Warum keine Bürgerversicherung für alle?
Weil keine Solidarität mehr herrscht! Jeder gegen jeden und mir das meiste!!!
Wie sagte schon Jesus: „Denn eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.“
Beamter
geschrieben am
29.08.2013 um 12:53 Uhr
Beitrag 507

Lasst uns doch einfach mal in Ruhe! jeder hätte die Möglichkeit gehabt, selbst Lehrer, Polizist oder sonstiger Beamter zu werden.

Ich habe mir damals die Entscheidung nach meinem Studium auch nicht leicht gemacht und hätte - im Rückblick- viel mehr Geld in der freien Wirtschaft verdient. Das hat sich teilweise geändert, aber jeder kann für sich selbst bestimmen! Mein Bruder jammert manchmal über die 6 Wochen, die Schullehrer haben...frage ich ihn, warum er nicht Lehrer geworden ist, sagt er "blos nicht! Die Kinder würden mich in den Wahnsinn treiben!"

Frau bach kann ich nicht ganz folgen....sehen Sie sich doch mal in Maxhütte um, wieviele prekäre Verhältnisse wir haben (wenig bis keine) und wieviele "normale" Mittelschicht. Das sieht man schon an den vielen vielen Einfamilienhäusern, mit Zweitwagen vor der Tür oder Motorrad in der Garage...von den zahlreichen (und kostenintensiven) Besuchen von Bürgerfesten, Vereinsfesten oder Weihnachtsmärkten garnicht zu sprechen.

Kann es sein, dass Sie eher diejenige sind, die nur Menschen eines gewissen Mileuas kennen?
Max
geschrieben am
29.08.2013 um 13:20 Uhr
Beitrag 508

"Die gab es ja schon mal und trotzdem ist kein Reicher am Bettelstock gelandet."

???

Es ist ja auch noch kein Hartz-4-Empfänger in Deutschland verhungert, also warum dann die Aufregung?
Was sind denn das für Argumente? Den Reichen kann man wegnehmen, was ihnen gehört, weil sie ja dann noch immer reich sind?

Ich dachte wir hätten den Sozialschmarotzismus schon hinter uns gelassen, aber es kommt immer wieder...
dape´67
geschrieben am
29.08.2013 um 13:25 Uhr
Beitrag 509

@ Beamter: Zitat: "Kann es sein, dass Sie eher diejenige sind, die nur Menschen eines gewissen Mileuas kennen?"

Frage an Sie: kann es sein, dass Sie derjenige sind, der nur Menschen ihres Milieus (ja - schreibt man übrigens "Milieu" und nicht "Mileua"...wussten Sie aber als gebildeter Beamter sicher und wollten uns nur auf die Probe stellen") kennt?

Wir haben also in Maxhütte-Haidhof und dem Städtedreieck wenige bis gar keine Menschen, die in prekären sozialen Verhältnissen leben?! Dann wäre es wohl mal an der Zeit, sich aus dem Sessel Ihrer Amtsstube zu erheben und offenen Auges durch die Gemeinde zu gehen. Vielleicht gleich kommenden Mittwoch wenn die Tafel wieder geöffnet hat. Und entgeggen anderslautender Meinungen, kann da nicht jeder vorstellig werden - Bedürftigkeit ist nachzuweisen; sprich prekäre Verhältnisse sind Voraussetzung.

Und was Ihre "normale" Mittelschicht anbelangt: möchte nicht wissen, bei wie vielen Ihrer genannten Mittelschicht der Ratenkredit schneller läuft als der PS-potente SUV. Auf den erwähnten Festen dürften Sie wohl kaum Menschen antreffen, die hilfebedürftig sind - ausser Sie geben ne Maß aus ;-)

Ich bin nun wirklich einer der Letzten, die Menschen ob ihres Berufsstands kritisieren - auch Beamte nicht, denn sie erfüllen wichtige Aufgaben. Aber ich finde es schon befremdlich, wie sich jemand der angeblich der Beamtenschaft angehören soll/will hier äußert.

Und @ Max: tun Sie doch nicht so, als gehörten Sie der Kaste der Superreichen an, denen etwas weggenommen würde, was sie sich vorher mehr als dubios ergaunert haben. Die wohnen in unserem beschaulichen Städtchen eher nicht. Da dürfte wohl eher der Wunsch der Vater des Gedankens sein.
Ch.Bach
geschrieben am
29.08.2013 um 13:36 Uhr
Beitrag 510

@beamter
..vielleicht hab ich einfach einen job der mich mit mehr als nur den wohlstandsmenschen in kontakt bringt?

dape hat absolut recht

beamter? sicher dann nicht in maxhütte
Max
geschrieben am
29.08.2013 um 15:15 Uhr
Beitrag 511

Genauso wenig wie man arm sein muss, um sich in einen Hartz4ler einzufühlen, muss man reich sein, um eine Vermögenssteuer ungerecht zu finden, oder? Mir persönlich missfältt einfach der Gedanke in einen sozialistischen Staat zu leben, oder unsere Gesellschaft sich nur leicht in diese Richtung bewegen zu sehen....
Ch.Bach
geschrieben am
29.08.2013 um 15:30 Uhr
Beitrag 512

nein, max, sie bevorzugen die oligarchie
Jochen
geschrieben am
29.08.2013 um 16:14 Uhr
Beitrag 513

Zitat Eschenberg: "Eine Vermögenssteuer empfinde ich persönlich (vermutlich als Betroffener) als ungerecht. Alles Vermögen das ich besitze habe ich bereits beim Erwerb versteuert, sei es als Lohnsteuer durch Arbeit, Gewerbesteuer, Kapitalertragssteuer,... Eine Besteuerung meines Besitzes würde ich persönlich als Enteignung empfinden."

?

Wenn sich ein Angestellter von seinem bereits versteuerten (!) Gehalt etwas zu essen kauft, zahlt er erneut MwSt. Auch hier wird letztlich das bereits versteuerte Gehalt erneut besteuert. Sie werden kaum bestreiten können, dass die MwSt die unteren Einkommensschichte überproportional härter trifft als die oberen.
Max
geschrieben am
29.08.2013 um 16:17 Uhr
Beitrag 514

Das ist eine Unterstellung!
Ich möchte einfach nur nicht, dass der Staat irgendwem etwas im Nachhinein wegnimmt. Wer zieht die Grenze? 10% Vermögenssteuer jährlich? 50%? 80%?

???

Oder nach Bedarf? Sehen Sie nicht, was Sie da fordern??


Kerstin
geschrieben am
29.08.2013 um 16:42 Uhr
Beitrag 515

Verfolgt man Frau Bach`s Beiträge über die Zeit hinweg so kommt doch raus, um was es geht: Neid
inkognito
geschrieben am
29.08.2013 um 18:17 Uhr
Beitrag 516

Hallo erst mal,
hallo Max! Die Vermögenssteuer lag als sie noch erhoben wurde bei 1%. Wie kommen sie auf 10 oder 20%. Und andere Länder erheben auch Steuern auf Vermögen! Sogar die USA!
inkognito
geschrieben am
29.08.2013 um 18:31 Uhr
Beitrag 517

Und ich bleibe dabei: Die Beamten werden unseren Staat noch ruinieren. Sie sind so unnötig wie ein Kropf. Sie zahlen nichts für ihre Pensionen und verdienen für die Leistung die sie erbringen viel zu viel. Sie haben Privilegien von der jeder normale Arbeitnehmer nicht mal träumen kann! Und die Frage warum nicht jeder Beamter wird ist auch leicht zuz beantworten: Weil man ohne Beziehung in dieses Kastensystem nicht reinkommt. Basta1
Matthias
geschrieben am
29.08.2013 um 20:08 Uhr
Beitrag 518

>Weil man ohne Beziehung in dieses Kastensystem nicht reinkommt. Basta1

Wohl schon beim LPA-Test rausgeflogen, was? Seltsamerweise ist das Verfahren tatsächlich wesentlich transparenter als bei privatwirtschaftlichen Arbeitgebern.

>Sie zahlen nichts für ihre Pensionen.

Träumen Sie weiter. Da keine Zahlungen an die Rentenkassen geleistet werden müssen (insoweit haben Sie recht), wurde sicherheitshalber das Bruttogehalt entsprechend niedriger angesetzt. Gibt für manchen ein böses Erwachen, dessen Beamtenkarriere (warum auch immer) endet. Dann wird man zwar in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert, aber die Ansprüche sind wegen des niedrigeren Bruttogehalts deutlich niedriger, als die eines Arbeitnehmers, der netto das Gleiche verdient hat.


Ch.Bach
geschrieben am
29.08.2013 um 21:51 Uhr
Beitrag 519

@ kerstin
lächerlich

...zorn vielleicht,
...wenn ich sehe wie manche den kragen nicht voll bekommen während andere eben deswegen keine chance haben anständig zu leben...
....oder über sinnlose umweltzerstörung um ein paar euro mehr rauszuschinden
....über abstruse argumente gegen die solidargemeinschaft von der doch alle leben
....über gier
....über unverstand, über das augenverschliessen vor der realität, über das leugnen von mißständen, über dummheit und borniertheit.....

...aber auf was sollte ich neidisch sein?

ich hab alles was ich brauche^^

Gromolo
geschrieben am
29.08.2013 um 22:55 Uhr
Beitrag 520

Ich würde beileibe nicht jeden Beitrag von Frau Bach unterschreiben, aber es ist immer dasselbe Muster hier. Sobald jemand die Umverteilung von unten nach oben kritisiert oder abmildern will, wird ihm wahlweise Neid oder Sympathie mit dem Kommunismus vorgeworfen.

(Und nein, ich bin kein Kommunist, ich folge hier lediglich der Argumentation von Per Steinbrück www.vorwaerts.de/107996/konferenz_gute_arbeit_peer_steinbrueck.html )
Max
geschrieben am
29.08.2013 um 23:28 Uhr
Beitrag 521

SPD = auch Sozialstenpack
inkognito
geschrieben am
30.08.2013 um 09:19 Uhr
Beitrag 522

CSU = Kapitalistenpack
So sind sie halt die CSU Wähler! Gehen jeden Sonntag brav in ihre Kirche wohl wissen das der Priester ihre Kinder missbraucht. Man schaut halt weg ist ja schließlich ein Opfer für Gott! Man betet inständig darum das doch die Asylanten vorher verrecken mögen damit sie uns nicht auf der Tasche liegen. Man betet für mehr Geld usw....
Nochmal zu den Beamten. Das die weniger verdienen als in der Freien Wirtschaft war vielleicht mal. Da aber in der freien Wirtschaft die Löhne in den letzten Jahren stetig nach unten gingen stimmt das schon lange nicht mehr.
Und wenn man schon drüber spricht wo denn die Renten herkommen sollen darf man wohl nachfragen wo denn die Beamtenpensionen herkommen sollen! Ach ja die zahlt ja der Steuerzahler, hatte ich ganz vergessen. Dann könnte man ja die Renten auch mit Steuermittel bezahlen oder etwa nicht.
dape´67
geschrieben am
30.08.2013 um 12:12 Uhr
Beitrag 523

@ Max: Zitat: "SPD = auch Sozialstenpack"

Gratulation! Mit diesem Beitrag haben Sie sich selbst für den Troll des Monats in diesem Forum empfohlen. Wer die SPD heute noch für Sozialisten hält, dürfte bereits 1998 ins Wachkoma gefallen und bis heute nicht aufgewacht sein. Man ist fast geneigt Ihnen entgegen zu rufen: "Guten Morgen Teilnehmer..."
Max
geschrieben am
30.08.2013 um 13:50 Uhr
Beitrag 524

1998 war die SPD eine Partei der Mitte! Mit der später einsetzenden Agenda 2010 hat sie mir Mut bewiesen als es Kohl und Merkel jemals vermocht haben.

Die Agenda war ein Erfolg, Gerhard Schröder ein mutiger, visionärer Kanzler und selbst die Grünen haben damals als Koalitionspartner nicht gänzlich versagt.

JETZT befinden wir uns aber im Jahr 2013....Schröder und Müntefering sind passé und die SPD hat sich selbst den letzten Jahre einem starken Linksruck unterworfen...

Die Frage ist, wer von uns die letzten Jahre geschlafen hat...

Mindestlohn, Vermögensteuer und Regulierung der Finanzmärkte waren zu "Schröders Zeiten" kein Thema - im Gegensatz zur aktuellen SPD-Truppe.

Vielleicht doch Sozialisten?
Max
geschrieben am
30.08.2013 um 13:51 Uhr
Beitrag 525

sollte "mehr Mut bewiesen " heißen...nur für die Leute, die ganze Argumentationen wegen Schreibfehlern abkanzeln...
Max
geschrieben am
30.08.2013 um 13:55 Uhr
Beitrag 526

Noch ein Nachtrag:

Ich bin der festen Überzeugung, dass Peer Steinbruck kein blinder Idiot ist und sehr genau weiß, welchen Blödsinn er da zur Zeit verzapft...der glaubt da selbst nicht dran...er selbst hat damals als Minister die Deregulierung der Finanzmärkte vorangetrieben...
Aber die Staatsratvorsitzenden Gabriel + Co. lassen ihn nicht so, wie er gerne würde...
inkognito
geschrieben am
30.08.2013 um 14:15 Uhr
Beitrag 527

Hallo,
ihr braucht euch nicht mehr vor dem bösen Kommunismus fürchten, die rote Gefahr ist vorüber. Oder habt ihr noch nicht mitbekommen das selbst das böse Russland und China mittlerweile fest in der Hand des Kapitals sind. Bis auf ein paar Ausnahmen hat doch der Kapitalismus gesiegt.
Es geht doch um die Frage ob man einen uneingeschränkten Kapitalismus will.
Ch.Bach
geschrieben am
30.08.2013 um 15:07 Uhr
Beitrag 528

ich vermag einfach nicht zu erkennen, warum die forderung nach einer gerechten wirtschafts- und sozialordnung mich in die kommunistische ecke stellt.
ganz davon abgesehen, dass man "sozialistisch" verschieden interpretieren kann, dachte ich immer, in einer sozialdemokratie zu leben wäre die beste aller möglichkeiten.
allerdings ist der gedanke von gerechtigkeit und solidarität der spd unter schröder abhanden gekommen, spätestens mit hartz IV haben diejenigen, die das kapital in den händen halten, auch die richtung vorgegeben. die folgen des entstandenen, letztendlich nicht beherrschbaren turbokapitalismus': bankenpleiten, staatspleiten, firmenpleiten, privatinsolvenzen.....aber der steuerzahler wirds schon richten---der normalsteuerzahler. denn weder die verursacher noch die gewinner der zusammenbrüche werden zur kasse gebeten, geschweige denn, gar zur rechenschaft gezogen.
Matthias
geschrieben am
30.08.2013 um 19:18 Uhr
Beitrag 529

>Und wenn man schon drüber spricht wo denn die Renten herkommen sollen darf man wohl nachfragen wo denn die Beamtenpensionen herkommen sollen! Ach ja die zahlt ja der Steuerzahler, hatte ich ganz vergessen.

Richtig. Auch hier wurde das Bruttogehalt entsprechend niedriger angesetzt, denn der Beamte muss ja keine Rentenversicherungsbeiträge leisten. Dummerweise haben die Steuerzahler (bzw. deren gewählte Stellvertreter) es teilweise versäumt, Pensionsrücklagen zu bilden. Von Anfang an wusste man sehr genau (Sterbetabellen, etc.) wann wieviel Pensionszahlungen geleistet werden müssen.

Aber anstatt entsprechend Rücklagen zu bilden, gab man oft das Geld lieber aus und jammert jetzt, dass die bösen Beamten von Steuermitteln bezahlt werden müssen. Die Tatsache, dass man viele Jahre von den höheren zur Verfügung stehenden Mitteln profitiert hat, vergisst man dann halt einfach...

Ganz davon abgesehen, egal wo das Geld für die Rente bzw. Pensionen herkommt, die Güter und Dienstleistungen müssen immer von der aktuell arbeitenden Generation erwirtschaftet werden. Insofern ist die Vorstellung, volle Rentenkassen garantierten eine sichere Altersversorgung ohnehin trügerisch. Auch das funktioniert nur, wenn dann genügend arbeitende (dienende, ehrenamtende, etc.) Menschen vorhanden sind.
inkognito
geschrieben am
30.08.2013 um 21:22 Uhr
Beitrag 530

Es gibt keinen logischen Grund für ein Beamtentum. Dieses stammt eh noch aus der Zeit von Königen und Kaiser! Ok für Polizei und Rechtsprechung hat es noch Vorteile. Alle anderen Bereiche können Angestellte genau so erledigen. Die kann man wenigstens rausschmeißen wenn man sie nicht mehr braucht, und sie zahlen Rentenversicherungsbeiträge. Und sie müssen bis 67 arbeiten!
Und es stimmt nicht das Beamte weniger verdienen als vergleichbare Angestellte!
Und Beamte bekommen im Schnitt dreimal so viel Pension wie ein Durchschnittsrentner! Die armen Beamten die tun mir ja so leid.
M.Eschenberg
geschrieben am
31.08.2013 um 18:53 Uhr
Beitrag 531

Zitat Matthias:
"Ganz davon abgesehen, egal wo das Geld für die Rente bzw. Pensionen herkommt, die Güter und Dienstleistungen müssen immer von der aktuell arbeitenden Generation erwirtschaftet werden. Insofern ist die Vorstellung, volle Rentenkassen garantierten eine sichere Altersversorgung ohnehin trügerisch. Auch das funktioniert nur, wenn dann genügend arbeitende (dienende, ehrenamtende, etc.) Menschen vorhanden sind."



Das ist mit Abstand der beste Beitrag, den ich hier seit langem gelesen habe....genau darum geht es! Danke!

Zitat Bach:
"ich vermag einfach nicht zu erkennen, warum die forderung nach einer gerechten wirtschafts- und sozialordnung mich in die kommunistische ecke stellt. "

Vielleicht wollen Sie es tatsächlich nicht sehen....aber jemanden etwas wegzunehmen, nur weil man es selber bräuchte hat meiner Ansicht nichts mit gerecht zu tun...
leser
geschrieben am
31.08.2013 um 19:54 Uhr
Beitrag 532

Wer Sozialismus dem Kommunismus gleichstellt hat die gängigen Definitionen nicht verstanden oder will sie nicht verstehen! Wer Schröders Politik als sozialdemokratisch bezeichnet steht höchstwahrscheinlich ziemlich allein da mit dieser Meinung, selbst die an der Schröder-Agenda 2010 beteiligten Führungspolitiker der SPD geben das jetzt mehr oder weniger zu und wollen eine Korrektur vornehmen(auch wenn argumentiert werden sollte, das ist Wahlkampftaktik – an der Parteibasis rumort es schon sehr lange). Schröder war in der falschen Partei und es ist klar, dass er sogar vom konservativen Rand in der CDU gelobt wurde genauso wie von seinen Genossen aus Wirtschaft und Industrie sowie dem Finanzsektor.

Genauso wie von einigen Schreibern den sozial und human Argumentierenden Sozialneid unterstellt wird, könnte man sagen, dass jene Angst vor dem Abbau ihrer Privilegien haben- und sei dieser Abbau noch so gerechtfertigt und gering. Gromolos Beitrag Nr. 520 trifft es ziemlich gut meine ich.

Zur Beamtenentlohnung: dem in meinen Augen zwar oft benutzten aber abenteuerlichen Argument des niedrigen Bruttolohnes wegen dem Wegfall der Rentenversicherungspflichtbeiträge könnte man entgegensetzen, dass ein gut ausreichendes Gehalt angesetzt wurde und wird, da man der Gefahr einer Bestechlichkeit im Amt vorbeugen will. Die unbegrenzte Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie die vom Staat finanzierte Zusatzversicherung sind für den allergrößten Teil der tariflich entlohnten Beschäftigten in der freien Wirtschaft zum Beispiel reine Träume.

Und wenn jemand behauptet, alle Hartz-IV-Empfänger haben genügend zum Leben und auch noch etwas für Luxus zur Verfügung, der vergisst, dass die Medien einseitig berichten und zum Beispiel echte Statistiken z. B. über sich in ausweglosen Situationen befindlich verursachter Suizidfälle aus Gründen der Wahrung des sozialen Friedens nicht veröffentlicht werden(dürfen).

Und dass zum Beispiel Programmierer oder Systembetreuer davon leben, dass möglichst oft und viel neue Programme geschaffen werden, versteht sich von selbst. Die Frage, ob das auch sein muss und es Sinn macht(außer für die, die davon leben) steht auf einem anderen Blatt. So ganz nebenbei kann man ja auch Programme für Börsenspekulanten schreiben, die in Bruchteilen von Sekunden alle Möglichkeiten abchecken und entsprechende Aufträge rausschicken während der Nutzer dieses Programms aus dem Fenster die Normalos betrachtet, die zur Arbeit fahren oder von dort zurückkommen! Oder Militärs hochbezahlte Spezialisten anwerben, die die Steuerung für den Massenmord bestimmter unbemannter Drohnen perfektionieren, was dann vielleicht sogar „sauberer Krieg“ genannt wird.

Das war jetzt ein kleines Abschweifen vom eigentlichen Thema, aber irgendwie passt es doch in die scheinbar politisch gewollte Entwicklung auf diesem Planeten.

- UND ICH FINDE DIESE NICHT SEHR BERUHIGEND -





Ch.Bach
geschrieben am
31.08.2013 um 19:56 Uhr
Beitrag 533

also wenn mich die forderung nach angemessenen löhnen und renten, nach achtsamen umgang mit natur und ressourcen zum kommunisten macht....was waren dann die sowjetunion? china? korea? -----grüne ökostaaten ?

Ch.Bach
geschrieben am
31.08.2013 um 20:03 Uhr
Beitrag 534

desweiteren:
es sind derzeit jede menge menschen arbeitend, dienend usw.---sie zahlen nur wenig bis nichts in die rentenkassen ein: die löhne sind schlichtweg zu niedrig. und wenn es nach der wirtschaft geht, wird das auch so bleiben, kurzsichtig wie so viele manager denken. es zählt der schnelle profit, in der sintflut danach müssen die anderen baden.
inkognito
geschrieben am
31.08.2013 um 20:46 Uhr
Beitrag 535

M. Eschenberg schreibt: Vielleicht wollen Sie es tatsächlich nicht sehen....aber jemanden etwas wegzunehmen, nur weil man es selber bräuchte hat meiner Ansicht nichts mit gerecht zu tun...
Aber woher kommt der Reichtum von wenigen? Weil sie es anderen weggenommen haben bzw. andere Menschen ausgebeutet haben!
inkognito
geschrieben am
31.08.2013 um 21:16 Uhr
Beitrag 536

Es wird immer wieder die Frage gestellt warum manche Menschen erfolgreich sind und ne Menge Geld verdienen und andere nicht, obwohl gleich intelligent und gebildet.Zum einen braucht man eine gute Portion Glück, zum anderen ein paar Charaktereigenschaften die nicht jeder vorweisen kann. Z.b. keine Moral die einen behindert, keine ethischen Grundsätze, kein Mitleid! Skrupellosigkeit und absoluter Egoismus sind da eher hilfreich. Wie bei den Tieren, da frisst der Stärkere auch den Schwächeren. So einfach ist das. Wie gesagt: Reich wird man nur wenn man andern etwas wegnimmt! Nicht der Harz 4 Empfänger nimmt den Reichen was weg, sondern die Reichen der immer ärmer werdenden Unter- und Mittelschicht mit immer weiteren Forderungen nach Abschaffung und Kürzungen von Sozialleistungen! Die Umverteilung von unten nach oben hat seit Schröder Ausmaße angenommen die man eigentlich nicht mehr tolerieren kann. Eine kleine Schicht besitzt immer mehr Geldmittel. Immer mehr prekäre Arbeitsverhältnisse, Niedriglöhne die einen beschämen, (ach ja Reiche schämen sich ja nicht)! Ich würde mich schämen einem Arbeitnehmer 4 oder 5 Euro die Stunde zu zahlen und dafür ein vielfaches zu kassieren. Und wenn sich jetzt aus der sogenannten Mittelschicht wieder jemand aufregt und sagt: So schlimm ist das alles nicht sollte er vielleicht bedenken wie schnell man bei Harz 4 enden kann. Arbeitslosigkeit, Krankheit, die Ersparnisse bald aufgebraucht und dann ist man auch ganz unten!
Moon
geschrieben am
31.08.2013 um 22:36 Uhr
Beitrag 537

@ inkognito: wär schön wenn Sie auch in die "Alte Post" kommen würden...(s. anderer Thread) es ist beruhigend dass noch ein paar Leute überreissen was hier passiert...
Jochen
geschrieben am
01.09.2013 um 02:12 Uhr
Beitrag 538

Zitat Eschenberg: "Vielleicht wollen Sie es tatsächlich nicht sehen....aber jemanden etwas wegzunehmen, nur weil man es selber bräuchte hat meiner Ansicht nichts mit gerecht zu tun..."

Sie empfinden die Forderung nach gerechten Löhnen als "Wegnahme"?? Ich sehe es genau anders herum: Wer so schlecht zahlt, dass der Arbeitnehmer aufstocken muss, nimmt letztlich der Allgemeinheit bzw. den Steuerzahlern etwas weg!

Unglaublich, mit welcher Arroganz hier vollkommen berechtigte Forderungen abgetan werden!
dape´67
geschrieben am
01.09.2013 um 13:30 Uhr
Beitrag 539

@ Jochen: Sie hatten geschrieben: "Wer so schlecht zahlt, dass der Arbeitnehmer aufstocken muss, nimmt letztlich der Allgemeinheit bzw. den Steuerzahlern etwas weg!"

Absolut Ihrer Meinung, denn genau das ist der Punkt! Finde es ja immer wieder witzig, wie Mitmenschen laut Kommunismus und Sozialismus schreien, wenn es darum geht, nicht weiter die Gewinne zu privatisieren und die Kosten der Solidargemeinschaft aufzubürden. Man könnte auch sagen: diese Leute bedienen sich eines Sozialismus der perversen Art.Oder anders formuliert: "Mein Gewinn gehört mir, seid froh dass ihr Arbeit habt. Den Lohn für eure Leistung könnt ihr euch zum Teil bei der Solidargemeinschaft erbetteln. Dafür könnt ihr dann nen halben Tag frei haben um dies zu erledigen - unbezahlt versteht sich."

Und nein: dieses Verhalten trifft nicht auf jeden Arbeitgeber zu. Aber es scheint eine Tendenz dahin zu geben, dass solch asoziales Verhalten nicht nur stetig zunimmt, sondern auch von einem großen Teil der Gesellschaft goutiert wird - eben auch von dem Teil, der meint dass etwas "nicht richtig" läuft. Aber Schuld daran tragen dann die Verlierer dieser Situation selbst.

Wenn sich Menschen unserer Gesellschaft als "Leistungsträger" definieren, deren Leistung hauptsächlich darauf beruht ihre Mitmenschen auszubeuten, Steuern zu hinterziehen, sich ihrer Verantwortung dadurch zu entledigen versuchen, indem sie stets damit drohen ins Ausland abzuwandern - was soll der verantwortungsbewusste Mitbürger dann tun? Sich über diese Arroganz ärgern, laut über solche Ansichten lachen?

Die Steuerlast für sog. Leistungsträger war selten bis nie so gering wie heute. Aber was hören wir? Jammern so laut es nur geht. Diese Saat ist im Begriff aufzugehen. Man blicke nur auf die neu gegründete Partei AfD...welche als Synonym für AfD = Alte naive für Deutschland oder auch Armut für Deutschland stehen könnte.

Die Frage ist: welche Gesellschaft wollen wir? Eine, die gerecht für alle einsteht - und nein - es gibt nicht genügend Arbeit für alle, damit auch jeder davon leben kann. Dies wäre auch weder in der heutigen Zeit zu begründen noch wäre es von seiten der Arbeitgeber gewollt. Die Marktmacht der Arbeitnehmer wäre zu groß. Tatsächlich wird die Anzahl der Menschen die als Arbeitnehmer gebraucht werden stetig sinken. Dazu muss niemand Zukunftsforscher sein, um diesen Trend zu erkennen. Man darf sich getrost fragen, wie lange kann sich die calvinistische Arbeitsethik, welche derzeit offensichtlich in den Köpfen der Menschen noch eine Deutungshoheit über das Dasein bestimmt noch halten? Arbeit ernährt immer weniger Menschen und in vielen Fällen nur noch unzureichend. Aber diejenigen, die davon profitieren, schert das wenig bis gar nicht.

Und @ M.Eschenberg: "Vielleicht wollen Sie es tatsächlich nicht sehen....aber jemanden etwas wegzunehmen, nur weil man es selber bräuchte hat meiner Ansicht nichts mit gerecht zu tun..." Was soll man als moralisch und ethisch denkender Mensch darauf antworten? Ich denke, das erspare ich Ihnen, mir und diesem Forum! Vielleicht ein altes Sprichwort: Der Krug geht so lange zum Brunnen...aber den Rest kenn jeder selbst.

Schönen Sonntag allen hier.
Moon
geschrieben am
01.09.2013 um 22:36 Uhr
Beitrag 540

@ Dape67 : TOP!! Man könnts nicht besser formulieren....
M.Eschenberg
geschrieben am
02.09.2013 um 08:45 Uhr
Beitrag 541

@Dape:
Ich habe mehrmals erwähnt, dass meine Mitarbeiter weder ausgenutzt werden, noch ich in irgendeiner Form irgendwelche der Taten begehe (Steuerhinterziehung,,...) die sie hier vorwerfen, wie erwähnt arbeiten meine Mitarbeiter gerne bei mir und werden anständig bezahlt.

Ich war WEDER gegen eine höhere Besteuerung des Spitzenverdiener, noch andere derartige Regulierungsansätze.

Jedoch bin ich entschieden GEGEN eine Vermögensteuer. Soll heißen: Bereits verdientes und versteuertes Vermögen darf nicht nochmal zusätzlich jährlich versteuert werden, das würde ICH als ungerecht empfinden.

Außerdem verstehe ich nicht, wieso hier niemand auf meine Argumente eingeht, was mit den Renditeerwartungen passiert, wenn wir eine derartige Vermögensteuer einführen. Soll diese lediglich bei 1% sein....diese 1% werden - so behaupte ich jetzt mal- sich größere Anleger nicht von der Rendite "abzwacken" sondern vielmehr "oben drauf packen" Die Folgen würden sich wie folgt darstellen:
Anstieg der Durchschnittsmieten, Stellenabbau, ....

Ich möchte hier niemanden drohen, wie auch. Ich sehe einfach die Folgen einer derartigen Steuer kritisch...Sicherlich steht dem Staat dann mehr zur Verfügung, aber 1. hat der Staat KEIN Einnahmenproblem, sondern ein Ausgabenproblem und 2. wird wie erwähnt diese Steuer einfach "nach unten weitergegeben" also zahlt es wiederum der "Kleine Bürger" über höhere Mieten und schlechtere Löhne am Fließband.....


Würde mich über Beiträge zur Diskussion hierzu freuen. Danke
dape´67
geschrieben am
02.09.2013 um 13:41 Uhr
Beitrag 542

@ M.Eschenberg: Ich werfe IHNEN persönlich weder Steuerhinterziehung, noch eine Ausbeutung IHRER Mitarbeiter vor. Davon war in meinem Beitrag auch nicht die Rede. Wie käme ich auch dazu? Ich kenne weder Sie, noch Ihr Unternehmen und bin nicht über die Abläufe in Ihrem Betrieb im Bilde. Meine Kritik trifft - sofern man es verstehen möchte - diejenigen Unternehmer...aber Sie wissen sicher welche ich meine. Der Aufzählung negativer Beispiele bedarf es hier auch nicht. Jeder kennt sie und so manch einer durfte schon als Arbeitnehmer seine eigenen Erfahrungen sammeln.

Meine Kritik bezog sich explizit auf den von Ihnen verfassten und von mir zitierten Satz - der auch möglicherweise von Ihnen missverständlich formuliert war. Trotzdem wirft dieser Satz von Ihnen Fragen auf. Wenn er denn wörtlich gemeint war, sind wir alle froh, dass Sie Unternehmer und nicht Richter an einem Gericht sind. Ihr Gerechtigkeitssinn scheint - bezogen auf Ihre von mir "beanstandete" Äußerung zumindest fragwürdig.

Thema Vermögensteuer: Sie werden in meinen Beiträgen bisher Forderungen nach einer Wiedereinführung der Vermögensteuer vermissen. Ich habe sie auch nicht getätigt. Meiner Kenntnis nach ist das Vermögensteuergesetz aus dem Jahr 1952 bisher nicht aufgehoben sondern lediglich - wegen der Kritik des Bundesverfassungsgerichts (Beschluss von 1995 Besserstellung von Immobilien) - ausgesetzt. Die damalige Bundesregierung sah es 1997 wohl als praktikabler an, diesen Weg zu gehen. Allerdings sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass sich der damalige Spitzensteuersatz auf einem Wert von 53 % befand. Und über dessen Höhe ließe sich jetzt (aktuell 42 %) wohl streiten. Und natürlich auch über Steuergerechtigkeit, bzw. über eine echte Steuerreform, die zum einen über alle Maßen angehäufte Vermögen einbezieht, andererseits auch die Leistungsfähigkeit der mittelständischen Unternehmer - auch im Hinblick auf Investitionen und Zukunftsfähigkeit nicht beeinträchtigt.

Hr. Eschenberg, ich glaube nicht, dass es Ihren Gerechtigkeitssinn verletzen würde, wenn es dazu endlich mal eine offene politische Diskussion und auch gesetzliche Regelungen geben würde, die so etwas in die richtige Richtung bringen würden. Politische Lippenbekenntisse die dann in eine sog. "Mövenpick-Steuer" führen und nur bestimmte wirtschaftliche Zweige besser stellen, ändern weder etwas zum Positiven für Unternehmer noch zu weniger prekären Verhältnissen bei der Bevölkerung. Jedoch sehe ich weder bei den etablierten Parteien den aufrechten Wunsch dies zu ändern, noch die Fähigkeit der jeweils Beteiligten sich von ihren dogmatischen Positionen zu trennen. Objektiv kann man feststellen: der Bruch der Gesellschaft wird nicht nur toleriert, sondern mit großer Energie vorangetrieben. Wer davon allerdings zu letzt profitieren wird, wird sich zeigen müssen.
Jochen
geschrieben am
02.09.2013 um 16:22 Uhr
Beitrag 543

Zitat Eschenberg: "Würde mich über Beiträge zur Diskussion hierzu freuen. Danke"

Ich finde, ich bin in Beitrag 513 durchaus auf Ihren Beitrag eingegangen. Leider kam ihrerseits keine Antwort darauf. Nochmal: Ein Geringverdiener muss zwangsläufig fast sein gesamtes Gehalt für Konsumgüter ausgeben (Essen, Kleidung, Möbel, Haushaltsgeräte, Benzin, Heizöl/Gas usw.). Bei jedem Kauf zahlt er MwSt (und ggf. auch Mineralösteuer etc.). Somit versteuert der Geringverdiener (zwangsläufig) nahezu sein ganzes Gehalt doppelt, während der Gutverdiener nach Abzug der Lebenshaltungskosten über einen nicht unerheblichen "Restbetrag" verfügt, den er keineswegs zwingend versteuern muss. Von allen möglichen Abschreibungsmöglichkeiten, die der "kleine Mann" nicht hat, mal ganz abgesehen. Von daher finde ich es jetzt nicht völlig an den Haaren herbeigezogen, wenn jemand eine Vermögenssteuer fordert. Ich persönlich stehe diesem Thema relativ neutral gegenüber, aber ihr Argument mit der Doppelbesteuerung greift m.E. zu kurz.
M.Eschenberg
geschrieben am
03.09.2013 um 08:59 Uhr
Beitrag 544

Hallo Jochen, bitte entschuldigen Sie, ja da habe ich wirklich nicht konkret darauf geantwortet. (obwohl sie auch nicht auf mein Argument eingegangen sind, was denn eigentlich passiert, wenn eine VS wieder eingeführt wird...aber egal...)

Ihr Zitat

"Wenn sich ein Angestellter von seinem bereits versteuerten (!) Gehalt etwas zu essen kauft, zahlt er erneut MwSt. Auch hier wird letztlich das bereits versteuerte Gehalt erneut besteuert. Sie werden kaum bestreiten können, dass die MwSt die unteren Einkommensschichte überproportional härter trifft als die oberen."

Das stimmt prinzipiell schon, jedoch zahlt man ja für eine neue Handlung (=Erwerb von Waren und Dienstleistungen) und nicht dafür, dass man schon etwas besitzt (und das wohlgemerkt Jahr für Jahr)

Warum Sie der Meinung sind, dass die MwSt. höhere Einkommen weniger trifft, könnte ich mir nur so erklären, dass sie argumentieren, dass diese einen geringeren Teil ihres Einkommens "verkonsumieren" und einen größeren Teil investieren. Das mag so stimmen, es gibt aber auch genügend Kollegen, die es schaffen bei 15.000€ Monatsnetto noch immer Konsumschulden aufzunehmen, weil sie "ihren Lebensstandard" sonst nicht halten könnten (was ehrlich gesagt ziemlich schlimm ist....aber ich sage ja nur sowas gibt es)
Andere hingegen (kenne ich auch) unterhalten mit 1750 netto eine Familie und finanzieren noch ein kleines (wenn auch altes) Häuschen ab....

Was wollte ich damit sagen? Dass man nur aufgrund der Höhe des EK nicht sagen kann, wie viel davon konsumiert wird.

Außerdem muss ich immer wieder damit anfangen, weil dieses Argument soooo wichtig ist und keiner darauf eingeht.

Ein Investor (also jeder der Geld anlegt) tut dies neben einer Risikoabwägung vor Allem aus einem Renditestreben.....

Sollte nun tatsächlich wieder eine VS mit sagen wir 1% eingeführt werden, dann würde meine Überlegung dahingehen, die Miete meiner Wohnungen (schneller als sonst) wieder mal zu erhöhen....Und das sind übrigens dann nicht 1% höhere Mietkosten, sondern eine Mietkostenerhöhung, die 1% Rendite "auffängt" also 8,3%
(natürlich alles im Rahmen der gesetzl. Mietgrenzen, aber das ist jetzt nur mal rechnerisch)
Auf Kurz oder lang werden EHER die Mieten steigen, als die Rendite-Erwartungen der Investoren zurückgehen,...wer das nicht gut findet hat vielleicht recht, wer das nicht glaubt schlicht keine Ahnung.....

Ich möchte dies ausdrücklich NICHT als Drohung verstanden haben...ich glaube auch nicht, dass unser Forum aktiv in die diesbezügliche Meinungsbildung eingebunden ist :-)

Aber ich weiß wie Investoren "ticken"

PS: Sollten wir eine Vermögenssteuer haben und diese abschaffen sinken übrigens die Mieten nicht....Investoren legen seit je her nur für sie negative Zwänge um...oder wie man so schön sagt...."man preist Mehrkosten ein"

alles weder provokativ noch zynisch, sondern einfach ein Teil meiner Lebenserfahrung....


Jochen
geschrieben am
03.09.2013 um 15:46 Uhr
Beitrag 545

Vielen Dank für Ihre Antwort, Herr Eschenberg. Selbstverständlich gibt es auch Leute, die selbst mit 15.000€ ihren monatlichen Konsum nicht decken können; daher habe ich ja geschrieben, der Geringverdiener müsse "zwangsläufig" alles wieder ausgeben und somit erneut versteuern. Wenn jemand über 15.000€ für den monatlich Konsum ausgibt, ist das ja seine freie Entscheidung. Aber wenn ein Geringverdiener sein komplettes Gehalt für den Lebensunterhalt benötigt, bleibt ihm ja nichts anderes übrig, als alles auszugeben.

Ihr Argument mit den Mieten halte ich für durchaus nachvollziehbar. Allerdings stelle ich mir auch die Frage, ob sich derzeit (zumindest in den Großstädten) die Mieterhöhungen nicht ohnehin schon am oberen Limit abspielen. Oder anders formuliert: Wenn ein gewissenloser Inverstor (ich schreibe bewusst "gewissenlos", da ich keinesfalls bestreite, dass es auch Investoren mit Anstand/sozialem Gewissen gibt) ein paar zusätzliche Euro wittert, nimmt er sie vermutlich doch sowieso mit - oder sehe ich das falsch? Zumindest zeigt die Erfahrung in vielen Großstädten, dass die Mieten in den letzten Jahren rasant stiegen. Und das ganz ohne jede Vermögenssteuer.

Wie ich bereits sagte, stehe ich dem ganzen Thema recht neutral gegenüber. Letztlich denke ich genau wie Sie, dass einige Finanzhaie sowieso immer wieder einen neuen Weg finden werden, sich entgangene Gelder (mit Aufschlag) wiederzuholen. Von daher ist es vermutlich ziemlich egal, ob man nun eine Vermögenssteuer einführt oder nicht. Wenn es nach mir ginge, sollten erst mal diverse Schlupflöcher und Ausnahmeregelungen geschlossen werden...
Meim Voda sei Bou
geschrieben am
03.09.2013 um 15:54 Uhr
Beitrag 546

Kurze Frage zum Verständnis: Würde eine Vermögenssteuer nur auf Barvermögen oder auch auf Sachwerte erhoben werden?
Max
geschrieben am
03.09.2013 um 16:21 Uhr
Beitrag 547

die letzte Vermögensteuer wurde 1996 erhoben, Immobilien wurden auch angerechnet, jedoch nicht so hoch wie Geldbeträge...

Ab 60.000 DM ging`s übrigens los....nur für die, die meinen es träfe blos die oberen 5%
Matthias
geschrieben am
03.09.2013 um 20:29 Uhr
Beitrag 548

Zitat ikognito:

>Und es stimmt nicht das Beamte weniger verdienen als vergleichbare Angestellte!

Unabhängig davon, ob es stimmt oder nicht, habe ich das auch nicht geschrieben. Aber für Sie gerne nochmal:

Wenn ein Beamter und ein nicht verbeamteter Beschäftigter den selben Nettoverdienst haben, dann ist der Bruttoverdienst des nicht Verbeamteten höher. Dies kann sich als nachteilig erweisen, wenn das Beamtenverhältnis endet. Die Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung orientiert sich eben am Bruttoverdienst.


Im Übrigen wird bei den höheren Pensionen gerne vergessen, dass sich Beamte privat krankenversichern müssen. Insofern kann durchaus sein, dass der vergleichbare Angestellte in der Ruhestandsphase (netto) finanziell besser gestellt ist als der Beamte - trotz höherer Pension.

dape´67
geschrieben am
03.09.2013 um 20:37 Uhr
Beitrag 549

Max schrieb: "die letzte Vermögensteuer wurde 1996 erhoben, Immobilien wurden auch angerechnet, jedoch nicht so hoch wie Geldbeträge... Ab 60.000 DM ging`s übrigens los...."

Das Datum der letzten Erhebung ist richtig; die Bemessungsgrenze allerdings nicht. Fakt ist: es ging bei 120.000,- DM pro Familienmitglied los (bei Ehepaaren 240.000,- DM plus weitere 120.000,- DM je Kind). Nachzulesen hier: www.gesetze-im-internet.de/vstg_1974/__6.html
Matthias
geschrieben am
03.09.2013 um 20:57 Uhr
Beitrag 550

Zitat leser:
>Zur Beamtenentlohnung: dem in meinen Augen zwar oft benutzten aber abenteuerlichen Argument des niedrigen Bruttolohnes wegen dem Wegfall der Rentenversicherungspflichtbeiträge könnte man entgegensetzen, dass ein gut ausreichendes Gehalt angesetzt wurde und wird, da man der Gefahr einer Bestechlichkeit im Amt vorbeugen will.

Das Argument ist nicht abenteuerlich, sondern eine Tatsache. Bei der Bemessung der Beamtenbesoldung ging man von dem aus, was übrig bleibt (netto) und hat das Brutto entsprechend gestaltet. An sich verständlich, wichtig ist ja, was hinten rauskommt.
Merken tut man das halt dann, wenn die Beamtenkarriere endet. Dies passiert nicht nur, wenn man die sprichwörtlichen silbernen Löffel klaut (dann könnte man sich natürlich auch nicht beschweren), sondern auch aus verschiedenen anderen Gründen:
- Nichtübernahme ins Beamtenverhältnis auf Lebenszeit aus gesundheitlichen Gründen
- Ende des Beamtenverhältnisses auf Zeit
- Private Gründe (Familie, Beschäftigungsort, etc)
Dann ist der Rentenanteil, gemessen am Netto, niedriger als bei Nichtbeamten.

>Die unbegrenzte Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie die vom Staat finanzierte Zusatzversicherung sind für den allergrößten Teil der tariflich entlohnten Beschäftigten

Stimmt für die Lohnfortzahlung. Das ist auch ein Anreiz dafür, in den öffentlichen Dienst zu gehen (trifft für nicht verbeamtete Beschäftigte nach einer gewissen Dienstzeit auch zu). Dafür gibt es z.B. keine Erfolgsbeteiligungen, wenn es gut läuft. Wobei das bei öffentlichen Arbeitgebern so ohnehin kaum auftritt, gut läuft es, wenn wenig Miese gemacht werden...

Was genau meinen Sie denn mit der staatlich finanzierten Zusatzversicherung? Die Beihilfe zur privaten Krankenversicherung? Falls ja, dann ist das auch zweischneidig. Neben den höheren verbleibenden Beiträgen im Alter ist auch der administrative Aufwand deutlich größer. Wenn man bestimmte Leistungen haben will, kann man sich ggf. mit zwei Stellen (Beihilfe und Versicherung) herumärgern. Ganz zu schweigen, dass man, anstatt die Karte zu zücken, erst mal selbst zahlen darf. Dass man dafür eher Termine bekommt, mag bei bestimmten Ärzten sein, ich selbst habe das noch nicht bemerkt (was ich im Übrigen auch für völlig richtig halte).
leser
geschrieben am
04.09.2013 um 12:14 Uhr
Beitrag 551


Matthias,

zu dem Thema Vergleich Rente- Pension Zitate aus Rheinische Post, Artikel vom 17.7.2013:

Die Höhe der Pension richtet sich nach dem jeweils letzten Verdienst, der meist hoch ausfällt. Bei einem Rentner wird der Durchschnittsverdienst seines Arbeitslebens zugrunde gelegt.

Während Beamte nach 40 Berufsjahren rund 70 Prozent ihrer letzten Bezüge erhalten, sinkt das Versorgungsniveau in der gesetzlichen Rente bald unter 50 Prozent des Durchschnittsverdienstes.

Die Schere zwischen Pensionären und Rentnern geht also auseinander. "Im Vergleich zu den Renten fallen die Beamtenpensionen teilweise großzügig aus", kritisiert Rainer Holznagel, Präsident des Steuerzahlerbundes. Die unterschiedlichen Berechnungen seien "ungerecht".

Die Bundespolitik traut sich bislang nicht wirklich an das Thema ran, wie selbst SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück neulich im Interview mit unserer Zeitung zugab. Im SPD-Programm findet sich ebenso wie im Unionsprogramm für die Wahl keine Idee für eine Pensionsreform.
Zu groß ist offenbar die Angst vor den Protesten der Lehrer, Polizisten und Richter. Der Reformdruck dürfte so kaum abnehmen.
-Zitatende –

ich meinte die Zusatzversorgung im Öffentlichen Dienst. Bis vor einiger Zeit wurden die 70 % der Pensionen(siehe oben Absatz 2 ) durch die Leistung aus der Zusatzversicherung allgemein aufgestockt. Es gab Anpassungen, es gibt verschiedene Regelungen, Unterschiede zwischen Bund und Ländern, das weiß ich. siehe auch Link unten

Bei logischer Betrachtung könnte man allein die Tatsache, dass von Beamtenpensionen keine Sozialabgaben abgezogen werden, als Art Zusatzversorgung bezeichnen. Von den gesetzlich Rentenversicherten werden diese Beiträge abgezogen und führen zu einer verminderten Nettorente(Auszahlungsbetrag).

www.rp-online.de/politik/deutschland/ist-die-beamtenversorgung-zu-ueppig-1.3543118


de.wikipedia.org/wiki/Zusatzversorgung_des_%C3%B6ffentlichen_Dienstes
leser
geschrieben am
04.09.2013 um 12:58 Uhr
Beitrag 552

Zitat M.Eschenberg Beitrag Nr. 541:

Ich habe mehrmals erwähnt, dass meine Mitarbeiter weder ausgenutzt werden, noch ich in irgendeiner Form irgendwelche der Taten begehe (Steuerhinterziehung,,...) die sie hier vorwerfen, wie erwähnt arbeiten meine Mitarbeiter gerne bei mir und werden anständig bezahlt. – Zitatende-

Ich kann mich an keinen Beitrag hier im Forum erinnern der diesen Vorwurf auch nur annähernd andeutet!!! Eher gegenteilige Anmerkungen. Warum reagieren Sie so ???

Zum Thema Vermögenssteuer: wie vielen anderen im Forum geht es auch mir um eine gerechtere Besteuerung. Statt Vermögenssteuer könnte man auch den Spitzensteuersatz anheben, die kalte Progression abschaffen oder ähnliches. Und vor allem die Finanzämter und Steuerfahndungsabteilungen personell mehr und besser ausstatten!!! Und unabhängiger machen! Schlupflöcher stopfen! Die jetzige Praxis, dass Sachbearbeiter, die auf Missstände hinweisen, teilweise strafversetzt werden oder ähnliches brauche ich wohl nicht mehr zu kommentieren. Da drängen sich mir Vergleiche zum Fall Mollath auf…..

Wo der politische Wille fehlt : - (
M.Eschenberg
geschrieben am
05.09.2013 um 08:06 Uhr
Beitrag 553

"Statt Vermögenssteuer könnte man auch den Spitzensteuersatz anheben, die kalte Progression abschaffen oder ähnliches."

Da bin ich genau Ihrer Meinung! Nur die - jährlich immer wieder auftretende Besteuerung von Eigentum sehe ich kritisch.

Ausreichend und sozial gerecht bei Erwerb versteuern, aber dann "in Ruhe lassen"
Krücke
geschrieben am
05.09.2013 um 16:23 Uhr
Beitrag 554

Langfristig muss man folgenden Gedankengang durchspielen.

Endloses Wachstum wird es nicht geben, da die Ressourcen begrenzt sind.

Soweit teilen ja bereits viele meine Meinung....aber eine weitere Lesart ist auch folgende. Wenn die Ressourcen knapp sind und es noch Milliarden Menschen in China,Indien und Südamerika gibt dann wissen wir, dass sich unser momentaner Wohlstand auf Dauer nicht durchhalten lassen wird.

Über kurz oder lang wird es - Umverteilung hier, Reichensteuer dort...KEINEN MITTELSTAND mehr geben, außer vielleicht ein paar höhere Beamte und Unternehmer/Handwerker....

Ansonsten wird sich das Geld verteilen, wie es sich immer verteilt und verteilt hat. Alles bei wenigen, nichts bei fast allen.

Das kann man gut finden oder schlecht finden,...

Aber es wird unaufhaltsam kommen, weil wir in einer globalisierten Welt als kleines Deutschland nicht anders können.

Die angedachten Maßnahmen (Vermögensteuer, Spitzensteuersatz,...) verzögern das vielleicht,.... vielleicht um 5 Jahre oder 10....

leser
geschrieben am
08.09.2013 um 16:33 Uhr
Beitrag 555

Das sind schon Überlegungen, die letztendlich etwas depressiv machen könnten falls man zu dem „niederen Volk“ gehört. Wenn man Bestände zum Beispiel auf Bodenschätze einschränkt, dann sind diese endlich, da stimme ich zu. Man sollte aber auch Finanzen und den Geist(Ideen-Erfinderreichtum…) bei diesem Thema mit einbeziehen meine ich. Dann sollte das keinesfalls endlich sein ;-)

Und mit dieser Art von Ressourcen kann man vielleicht der Endlichkeit von anderen Beständen(Bodenschätzen…) entgegenwirken. Besserer Umgang mit diesen Vorkommen, alternative Energien zum Beispiel….

Aber auch da stimme ich zu – solange niemand regulierend eingreift, wird das umgesetzt, was die höchste Rendite bringt. Ohne Rücksicht auf Mensch, Tier und Umwelt. Meiner Meinung nach hat die Menschheit schon Fortschritte gemacht, allerdings in ganz ganz kleinen Schritten. Es wäre viel mehr möglich!!!!!

Und bei sinn- und maßvollem Gebrauch der bereits bestehenden Möglichkeiten bin ich überzeugt, wäre ein auskömmliches friedliches Zusammenleben der Völker dieser Erde ohne Hungertote möglich. Und höchstwahrscheinlich wäre dann das Thema Überbevölkerung der Erde auch kein Thema, das regelmäßig in Medienberichten auftaucht.

Krücke
geschrieben am
09.09.2013 um 16:51 Uhr
Beitrag 556

"Man sollte aber auch Finanzen und den Geist(Ideen-Erfinderreichtum…) bei diesem Thema mit einbeziehen meine ich".....

Sicherlich wird es auch in Zukunft immer "geniale Köpfe" geben, die durch tolle Ideen, Esprit, Mut und Ehrgeiz weit kommen.....aber wenn mittlerweile schon im Jahr 2013 Unternehmen wie BMW oder Audi ihre Jungingenieure mit 2900 € Bruttolohn abspeißen, dann kann man erkennen, wie die Entwicklung und die "Wertschätzung" von "Erfinderreichtum" kommen wird....

Aber man darf auch ein "Selbst-Schuld" an unsere deutsche Mittelschicht ausstellen...denn während "die Reichen" ihr Kapital die letzten 40 Jahre gespart und (auf kopfen der anderen) vermehr haben, hat unsere Mittelschicht das Geld mit beiden Händen zum Fenster geschmissen. Weil verkonsumiert, statt investiert.

Da wurden riesige- jetzt baulich und energetisch veraltete und größtenteils leerstehende- Einfamilienhäuser auf Pump gebaut und 40 Jahre abgestottert, Autos gekauft, in Urlaub geflogen und essen gegangen....mit steigendem Einkommen seit der 60er Jahre, hat sich unsere "Mitte der Gesellschaft" immer einen höheren Lebenstandart angewohnt, im Glauben es ginge ewig so weiter....

die ersten Einbrüche kommen nun...aber es ist erst der Anfang....

Wenn ich in den 70ern als damals erfolgreicher Jungakademiker immer noch meinen alten rostigen Käfer gefahren bin und statt üppigen Urlaub oder Eigenheim noch in der alten Mietwohnung gelebt habe und stattdessen "Renditeobjekte" erworben habe, dann habe ich stets mitleidige Blicke geerntet....

Wollten mir dann selbsternannte "Finanzexperten" dann noch weißmachen, dass ein Eigenenheim eine Investition für`s Leben sei, dann musste ich immer innerlich lachen....

Wieviel diese "Investitionen" heute wert sind, sieht man wenn man versucht diese Hütten in Schuss zu halten oder zu heizen.....meine Wohnungen hingegen sind seit Jahrzehnten abbezahlt, bescheren mir Monat für Monat - Jahr für Jahr- ein wunderbares Einkommen und lassen mich immer noch innerlich lachen....und auch wenn das neue Auto quasi nur noch Peuanuts sind, fahre ich immer noch einen 10 Jahre alten Passat....muss mir aber keine Zukunftssorgen machen...
M.Eschenberg
geschrieben am
10.09.2013 um 08:51 Uhr
Beitrag 557

Eine interessante Interpretation...mit viel wahrem Kern...

Leider ist unsere sogenannte Mittelschicht eher eine Einkommens-Mittelschicht, als eine Vermögensmittelschicht,...

In vielen Konsumfragen wie Mode, Essen, Autos, Urlaub lässt Sie Sich aktuell kaum von "den Reichen" unterscheiden, im Gegenteil,....

Einziger Unterschied ist, dass die wirklich "Reichen" das Geld hierfür nicht aktiv erarbeiten müssen, es entsteht durch Dividenden, Ausschüttungen und Mieteinnahmen....

Der "Reichtum" des Mittelstandes hingegen hängt in den meisten Fällen an EINEM EINZIGEN SEIDENEN FADEN - dem Arbeitsplatz /der Arbeitskraft des Einzelnen....

So gesehen darf ich Krücke (woher kommt eigentlich der Name) Recht geben.

Ich kenne viele Bekannte die JAHRZEHNTE ihren steigenden Wohlstand konsumiert haben...und Investitionen und Sparen immer auf die "Zukunft" verschoben hatten. Zuerst hieß die Ausrede:
"Wir möchten uns auch mal was gönnen!"
dann:
"Mit Kindern kann man nichts zur Seite schaffen"
dann:
"Jetzt sind die Kinder erwachsen, jetzt genießen wir erstmal die Freiheit"

usw....

Schnell ist ein Erwerbsleben fast vorbei...der Mittelstand hat konsumiert und damit wieder anderen ermöglicht zu investieren....

ZUM VERSTÄNDNIS:
Ich leugne nicht, dass es nicht einen großen Teil der Bevölkerung gibt, der derartige "Luxusprobleme" garnicht aht, da er sowieso nicht um die Runden kommt.

Aber es gab und gibt auch viele, die Jahrzehnte Ihr Geld mit Autos, Mode, Möbeln und Urlaub ausgegeben haben und vielleicht zur "Absicherung" eine kleine Lebensversicherung abgeschlossen haben, die dann tatsächlich mehr Bearbeitungsgebühren hat, als die ganze Sache wert war.....

Aber das ist ja auch genau die Art von "Mittelstand" die unsere Politik - aller Parteien- möchte- fleißig und emsig, Geld verdienen und gleich wieder zu konsumieren....fördert einerseits die Binnennachfrage und verhindert so auf der anderen seite, dass eine breite Masse tatsächlich unabhängig wird....

Man stelle sich eine breite Mittelschicht vor, die nicht jeden Tag um Job, Eigenheim und Urlaub auf Malta bangen würde.....so ein unabhängiges Volk wünscht sich KEIN Politiker....(bewusst sarkastisch)
Krücke
geschrieben am
10.09.2013 um 13:47 Uhr
Beitrag 558

@Eschenberg: Spitzname aus der Zeit wo ich einmal im Krankenhaus lag...seitdem nennen mich alle Bekannten so.....

Moon
geschrieben am
11.09.2013 um 19:43 Uhr
Beitrag 559

..wenn man das so liest, entsteht der Eindruck, die "kleinen" Leute haben während ihres aktiven Erwerbslebens in Saus und Braus gelebt..
also ich weiß nicht...ich kenne keine solchen "kleinen Leute"
Im Gegenteil..die, die ich kenne haben sich mit viel Arbeit Häuschen gebaut (die inzwischen von den Kindern vergrößert wurden, haben Kinder großgezogen und deren Ausbildung finanziert, und wenns gut lief, sind sie tatsächlich auch mal nach Italien in den Urlaub gefahren(!)...
Und wenn ich mir aktuell ansehe, wieviel ich als mittelmäßiger Verdiener zur Seite legen müsste, um eine vernünftige Rente zu bekommen (die mir dann evtl. noch später besteuert wird und aufgrund der Inflation und der lächerlichen Zinsen wenig wert ist)...da geb ich mein Geld auch lieber jetzt aus statt zu knausen und zu knapsen und dann doch (im Erlebensfall) leer auszugehen...

leser
geschrieben am
11.09.2013 um 22:10 Uhr
Beitrag 560

Das es Leute gibt, die weit über ihre Verhältnisse leben(in jeder Schicht, sogar ganze Staaten gibt es), ist menschlich. Das finde ich genausowenig gut wie Krücke und Eschenberg. Aber bei dem Thema sparen und zurücklegen stimme ich Moon zu. Die Mehrheit der Bürger hat wahrscheinlich nicht so viel Geldmittel übrig, dass damit Renditeobjekte erworben werden können.Familien, wie sie Moon beschrieben hat kenne ich auch.

Das Medianeinkommen in Deutschland(Durchschnittseinkommen netto monatl.- statistisch bereinigt um Ausschläge nach oben und unten) liegt aktuell bei etwa gut 1500,-Euro soweit ich informiert bin. Wenn also eine Familie sich zum Beispiel ein Häuschen gebaut hat, wird es vermutlich lange die Kredite abzahlen, was aber eventuell immer noch effizienter ist als die derzeitigen Mieten bezahlen zu müssen. Nach einiger Zeit kommen die Kosten für die Erhaltungsmassnahmen der Immobilie dazu...

Also, falls keine Erbschaft oder andere finanzielle Unterstützung hinzukommt, ist für eine durchschnittlich verdienende deutsche Familie, besonders mit Kindern, eine Renditeanlage(Immobilie,Aktie,Beteiligung....) eher ein frommer Wunsch denke ich.

Zum Thema gerechte Besteuerung noch eine Bemerkung: die als so gerecht lauthals von den Regierungsparteiein angekündigte und das Volk beruhigen sollende Finanztransaktionssteuer liegt bereits auf Eis. Soviel zur Glaubwürdigkeit der Regierenden und als Denkanstoss zu den anstehenden Wahlen.
Ch.Bach
geschrieben am
11.09.2013 um 22:27 Uhr
Beitrag 561

apropos sozialismus oder kommunismus

das meist sozialistische land in europa ist anscheinend die schweiz:
-sozialhilfe-grundbedarf, eine person: 986 sf/monat
-bürgerversicherung verwirklicht
-durchschnittslohn des schlusslichts der einkommenshöhen: das gastgewerbe mit 73856 sf/jahr
anfang oktober wird abgestimmt über ein bedingungsloses grundeinkommen in höhe von 2500 sf/monat

die preise in der schweiz sind wesentlich höher als bei uns?
ja, schon....aber nicht unbedingt in den grundnahrungsmitteln(ausser fleischwaren), auf jeden fall auch dann nicht mehr als 50% ....
sprit, der bei uns gewaltig zu buche schlägt ist z.b. um ca. 30 cent/liter teurer...die höhe der autosteuer vergleichbar mit brd

das grundeinkommen fordern übrigens bürgerinitiativen und keine ökoparteien!
hier hat das volk die ungerechtigkeit erkannt und wehrt sich----denn auch die schweizer bürger haben mit der umverteilung von unten nach oben zu kämpfen!

aber anders als bei uns stossen hier diesbezügliche bürgerbegehren auf eine breite zustimmung und die initiatoren werden-auch anders als bei uns- nicht diffamiert!

ach ja! spassbremsen sind sie auch! höchstgeschwindigkeit auf autobahnen:120km/h
....und die bussgelder sind wesentlich höher als bei uns!

-militärische einsätze? wann hat ein schweizer zuletzt aktiv an irgendwelchen kriegen teilgenommen?

...unter den sieben kantons- mitgliedern der regierung befindet sich allerdings auch nur ein christdemokratischer vertreter....das gibt mir zu denken.........
FlorianH
geschrieben am
12.09.2013 um 08:13 Uhr
Beitrag 562

Wie kommen Sie auf ein durchschnittliches Einkommen von 1500€ ?

de.statista.com/statistik/daten/studie/164047/umfrage/jahresarbeitslohn-in-deutschland-seit-1960/

Hier komme ich auf 2412 € pro Monat? Das entstpricht übrigens in etwa meinem Bruttolohn...aber ich kam mir bis jetzt noch nicht unterbezahlt vor....
dape´67
geschrieben am
12.09.2013 um 10:20 Uhr
Beitrag 563

@ FlorianH:

Durchschnittseinkommen ist nicht gleich Medianeinkommen und
Brutto ist nicht gleich netto.
Moon
geschrieben am
14.09.2013 um 19:18 Uhr
Beitrag 564

..und wenn man dann noch sieht, dass das Medianeinkommen real seit 2000 gesunken(!!!!) ist. (zwar nur um rund 30 Euro/Monat, aber immerhin).und wir im Vergleich mit dem Rest der Welt doch schon auf Platz 15 stehen....dann muss man einfach klar zugeben, dass es hier die Vorstufe zum Paradies (für alle ) ist....
inkognito
geschrieben am
15.09.2013 um 01:38 Uhr
Beitrag 565

Hallo,
mit dem Durchschnittseinkommen ist das immer so eine Sache. Wenn ich z.b. 10000 Euro im Jahr verdienen würde und mein Nachbar 100000 Euro dann verdienen wir beide im Durchschnitt 55000 Euro. Die Gehälter im mittleren und höherem Management sind in den letzten Jahren wesentlich stärker gestiegen als die Löhne der kleinen Angestellten und Arbeiter. Und wenn hier im Forum geschrieben wird man müsste nur sparen und das Geld in Renditeobjekte investieren damit man später locker davon leben kann, wäre ich sehr dankbar für ein paar Tipps. Wie schafft man es mit einem Durchschnittsverdienst von 2500 Euro Brutto abzüglich aller Lebenshaltungskosten einschließlich Miete noch so viel Geld anzulegen das man mit 50 oder 60 von der Rendite leben kann?
M.Eschenberg
geschrieben am
15.09.2013 um 11:45 Uhr
Beitrag 566

@inkognito:
Auch dies ist möglich, ich bin aber leider nicht als Vermögensberater tätig und traue selber diesen Leuten nicht....

Trotzdem: ein guter Anfang wäre zum Beispiel sich bei Berufseinstieg einen Bausparer zuzulegen, diesen monatlich mit 50-100€ anzusparen (das geht immer- auch wenn man auf andere Annehmlichkeiten verzichten muss) und dann nach 10 Jahre eine kleine Wohnung (35-50m²) zu kaufen und diese gleich zu vermieten (AUCH WENN MAN SELBST NOCH IN MIETE WOHNT!!!!) vielleicht hat man Glück und das Geld reicht der Bank als Sicherheit um 2 Wohnungen damit zu erwerben....umso besser.....höhere Eigenkapitalquote!
Nun die Wohnungen sich selbst ab bezahlen lassen und ggf. mit Sondertilgungen eine wegbringen, damit die 3. in Angriff genommen werden kann....Geht nicht von heute auf morgen...aber im Laufe von 20 oder gar 40 Jahren kommt da ein schöner Cash-Flow zusammen....

Ich hab - OHNE GELD DER ELTERN; LOTTOGEWINN ODER ÄHNLICHES - als damals 26-jähriger mit meinem damals eher übersichtlichen Gehalt angefangen und mir selbst so dir Grundlage für meine heutige Selbständigkeit geschaffen...es geht!

Was ist objektiv passiert? Man hat zwei jungen Menschen A und B mit geringem Einkommen....in gleicher Ausgangslage. Der eine (A) nimmt Geld bei der Bank auf und kauft sich ein neues Auto für - sagen wir 20.000€ (wirklich kein Porsche...) fährt damit aus dem Händlerhof und hat schlagartig 5000€ vernichtet.

Der andere (B) fährt seinen alten Golf II mit Rostflecken weiter und kauft sich für 40.000€ eine Wohnung.....Die Raten für die Wohnung von B zahlen seine Mieter, während A seine Raten selbst zahlt.....Sind beide Kredite zurückgezahlt hat B eine abbezahlte Wohnung die jedes Monat 400€ Cashflow generiert, während A schon wieder Autoprospekte anfordert, weil von seinem damaligen Neuwagen nur noch ein Auto mit 1000€ Restwert übrigbleibt....


DIES SIND NATÜRLICH ALLES KONSTRUIERTE SZENARIEN!
Aber in abgespeckter oder ähnlicher Form, spielt sich das so in vielen dt. Haushalten ab.....
Sprüche wie: "Wenn man baut muss a neues Auto mit raus süpringen...." kennt jeder....HAt sogar damals mein Vater zu mir gesagt. Als ich dann entgegnete warum ich mir in der Phase meiner maximalen finanziellen Belastung (HAusbau) noch einen NEUWAGEN?! kaufen sollte und den auch noch über einen Kredit, den ich anfänglich in 40 Jahren zu tilgen hatte, dass Auto aber bereits nach 10 Jahren Schrott wäre, konnte er mir auch keinen guten Grund mehr nennen.....
inkognito
geschrieben am
15.09.2013 um 12:29 Uhr
Beitrag 567

Hallo Eschenberg,
sie haben es ja selbst schon angesprochen und man sollte es auch nicht unterbewerten. Bei aller Geschäftstüchtigkeit braucht man auch einen großen Batzen GLÜCK. Und ihr Szenario war in vergangenen Zeiten wohl wesentlich einfacher zu verwirklichen als heute. Bei Immobilienpreisen die durch die Decke gehen wird sich jemand schwer tun eine 50 pm Wohnung für 50000 Euros zu erwerben. Gut vermietbare Wohnungen in dieser Größe kosten im Raum Regensburg mal eben 200000 und mehr. Da reicht ein kleiner Bausparer wohl nicht ganz.
Und wenn mal liest das inzwischen über 1 Million Menschen in Leiharbeit beschäftigt werden hört sich ihr Vorschlag wie Hohn an.
Natürlich haben sie recht das ein Großteil der heutigen Jugend ihr Geld lieber verkonsumiert als gewinnbringend anlegt. Die wohnen noch bei den Eltern und kaufen sich lieber einen dicken BMW als für die Zukunft vorzusorgen. Ein dickes Auto trägt eben zur Imagebildung bei, man ist halt wer wenn man keinen alten rostigen Golf fährt. Was fahren sie übrigens für ein Auto?? Da ist aber auch unsere Gesellschaft schuld die die Größe des Autos mit Charakter gleichsetzt!
Ch.Bach
geschrieben am
15.09.2013 um 12:33 Uhr
Beitrag 568

@eschenberg
klingt gut...setzt aber ein paar sachen voraus
-a: ich habe eine finanzierbare mietwohnung
-b: ich habe ein noch länger problemlos fahrendes auto oder anbindung an den öpv
-c: ich habe einen unbefristeten arbeitsvertrag mit fest kalkulierbarem einkommen
-d: ich bin männlich
-e: ich habe das vor 30 jahren gemacht

inkognito
geschrieben am
15.09.2013 um 12:38 Uhr
Beitrag 569

Hallo,
was ich noch sagen wollte. Nicht das Mittelstandsöhnchen oder Töchterchen bräuchten doch eine höhere Vorsorge fürs Alter. Nein ausgerechnet die die es sich nicht leisten können. Die ganz unten. Leiharbeiter, Geringverdiener usw....
Dafür muss endlich mal ein Mindestlohn her! Wie soll jemand mit 1000 Euro Netto noch vorsorgen?
Ch.Bach
geschrieben am
15.09.2013 um 13:40 Uhr
Beitrag 570

ganz avon abgesehen, dass man mit 1000euro noch lange nicht ganz unten ist.....
leser
geschrieben am
16.09.2013 um 06:25 Uhr
Beitrag 571

Da fällt mir wenig dazu ein wenn mir jemand rät, lieber einen alten angerosteten VW-Golf zu fahren als in ein etwas neueres gebrauchstüchtigeres Fahrzeug zu investieren. Diesem Lebensberater würde ich ganz schnell wegen mangelnder Lebenserfahrung und Realitätsverweigerung die Kündigung aussprechen.

Falls ich nicht gerade Besitzer einer Autowerkstatt bin, kann ich mir - ohne ein Rechengenie zu sein – sehr schnell ausrechnen, dass die Kosten für die Erhaltung eines so alten Autos innerhalb kürzester Zeit weit höher liegen als die Kosten für eine Investition in ein neueres Fahrzeug.

Auf der einen Seite wurde hier im Forum wegen der hohen Kosten der Werterhaltung einer Immobilie geklagt, also auch über die anfallenden Kosten für Vermieter von Häusern und Wohnungen. Andererseits wird hier auf die hohe Rendite und Wirtschaftlichkeit bei Vermietungen(z.B. als Altersversorgung) hingewiesen. Ich ziehe daraus den Schluss, dass diese Erhaltungs-/Erneuerungskosten mit entsprechender Verzinsung auf den Mietpreis umgelegt werden! Das würde auch die explodierenden Mietkosten der letzten Jahre erklären. Sogar die Politik hat das Problem schon erkannt und will hier Mietbremsen einführen.

Ich hoffe, dass bei der anstehenden Bundestagswahl Leute ans Ruder kommen, die unter anderen auch dieses Wahlversprechen konsequent umsetzen!!!!


M.Eschenberg
geschrieben am
14.10.2013 um 14:56 Uhr
Beitrag 572

Jetzt muss ich mir doch mal wieder Zeit nehmen und auf einige Punkte eingehen, die hier noch im Raum stehen, wie ich bim durchlesen eben gesehen habe....

@Leser:
Das Beispiel mit dem Auto diente dazu, zu verdeutlichen welchen Luxus sich manche mit ihren Autos gönnen....einen neuen BMW im Jahr 2013 für 65.000€ zu kaufen, der dann im Jahr 2014 nur noch 55.000€ Wert ist, ist purer, unnötiger Konsum....natürlich macht es als Vielfahrer keinen Sinn, sich für 300€ einen fast-schrottreifen Golf zu kaufen....aber es geht ja um die Vernunft...und für unvernünftig große Fahrzeuge ist in Deutschland immer noch genug Geld da.

Zum Thema
Mietpreisbremse: Wenn sie glauben, dass es in München eine einzige Wohnung mehr gibt, weil eine Mietpreisgrenze eingeführt wird (bzw. von 20% auf 15% gesenkt wird) , dann glauben sie an den Weihnachtsmann.

es gibt nunmal ZU WENIG WOHNUNGEN. Das ist der Grund für die hohen Kosten. Es muss eben mehr gebaut werden und das wird nicht gerade gefördert, wenn ich die Kappungsgrenze senke...

Zum Thema Mindestlohn schreibe ich später noch mal was.....
Selbstvermieter
geschrieben am
15.10.2013 um 09:43 Uhr
Beitrag 573

Zitat Leser.
" Ich ziehe daraus den Schluss, dass diese Erhaltungs-/Erneuerungskosten mit entsprechender Verzinsung auf den Mietpreis umgelegt werden! Das würde auch die explodierenden Mietkosten der letzten Jahre erklären. Sogar die Politik hat das Problem schon erkannt und will hier Mietbremsen einführen."

Erhaltungs- und Erneuerungskosten sind schon immer auf den Mietpreis umgelegt worden, das ist keine Nueigkeit, ebenso wie übrigens auch die ersten Herstellungskosten im Mietpreis eingepreist werden.

Genaugenommen zahlt der Mieter über Mietzins und Nebenkosten alle Kosten der Wohnung zzgl. der Rendite des Vermieters....Wer sollte denn das sonst bezahlen?

Wenn Sie im Wirtshaus einen Schweinebraten essen, zahlen sie auch alle Kosten des Wirtes (Wareneinkauf, Personal, Pacht, Steuern,....) zzgl. der Rendite des Wirtes mit....so funktioniert das halt...bei Ihnen hört sich dass immer wie ein Vorwurf an. Wenn keine Rendite rausspringen würde, dann würde sich auch keiner das antun...sonntägliche Anrufe, wenn der Wasserhahn tropft oder sonstigen Ärger....

Eschnberg hat hier Recht. Wenn bspw. in München die Kappungsgrenzen auf 15% gekürzt werden, verzehrt das nur den Markt in Bezug auf Angebot und Nachfrage.

Letztendlich werden dadurch weniger Wohnungsbauprojekte angestoßen, die Situation des Mieters nicht verbessert.

Erwin
geschrieben am
15.10.2013 um 13:27 Uhr
Beitrag 574

Das ist doch unsere Politik....Nur populistischer Aktionismus, der mehr verschlechtert als verbessert....
gromolo
geschrieben am
15.10.2013 um 14:42 Uhr
Beitrag 575

@Selbstvermieter
Wer ruft denn bitte wegen einem tropfenden Wasserhahn den Vermieter? Und dann auch noch sonntags...

Wenn Sie schon mit derart abstrusen Beispielen billige Hetze gegen Mieter betreiben, dürfen Sie gerne auch so konsequent sein, und darauf hinweisen, dass es auch Vermieter gibt, die trotz Loch im Dach, durch das es hineinregnet, erst Monate später reagieren. Bei allem was recht ist, aber dubiose Vertragspartner kann es durchaus auf beiden Seiten geben. Auf welcher nun häufiger, sei mal dahingestellt...
Selbstvermieter
geschrieben am
15.10.2013 um 15:46 Uhr
Beitrag 576

@gromolo:

Wahrscheinlich sieht jeder immer "zuerst den Splitter im Auge des Nachbarn, als den Balken im eigenen Augen"....das mag schon sein.

Aber was ich schreibe ist aus eigener Erfahrung und nicht aus der Luft gegriffen.
Sonntägliche Anrufe oder welche nach 17:00 Uhr unter der Woche sind normal und KEINE SELTENHEIT, da hört man übrigens tolle Sachen wie:
- besagter Wasserhahn der tropft
- nach 30 Minuten (!!!) Duschen kommt kein warmes Wasser mehr aus der Therme!!!
- Waschbecken läuft nicht ab (wonach der Klempner dann den vermissten Putzlumpen aus dem Siphon rettet)
- Sockelleiste wackelt....

Wie gesagt alles auch Sonntag oder im Feierabend möglich!
dape´67
geschrieben am
15.10.2013 um 16:20 Uhr
Beitrag 577

@ Selbstvermieter: ja sowas soll es geben: Mieter die Vermieter am Sonntag anrufen. Aber dafür bekommen Mieter auch Ihre Mühen bezahlt. Stellen Sie sich mal vor, Sie wären Feuerwehrmann, Sanitäter, Betriebsratsvositzender, oder auch nur Arbeitnehmer der abgeworben werden soll (derartiges soll es geben und gegeben haben)...ohne entsprechende monitäre Gegenleistung. Wie schlimm...könnte man sagen. Nee, nicht wirklich. War nur eine polemische Spitze.

@ M.Eschenberg: Zitat: "Zum Thema Mindestlohn schreibe ich später noch mal was....." Eine Bitte an Sie: bitte tun Sie es (noch) nicht. Dafür ist bestimmt noch genug Zeit, wenn darüber Entscheidungen getroffen wurden. Der Wahlkampf ist zum Glück (vorerst) vorbei.
gromolo
geschrieben am
15.10.2013 um 16:26 Uhr
Beitrag 578

Vielleicht bin ich auch nur zu sehr von mir selbst ausgegangen. Ich selbst pendle mehr oder weniger zwischen zwei Wohnorten. In der einen Wohnung wohne ich selbst zur Miete und habe in den vielen Jahren, in denen ich dort wohne, noch nie(!) den Vermieter um irgendeine Reparatur bitten müssen. Kleine Sachen mach ich selber und um große Dinge (wenn meinetwegen im Keller was an der Heizungsanlage kaputt ist) kümmert er sich von alleine. Da muss ich gar nicht groß anrufen. Dementsprechend gut ist natürlich auch mein Verhältnis zu ihm.

Andererseits bin ich aber vor vielen Jahren auch schon an einen Vermieter geraten, der erst nach der x.ten Aufforderung mal was getan hat. Ich denke, sowohl bei Mietern als auch Vermietern gibt es solche und solche. Ich stimme Ihnen aber insofern zu, dass man den meisten Vertragspartnern (egal ob Mieter oder Vermieter) bei der Vertragsunterschrift leider nicht in den Kopf schauen kann und immer erst merkt, mit wem man es zu tun hat, wenn es eigentlich schon zu spät ist... Von daher will ich jetzt einfach mal für mehr Vernunft und Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten plädieren! :-)
Selnstvermieter
geschrieben am
15.10.2013 um 19:48 Uhr
Beitrag 579

@gromolo:
Danke für die schönen Worte....es sind ja gottseidank nicht alle Mieter so, aber man merkt sich halt die schlimmen, genauso wie man sich auch vermutlich die schlimmen Vermieter merkt :-)

@dape:
Ich kann Ihnen nun nicht folgen? finden Sie es richtig, dass man abends und sonntags wegen "Notfällen" wie wackelnden Sockelleisten oder tropfenden Wasserhähnen anruft? Welchen Handwerker soll ich dann kommen lassen? Der Notdienst vom Heizungsbauer lacht mich wegen den tropfenden Wasserhahn aus und einen "Schreiner"-Notdienst für die Sockelleiste gibt es sonntags auch nicht.
Dafür klingelt aber das Handy, dessen Nummer die Meiter natürlich für ECHTE NOTFÄLLE haben, wenn Sie sonntags mittag mit ihrer Familie im Wirtshaus oder mit ihren Kindern auf dem Spielplatz sind....

Es ist das eine immer erreichbar zu sein - gerade für Notfälle (Wasserrohrbruch,...) aber dass es Leute gibt, die weder Anstand noch Gefühl besitzen kann ich nicht hinnehmen....es klingelt halt doch immer- und könnte doch was ernstes sein, darum gehe ich hin.-...

Sollte ich allerdings die Kosten für diesen Psychokrieg auf die Miete umschlagen dann muss ich das wissen, dann kann ich aber nicht mehr so günstig vermieten.
M.Eschenberg
geschrieben am
17.10.2013 um 08:37 Uhr
Beitrag 580

Zitat Dape
"@ Selbstvermieter: ja sowas soll es geben: Mieter die Vermieter am Sonntag anrufen. Aber dafür bekommen Mieter auch Ihre Mühen bezahlt. Stellen Sie sich mal vor, Sie wären Feuerwehrmann, Sanitäter, Betriebsratsvositzender, oder auch nur Arbeitnehmer der abgeworben werden soll (derartiges soll es geben und gegeben haben)...ohne entsprechende monitäre Gegenleistung. Wie schlimm...könnte man sagen. Nee, nicht wirklich. War nur eine polemische Spitze. "


--> Ich verstehe nciht, was Sie uns sagen wollten...ehrlich....
dape´67
geschrieben am
17.10.2013 um 13:59 Uhr
Beitrag 581

Konsens dürfte wohl allgemein darüber bestehen, dass Wohnraum auch bezahlbar bleiben muss. Vergleicht man nun die stetig steigenden Mieten (wie auch viele weitere unumgängliche Aufwendungen) mit der Lohnentwicklung, so fällt doch auf, dass dies in absehbarer Zeit nicht mehr für jeden Bürger Gültigkeit hat; bzw. diese Situation für viele bereits eingetreten ist.

Forderungen seitens des Vermieters nach erklecklichen Renditen haben durchaus ihre Berechtigung, sollten aber dennoch in Relation dazu stehen, was realistisch von Mietern aufgebracht werden kann. Zudem sollte hier der Artikel 14 des deutschen Grundgesetzes nicht unerwähnt bleiben. Ich denke, hier hat der Staat durchaus das Recht - sogar die Pflicht - einzugreifen, wenn es den Anschein hat, dass etwas aus dem Ruder zu laufen scheint.

Es scheint in Deutschland ohnehin ein Phänomen zu geben, welches sich nicht so einfach auflösen lässt. Zum einen stellen wir nach jedem Zensus, nach jeder Volkszählung fest, dass wir weniger werden, aber gleichzeitig laut schreien: Wohnraummangel! Der ge-, veränderte Lebensstil (Singlehaushalte) mag/kann auch ein als ein Zeichen veränderter Prioritäten in der Lebensführung gedeutet werden. Der allerdings muss dann auch teuer bezahlt werden. Für diesen müssen die Menschen eben tiefer in die Tasche greifen. Aber auch dies mit Augenmaß und noch halbwegs sozial verträglich (und ich weiß, dass eben letzte Formulierung für viele "Habende" nur schwer zu ertragen ist).

Nur kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass auch eben Vermieter gerne auf den fahrenden Zug des "immer-schneller-immer-mehr" springen möchten, ohne damit zu rechnen, dass beim ungehemmten Erhöhen immer mehr zurückbleiben werden. So lange noch potentielle Mieter anstehen, die überhöhte Mieten akzeptieren - kein Problem; aber....

Wenn aber steigende Mieten, mit der Kompenstation eines "Psychokrieges" erklärt werden sollen, bzw. man für eine Dienstleistung (Vermieter) angemessen vergütet wird, dies aber dennoch moniert, dann fehlt mir zum einen das Verständnis, warum dies nicht verstanden wird und warum man sich zum anderen von etwas, was einen derart belastet nicht trennt. Bitte erzähle mir kein Vermieter, dass er dadurch, dass er Wohnungen vermietet an den Bettelstab gelangt.

@ M.Eschenberg: was ich sagen wollte? Dass es viele Menschen in diesem Land gibt, die sich täglich größer werdenden Herausforderungen stellen müssen, ohne bei jeder Gelegenheit nach mehr Geld (oder überhaupt eine Art der Vergütung) zu schreien - würden sie ohnehin nicht gehört. Denn sie haben weder Lobbyisten bei den deutschen Autobauern, in der Energiebranche (Kohle, Atom), in der Versicherungsbranche oder im Wohnungsbau...usw.
Horst
geschrieben am
17.10.2013 um 14:52 Uhr
Beitrag 582

@dape´67:
Wenn ich so etwas les, dann weiß ich schon gar nicht mehr was ich drauf schreiben soll. Warum soll der Staat, jemanden der Wohnung vermietet (ich gehöre übrigens nicht dazu), dazu zwingen, sie zu "sozial verträglichen" Preisen anzubieten? Es gibt genügend leer stehenden Kasernen, soll der Staat doch diese bereitstellen. Und wenn jemand nicht die nötigen Mittel hat, dann muss er sich auch mit solchen "einfacheren" bzw. "nicht moderneren" Wohnungen zufrieden geben.

Viel besser wäre doch eigentlich, wenn der Staat einfach einen Renovierungsstop verhängt, dann gibt es auch keinen Grund mit der Miete deutlich hoch zugehen und das ist doch das eigentliche Problem. Wohnung die vorher günstig zu erstehen waren werden renoviert und im gehobenen Standard vermietet. Und das passiert überall und wird gerade von größeren Eigentümern wie z.B. den Städten genau so gemacht.

Ich stimme Selbstvermieter voll zu. Weil ich genügend Pappenheimer kenn.
Ch.Bach
geschrieben am
17.10.2013 um 15:28 Uhr
Beitrag 583

übersptitzt gesagt: jawohl, kasernieren wir einfach alle, die kein geld fürs eigenheim oder die gehobene ausstattung haben. ab ins ghetto mit der faulen mischpoche....

nur, wer zahlt dann irgendwann die luxusrenovierungsmieten? sind ja nur noch 10%bundesbürger, die sich das leben bald noch leisten können.

Selbstvermieter
geschrieben am
17.10.2013 um 16:42 Uhr
Beitrag 584

Ich frage mich wirklich welches Weltbild manche hier vertreten?

Zuallererst ist eine Immobilie Eigentum des - - EIGENTÜMERS.

Wenn ich der Ansicht bin, dass ich meine Immobilie renoviere, damit sie ihren Wert erhält und ich höhere Mieten verlangen kann, dann ist das mein Recht an meinem Eigentum!

Ich glaube wirklich dass Dape, Bach und Co. glauben, jeder Wohnungseigentümer kann das Geld dass er mit Mieten verdient für Kaviar und Schampus ausgeben?

ICH LEBE DAVON, ich habe nur meine Wohnungen als Einkommen. Das ist auch der Grund, warum ich jährlich eine Anpassung an die Inflation vornehme.

So wie Arbeitnehmer einen Inflationsausgleich bei Ihrem Einkommen haben (sieht man von der kalten Progression mal ab, der ich allerdings auch unterliege) so passiert dies bei mir auch.

Und bevor Sie jetzt mit falschen Mitleid kommen, weil ich ja soooo arm dran wäre, wenn ich nix arbeiten müsse und nur Wohnungen zu vermieten hätte.

DAS IST MEIN JOB! Renovierungsplanungen, Ausschreibungen, Angebote einholen, Versicherungen vergleichen, neue Wohnungen entwickeln, bestehende neuvermieten...

das ist auch ein Fulltime-Job.

@Bach:
Eine Spitze erlauben Sie mir:

Wir gehen jetzt von einem geschlossenen System, sagen wir "Münchner Innenstadt" aus, in der es eine bestimmte Anzahl von Wohnungen gibt und eine Anzahl von Leuten, die dort leben möchten.

Warum um alles in der Welt, sollte jemand nur weil er schon 30 Jahre dort wohnt, lebenslanges Wohnrecht zu "seinem Wunschrpeis" haben, wenn es junge Gutverdiener gibt, die gerne das doppelte zahlen würden, aber nicht rankommen....

Wäre das gerechter? Es geht nicht darum, das jemand auf der Straße steht, aber es kann kein Anspruch gestellt werden, dass ich heute in Toplagen wohne und nur das bezahle was ich mir leisten kann / was ich früher gezahlt habe und damit den Markt zusätzlich für zahlungswilligere verknappe....

der Markt regelt....aber man muss ihn auch regeln lassen.....

Habe übrigens letztes Mal einen Bericht gesehen, wo sich eine Münchner Rentnerin beschwerte, dass von Ihren 1.100€ Rente nach 700€ Miete nur noch 400€ zum leben blieben....

Vielleicht lebt sie einfach über Ihre Verhältnisse? Wenn ich nach Beverly Hills ziehen würde, könnte ich mir außer der Miete nicht mal mehr nen Kaffee leisten.....darum tu ich`s nicht...
Inkognito
geschrieben am
17.10.2013 um 17:51 Uhr
Beitrag 585

Hallo,
das Problem ist doch nicht das gierige Vermieter rauspressen was nur geht. Das haben Sie immer schon gemacht. Das Problem sehe ich eher darin das der Staat sich immer mehr aus dem sozialen Wohnungsbau zurückzieht. Im Grunde tut er damit doch den Immobilienhaien einen riesen Gefallen da der Druck auf die freien Wohnungen immer mehr steigt. Man müsste das Problem mal von dieser Seite angehen. Aber der ärmere Mieter hat eben keine Lobby die da mal Einfluss nehmen würde!
Horst
geschrieben am
17.10.2013 um 22:46 Uhr
Beitrag 586

@Selbstvermieter:
Besser konnte man es nicht sagen.

@Inkognito:
Das sehe ich auch als das eigentliche Problem. Wobei ich Vermieter wie Selbstvermieter explizit hier ausschließen möchte (soweit ich das jetzt einschätzen kann)

@Ch.Bach:
Ja das ist das Problem, weil die Leute schon so verwöhnt sind, dass ihnen die "Grundausstattung"/"Grundversorgung" nicht mehr reicht. Und anstatt zu versuchen etwas besseres zu erarbeiten fordert man es von den Leuten ein die es sich schon erarbeitet haben. Ist ja schließlich einfacher.
Ch.Bach
geschrieben am
18.10.2013 um 07:17 Uhr
Beitrag 587

was ich einfordere sind normale wohnungen zu fairen preisen. aber unter normaler wohnung verstehe ich weder ehemalige kasernen wie horst anregte, noch luxussanierte altbauten, die oft genug leerstehen und reine abschreibungsobjekte sind.

wie inkognito richtig vermerkte: seit dem rückgang des sozialen wohnungsbaus fehlt ein regulativ.

und behauptet nicht immer, der markt würde das schon regeln. er regelt eben nicht. nicht bei den gehältern, nicht bei den wohnungen, nicht bei den banken.........

Ch.Bach
geschrieben am
18.10.2013 um 07:21 Uhr
Beitrag 588

@selbstvermieter
700euro miete in münchen? wo leben sie, wenn sie glauben, hier wohne jemand über seine verhältnisse? diese 700 euro sind in dieser stadt sehr wenig mietkosten, dementsprechend dürfte die wohnung sein. was gestehen sie einer rentnerin zu? ein kellerloch?
Horst
geschrieben am
18.10.2013 um 08:06 Uhr
Beitrag 589

@Ch.Bach:
Definieren Sie doch erst einmal, was sie als eine "normale" Wohnung für eine Rentnerin verstehen? Und das bitte nicht nur bezogen auf die Ausstattung sondern auch auf die Lage dieser Wohnung. Muss diese Wohnung denn dann unbedingt in München liegen? Geht es auch nicht etwas außerhalb?
Kerstin
geschrieben am
18.10.2013 um 08:37 Uhr
Beitrag 590

@Horst: wie können Sie den sowas fordern?

Immerhin hat die gute Frau hier die letzten 40 Jahre gewohnt und sich daher so daran gewöhnt (mir noch nie aufgefallen dass da nur die ö-Punkte draufkommen)
dass ein Umzug mit einer Zwangsaussiedlung gleichzusetzen ist.

Außerdem hat sie mit Ihrer bisher gezahlten Miete ein lebenslanges Wohnrecht erhalten, dass davon unberührt bleibt, dass vielleicht auch andere, jüngere und besser verdienende Menschen auch gerne im Zentrum wohnen würden.

Aber gottseidank war die Frau ja 40 Jahre eher dran.....Da sie, auch als die Kinder im Kindergarten und der Schule waren, nicht wieder arbeiten gegangen ist, hat sie selbst natürlich keine große Rente.....woran der Staat und die Allgemeinheit Schuld ist.....und daher muss man die Mieten einfrieren und ggf. die Wohnung verfallen lassen, damit die Frau wohnen bleiben kann....

Sanierungen könne man ja immer noch machen, wenn die Frau mal nicht mehr lebt...bis dahin reicht die Substanz sicherlich aus....Lediglich dass die Heizkosten der alten Burg so hoch sind reißt natürlich ein großes Loch in die monatliche Rente....

Wenn es in München nicht genügend Wohnungen gibt, dann sollen doch die jungen Leute in die Peripherie ziehen, was muss man mit anfangs 30 in der Stadt wohnen? Ein bisschen pendeln am morgen schadet ja nicht, da ist man wenigstens wach wenn man im Büro ist...und abends bleibt man nicht so lange weg....wieder ein Vorteil...

Horst
geschrieben am
18.10.2013 um 10:19 Uhr
Beitrag 591

@Kerstin:
Ok wir frieren die Miete für die ältere Frau ein, obwohl die Inflation und die Kosten für den Unterhalt der Wohnung auf Seiten des Vermieters steigen. Der Familienvater der sich von seinem ersparten Geld diese zusätzliche Einnahmequelle angeschafft hat um seine Familie zu ernähren ist derjenige der irgendwann in die Röhre schaut. Wie können Sie so etwas fordern???

Falls ich mich in den vorigen Beiträgen vielleicht missverständlich ausgedrückt habe:
Ich bin strikt dagegen, dass Vermieter die Miete erhöhen, weil sie
a) das auf Grund der höheren Nachfrage können
b) und deswegen mehr Profit rausschlagen wollen

Das steht hier (in meinen Augen) auch gar nicht zur Diskussion.

Es geht, wie Selbstvermieter schon geschrieben hat, darum die höheren Kosten (durch zum Beispiel Inflation) zu decken.

Und da es in meinen Augen für den Staat nicht möglich ist, die Miet(erhöhungs)grenzen so fest zulegen, dass es "gerecht" für alle (Mieter,Vermieter) ist, bin ich dagegen. Wie soll das den funktionieren?

Einfacher ist, dass der Staat mehr (Sozial)Wohnungen bereitstellt und dort erfolgt die Erhöhung der Miete dann angepasst an die höheren Kosten (denn die kann er ermitteln), ohne dabei Profit rauszuschlagen.
Kerstin
geschrieben am
18.10.2013 um 10:53 Uhr
Beitrag 592

Entschuldigung...ich dachte, dass man meinen Beitrag als Ironie entziffern würde....ist wohl nicht der Fall....
dape´67
geschrieben am
18.10.2013 um 11:14 Uhr
Beitrag 593

@ Selbstvermieter: Ich kann mich nicht entsinnen, dass "Dape, Bach und Co." Ihnen oder einem anderen Vermieter unterstellt hätten, "das Geld welches sie mit Mieten verdienen für Kaviar und Schampus auszugeben". Wie kommen Sie zu derartigen Unterstellungen? Mir ist auch völlig gleichgültig, womit Sie Ihr Geld wie verdienen. Und um es klarzustellen, spreche ich Ihnen auch das Recht nicht ab, Anpassungen der Miete nach oben aus welchen Gründen auch immer (nach unten werden Sie ja sicher noch nicht angepasst haben, wie ich annehme - in der "sozialistischen" Schweiz ist so etwas übrigens üblich). Allerdings ist auch Fakt, dass für einen nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung in Deutschland die Reallöhne gesunken sind und diese von Dingen wie Inflationsausgleich nur träumen. Realität sind aber dagegen stetig steigende Ausgaben.

@ Horst: Zitat: "Wenn ich so etwas les, dann weiß ich schon gar nicht mehr was ich drauf schreiben soll." Nun, dann ist Ihnen anschließend nichts besseres eingefallen, als Unsinn zu schreiben? Denn als was soll man es denn bezeichnen, wenn jemand allen ernstes vorschlägt, Menschen (darüber sprechen wir hier übrigens) die sich die immer höheren Mieten nicht mehr leisten können in "leerstehende Kasernen" einzuquartieren? Wie ich bereits in meinem vorherigen Beitrag hingewiesen habe, gilt es für einen "staatlichen Zwang zur Sozialverträglichkeit" durchaus rechtliche Aspekte zu berücksichtigen. "Eigentum verpflichtet". Und wie bitte ist dieses Zitat von Ihnen zu verstehen: "Und anstatt zu versuchen etwas besseres zu erarbeiten fordert man es von den Leuten ein die es sich schon erarbeitet haben. Ist ja schließlich einfacher." Ich finde, die beiden Zitate aus Ihren Beiträgen haben durchaus das Prädikat "ACHTUNG HETZEND!" verdient.
Facepalm
geschrieben am
18.10.2013 um 11:58 Uhr
Beitrag 594

@Kerstin: Mir gehen die Beiträge von Frau Bach mitunter auch auf die Nerven, aber was Sie hier veranstalten, ist einfach nur peinlich. Diese Hysterie, die Sie hier im Forum verbreiten, ist kaum noch auszuhalten. Ich würde hier im Forum auch nicht alle Beiträge unterschreiben, aber es ist eben ein Diskussionsforum, da bleibt es nicht aus, dass die Leute verschiedener Meinung sind. Wenn es eines gibt, was dieses Forum nicht braucht, dann sind es weitere polemische Diffamierungen (nahezu) ohne jegliche inhaltliche Substanz.
Horst
geschrieben am
18.10.2013 um 14:31 Uhr
Beitrag 595

@dape´67:
Meine Formulierungen sind wohl etwas zu drastisch/ungenau gewesen, dass gestehe ich ein. Hetzen wollte ich gegen keine Bevölkerungsgruppe.

Ich werde die Sätze (mein Gedankengang) etwas anders formulieren:
Leerstehende Kasernen:
- Gehören dem Bund
- Müssten dementsprechend umgebaut/renoviert werden, damit die Grundversorgung (das was man einem Menschen in Deutschland als Wohnung "zumuten" kann) gewährleistet ist
- Sollten danach max. zu "kostendeckend"-Preisen (wenn nötig darunter) vermietet werden

--> größeres Angebot an "sozialverträglichen" Wohnungen
--> diese Kosten müssen von allen Bürgern über Steuern getragen werden

Wenn Sie dachten, dass ich meinte, dass Mitbürger in eine Kaserne im aktuellen Zustand ziehen sollen, naja da kann ich Ihnen auch nicht helfen.

Das "erarbeiten"-BlaBla:
- war eine Reaktion auf Ch.Bach Kommentar in dem Sie diese Grundversorgung als Ghetto bezeichnet hat
- wenn einem diese Grundversorgung nicht ausreicht, dann muss man sich mehr erarbeiten oder es müssen alle dafür aufkommen. Dies kann nicht nur auf Lasten derer gehen, die jahrelang auf eine Eigentumswohnung gespart haben.

Und das fordern Sie hier MEINER Meinung nach indirekt. Natürlich gibt es viele schwarze Schafe, aber sollen deswegen auch die (wenigen) guten Vermieter (die bislang vielleicht die Wohnung nicht einmal mit einer hohen Rendite vermieten) unter dieser Mietdeckelung leiden?? Genau diejenigen sind es nämlich die als erstes unter einer Mietdeckelung leiden, denn mit steigender Inflation ist ihre Rendite am schnellsten aufgebraucht. Die schwarzen Schafe juckt es da nicht einmal an der linken Pobacke.

Eine Mietdeckelung geht rein zulasten einer Bevölkerungsgruppe (den Vermietern) und ist in meinen Augen nicht sozialverträglich!
inkognito
geschrieben am
18.10.2013 um 16:18 Uhr
Beitrag 596

Warum sollte der Staat nicht mehr in den sozialen Wohnungsbau investieren? Viele Geringverdiener die sich die Mieten auf dem freien Markt nicht mehr leisten können bekommen eh schon Zuschüsse, sei es als Sozialhilfe oder als Mietzuschuss. Und wenn da jetzt wieder ein Geschrei losbricht das den sozialen Wohnungsbau ja alle bezahlen müssen kann ich nur sagen: Die Vermieter können ja auch allen Scheiß, vom Erwerb über Renovierung Sanierung Instandhaltung.... von der Steuer absetzen. Das zahlt schließlich auch die Allgemeinheit. Das Geld sollte man lieber für Selbstnutzer und Sozialen Wohnungsbau ausgeben!
Übrigens: Für 700 Euro bekommt man in München höchstens ein Kellerloch!
Horst
geschrieben am
19.10.2013 um 06:22 Uhr
Beitrag 597

"Und wenn da jetzt wieder ein Geschrei losbricht das den sozialen Wohnungsbau ja alle bezahlen müssen kann ich nur sagen: Die Vermieter können ja auch allen Scheiß, vom Erwerb über Renovierung Sanierung Instandhaltung.... von der Steuer absetzen. Das zahlt schließlich auch die Allgemeinheit."

Nö, des wird von den Steuern bezahlt, die die Vermieter für ihre Mieteinahmen abführen müssen.

"Übrigens: Für 700 Euro bekommt man in München höchstens ein Kellerloch!"

Pech gehabt, dann sollte man wo anders hinziehen.
Ch.Bach
geschrieben am
19.10.2013 um 11:45 Uhr
Beitrag 598

ich wünsche hier einfach allen, dass sie wirklich genug fürs alter auf der hohen kante haben....
...und falls nicht, dass die nächste generation vielleicht über etwas mehr soziales gewissen und empathie verfügt...

@kerstin: wäre ihre "Ironie" auch derartig grob, wenn diese rentnerin ihre mutter wäre?

alte menschen gegen ihren willen aus ihrer gewohnten umgebung zu reissen war noch nie geeignet, ihre gesundheit zu fördern... ganz davon abgesehen, dass gerade für ältere menschen eine solide infrastruktur mit nahversorgung wichtig ist. weitestgehende selbstversorgung hilft ungemein, staatliche sozialkosten einzusparen.
oder was denken sie denn, wer bezahlt, falls besagte rentnerin mit 1100euro rente nur mehr der weg ins seniorenheim bleibt? denn diese an sich gute rente, die offensichtlich erarbeitet ist, stellt maximal 50% heimkosten dar.

noch ein kleiner hinweis: sie können tun was sie wollen---sie werden auch zum alten menschen. schauen wir mal, ob sie dann immer noch ein "pech gehabt" als akzeptabel erachten...

...angesichts der pläne des währungsfonds könnte ihr vermögen nämlich ganz schnell schrumpfen.........deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/10/17/die-grosse-enteignung-zehn-prozent-schulden-steuer-auf-alle-spar-guthaben/





Jochen
geschrieben am
19.10.2013 um 14:28 Uhr
Beitrag 599

Dass ausgerechnet Sie eine Seite verlinken, die in den vergangenen Monaten aggressive Werbung für die AfD gemacht hat, hätte ich nicht gedacht.
Haidhofer
geschrieben am
19.10.2013 um 15:08 Uhr
Beitrag 600

Der Bericht ist eine nahezu wörtliche Übersetzung eines Forbes-Artikels. Wer die Infos lieber aus der Primärquelle möchte, dem sei der IWF-Bericht im Original empfohlen. Ich hab ihn mir gerade angeschaut. Die entsprechende Passage findet sich auf Seite 49.
www.imf.org/external/pubs/ft/fm/2013/02/pdf/fm1302.pdf
Ch.Bach
geschrieben am
19.10.2013 um 16:42 Uhr
Beitrag 601

ich habe ihn aus dem grund eingestellt, weil es mir die beste übersetzung schien
Kerstin
geschrieben am
19.10.2013 um 16:43 Uhr
Beitrag 602

@Bach:
Meine mutter hat - wie mein Vater- immer gearbeitet und mir und meinen Geschwistern eine gute Grundlage geschaffen...und steht jetzt selber im Alter auch ausgezeichnet da....wenn meine Mutter lieber auf Hausfrau gemacht hätte und Jahre zuhause geblieben wäre, wenn meine Eltern sich nicht Ihr Häuschen abgespart hätten und wenn meine Mutter - wie mein Vater- nicht auch zusätzlich privat vorgesorgt hätten...dann - ja dann wären sie vielleicht in so einer Situation....Aber Mitleid? Für etwas selbstverschuldetes? Wohl kaum, oder?
Ch.Bach
geschrieben am
19.10.2013 um 18:09 Uhr
Beitrag 603

@kerstin
das nenn ich chuzpe all den kriegs- und nachkriegsfrauen die schuld an ihrer misslichen lage selbst in die schuhe zu schieben. ich denke, sie haben in geschichte und sozialkunde gefehlt...ihnen sind entscheidende tatsachen entgangen.
ganz sicher auch diese: es war nicht nur unüblich und verpönt, bis 1977 war es in deutschland für frauen sogar ohne erlaubnis des mannes untersagt, einer erwerbstätigkeit nachzugehen!

zu all den diskriminierungen, denen frauen bis heute ausgesetzt sind auch noch eine draufzusetzen ist allerhand
Der Polemiker
geschrieben am
19.10.2013 um 19:05 Uhr
Beitrag 604

@Kerstin
...dafür hätte Ihre Mutter dann wenigstens genug Zeit gehabt, Ihnen eine vernünftige Diskussionskultur beizubringen ;-)
Horst
geschrieben am
19.10.2013 um 20:48 Uhr
Beitrag 605

Und vor 10 Jahren konnte man ja nicht wissen dass die Kosten steigen und entsprechend vorplanen, damit es dann in der Rente passt, und man nicht mehr umziehen muss...
inkognito
geschrieben am
19.10.2013 um 22:43 Uhr
Beitrag 606

Ach Horst, sie sind wohl auch einer der sich ins gemachte Nest gesetzt hat, sonst würden sie hier nicht so einen Blödsinn schreiben. Die meisten die immer so tun als hätten sie sich alles selbst erarbeitet vergessen meist das sie ihren "Reichtum" doch von den Eltern geerbt haben. Sei es eine Immobilie oder das entsprechende Vermögen. Man kann gut Vorsorgen wenn man nie Miete bezahlen musste!!! Und dann stellen sie sich hin und hacken auf denen rum die leider nicht das Glück hatten in einem Elternhaus aufzuwachsen das ihnen alle Chancen geboten hat!
Horst
geschrieben am
20.10.2013 um 09:52 Uhr
Beitrag 607

Leider ist keine ihrer Aussagen richtig. Ich war einfach dazu bereit Regensburg den Rücken zu kehren und außerhalb zu wohnen. Hätte ich das nicht gemacht würde ich in 35 Jahren wohl auch einer derjenigen sein,der sich über steigende Mieten beschwert.

Jetzt habe ich ein Haus als Altersvorsorge, muss aber im Gegenzug mangels Eigenkapital und Grundstück erstmal einen riesigen Berg Schulden abzahlen und mich im Alltag stark einschränken. Aber dazu bin ich bereit! Ob das Projekt gut geht wird die Zeit zeigen.

Den einzigen Vorteil den ich habe, ist bei einem großen Arbeitgeber zuarbeiten der nach Tarif zahlt und ich dadurch annähernd Inflationsausgleich bekomme. Aber dreimal dürfen sie raten....das habe ich mir auch erarbeitet und ist mir nicht zu geflogen.

Für mich galt und gilt nach wie vor der Grundsatz, ich kann alles erreichen, wenn ich nur will.
Kerstin
geschrieben am
20.10.2013 um 11:18 Uhr
Beitrag 608

Aber, aber wir reden doch nicht nur von den Nachkriegsfrauen...das wäre zu einfach.....der Krieg ist seit 68 Jahren vorbei, da sind mittlerweile einige Generationen hinzugekommen.....Die meisten der Nachkriegsfrauen, also die frauen, die zu Kriegsende erwachsen waren und evtl. schon Kinder hatten dürften heute im hohen Alter oder verstorben sein....So wie meine verstorbene Uroma.....

Nein ich spreche vor Allem von den "jungen Rentnern" die heute zwischen 65 und 70 sind...die haben nämlich den Aufschwung Deutschlands miterlebt...

Aber ich weiß nicht, ob dass überhaupt noch viel Sin macht hier zu diskutieren....

es gibt Leute die zu wenig Rente haben und die einen schreien mal wieder nach Gesellschaft und Vater Staat, die anderen möchten nicht noch mehr Umverteilung..

Ich selbst bin übrigens auch nach Studium und ersten Berufsjahren aus Regensburg weg gezogen....Und nicht, weil ich es unbedingt wollte, ich habe es sehr genossen in der Früh in der Regensburger Altstadt aufzuwachen, noch schnell in der Cafe-Bar einen Espresso zu trinken und mich nach der Arbeit fußläufig mit allen Freunden im Restaurant treffen zu können, vom kulturellem Programm mal ganz abgesehen....

Aber ich hätte damals nicht annähernd das Geld gehabt, um mir ein eigenes Haus oder eine familientaugliche Wohnung in Regensburg zu kaufen, deswegen sind mein Mann (damals mein Freund) und ich "aufs Land" nach Maxhütte gezogen und haben hier gebaut.....

Warum: Weil wir uns Gedanken über unsere Zukunft gemacht haben und Konsequenzen gezogen haben....

Wenn heute eine Münchnerin in einer achso überteuerten Innenstadtwohnung mit ihrer Rente die Miete nicht mehr bezahlen kann, dann wäre nur die Frage, ob es damals vor 30 Jahren sinnvoll war überhaupt dort zu bleiben, anstatt sich in der - damals noch sehr preiswerten- Münchner Peripherie eine schöne Wohnung mit dem gleichen Geld abzufinanzieren......

@Polemiker:
Ich finde, dass ich durchaus in der Lage bin zu diskutieren....aber was von BAch +Co immer ausgeklammert, ja schon fast verpöhnt wird, ist die Selbstbestimmung,....

Es wird immer nur nach Gründen gesucht warum etwas nicht geklappt hatte, der böse Staat, das frauenfeindliche System, die ausbeutenden Unternehmen,....

anstatt sich an der eigenen Nase zu fassen und mal zuzugeben...okay, war evtl. auch nicht alles richtig was man selber gemacht hat....andere haben`s ja unter ähnlichen Bedingungen ganz anders gemacht und auch hinbekommen....

Außerdem muss nach wie vor in Deutschland niemand erhungern oder erfrieren....ihre Definition von Armut kann ich nach wie vor nicht teilen....
inkognito
geschrieben am
20.10.2013 um 11:24 Uhr
Beitrag 609

Hallo,
sie sind also aufs Land gezogen weil sie sich die Miete in der Stadt nicht mehr leisten konnten oder wollten. Sie Haben also eine Arbeitsstelle bei der sie einigermaßen gut verdienen um sich auch das pendeln leisten zu können. Aber was soll denn bitte eine Rentnerin machen die vielleicht 700 oder seien es auch 1000 Euro Rente bekommt. Vielleicht 40 Jahre in einer erschwinglichen Wohnung gewohnt hat. Vielleicht in einem Viertel das nicht so beliebt war. Plötzlich wird dieses zu einem In-Viertel, Luxussaniert usw..... dann soll die alte Frau einfach aufs Land ziehen sich ein Auto kaufen usw....
Übrigens: Ich hab mir hier auf dem Land auch ein Haus gebaut. Einfach aus dem Grund, das mich diese Haus nicht ganz so viel kostet als die Miete die ich vorher in der Stadt bezahlt habe. Und als Altersvorsorge natürlich. Aber man kann doch nicht annehmen das jeder die Mittel hat um das zu bewerkstelligen. Und besonders die Nachkriegsgeneration nicht. Vor allem Frauen trifft es da besonders hart. Es stimmt schon: Viele Frauen haben nicht gearbeitet und sich nur der Kindererziehung gewidmet. Aber das war auch Gesellschaftlich so gewollt. Die CSU will es ja immer noch. Warum sonst zahlt der Staat wohl eine Herdprämie und finanziert Kindererziehungszeiten!!! Schauen sie mal nach Frankreich! Da muss die Frau sechs Wochen nach der Entbindung wieder Arbeiten, oder sie bleibt auf eigene Kosten zu Hause!!!
Und solche Äußerungen: "Jeder kann alles Erreichen wenn er nur will" kann ich wirklich nicht mehr hören. Warum sind sie denn nicht schon längst Millionär????
inkognito
geschrieben am
20.10.2013 um 11:34 Uhr
Beitrag 610

Hallo noch mal.
Hallo Kerstin.
Wenn sie Kinder haben nehmen sie doch gewiss auch Staatliche Leistungen in Anspruch oder? Erziehungsgeld, Kindergeld, Kostenlose Krankenversicherung für die Kinder, Steuererleichterung, Baukindergeld, kostenloser Schulbesuch für die Kleinen usw....
Aber warum soll ich als normaler Steuerzahler mit für ihr Vergnügen (sprich Kinder) aufkommen. Kinder zu bekommen ist doch eine rein private Angelegenheit oder????
Und wenn immer behauptet wird man braucht Kinder für die Zukunft kann ich dem nur wiedersprechen. Dieser Planet braucht nicht mehr sondern weniger Menschen die ihn ausbeuten und zerstören.
Eine ganz einfache Rechnung: Halb so viele Menschen halb so viel Ressourcenverbrauch!
Und die Rente wird durch mehr Kinder auch nicht sicherer!!!
Horst
geschrieben am
20.10.2013 um 13:08 Uhr
Beitrag 611

Warum ich noch kein Millionär bin? Relativ einfach erklärt, aus dem selben Grund warum ich keine Führungsfunktion im Unternehmen will. Weil das was ich hierfür leisten müsste mich in meinem privaten Leben zu stark beschränken würde. Lange Arbeitszeiten, wenig Familie...dann lieber ein Normalo.

bzgl ihres Posts an Kerstin:
und dann wollen sie wohl Hartz4 und alle anderen Sozialleistungen streichen??
Eine tolle Welt wünschen sie sich...
Horst
geschrieben am
20.10.2013 um 13:43 Uhr
Beitrag 612

Sie wird zwar nicht sicherer durch mehr Kinder aber wenigstens wird sie durch sie bezahlt.
Hub
geschrieben am
20.10.2013 um 15:30 Uhr
Beitrag 613

Zitat inkognito---Aber man kann doch nicht annehmen das jeder die Mittel hat um das zu bewerkstelligen.

Dann sind diese Leute aber selber Schuld....dann müssen sie mehr und länger arbeiten, sich weiterbilden,...oder oder oder....

Sind wir im Kommunismus oder was? Ich kann mir auch keine Villa auf Mallorca leisten...da ist aber nicht die Gesellschaft schuld, sondern ich selbst....
Moon
geschrieben am
20.10.2013 um 16:35 Uhr
Beitrag 614

@ inkognito:

Ohne jetzt irgendwelche Luxussanierungen grundsätzlich gut zu finden:

Sorry, aber das Beispiel von der "armen" Rentnerin die 40 Jahre in einer erschwinglichen Wohnung lebte und jetzt plötzlich raus muss:
ICH KANN ES NICHT MEHR HÖREN!
Spielen wir das Ganze mal hypothetisch durch:
Die Frau ist heute 70, Geb. 1943
In die Wohnung ist sie also 1973 (mit 30)gezogen...
dann hätte sie, spätestens ab 1983 sowohl die Erlaubnis als auch die Möglichkeit gehabt, wieder sukzessive mehr arbeiten zu gehen...(Kinder groß genug!)

Woran hat`s also die letzten 30 Jahre gelegen, dass sie sich kein Häuschen zugelegt haben (in der Peripherie) oder eine Eigentumswohnung ?
Sie haben ihr Geld wohl für anderes ausgegeben!? Urlaub, Auto?
Und plötzlich die Überraschung: "Meine" Wohnung gehört mir ja garnicht und das ich darin wohne ist kein Pakt für die Ewigkeit....

Ich kann falsch liegen, aber mein Mitleid ist begrenzt!

Meine Eltern haben mir beigebracht was Sparsamkeit ist: Die haben aber auch jetzt eigene 4 Wände aus denen sie NICHT rausmüssen....

So, und jetzt schimpft mich kaltherzig!

M.Eschenberg
geschrieben am
20.10.2013 um 16:42 Uhr
Beitrag 615

@moon:
danke sehr schöner Beitrag....
Selbstvermieter
geschrieben am
21.10.2013 um 08:13 Uhr
Beitrag 616

Letztens war eine Rentnerin in einer Talkshow (glaube ARD)

Diese hatte sich über eine zu kleine Rente beschwert, mit der man nicht mal in den Urlaub fliegen könnte etc....Im Laufe der Diskussion hatte sich dann herausgestellt, dass sie Jahrzehnte "schwarz" bei ihrem Schwiegervater im Laden beschäftigt war und das Geld bar bekommen hatte....Jetzt frage ich mich was schlimmer ist: Das es Leute gibt, die so unverschämt sind, dass sie sich da noch beschweren möchten...denn das ist schlicht und einfach Sozialbetrug...oder das ein von meinen Gebühren mitfinanzierter öffentlich-rechtlicher so jemanden noch ernsthaft Plattform bietet.....
Horst
geschrieben am
21.10.2013 um 08:16 Uhr
Beitrag 617

Ja, so traurige ist leider die Realität...
Ch.Bach
geschrieben am
21.10.2013 um 11:42 Uhr
Beitrag 618

bezüglich dieser frau nehm ich meine verteidigung zurück.
leider werden durch solche leute negative emotionen gefördert, so dass realität oft verzerrt wahrgenommen wird.

allerdings, so einfach sagen, die frauen dieser generation hätte doch ab den 80ern arbeiten können ist so einfach nicht. erstens: kaum eine ausbildung, zweitens: mit 40 zählte und zählt man immer noch in der arbeitswelt nicht unbedingt zur gefragten kraft, denn es war
drittens: tatsächlich unerwünscht.

nicht alle waren- geprägt durch die ideologien des "reiches"
- emanzipiert genug, und, natürlich, die meisten frauen hatten das bild des "treusorgenden muttertieres" verinnerlicht.

aber auch die heutige einstellung könnte sich einmal als falsch herausstellen....


was ich nicht klasse finde, ist das argument/der vorschlag,aus finanziellen gründen aufs land zu ziehen obwohl man gerne in der stadt geblieben wäre. hier läuft doch was verkehrt. zum einen fördert diese einstellung einen enormen landverbrauch, zum andern trägt sie zu verödung von städten bei. wäre es nicht effizienter, denen, die das stadtleben bevorzugen, auch diese möglichkeit zu bieten? anstatt hier (auf dem land) reine schlafsiedlungen zu schaffen und dort nur noch geschäftsmalls und luxusappartements?
Horst
geschrieben am
21.10.2013 um 13:02 Uhr
Beitrag 619

Hallo Fr. Bach,
ja das wäre wünschenswert, aber da trifft man bei (Regensburgern) Politikern leider auf taube Ohren. Natürlich gibt es auch in Regensburg "geförderte" Grundstücke. Das bringt aber relativ wenig wenn diese zur Vermarktung an ein großes Immobilienzentrum gehen und die dann nur Häuser anbieten deren Preisleistungsverhältnis fern ab von Gut und Böse liegen.

Bei einem neuen Bauprojekt im südlichen Regensburg, geht der Kaufpreis bei einem 350m² Grundstück + 105m² Haus bei 450.000€ - 500.000 € los.

Das Problem Fr. Bach ist halt dabei einfach, dass wir an dieser Stelle keine Stellschrauben haben....
Ch.Bach
geschrieben am
21.10.2013 um 15:28 Uhr
Beitrag 620

wir hätten schon....wir trauen uns nur nicht
Horst
geschrieben am
21.10.2013 um 15:44 Uhr
Beitrag 621

Und welche wären das???
Moon
geschrieben am
21.10.2013 um 18:02 Uhr
Beitrag 622

@ Ch.Bach: Also von "einer Verödung der Städte" kann man doch, (zumindest in Bayern) nicht reden...im Gegenteil...alles was Hände und Füße hat, möchte möglichst in Städte oder zumindest größere Gemeinden.
Schönes Beispiel ist doch Regenstauf: Dort kostet der qm Baugrund gute 200,- Euro...in Ponholz etwa 120,-
Trotzdem ziehen viele nach Regenstauf, weil man da "alles hat"..de facto aber trotzdem meistens aufs Auto angewiesen ist...
..also wären doch die Grundstücksverkäufer dumm, wenn sie da nicht zuschlagen, oder?
Solang wie`s bezahlt wird....
Ch.Bach
geschrieben am
21.10.2013 um 18:32 Uhr
Beitrag 623

als ich stadt sagte, meinte ich keine kleinstadt wie regenstauf. aber fahr mal nächtens durch großstädte---ganze viertel öde, wenn geschäfte und büros geschlossen sind.
Moon
geschrieben am
21.10.2013 um 19:41 Uhr
Beitrag 624

..naja..ist ja auch kein Wunder...
In den meisten größeren Städten werden ja fast nur noch Büros und Geschäfte gebaut...weil: Muss ja alles schön zentriert werden...und Väterchen Staat macht den Irrsinn auch mit und legt am besten JEDE Behörde nach München...

Oder verlagert bestehende von Megacities wie Regensburg nach Tirschenreuth....
Autsch!

Ausserdem kann sich die Mieten doch keiner mehr leisten!
Aber wie bereits angesprochen: Solange es jemand gibt, der zahlungswillig und -fähig ist, wird sich daran nix ändern!

Der Miet-Irrsinn kann recht schnell vorbeisein....schaut mal nur in den Osten oder ins Ruhrgebiet....
Kerstin
geschrieben am
22.10.2013 um 16:38 Uhr
Beitrag 625

Bach:"was ich nicht klasse finde, ist das argument/der vorschlag,aus finanziellen gründen aufs land zu ziehen obwohl man gerne in der stadt geblieben wäre. hier läuft doch was verkehrt......."

Genau darum geht´s doch...wir müssen uns alle an unser Einkommen anpassen....Ich würde auch viel lieber in einer 200m² Gründerzeitvilla in Regensburg wohnen....aber leider ist nur ein Häuschen in Maxhütte "drinnen" gewesen....Musste quasi auch aus Kostengründen "die Stadt verlassen"

Ch.Bach
geschrieben am
23.10.2013 um 10:31 Uhr
Beitrag 626

@kerstin,
sie haben -im gegensatz zu horst oder moon- meine intention nicht verstanden.
die rede ist auch nicht von 200m2 villen in regensburg, sondern von normalem, bezahlbaren wohnraum
immobilienhaien gehört ein riegel vorgeschoben
aber solange jeder mitmacht......
Horst
geschrieben am
23.10.2013 um 10:50 Uhr
Beitrag 627

Trotzdem weiß ich nicht welche Stellschrauben sie meinen...
Kerstin
geschrieben am
23.10.2013 um 10:54 Uhr
Beitrag 628

Ich habe Sie sehr wohl verstanden. Sie messen immer mit zweierlei Maß...

In München gibt es bspw. nur eine feste Anzahl von Wohnungen. Wollen Sie einen jungen Menschen verbieten, dort zu wohnen, weil er keine Wohnung bekommt, obwohl er bereit wäre, dass doppelte der bisherigen Miete zu zahlen? Das Dreifache?
Wann hört Ihr "lebenslanger Daueranspruch" auf?
Warum geben Sie nicht zu, dass es auch selbstverschuldet ist, wenn man mit 70 Jahren vor dem Nichts steht? Hat man vielleicht selbst Fehler gemacht?

Nein, es sind - in variierender Reihenfolge: Staat, Gesellschaft, die eigene Familie oder die bösen Unternehmen Schuld!



Rene
geschrieben am
23.10.2013 um 11:43 Uhr
Beitrag 629

Kerstin, wie können Sie so etwas sagen? Die Frau hat doch immerhin 40 Jahre lang Ihre Kinder großgezogen /ironie-off
dape´67
geschrieben am
23.10.2013 um 11:57 Uhr
Beitrag 630

@ Kerstin: Es mag ja für Sie löblich sein, ganz und gar auf Eigenverantwortung zu setzen - aber auch etwas einseitig. Finden Sie nicht? Ich kann mich einfach nicht des Eindrucks erwehren, dass Sie geflissentlich vergangene und aktuelle Entwicklungen in der Sozial- bzw. Gesellschaftspolitik ausblenden, ja geradezu ignorieren (ähnlich hatte sich auch das Auslaufmodell FDP verhalten). Anders sind solche Äußerungen, wie die von Ihnen getätigte. Zitat: "Warum geben Sie nicht zu, dass es auch selbstverschuldet ist, wenn man mit 70 Jahren vor dem Nichts steht? Hat man vielleicht selbst Fehler gemacht?
Nein, es sind - in variierender Reihenfolge: Staat, Gesellschaft, die eigene Familie oder die bösen Unternehmen Schuld!"

Da kann man Ihnen nur wünschen, dass Sie selbst alles in Ihrem Leben richtig gemacht haben, Ihre Entscheidungen für die Zukunft richtig waren, Sie mal nicht überaschend vor dem Nichts stehen werden, weil sich z.B. der Lebenspartner mit dem man sich alles so schön ausgedacht und aufgebaut hat nicht doch umorientiert und vor allem dass Sie sich stets bester Gesundheit bis ins hohe Alter erfreuen und lange erwerbstätig sein können. Insbesondere der letzte Punkt könnte Ihnen ansonsten ggf. sehr rasch einen Strich durch Ihre perfekte und vor Selbstverantwortung strotzende Lebensplanung machen. Seien Sie versichert, dass dergleichen keine Horrorszenarien sind. Abstürze von Menschen aus der Mittel- in die "Unterschicht" habe ich einige mitangesehen und diese waren in der Tat überwiegend nicht selbst verschuldet. Allerdings kann ich mich auch nicht entsinnen, dass diese gerufen hätten, der Staat, die Gesellschaft etc. wären daran Schuld.

@ Rene: Für manch infantile Zeitgenossen wären selbst 50 Jahre intensivste Erziehung noch zu wenig.
junger Mieter
geschrieben am
23.10.2013 um 13:23 Uhr
Beitrag 631

ich bin Maxhütter und wohne während des Studiums in einer Regensburger Innenstadtwohnung (WG)
Unser Gebäude ist bunt gemischt....viele Studenten, etwas "Mittelalter" und einige Rentner.....
Das Hauptproblem, welches ich erkennen kann, ist einfach der gemeinsame Umgang miteinander....gerade am Wochenende wird bei uns in der WG viel, lang und laut gefeiert...dafür sind wir ja in der Innenstadt und somit "Am Puls der Stadt" sont hätte ich gleich zuhause wohnen bleiben können oder nach Königswiesen ziehen, wo es viel günstiger ist...Warum aber Rentner gezielt IM ABSOLUTEN ZENTRUM DER STADT wohnen möchten und sie sich dann noch beschweren, warum es so laut oder so teuer dort ist, verstehe ich nicht. Die Parkplatzsituation ist besch** und Busse fahren von Prüfening oder Königswiesen genauso regelmäßig...sollte das Argument des fehlenden Autos kommen....
Ich studiere übrigens VWL in den Endzügen und bin unter Anderem KEIN Freund, des so genannten Generationenvertrages, denn zu einem Vertrag gehört eigentlich immer die Zusage BEIDER Vertragspartner....

ich halte unser System für heuchlerisch und aussaugend....Momentan steht der größte demographische Wandel an, den unsere Gesellschaft je schultern musste....und anstatt bis 67 oder - wie viele Experten meinen- bis 70 zu arbeiten lassen sich die heutigen Rentner auf Kosten der jungen -und noch oft ungeborenen Kinder durchfüttern....

dape´67
geschrieben am
23.10.2013 um 13:53 Uhr
Beitrag 632

@ Kerstin: Ach ja und noch etwas: da Sie schon anderen Diskussionsteilnehmern hier vorwerfen, mit zweierlei Maß zu messen. Diesen Vorwurf könnte man getrost auch Ihnen machen. Da steht auf der einen Seite Ihr Lebensentwurf, mit Studium (wobei es für einige Diskutanten angesichts Ihrer offensichtlich eingeschränkten Sichtweise auf rechtliche, politische und gesellschaftliche Themen doch einigermaßen interessant erscheint, welches Studium Sie auch tatsächlich absolviert haben) welches Sie dann als einzig richtigen Weg sehen - zum anderen eben die Anderen, die Ihren Ansichten und Lebensweg nicht folgen können oder wollen - und sich somit "falsch" verhalten. Wie das allerdings mit Selbstbestimmung zusammengehen soll scheint ein unauflösbares Rätsel zu sein. Idee?

Zitat: "Außerdem muss nach wie vor in Deutschland niemand erhungern oder erfrieren....ihre Definition von Armut kann ich nach wie vor nicht teilen...." Sie scheinen wohl erst zufrieden zu sein, wenn dies auch dann tatsächlich öfter als bisher (denn von "niemand" kann hier wohl ja kaum die Rede sein) passiert. Haben Sie eigentlich die Konsequenzen bedacht, wenn der soziale Friede erst gefährdet ist? Ich meine auch die für Sie persönlich?

In Ihrem Weltbild scheint es Dinge wie:

- Niedriglohn
- Unternehmen die mit Werkverträgen und Zeitarbeit AN ausbeuten
- eine knappe halbe Million Rentner die Grundsicherung beziehen MÜSSEN (Tendenz steigend)
- eine drohende Immobilienblase und stetig steigende Mieten
- 7,6 % der Bundesbürger ALG II-Bezieher sind
- einen Sozialstaat der auch für Schwächere eintritt

nicht zu geben oder geben zu dürfen. Ich würde gerne annehmen, dass Sie recht hätten. Wie gesagt ich würde, wenn nicht....

Wissen Sie: auf sozial Schwächere einzudreschen zeugt weder von charakterlicher Größe, noch von politischer Bildung, auch nicht von sozialer Kompetenz. Es zeugt von der Ignoranz einer Generation, die im Gegensatz zu denen, die das Land wieder aufbauen mussten, einen Scheiß getan hat, dieses Land tatsächlich nach vorne zu bringen. Den Grundstein hierfür haben Leute gelegt, die Sie heute unverblümt mit "Selber schuld" belegen. Sie selbst sind Nutznießer der Generation, denen Sie heute Verzicht auferlegen. Und sei es nur der Verzicht auf eine angestammte Lebenssituation. Denn ein älterer Mitbürger ohne Fahrzeug hat es ja auch leichter zum Facharzt (von denen es ja auf dem Land so viele gibt) zu gelangen, auf welche er angwiesen ist.

Die Politik der letzten Jahrzehnte hat mehr als ausreichend Anreize zu Fehlentwicklungen geliefert. Wäre es nicht mal Zeit für echte, gerechte und ausgleichende Korrekturen?

@ junger Mieter: Zitat:" Ich studiere übrigens VWL in den Endzügen und bin unter Anderem KEIN Freund, des so genannten Generationenvertrages, denn zu einem Vertrag gehört eigentlich immer die Zusage BEIDER Vertragspartner...."

Denken Sie nicht, dass der Vertragspartner (Rentenempfänger über 70) bereits seine Vertragspflichten erfüllt hat? Ist es nicht so, dass die Rentner von heute bereits auch ihren Teil des Generationenvertrags erfüllt hätten? Ihre Aussage impliziert ja förmlich, dass die Rentner von heute, Ihre Rente geradezu unrechtmäßig ohne sie erarbeitet haben, beziehen.
junger Mieter
geschrieben am
23.10.2013 um 14:05 Uhr
Beitrag 633

nur weil mir jemand sein Auto in den Hof stellt, muss ich ihm kein Geld geben, wenn ich die alte rostige Kiste nicht haben möchte....

Mir egal mit was und wo sich eine Rentner einen Anspruch erworben hat, aber doch nicht bei mir????

Außerdem weiß ich genau, dass von dem Geld dass ich mal einzahle, oder meine ältere berufstätige Schwester schon tut kaum noch etwas übrig bleiben wird.


Vielleicht nicht, weil die Rentner Schuld sind...aber den demographischen Wandel haben sie zumindest nachhaltiger beeinflusst, als meine Schwester und ich es je konnten, oder?

Es geht auch hier NICHT um die unmittelbare Nackriegsgeneration (Trümmerfrauen,....), sondern diejenigen die heute um die 50-60 Jahre alt sind....die Generation der Frührentner, Altersteilzeitler und Lebemänner, die TROTZ guten Einkommens und äußeren Umständen nichts privat zur Seite gebracht haben....

Kranken und sozial schwachen MUSS IMMER geholfen werden, dass geht aber nur wenn Systeme nicht ausgebeutet und zweckemfremdet werden...und dies war und ist der Fall...

Ch.Bach
geschrieben am
23.10.2013 um 15:49 Uhr
Beitrag 634

@rene:
sie können sich wohl nicht vorstellen, dass jemand für eine bevölkerungsschicht partei ergreift, ohne dieser selbst anzugehören? nein, so alt wie sie meinen bin ich noch lange nicht!

@kerstin:
dape hat ihnen die passende antwort gegeben

@dape 67:
prima ausgedrückt

@junger mieter:
sie kann ich einfach nicht ernst nehmen. wieviele lebemänner(stell ich mir grad in maxhütte vor, den lebemann!) kennen sie denn? freiwillige altersteilzeitler und frührentner?! seit wann ist maxhütte deren pflaster? ach, sie wohnen ja in der "großstadt regensburg", welterfahren....
was ich jetzt genau denke sage ich lieber nicht...VWL? erstes semester? oder sind alle anderen spurlos an ihnen vorbeigegangen? zuviel "BILD" gelesen, oder wie!
wieso nehmen sie eigentlich jemand den wohnraum weg? als maxhütter könnten sie den ÖVP nehmen...wäre günstiger als eine wohnung-die dann für einen wirklich auswärtigen studenten zur verfügung stünde!aber der student muss ja am puls der stadt,der zeit leben...
...und da sollen dann auch die alteingesessenen schauen, dass sie sich vom acker machen, am besten gleich ins-stille- grab, oder wie?!
ohh mann!
Ch.Bach
geschrieben am
23.10.2013 um 16:05 Uhr
Beitrag 635

@horst
wahlen?
junger Mieter
geschrieben am
23.10.2013 um 16:28 Uhr
Beitrag 636

VWL? erstes semester?
Nein, 6tes und abgegebene thesis.....


zuviel "BILD" gelesen, oder wie!
...nein..nicht meine Lektüre....

wieso nehmen sie eigentlich jemand den wohnraum weg?

ich nehme niemanden die Wohnung weg, weil sich der Preis den ich zahle auf dem Markt bildet und ich diesen bereit bin zu zahlen....außerdem sagen meine Eltern zurecht, dass ein 24-jähriger nicht mehr zuhause wohnen braucht...ich verdiene neben dem Studium schon gutes Geld und leiste mir daher auch diese Wohnung....

als maxhütter könnten sie den ÖVP nehmen
...wie gesagt ich verdiene gutes Geld, ich habe ja auch ein Auto....in den ÖPNV bringen mich persönlich keine 7 Pferde.....und zur Österreichischen Volkspartei gehe ich auch nicht ;-)

...wäre günstiger als eine wohnung-die dann für einen wirklich auswärtigen studenten zur verfügung stünde!
ICH beklage mich nicht über zu wenig Geld oder teure Mieten.....

aber der student muss ja am puls der stadt,der zeit leben...
JA, MUSS ER

...und da sollen dann auch die alteingesessenen schauen, dass sie sich vom acker mache
--wenn Sie genügend zahlen dürfen sie ja bleiben...Angebot und Nachfrage regelt den Markt bestens!

Mit Lebemänner meine ich übrigens Menschen, die ihre Prioritäten im Leben einfach anders gesetzt haben...da kenne ich genug, auch - oder gerade aus dieser Generation....Da ist das Tennisspielen am Wochenende, der freitägliche Kneipenbesuch oder der -jeden Samstag gebohnerte- 3er BMW wichtiger als frühes Einzahlen in Bausparer, Hausbau/Wohnungskauf,...

Da werden wochenlang Autoprospekte gesichtet und Ladevolumen, PS-Zahl und Spritverbracuh verglichen.....aber Überlegungen ob man eigentlich mit einer Eigentumswohnung bei gleicher monatlichen Belastung besser fahren würde, die macht man sich nicht....
Ch.Bach
geschrieben am
23.10.2013 um 18:07 Uhr
Beitrag 637

@junger mieter
sie meinen das mit dem tennis am wochenende als beispiel für lebemann nicht wirklich ernst, oder? sie sind ja noch provinzioneller als ich dachte....

sie verdienen gutes geld? aha, darum die wissenslücken, sie haben anderes zu tun...

ÖPVN...stimmt, das N hab ich vergessen....dass sie ihn nicht nutzen zeigt mir, dass sie keinen gedanken an energie und umwelt verschwenden, ebensowenig wie an soziale problematiken....

....ich verweise auch auf dape, der hat das mit der lebensplanung gut ausgearbeitet

...apropos eigentumswohnung: wann fangen sie an PS zu sparen? noch tun sie es ja scheinbar nicht, aus gründen des lebens am puls der zeit.....

sie sind 24? das erklärt alles. da greift bei schweren dissozialen oder emotionalen persönlichkeitsstörungen sogar noch das jugendstrafrecht.

Ch.Bach
geschrieben am
23.10.2013 um 18:15 Uhr
Beitrag 638

ÖPNV --ok, ich gebs zu....

aber nach einem harten arbeitstag......
Horst
geschrieben am
23.10.2013 um 18:47 Uhr
Beitrag 639

@Ch. Bach:
Jetzt machen sie sich lächerlich....
gromolo
geschrieben am
23.10.2013 um 23:58 Uhr
Beitrag 640

@junger Mieter
Sie wollen am "Puls der Stadt" wohnen und ziehen nach Regensburg? An der Stelle habe ich aufgehört zu lesen. Naja, wenigstens haben Sie Humor...
dape´67
geschrieben am
24.10.2013 um 13:12 Uhr
Beitrag 641

@ junger Mieter: Zitat: "Mir egal mit was und wo sich eine Rentner einen Anspruch erworben hat, aber doch nicht bei mir????" Ähnliche Ansichten und Sprüche habe ich auch vor Jahrzehnten schon gehört. Sie sind weder neu noch originell und als VWL-Student im 6. Semester dürften Ihnen die Grundlagen unseres Rentensystems geläufig sein.

Ich stimme Ihnen zu, wenn Sie sagen:" Kranken und sozial schwachen MUSS IMMER geholfen werden, dass geht aber nur wenn Systeme nicht ausgebeutet und zweckemfremdet werden...und dies war und ist der Fall...". Stimmen Sie mir denn auch zu, wenn ich sage, dass diese Ungerechtigkeit nicht gesellschaftlicher Konsens, sondern politisch gewollter und verursachter Nonsens ist? Die großen Akteure auf dem politischen Parkett haben sich bereits vor Jahrzehnten Lobbyisten verschiedenster Branchen und Interessensgruppen ergeben - nicht zuletzt dank großzügiger Spenden. Wieso sonst bleiben dringend nötige Korrekturen (Steuern, Rente uvm.) - was auch die Zweckgebundenheit eingesetzter Mittel betrifft - abgesehen von löchrigen und überwiegend grundgesetzwidrigen Nachbesserungen - unberührt liegen? Seit Jahrzehnten - unabhängig von der farblichen Zusammenstellung der jeweiligen Regierung.
junger Mieter
geschrieben am
24.10.2013 um 14:42 Uhr
Beitrag 642

Also ersten bin ich mir nicht im Klaren darüber, wieso eine politische Meinung, nur weil sie schon vor Jahren geäußert wurde, nun nicht mehr gültig sein sollte....

Mir sind die "Grundlagen" unseres Rentensystems durchaus geläufig....das muss jedoch nicht heißen, dass man es gut findet...
Ich wüsste nicht, wo denn das Interesse von Lobbyisten vertreten wäre, wenn mann das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre hochsetzen würde? Können Sie mir die entsprechende Lobby nennen? Oder meinen Sie, dass es die Lobby der Privatversicherer bis jetzt unterdrückt hat die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zu senken, damit mehr privat vorgesorgt werden kann?
Oder ist es gar der Arbeitgeberverband, der sich gegen Rente ab 70 spreizt?

Nein! Es ist die Furcht vor der größten und unbarmherzigsten Lobby überhaupt...der deutsche Rentner!
Ch. Bach
geschrieben am
24.10.2013 um 15:25 Uhr
Beitrag 643

@junger mieter
das klingt, als wären die rentner eine undefinierbare masse, aus dem nichts aufgetaucht um dir dein bißchen kohle zu klauen

aber was, wer sind "die" rentner?

zum teil immer noch die, die den WK II überlebt und deutschland wieder aufgebaut haben

zum größten teil die, die das wirtschaftswunder geschafft und die BRD zu einem der reichsten staaten der welt gemacht haben

und es sind in vier, fünf jahren die, die grade die weltfinanzkrise bewältigen, mit erheblichen privaten einbußen, für deutschland aber grade mit erfolg. die eines der angesehensten sozialsysteme errungen haben und sich trotz aller fehler für nachhaltige wirtschaft u. energie, weltfrieden und gerechtigkeit einsetzen. es sind die, die dir dein recht auf bildung ermöglicht haben, dein recht auf freizügigkeit, freie berufswahl und noch vieles mehr...

es sind auch deine großeltern und eltern

wo liegt bislang dein verdienst?
wieso glaubst du, ihnen ihren berechtigten rentenanspruch abstreitig machen zu können?

Murnauer
geschrieben am
24.10.2013 um 16:23 Uhr
Beitrag 644

@Junger Mieter: Ich studiere auch in einer Stadt (nicht in Regensburg, sondern in einer richtigen ;-) mit siebenstelliger Einwohnerzahl - und selbst da würd ich nicht so sehr mei Goschn aufreissen von wegen "Puls der Zeit" und so. Es wird immer einen Ort geben, an dem nochmal mehr los ist!), von daher konnte ich ebenso wie gromolo herzhaft über die Formulierungen wie "Puls der Stadt" oder "Puls der Zeit" lachen :-)

Egal, on Topic: Wenn ich das richtig verstehe, bist du in ein Haus gezogen, in dem auch einige alteingesessene wohnen, ihr veranstaltet dort laute Parties bis tief in die Nacht und jetzt meckerst du über die anderen Bewohner, die wegen euch nicht schlafen können und empfiehlst ihnen, nach Königswiesen zu ziehen!? Ich wohne als Student ebenfalls in einem Haus mit sehr gemischten Bewohnern, aber ich würde mich schämen, wenn ich mich auch nur annähernd so rücksichtslos verhalten würde! Nebenbei gefragt: Wenn du so gut verdienst, wie du hier tönst, warum feierst du dann nicht in Diskos, Clubs, Kneipen und Bars - wie jeder andere Student auch?
Moon
geschrieben am
24.10.2013 um 18:53 Uhr
Beitrag 645

...Halloooo.....

Sagt mal Leute, was genau wird das hier?
Persönliche Anfeindungen und diskussionen darüber, wo "mehr los ist" ?

Bitte zurück zum Thema...

Aus meiner Sicht haben beide Seiten recht:
-Natürlich haben sich die Rentner durch ihre Beitragszahlungen (und Erziehungszeiten) ein Anrecht auf eben diese Rente erworben, das stellt, so glaube ich, auch keiner wirklich in Frage!

-Andererseits ist es doch tatsächlich so, dass die jetzigen und (besonders!) die kommenden Beitragszahler erheblich "draufzahlen" werden. Das ist zwar nicht die Schuld der Rentner, aber einen gewissen Unmut darüber kann ich durchaus nachvollziehen!

Schuld daran sind (m.E.n.) die Politiker, die, obwohl sie NICHTS mit der Rentenversicherung zu tun haben (Beamte!) dort rummurksen, zweckfremde Leistungen genehmigen und dadurch versuchen sich populistisch auf Kosten der kommenden Generation Wählerstimmen zu erkaufen...


Wenn ich mir vorstelle was unsere Kinder mal für Rentenbeiträge leisten müssen, damit wir eine vernünftige Rente erhalten können.....

Murnauer
geschrieben am
24.10.2013 um 19:10 Uhr
Beitrag 646

Moon, im Threadtitel kommt auch Begriffe wie "Gesellschaft" und "Bildung" vor und da halte ich es durchaus für angebracht, wenn man auch auf Rücksichtslosigkeiten eingeht. Ich persönlich hätte jedenfalls keine Lust auf einen neuen Nachbarn, der z.B. um 4 Uhr nachts noch laut ist und mich am nächsten Morgen auch noch belehrt, ich solle doch nach Königswiesen ziehen. Auch solche Dinge gehören in diesem Thread hier; auch wenn dir das Thema Rente evtl. etwas genehmer sein mag. Genau solche Verhaltensweisen wie die von "junger Mieter" bringen nämlich Studenten bzw. junge Leute allgemein in Verruf und sorgen dafür, dass viele Vermieter bei jungen Interessenten skeptisch sind.
M.Eschenberg
geschrieben am
24.10.2013 um 19:55 Uhr
Beitrag 647

ich sehe dass jetzt alles nicht so dramatisch....man denke daran, wie man selber als jugendlicher Heißsporn war....da provoziert man gerne und haut auf den Tisch...meint sachlich vielleicht schon das was man sagt, schießt aber mit dem "wie" übers Ziel hinaus....
@Murnauer: Schön wenn Sie als Student da reifer sind....

Was man aber nicht vergessen darf und worauf moon ganz richtigerweise hingewiesen hat....
Wir haben einerseits eine Rentnergeneration, die sich Ansprüche erworben hat und eine junge Generation, die weiß, dass sie sehr sehr viel einbezahlt und fast nix rausbekommen wird....

Auch ich finde das was wir unserer heutigen Jugend aufbürden nicht tragbar....
und dass manche nicht blindlings in ihr Verderben rennen möchte ist ja auch klar....

Nur mal zum Überlegen....würden Sie einen Vertrag ggü. einem Dritten einhalten, wenn Sie genau wissen, dass Sie Ihren Teil Anspruch aus dem Vetrag (Rente in der Zukunft) nicht erfüllt bekommen werden....GANZ UNABHÄNGIG davon ob es den jetzigen Rentern zusteht oder nicht....


Zweite provokante Frage: Was passiert wenn jetzt beschlossen wird, dass alle jetzigen Arbeitnehmer über 40 in Rente gehen und die Jugend das schultern muss?

Also statt notwendiger Verlängerung der Lebensarbeitszeit eine nicht notwendige Kürzung....Dürften die jungen dann schreien?
Rachel
geschrieben am
24.10.2013 um 20:02 Uhr
Beitrag 648

junger Mieter: O-Satz: Außerdem weiß ich genau, dass von dem Geld dass ich mal einzahle, oder meine ältere berufstätige Schwester schon tut kaum noch etwas übrig bleiben wird.

Hmm, wie soll ich diesen Satz verstehen?
Dass ich von dem Geld(Lohn/Gehalt, wer weiß?) dass ich einmal einbezahlen werde(Gott gebe es, wer weiß das schon vorher)-und dann wird es seltsam bis komplett unverständlich-was tut die Schwester? tut kaum noch etwas übrigbleiben?, ja deutsche Sprache schwere Sprache, Student?-seltsam?,
ich empfehle eine Karriere bei der FDP. Hier stehen die Chancen momentan sehr gut!
M.Eschenberg
geschrieben am
24.10.2013 um 20:13 Uhr
Beitrag 649

BITTE! Ich kanns nicht mehr hören...auf Argumente eingehen - super! Argumente widerlegen oder toll finden- sehr gut...aber bitte nicht hier immer Mrs. Duden persönlich spielen...ich schreibe auch oft im Aufzug, (als mitfahrer) im Auto oder sonst unter "nichtschriftstellerischen Umständen" ich kann auch wenn ich ZEit, einen vernünftigen PC und Muse habe alles romanreif zu Papier bringen....hier geht es um Inhalt und nicht um Form....

außerdem spreche ich jetzt mal für jungmieter....mit Interpunktion hätte der Satz - vermutlich- so ausgesehen:

Außerdem weiß ich genau, dass von dem Geld dass ich mal einzahle - oder meine ältere berufstätige Schwester schon (heute) tut- kaum noch etwas übrig bleiben wird.

Wir dzwar kein besseres Deutsch, aber verständlicher....

Bibelzitate mit copy+Paste einzufügen hebt den Wert der Diskussion übrigens auch nicht.....

Und übrigens findet man bei Ihnen schlagartig auch 10-15 Fehler...wenn man danach sucht oder darauf Wert legt....
Rachel
geschrieben am
24.10.2013 um 20:19 Uhr
Beitrag 650

Herr Eschenberg,

ich mußte jetzt schon schmunzeln. Sie als junger Heißsporn.
Ja, dann kann man Ihre Einstellungen für so manches besser verstehen.
-da provoziert man gerne und haut auf den Tisch.
Das klingt eher etwas derb.
Mit solchen Menschen, war ich nicht mal in der Jugend befreundet.
Wir wußten uns zu benehmen, und konnten durchaus schon in sehr jugendlichem Alter sachlich mit den Erwachsenen ein Gespräch führen. Poltern war da nicht.
Aber natürlich waren wir auch gut erzogen und die Bildung durch die Eltern hervorragend.

-zu der DAME Kerstin möchte ich lieber garnichts schreiben. Ich müßte befürchten, doch einen kleinen Teil meiner guten Kinderstube zu vergeßen. Und das ist es einfach nicht wert.

Rachel
geschrieben am
24.10.2013 um 20:20 Uhr
Beitrag 651

Herr Eschenberg,
sie langweilen mich.
Und mit Sicherheit nicht nur mich:)
Rachel
geschrieben am
24.10.2013 um 20:23 Uhr
Beitrag 652

Bibelzitate weiß ich auswendig-die muß ich nicht einfügen.
Ich empfehle Ihnen die Bibel gerne, ist ein Buch das man unbedingt einmal lesen sollte-verliert auch nach EWIGEN Jahren nicht an Substanz.

dzwar-was soll das bedeuten?
Rachel
geschrieben am
24.10.2013 um 20:38 Uhr
Beitrag 653

Mrs. Duden,
vielen Dank sehr schmeichelhaft.
Meine 15 Fehler können Sie gerne bei jedem Beitrag suchen, wenn Sie als Mitfahrer im Aufzug unterwegs sind.

Wer 16 findet, bekommt von mir eine Bibel gratis zugeschickt.
Moon
geschrieben am
24.10.2013 um 21:09 Uhr
Beitrag 654

@ Rachel:

Trotz der Tatsache, dass Sie offenbar im zarten Kindesalter bereits über eine unglaubliche Erfahrung, Erziehung, Umgangsformen im allgemeinen und natürlich überbordende Intelligenz verfügten:

SIE HABEN NICHTS VERSTANDEN!!! (jetzt muss ich hier auch mal persönlich werden)

Es geht hier um Argumente, pro- und contra, verschiedene Zugehensweisen

Es geht hier NICHT um Ihre Kinderstube und die Ihrer Ansicht nach fehlende Reife den anderen Schreiber!

Ich hoffe Sie haben weingstens diesen (etwas direkten) Beitrag verstanden!
Und sollten Sie Schreib- oder Grammatikfehler finden....behalten und einrahmen!

Dieter
geschrieben am
24.10.2013 um 22:00 Uhr
Beitrag 655

Ganz toll, Moon! Den Murnauer maßregeln, weil er persönlich wird, aber 2 Stunden später selbst eine Userin auf unterster persönlicher Ebene angehen! Ein Hoch auf die Doppelzüngigkeit! Und wenn wir gerade schon dabei sind: Wann kommen denn endlich die fetten Jahre in MH, die Sie uns versprochen haben, für den Fall, dass Frau P. Bgm. wird?
M.Eschenberg
geschrieben am
24.10.2013 um 22:43 Uhr
Beitrag 656

Dieter? Noch nie gehört....wer sich doch alles so spontan an "der Diskussion" beteiligt....

Zurück zu selbiger....Halt nein, jetzt wird ja erst auf unsere Bürgermeisterin losgegangen.....

Ich beteilige mich gerne an den Diskussionen hier..wirklich....Grüße auch an Frau Nach, mit der man so Bestens einer Un Meinung sein kann und trotzdem immer ein gute Konsens zusammenkommt, wenn man einfach fair miteinander umgeht...oder moon, der meiner Ansicht nach nie einseitig argumentiert....

Ich provoziere auch manchmal gerne, bemühe mich aber durchaus immer andere Meinungen zu hören und torpediere diese nicht wegen Schreibfehlern, Grammatik,...

Abschließend sollten wir - bevor wir zur sachlichen Diskussion zurückkommen noch dankbar dafür sein, dass Rachel so begnadet erzogen worden ist, dass sie - wenn die Argumente ausgehen - lieber aus der Bibel (sei`s auswendig oder nicht) zitiert...

Dieter darf ich hier erstmals in unserer Runde willkommen heißen und würde mich freuen wenn es nicht wieder 655 Beiträge benötigt, bis er - dann hoffentlich qualifiziertere Beiträge- abgibt....

Wünschen allen Mitdiskutanden (mir egal ob es das Wort gibt) eine schöne Nacht und einen guten Wochenausklang morgen....
M.Eschenberg
geschrieben am
24.10.2013 um 22:44 Uhr
Beitrag 657

Oje....self-fullfilling prophecy.....

Sorry, sollte Frau Bach heißen - WIRKLICH KEINE ABSICHT!!!!!
Rachel
geschrieben am
24.10.2013 um 23:19 Uhr
Beitrag 658

Ach kommen Sie Moon,
wir haben uns doch schon viel besser verstanden.
Sie reagieren ja heute richtig über.
Und Spaß versteht hier schon lange keiner mehr.
Ich wurde schon des öfteren hier scharf angegriffen, aber selbst dürfte ich keine Kritik üben?
Haben wir jetzt die Demokratie vergeßen?
Je nachdem wie gut gerade Ihr Tag verlaufen ist, wechseln Sie Ihre Ansichten, sind je nach dem mal angriffslustig, oder guter Laune und mit allen gut Freund.
Seit wann sind gerade Sie so empfindlich(ging ja nicht mal gegen Sie)?
Beim Austeilen waren Sie gegen andere nicht gerade zimperlich.

DIE SACHE IST: ich habe verstanden. Doch manche anscheinend überhaupt nichts.
Frau Bach und Dape haben dies ja wohl schon ausführlichst angesprochen(was junger Mieter betrifft). Dem war eigentlich fast nichts hinzuzufügen. Eben nur eine Kleinigkeit.

Sie bekommen hier etwas in den Hals, was Sie wohl nicht verstehen.
Ich habe Sie schon lange durchschaut. Spielen Sie Ihre Spielchen, ich spiele meine.

Bitte schön, wenn Sie auf eine persönliche Ebene wollen, können Sie gerne haben.
Rachel
geschrieben am
24.10.2013 um 23:27 Uhr
Beitrag 659

Herr Eschenberg,
Sie haben angefangen:)
Ich finde es ja auch reizend von Ihnen, auf einen neuen (Dieter) im Forum gleich in liebenswerter Art willkommen zu heißen:
Dieter darf ich hier erstmals in unserer Runde willkommen heißen und würde mich freuen wenn es nicht wieder 655 Beiträge benötigt, bis er - dann hoffentlich qualifiziertere Beiträge- abgibt...

Wenn hier nicht so viel verbohrte Leute wären, könnte man auch wieder sachlich zu den Themen schreiben und sich dabei auseinandersetzen.


-Herr Eschenberg, ich hoffe ich sehe Sie niemals in der Kirche, da Sie ja so eine Abneigung gegen eine mitmenschliche Religion hegen.
dape´67
geschrieben am
24.10.2013 um 23:46 Uhr
Beitrag 660

@ M.Eschenberg: Zitat: "Dieter darf ich hier erstmals in unserer Runde willkommen heißen und würde mich freuen wenn es nicht wieder 655 Beiträge benötigt, bis er - dann hoffentlich qualifiziertere Beiträge- abgibt...."

Sorry, aber diese Aussage ist nun wirklich sowohl unqualifiziert als auch persönlich. Aber wie heißt es so schön: "„Wer unter euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein..." (Johannes 8,2–11). Auch ein Bibelzitat ;-)
junger Mieter
geschrieben am
25.10.2013 um 00:11 Uhr
Beitrag 661

Liebe Rachel...Ab Beitrag 650 haben Sie weder relevante Argumente vorgebracht noch die - Ihnen angeblich so angeborenen- Umgangsformen gelten lassen...ein Bibelzitat zählt für mich nichts....ich bin Philanthrop, liebe Menschen und helfe jeden, der mich um Hilfe bittet...aber Religion hat in einer politischen Diskussion nichts zu suchen....

Übrigens zum Thema Rechtschreibung...

"Haben wir jetzt die Demokratie vergeßen?" war wohl auch VOR der Reform auch nicht richtig, oder?

Was haben Sie übrigens studiert, wenn Sie so schlau sind?

Sie kommen doch aus einer Unternehmer-Familie (siehe ihr Beitrag 416 - Zeile 4)

Dann hatten sie ja alle Chancen, oder? Nicht genutzt? Oder nur zu dumm?

Ach nein....zu gläubig?

Nein....Selbstverwirklichung - ich vergaß....

einfach lächerlich.....

Solange es so selbstgefällige Egomanen in Deutschland gibt, brauchen Sie Sich nicht wundern, wenn die Jugend irgendwann mal gegen die Alten rebelliert.....die uns aussaugen und uns Ihre eigenen Verbrechen als Erbsünde vorhalten...aber da ist der "Christ" an sich ja wieder bestens geeignet.....
Murnauer
geschrieben am
25.10.2013 um 00:39 Uhr
Beitrag 662

Zitat Junger Mieter: "ich bin Philanthrop, liebe Menschen und helfe jeden, der mich um Hilfe bittet"

...außer es sind Rentner, die auf Einhaltung des Generationenvertrages pochen oder die im selben Haus wie du wohnen und nachts ihre Ruhe haben wollen?

PS: Wenn du schon Rachel wegen der Rechtschreibung maßregelst, darfst auch gern deine eigenen Beiträge grammatikalisch richtig gestalten ;-)


@Eschenberg: Halten Sie es wirklich für angebracht, gleich mal gegenüber neuen Nutzern ausfallend zu werden? Der junge Mieter hat, wenn ich mich recht erinnere, vor der aktuellen Diskussion auch noch nichts von sich hören lassen... Bevor Sie jetzt auch mich angehen: Ich habe hier (in anderen Threads) schon vor mehreren Monaten mitdiskutiert... ;-)

@dape: Zustimmung!
Rachel
geschrieben am
25.10.2013 um 12:33 Uhr
Beitrag 663

zu dumm? Sie haben sich mit diesem Beitrag wohl endgültig disqualifiziert .
Sie meinen wirklich jemand, der alles im Leben erreicht hat ärgern zu können?
Mein ganzer Bekanntenkreis hat darüber gelacht-danke für diesen humorvollen Beitrag.

Für einen Troll, sind Sie echt gut!
dape´67
geschrieben am
25.10.2013 um 13:39 Uhr
Beitrag 664

@ junger Mieter: Wenn seit Jahrzehnten (obschon der demographische Wandel seit langem bekannt ist) die Rentenversicherung nicht in ein gerechteres System, wie es beispielsweise die Schweiz hat reformiert wird, darf man getrost spekulieren, wer davon einen Nutzen hat. Die Riester-Rürup-Mogelpackung sei als ein Beispiel genannt - die Lobbyisten und Interessensgruppen die davon profitieren, dürfen Sie gerne ableiten. Ich nenne aber auch gerne Namen wenn es behilflich ist: wie wäre es mit dem GDV?

Um noch konkreter zu werden: Sie hatten gefragt:" Ich wüsste nicht, wo denn das Interesse von Lobbyisten vertreten wäre, wenn mann das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre hochsetzen würde? "Dass es durchaus ein betriebswirtschaftliches Interesse an einem späteren Renteneintrittsalter gibt, werden Sie doch nicht bestreiten wollen. Oder glauben Sie im ernst, dass private Versicherer ihre Versicherungsnehmer dann tatsächlich ohne Abschläge bzw. Nachteile zum alten Renteneintrittsalter in die Rente entlassen werden? Jedes Jahr später spart dem Versicherungsunternehmen - aber auch der gesetzlichen Rentenversicherung bares Geld! Wozu sonst derartige Maßnahmen, die weniger Fort- als Rückschritt in der menschlichen Entwicklung bedeuten?

Das von mir erwähnte Zitat von Ihnen ("Mir egal mit was und wo sich eine Rentner einen Anspruch erworben hat, aber doch nicht bei mir????"), habe ich nicht als politische Meinung gewertet. Fehler meinerseits. Ich streiche aus meinem Beitrag 641 das Wort "Ansichten" und lasse nur das Wort "Sprüche" stehen. Wissen Sie, je weiter man selbst vom Renteneintritt entfernt zu sein scheint, desto abstrakter erscheint vielen dieses Thema - je näher sie diesem "Ziel" kommen, desto mehr werden auch Sie den Generationsvertrag schätzen lernen. Mag nicht bei Jedem so sein, vielfach verhält es sich aber so. Auch für Sie gilt: hoffentlich läuft alles in Ihrem Leben so, wie sie es sich erhoffen und es geplant haben. Ich wünsche es Ihnen wirklich.
M.Eschenberg
geschrieben am
26.10.2013 um 14:47 Uhr
Beitrag 665

Dieter hat sich ja wohl nicht an der Diskussion beteiligt, sondern kam wie deus ex machina, kurz nachdem Moon mal etwas schroffer gegen Rachel geworden ist...

Ich war nur über die Präzision überrascht, mit der - der bis dato stille Dieter- zur Stelle waar, nicht mehr und nicht weniger....


Zum Thema Sachlichkeit, ich glaube die habe ich in meinen Beiträgen, egal ob sie einen inhaltlich passen nicht missen lassen...

Im Ton haben übrigens Sie Sich vergriffen....inwieweit ich Bibelstellen als "sachlichen Beitrag" für mich gelten lassen, ist meine Sache....

dape´67
geschrieben am
28.10.2013 um 17:40 Uhr
Beitrag 666

@ M.Eschenberg: Ich nehme mal an, der letzte Beitrag von Ihnen könnte evtl. an mich gerichtet sein. Da Sie aber mehr diffus als konkret aussprechen was Sie meinen, werte ich den Satz mit dem "Im Ton haben übrigens Sie Sich vergriffen..." nicht an mich gerichtet. Das wäre nämlich erklärungsbedürftig. Mein "Bibelzitat" darf ruhig als gefügeltes Wort betrachtet werden...als solches wird es in vielen Sprachen benutzt und war auch somit nicht unangemessen.

Zurück zu "Dieter" und einen Verdacht den Sie hier äußern. Ich würde nicht grundsätzlich einen neuen Beitragschreiber als Fake bewerten. Betrachtet man die Zahl der Zugriffe auf die jeweilgen Threads hier, dann ist es doch offenbar so, dass bedeutend mehr Menschen den jeweiligen Diskussionen folgen, als aktive Diskussionsteilnehmer vorhanden sind. Auch ich habe irgendwann einmal hier meinen ersten Beitrag veröffentlicht und so manch einer wirft vielleicht nur mal etwas zwischendurch ein, weil er der Diskussion schon länger als Leser folgt.

Hin und wieder war und bin ich auch überrascht von der Präzison beim Auftauchen neuer Kommentatoren, den Übereinstimmungen in Inhalt, Satzbau, Grammatik, Rechtschreibung, Interpunktion und dem Textbild gepaart mit wohlwollenden Kritiken der Erschaffer dieser Sockenpuppen in auffälliger zeitlicher Abfolge. Sollte besagter "Dieter" eine dieser Sockenpuppen sein, dann wäre er hier als solche nicht einsam und alleine; dessen bin ich mir mittlerweile in anderen Fällen neuer bzw. verabschiedeter Diskussionsteilnehmer sicher.
Dieter
geschrieben am
28.10.2013 um 23:03 Uhr
Beitrag 667

Ich hätte nicht gedacht, dass ich hier so viele Reaktionen auslöse. Kurz zu mir: Ich habe hier vor längerer Zeit bei einigen lokalen Themen mitdiskutiert. Zum Thema Bildung habe ich bisher nur mitgelesen (passt irgendwie nicht so richtig in ein MH-Forum, aber interessant sind die Meinungen trotzdem). Leider konnte ich mich bei meinem Beitrag nicht mehr an den Alias erinnern, den ich früher benutzt habe. Ich bin in vielen Foren unterwegs, da kann man schon mal was vergessen. In anderen Foren logge ich mich halt mit meiner Mail-Adresse oder einem festen Alias ein und wenn ich den Alias vergesse, lasse ich ihn mir neu zuschicken. Hier geht das nicht. Asche über mein Haupt: Ich war schlichtweg zu faul, die uralten Kapitel hier zu durchsuchen und zu schauen, welchen Namen ich hier früher verwendet habe. So gesehen bin ich wohl tatsächlich eine "Sockenpuppe", wie Sie es nennen. Wenn sich dabei Leute wie Dape gestört fühlen: SORRY, war nicht meine Absicht!! Zu den Anfeindungen durch M.Eschenberg will ich mich lieber nicht äussern. Nur so viel: Ich kenne Rachel nicht und ich kenne auch keinen anderen aktiven User in diesem Kapitel hier persönlich. Aber wie hier auf Rachel losgegangen wurde, hat mir nicht gefallen. Dass mich die Wahlkampfbeiträge von Moon früher sehr gestört haben, gebe ich gerne zu. Und irgendwie war mir einfach mal wieder danach, mich deswegen (mit Verlaub) auszukotzen. Diese Doppelzüngingkeit, mit der Moon hier aufgetreten ist, wollte ich einfach nicht unwidersprochen lassen. Im Prinzip könnte man schon wieder nachlegen. Da wird Sachlichkeit angemahnt, aber man hält sich nicht dran. Andere fordern von anderen Schreibern perfekte Rechtschreibung und schreiben selbst unter aller Sau. Solche Dinge darf man ruhig mal in einem Kapitel für Gesellschaft&Bildung erwähnen, oder etwa nicht?
dape´67
geschrieben am
28.10.2013 um 23:34 Uhr
Beitrag 668

@ Dieter: deshalb fühle ich mich nicht gestört. Nein, ich bezog mich auf Kommentatoren, die bewusst und aus wenig edlen Motiven mehrere Namen benötigen, um ihren Meinungen Nachdruck zu verleihen. Sie waren damit von meiner Seite aus nicht gemeint.
Der Polemiker
geschrieben am
29.10.2013 um 16:12 Uhr
Beitrag 669

Es gibt vermutlich kein Forum ohne Fake- und Trolldiskussion ;-)

*Eschenbergmodus an* Wieso verdächtigt eigentlich niemand den jungen Mieter als Zweitaccount? Kurz nach Beginn einer Diskussion über Mietpreise taucht jemand mit einer unglaublichen Präzision wie deus ex machina auf, der sich praktischerweise "junger Mieter" nennt und von dem man bisher noch nie etwas gehört hat. Er wirft mit kruden Thesen um sich (sinngemäß: "Das Problem ist das Miteinander in unserem Haus. Wir feiern bis tief in die Nacht und die anderen Bewohner, die nicht schlafen können, sind so dreist und beschweren sich darüber.") und verschwindet wieder genauso schnell wie er gekommen ist. *Eschenbergmodus aus*

Aber halt, nein! Auf Dieter wird durch M.E. verbal eingeprügelt, während der junge Mieter Zustimmung bekommt. Muss man nicht verstehen, oder?

Und bevor jetzt auch mir noch etwas unterstellt wird, sage ich es lieber gleich noch mal ganz deutlich. Dieser Nickname hier ist ausdrücklich ein Zweitaccount, den ich immer dann raushole, wenn die Diskussionen der User mit sachlichen Argumenten nicht mehr weiter kommen. Manchmal hilft eben einfach nur noch Polemik und Überspitzung. Ich beleidige ja keinen und schreibe auch keine rechtlich grenzwertigen Sachen. Wie manch anderer User hier. Aber ein bisschen Spott darf schon sein ;-) Und jetzt beschimpft mich ruhig. Ich kann das Echo vertragen :-)

@dape´67: Ich könnte ebenfalls locker 5 Accounts benennen, die höchstwahrscheinlich Zweitaccounts sind. Aber so ist das eben in einem Forum, in dem man sich nicht fest anmelden muss.
M.Eschenberg
geschrieben am
29.10.2013 um 16:50 Uhr
Beitrag 670

@dape: "Ich nehme mal an, der letzte Beitrag von Ihnen könnte evtl. an mich gerichtet sein."
Nein, war er nicht, der ging an Rachel.

Auch ich wusste nicht, dass ich mit dieser Äußerung gleich eine so große Welle der Empörung losschlagen würde...

Bevor hier Gerüchte auftauchen, ich bin keine Sockenpuppe von Moon, ich fand es nur überraschend, wie schnell Dieter - den ich hiermit richtig und nicht sarkastisch willkommen heiße- vor Rachel gesprungen ist, als Moon mal zurückgeschossen hat.

Im Übrigen bin ich oft mit Moon anderer Meinung!

Nichtsdestotrotz möchte ich kurz anführen, welche Dinge ganz sachlich von Frau Rachel an mich vorgetragen wurden:

- Mit solchen Menschen, war ich nicht mal in der Jugend befreundet

- Wir wußten uns zu benehmen, und konnten durchaus schon in sehr jugendlichem Alter sachlich mit den Erwachsenen ein Gespräch führen

- Herr Eschenberg,
sie langweilen mich.
Und mit Sicherheit nicht nur mich:)

UND ich wiederhole mich, wer meint, ich sei im Verlaufe aller Diskussionen derart unsachlich gewesen, der möge mir dies aufzeigen.

ICH WERFE NIEMANDEN RECHTSCHREIBFEHLER VOR, ich sage nur, dass sich die Leute, DIE sich aufregen an der eigenen Nase packen sollen.

@Polemiker:
Das ich bis auf die letzen Posts von Mieter, die unter der Gürtellinie waren, seine Meinung großteils geteilt habe, haben Sie keine negativen Äußerungen meinerseits gehört (bzw. gelesen) das stimmt.

Dass ich auf Dieter "geschossen" habe, tut mir Leid, aber es wirkte zumindest sehr....naja...sagen wir....konstruiert....

Wer wieder zur Diskussion zurück möchte.....ich habe ja das Thema "Mindestlohn" angekündigt...

heute einen interessanten link gelesen....

www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/423687/caritas-prasident-neher-warnt-vor-mindestlohn
Der Polemiker
geschrieben am
29.10.2013 um 17:09 Uhr
Beitrag 671

Ich befürchte, die Diskussion zum Thema Mindestlohn können wir uns fast sparen. Die Große Koalition wird ihn sowieso auf den Weg bringen - mit unzähligen Ausnahmeregelungen (wie man es halt von der letzten GroKo kennt...). Natürlich will ich die Diskussion dazu nicht abwürgen! Ich fürchte nur, de facto ist da eh schon alles beschlossen. So nach dem Motto "Liebe SPD, ihr bekommt euren Mindestlohn; aber nur mit Ausnahmeregelungen. Im Gegenzug kommt ihr uns bei der Energiepolitik entgegen. Selbstverständlich auch hier mit ein paar Zugeständnissen, damit wir beide das Gesicht wahren können." Alles andere wäre fast schon verwunderlich nach den Erfahrungen mit der letzten GroKo.
Moon
Mitbuerger@gmx.net
geschrieben am
29.10.2013 um 17:36 Uhr
Beitrag 672

Nachdem dieser Thread ja nun endgültig den Bach runter gegangen ist...

@ "Dieter": Offenbar haben Sie Problem mit mir persönlich....da wir offenbar damals, und wohl auch noch heute, keinen politischen Konsens finden konnten!
Wer wird denn so nachtragend sein ?


Ich hab in meinem Beitrag daran erinnert, das wir eben nicht persönlich werden sollten...(wer lesen kann...Sie haben das ja offenbar auch verstanden) und -rumms- platzt unsere liebe Rachel (die ich sehr wohl für eine trollende Sockenpuppe halte!) mit 4(!) unerträglich arroganten und süffisanten Beiträgen genau da rein....
Also offenbar versteht sie es nicht oder (meine Meinung): Sie will es nicht verstehen und nur (erfolgreich) die Diskussion kaputtmachen!

Möglicherweise irre ich mich..aber so sehe ich es! Und ich bereue auch nichts was ich über und an "Rachel" geschrieben habe!
Daher werde ich mit ihr auch nicht mehr diskutieren..das ist leider Zeitverschwendung!

Und wenn sich in diesem Forum die "Sockenpuppen" (Dape`67: Klasse!!!) so weitervermehren, dann können wir`s bald komplett sein lassen! Schade!


leser
geschrieben am
30.10.2013 um 20:00 Uhr
Beitrag 673

Moon,

niemand sollte sich so wichtig nehmen, über ein Forum bestimmen zu wollen ; - )


Polemikers Beitrag # 669 stimme ich zu!
Warner
geschrieben am
04.11.2013 um 12:34 Uhr
Beitrag 674

Hallo
Heute stand in der Zeitung das in der Schweiz demnächst 3 Volksabstimmungen stattfinden.
- ein Mindestlohn von 18 Euro
- eine Erbschaftssteuer für Millionäre
- Initiative 1:12 das höchste Gehalt in einem Unternehmen,soll nicht mehr als das Zwölffache des niedrigsten betragen dürfen.
Lidl Schweiz hat darauf schon reagiert und zahlt ab 1.12. seinen 2300 Beschäftigten einen Monatslohn von mindestens 3250 Euro.
Und über das stimmt der Bürger und kein korrupter mit der Wirtschaft eng verflochtener Politiker ab.
Aber wir habens ja nicht anders verdient.


dape´67
geschrieben am
04.11.2013 um 13:26 Uhr
Beitrag 675

Möchte auch nur noch mal kurz auf die lieben "Sockenpuppen" zu sprechen kommen: sorry, aber es war nicht meine Absicht, hier eine Diskussion darüber anzuheizen. Auch wollte ich keine "Outings" initiieren.

@Polemiker: Hatte übrigens auch Sie nicht gemeint.

Zum Thema Mindestlohn: wir hatte ja nun zuvor die Diskussion über Rentner und somit auch Armut im Rentenalter. Für letzteres dürften als Ursache nicht zuletzt zu niedrige Löhne angesehen werden. Auch vermag ich nicht zu folgen, worin der volkswirtschaftliche Nutzen von, vom Steuerzahler subventionierter Arbeitsverhältnisse; sprich Nierdiglohn- bzw. Aufstockerjobs liegen soll.

Ein Arbeitsplatz, bei dem ein Einkommen erzielt wird, welches ein Auskommen nicht garantiert, ist kein Arbeitsplatz, sondern eine von der Allgemeinheit alimentierte Beschäftigungstherapie, deren wirtschaftlicher Ertrag/Nutzen einzig dem Arbeitgeber zufällt. Eine pervertierte Form des Kapitalismus, bei der sich der Unternehmer, seine Arbeitskräfte von der Allgemeinheit; d.h. auch wieder von den eigenen Mitarbeitern bezahlen lässt.

Wenn nun argumentiert wird, dass bei Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns, eben diese Arbeitsplätze vernichtet werden, so dürfte das keinen großen Verlust darstellen (bezahlt werden diese ohnehin so oder so vom Steuerzahler - ob es diesem nun gefällt oder nicht. Unternehmen, deren Geschäftsidee darauf basiert (und ich spreche nicht von Krisenzeiten in denen vermehrt Kurzarbeit etc. stattfindet), sich ihre Mitarbeiter aus Steuermitteln finanzieren zu lassen, haben in einer sozialen Marktwirtschaft nichts, aber auch gar nichts verloren. Hier wurden falsche Anreize geschaffen, die es nun zu korrigieren gilt.

An sich ist eine Diskussion über einen Mindestlohn müßig. Zum einen deshalb, wie es Polemiker schon ausführte, es bereits beschlossene Sache ist; zum anderen weil es einen breiten gesellschaftlichen Zuspruch zu einem gesetzlichen Mindestlohn gibt, dem sich selbst die Union nicht entgegen zu stellen wagt. Und um ehrlich zu sein: wer von uns Diskutierenden hier, wäre denn freiwillig bereit für einen Lohn unter 8,50 € die Stunde zu arbeiten und dann auch noch fürs Alter privat zusätzlich vorzusorgen? Wovon denn bitte?

@ Eschenberg: Danke für den Link. Ich denke, dass viele von denen, die sich für dieses Thema interessieren, dieses Interview gelesen haben. Allerdings sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass - da Sie ein Interview mit der Caritas gewählt haben - auch diese nicht unbedingt in dem Ruf steht, Ihre Arbeitnehmer immer fair zu behandeln und diese Organisation - auch wenn sie sich sozial engagiert - letztlich von wachsender Armut profitiert bzw. es möglich macht, dass von wachsender Armut wirtschaftlich profitiert werden kann --> siehe Tafeln.

@ Warner: stimme Ihren beiden letzten Sätzen voll und ganz zu. Und noch etwas aus der Schweiz: am 04. Oktober wurde die Volksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen in Höhe von 2500,- SFr eingereicht ( bedingungslos.ch/ )
Moon
geschrieben am
04.11.2013 um 13:47 Uhr
Beitrag 676

...was dem Ganzen noch zusätzlichen Reiz gibt:

Derartige Forderungen (wie die in der Schweiz) werden großteils in Deutschland von den "Volks"-Parteien als utopisch, nicht finanzierbar, sozialistisch etc. abgekanzelt...

Alles Attribute die ich bisher der Schweiz nicht zugeordnet hätte..
dape´67
geschrieben am
04.11.2013 um 14:03 Uhr
Beitrag 677

@ Moon: Zitat: "Derartige Forderungen (wie die in der Schweiz) werden großteils in Deutschland von den "Volks"-Parteien als utopisch, nicht finanzierbar, sozialistisch etc. abgekanzelt..."

Dem stimme ich im Punkt "Bedingungsloses Grundeinkommen" nicht unbedingt zu. Denn laut Wikipedia heisst es: "In der CDU diskutiert derzeit eine Kommission das Modell von Dieter Althaus. Der ehemalige CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sagte in einem Interview, er halte das Modell zwar für visionär, weil „jede Form von Sozialbürokratie“ wegfalle: „keine Formulare mehr, keine Bedürftigkeitsprüfung“. Ein Bürgergeld könne aber auch dazu führen, dass Menschen „sich endgültig aus der Arbeitsgesellschaft zurückziehen“. Die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung unter dem Vorsitz von Bernhard Vogel hält das Konzept für finanzierbar." Quelle: ( de.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen#Diskussionen )

Weitere Meinungen bzw. Statements der einzelnen Parteien hierzu, sind dem Text des Links zu entnehmen.

Und ja...für sozialistisch halte ich die Schweiz auch nicht. Aber für basisdemokratisch schon.
leser
geschrieben am
25.11.2013 um 08:18 Uhr
Beitrag 678

Na prima! Deutsche Hochschulen werden von der amerikanischen Kriegs- und Tötungsindustrie finanziell unterstützt. Dass dies ohne Gegenleistungen passiert glaubt hoffentlich kein denkender Bürger!

Wieder einmal mehr ein Argument für mich, die Privatisierung unserer Schulen zu stoppen!!!!! Die Gefahr von eng begrenztem Fachwissen rein nach politischen und wirtschaftlichen Interessen, das den Schul- und Studienabgängern vermittelt wird, ist hoch, lässt einer „ganzheitlichen Allgemeinbildung“ keinen Raum mehr und ist meiner Meinung nach extrem gefährlich bezüglich einer humanen Menschheitsentwicklung und der Sicherung des Friedens.

Artikel der SZ:

www.sueddeutsche.de/politik/2.220/geheimer-krieg-us-militaer-finanziert-deutsche-forscher-1.1826649
leser
geschrieben am
25.11.2013 um 08:28 Uhr
Beitrag 679

Zusatz:

im letzten Abschnitt des SZ-Artikels wird das bayerische Wissenschaftsministerium zitiert, das die amerikanischen Gelder für deutsche Schulen begrüßt!

Was haben wir nur für Politiker. Es ist zum Grausen. Und die Bayern lernen offensichtlich nicht dazu - siehe letztes Wahlergebnis oder die aktuelle DDR-vergleichbare prozentuale Wiederwahl des Wende-Grinser-Landesvaters : - (
Erwin
geschrieben am
26.11.2013 um 11:32 Uhr
Beitrag 680

Würden wir das Geld nicht in überbordende Sozialausgaben pumpen, wären wir nicht auf Fremdegelder für unsere Hochschulen angewiesen...
NSA
geschrieben am
26.11.2013 um 12:26 Uhr
Beitrag 681

"Deutsche Hochschulen werden von der amerikanischen Kriegs- und Tötungsindustrie finanziell unterstützt."

Na und?
Ch. Bach
geschrieben am
26.11.2013 um 12:34 Uhr
Beitrag 682

ausgaben der usa für deutsche unis: etwa 10 milliarden

ausgaben der BRD zur rettung der banken: etwa 52 milliarden

wir könnten uns fantastische hochschulen leisten wenn wir keine zocker retten würden---ohne dabei das sozialbudget anzugreifen.

ja, die kosten für soziales waren so hoch wie nie---betragen aber nicht mehr als etwa ein drittel des gesamthaushaltes, wie schon seit jahren. gestiegen sind vor allem die kosten im gesundheitswesen. warum? zum einen: wir werden älter, brauchen also auch länger medizinische betreuung. zum andern: noch nie waren soviele jüngere menschen so oft arbeitsunfähig erkrankt....sicher auch eine folge des ständigen drucks von niedriglöhnen, unsicheren arbeitsverhältnissen, ständiger erreichbarkeit usw.....
insgesamt gestiegen sind die ausgaben um etwa 4,5%----also weniger als die inflationsrate beträgt.

also wo wollen sie kürzen, erwin?
bei den sozialausgaben? im gesundheitswesen? keine neue hüfte für die oma? keine reha für den mittfünfziger?
die kosten für arbeitslose sinken stetig...also hier noch weiter zu kürzen hiesse: ich kann ja den hartzler gleich auf wasser und brot setzen........

oder wäre es vielleicht nicht doch sinnvoller, die banken für ihre spekulationen haften zu lassen? retten meinetwegen----aber als kreditgabe und nicht für umsonst.

die banken sind nur ein beispiel, wo milliarden verschwinden, und zwar im inland! es gäbe viele, und nicht einmal muss ich dabei sozialausgaben oder die hilfe für drittländer heranziehen.........



Erwin
geschrieben am
26.11.2013 um 13:43 Uhr
Beitrag 683

85. Mrd Sozialversicherungen und Zuschüsse, 32.Mrd. für Leistungen nach SGB. II+III

wir könnten uns fantastische hochschulen leisten wenn wir nicht alles was zu faul ist, durchfüttern würden...

Bankenrettung: Ist ähnlich wie mit den Arbeitlosen....verdient haben sie das Geld nicht, aber nichtzahlen geht auch nicht...

Ist halt das Problem:

Wer sein leben lang selbständig war und nicht privat vorgesorgt hat, lebt halt am Ende auf Kosten aller- weil in einem Sozialstaat keiner verhungert.

-Dumm -ist aber so!

Wer sich als Bank verspekuliert hat, sollte eigentlich bankrott gehen....leidtragend wären durch Bankenflucht (Kopfkissen statt Konto), Verlust von Geldeinlagen (Kleinkunden) und allgemeinem Chaos aber wir alle....also müssen wir retten...

-Dumm -ist aber so!

Außerdem: Die Schulden unseres Staates, sind der Reichtum der Reichen! Wir (in form unserer Bundesregierungen) haben Jahrzehnte Geld geliehen (von den Reichen), dass wir jetzt mit Zins und Zinseszins zurückzahlen....Geld, dass immer benötigt wurde, um kurzfristige Wählergeschenke, oder langfristigen Blödsinn zu finanzieren...

Jetzt nur zu sagen, die Reichen wären Schuld, wäre etwas alber...immerhin leiht sich die BRD jeden Tag aufs Neue Geld von diesen "bösen Reichen"

-Dumm -ist aber so!
Ch. Bach
geschrieben am
26.11.2013 um 14:24 Uhr
Beitrag 684

@erwin

fast möchte ich ihnen in einigen punkten zustimmen----wenn da nicht ihre pauschalisierungen wären

arbeitslose---verdient haben sie ihr geld nicht?
doch: denn so lange ich arbeite, zahle ich arbeitslosenversicherung, und das nicht zu knapp (leute die nie arbeiten und doch auf unsere kosten gut leben gibt es fast ausschliesslich auf RTL)

das ist so, und keinesfalls dumm

würden die reichen genauso wieder!zur verantwortung herangezogen werden wie noch vor ein paar jahren( 1997), hätte der staat wesentlich mehr steuereinnahmen und müsste weniger schulden machen.

das wäre so, und keinesfalls dumm

würde sich diese regierung endlich zu einer bürgerversicherung durchringen, wäre auch gesorgt für gescheiterte oder zu niedrig abgesicherte freiberufler, selbstständige, gering beschäftigte.

in der schweiz ist das so, und keinesfalls dumm

aber wir sanieren pleitebanken und deren zockermentalität, wir können uns zu keinem anständigen mindestlohn durchringen und finanzieren durch aufstockung via sozialausgaben den gewinn von megakonzernen, wir setzen hartz IV so niedrig an dass kein vernünftiges leben mehr möglich ist und wundern uns dann über ernährungsfehler, diabetes, psychische auffälligkeiten und kostensteigerung im gesundheits- und sozialwesen

das ist so, und das ist dumm
dape´67
geschrieben am
27.11.2013 um 00:21 Uhr
Beitrag 685

@ Erwin: Gääääähn! Und schöne Grüße an "M.Eschenberg", "junger Mieter", "Günther Zait", etc, etc...

Ständiges Wiederholen inhaltsleerer, populistischer Phrasen macht Hetzer nicht glaubwürdiger. Auch nicht, wenn sie hin und wieder in neuem Gewande erscheinen.
inkognito
geschrieben am
27.11.2013 um 17:17 Uhr
Beitrag 686

Ja Ernst da hast du ganz recht. Reiche sind böse Menschen. Warum? Weil sie andere betrogen und ausgebeutet haben. Wie wären sie denn sonst reich geworden!!!!
leser
geschrieben am
02.12.2013 um 18:28 Uhr
Beitrag 687


Lidl Teublitz schließt!

Die in der MZ verkündete Tatsache, dass Lidl Teublitz im Februar 2014 seinen Verkaufsmarkt schließt ist in meinen Augen keine gute Nachricht für Teublitz und seine Bürger.

Teublitz ist meiner Meinung nach sowieso etwas unattraktiv geworden – zu viele Geschäfte geschlossen, der Stadtpark nach meinem Dafürhalten etwas planlos teilgerodet, keine nennenswerten kulturellen Angebote… erfolgreiche Stadtplanung der Moderne sieht für mich anders aus. Im Gegensatz zu Maxhütte hat Teublitz einen Ortskern, aber warum alte Baumbestände des Stadtparks roden – hätte man da nicht eine offene generationenübergreifende Begegnungs- und Erholungsstätte eventuell mit kleinen gatronomischen Angeboten schaffen können? Irgendwie schleicht sich bei mir der Verdacht ein, hier wird eventuell nicht nach dem allgemeinen Wohl gehandelt sondern es werden vielleicht Partikulärinteressen bedient? Man wird sehen, was sich in nächster Zeit mit Zustimmung des Stadtrates eventuell auf diesem Areal tut.

Zurück zu Lidl: mir fällt auf, dass vermutlich als „Lidl-Investor“ dieselbe Firma (Eco,München) zuständig ist, die auch das Naabtalcenter in BUL finanziert hat. Diese „Immobilienspekulanten“ in dem Geschäft finde ich als nicht so glücklich, ist aber leider globale Wirtschaft. Die Lidl-Familie zählt zu den finanzstärksten Familien Deutschlands und hätte sicher selbst genügend Mittel, hier in Teublitz zu investieren. Die Bauanträge sind lt. MZ-Bericht genehmigt und ich gehe davon aus, dass die Stadt Teublitz alles unternommen hat, um den Verkaufsmarkt zu halten.

Schade, dieses langsame Sterben an Attraktivität einer kleinen Stadt – aber vielleicht freuen sich benachbarte Städte sogar darüber. Wäre schlimm . . ..


MZ-Artikel:
www.mittelbayerische.de/region/schwandorf/artikel/lidl-einkaufsmarkt-verlaesst-teublitz/988145/lidl-einkaufsmarkt-verlaesst-teublitz.html#988145

infos zu Investor:

www.pointoo.de/poi/Muenchen/ECO-Fachmarktzentrum-Naabtalcenter-GmbH-Co-KG-2545518.html

ECO Fachmarktzentrum Naabtalcenter GmbH & Co. KG
Effnerstraße 48
81925 München (Bogenhausen)

www.firmenwissen.de/az/firmeneintrag/82031/8330424779/ECO_FACHMARKTZENTRUM_NAABTALCENTER_GMBH_CO_KG.html




M.Eschenberg
geschrieben am
20.12.2013 um 09:57 Uhr
Beitrag 688

Ich wünsche allen Forenteilnehmern ein Frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2014!
Haidhofer
geschrieben am
20.12.2013 um 12:38 Uhr
Beitrag 689

Diesen Wünschen schließe ich mich gerne an!
Moon
geschrieben am
20.12.2013 um 12:54 Uhr
Beitrag 690

...ich ebenfalls!
Ch.Bach
geschrieben am
20.12.2013 um 14:57 Uhr
Beitrag 691

danke. genau das wünsch ich auch allen.

ausserdem wünschte ich mir für 2014, unsere idee von einem stammtisch- einem persönlichen, konstruktiven und freundschaftlichen austausch würde realität ;-)
leser
geschrieben am
20.12.2013 um 16:25 Uhr
Beitrag 692

allen ein fröhliches Fest und gute Wünsche fürs neue Jahr!!

Zum Stammtisch: man sollte einen Tisch aus Stein wählen - den kann nämlich der Biber nicht zernagen falls er sich mal verirren sollte ; - )
Jochen
geschrieben am
21.12.2013 um 00:15 Uhr
Beitrag 693

Jetzt ist es auch mal wieder gut mit Spott zum Thema "Biber". Herr Marek steht große Ängste aus wegen diesem Tier, da möchte ich schon um etwas Respekt bitten. Was da alles passieren kann! Der Biber könnte evtl. die Deglgrube leersaufen. Oder die gefällten Baumstämme könnten den Berg hinauf rollen und im Maxhütter Ortskern Menschen gefährden. Und überhaupt: Gerüchteweise geht der Maxhütter Biber keiner sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nach (er lümmelt ja auch den ganzen Tag nur an der Deglgrube rum). Kein Wunder, dass Herr M. da Schnappatmung bekommt. ;-)
leser
geschrieben am
11.01.2014 um 18:35 Uhr
Beitrag 694

etwas zum nachdenken. Das habe ich in einem Forum gefunden und finde es so gut dass ich es hier einstelle:

Flieg, Drohne, flieg!
Der Papi, der spielt Krieg.
Das macht er vom Computer aus –
in Heimarbeit bei uns zu Haus.
Flieg, Drohne, flieg!

Flieg, Drohne, flieg!
Sein Joystick bring den Sieg.
Er gibt Koordinaten ein,
drückt ab und killt total allein.
Flieg, Drohne, flieg!

Fliegt, Drohnen, fliegt!
Der Feind ist schnell besiegt.
Von Ramstein und von Stuttgart aus
löscht Papi viele Leben aus.
Fliegt, Drohnen, fliegt!

Flieg, Drohne, flieg!
Der Papi liebt den Sieg.
Mit Killerspielen fing er an,
jetzt killt in echt, wo er nur kann.
Flieg, Drohne, flieg!

Flieg, Drohne, flieg!
Auch Mami liebt den Sieg.
Hat Papi einen liquidiert,
wird abends köstlich dann diniert.
Flieg, Drohne, flieg!

Flieg, Drohne, flieg!
So ist der Hightech-Krieg.
Der Papi killt vom Laptop aus,
muss nie mehr weg; er bleibt zu Haus.
Flieg, Drohne, flieg!


Edwin Schwehm-Herter vom Kaiserslauterer Kabarett "Die Untiere" (nach dem Kinderlied
flieg Maikäfer flieg)

leser
geschrieben am
05.02.2014 um 05:58 Uhr
Beitrag 695

Ein Auszug aus einem Kommentar von Christian Bommarius in der Frankfurter Rundschau vom 3.2.2014 zum Thema Selbstbild der Steuerhinterzieher:

…Was aber den Delinquenten-Typus des Steuerbetrügers so schwer erträglich macht, das ist die in seiner Tat sich manifestierende Haltung, nicht Täter zu sein, sondern Opfer des Staates, dessen undurchdringliches/ungerechtes/wucherndes/sozialistisches Umverteilungs-, vulgo: Steuerrecht die Hinterziehung beziehungsweise die Flucht des Kapitals ins Ausland geradezu erzwinge.
Mit anderen Worten: Abstoßend macht den Steuerbetrüger nicht der Betrug, sondern das Selbstbild, in dem sich der Täter zum Opfer und damit zugleich das Opfer (Staat und Gesellschaft) zum Täter erklärt. Ein Taschendieb stellt nicht die Eigentumsordnung infrage, sondern korrigiert die Verteilung nur im Einzelfall. Aber ein Steuerbetrüger begeht die Tat stets in der Überzeugung, sich gegenüber dem (Steuer-)System in Notwehr zu befinden. Das ist inakzeptabel.
Der Staatssekretär André Schmitz hat sich in den vergangenen Jahren um die Berliner Kultur vorbildlich verdient gemacht. Aber Staatssekretär darf er leider nicht bleiben.
-Zitatende-

Obwohl auch ich große Ungerechtigkeiten in der deutschen Steuergesetzgebung und auch in der (gewollten?) unzureichenden Verfolgung dieser Delikte sehe stimme ich dem Verfasser des zitierten Titels zu – sich als Verfolgter und Opfer des Systems statt Täter zu sehen, die Täterrolle dem Staat zuzuschreiben, damit Straftaten zu rechtfertigen wäre nicht akzeptabel.!!!!!!!


www.fr-online.de/meinung/leitartikel-zur-steuerhinterziehung-taeter--die-sich-fuer-opfer-halten,1472602,26077666.html

M.Eschenberg
geschrieben am
05.02.2014 um 11:48 Uhr
Beitrag 696

Steuerhinterziehung ist und bleibt Straftatbestand. Das möchte ich hier weder zur Diskussion stellen, noch in irgendeiner Form beschönigen. Bitte dies als Präambel für alle weiteren meiner kommenden Beiträge zu sehen.

Jetzt, ein paar Gedanken...
Bedenklich finde ich nicht die Geldsucht unseres Staates...sondern vielmehr seine Neugier.
Sicherlich gibt es genügend Menschen, die deswegen ihr Geld im Ausland haben, um weniger oder gar keine Steuern zu zahlen...aber es gibt auch die, die einfach nicht wollen, dass der Big-Brother-Staat weiß, wer wo was hat....aber trotzdem bereits sind auch für dieses Geld Steuern zu entrichten....

Beispiel, wie es POSITIV gehen könnte:

Multimillionär X verdient und versteuert sein Geld in Deutschland, einen Teil davon legt er in der Schweiz bei Bank y an.
Bank y und der Schweizer Staat ziehen auf die Erträge aus diesem Guthaben die deutschen Steuern ein, sammeln diese Steuern mit denen der anderen Anlage und überweisen diesen Betrag anonym und vollständig an den deutschen Fiskus.

Keiner wäre betrogen, keiner hätte auf Geld verzichten müssen, lediglich die Neugier von Vater Staat "ich möchte wissen, wer was wo besitzt und am besten noch, was er mit dem Geld kauft" wäre unterbunden.

Es gibt ein Gesetz auf Privatsphäre und eines zur Pflicht Steuern zu zahlen, beiden wäre geholfen...

Und mit den Mehreinnahmen, die dem Fiskus zustehen kann die Politik die Steuern insgesamt senken (oder, da dies eh nie klappt, zumindest später erhöhen) und die ehrlichen Bürger müssten nicht für die kriminellen Mitzahlen.

Ich freue mich auf eine gute, ehrliche und sachliche Diskussion.
Ich bin gegen jede Form der Steuerhinterziehung und sehe diese ausdrücklich NICHT als Kavaliersdelikt sondern als Straftat....

Haidhofer
geschrieben am
05.02.2014 um 16:47 Uhr
Beitrag 697

Kurz und bündig: Wieso sollte Multimillionär X die Herkunft seiner Einkünfte verschleiern dürfen, aber Ottonormalverdiener Z dagegen nicht? Hartzern wird mittlerweile sogar bei Ebay nachgeschnüffelt, um zu prüfen, ob sie nebenher Einkünfte generieren, aber bei Millionensummen sollte der Staat wegsehen (Stichwort Geldwäsche)? Leuchtet mir ehrlich gesagt nicht ein.

Anders gesagt: Irgendwann will Multimillionär X seine Millionen vielleicht wieder zurück nach D holen. Woher will der Staat dann wissen, dass sich das Geld nur durch anonym versteuerte Kapitalerträge und nicht durch Schwarzgeld etc. vermehrt hat? Meines Wissens wird ja schon genauer hingeschaut, wenn Person A an Person B ein paar Tausend Euro überweist. Wieso soll dieses Prinzip dann nicht mehr bei Millionenbeträgen gelten?

Normalerweise kommt doch von konservativer Seite bei jedem Schnüffelvorfall das (m.E. dummdreiste) Argument "Wer nichts zu verbergen hat, kann sich doch ruhig durchleuchten lassen." Wenn dem schon so ist, dann sollte das bitte auch für die typisch konservative Klientel gelten ;-)

jm2c
Moon
geschrieben am
05.02.2014 um 17:17 Uhr
Beitrag 698

..zunächst mal möchte ich "Haidhofer " zustimmen....
Die Möglichkeit, zu verschleiern "wer, was wo besitzt " gibts in D ja offenbar zur Genüge, zumindest für betuchte Kreise- sonst wären derartige Fälle wie Hoeneß etc. nicht machbar!
Ein Kleinverdiener der jeden Monat mit seiner Gehaltsabrechung die "Hosen runterlässt" kann nix verschleiern!

Aber Gesetze werden eben gemacht..für Leute wie die, von denen sie gemacht werden!
leser
geschrieben am
06.02.2014 um 09:09 Uhr
Beitrag 699

Ich stimme Haidhofer und Moon zu. Wenn auch der Vorschlag von M.Eschenberg irgendwie den Ansatz beinhaltet, jeder zahlt seine Steuern so wie es das Gesetz vorsieht, ist die Umsetzung in dieser Form nicht umsetzbar denke ich.

Grundsätzlich meine ich, dass jeder, der einem Gesetz unterliegt, bei Zuwiderhandlungen greifbar und haftbar sein muss. Deswegen bin ich zum Beispiel auch gegen die Immunität von politischen Würdenträgern! Der Artikel 3 im Grundgesetz sagt, alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Niemand darf benachteiligt(dies heißt ebenso bevorteilt!)werden wegen seiner Herkunft, Glaubens….usw. Also muss jeder auch vor dem Fiskus gleichbehandelt werden, keine Privilegien für Vermögende beispielsweise. Abgesehen davon, dass die Wirklichkeit leider schon anders aussieht-

-- sollen wir wegen der Anonymität von Steuerzahlungen (bei höheren Vermögen)den Artikel 3 des Grundgesetzes ändern??
Ch.Bach
geschrieben am
02.03.2014 um 20:03 Uhr
Beitrag 700

wahlkampfzeit!

jeder kandidat gibt sein bestes, versucht seine ideen- oder die seiner partei- überzeugend zu vermitteln.
legitim und oft anerkennenswert

auch die idee der JU- maxhütte, erstwählern das procedere nahe zu bringen, zu erklären, finde ich sehr gut.

nicht für gelungen halte ich allerdings die idee, das wählerverzeichnis auszuwerten und selbige wähler in personifizierten briefen anzuschreiben.

ich halte es für absolut unsensibel, in zeiten von NSA- affären, datenverat und -klau, diskussionen über privatsphären im netz und sonstwo, wählerlisten zum zwecke der wahlwerbung, selbst wenn dies legal ist, auf diese art auszuwerten.

ein eindrucksvolles beispiel, wie omnipräsent unser aller daten gehandelt werden---ob im net oder via abgleich

leser
geschrieben am
03.03.2014 um 12:55 Uhr
Beitrag 701

Das ist auch ein sehr wichtiger Punkt für mich: der Datenschutz, hier im Besonderen in der öffentlichen Verwaltung und Ämtern. Wenn ein Wählerverzeichnis zum Beispiel durch Wahlgruppen, Parteien oder andere ausgewertet werden kann, würde mich interessieren, ob die Daten auch der Leute zu sehen sind, die bei der Stadt einen Einspruch auf die Weitergabe ihrer Daten eingelegt haben. Wäre dies so, dann würde das für mich eine Art Straftat oder Amtsverletzung oder wie immer das heißen mag bedeuten. Ich habe schon von auswärtigen Fällen gehört in denen unberechtigten Amtsträgern Einsicht in Unterstützungslisten konkurrierender Parteien gewährt worden sein soll. Was das in kleineren Orten bedeutet(jeder kennt jeden), kann man sich denken.

Es gibt Datenschutzbeauftragte, Wahlleiter und ihnen unterstellte geschulte Helfer, die eigentlich sehr genau wissen müssten, was gesetzlich erlaubt und was verboten ist.

Aber wenn es um den Machterhalt geht scheint es parteiübergreifend manchmal schon sehr lockere Auslegungen zu geben.

Ihrem vorletzten Satz im vorhergehenden Beitrag, Frau Bach, kann ich nur voll zustimmen!!!

In dem Buch „wie zerstört man eine Demokratie“ von Naomi Wolf werden als wichtige Voraussetzungen dazu zum Beispiel die Überwachung der Bürger und die Infiltration von Bürgerbewegungen genannt. Datenschutzverletzungen sind hier wichtige Bausteine dazu.

Übrigens: die in diesem Forum notwendige Zahleingabe zur Veröffentlichung als Beitrag entspricht meiner Meinung nach auch nicht dem Schutz eines anonym bleiben wollenden Whistleblowers ; - )
leser
geschrieben am
05.03.2014 um 11:28 Uhr
Beitrag 702

Widerstand gegen us-militärische Drohnenflüge in der Oberpfalz!!!!!


Ich würde es begrüßen sollten sich auch unserer Region stammende Parteien oder Interessengruppen dieser Initiative anschließen.

Link:

www.oberpfalznetz.de/nachrichten/4055405-510-drohnen_droht_organisierter_aerger,1,0.html

leser
geschrieben am
29.04.2014 um 07:31 Uhr
Beitrag 703



Laut amtlichen Statistiken rechnet der Bund bei Steuereinnahmen für 2014 der Lohnsteuer im Vergleich zu 2013 mit einem Zuwachs von etwa 5 %. Wobei man beachten sollte, dass 2013 bereits ein Jahr mit sehr hohem Steuereinkommen war.

Umso verwerflicher finde es, wenn aktuell eine Korrektur der kalten Progression von der regierenden Koalition verhindert wird. Wieder einmal zeigt sich die Selbstbedienungsmentalität der Volksvertreter – bei den Diätenerhöhungen zum Beispiel kommt es allein durch die Höhe der selbst genehmigten Steigerung nie zu dem Kuriosum, dass trotz gestiegenem Bruttoeinkommen ein tatsächlicher realer Kaufkraftverlust(höhere Steuerklasse) entsteht.

Was für ein Armutszeugnis für eine sich gerne menschlich gerecht nennende Gesellschaft!!!!



de.statista.com/infografik/2161/prognostizierte-veraenderung-ausgewaehlter-steuereinnahmen-2014-gegenueber-2013/

www.spiegel.de/politik/deutschland/kalte-progression-steuerzahlerbund-verlangt-entlastung-a-966437.html

M.Eschenberg
geschrieben am
29.04.2014 um 08:58 Uhr
Beitrag 704

Hier sind wir mal einer Meinung, die Bekämpfung der kalten Progression als Option zu behandeln ist verwerflich. Tatsächlich ist es eine von Jahr zu Jahr automatisierte Steuererhöhung, die irgendwann Menschen mit niedrigem Einkommen hohe Steuern und Menschen mit normalen Einkommen den Spitzensteuersatz zahlen lassen wird.

Ich schlage sowieso einen ganz pragmatischen Weg vor. Es gibt Studien die zeigen, dass der Mensch als "tierisches Lebewesen" instinktiv etwa bereit ist 25-30% zu teilen, ein Mehr empfindet er als ungerecht.
Dieses Ungerechtigkeitsgefühl haben auch sehr viele Deutsche, denn wer trotz gestiegener Leistung (Überstunden, Nebenverdienst-außer450€, Mieteinnahmen,..) schon mal sieht was am Ende übrig bleibt, der überlegt sich ob er diese Mehrleistung im Kauf nimmt, was natürlich dem gesamtdeutschen Wohlstand nicht zuträglich ist.

Ich würde 30% auf alles machen, Einkommen aus nichtselbst. Arbeit, aus Vermeitung, Kapitaleinsatz,....

ich glaube, dass unter`m Strich jeder mehr Geld in der Tasche hätte und der Staat bei vernünftigen Umgang dennoch genug Steuereinnahmen hätte, da insgesamt die Produktivität steigern würde und/oder mehr Arbeit legal anstatt schwarz ausgeführt werden würde.
Moon
geschrieben am
29.04.2014 um 09:05 Uhr
Beitrag 705

..mit der Meinung sind wir dann schon zu zweit!
Ch.Bach
geschrieben am
29.04.2014 um 09:58 Uhr
Beitrag 706

wenn man sich auf eine untergrenze einigen kann finde ich die idee auch gut
Inkognito
geschrieben am
29.04.2014 um 12:59 Uhr
Beitrag 707

Hallo,
30% für alle hört sich ja gut an, aber ich glaube das ausgerechnet die besserverdienenden und Reichen damit nicht einverstanden wären. Da viele dieser Leute nicht mal die 30% bezahlen wären sie ja dann mehr belastet. Wenn man in der Presse immer wieder liest das Konzerne und Reiche sich brüsten faktisch keine Steuern zu bezahlen wäre das sicher nicht in ihrem Interesse.
M.Eschenberg
geschrieben am
29.04.2014 um 13:26 Uhr
Beitrag 708

Die besserverdienenden sicherlich, denn die zahlen den spitzensteuersatz....

BEi Unternehmen allgemein ist es etwas anderes. Hier muss man aber höllisch aufpassen, dass man Firmen nicht beim Wachsen erstickt....

Da gehen wir jetzt aber sehr ins Detail. Vielleicht vorab. Ich bin für die Stärkung der kleinen und mittelständischen Unternehmen und dafür europa- oder weltweit dafür zu sorgen, dass Konzerne keine Sonderbehandlung bekommen.
Jedoch bin ich aber dafür, die Gewerbesteuer nicht mehr zu erhöhen, aus folgendem Grund, wobei ich jetzt mal innerhalb meiner gewählten Variante "alle 30% für Alles" argumentiere.....

Gibt es Gewinne in einem Unternehmen, so können diese maximal auf 3 Arten verwandt werden:

1. Gewinnausschüttung an die Eigentümer -> in diesem Fall wäre dieser Betrag der ausgeschüttet wird nochmal versteuert (erstmals mit der Gewerbesteuer) das heißt, dass entweder der reguläre Spitzensteuersatz oder die Kapitalertragssteuer zu zahlen wäre....in meinem präferierten System wäre dies ja jeweils 30%....

2.Re-Investition, also das Geld wird komplett wieder in neue Geräte, Filialen, Mitarbeiter, Forschung,.....investiert....hierbei könnte man schon diskutieren, wieso überhaupt Geld besteuert wird, dass ja wieder für den Unternehmenszweck ausgegeben wird.....aber man kann diese Steuer hier durchaus akzeptieren...

3. Geld wird zurückgelegt....Das Geld bleibt nach Zahlung der Gewerbesteuer im Unternehmen.....was sich jetzt nach "Geldhorten" anhört hat oft ganz berechtigte Gründe. Hierdurch kann die Eigenkapitalquote des Unternehmens verbessert, die Unabhängigkeit von Banken erhöht werden....Will das Vater Staat???? Nein, deswegen "belohnt" er diese letzte Variante nicht mit Sonder-Abschreibungsmöglichkeiten oder Steuervorteilen sondern schlägt gnadenlos zu....

Ein kleiner Ausflug ins deutsche "Bonität-System" Habe ich als Unternehmen keine Schulden bei der Bank die ich bediene wirkt sich dies NEGATIV!!! auf meinen Score aus, da ich ja nicht beweisen kann, dass ich Zinsen bedienen kann....Das man das Geld selbst erarbeitet und investiert hat, legt einem Vater-Staat+Banken noch als Nachteil aus....weil jemand der keine Schulden macht um zu wachsen.....höchst gefährlich...

Ich bin KEINE GEGNER von Schulden oder von abnken prinzipiell, jeder benötigt dieses System, sonst gäbe es viele weniger junge Firmen oder Familen mit Eigenheim...
Aber das Fehlen von Schulden negativ auszulegen....das fällt nur wieder Vater Staat ein,...
leser
geschrieben am
29.04.2014 um 13:35 Uhr
Beitrag 709

Voraussetzung wäre doch eine korrekte Ermittlung aller Einkünfte von allen durch irgendeine Stelle,die dann das an eine andere weiterleitet und dann Steuern eingetrieben werden.

Abgesehen von meiner Meinung nach erheblichen Datenschutzbedenken:

wenn allein schon Banken finanzkräftigeren Kunden behilflich sind, Steuermodelle mit dem Zweck der Minimalabgabe zu entwerfen und durchzuführen, dann sehe ich genau wie inkognito eine fast unmögliche Umsetzung dieser Idee in die Praxis.

Einfacher und ohne Schwierigkeiten schnell durchzuführen wäre eine Korrektur der kalten Progression, das würde vielen Leuten helfen und wäre ein Anfang zu mehr Steuergerechtigkeit meine ich.

-Aber das ist politisch nicht gewollt in Deutschland : - (
leser
geschrieben am
29.04.2014 um 13:58 Uhr
Beitrag 710

Wenn eine Ratingagentur oder Bank eine „natürliche Person“ schlecht bewertet (oder scort) wenn diese zwar erhebliche Vermögenswerte hat und keine Kredite aufgenommen hat, dann ist das das System dieser Bewertung zu hinterfragen und nicht der Vater Staat.

Eine anderer Gegensatz: betriebswirtschaftlich will ich natürlich als Unternehmen gesund und zahlungskräftig am Markt agieren und auch von meinen Geschäftspartnern so gesehen werden, fiskalisch gesehen hat ein Unternehmen das gegensätzliche Interesse nehme ich an- je schlechter es mir geht desto weniger Steuern zahle ich. Ehrlichkeit und Transparenz würde auch hier einiges vereinfachen und vermutlich letztendlich auch gerechter sein.
M.Eschenberg
geschrieben am
05.05.2014 um 10:16 Uhr
Beitrag 711

@Leser:

Da haben sie natürlich Recht, dass das nicht der Staat selbst ist. Jedoch kommt keine Bank darum herum, sich den Score bei besagter Organisation zu besorgen da dies quasi obligatorisch ist und jeder Banker seiner Bank ggü. fahrlässig handeln würde....so etabliert sich ein privates Unternehmens als "unabhängige" Instanz...

"je schlechter es mir geht desto weniger Steuern zahle ich"

Das mag stimmen, jedoch lässt sich nicht beliebig oft ein Verlust ausweisen....das ist gar nicht möglich....außerdem möchte man als Unternehmer/Teilhaber/Aktionär auch mal einen Gewinn sehen und dann sind auch Steuern fällig.
leser
geschrieben am
05.05.2014 um 17:49 Uhr
Beitrag 712

Zitat:
Das mag stimmen, jedoch lässt sich nicht beliebig oft ein Verlust ausweisen....das ist gar nicht möglich..
__________________________________________________________________

…warum liest man dann manchmal, dass Unternehmen( auch Großunternehmen)praktisch keine Steuern zahlen? Unternehmen, die es schon lange gibt! Also müssten diese doch laut Buchhaltung(Steuererklärung) bestenfalls keinen Gewinn machen(schwarzrote Null) oder eben Verluste ausweisen!

Ein anderes Thema wäre die Gewinnverschleierung, bei der das Unternehmen aber tatsächlichen Gewinn hat. Zum mehrmaligen Verlustausweisen siehe oben....


leser
geschrieben am
16.05.2014 um 08:29 Uhr
Beitrag 713

Akten in BUL verschwunden?

ein interessanter Artikel der MZ von gestern


www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=10072&lid=0&cid=0&tid=0&pk=1062237
leser
geschrieben am
06.06.2014 um 11:24 Uhr
Beitrag 714

NSA-Affäre

Heribert Prantl, ehemaliger Richter und Staatsanwalt, schreibt in seiner jetzigen Eigenschaft als Ressortleiter und Chefredaktionsmitglied der Süddeutschen Zeitung einen Kommentar zu dem zögerlich späten Entschluss des Generalbundesanwaltes, doch in der NSA-Affäre zu ermitteln. Dieser Kommentar bringt es meiner Meinung nach auf den Punkt: er trägt den Titel „An der Aufklärung vorbeigemogelt“, in der Einleitung heißt es „jetzt entscheidet er(Generalbundesanwalt)sich für:ein klein wenig. Damit wird er seiner Aufgabe nicht gerecht.

In seinem Test heißt es weiter: ermittelt wird wegen des Abhörens bei der Bundeskanzlerin. Das ist besser als nichts, aber nicht viel. Aber sind die Grundrechte der Kanzlerin mehr wert als die Grundrechte von anderen? Es ist wohl eher ein Ablenkungsverfahren… Keinem normalen Staatsanwalt würde es einfallen, ein Ermittlungsverfahren gar nicht erst einzuleiten, weil die Beweislage schwierig ist; sehr viele Ermittlungsverfahren bestehen genau darin, mit einer schwierigen Beweislage fertigzuwerden… es ist ja Schuld dieses Mannes(Snowden), dass bekannt und kritisiert wurde, wie üppig der deutsch-amerikanische Datenaustausch gedeiht… im Zuge von Snowdens Enthüllungen wurde publik, dass der BND monatlich 500 Millionen Verbindungsdaten an die USA weitergibt.. Für die Aufklärung von Taten, die Staat und Grundrechte bedrohen, ist die Bundesanwaltschaft da. Im Fall NSA wird sie der Aufgabe nicht gerecht.

Der Kommentar ist lesenswert denke ich und er zeigt auch, wie sehr die Realität von dem Sinn und Willen unserer Verfassung/Grundgesetz inzwischen abweicht – hier bezogen auf die Gewaltenteilung und die Unabhängigkeit der Justiz. Schlimm und beängstigend….


www.sueddeutsche.de/politik/ermittlungen-in-der-nsa-affaere-an-der-aufklaerung-vorbeigemogelt-1.1985636


leser
geschrieben am
07.07.2014 um 07:26 Uhr
Beitrag 715




Ich möchte auch einmal ein Lob loswerden - auch das kann ich ; - )

1. All denen, die zum Bau des Liftes am MH-Bahnhof beigetragen haben, spreche ich meine Anerkennung aus! Nun ist es Behinderten und z.B. Menschen mit Kinderwagen möglich, zum Bahnsteig 2 zu gelangen.


2. Die beabsichtigte Auflösung der Zeitarbeitsfirma PSB-Personalservice Burglengenfeld(Tochter der Stadtwerke Burglengenfeld) kann ich nur begrüßen! Ich gehe sogar noch weiter und würde die bestehende Konstruktion der Stadtwerke einer neutralen wirtschaftlichen Prüfung unterziehen.


MZ-Artikel PSB Burglengenfeld:
www.mittelbayerische.de/region/schwandorf/artikel/keine-wesentliche-mehrbelastung/1084257/keine-wesentliche-mehrbelastung.html
leser
geschrieben am
12.07.2014 um 17:56 Uhr
Beitrag 716

Zur Erinnerung:

bis 16.7. läuft die Eintragung zum Volksbegehren G 9 bei der Stadt.

Meines Wissens ist die Beteiligung bis jetzt eher schwach.
Moon
geschrieben am
13.07.2014 um 16:17 Uhr
Beitrag 717

..ganz ehrlich...die Frage G8 oder G9 ist doch nicht zielführend...
ich hatte auch das Vergnügen, bis zum bitteren Ende (Abi) eine derartige Einrichtung besuchen zu dürfen (?)...und schon damals war das Gymy völlig überfrachtet mit veralteten Lerninhalten und Lehrern die sich selbst ja als "Philologen" bezeichen..also der "Lehre" verpflichtet ...von Schülern kein Wort!

Und heute ist es leider nicht besser...als erstes müsste mal gewaltig "durchgeputzt" weden...dann könnt man auch problemlos auf G8 umsatteln...

..meine Meinung!
leser
geschrieben am
14.07.2014 um 11:00 Uhr
Beitrag 718

Da kann ich schon zustimmen. Wenn ich daran denke, was ich alles reingepaukt bekam und mir später in einem teilweise schmerzlichen Lernprozess das wirkliche Leben zeigte, wie es tatsächlich läuft!

Trotzdem bin ich ein strikter Gegner der immensen Einflussnahme von Politik und Industrie in Grund- bis Hochschulen. Ein Mittelweg, der zwar auch zur (geistigen)Disziplin fordert- Ungeliebtes lernen- aber unter Berücksichtigung eines möglichst fundierten Allgemeinwissens auf die heutige Lebenspraxis vorbereitet, das wäre für mich eine Wunschvorstellung. Die sicher nicht einfach umzusetzen ist – siehe Moons Beispiel eines verkrusteten Lehrplanes und auch sicherlich einiger ungenügend qualifizierter Lehrkräfte….

Die jetzige G-8 Regelung in Bayern finde ich nicht gut, sie setzt Lehrkräfte und Schüler unter erheblichen Druck. Ändert man Rahmenbedingungen so wie ich Moon verstehe und ich oben erläutert habe, dann wäre sicher einiges möglich!!


severin
geschrieben am
21.07.2014 um 10:41 Uhr
Beitrag 719

www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/armut-und-reichtum/die-deutschen-ueberschaetzen-armut-und-ungleichheit-13055682.html

auch mal interessant.
leser
geschrieben am
21.07.2014 um 13:17 Uhr
Beitrag 720

severin, ich glaube schon auch, dass die Deutschen gerne jammern ;-)


aber:

Unabhängig vom „Wahrheitsgehalt“ der teilweise sehr gegensätzlich ausfallenden Veröffentlichungen zum Thema Geld/Vermögensverteilung in Deutschland muss ich mich über die FAZ wundern.

Eine sich seriös und aufklärend gebende Zeitung sollte diesem Anspruch auch gerecht werden, indem sie Artikel auch beleuchtet, hinterfragt und erklärt. Ein Veröffentlichen von Stellungnahmen bestimmter Interessengruppen(Gefälligkeitsgutachten inklusive) gehört meiner Meinung nach nicht zu einem investigativen Journalismus wie ich ihn mir wünsche. Man möge die Artikel der FAZ vom 15.7.2014(Reiche sind noch reicher als gedacht) mit dem Artikel vom 21.7.2014(Die Deutschen fühlen sich gerne schlecht) vergleichen wie es jemand in einer Leserzuschrift an die FAZ kommentiert hat!



Ch.Bach
geschrieben am
21.07.2014 um 13:23 Uhr
Beitrag 721

kommt immer auf die definition an...
und von welcher seite her sich etwas verringert.
ist schon ein unterschied, ob armut verringert wird oder einkommen-------
deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/04/13/die-eliten-mauern-aufstieg-aus-einer-unteren-schicht-kaum-moeglich/
leser
geschrieben am
21.07.2014 um 14:12 Uhr
Beitrag 722

Sehe ich auch so. Ich selbst stimme der Kernaussage im von Ihnen verlinkten Artikel von Deutsche Wirtschaft Nachrichten(ist sicherlich nicht der Nähe zu marxistischen Überzeugungen zuzuordnen) zu:

Ungleiche Verteilung, immer höhere Hürden vom Übergang der Armut in ein auskömmliches Leben….

Dazu ein aktuelles Beispiel: einem 59-jährigen Bekannten von mir wurde wegen einer beabsichtigten Zweigstellenauflösung gekündigt, ihm wurde angeboten, wenn er mündlich zustimmt, könne er vielleicht doch noch bis zum Renteneintritt in irgendeiner Form beschäftigt werden, arbeitslos solle er sich aber trotzdem melden und das alles funktioniert nur, wenn kein anderer Arbeitnehmer der Firma vor dem Sozialgericht klagt. Ich fürchte, so ein Vorgehen ist inzwischen eher der Regel- als der Ausnahmefall.

Die beschlossenen Ausnahmeregelungen für den Mindestlohn z.B. brauche ich eigentlich gar nicht mehr zu erwähnen...(die, die diesen Mindestlohn am dringendsten brauchen, werden von der Politik wieder mal im Stich gelassen)
Mex
geschrieben am
21.07.2014 um 14:35 Uhr
Beitrag 723

Es ist schon verwunderlich was für Bekannte sie doch immer wieder haben.

Wir im Landkreis haben fast Vollbeschäftigung, die Unternehmen suchen allerhand qualifizierte Arbeiter und niemand der arbeitswillig und - fähig ist, sitzt meiner Meinung nach auf der Straße oder ist unterbezahlt. Ihre Argumente mögen für Mecklenburg-Vorpommern oder Nordrhein-Westfalen gelten, aber sicherlich nicht für unsere Region.
Ch. Bach
geschrieben am
21.07.2014 um 16:05 Uhr
Beitrag 724

wir im landkreis haben fast vollbeschäftigung?
klasse!
weil nur 3 prozent arbeitslose? (schlappe 7000 menschen)in der statistik gemeldet sind?( die, die man beim besten willen nicht mehr verstecken kann)

vergessen werden dabei fast 10.000 unterbeschäftigte---sprich menschen, die gern eine vollzeitstelle hätten und dringend brauchen -und nicht mehr in der AL-statistik auftauchen (die dann damit beinahe wieder bei 10% wäre)

ebenso wie umschüler, praktikanten, ein-euro-jobber, oder auch die ich-agler, scheinselbstständigen, notversorgten durch eltern , partner, usw.

man kann alles schönfärben.........

wenn man es nicht sehen will-------



Ch.Bach
geschrieben am
21.07.2014 um 16:07 Uhr
Beitrag 725

ach ja: offene stellen: 2433

bleiben nur ein paar tausend ohne........
leser
geschrieben am
21.07.2014 um 16:43 Uhr
Beitrag 726

Mex,

über meinen Bekannten braucht man sich nicht wundern(lt. Arbeitgeberaussage ist er ein sehr guter und flexibler Arbeiter) - eher sollte man sich über die Methoden wundern, mit denen sämtliche Arbeitsschutzrechte heutzutage vielmals, teilweise unter Mitwirkung amtlicher Stellen, umgangen werden oder diese zumindest versucht werden auszuhebeln.

Wer der Statistik bezüglich der Arbeitslosenquote glaubt, der glaubt vermutlich auch alles was in den Hetzsendern von Radio und TV sowie den Schmierblättern mancher Zeitungsverlage vermittelt wird.

In sogenannten einschlägigen Qualifizierungsbetrieben, die von den Job-Centern permanent mit "Schülern" versorgt werden, herrscht natürlich kein Beschäftigungsmangel. Da stimme ich zu, und wie von Frau Bach bereits geschrieben, tauchen diese (Zwangs)Schüler auch nicht in der Arbeitslosenstatistik auf
leser
geschrieben am
11.08.2014 um 19:47 Uhr
Beitrag 727

Die Bemerkungen schreibe ich hier, obwohl sie sich teilweise auch auf Beiträge unter “Neukappl“ beziehen:

Manchmal muss ich schon schmunzeln, wenn in Beiträgen eine soziale Verantwortung zum Ausdruck kommt, aber sofort, wenn jemand darauf hinweist, dass dazu manchmal behördliche Vorgaben vonnöten sind(freiwillige Verantwortungsübernahme wo bist du?) sofort von denselben Schreibern das Totschlagargument von behördlichem Zwang und Eingriff in die Freiheit des Bürgers ins „Schlachtfeld“ geführt wird. Da werden dann Investoren behindert, die ja eigentlich alle nur gesamtgesellschaftlich positiv wirken und das Bruttosozialprodukt mehren und die Wirtschaft ankurbeln. Manchmal geht das so weit, dass Kleinstinvestoren(Privathaushalte), die zum Beispiel etwas geerbt haben, sich schlau machen und mit modischen nichts sagenden Ausdrücken im globalen Finanzzirkus mitspielen wollen..(es gibt Bücher von Insidern, die aufschlussreich sind und die zugeben, dass sie selbst keineswegs alle Fachausdrücke erklären können).

Das geht manchmal so weit, dass sich Finanzmanager von Familien erst mal von controlling portal.de eine Excel-Tabelle Software zur Ermittlung des Cash Flow zulegen und dann wochenlang die erforderlichen Eingaben machen, damit das angezeigte Ergebnis mit den tatsächlichen Finanz- und Vermögenswerten der Familie übereinstimmt! Vor ganz ganz langer dunkler unaufgeklärter Zeit setzten sich Vater und Mutter kurz zusammen, machten einen Kassensturz sogar ohne Taschenrechner und planten danach die nächsten Ausgaben beziehungsweise Sparmaßnahmen unter Berücksichtigung der anstehenden Einnahmen. Ich nehme an das hat meistens geklappt obwohl beide nicht wussten, dass es künftig allein schon zahlreiche Definitionen des Wortes Cash Flow geben wird ; - )

leser
geschrieben am
01.09.2014 um 11:35 Uhr
Beitrag 728

Vorl Wahlergebnis in Sachsen

Für mich erstaunlich, dass die NPD mit voraussichtlich 4,9 % den Einzug in den Landtag nicht mehr schaffte. Erstaunlich deshalb, weil ich davon ausgehe, dass diese Partei in diesem Bundesland einigen Zuspruch(leider) erfährt. Vermutlich sind einige Wähler dieser Partei zur AfD übergelaufen. Und das ist das Beunruhigende – diese in meinen Augen pseudo-wertkonservative Gruppe, die sich durch Aussagen ihrer leitenden Funktionäre für mich als sehr wohl in vielem der NPD-Gedankenwelt (Militär,Ausländerpolitik,Menschenrechte.Frauenbild,Überwachung….)angenähert geoutet hat – diese Partei bekommt auf Anhieb fast zehn Prozent der zur Wahl gegangenen Wähler/Innen! Addiert man NPD und AfD zusammen ergibt das erschreckende 15% !!!

Allerdings bleibe ich trotz allem wie in einem früheren Beitrag geschrieben dabei, dass das deutsche Wahlgesetz im Sinne der Demokratie(dem Wählerwillen entsprechend) geändert werden muss, die Fünf-Prozent-Hürde fallen muss und damit dann auch die Parlamente bunter werden sollten und auch kleinere unbequeme zugelassene Parteien egal welcher Richtung vertreten wären. Auch wenn nur zwei Personen einer Gruppe in ein Parlament gewählt wurden sollten sie doch dieselben Rechte haben wie die Fraktionen der „großen Volksparteien“, bei wichtigen Entscheidungen sollte eine Volksabstimmung durchgeführt werden(aktuell z. B. ob Waffenherstellung und/ob Export dieser…) und und und

Die Umsetzung wird aber schwierig werden, da es mächtige Interessengruppen gibt, die nichts mehr als den Willen des Volkes fürchten, glauben dass dieses zu dumm ist um Zusammenhänge zu begreifen und vorsichtshalber aber auch noch mithilfe der Medien entsprechend desinformiert und dummgehalten werden muss.

Wenn ich ein Jünger der Göttliche Vorsehung wäre, könnte ich sagen Gott mir dir du Land der Sachsen um zum Ausgangspunkt zurückzukommen.
leser
geschrieben am
20.01.2015 um 09:32 Uhr
Beitrag 729

Bildung für alle in Teublitz?

Mir wurde berichtet, dass in Teublitz bei den Übergangsprüfungen in höhere Schulen eine eklatant hohe Durchfallquote zu verzeichnen war. Heißt das, dass die betroffenen Jahrgänge dümmer sind als die vorherigen?

Eingefallen ist mir zu diesem Thema: die ehemalige Planung(zu erwartende Schülerzahl..) der Grundschule war in der Kritik. Mehrere waren der Meinung, da wurde mit unrealistisch hohen Zahlen gearbeitet. Sollte es zu den genannten hohen Durchfallquoten einen Zusammenhang geben dann wäre das für mich unverantwortlich. Damit würde man sicherlich vielen aus rein politischen/verwaltungsmäßen Gründen(Auslastung?) eine berufliche und damit auch persönliche Zukunft massiv erschweren.

Sollten meine Informationen nicht richtig sein, bitte ich um Berichtigung!!!!
leser
geschrieben am
02.02.2015 um 10:36 Uhr
Beitrag 730

Verschwendung von Steuergeldern:

ich wiederhole mich gerne wenn es um die Zweckmäßigkeit von städtischen Tochterunternehmen geht. Das sind für mich Unternehmen, die kein Risiko tragen, privilegierte bilanz- und wirtschaftliche Offenlegungspflichten besitzen und deren Geschäftsleitungen oftmals von städtischen Beamten(freigestellt oder ex-beschäftigt...)besetzt sind. Die Bezahlung aber nach Spitzengehältern vergleichbar mit Weltkonzernen inkl. Boni gefordert wird. Da wird dann auch oftmals mit Geldern gezockt wie den Medien zu entnehmen ist. Der Stadtrat hat meist keine Kontrollmöglichkeit mehr(dafür werden dann einige dieser Leute in den Aufsichtsrat der kommunalen Tochterunternehmen mit entsprechendem Aufwandsentschädigunganspruch gesetzt). Das zuständige Kontrollorgan, der Kommunale Prüfverband(KPV) ist wie im Öffentlichen Dienst üblich sehr großzügig und mahnt normalerweise erst bei wirklich eklatanter oder nicht mehr zu verheimlichender Misswirtschaft an.

Warum ich gerade jetzt wieder auf eins meiner Lieblingsthemen komme? Die Meldungen der Presse über Burglengenfelds und Weidens städtische Tochterunternehmen machen einen betroffen und ich würde mich nicht wundern, wenn das Heer der Wutbürger stetig ansteigt...
leser
geschrieben am
14.03.2015 um 21:11 Uhr
Beitrag 731


ein Beispiel über behördeninterne Weiterbildungen und die Bezeichnungen nach bestandenem Seminar:

Verwaltungsinformationswirt(BVS)
-BVS ist Bayerische Verwaltungsschule-


Auszug aus unten genanntem Link:

Module
Die Qualifizierung zum/zur Verwaltungsinformationswirt/in (BVS) ist modular aufgebaut. Erforderlich für die Zertifizierung ist die Teilnahme am Basismodul und an zwei fachspezifischen Modulen. Die Module setzen sich aus Seminaren der Bayerischen Verwaltungsschule zusammen, die im laufenden Fortbildungsprogramm angeboten werden.
-Zitatende-

Das Basismodul dauert eine knappe Woche, weitere Fachmodule ähnlich. Wenn ich das mit Weiterqualifizierungen in der freien Wirtschaft vergleiche(z.B. IHK/Handelskammerlehrgänge…)fallen mir schon Unterschiede auf. Die dem Behördendeutsch ähnlich klingende Bezeichnung Fachwirt zum Beispiel erfordert bei diesen Institutionen eine weitaus höhere Lerndauer und umfangreichere Schlußprüfungen soweit ich weiß.

www.bvs.de/fortbildung/weiterbildung/verwaltungsinformationswirt-in/index.html

leser
geschrieben am
03.08.2015 um 22:10 Uhr
Beitrag 732


Zitat aus genanntem Link:

Bares für die Brille: Der Verwaltungsgerichtshof hat entschieden, dass ein in seiner Sehfähigkeit eingeschränkter Beamter Anspruch auf Erstattung ärztlich verordneter Gleitsichtgläser hat.

www.oberpfalznetz.de/zeitung/4657712-454-richter-schaffen-durchblick,1,0.html


Hoffentlich hilfts bezüglich des Durchblicks ; - )

Wäre schön wenn jeder Bürger gleich wäre und dieses Urteil auch für Pflichtversicherte zutreffen würde!!!!


M.Eschenberg
geschrieben am
03.02.2016 um 09:54 Uhr
Beitrag 733

Denk ich an Deutschland in der Nacht,....

Leute zur Zeit ist es echt zum wahnsinnig werden.

Sogar im engeren Freundes- und Familienkreis hört man immer wieder Sätze wie:

"Die Merkel muss weg!"
"Die AfD ist wirklich eine Alternative"
"Was ist falsch daran, wenn man seine Grenzen schützen will"

Wenn ich dann sagen, dass es genauso 1935 angefangen hat, kommen Dementi:
"Ich bin kein Nazi, aber...."

Leute wacht auf. Wer heute noch deutsch denkt...und damit meine ich nicht das Anfeuern der Fußball-WM, der ist ganz nah an etwas ganz, ganz schlimmen...

Ich wünsche mir, das jeder Vernünftige Mensch aktiv gegen rechte Parolen, auch und gerade im Kreise der Freunde und Familien vorgeht....dass man erklärt, dass die Gefahr für unsere Demokratie NICHT von den Flüchtlingen, sondern von den Rechten in unserem Land ausgeht.

Ich habe mir nie vorstellen können, dass ich mir über so etwas jemals noch Gedanken machen muss. Ich habe damals geschimpft, als wir in der Schule das 5. Mal in Folge ins KZ gefahren sind oder den Holocaust in Geschichte hundertmal behandelt haben, anstatt auch andere wichtigen Themen zu behandeln....weil ich fälschlicherweise gedacht habe, dass es mittlerweile auch der letzte verstanden haben sollte....

Nun haben wir 2016 und wenn es blöd läuft haben rechte, nationaldenkende Parteien wie die AfD prognostizierte 12%....

Der Homo sapiens ist doch wohl nur ein Homo stupidus......
Moon
geschrieben am
03.02.2016 um 10:32 Uhr
Beitrag 734

..ja, den ganzen Beitrag kann ich leider nur unterschreiben...

Die Politik der Brot und Spiele trägt Früchte und viele (die meisten?) Deutschen sind komplett denkfaul geworden..dass man mit B..D-Zeitungs Parolen keine Probleme lösen kann ist den meisten schon zu kompliziert...und wenn man dann dagegen argumentiert, ist man ein "linksalternativer Gutmensch" ...


Dennoch glaube (und hoffe) ich, dass sich die AfD selbst zerfleischen wird...

Mal sehen...
Demokrat
geschrieben am
03.02.2016 um 16:44 Uhr
Beitrag 735

Müsste eine Demokratie nicht auch die AFD aushalten. Oder haben wir schon eine Diktatur?
Moon
geschrieben am
04.02.2016 um 08:47 Uhr
Beitrag 736

..natürlich wird die Demokratie die AfD aushalten...keine Frage!

Was mir jedoch Sorgen macht, ist die Stimmung die durch diese Partei verbreitet wird..und wenn offen darüber sinniert wird, ob man an der Grenze auf Asylsuchende schießen soll ist m.E.n. schon eine Hemmschwelle gefallen..

Das eigentliche Problem ist jedoch unsere Regierung, die offensichtlich keinen Plan hat, wie es genau weitergehen soll, oder zumindest diesen nicht offen genug kommuniziert, so dass Pseudolösungen à la AfD hinfällig wären...
M.Eschenberg
geschrieben am
04.02.2016 um 10:58 Uhr
Beitrag 737

Genau.

Schlimm ist, dass die AfD vermeintlich einfache Lösungen für absolut komplexe Themen offeriert. Und dabei ganz offensichtlich die Opfer, nämlich die Flüchtlinge als Täter stigmatisiert.
Schlimm ist auch, dass viele Menschen den Flüchtlingen die Schuld für Probleme geben, die es schon Jahre vorher gab.

Bsp.:
Die Hartz-4-Empfänger die aus ihrer Sicht zu wenig Geld bekommen, argumentieren, dass "genug Geld für Flüchtlinge" da ist, aber zu wenig für sie.

Diese Argumentation von Bürgern zu hören ist lästig...aus dem Mund von Parteien, die signifikante Ergebnisse einfahren könnten aber brandgefährlich.
Demokrat
geschrieben am
04.02.2016 um 15:03 Uhr
Beitrag 738

Hallo,
Herr Eschenberg sie müssen aber schon zugeben das seit Einführung des Hartz 4 Gesetzes an allen Ecken und Enden gespart wurde. Die Rentenversicherung hat kein Geld. Die Krankenversicherungen haben kein Geld. Der Soziale Wohnungsbau hat faktisch nicht mehr existiert. Und jetzt sind plötzlich 22 Milliarden für 2016 und 28 Milliarden für 2017 eingeplant. Der Soziale Wohnungsbau soll mit 2 Milliarden jährlich gefördert werden. Und das wegen der Flüchtlingskrise. Das weckt natürlich Sozialneid. Da fragen sich natürlich viele wo das Geld herkommen soll. Wenn eine Million oder auch zwei oder mehr Flüchtlinge (eine Obergrenze gibt es ja nicht)in unsere Sozialsysteme einwandern wird zwangsläufig der Kuchen für den einzelnen kleiner. Warum sagt denn die Regierung nicht einfach klipp und klar wie sie das finanzieren wollen? Ja es stimmt ich bin sehr kritisch wenn es sich um die Einwanderer handelt. Ja ich möchte sie Einwanderer nennen weil sie ja auf Dauer bleiben werden, so wie es aussieht. Ich weiß auch das ich wahrscheinlich in die Nazi Ecke gestellt werde, so wie es allen geht die diese "Flüchtlingskrise" kritisch hinterfragen. Aber ich hätte da ein paar fragen die sich ja jeder selbst beantworten kann.
1. Warum wollen die meisten "Flüchtlinge nach Deutschland oder Schweden. (Obwohl, selbst Schweden hat ja mittlerweile die Grenzen dichtgemacht.!
2. Warum nehmen die Saudis oder andere wohlhabende Islamische Staaten außer der
Türkei keine Flüchtlinge auf. (Oder wollen die gar nicht dahin?)
3. Warum versorgt man die Flüchtlinge in den Auffanglagern in der Türkei nicht angemessen und zwingt sie so zur Weiterreise nach Europa. Das hätte einen Bruchteil von dem gekostet was jetzt bezahlt werden muss.
4. Kann es sein das die deutsche Industrie auf billige neue Arbeitskräfte hofft, da mittlerweile die Leiharbeiter schon zu teuer werden.
5. Wollen die Flüchtlinge überhaupt integriert werden. Sind sie tolerant genug gegenüber unserer Lebensweise. Komische Frage werden viele denken. Ich glaube schon das sich viele Integrieren wollen. Aber es wird auch viele vor allem streng gläubige Moslems geben die das nicht wollen und eher in eine Subkultur abdriften werden.
6. Was ist mit den vielen Menschen die zu arm oder zu krank sind um nach Europa zu kommen. Wer hilft denen?
7. Warum hat man die 50 Milliarden die uns die Flüchtling in den nächsten zwei Jahren kosten werden nicht in die Entwicklungshilfe gesteckt. Hätte man da nicht mehr als nur einer Million Menschen helfen können. Hört sich jetzt für die meisten ziemlich zynisch an nehme ich an. Aber Fakt ist das über 3 Milliarden Menschen weniger als 3 Dollar am Tag verdienen, also in bitterer Armut leben. Und wir beruhigen unser Gewissen weil wir von diesen 3 Milliarden Armen mal 1 Million aufnehmen.




Moon
mitbuerger@gmx.net
geschrieben am
06.02.2016 um 18:30 Uhr
Beitrag 739

Hallo Demokrat!
Ich muss(!) Dir in vielen Dingen, die Du ansprichst leider Recht geben.
Aber: Natürlich wir in D permanent gespart, vor allem am kleinen Mann…siehe KK, Sozialausgaben oder RV…und komischerweise wurden genau DIESE Parteien, die das beschlossen und durchgesetzt haben, wieder gewählt.
Komischerweise ist IMMER Kohle da wenns bressiert..siehe Abwrackprämie, Griechenlandkredite oder Drohnenkäufe…
Sicher wird die Wirtschaft auch auf billige Arbeitskräfte spekulieren, es wurde ja schon ins Gespräch gebracht, den Mindestlohn für Asylanten auszusetzen..das spricht schon Bände…
D kann auch nicht die Probleme der ganzen Welt lösen und wir werden wohl die Asylantenflut irgendwie deckeln müssen, weil eine Gesellschaft keine permanente Einwanderung in diesen Größenverhältnissen vertragen kann.
Was mir bloß bei dieser ganzen Thematik fehlt:
-Wo bleibt ein anzudenkender Sozialbeitrag der Reichen? Höchststeuersatz erhöhen ? Davor hat Herr Schäuble wohl Angst? Ja klar, die „Leistungsträger“ dürfen natürlich nicht Steuern zahlen…wer mehr als 250.000 Euro/Jahr verdient..der ist arm dran…
-Was ist mit den Verursachern der Krisen ? Wo bleibt eine Beteiligung der USA ? Die haben doch die Taliban und IS erst gefördert und „erschaffen“ und durch ihre Politik die halbe Welt destabilisiert!
Aber DAVOR hat die große Koalition dermaßen Angst…stattdessen lassen wir uns ausspionieren, stationieren wir wieder US-Atomwaffen in D und kriechen mit TTIP den USA in den A….während gleichzeitig unsere Wirtschaft unter den völlig unsinnigen Embargos gegenüber Russland leiden muss.
Deutschland hat ein großes Problem: Das Vertrauen auf den Big Brother der leider nur seine Interessen verfolgt und dem ein durch Flüchtlinge geschwächtes Europa nur Recht sein kann.
Ich bin fest überzeugt, dass wir alle das hinkriegen werden, aber nicht in dem sich die Kleinen 8und damit meine ich die Deutschen und die Einwanderer) gegenseitig in Sozialneid zerfleischen, während die Verursacher und Leistungsfähigen geschont werden und außen vor bleiben.
DAS ALLERDINGS IST AUFGABE UNSERER REGIERUNG!!!
Bei der nächsten Wahl einfach mal drandenken..
Demokrat
geschrieben am
07.02.2016 um 02:10 Uhr
Beitrag 740

Ich denke nicht das wir das schaffen werden, jedenfalls wenn die Regierung das nicht hinkriegt die Asylantenzahlen rapide zu drücken. Aber danach sieht es nicht aus. Und wenn jeder Asylant noch seine Familien nachkommen lässt dann haben wir bald 4 oder 5 Millionen Einwanderer. Aber die Regierung streitet sich noch um Belanglosigkeiten und Begriffe. Siehe Obergrenze und Kontingente. Wo bitte ist da der Unterschied???? Warum kann man die Außengrenzen Europas nicht schützen? Warum kein Zaun und Grenzanlagen. Bei uns sind darüber viele empört. Aber schaut mal in das gelobte Land Amerika!!!! Besonders auf die Grenze zu Mexiko. Und was sehen wir da! Einen Zaun und Befestigungsanlagen. Wissen die meisten eigentlich das an der Mexikanischen Grenze bislang 10000 Menschen offiziell ums Leben gekommen sind! Dagegen war die DDR harmlos. Und ich denke auch so wie Moon das ein schwaches zerstrittenes Europa den USA ganz gelegen kommt. Wer hat den nahen Osten destabilisiert und als die Kacke am dampfen war hat man sich wieder zurückgezogen. Woher haben den die Taliban und der IS ihre Waffen. Wer wollte denn mit der Ukraine ein Militärabkommen schließen und hat Putin damit so in die enge getrieben bis er handeln musste! Manchmal könnte man glauben da steckt Absicht und ein perfider Plan dahinter. Achtung: Verschwörungstheorie.
Aber zum Thema. So wie Moon glaube ich auch das mit einer Reichenabgabe, Vermögenssteuer oder Sondersteuer auf Kapital diese Krise einfacher zu bewältigen wäre. Aber an die Wohlhabenden hat sich noch keine Regierung ran getraut. Fazit wird sein das es für alle die eh nicht viel haben schwerer werden wird. Man wird sich um Arbeitsplätze und bezahlbaren Wohnraum nun auch mit den Flüchtlingen streiten müsse. Die Gesundheitsversorgung wird schlechter werden, oder glaubt jemand das die Krankenkassen mehrere Millionen Versicherte die keine Beiträge bezahlen ohne weiteres finanzieren kann? Oder glaubt jemand ernsthaft das für eine oder mehrere Millionen neue Arbeiter so einfach Arbeitsplätze aus dem Boden gestampft werden können. Und was glaubt ihr was passiert wenn man den Mindestlohn für Asylanten außer Kraft setzt. Es ist einfach von Sozialneid zu sprechen wenn man oben ist ein schönes Haus in einer Wohlhabenden Gegend besitze in der niemals ein Asylantenheim gebaut werden wird und alles aus der Ferne betrachtet. Für all die anderen die in den Sozialen Brennpunkten wohnen müssen ist das sicherlich nicht so amüsant.
Demokrat
geschrieben am
07.02.2016 um 02:27 Uhr
Beitrag 741

Übrigens: Moon du schreibst "Komischerweise ist IMMER Kohle da wenns bressiert..siehe Abwrackprämie, Griechenlandkredite oder Drohnenkäufe…"
Ich möchte das nicht so stehen lassen. Besonders was die Griechenlandkredite angeht. Denn wohin fließt denn das Geld das Europa an Griechenland zahlt. Zum Größten Teil als Zinszahlung doch wieder zurück an die Gläubiger! Auch an Deutschland!!!! Für Griechenland bleibt da kaum was übrig.
Komischer Weise regen sich alle wegen Griechenland auf. Aber bei der Bankenkrise als innerhalb von zwei Wochen die Regierung mit 600 Milliarden Euro für die maroden Banken bürgt hat sich keiner aufgeregt. Ja es waren nur Bürgschaften und keine Zahlungen, aber wäre das in die Hose gegangen und diese Bürgschaften fällig gewesen hätten wir alt ausgeschaut. Oder was war als der Staat die marode Hypo Real Estate mit Bürgschaften und Krediten von über 120 Milliarden Euro stützte. Wie viel da genau versenkt wurde weiß eh niemand. Hat sich da jemand aufgeregt?
Moon
geschrieben am
07.02.2016 um 23:24 Uhr
Beitrag 742

..Du hast mich da mißverstanden..dass die Griechen von der ganzen Kohle nicht viel gesehen haben, ist wohl unstrittig..was ich damit meinte ist, dass alle Regierungen nur der Wirtschaft/Banken zu Dienst sind..und die schlimmsten Wirtschaftsverbrecher sind ja wohl die Herren aus Übersee...btw. haben die US-Banken an griechischen Staatsanleihen, welche ja von der EU aufgekauft wurden, satte 42% Rendite gemacht...wer hats gleich wieder bezahlt...
Demokrat
geschrieben am
08.02.2016 um 10:35 Uhr
Beitrag 743

Hallo Moon,
dann sind wir ja einer Meinung.
Demokrat
geschrieben am
08.02.2016 um 10:40 Uhr
Beitrag 744

Übrigens: Wer glaubt eigentlich noch daran das Europa, bzw. die Staaten Europas von gewählten Regierungen regiert werden. Unsere Politiker sind doch nur die Kasperl Internationaler Konzerne und Großkapitalisten. Man braucht doch nur mal aufpassen wie einzelne Politiker von der Presse gepuscht oder vernichtet werden.
Und wem gehören die Medien? Das Wort von der Lügenpresse ist glaub ich nicht ganz falsch!
Demokrat
geschrieben am
08.02.2016 um 12:06 Uhr
Beitrag 745

Hier mal ein kleines Video das sich mit Einwanderung befasst. Zwar in Amerika, aber man kann das genau so auch auf Europa anwenden!
https://www.youtube.com/watch?v=YsRQNu9Jg7k&list=PL9439A3DD50E52520
Informationen zum Thread   Anzahl Zugriffe: 13968 | Anzahl Beiträge: 256
[ alle Themen im Überblick ] [ auf diesen Beitrag antworten ] [ neues Thema eröffnen ]


 
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die im Forum gemachten Aussagen, Informationen, Meinungen, Empfehlungen, Photos, Graphiken, etc. nicht von maxhuette-info.de stammen und auch nicht in unserem Namen erfolgen. Vielmehr handelt es sich ausschließlich um subjektive Aussagen von Usern des Forums, die die entsprechenden Aussagen in das Forum eingestellt haben. Die wiedergegebenen Aussagen sind von uns inhaltlich nicht geprüft worden, so daß wir uns von diesen ausdrücklich distanzieren.
Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, daß maxhuette-info.de nicht dafür verantwortlich ist, daß die von einzelnen Usern getätigten Aussagen inhaltlich richtig und rechtlich nicht zu beanstanden sind. Somit hat jeder Autor selbst die alleinigen Konsequenzen für seine Beiträge zu tragen.