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Informationen zum Thread   Anzahl Zugriffe: 6617 | Anzahl Beiträge: 71
Friedrich Flick Strasse

(offenes Thema)

Infos zum Autor
Moon
geschrieben am
23.07.2009 um 18:24 Uhr
Beitrag 1

Hallo Leutz!
Auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt in ein Wespennest stochere....wie steht Ihr denn dazu ?


Gruaß
Moon
Oberleser
geschrieben am
23.07.2009 um 22:21 Uhr
Beitrag 2

ganz einfach: bis es in der zeitung bekannt gemacht wurde, wer Friedrich Flick war, hatt es keine sau interessiert*g*
Für mich hatt er gemacht was alle od die meisten gemacht hätten, mitnehmen was geht.....das er später für die Allgemeinheit viel gemacht hatt reißt ihn ned raus.
Aber wenn wir da anfangen....Ludwig Uhland, max reger usw Erwin Rommel Str............vergangenheit ruhen lassen od gibts irgendwo eine "Heldenstraße"???
leser
geschrieben am
24.07.2009 um 11:12 Uhr
Beitrag 3

Hi Moon,

ich sehe das so: oft, sehr oft, entsteht Reichtum und damit Macht durch das Ausbeuten anderer Menschen. Bei Enteignung, Zwangsarbeit und den millionenfachen Tod unschuldiger Menschen durch die NS-Diktatur gab es logischerweise auch "Gewinner". Flick gehört dazu. Die Entnazifizierung war meist nur eine Formsache, um ehemalige Täter reinzuwaschen und zu Opfern werden zu lassen.

Auch die jüngste deutsche Vergangenheit zeigt Parallelen zu diesem Funktionalismus(wie viele Mitarbeiter der Staatssicherheit sitzen wohl in einflußreichen Positionen der deutschen Politik, Wirtschaft und Justiz?).

Viele sind Mitläufer, mussten mitspielen, fürchteten sonst um ihre Existenz und ihr Leben - aber wie viele nutzten das jeweilige System gnadenlos aus, um sich masslos zu bereichern? Ein paar Spenden da und dort(die sich übrigens steuerlich wieder bezahlt machen)- und das Gewissen ist wieder rein!

Unter diesen Gesichtspunkten hätte ich es im Gegensatz zu Oberleser besser gefunden, man hätte in Maxhütte und Teublitz so gehandelt wie in der Heimatstadt von Flick - da hat man das Gymnasium, das seinen Namen trug umbenannt.

Wer aus der Vergangenheit nichts lernt, dem fehlt die Zukunft!!!
Schnösel
geschrieben am
24.07.2009 um 12:31 Uhr
Beitrag 4

Ich finde auch,das man langsam die Vergangenheit ruhen lassen solte.
Es wurde genug dafür bezahlt.
Ich meine aber auch,das man den Namen gewisser Leute nicht auch noch ein Denkmal setzen muß,in welcher Form auch immer.
Übrigens Oberleser,in Haidhof gibt es eine Heldstr.

Gruß
Schnösel
Oberleser
geschrieben am
24.07.2009 um 22:00 Uhr
Beitrag 5

Ja, die heldstraße gibt es.....sprach von der Mehrzahl"Helden"
Schnösel
geschrieben am
24.07.2009 um 22:05 Uhr
Beitrag 6

Ja,Oberleser,ich habe schon richtig gelesen,aber sind wir doch froh,das wir wenigstens einen Helden(Held)haben.
Oberleser
geschrieben am
25.07.2009 um 12:58 Uhr
Beitrag 7

ja, ein Held reicht eigentlich*g*Und warum wurde diese Straße nach Herrn Held benannt???
Schnösel
geschrieben am
25.07.2009 um 18:53 Uhr
Beitrag 8

Des woas i a net(: (: (Halbbildung)
Moon
Mitbuerger@gmx.net
geschrieben am
01.03.2010 um 19:01 Uhr
Beitrag 9

"STÄDTEDREIECK UNTERM HAKENKREUZ"

Nachdem sich Herr Humbs offensichtlich an der "jüngeren" Geschichte des Städtedreiecks festgebissen hat, werden wir jetzt wieder daran erinnert (oder sollte man "ermahnt" sagen?) dass es hier immer noch(!) eine Flick-Strasse gibt....er wird auch nicht eher Ruhe geben bis dieser "untragbare Zustand" geändert wurde....

An sich finde ich diese Ausstellung ja interessant, was mich allerdings stört, ist dieser ständig erhobene Zeigefinger!
Von einigen Berufs-Bedenkenträgern müssen ALLE Deutschen daran erinnert werden, dass ihre Vorfahren (Alle?) im dritten Reich Schuld auf sich geladen haben und daher muss die ganze Angelegenheit immer wieder aufgekocht werden, unter dem Gesichtspunkt dass man diesen Teil der Geschichte nicht als "gewesen" abhaken kann bzw. darf.
Allerdings darf man nur von den schuldig gewordenen Deutschen reden....

Wenn dann auch noch Bgm.Susanne Plank es wagt, daran zu erinnern, dass zu der Zeit auch anderen, auch Deutschen, Unrecht widerfahren ist, dann wird sie sofort ins braune Eckchen der Ewiggestrigen gestellt.
Frau Bürgermeisterin, an dieser Stelle meinen Respekt von soviel Zivilcourage!!!


Wann kapieren diese "Mahner" endlich, dass es die meisten ihrer Landsleute nicht mehr hören können?
Wann hören sie auf, ständig Menschen, die viel zu jung sind, um daran beteiligt gewesen zu sein, mit ihrem "Erinnern, Mahnen, Entschuldigen etc.." auf den Geist zu gehen ?

Sorry, aber mir gehts auf die Nerven!!!

Gruß
Moon






unknown
geschrieben am
01.03.2010 um 20:20 Uhr
Beitrag 10

@ Moon: Das war der beste Beitrag "ever" in diesem Forum! 100% richtig!

Was sich da in der Presse abspielt ist an Sensationsgeilheit nicht mehr zu überbieten! Die MZ ist jedenfalls abbestellt!
Maria87
Maria_fl86@gmx.de
geschrieben am
02.03.2010 um 09:20 Uhr
Beitrag 11

Also ich finde die Diskussion auch mehr als unangebracht.

Wir hatten schon zu Schulzeiten 3mal! den 2.Weltkrieg samt Vorgeschichte durchgenommen.

Aber von Korea- oder Kubakrise, geschweigen denn vom ersten Golf-Krieg,usw.
haben wir NIX (aber wirklich nix) gehört.

Was hat das mit politscher Bildung zu tun, wenn man ein Thema ausschlachtet und andere garnicht behandelt?

Diese Defizite wurden mir im ersten Semester meines Studiums so richtig klar.

Ich bin als SPD/Grünen- naher Mensch definitiv nicht rechtsextrem und es ist auch nach wie vor wichtig auch junge Leute über diese Zeit und ihre Gräultaten aufzuklären.

Aber Erbsünden gibt es nur in der Religion, ich bin heute mit meinen 23 Jahren genauso unbeteiligt, wie es meine Eltern und sogar Großeltern waren.

Respekt an unsere Bürgermeisterin, es gehört mehr dazu als hohle Parolen nachzuplappern und Frau Dr.Plank hat gezeigt, dass sie `ne Frau mit Rückrat ist!

Liebe Maxhütter, lassen wir uns nicht verrücktmachen, wir haben andere Sorgen als einen Straßennamen, oder?

Lg aus Regensburg in die Heimat,

Maria
leser
geschrieben am
10.03.2010 um 17:51 Uhr
Beitrag 12

Hallo Maria,

auch ich bin ein Nachkriegskind und habe die schlimme Kriegszeit nicht erleben müssen. Auch ich ärgere mich, wenn das Ausland uns Deutsche bei jeder "Racheaktion" mit dem Hakenkreuz in Verbindung bringt wie es jüngst in griechischen Zeitungen passierte, als sich deutsche Medien über die Verschleierungstaktik der griechischen Staatsführung zum Thema Staatsverschuldung ausließen.

Andererseits konnte ich in jüngster Zeit einige rechtsnationale Aufmärsche hautnah erleben und bin erschrocken, wie viele junge Menschen diesen Parolen hinterherlaufen.Also Mahnung ohne der jungen Generation ein schlechtes Gewissen einzureden ist schon angesagt denke ich.Meine Anerkennung an die Verantwortlichen der Ausstellung!

Die zitierte Bemerkung von Frau Dr. Plank finde ich in Ordnung, Straßennamen sollten meiner Meinung nach generell nicht nach verurteilten Verbrechern benannt werden.


Moon
Mitbuerger@gmx.net
geschrieben am
11.03.2010 um 18:35 Uhr
Beitrag 13

..sehe ich genauso!

Was mich stört, ist nicht so sehr die Tatsache dass die "Flick-Strasse" evtl. einen andren Namen bekommen könnte (dass Flick Dreck am Stecken hatte ist wohl unbestritten), sondern dass irgendwer kommt und mit dem Zeigefinger auf uns zeigt!

Bisher haben sich wohl die Wenigsten Gedanken darüber gemacht, wofür Herr Flick steht! Das gilt wohl genauso für die Pestalozzi-Strasse etc. etc.

aaaber:jetzt kommt im polnischen Fernsehen eine Sendung über uns und alle schütteln verständnislos den Kopf wie ewiggestrig und rechtsradikal wir immer noch sind!

Ich weiß nicht ob es z.B.in Prag nicht eine Beneš-Strasse gibt...?
Ist mir auch egal! Aber es gibt offensichtlich auch keinen Tschechen der da zwecks "Aussöhnung und Aufarbeitung" rumwühlen mag..
Damit wir uns recht verstehen, ich habe einige Bekannte in Tschechien und wir verstehen uns prächtig!

Nur bei uns in Deutschland gibt es immer ein paar .... die ganz besonders betroffen und bußfertig sind und damit genau das Gegenteil ihrer Ziele erreichen: die Deutschen sind angenervt und die ehemaligen "Feinde" haben den Eindruck dass wir hier Alle noch die NSDAP wählen....

Warum müssen also immer wieder ein paar sensationsgeile Berufsbetroffene alte Wunden aufreissen ?

Gruß
Moon

Projektgruppe "Zwangsarbeit"
berlin@projektgruppe-z.de
http://www.projektgruppe-zwangsarbeit.de
geschrieben am
15.03.2010 um 12:47 Uhr
Beitrag 14

Liebe Forumsteilnehmer, liebe Befürworter und Kritiker der Projektgruppe "Zwangsarbeit",

es gibt in dieser Woche eine Veranstaltung, in der mit den Machern der Zwangsarbeits-Ausstellung diskutiert werden kann! Am Donnerstag, den 18.03.10, stellen sich Mitglieder und Unterstützer der Projektgruppe "Zwangsarbeit" in der Hüttenschänke der öffentlichen Kritik. Es soll auch um die Frage gehen, wie in Zukunft im Städtedreieck an die NS-Opfer gedacht werden soll. Die voraussichtlichen Diskussionsteilnehmer:

- Jens Schley, Historiker, Projektkoordinator der Internationalen Wanderausstellung „Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“ (Schirmherr: Bundespräsident Horst Köhler)
- Dr. Margit Berwing-Wittl, Leiterin des Oberpfälzer Volkskundemuseum Burglengenfeld, Projektgruppe Zwangsarbeit e.V.
- Stanislaw Glowacki, Akademischer Künstler und Nachfahre polnischer Zwangsarbeiter, Projektgruppe Zwangsarbeit e.V.
- Jan Jansen, Historiker, Vorstand Projektgruppe Zwangsarbeit e.V.
- Chris Humbs, Journalist, Vorstand Projektgruppe Zwangsarbeit e.V.
- Bernhard Rothauscher, SPD, Stadtrat Burglengenfeld, Projektgruppe Zwangsarbeit e.V.
- Matthias Haberl, SPD, Stadtrat Teublitz, Sprecher des Historischen Arbeitskreis Teublitz, Projektgruppe Zwangsarbeit e.V.
- Clemens Fritz, Gymnasiallehrer, Koordinator des Schulprojekts am Johann-Michael-Fischer-Gymnasium Burglengenfeld

Wir freuen uns auf Lob und Kritik und hoffen, dass viele Bürgerinnen und Bürger erscheinen! Seien Sie dabei und meckern Sie nicht nur in der Anonymität des Internets, sondern diskutieren Sie live mit uns. Aber auch im Gästebuch der Projektgruppe können Sie sich jetzt äußern:
www.projektgruppe-zwangsarbeit.de/gaestbuch.html

Beste Grüße,
Sarah Jost
(Projektgruppe "Zwangsarbeit", Öffentlichkeitsarbeit)


Projektgruppe "Zwangsarbeit"
berlin@projektgruppe-z.de
http://www.projektgruppe-zwangsarbeit.de
geschrieben am
15.03.2010 um 12:52 Uhr
Beitrag 15

Nachtrag:
Die Diskussion beginnt am Donnerstag, den 18.03.10, um 19 Uhr.
Hüttenschänke, Ernst-von-Fromm-Str. 10, Maxhütte-Haidhof.
dape´67
geschrieben am
15.03.2010 um 14:23 Uhr
Beitrag 16

Also ich kann es nicht so sehen, dass jemand mit dem "Zeigefinger" auf uns deutet, um uns unsere alte "Schuld" wieder bewusst zu machen. Es sollte doch so sein, dass jeder Mensch ab einem gewissen Alter nicht nur seine Gegenwart und Zukunft - sondern auch die dazugehörige Vergangenheit kennt. Insbesondere die nähere seiner Heimat.

Und wenn in dieser Heimat und den dazugehörigen Personen - auch aus der Vergangenheit - etwas im Argen liegt, so kann es nicht verwerflich sein, das auch zu benennen. Denn sind wir uns ehrlich: es war Unrecht! Das will wohl niemand bestreiten. Dafür wurde H. Flick nach dem dritten Reich auch als Kriegsverbrecher ("Nr. 3 auf der Liste des Kilgore Committee der 42 an den NS-Verbrechen am meisten schuldigen Industriellen") rechtskräftig verurteilt.

Auch wenn er vieles für die Region getan hat - profitiert hat er ebenfalls. War er doch in den 1960er Jahren der unumstritten reichste Mensch Deutschlands.

Die Maxhütte gibts heute nicht mehr. Die Erben (die sich im übrigen offensichtlich mit der Vergangenheit ihrer Familie auseinandersetzen...Zitat: "April 2005 zahlte Friedrich Christian Flick fünf Millionen Euro an den Zwangsarbeiterfonds Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", das Vermögen und das Vermächtnis mit der belasteten Vergangenheit für diesen Ort schon.

Bleibt die Frage: muss, soll, darf eine Straße nach Friedrich Flick benannt sein?
Co.
geschrieben am
15.03.2010 um 15:24 Uhr
Beitrag 17

Wenn bei einem Thema, bei dem es um die Opfer des Nationalsozialismus geht, das „Schicksal” der Täter in den Vordergrund gestellt wird – noch dazu durch eine Bürgermeistern und das als deren einziges Statement zur Sache –, so ist das kein Zeichen von Rückgrad sondern von einer großen Unsensibilität um nicht zu sagen von ziemlicher Dummheit. Deutschland hat mit dem Zweiten Weltkrieg einen brutalen Angriffskrieg geführt und dass die Deutschen Soldaten und auch deutsche Zivilisten dafür im Nachhinein nicht unbedingt zimperlich behandelt werden würden, ahnten seinerzeit schon die Nazis (die Führer brachten sich bekanntlich freiwillig um...). Dass auch Deutschen schlimme Dinge passiert sind, ist unbestritten, nur darf man bei der Bewertung und Argumentation nicht Aktion und Reaktion verwechseln oder gar ausblenden. Und schon gar nicht im Angesicht der Opfer! Es mag gut sein, dass heute in Maxhütte andere Themen viel wichtiger sind, als sich mit einer Flick-Straße und dem Thema Zwangsarbeiter auseinander zu setzten. Nur war das in der Vergangenheit scheinbar schon immer so. Ansonsten gäbe es längst eine Flick-Straße in dieser Form nicht mehr und auch das Thema Zwangsarbeiter/Ofper wäre vielleicht längst vor Ort aufgearbeitet worden. Isses aber nicht. Weil diese unmittelbar miteinander verknüpften Themen bislang keine Rolle im öffentlichen Bewusstsein gespielt haben, wird es höchste Zeit, dass sie ins Blickfeld gelangen und eine Auseinandersetzung damit beginnt. Es geht schließlich um die so gut wie nicht aufgearbeitete Geschichte vor der eigenen Haustür! Damit gilt übrigens auch das Argument, dass man das mit der allgemeinen Schuld der Deutschen nicht mehr hören könne, nicht. Denn so nah und am eigenen Umfeld begreifbar war Geschichte hier noch nicht. Dass der Anstoß für diese Auseinandersetzung 65 Jahre nach Kriegsende von außen kam und kommen musste, ist bedenklich genug. Die Meinungen von Maria87 und Moon lassen vermuten, dass von innen heraus diesbezüglich sicher weiterhin nichts passiert wäre...
Moon
Mitbuerger@gmx.net
geschrieben am
15.03.2010 um 18:43 Uhr
Beitrag 18


Zitat: "Es geht schließlich um die so gut wie nicht aufgearbeitete Geschichte vor der eigenen Haustür!"

Was genau bedeutet, Geschichte aufzuarbeiten?
Ich glaube kein ansatzweise vernünftiger Mensch, kann das dritte Reich mit all seinen Schattierungen gut finden!
Worin besteht also genau die "Aufarbeitung"?
Darin, dass man Menschen, die qua Geburt die "Rechtsnachfolge" der "Deutschen" haben, daran erinnert dass so etwas nicht mehr passieren darf?
Was genau unterscheidet den heutigen Deutschen von seinen ausländischen Nachbarn?
Haben wir das Potenzial für Massenunterdrückung und Massenmord in den Genen ?
Warum also müssen nur wir Deutschen immer Geschichte aufarbeiten ?


Zitat: "Damit gilt übrigens auch das Argument, dass man das mit der allgemeinen Schuld der Deutschen nicht mehr hören könne, nicht. Denn so nah und am eigenen Umfeld begreifbar war Geschichte hier noch nicht. Dass der Anstoß für diese Auseinandersetzung 65 Jahre nach Kriegsende von außen kam und kommen musste, ist bedenklich genug."

Ich finde es zwischenzeitlich bedenklich, dass trotz der gebetsmühlenartigen Beteuerung, man müsse Geschichte "aufarbeiten", es nie dazu kommt, dass auch unsere ehemaligen Kriegsgegner auf ihre (ebenfalls vergangenen), von ihren Vorfahren begangenen (!) Untaten hinweisen!
Geschichte hat doch immer mehrere Beteiligte, oder ?

Und solange die Situation so bleibt, wird auch die Zahl derer, die Geschichte "aufarbeiten" wollen, begrenzt bleiben!
Also entweder zeigt man Alles, oder man lässt es!

Gruß
Moon

Co.
geschrieben am
16.03.2010 um 11:31 Uhr
Beitrag 19

Moin Moon! „Geschichte aufarbeiten” bedeutet zunächst mal, sich von Allgemeinplätzen zu lösen. Es bedeutet hinsehen, sich mit etwas beschäftigen, sich interessieren und informieren, Fakten auf den Tisch bringen und diese wahrnehmen. Im speziellen Fall besteht die „Aufarbeitung” zunächst mal darin, dass die Fakten zum Thema Zwangsarbeit und Flick – die im Städtedreieck bisher nicht wahrgenommen wurden oder vielleicht auch nicht wahrgenommen werden konnten, weil sich seither niemand dafür interessiert hat, sie deshalb nicht zusammengetragen und präsentiert und damit in den Köpfen präsent waren – nun durch die Ausstellung in der Hüttenschänke für jedermann zugänglich sind. Damit ist ein erster wichtiger Schritt in Sachen Aufarbeitung getan – nämlich eine Möglichkeit zur Bildung gegeben. Der zweite Schritt, der sich nach einer derartigen Aufklärung über bislang nicht Gewusstes anschließen sollte, wäre, sich zu positionieren, Schlüsse aus diesen dargelegten Fakten zu ziehen. Dabei geht es nicht darum, Allgemeinplätze zu besetzten, wie z.B. die Aussage zu treffen, dass sich das nicht wiederholen darf – diese Einschätzung sollte wohl als von jedem begriffen vorausgesetzt werden! Sich darauf zu beschränken, wäre etwas zu simpel weil das ja lediglich einen bequemen Feigenblattcharakter hat. Aufarbeitung bedeutet hier ganz konkret, z.B. eine Position zu finden hinsichtlich dem Fakt, dass in der Nachbarschaft ein Kriegsverbrecher weiterhin kommentarlos und einstimmig durch einen Straßennamen geehrt wird. Es geht darum, eine Position zu finden gegenüber der gängigen Ansicht, dass es immer Wichtigeres gab, getreu dem Motto: Das hat uns bisher nicht gestört, es stört uns auch jetzt nicht. In diese Argumentation spielt übrigens auch hinein, permanent mit dem Finger auf Andere zu zeigen... die „ausländischen Nachbarn”, „unsere ehemaligen Kriegsgegner” und deren „Untaten”... Nur: Das ist hier nicht Thema! Genauso wenig, wie eben auch die von der Bürgermeisterin und einigen Stadträten in den Vordergrund geschobenen bitteren Erfahrungen, die einige der einstigen Täter am Kriegsende machen mussten. Es geht nicht um „Deutschland”, nicht um deutsche Kollektivschuld, nicht um das einigermaßen ferne Nürnberg, Auschwitz oder Berlin, nicht um Vietnam, Kora oder Kabul... Es geht um die Geschichte vor der eigenen, unmittelbaren Haustür – um die Geschichte der NS-Zwangsarbeit und um das Wirken Friedrich Flicks im Städtedreieck. Dazu liegen Fakten auf dem Tisch und hierzu könnte nun begonnen werden, die eigene (regionale) Geschichte aufzuarbeiten und sich eben ganz konkret dazu zu positionieren.

PS: Die Frage „Warum müssen (also) nur wir Deutschen immer Geschichte aufarbeiten” und die gleich selbst gegebene Antwort „solange die Situation so bleibt, wird auch die Zahl derer, die Geschichte "aufarbeiten" wollen, begrenzt bleiben! Also entweder zeigt man Alles, oder man lässt es!” ... scheint mir ziemlich symptomatisch für den Umgang mit Geschichte vor Ort. Die Fragestellung setzt nicht nur geradezu trotzig auf einen Allgemeinplatz (es geht schließlich konkret um die Geschichte des Städtedreiecks und um die – mittlerweile deutschlandweit nahezu einzigartige – unreflektierte Ehrung des Kriegsverbrechers Flick in dieser Region!)! Schlimmerweise vermengen sich zudem in Frage und Antwort wiederum die historischen Fakten (Täter-Opfer / Aktion und Reaktion hinsichtlich des Verlaufs des Zweiten Weltkriegs). Und von „immer” kann in Anbetracht der Tatsache, dass die Themen NS-Zwangsarbeit und Friedrich Flick vor Ort bisher nicht aufgearbeitet wurden, doch gar keine Rede sein...
Metatron
geschrieben am
16.03.2010 um 14:07 Uhr
Beitrag 20

"Das ist hier nicht Thema! Genauso wenig, wie eben auch die von der Bürgermeisterin und einigen Stadträten in den Vordergrund geschobenen bitteren Erfahrungen, die einige der einstigen Täter am Kriegsende machen mussten. (...) Es geht um die Geschichte vor der eigenen, unmittelbaren Haustür."

Zuerst mal bitte ich Dich, derartige Pauschalisierungen zu unterlassen, nicht alle Deutschen, die zu Kriegsende bittere Erfahrungen machen mussten, sind einstige Täter. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob du dir darüber im Klaren bist, was viele deutsche Zivilisten zu Kriegsende durchgemacht haben? Weshalb sich mir die Frage stellt, ob "bittere Erfahrungen" der Not, dem Elend und dem Leid wirklich gerecht werden.

Und ich stimme dir bei, es geht um die Geschichte vor der eigenen, unmittelbaren Haustür. Aber Millionen entwurzelter Deutscher, die durch Flucht und Vertreibung ihre Familie, ihre Heimat und ihr Hab und Gut verloren haben gehören ebenso zu dieser Geschichte, da einige davon in Maxhütte eine neue Heimat und im Eisenwerk Arbeit gefunden haben.

Wenn schon Geschichte aufgearbeitet werden muss, dann gehören diese Menschen genauso dazu.
dape´67
geschrieben am
16.03.2010 um 14:53 Uhr
Beitrag 21

Zur Geschichte des vergangenen Jahrhunderts gehören in diesen Themenbereich Opfer und Täter. Dass auch Teile der hiesigen Zivilbevölkerung zu den Opfern gezählt werden müssen, unterstreicht nur die berechtigte Frage, ob dann Kriegsverbrecher, die maßgeblich an diesem Unrecht beteiligt waren, noch weiterhin mit Namensnennung auf Straßenschildern geehrt werden müssen.

Es gab hier in diesem Ort auch während des NS-Regimes Menschen, die Verfolgte schützten, versteckten und so durch diese Zeit brachten. Ihnen wurden keine Namensnennungen in der Öffentlichkeit zuteil um ihre Leistungen zu honorieren.

Diesen Ort in eine braune Ecke zu stellen, wäre mehr als verwerflich. Selbst Neonazis konnten sich in Maxhütte-Haidhof bisher nicht wirklich etablieren. Das liegt vielleicht zum größten Teil an der "zusammengewürfelten" Bevölkerung dieser Stadt - die auf keine sooo lange Geschichte zurückblicken kann - die aber in der Vergangenheit eines zusammenschweißte: das Werk.

Nur sollte man die Menschen hier, die ehemaligen Beschäftigten, deren Angehörige und die Menschen, die dort zur Zwangsarbeit unter unmenschlichen Bedingungen gezwungen wurden, nicht mit denen gleichsetzen, die Unrecht begangen haben und eher zufällig durch die richtigen Kontakte zu Vermögen und Macht gekommen sind. DAS wäre Pauschalierung. Aufklärung tut offensichtlich Not und ich bin froh, dass dies auch Jugendliche aus unserer Region auf Anregung eines Journalisten aus unserer Heimat nun tun. 65 Jahre danach.

Lasst euch doch nicht weißmachen, dass Aufarbeitung verurteilen soll. Sie soll aufklären um Wiederholungen zu vermeiden.
Wow
geschrieben am
16.03.2010 um 15:44 Uhr
Beitrag 22

Es geht hier doch um die Auseinandersetzung mit der Flick-Straße... oder? Flick war Großindustrieller, Nazi und skrupelloser Geschäftsmann. Der hat nie besonderes Leid erfahren sondern ist stets wie ein Fettauge auf der Suppe geschwommen. Und er hat dabei Opfer hinterlassen – Zwangsarbeiter, die in seinen Werken schuften mussten und von denen etliche dabei umgekommen sind. Um die geht es hier bei einer Auseinandersetzung mit Flick oder Flick-Straße also ebenso.

Das permanente Herumgereite auf dem Leid, das Deutsche (also die, die den Krieg angefangen haben) am Ende und nach dem Krieg erleben mussten, ist in diesem Zusammenhang und gegenüber diesen Opfern schon ziemlich schamlos! Zumal es ja offensichtlich auch nicht um diejenigen deutschen Landsleute geht, die entsprechend "Elend" oder "Leid" erfahren mussten, weil sie sich in den Wiederstand begaben oder durch Nonkonformität in die Mühlen des NS-Systems gerieten, sondern um jene, die mehr oder weniger aber eben als Deutsche lediglich ausbaden mussten, was die deutsche "Volksgemeinschaft" in ihrer Verblendung und ihrem Größenwahn und eben auch mit ihrem gelebten deutschen Herrenmenschentum verbockt hat.
Wow
geschrieben am
16.03.2010 um 16:00 Uhr
Beitrag 23

Mein Kommentar bezog sich übrigens auf Metatron... dape`67 stimme ich zu. Nur: Dass sich bis heute niemand vor Ort – gerade auch von den Eisenwerkarbeitern – am Straßennamen gestört hat, finde ich schon komisch... Klar hatten sie da Arbeit. Aber das war doch kein Zuckerschlecken! Flick war Kapitalist, der wollte nur eines: Geld verdienen. Wie ich gehört habe, waren die Löhne und Arbeitsbedingungen nicht sonderlich gut... Viele haben die Arbeit im Werk mit großen gesundheitlichen Problemen bezahlt. Wieso also diese Dankbarkeit?
Moon
Mitbuerger@gmx.net
geschrieben am
16.03.2010 um 18:43 Uhr
Beitrag 24

@ wow:
„...Flick war... skrupelloser Geschäftsmann.“

Da sind wir uns völlig einig, und mir persönlich ist und war die „Flick-Strasse“ bis dato völlig einerlei, meinetwegen benennt sie um oder auch nicht....das ändert nichts mehr an der Geschichte und konsequenterweise werden dann wohl alle paar Jahre irgendwelche Strassen etc. umdeklariert, weil sich irgendwas Negatives über den Namensgeber herausgestellt hat (aktuelles Bsp: Strasse mit dem Namen eines Priesters/Internatsleiters der sich in den 50/60er Jahren an Kindern vergangen hat...)
Aber gut, in Zukunft statt Flick-Strasse Geschwister Scholl Strasse...da geht man sicher...vorläufig!

Zitat: „Das permanente Herumgereite auf dem Leid, das Deutsche.. erleben mussten..“

Wer bitteschön reitet denn darauf rum ?

Bei all dieser Betroffenheit: Der Großteil der Deutschen wurde genau wie unsere „Kriegsgegner“ verarscht und verbraten...erst von der eigenen Führung und dann von den Siegern.!
Wenn ich den Sch.. von den „Herrenmenschen / Größenwahn“ schon lese....haben das wohl alle Deutschen vertreten?
Genau so wie heute Alles was in der Politik geschieht von allen Deutschen so gewollt ist?!?

Was ist mit den Zwangsvertriebenen? .
..was ist mit den Vergewaltigungsorgien der Besatzer in Berlin ?
...was ist mit der (mutwilligen und erwiesenermaßen nicht strategisch wichtigen) Bombardierung von z.B. Dresden oder auch Schwandorf ?

Mir fehlt von den Nachfahren der Verantwortlichen die „Aufarbeitung“ und vielleicht mal die medienwirksame Erinnerung daran!
Stattdessen wird bei jeder Gelegenheit das Totschlagargument „Nazi“ herausgeholt...siehe Griechenland!

Wie gesagt, ich möchte niemandem was aufrechnen, weil keiner der heutigen Generationen dafür verantwortlich zu machen ist!
Aber ein bischen mehr Fairness und Objektivität den Nachkriegs-Deutschen gegenüber würd ich mir manchmal wünschen!

Wow
geschrieben am
16.03.2010 um 20:13 Uhr
Beitrag 25

Hey moon, Du tust es schon wieder! Merkst Du nicht, dass Deine einzigen Argumente darin bestehen, mit dem Finger auf andere zu zeigen oder um den eigenen Bauchnabel zu kreisen? Das ist echt ungesund!

Wer sind denn Deiner Meinung nach die "Verantwortlichen" für "Vergewaltigungsorgien der Besatzer in Berlin" und "der (mutwilligen und erwiesenermaßen nicht strategisch wichtigen) Bombardierung von z.B. Dresden oder auch Schwandorf"? Die anderen? Weil "der Großteil der Deutschen" "verarschte und verbratene" Opfer waren?

Die Mär vom Herrenmenschen (was Du als "Sch..." bezeichnest) wurde unseren Vorfahren in die Köpfe gepflanzt! Und wie man am Verlauf der Geschichte sehen kann, fiel diese Saat auf einen nicht gerade unfruchtbaren Boden. Wieso also diese Verteidigungshaltung? Dieser Größenwahn war Triebfeder für die die Entwicklung von 1933 bis 1945, an deren Ende Millionen von Opfern standen. Opfer, die durch die Taten der Deutschen zu Opfern wurden. Wie z.B. die rund 18 Millionen Zwangsarbeiter. Diese Schicksale dem Bombenabwurf auf Schwandorf gegenüber zu stellen bzw. demgegenüber wegzuignorieren ist schon krass! Mit welcher Werteskala misst Du denn?

Übrigens: Was die Bombardierung Dresdens angeht, so hat das Kuppelkreuz der neu aufgebauten Frauenkirche der Sohn eines der Bomberpiloten aus Coventry geschmiedet. Dies wurde seinerzeit auch einigermaßen medienwirksam als seine persönliche Geste der Wiedergutmachung publik gemacht. Ich war damals in Dresden dabei, als Alan Smith das Kreuz nach Dresden brachte und es hat mich ziemlich beschämt, dass sich der Mann (der ebenfalls nachgeborene Generation ist) verpflichtet fühlte und es ihm ein Bedürfnis war, diese Arbeit zu vollbringen....
Moon
geschrieben am
16.03.2010 um 20:32 Uhr
Beitrag 26

@ wow: Nein, der Einzige der es offensichtlich nicht begreifen will, bist Du!
Ich kann nur für meine Großeltern und deren Umfeld sprechen, und da war keiner dabei, der sich für einen Herrenmenschen hielt! Im Gegenteil, es waren Leute die sich selbst in Gefahr brachten, weil sie z.B. Zwangsarbeiter mit Essen versorgten etc..
Nicht alle Deutschen waren damals so, wie in der Nazipropaganda dargestellt, sonst hätte es z.B. auch keinen Graf Stauffenberg geben dürfen, oder ?
Und ich habe auch schon darauf hingewiesen, dass ich die Ausstellung in MH gut und interessant finde!
Nur habe ich, mit den Deutschen von 1933-45 NICHTS zu tun! Es ist nicht meine Geschichte! Genausowenig wie ich was für Hiroshima und Nagasaki kann...
Ich bin Deutscher! Thats it!

Warum also darf ich dann als unbeteiligter Mensch der Nachkriegsgeneration(en) nicht auch auf Untaten von Anderen hinweisen und mir dafür ebenfalls objektive (!) Aufarbeitung wünschen?
Weil ich Deutscher bin und das sofort als Ablenken von der "eigenen historischen Schuld" eingeordnet wird!
Und diese Tatsache ärgert mich!

Was mich betrifft ist das Thema damit durch, weil wir werden wohl keinen Konsens finden!


leser
geschrieben am
16.03.2010 um 21:35 Uhr
Beitrag 27

wow,

deine Argumentation ist eigentlich die, die du moon vorwirfst.

Ich bin für Aufarbeitung und die Umbenennung der Straße!

Warum gab es diese Ausstellung nicht schon zu der Zeit als das Eisenwerk noch in Betrieb war? Wurde da Rücksicht auf irgendetwas oder jemanden genommen?

Hoffentlich wiederholt sich nicht ähnliches wie vor etwa 80 Jahren. Ich sehe in der jetzigen politischen und gesellschaftliche Lage Parallelen zur Weimarer Republik - Niedriglöhne, hohe Arbeitslosigkeit, raffgierige Selstversorger in Politik und Wirtschaft, Nieten in Nadelstreifen und Roben, viel zu viel Parteien, die unter verschiedenen Namen das selbe Ziel verfolgen,keine gleichen Bildungschanchen.....

Wow
geschrieben am
17.03.2010 um 09:16 Uhr
Beitrag 28

leser,

ich weiß nicht, warum es diese Ausstellung bis heute nicht gab und sich niemand vor Ort wirklich für dieses Thema interessiert und eingesetzt hat. Ich verstehe auch nicht, dass erst einer von "Außen" kommen musste, um das Thema ins Bewusstsein zu bringen. Vielleicht hat es ja was mit dieser zuerst mal auf Andere und Anderes gelenkten Sichtweise zu tun... Dieses "passt schon"... Dieses "ich hab damit doch nichts zu tun"...
Co.
geschrieben am
17.03.2010 um 10:06 Uhr
Beitrag 29

Moin Moon, ich glaube, woran sich Wow hier bei einigen der Wortmeldungen und eben auch bei Deiner stößt – übrigens ich ebenso – ist die Tatsache, dass sie nicht ums eigentliche Thema gehen, sondern hier Äpfel mit Birnen in einen Sack gesteckt und aufgewogen werden.

Selbstverständlich kann man als „unbeteiligter Mensch der Nachkriegsgeneration” auf „Untaten von Anderen hinweisen” und dafür eine Aufarbeitung fordern. Aber hier und da sollte man bei seinen Forderungen halt etwas Feingefühl walten lassen – was eben leider auch die Bürgermeisterin versäumt hat und was hier nun fälschlicherweise als „Rückgrad” hingestellt wird.

Zumal: Es geht hier halt gerade mal nicht um die „Anderen” – und eben auchl nicht um die, auf die in den Wortmeldungen hingewiesen wird. Es geht vielmehr um einen Teil der Geschichte der Region – um Zwangsarbeit und Flick. Und es kann beim Thema Zwangsarbeiter (und das ist doch das Thema der Ausstellung in der Hüttenschenke) eben auch nicht um eine globale Opferdiskussion gehen. Fakt ist: die Zwangsarbeiter waren Opfer der Deutschen. Keiner der „Kriegsgegner” hat aus anderen Ländern Arbeitssklaven zu sich nach Hause geholt und damit die Arbeitskraft der an der Front kämpfenden Männer ersetzt. Und von den mehreren Tausend Zwangsarbeitern, die im Städtedreieck schuften mussten, waren „nur” knapp über Tausend im Eisenwerk. Der Rest arbeitete für die Bauern, den Fleischer, den Müller – also für den kleinen Mann/Frau. Das wurde damals als selbstverständlich angesehen! Und das ist doch das Thema, um das es in der Ausstellung geht. Zu diesem Stück Geschichte vor der eigenen Haustür habe ich – nicht nur hier – aber noch nichts gelesen, geschweige denn eine Auseinandersetzung damit vernommen... Viel aber eben zu den Deutschen, denen es so schlecht ging („Vergewaltigungsopfer in Berlin”, „Millionen Entwurzelte”, Bombardierung Dresdens... und von denen die „nicht so waren”)... Wie gesagt, bzw. geschrieben, diese Relation stimmt einfach nicht. Dazu liegen Dresden und Berlin weit weg! Und wenn ich mal ins nähere Umfeld schaue und mich recht entsinne, gab es im nahen Schwandorf bereits öffentliche Aktionen und auch Publikationen zum Thema Bombardement. Und ist nicht auch der Bund der Vertriebenen recht präsent in der Region?

Auch ein Stauffenberg ist nicht in Maxhütte gewesen... Dafür aber eben die ganze Spannbreite, die es immer so gab und gibt: die Mitläufer, die Täter, die Opfer und einige – wie Du selbst schreibst – „die sich selbst in Gefahr brachten”. In diesem Zusammenhang z.B. wegen „verbotenem Umgang” mit den Zwangsarbeitern. Darüber sollte sich hier doch ausgetauscht werden! Und genau da ist oder wird es doch auch Deine Geschichte! Sicher ist Geschichte eben Geschichte und sie ist eben gewesen und nicht mehr änderbar. Aber auseinandersetzen sollte man sich doch mit ihr – einfach auch, um die eigene Haltung und Sichtweise immer wieder mal zu hinterfragen. Wieso war Dir denn die Flick-Straße bislang „einerlei” und wieso ist es Dir egal, ob sie umbenannt wird oder nicht?
Grace
GoldenHelga@web.de
geschrieben am
17.03.2010 um 23:17 Uhr
Beitrag 30

In einigen Beiträgen vergißt man, dass Hitler in diesen Ländern eingefallen ist, woher Zwangsarbeiter rekrutiert wurden, nicht umgekehrt. Was soll daran bewundernswert sein, bei einer Ausstellung über Zwangsarbeiter und einen Kriegsverbrecher wie Flick von deutschen Kriegsgefangenen und Heimatvertriebenen zu sprechen?(Ich halte das für geschmacklos!) Da handelt es sich wohl um ein eigenes Thema.
Was bisher in Maxhütte"unter der Decke" gehalten wurde, darüber wird durch die Ausstellung endlich aufgeklärt. Eine Mahnung an die Jugend - damit so etwas nie wieder passieren soll.
Lunix
geschrieben am
18.03.2010 um 08:10 Uhr
Beitrag 31

" ... vergißt man, dass Hitler in diesen Ländern eingefallen ist"

Hitler! Aber doch nicht die Deutschen von heute!

" Eine Mahnung an die Jugend - damit so etwas nie wieder passieren soll."

Und schon wieder der moralische Hammer!!

Da werden ehemalige Zwangsarbeiter gefragt, ob sie "den Deutschen" verziehen haben! Mir als Deutscher muss niemand verzeihen, ich habe nichts getan!
Genausowenig wie ich irgendwem sonst seine Nationalgeschichte verzeihen muss!
Und genau da setzt der objektive Teil der Geschichts"aufarbeitung" an...und darauf, auch und gerade bei einer derartigen Ausstellung hinzuweisen, finde ich zeugt von enormen Rückgrat!

Interessant ist, dass ein Exil-Maxhütter mit missionarischem Eifer (oder ist es Geltungssucht?) seine ehemalige Heimat auf den rechten (ups!) Weg führen muss, weil hier ja offensichtlich nur Vertuscher leben....Gottseidank ist er vor 20 Jahren weggezogen sonst wär er genauso geworden! Glück gehabt!

Grace
geschrieben am
19.03.2010 um 09:04 Uhr
Beitrag 32

Die Deutschen von heute sind nicht schuld. Zum richtigen Verständnis: um Verurteilung geht es hier nicht. Es geht um Aufklärung und Geschichtsbewußtsein, auch eben und gerade über Heimatgeschichte.
Die Schwandorfer SPd- Fraktion hat jetzt einen Antrag zur Umbenennung der Flickstrasse an de Stadtrat gestellt. Also -"ein Symbol im Kampf gegen Rechtsextremismus" Das Gute: auch in Schwandorf wird jetzt diskutiert und über Heimatgeschichte gesprochen.
Ich bin den Kultusministern böse, dass ich während meiner Schulzeit im Geschichtsunterricht über die Zeit von 1933 bis 1945 nichts wissen durfte. Vielleich wären unsere Kinder und Enkel einmal böse auf ihre Vorfahren, weil Heimatgeschichte unter "den Teppich gekehrt" werden sollte.
Das Fazit dazu müßte sein:Nie wieder Krieg! Da stimmen mich auch die Afghanistaneinsätze bedenklich.
Grace
geschrieben am
19.03.2010 um 09:13 Uhr
Beitrag 33

Niemand ist hier mediengeil! Das ist dummes Stammtischgeschwätz.
Man muß auch mal über den Tellerrand raussehen und nicht nur bei den eigenen Vorfahren nachfragen, ob sie Herrenmenschen waren.
Was ist dabei, sich bei den Opfern für die Untaten der Täter dieser Zeit zu entschuldigen?
Ich war kein Täter - höchstens Opfer dieses unseligen Krieges - und da können junge Leute, die sich nicht informieren wollen, einfach nicht mitreden.
Gottsei Dank kenne ich einige junge Leute, die sich informieren.
Lunix
geschrieben am
19.03.2010 um 11:22 Uhr
Beitrag 34

@ Grace:

Du bist wohl auch nicht alt genug um "Opfer dieses Krieges" zu sein...höchstens mittelbar..

Und nochmal: Warum sich für etwas entschuldigen was man nicht getan hat, nicht zu verantworten hat und womit man ausser dem Namen des Volkes, in das man hineingeboren wurde, nichts zu tun hat ?

Merkt ihr ganzen "Aufarbeiter" eigentlich nicht, dass auf diese Weise immer wieder alte Wunden aufgerissen werden ?

unknown
geschrieben am
19.03.2010 um 17:35 Uhr
Beitrag 35

@ Grace:

Ich hab Sensationsgeilheit geschrieben nicht Mediengeilheit! Da ist ein gewaltiger Unterschied. Und diese Sensationsgeilheit lässt sich sicher nicht leugnen, das ist kein Stammtischgeschwätz sondern das hab ich am eigenen Leib erfahren müssen (ich sag nur polnisches Fernsehen...)

Mich persönlich hätte die Ausstellung schon interessiert, aber dieses Oberlehrer-"Geschwätz" hier im Forum von wegen "tuet Buße Ihr bösen Deutschen" und dieses scheinheilige Getue der Presse halten mich davon ab hinzugehen!
Grace
geschrieben am
20.03.2010 um 13:04 Uhr
Beitrag 36

Ich bin ganz sicher Opfer dieses unseligen Krieges, meine Eltern sind dabei ermordet worden, als ich ein halbes Jahr alt war und das war Anfang Mai 1945.
Lunix
geschrieben am
20.03.2010 um 21:44 Uhr
Beitrag 37

na siehst Du...Du warst also nur mittelbar ein Opfer des Krieges!
Es tut mir leid für Dich, dass Deine Eltern darin umgekommen sind!
Und wenn in den 50er und 60er Jahren zuwenig über das "Dritte Reich" unterreichtet wurde, ist das ebenfalls schade..wenn auch aus geschichtlicher Sicht verständlich!

Allerdings ist meine Generation ständig mit den Taten des Nazi-Regimes konfrontiert worden:
-im Geschichtsunterricht praktisch jedes Jahr!
-als Urlauber in England / Frankreich/ Italien etc... : "Nazis", "Krauts" etc..
-bei jeder Gelegenheit (Jahrestag) in jedem Jahr, nicht zuletzt auch vom "Zentralrat der Juden" in Deutschland..

Es geht mir und vielen meiner Altersgenossen auf den Sender, dass "unsere" Geschichte offenbar nur aus der Zeit 1933- 1945 bestehen soll....

Ich glaube dass es im Moment viele "Baustellen" (Afghanistan, Somalia, Irak, Israel! CHINA!! etc. etc..) auf der Welt gäbe, wo die Medien mehr als bisher den Finger in die Wunde legen müssten anstatt ständig "präventiv" die Deutschen an ihre Geschichte zu erinnern!



Grace
geschrieben am
21.03.2010 um 03:16 Uhr
Beitrag 38

Ich bin bei meinen Auslandsaufenthalten nie schlecht behandelt worden. Ich denke, dass es immer darauf ankommt , wie man anderen Menschen entgegenkommt - das ist im Ausland so, genauso wie bei uns hier . "Wie man in den Wald hineinruft....."
Bei einer Reifenpanne (1984) in Prag hat mir ein Tscheche geholfen und anschließend sogar Kontakt gehalten, in Schweden wurde mir immer wieder freundlich weitergeholfen, wenn ich mich irgendwo nicht auskannte, auch in Dänemark. In USA wurde ich überall, wo ich hinkam, gut aufgenommen ....
Und wenn die Engländer mal "Krauts" sagen. Welche Bezeichnungen gibts denn zwischen Bayern und Preußen?! Alles Vorurteile.
Die meisten Es gibt keinen Weg zum Frieden - Frieden ist der Weg!(Mahatma Ghandi)
BürgerNr9228
geschrieben am
21.03.2010 um 11:37 Uhr
Beitrag 39

Flick hat GUTES getan. Ohne ihn würde es Maxhütte-Haidhof und Teublitz so nicht geben. Er hat uns Häuser gebaut. Er hat für soziale Einrichtungen gespendet. Er hat Tausenden Lohn und Brot gegeben. Wir sind Flick zu Dank verpflichtet. Wir sind auch gegenüber unserer Eltern und Großeltern gegenüber verpflichtet. Sie verehrten Flick. Diese Ehrerbierung gilt es auch heute noch hochzuhalten. Wie sagen die Kritiker immer: Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Zukunft nicht gestalten. Wir wissen sehr genau, was unsere Vorfahren bewegte. Es waren Menschen, die noch dankbar sein konnten.

Richtig! Wir sind zu Dank verpflichtet. Diejenigen, die unserem Wohlergehen (auch ich werde vielleicht einmal ein Haus eines Eisenwerksmitarbeiters erben) geopfert wurden, gehen uns nichts an. Es sind nicht die Unsrigen. Sie wohnen heute in anderen Ländern. Sie sind weit weg und zudem meist schon unter der Erde.

Dem einen Wohl, dem anderen Leid. So ist es nun mal. Wir sollen uns darüber freuen, dass wir mit Flick Glück erfahren haben. Wir müssen weiter verdrängen, welchen Preis wir dafür bezahlt haben. Wenn wir uns jetzt daran erinnern, dann bekommen wir doch nur ein schlechtes Gewissen, vielleicht sogar Magenschmerzen. Was soll das bringen? Nicht darüber nachdenken, sich nicht informieren, sich nicht hinterfragen ist doch produktiver.

Nochmal: Mit Moral kann ich mir kein Brot kaufen. Was Flick dem NS-Regime ermöglicht hat, welche Opfer er produziert hat, geht mich hier und heute nichts mehr an.

Die Flick-Strassen müssen bleiben. Wir müssen Flick danken. Danke Flick! Und dieses Danke muss weiterhin uneingeschränkt, unkommentiert und ohne Wenn-Und-Aber gelten. Also: Danke Flick, dass du für uns Menschen geopfert hast. Danke, dass du Kriegstreiber warst, denn dadurch konnten wir in der armen Oberpfalz profitieren. Danke, dass du gemeinsame Sache mit der SS gemacht hast, denn so konntest du für uns profitable Zeit ausdehnen. Danke, dass du nach dem Krieg Politiker bestochen hast, denn so hast du weiterhin deine Moral für uns geopfert. Danke, dass du für uns die Ehrenbürgerschaft angenommen hast, denn so konntest du nach dem Gefängnis wieder den internationalen Geschäftspartnern deutlich machen, dass du auch im entnazifizieren Deutschland ein großer und ehrenwerter Geschäftsmann bist. Ein kleines Danke gebührt aber auch den Stadträten und Bürgermeisterinnen von Teublitz und Maxhütte-Haidhof, die das alles erkannt haben und bis heute klug agieren. Das man das alles außerhalb des Städtedreiecks merkwürdig findet, soll uns nicht schweren. Was ist schon der Rest der Welt? Wir sind doch viel schlauer. Laßt uns unsere Kinder in diesem Sinne erziehen...
Lunix
geschrieben am
21.03.2010 um 11:59 Uhr
Beitrag 40

@ Helga:

Ich bin im Ausland auch nie schlecht behandelt worden! Darum geht es nicht!
Aber das Image, das wir als Deutsche im Ausland haben, ist nicht besonders!
Und bei passender Gelegenheit wird dann wieder daran erinnert, dass wir ja Nazis sind oder waren! Dazu trägt dann z.B. ein Bericht im polnischen Fernsehen bei, in dem kolportiert wird, dass die Maxhütter nach wie vor einen Kriegsverbrecher "verehren"...
Leider haben die "Weltverbeserer" nicht mit dem oberpfälzer Sturschädel gerechnet und dem dazugehörigen "jetzt erst recht nicht"
Inzwischen sehe ich das Ganze nicht mehr primär darauf reduziert,ob die Flick Strasse umgetauft werden sollte, sondern ob wir uns von aussen vorschreiben und vorhalten lassen müssen, nach wem wir unsere Strassen getauft haben!

Ich meine dass das Heute zählen sollte, und nicht immer die Vergangenheit aufgewärmt werden muss!



ein schockierter Leser
geschrieben am
21.03.2010 um 12:51 Uhr
Beitrag 41

@ Lunix: Ich empfinde es bei Reisen so, dass Deutsche im Ausland einen guten Ruf haben... ich war schon viel auf der ganzen Welt unterwegs und bin NOCH NIE wegen meiner Nationalität komisch behandelt worden. Deutschland hat auf Bundesebene, von den staatlichen Repräsentanten, von den Historikern und Medien her betrachtet viel getan zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. Wie viel in kleinen Orten offenbar noch zu tun ist, sieht man an den hysterischen Reaktionen hier bei uns. Es sind Leute wie "BuergerNr9228", die das Ansehen von Deutschland im Ausland versauen.... wenn ich so etwas lese, kriege ich das kalte Grausen. Mit genau den gleichen Argumenten könnte man auch die Adolf-Hitler-Straßen verteidigen, wenn es die noch gäbe. Wer sich mal ein wenig nach Friedrich Flick im Internet informiert hat, der stellt fest: Nirgendwo in Deutschland wird Flick verehrt, kein Bundespolitiker, auch kein Seehofer, kein Gauweiler und wahrscheinlich nicht mal eine Steinbach würde Flick in Schutz nehmen. Nicht mal seine Erben tun es - sie schämen sich für seine Taten. Nur ein paar Ewiggestrige wie "BuergerNr9228" in unserem Städtedreieck halten die Flick-Fahne hoch... ich wüsste nicht, auf wen die Vokabel "Ewiggestrig" besser passen würde. Wer Entschlüsse von 1953 so vehement verteidigt, der sagt ja, dass Menschen niemals dazu lernen können und dürfen. Absurd.
Lunix
geschrieben am
21.03.2010 um 13:47 Uhr
Beitrag 42

...wer lesen kann.....;-)


Wer macht denn hier auf "hysterische Reaktion" ?
Doch nicht die ortsansässigen Bürger!
Und Allen war bisher die "Flick-Strasse" herzlich egal!

Bloß so als Beispiel: Wer war denn Hermann Ehlers ?


BürgerNr9228
geschrieben am
21.03.2010 um 21:06 Uhr
Beitrag 43

Ich habe doch nur nachgeplappert, was ich von vielen Bürgern, einigen Stadträten und auch Bürgermeisterinnen gehört habe. Tut mir leid, falls euch das zu deftig war. Sehr bald ist die Ausstellung vorbei und damit auch die ganze Aufregung. Dann heißt es endlich wieder: weiter wie gehabt, mit Flick. Wir lassen uns von nichts und niemanden unterkriegen. Wir halten zusammen. Eisern. Die moralinsauren Weicheier, die hier eh keiner haben will, können sich dann wieder in ihre Löcher verkriechen.
ich
geschrieben am
21.03.2010 um 21:40 Uhr
Beitrag 44

Gibts eigentlich auch ein Burglengenfeldforum? Da könnte man doch mal die Person Karl Weiss und die "Karl-Weiss-Straße" etwas näher betrachten... Ziemlich deftig, was da über den in der Ausstellung in der Hüttenschenke zum Thema Zwangsarbeiter zu lesen und an persönlichem Gehabe auf Video zu sehen ist... Nur so als Anregung für alle, denen das Thema Flick und die Flick-Straße vor der Haustür zu weit weg war und ist... Das nix sehen, nix hören, nix wissen ist auch da vom selben Kaliber...
dape´67
geschrieben am
22.03.2010 um 20:05 Uhr
Beitrag 45

BürgerNr9228 sagte:

"Wir sind zu Dank verpflichtet. Diejenigen, die unserem Wohlergehen (auch ich werde vielleicht einmal ein Haus eines Eisenwerksmitarbeiters erben) geopfert wurden, gehen uns nichts an. Es sind nicht die Unsrigen. Sie wohnen heute in anderen Ländern. Sie sind weit weg und zudem meist schon unter der Erde"

und weiter...

"Danke, dass du gemeinsame Sache mit der SS gemacht hast, denn so konntest du für uns profitable Zeit ausdehnen."

Wissen Sie was: Sie sollten sich was schämen, uns Bürger hier mit solchen Aussagen zu beleidigen und unmöglich zu machen, indem Sie Menschen die nachgewiesenerweise Opfer waren verhöhnen. Eine Strafanzeige nach § 130 Absatz 1 des Strafgesetzbuchs wäre jedenfalls in Erwägung zu ziehen.

Rosa L.
geschrieben am
22.03.2010 um 20:33 Uhr
Beitrag 46

Jetzt wirds aber echt seltsam hier!
zu Lunix: was soll das mit Hermann Ehlers??? Wie kann man hier einen Zusammenhang herstellen?

zu Bürger9228: anstatt nachzuplappern und vollkommenen Unsinn von sich zu geben, mal lieber selber nachdenken.
Wirf dich doch gleich vor jedem Unternehmer auf den Boden und küsse seine Füße!
Verehrung? Das ist doch total krank.
Solche Leute brauchen wir noch, die jeden Schmuß glauben, und der Heldenverehrung anhängen.
Was wir brauchen, sind Leute die ihren eigenen Verstand gebrauchen(vorrausgesetzt sie verfügen über einen solchen).

Ansonsten kann ich nur sagen: ich habe in meiner Schulzeit(70er Jahre) nie ein Wort über das dritte Reich und ihre Verbrechen gehört. Politische Bildung mußte man sich später selbst aneignen.Und das ist wichtig!
Es geht nicht um Schuld oder Nichtschuld. Aber man darf nie aufhören darüber zu reden(selbstverständlich gehört dazu nicht nur das dritte Reich, sondern auch Vietnam, Korea oder jetzt aktuell Afghanistan).
Das auseinandersetzen mit Tatsachen ist auch ein Teil von politischer Bildung.

Lunix
geschrieben am
22.03.2010 um 21:35 Uhr
Beitrag 47

..ja jetzt wirds echt drollig....


-wegen Bürger 9228: Ich glaube dass der Gute das Ganze als Ironie verstanden wissen wollte.... also genau das Gegenteil von dem Geschriebenen meint...
..daher auch mein vorheriger Kommentar "wer lesen kann.."

-@ Rosa: Was ich mit der "Hermann Ehlers-Strasse" meinte, war:
Was glaubst Du wieviel Leute wissen wer oder was H.Ehlers war und wofür er gestanden hat ? Genau!Eigentlich Keiner!

Und genauso wurscht ist es wohl der Mehrheit bei allen anderen Strassen auch!

Rosa L.
geschrieben am
22.03.2010 um 21:52 Uhr
Beitrag 48

Ja, ich weiß das die meisten Menschen wohl nichts über die Menschen wissen, deren Namen unsere Straßenschilder zieren.
Ist aber schade, das dem so ist.
Das ist ja auch gerade das was ich meine.
Die Bildung und das Allgemeinwissen kommt in unserem Land zu kurz(ist ja auch ein anderes Thema).
Als Ironie habe ich den "Beitrag" von Bürger9228 nicht verstanden.
Sogar wenns so gemeint wäre, wäre es nicht lustig sondern total daneben.

Seid vor allem immer fähig, jede Ungerechtigkeit gegen jeden Menschen an jedem Ort der Welt im Innersten zu fühlen(Che Guevara)
Chezar
geschrieben am
23.03.2010 um 05:36 Uhr
Beitrag 49

Also ich finde, dass es nicht wirklich schwer ist und man auch kein großartiges sprachliches Geschick benötigt, um die Ironie in Bürgers Beitrag zu erkennen?!

"Danke Flick, dass du für uns Menschen geopfert hast. Danke, dass du Kriegstreiber warst, denn dadurch konnten wir in der armen Oberpfalz profitieren. Danke, dass du gemeinsame Sache mit der SS gemacht hast, denn so konntest du für uns profitable Zeit ausdehnen. (…) Was ist schon der Rest der Welt? Wir sind doch viel schlauer. Laßt uns unsere Kinder in diesem Sinne erziehen..."
Wow
geschrieben am
23.03.2010 um 15:37 Uhr
Beitrag 50

Gratulation Bürger Nr9228!

Erstaunlich, dass Deine Ironie doch tatsächlich missverstanden werden kann!

Meiner Meinung nach spiegelt Dein Statement (vielleicht etwas überzogen – aber dennoch sehr treffend) wieder, was auch ich so rund um die Debatte vernommen und hier bei einigen gelesen habe und was man vielleicht schlicht in den Satz verpacken könnte: Was geht das uns an...

So viel wie derzeit ging das Thema Flick und Zwangsarbeit die Maxhütter und zumindest auch Teublitzer allerdings noch nie an. Nur will man scheinbar an die Auseinandersetzung trotz der nun mit der Ausstellung gelieferten Vorlage nicht recht ran und man will offensichtlich auch keine Konsequenz ziehen. Wieso nicht? Vielleicht doch ein bisserl, weil es den Leuten hier – wie die Leute hier so generell meinen – „durch Flick” gut ging? Frage: Macht man sich durch das Festhalten an einer Ehrerweisung für diese Person (und nach jemandem eine Straße zu benennen ist eine Ehrerweisung) wider besseren Wissens (und die Forschungsergebnisse zu Flick sprechen für sich!) nicht auch schuldig an den vielen Opfern?
Moon
geschrieben am
25.03.2010 um 15:37 Uhr
Beitrag 51

...eigentlich wollt ich ja nix mehr schreiben, aber heute ist in der MZ ein schöner Leserbrief dazu erschienen...der Mann spricht mir aus der Seele!

Moon
geschrieben am
26.03.2010 um 16:19 Uhr
Beitrag 52

Nachtrag - Hier der Leserbrief:

Erst aufarbeiten und dann umbenennen

Zum Artikel „SPD will Friedrich-Flick-Straße umbenennen“ vom 19. März:

Als Anwohner der Friedrich-Flick-Straße in Fronberg verfolge ich mit Interesse die Vorgänge im Städtedreieck und stelle fest, dass man mit der Aufarbeitung der Vergangenheit schon etwas weiter ist als in Schwandorf. Nur durch Zufall ist man anscheinend darauf gekommen, dass der damalige Stadtrat ja in Schwandorf auch eine Straße als „Friedrich-Flick- Straße“ benannt hat, als Nachfolgernamen der Lindenstraße und als Alternative zu einer umgetauften „Hasenbuckel-Straße“ , gegen dessen Namen sich die Anwohner mit einer Unterschriftensammlung wehrten (oder wollten Sie in so einer Straße leben?) .

Zum Artikel „SPD will Friedrich Flick Straße umbenennen“ möchte ich folgendes klarstellen – übrigens in den bisherigen Veröffentlichungen nicht erwähnt: Friedrich Flick hat während der Jahre 1969 bis 1980 circa 15 Millionen DM an die CDU/CSU, 6,5 Millionen DM an die FDP und 4,3 Millionen DM an die SPD „fließen“ lassen. Die Spendenaffäre war damals bekannt und ich frage mich, wohin die Gelder geflossen sind. Sind sie wirklich in den Parteikassen gelandet, so bitte ich doch zuerst – vor einer Straßenumbenennung – ein Zeichen zu setzen und dies zu bereinigen, etwa in Form einer Spende für einen gemeinnützigen Zweck.

Weiterhin muss erwähnt werden, dass trotz der bekannten und nicht abzustreitenden Tatsache, dass Friedrich Flick als Kriegsverbrecher rechtskräftig im Nürnberger Prozess 1947 verurteilt wurde, dennoch im Jahre 1963 ihm das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband verliehen wurde. Ich gehe davon aus das man Flick diese Ehrung bis heute noch nicht aberkannt hat und fordere die Politiker auf, doch daran zu arbeiten, bevor man den 3. Schritt einleitet, eine Straße umzubenennen! Für mich stellt sich weiterhin die Frage wie ein Kriegsverbrecher zu Lebzeiten in seiner Heimatstadt Kreuztal zum Ehrenbürger ernannt werden konnte.
Weiterhin argumentiere ich, dass die meisten Bürger in dieser Region mit den Namen „Flick“ - wenn überhaupt - die Gründung der Maxhütte und des Eisenwerkes Fronberg verbinden. Den nachfolgenden Generationen ist der Name Flick gänzlich unbekannt. Ich würde den Stadtrat zum „Thema Straßen“ empfehlen, dass er sich mit der Instandhaltung der maroden Straßen in Schwandorf erst einmal beschäftigen soll, bevor es zu derartigen Umbenennungen kommt.

Ich fordere den Stadtrat und speziell auch die SPD auf, sich doch dafür einzusetzen, dass diese überregionalen Probleme (Spendenaffäre, Ehrenbürgerschaft) angegangen werden, bevor man regional eine Straße umbenennen möchte. Hier können Sie ein „Symbol im Kampf gegen den Rechtsextremismus „ setzen, dies sogar bundesweit! Ich meine, dies hat auch der Stadtrat von Maxhütte so gesehen, dessen Abstimmungsergebnis mit 24:0 gegen eine Umbenennung der Friedrich-Flick-Straße gestimmt hat. Entscheidend ist nicht der Name der Straße sondern das Miteinander der Menschen in dieser Straße – und das passt in der Friedrich-Flick-Straße in Fronberg!
ein interessierter Beobachter
geschrieben am
26.03.2010 um 18:46 Uhr
Beitrag 53

Hallo allerseits, ich beobachte die Flick-Diskussionen in der Bundesrepublik seit Jahren... daher ein paar Anmerkungen zum Leserbrief.

Die Kehrseite der Medaille, in diesem Fall des Bundesverdienstkreuzes: Die Ehrung zeigt, dass in der Nachkriegsgesellschaft die Teilnahme an NS-Verbrechen, sei es an der Front oder hinterm Schreibtisch, von vielen nicht als problematisch erachtet wurde. In der Frühzeit der Bundesrepublik gab es an vielen Stellen in Politik, Wirtschaft und Verwaltung Menschen, die sich im Nationalsozialismus schuldig gemacht haben, die Menschen auf dem Gewissen und den Rassenhass angestachelt hatten. Dass das damals vertuscht oder schön geredet wurde, ist kein überzeugendes Argument für anhaltende Ehrungen Jahrzehnte später.

Ein Bundesverdienstkreuz kann aber rechtlich nach dem Tod des Trägers nicht mehr aberkannt werden, da der Adressat dafür fehlt. Es gibt Überlegungen im Bundespräsidialamt, problematische Ehrungen von einer Historikerkommission untersuchen und kommentieren zu lassen. Im Bundespräsidialamt wurde angefragt, warum Flick heute noch geehrt würde, und der Sprecher des Bundespräsidenten, Martin Kothé, hat Handlungsbedarf eingeräumt.

Zur Flick-Parteispendenaffäre ist anzumerken, dass die Spendenpraxis im fraglichen Zeitraum von Friedrich Karl Flick, dem Sohn des Konzerngründers, verantwortet wurde - auch wenn er praktisch nur das fortgeführt hat, was sein Vater begonnen hatte. Zur Flick-Affäre gab es mehrere Gerichtsverfahren, Rücktritte von Verantwortlichen, hohe Geldstrafen und einen mehrjährigen parlamentarischen Untersuchungsausschuss.

Ich finde es schade, dass immer wieder auf andere gezeigt wird, die erstmal handeln müssten, bevor man selbst aktiv wird. Über Flick wurde seit den siebziger Jahren viel gestritten: Es wurden dicke Studien verfasst, die moralisch kein gutes Haar an ihm lassen. Seine Heimatstadt hat sich distanziert, seine Enkel auch. Die Deutsche Bank hat nach Übernahme von Flick-Unternehmen viele Zwangsarbeiter umgehend entschädigt, was von Flick persönlich jahrzehntelang verweigert wurde. Hans-Olaf Henkel war schwer schockiert von den Ergebnissen aktueller Forschungen zu Flick. Wer muss denn noch alles handeln, bis auch in Maxhütte und Teublitz die Schönrednerei aufhört?

Ich bin gespannt, wie die Diskussion in der Oberpfalz weiter verläuft. Schwandorf macht mir Hoffnung.
xxx
geschrieben am
29.03.2010 um 10:58 Uhr
Beitrag 54

Eine RICHTIGSTELLUNG zu Moon und dem zitierten Leserbrief:

Zitat: „...Weiterhin argumentiere ich, dass die meisten Bürger in dieser Region mit den Namen „Flick“ - wenn überhaupt - die Gründung der Maxhütte und des Eisenwerkes Fronberg verbinden.”

Wenn dem so sein sollte, sind die „meisten Bürger in dieser Region” schlichteweg falsch informiert.

Flick ist nämlich NICHT der „Gründer” der Maxhütte und auch nicht der „Gründer” des Eisenwerkes Fronberg!

Bitte erst mal schlau machen, bevor solche dummen, weil falschen Dinge in Umlauf gebracht werden!

Das geht heutzutage ganz fix z.B. über google... Da kann man die Geschichte der Maxhütte vielfach nachlesen und würde erfahren, dass das Werk in Maxhütte 1851 durch ein belgisch-deutsches Firmenkonsortium mit Namen „Michiels, Goffard & Cie.” gegründet wurde, welches 1853 in eine Aktiengesellschaft mit Namen „Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte” umgewandelt wurde. 1888 kauft die Maximilianshütte das da bereits ebenfalls längst bestehende Eisenwerk Fronberg und schaltet so einen unliebsamen Konkurrenten aus bzw. verleibt ihn sich ein... Soviel als kleine Nachhilfe in Sachen Wissen um die Heimatgeschichte bezüglich der historischen Fakten zur „Gründung der Maxhütte und des Eisenwerkes Fronberg”...

Flick hat mit der Firmengründung also überhaupt nichts zu tun, da er zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht auf der Welt war! Flick kam erst knapp 80 Jahre nach Firmengründung der Maxhütte ins Spiel... Zu einem Zeitpunkt, als das Unternehmen bereits u.a. mit den Werken in Haidhof, Sulzbach-Rosenberg und Unterwellenborn bestens etabliert war und prächtig lief. Da kaufte sich Flick nämlich ganz still und leise Stück für Stück den Großteil der Firmenanteile (heute nennt man so was „Heuschrecke”) und übernahm dann Anfang der 1930er Jahre die Firmenleitung... Nebenbei: Gekauft hat Flick die Maxhütte übrigens quasi mit Steuergeldern... Ist alles nachzulesen in den einschlägigen Publikationen!
Moon
geschrieben am
30.03.2010 um 10:22 Uhr
Beitrag 55

an XXX-Klugscheisserchen:

Und was glaubst Du, wer nimmt sich die Zeit um bei jedem Strassennamen nachzugucken was der/die-jenige genau gemacht hat?

Klar haben Goffard und Co. das Eisenwerk gegründet, aber wie Du schon so schlau ausführst war das 80 Jahre vor Flick....Flick war der, der (natürlich aus Eigennutz!) das Eisenwerk etc. zur Blüte führte!!

Und das ist halt noch bekannt!


Moon
xxx
geschrieben am
30.03.2010 um 12:46 Uhr
Beitrag 56

Moon

Du zitierst jemanden, der u.a. von Flick als „Gründer” der Maxhütte und des Eisenwerks Fronberg schreibt... Diese falsche Info habe ich durch Vermittlung der historischen Fakten richtig gestellt.

Wenn Du den kriegsbedingten Aufschwung der Maxhütte in den 1930ern nach Jahren der Flaute durch die Weltwirtschaftskrise – also die Rüstungsproduktion – als „Blüte” bezeichnest, na ja, schönen Dank auch! ...Da hat BürgerNr 9228 wohl doch den Nerv getroffen, wenn er/sie in einer Art Dankeshymne zu Flick schreibt: „Danke, dass du Kriegstreiber warst, denn dadurch konnten wir in der armen Oberpfalz profitieren.”

Die Frage ist doch: Wieso wird Flick in der Region so hoch gehalten? Gründer der Maxhütte (wie als Grund fälschlicherweise geäußert) war er nicht, dagegen ziemlich eigennützig (da sind wir uns auch einig)... Warum also? Nur, weil sich bisher niemand für den Straßennamen interessiert hat und das auch künftig so bleiben soll? Ist das Dein Argument?...
leser
geschrieben am
30.03.2010 um 18:04 Uhr
Beitrag 57

bürger9228,
mit Satire im Forum ist das so eine Sache: am besten vermeiden denke ich, man sieht ja, wie falsch das verstanden werden kann!

Zur Sache: Natürlich haben viele Menschen im Eisenwerk ihren Lebensunterhalt verdient(lange Zeit mit Abstand größter Arbeitgeber im Städtedreieck).

Aber grundsätlich bin ich der Meinung: Straßen sollten nach Vorbildern benannt werden und nicht nach Straftätern. Allerdings werden vielleicht einige Stadträte vorher in dem Eisenwerk gearbeitet haben und da verdrängt man eventuell gern. Finde ich schade, ich könnte aber auch verstehen, dass manche vielleicht Angst haben vor überreagierenden untoleranten Mitbürgern, die nicht differenzieren, was war und was ist. Es ist ein Unding,von allen Beschäftigten von Siemens oder BASF oder deren Nachfolgeunternehmen zu verlangen, sich dafür zu entschuldigen, dass man sein Brot in einem Unternehmen verdient, das seine Macht zu einem Großteil dieser unrühmlichen Vergangenheit zu verdanken hat.Hier wäre die Politik gefragt, um ähnliches zu verhindern. Wobei ich meine Zweifel habe wenn ich den Loobyismus und die Schmiergelder betrachte, die gang und gäbe sind.

Mir würde es gefallen, in Maxhütte zu einem vernünftigen Augenmaß zurückzufinden, aufzuarbeiten( zu der diese Ausstellung beigetragen hat!!!), dem Stadtrat Gelgenheit zu geben, nochmals nachzudenken und die Straße anders zu benennen. Dann wäre vielleicht auch wieder eine "normale Stadtratsarbeit" zum Wohle der Bürger möglich. Probleme gibt es genug.
Moon
geschrieben am
30.03.2010 um 21:29 Uhr
Beitrag 58

@ xxx:

Was heisst hier "Flick wird in dieser Region hochgehalten" ?
Fakt ist doch, dass der Stadtrat sich geweigert hat, die Strasse umzubenennen, und daraufhin ein Aufschrei durchs Land ging, wie unglaublich ewiggestrig wir Maxhütter doch sind...
Jedem den ich kenne, war diese Sch..Strasse bisher völlig gleichgültig, bis plötzlich ein ein paar berufsbetroffene Gutmenschen, die Allen anderen ihre Political Correctness aufdrängen müssen, auf den Plan traten!
Und nachdem (unbestritten und bewiesen) Flick als Nazi-Kolaborateur entzaubert wurde will der Stadtrat trotzdem nicht in Aktionismus verfallen!
Warum? Nun, weil es halt nicht nur schwarz und weiß gibt, sondern auch grau!
Und dort ist für unsere Region Flick halt auch mit positiven Attributen belegt!
Also warum lassen wir die Strasse nicht Strasse sein und wenden uns wichtigeren, weil heutigen Problemen zu ?

Oder kämpft für die Umbenennung des Münchner "Franz Josef Strauss-Flughafens"...der war doch erwiesenermaßen auch ein Gauner... oder ?


xxx
geschrieben am
02.04.2010 um 00:27 Uhr
Beitrag 59

och Moon... bitte nicht wieder in den Irrglauben verfallen, Flick wäre in Grautönen zu messen! Isser nicht!!!! Und wird er auch nicht werden – auch nicht in Maxhütte. Einen Kriegsverbrecher mit einem Straßennamen zu ehren, ist mehr als peinlich!

Die Erde ist nun mal keine Scheibe, auch wenn das der eine oder andere nicht wahr haben will... Und auch mit ausgeprägter Trotzigkeit wird sie nie zu einer Scheibe werden.
Moon
geschrieben am
03.04.2010 um 23:27 Uhr
Beitrag 60

.. das ist es, was ich an Euch "Weltverbesserern" so liebe...

..dieses gönnerhafte herunterblicken auf Alle die anderer, natürlich falscher, Ansicht sind als sie !

Ich finde es nur "peinlich" dass es immer ewiggestrige "Geschichtsaufarbeiter" wie Euch gibt, die zurückblicken können, und natürlich aus heutiger Sicht Alles gaaaanz anders gemacht hätten, weil sie ja die Moral, den Anstand und den Charakter gepachtet haben und alle Menschen vor Ihnen schlecht waren...

Und dass die Erde keine Scheibe ist, ist auch nix Neues...allerdings ist sie, genau genommen halt auch keine Kugel, gelle ?


Habe fertig!




dape´67
geschrieben am
04.04.2010 um 19:08 Uhr
Beitrag 61

Moon sagte: "Habe fertig!" ....Hoffentlich! Und übrigens: was ist das Gegenteil zum Gutmenschen? Eben!

Hoffentlich haben die Städte Maxhütte-Haidhof und Teublitz noch nicht fertig. Jedenfalls sieht es so aus und man darf hoffen. Ausserdem denke ich sehr wohl, dass es so einige Menschen hier in der Region schon länger wundert, wieso es Straßen mit diesem Namen gibt. Mir war das von jeher schon suspekt (mehr noch in Teublitz als in M-H denn dort "sticht" sie eher ins Auge.

Flick und Eisenwerk...haben hier im Stadtgebiet nicht nur einmal die Ansiedlung weiterer Industrieunternehmen erfolgreich verhindert. Fraglich ob nicht dort heute noch Arbeitsplätze vorhanden wären.

Flick ist eine Episode in der Geschichte des Eisenwerks und der Region. Ein geschickter und erfolgreicher Unternehmer und ein erwiesermaßen nicht unerfolgreicher Kriegsverbrecher. Letzteres disqalifiziert ihn automatisch als Namensgeber öffentlicher Straßen, Plätze, Gebäude oder Einrichtungen - insbesondere deshalb, weil er sich eben nicht zu seinen Verbrechen bekannt hat.

xxx
geschrieben am
06.04.2010 um 09:54 Uhr
Beitrag 62

Tja, Moon.. Wenn Du nicht mehr an Geistesblitzen zu bieten hast, als immer wieder nur andere anzugehen und Dich bei nichtweiterwissen aus der Diskussion ziehst, haste wohl tatsächlich fertig. Damit hast Du ja hier vor Wochen schon angefangen und eine Entwicklung ist leider nicht zu verzeichnen...

Wie gesagt bzw. geschrieben: Trotz wird Tatsachen nicht verändern! Auch wenn man beharrlich trotzt... Nur: Bitte nicht wundern, dass andere (ob nun Weltverbesserer oder Andersdenkende...) so eine Trotzhaltung als "Argument" nicht gelten lassen und verstehen und eben auch dagegen angehen...
Moon
geschrieben am
06.04.2010 um 20:21 Uhr
Beitrag 63

...ihr beide (dape 67 und xxx ) hättet meinen Beitrag komplett lesen sollen, und nicht nur das "Habe fertig"...

Aber wie bereits dort ausgeführt...Ihr habt den Charakter, die Moral und natürlich auch die richtige Meinung für Euch gepachtet, also warum noch großartig diskutieren?
Meine Argumente - nennt es meinetwegen auch "Trotz" - hab ich erläutert und es freut mich dass das Leben in MH auch nach der ersten Medien-Panik um diese Strasse weitergeht...und es wird trotz dieser Strasse auch weiterhin bei uns keine Nazi-Gedenkmärsche geben..

Also viel Spass noch bei diesem Thema und nun könnt ihr richtig auf mir rumhacken, weil mich das Ganze inzwischen anödet...

genervter Maxhütter
geschrieben am
07.04.2010 um 14:03 Uhr
Beitrag 64

Danke Moon,

für Deine Worte, Du bist anscheinend einer der wenigen, die hier noch normal diskutieren können. Liebe arbeitslosen Historiker und Möchtegernjournalisten:

Lasst uns einfach endlich mit dem Käse in Ruhe, wir können`s nicht mehr hören!

Liebe Stadträte von Teublitz und Maxhütte:
Bleibt bei Eurer Entscheidung...sie war nicht ideal, aber genauso schlecht wie diesem blinden Aktionismus zu folgen.....

Außerdem...würden die Straßen nicht mehr nach Flick benannt sein, hätte es längst keine derartige Diskussion und Aufarbeitung gegeben....

Seht den Straßennamen doch einfach als Mahnmal an....für die guten UND die schlechten Sachen, die Flick getan hat!
ein anderer genervter Maxhütter
geschrieben am
07.04.2010 um 17:44 Uhr
Beitrag 65

Ja ja, Maxhütte und Teublitz, die letzten gallischen Dörfer, die zu dem großen Selfmade-Man halten... und alle die an seinem Mythos kratzen, sind nichtsnutzige Tunichtgute. Es gibt auch Leute hier, die von der anhaltenden Schönfärberei genervt sind! Wenn man das Straßenschild zum "Mahnmal" umdeklariert, dann müsste man auch dranschreiben: "Industrieller und Kriegsverbrecher" oder "Arbeitgeber und Förderer der NSDAP". Dann würde das Gezeter sicher weiter gehen: der arme, gute Flick, der große Menschenfreund, wie kann man ihm nur so Unrecht tun!
xxx
geschrieben am
27.05.2010 um 14:09 Uhr
Beitrag 66

Für alle – auch als Tipp an die entscheidenden Stadträte und Frau Dr. Plank – die gestern nicht Fern gesehen oder Arte geguckt haben: Die 2-teilige Doku über Friedrich Flick wird auf Arte noch 2 mal wiederholt:

Dienstag den 2. Juni 2010: 10:35 - 12:20 Uhr
Donnerstag den 3. Juni 2010: 14:45 - 16:40 Uhr

In der ARD läuft Teil 1 am 31. Mai 2010 um 21:00 Uhr und Teil 2 am 7. Juni.

Soll ja niemand sagen, er hätte nichts gewusst – gell!
an Herrn xxx
geschrieben am
31.05.2010 um 15:12 Uhr
Beitrag 67

Ich glaube, das anständige Leute zu diesen Uhrzeiten arbeiten müssen....
yyy
geschrieben am
31.05.2010 um 22:08 Uhr
Beitrag 68

Sehr schöner Kommentar :D anständige Menschen besitzen aber auch nen Videorecorder! Und sie lesen Programmzeitschriften, und haben deshalb bemerkt dass der Film heute und nächsten Montag in der ARD läuft.
yyy
geschrieben am
31.05.2010 um 22:10 Uhr
Beitrag 69

... abends um 21:00 Uhr, wenn nur anständige Schichtarbeiter arbeiten.
xxx
geschrieben am
01.06.2010 um 15:45 Uhr
Beitrag 70

...und eben die anständigen Schichtarbeiter hätten dann ja die Möglichkeit gehabt, zu den anderen Zeiten zu gucken...

Es ging mir mit meinem Eintrag schlicht und einfach nur darum, bekannt zu machen, dass der Film über Flick nun läuft – ist schließlich ein Bildungsangebot auch und vielleicht vor allem für Leute (anständige wie unanständige), die in einer Stadt leben, die Friedrich Flick mit einem Straßennamen ehrt... Denn diese Tatsache signalisiert ja vor allem eines: dass hier Bildung not tut.

Aber vielleicht will der Schreiber „an Herrn xxx" mit dem etwas dümmlichen Kommentar nur sagen, dass auch eine leicht konsumierbare Fernseh-Dokumentation zum geehrten Patron Friedrich Flick in Maxhütte keine Sau interessiert... Es lebe die Trutzburg, Scheiss auf die Forschung, Kopp in Sand, mir san mir und so soll's bitteschön auch bleiben, gell!

Mal ehrlich: Welches gute Haar will der Maxhütter Stadtrat in Angesicht dieser Doku eigentlich noch an Flick lassen? Das hätte ich wirklich gern gewusst!

Ich bin übrigens kein „Herr” – so viel zu den Ansichten und manchmal eben auch falschen Urteilen „anständiger Leute”... (Ich gehe davon aus, das der Schreiber „an Herrn xxx“ sich dazu zählt und sein Geschreibsel quasi eine Entschuldigung oder gar Rechtfertigung fürs Nichtgucken sein sollte...)
yyy
geschrieben am
01.06.2010 um 20:29 Uhr
Beitrag 71

... dass offenbar selbstverständlich davon ausgegangen wurde, dass sich nur "Herren" zu solch politischen Themen äußern, ist mir erst kurz danach aufgefallen :-) ohne Worte!
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